Frühlings Erwachen

11 03 2018

Pauline wird jetzt vierzig.
Der Gatte steht parat.
Er war mal – früher – würzig,
jetzt wird er langsam fad.
Die Kinder alle beide
sind aus dem Gröbsten raus,
da zieht, zu ihrem Leide,
ein Herr ins Hinterhaus.
Er ist nur Angestellter,
doch dieser leichte Gang…
ihr Blick zum Gatten: kälter,
die Nächte werden lang.
  Der Mai ist nun gekommen,
  der Mai macht alles neu.
  Was hilft’s uns armen Frommen?
  Und was ist schon dabei?

Bei Prasselmann und Söhnen
spart man am Personal.
Man hört vor lauter Stöhnen
Nur Klang vom Kapital.
Die neue, harte Führung
will Geld und sieht den Mann
nur als Maschinenzierung.
Das kreidet man ihr an.
Die Meister gehen. Alle.
Die Arbeit macht sich nicht.
Schon sitzt man in der Falle.
Und dann kommt das Gericht.
  Der Mai ist nun gekommen,
  der Mai macht alles neu.
  Was hilft’s uns armen Frommen?
  Und was ist schon dabei?

Hinweg mit allen Resten!
Jetzt kommt die SPD!
Man nimmt vom Allerbesten –
das Alte ist passé.
Nun gut, man bleibt bescheiden.
Ganz geht’s nicht ohne sie.
Man kann sich noch gut leiden.
Und wenn man sich verzieh,
war’s ausschließlich aus Tugend.
Man weiß doch, wer da floh.
Wer braucht da noch die Jugend.
Vor allem: weiter so.
  …

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