Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXXIX): Das Backwarenangebot

31 08 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Wer auch immer das Zeugs aus zermanschtem Korn, Wasser und mehr oder weniger wirksamem Triebmittel entdeckt hat – bis heute gibt es noch einige Gesellschaften, wo die Knifte, wahlweise mit Margarine und einfachem Belag für Schule, Betrieb und anderen Tagesaktivitäten – Politik, rechte Hetze, möglicherweise auch beides, aber Hirnzellen verbraucht ja nichts davon – das Geschehen dominiert. Ernährungsphysiologischer Wahn wird je nach Jahrzehnt in die Brotbox geschwiemelt, das Salatblatt, das den Käse zu Schmadder schmoddert, die Kresse, die das kindliche Gemüt verstört, ganz am Ende die geradezu barbarische Erdbeere, die nur mit dem Erzfeind Zucker eine unheilige Allianz in die Physiologie schmuggelt. Dass unbescholtene Familien sich das antun, ist schwer verständlich, aber was erwartet man nun mal von den Überresten einer zielorientierten Herde, die sich beim Essen in die Haare kriegt, weil sie sonst keine Sorgen hat. Die Menschheit ist aus Stressfaktoren erzeugt und braucht jenen Mutterlaut, um sich zu nähren. Das Bäckerhandwerk hilft da gerne mit einer Auswahl, die alles anspricht, aber nicht die Vernunft.

Morgens in der Schlange, die Schildchen liegen in der erleuchteten Theke; offenbar wurde ein mental überforderter Texter nachts durch den Laden geschleift, der die Klumpoiden des jüngsten Produktionsdurchlaufs nach Hässlichkeit und Zielgruppe sortieren und für die Statistik mit verbalem Sperrmüll behängen sollte. In der gesitteten Zone toben sich die Fachkräfte noch am Dinkelkrüstchen aus, das auch den Mainstream der transnationalen Backshops erreicht hat. Hier gibt es keinerlei Raum für Experimente, allein die Verkaufszahl ist Herr über Leben und Tod, allenfalls der blutige Endkampf um Berliner, Krapfen und Pfannkuchen hinterlässt noch Spuren von Emotion auf den Schreibtischen der Controller, die sonst von Industrieware verkrümelt auch auf dem Mond stehen könnten, da sie der Wirklichkeit nicht bedürften. In der wirklich freien Wirtschaft aber, wo noch stirbt, wer nicht wirbt – wer aber wirbt, wie er sich in Schnaps- und Fieberträumen Werbung darstellt, begeht oft Suizid aus Angst vor dem Ableben – greifen die Mehlmützen längst zu ganz anderen Maßnahmen. Es wird zurückgebacken und benamst, bis der Arzt wieder geht.

Das gesunde Graubrot kann derzeit nicht als Weltmeister in den Verkauf gehen, Papst ist auch aus, aber hey: Deutschland geht immer. Schnell noch ein Zwei- bis Mehrkorn durch die Backstube geschlenzt, schon haben die Glyx- und Sommer-, die Krustenfaschisten und andere Kauboys das Nachsehen. Hossa, die Unterscheidbarkeit der aus Sauerteig gekloppten Rohlinge ist dem Backwahn erlegen! Die Laibesübungen fördern Pönnemanns Goldstücke, Zippelweggerla, Knörzelbömmel und Schlemmerschrippe zutage, jedes auch mit Papst denkbar, saisonal als Sommersemmel oder Winterweck im Angebot, ab August gerne im frühweihnachtlichen Design neben Stollenstulle und Laberlebkuchen. Was sich da an Drei- und Grobkorn kombinieren ließe, nicht auszudenken. Leider wird es ausgedacht, täglich praktiziert und auf dem geschundenen Rücken der Konsumenten ausgebacken. Ohne Gnade.

Je nach Bekenntnis zur Schmerzgrenze tobt die Fitness durch den Mehlsack, dem Joggingsemmel und Radlers Rundstück entkrauchen wie Geziefer auf zu viel Beinen, das auf der Torte kopuliert, so widerwärtig anzusehen, dass man einfach nicht weggucken kann, Roggenschlümpfe des Grauens, die kommende Generationen aus zertrümmerten Warenlagern archäologisch freipinseln werden, denn wir hatte ja nichts – wir mussten den Low-Carb-Glutenfrei-Toast ohne künstliche Zusatzstoffe noch in einem Kuhstall haarscharf hinter Bad Gnirbtzschen holen, die Industrie hatte nur Vollkorn im Angebot, und das klang irgendwie zu gesund und arm, aber nicht sexy.

Warum nicht mal BER-Bollen, bleibt flach auf dem Teller und hebt niemals ab, da nicht ganz fertig gebacken, oder Stuttgarter Stulle aus ordentlich Gips und unterirdisch gut, saftig wie ein Wasserwerfer? Warum nicht Chemnitzer Prügel, von deutscher Heißluft gebläht, der nationale Snack in anheimelndem Braun, dass die Vorderzähne krachen? Es gäbe so viel zu versuchen, Hartz-Hippen zum Sonderpreis, Kapitalistenknackerli für den Bänker mit Feile drin, das CSU-Schrumpfbrot mit minus zehn Prozent Volumen, die Kfz-Knödel fürs Handschuhfach, der vorverweste Teigling, der in der Brotdose nur sechs Wochen Sommerferien braucht, um in die Wiederauferstehung zu stolpern – nicht mit dem Papstkrusti verwechseln, das ist gründlich tot und schmeckt auch so – und das aus Kimme und Korn gefaltete Objekt, wo so in der Auslage liegen tut, bis der gewaltig genervte Kunde mit dem Zeigefinger seine Bestellung artikuliert und die Fachverkäuferin instruiert: „Eins von denen da.“ Wozu also der ganze Zinnober.





Höhere Lehranstalt

30 08 2018

„Wenn Sie fertig sind, legen Sie Ihre Hände auf den Kopf.“ Dass ich den Eingangstest bestehen würde, daran hatte ich nie gezweifelt, aber ob ich mich in der Schule so wohl fühlen würde, das stand dann doch noch zur Frage. Aber vielleicht war es ja sogar ganz spannend, plötzlich auf der anderen Seite des Tisches zu sitzen.

„Zunächst mal sollten Sie sich in der Klasse den nötigen Respekt verschaffen.“ Eine ältere Dame, unwesentlich jünger als die Ausbilderin, schnipste mit den Fingern, doch Fräulein Haferstroh – auf die Anrede hatte sie größten Wert gelegt – nahm sie demonstrativ nicht dran. „Wir wollen uns jetzt den Stundenplan der ersten Woche ansehen. Bitte falten Sie die Zettel so auf, dass sie – Frau Schmitt!“ Die Angesprochene hatte das Papier bereits aus ihrer Mappe gezogen und damit die absolut einheitliche Choreografie der Unterrichtsvorbereitung im Nu zerstört. Alle zuckten innerlich zusammen, mich eingeschlossen, und doch wusste keiner so recht, warum eigentlich. Wir sollten Lehrer werden, die kommenden beiden Wochen lang hatten wir Zeit, uns darauf vorzubereiten, dann würde man uns einfach in eine Schulklasse schicken, um das deutsche Bildungswesen zu retten.

Ich meldete mich. „Ich habe da mal eine Frage“, informierte ich das Fräulein Haferstroh. Das hätte ich besser nicht getan. „Erstens“, knurrte sie, „weiß ich das, sonst hätten Sie sich nicht gemeldet, und zweitens hätte ich mal die Frage, warum Sie reden, bevor ich Sie drangenommen habe.“ So lange hatte ich nicht warten wollen, aber das konnte ich jetzt nicht mehr sagen. Ich nahm den Finger runter. „Warum findet bei Ihnen kein…“ „Sie sollen nicht ständig dazwischenquatschen“, fuhr sie mich an. „Aber…“ „Was habe ich gesagt!?“ Ich erhob mich, dabei stellte ich fest, dass Fräulein Haferstroh gar nicht mal so groß war; eine Erkenntnis, die man früher oder später fast mit jeder Lehrkraft macht. „Sie wollen mir jetzt also erzählen, dass Sie sich mit einem Schüler unterhalten, obwohl Sie ihn nicht drangenommen haben, und dass ich eine Frage habe, nehmen Sie nicht zur Kenntnis?“ Sie wirkte plötzlich etwas verwirrt. „Ich glaube“, sagte sie, „es muss gerade zur Pause geläutet haben.“

Die Direktorin unterrichtete selbst. „Eigentlich mache ich das nicht, aber hier geht es nicht anders. Wir haben nämlich auch Unterrichtsausfälle, also muss jeder mithelfen.“ Sie hatte einen ganzen Stapel mittelalter, teils auch mittelalterlicher Bücher auf das Pult gelegt. „Das wird Ihre Erstausstattung sein“, erläuterte sie, „aber machen Sie sich keine Hoffnungen, das werden auch die einzigen Bücher bleiben, die Sie in die Hand bekommen. Mehr gibt es nicht.“ Immerhin gab es in dem Taschenatlas, der als Erdkundebuch fungierte, das Deutsche Reich nicht mehr, dafür war die Karte leicht ausgeblichen. Es ließ sich nicht so schnell feststellen, ob die mit Punkten markierte Linie eine innerdeutsche Grenze darstellen sollte oder nur die Demarkation der Ost- und Westtarife. „Das ist eine verlässliche Ausgabe, der können Sie vertrauen. Da gibt es die DDR noch.“ „Warum“, fragte ich beim Anblick der Karte, „steht dann hier ‚Chemnitz‘?“ Sie blickte in das aufgeschlagene Buch. „Das war die Ausgabe für westdeutsche Schulen, da wurden die Namen nach 1945 nicht geändert.“ Das leuchtete ein, der Unterricht änderte sich ja auch nicht.

Frau Schmitt war schon bei der Mathematik-Fibel, die offensichtlich einen Fehler enthielt. „Da muss es ‚geteilt‘ heißen und nicht ‚multipliziert‘“, erklärte sie, „außerdem ist der Aufbau unlogisch.“ Die Direktorin nickte. „Logik bekommen unsere Schüler kurz vor dem Schulabschluss.“ „Aber es brechen doch so viele die Schule ab?“ Sie nickte. „Und wie bringe ich den Schülern jetzt Rechnen bei?“ „Sie haben doch ein Buch“, sprach die Direktorin sanft. „Alles, was die Schülerinnen und Schüler verstehen sollen, steht doch in diesem Buch drin, und Sie sind die Lehrerin. Wo ist das Problem?“ Frau Schmitts Oberlippe begann ein bisschen zu zucken. „Aber wenn ich es auch nicht verstehe?“ „Dann schauen Sie ins Buch, außerdem sind Sie die Lehrerin. Solange Sie recht haben, müssen Sie auch nichts erklären.“

Neben Physik, Religion und Deutsch wurde auch ein bisschen Geschichte unterrichtet, aber nicht zu viel. „Das könnte sonst zu einem Bruch der Kontinuität führen“, meinte die Direktorin, „wir haben das schon immer so gemacht, und deshalb können wir es nicht anders machen, nur weil wir in der Vergangenheit verschiedentlich gemerkt haben, dass man es auch hätte anders machen können, aber das ging nicht, denn dann hätte man es ja immer so machen müssen, also anders, und Sie sehe ja selbst, das ist bereits ein innerer Widerspruch.“ Es war, wie gesagt, ein bisschen verwirrend.

Die anderen Schüler verliefen sich ein bisschen auf den Gängen und schlenderten in den Pausenhof. „Sie sollten eigentlich gar nicht in dieser Klasse sitzen“, meinte die Direktorin unvermittelt zu mir. „Habe ich etwas falsch gemacht?“ Sie schüttelte den Kopf. „Wir haben noch eine Zusatzausbildung, die auf einem etwas anderen Qualifikationsniveau startet, und das wäre doch etwas für Sie. Sie haben eine ganz normale Klasse, bereiten den Unterricht vor, drei Klassen, und am Nachmittag haben Sie frei. Wir brauchen diesen Kurs wirklich. Der ist noch viel mehr nötig als alle anderen.“ „Und das wäre was genau?“ Sie legte den Bücherstapel aufs Pult. „Sie bilden die vielen Lehrer aus, von denen dann keiner mehr in die Schule will. Wie gesagt, es wäre sehr dringend.“





Freistaat mit Herz

29 08 2018

„Ausgeschlossen. Das kann man so nicht schreiben. ‚Rechtextremistische Kräfte‘, ich weiß ja nicht. Da werden sicher auch ein paar Nazis drunter gewesen sein, klar, aber die meisten von denen waren eher harmlos. Also von den Nazis.

Wir dürfen uns jetzt nicht auseinanderdividieren lassen, da ist es ganz gleich, ob wir aus Sachsen kommen oder aus der Deutschen Demokratischen, jedenfalls ist das noch unser Deutschland, auch wenn nur noch wir die Demokratie hier verteidigen können, mit dem Herzen in der, naja, auf der Sohle halt. Deutschland gehört uns, und das lassen wir uns von keinem nehmen, aber das ist auch unser Konsens. Wenn Sie anderer Meinung sind, wir haben da Mittel und Wege.

Das würde ich jetzt nicht so einfach abtun, wir haben eine Situation. Es wurde in Chemnitz ein Bürger ermordet, die Staatsanwaltschaft sagt zwar, es seien keine Mordmerkmale, aber wir als Presse wissen das natürlich besser, so ein Staatsanwalt kann juristische Konstruktionen am Volkswillen vorbei durchsetzen, aber wir sind von einer Auflage abhängig, und da wollen wir mal sehen, wer das gesunde Volksempfinden besser repräsentiert. Wir sind auch nicht perfekt, aber wir tun immerhin nicht so, als seien diese Gesetze nur für uns gemacht. Wir müssen doch mal zur Kenntnis nehmen, das war auch ein Migrant, ein erklärter Antifaschist – dass dieser Schmarotzer, der wohl zehn bis mindestens hundert Deutschen den Ausbildungsplatz geklaut hat, Todesdrohungen von sozial benachteiligten und eher erlebnisbetont einzustufenden Jungsachsen erhält, das muss einen unter der herrschenden Linksideologie doch nun wirklich nicht wundern. Umso erstaunlicher ist es doch, dass sich national gesinnte Landsleute dazu entschieden haben, diesen unbescholtenen Mann als Vorbild zu betrachten. Nein, nicht so. Für einen Suizid für Volk und Vaterland ist diese Generation ja meist nicht mehr mutig genug. Traurig, wirklich traurig.

Es wurde in nicht verbandsmäßig organisierten Presseorganen, also Facebook und so, da wurde die Nachricht von einem zweiten Toten verbreitet und wegen der offiziellen Mitteilungen der Polizei als nicht korrekt bezeichnet. Es soll sich auch nicht um einen Ausländer gehandelt haben, und da frage ich: wenn es nachweislich keine zweiten Toten gegeben hat, wie kann dann so schnell ausgeschlossen werden, dass es sich um einen Ausländer handelt oder eben nicht? Wenn jetzt die Polizei, die wir bisher immer als einen Teil der Lösung betrachten konnten, sich schon so eklatant auf Fakten verlässt, die nur sie selbst kennen kann, was bedeutet das denn dann für die Glaubwürdigkeit im Volk?

Polarisierung, Polarisierung – habe ich eine rechte und eine nicht rechte Hand? Dann kann man das auch genauso schreiben. Das waren rechte Demonstranten und Linke. Man darf doch nicht die Tatsachen verfälschen, weil man Sprachregelungen einhalten will. Soll ich da den Linksextremen noch so ein Gendersternchen hinschreiben, damit sich feministische Terroristen auch angesprochen fühlen und mir nicht das Auto in Brand setzen? Ich sage, wenn man für etwas auf die Straße geht, dann muss man auch mit den Konsequenzen rechnen. Das war schon immer so, und genauso funktionieren halt die Grundrechte. Wenn das jetzt schon Polarisierung bedeutet, dass man nur noch Angriffe auf die Werte des christlichen Abendlandes von einer Seite so nennen darf, dann läuft hier aber einiges falsch.

Und wir dürfen als überregionale Medien auch die sächsischen Interessen nicht vernachlässigen. Die Wirtschaft zum Beispiel, die ist ja auch nicht ohne Grund sehr interessiert daran, ihr Land als eine weltoffene und moderne, also wie soll man sagen, also ein Freistaat mit Herz, wie Bayern, nur mit einer demokratisch gewählten Regierung. Bis jetzt zumindest.

Unser Landesvater hat schon dazu aufgerufen, sich genau anzuschauen, wer die Urheber dieser rassistischen Krawalle sind. So viel Selbstkritik hätte man ihm gar nicht zugetraut. Das muss man auch mal stehen lassen, wenn der Mann sagt, für Extremismus sei in Sachsen kein Platz. Dass eine Landesregierung, und wir sprechen hier ja nicht von der offiziellen Agenda, sondern eher von den Faktoren, warum diese Partei so tief im Herzen der Wähler verankert ist, sich so entschieden für einen massenkompatiblen Rechtsradikalismus ohne ein menschliches Antlitz ausspricht, das muss man auch mal zu würdigen wissen.

Vor allem müssen wir als Presse hier eine klare Haltung einnehmen, dass wir für einen Rechtsstaat sind. Das ist möglicherweise mit Einschränkungen der Pressefreiheit verbunden, aber für eine freie und demokratische Gesellschaft muss man eben auch mal Opfer bringen. Dass durch überregionale Berichterstattung unser Standort für Extremisten attraktiver und interessanter geworden sei, das kann man uns doch nicht ankreiden – wir haben ja keine Werbung für Sachsen gemacht, sondern für die spezifischen Eigenheiten, die dies Land ausmachen, und wir lassen jetzt nicht zu, dass das Bild unseres Landes durch Chaoten beschädigt wird. Eine ganz klare, aber trotzdem gesprächsbereite Haltung, durchaus kämpferisch, aber kompromissbereit, wo es die politische Vernunft erfordert, und immer an den Werten unserer Heimat orientiert. Das zeichnet uns als gute Demokraten aus. Also sollten wir jetzt einen Weg finden, in einer sehr schwierigen Situation Recht und Ordnung durchzusetzen. Immer schon mal schön, dass wir da eine gemeinsame Vorstellung haben. Oder ist einer von Ihnen da etwas nicht unserer Meinung?“





Luftunsicherheitsdienst

28 08 2018

„… sehr viel einfacher sei als eine Kontrolle durch die Bundespolizei durchzuführen sei. Die deutsche Luftsicherheit werde trotz einer Privatisierung der Wachdienste nicht schlechter als die…“

„… vor allem aus finanziellen Erwägungen heraus vorgenommen werde. Die Effizienz der Polizei stehe nicht in Frage, doch seien die privaten Sicherheitsfirmen wesentlich…“

„… Seehofers Eckpunktepapier davon ausgehe, dass die deutschen Flughäfen selbst in der Lage seien, ein Supergrundrecht auf Sicherheit auf Landesebene durchzusetzen. Dies müsse vor allem durch die sofortige Umsetzung des Polizeigesetzes ohne störende Einschränkungen durch die vom Bund juristisch gebotenen…“

„… sich aber erhebliche Schwachstellen im Sicherheitskonzept auftäten. So wolle Scheuer neben dem Gepäck, den Passagieren, dem Personal und den Flugzeugen auch Landebahnen, Türen, Entrauchungsanlagen und Backshops einer genaueren Analyse auf…“

„… die Qualitätsabstriche vor allem durch die schlechte Besoldung der Bundespolizisten zustande komme. Da aber Sicherheitsbedienstete in der Regel wüssten, dass sie die für die Polizeiarbeit benötigte Qualifikation gar nicht besäßen könnte man zugleich ein realistisches Preis-Leistungs-Verhältnis bieten als auch eine viel geringere…“

„… durch ein standardisiertes Verfahren die theoretischen Ausbildungsinhalte für Mitarbeiter der Sicherheitsdienste festschreiben wolle. Diese umfassten nach Seehofer Respekt vor der deutschen Leitkultur, ein entspanntes Verhältnis zu brutaler Gewalt im Auftrag der guten Sache sowie eine dem christlichen Glauben in seinen Grundzügen eher zugetane…“

„… mehr Wettbewerb auch für die Sicherheit nicht verkehrt sein kann. Dobrindt sehe eine große Chance darin, dass den Gesetzen des Marktes der Preis für die Überwachung gleich bleiben werde, während die Leistungen erheblich mehr an den…“

„… die Drohne an sich noch nicht geeignet sei, die komplette Sicherheit im Luftverkehr zu garantieren. Spahn sehe hier eine Chance, durch den Einsatz der Bundeswehr im öffentlichen Raum eine entscheidende Komponente zur …“

„… durch eine Fachaufsicht und die ständige Qualitätskontrolle sichergestellt werden solle, dass das Personal sich an die gesetzlichen Vorgaben halte. Der Qualitätsbeauftragte des Bundes könne auf diese Weise alle dreizehn Jahre einmal einen Flughafen mit jeweils einem Mitarbeiter pro…“

„… könne es Scheuer nicht akzeptieren, dass es durch die vielen Kontrollen lange Verspätungen im Luftverkehr gebe. Er habe angekündigt, dass er eine erhebliche Beschleunigung durch noch strengere Maßnahmen und rigoroses…“

„… dass eine Truppe drogensüchtiger Schläger mit langjährigen Haftstrafen einfacher zu führen sei als eine Einheit der Bundespolizei. Seehofer wolle den Beamten nicht zu nahetreten, habe aber bemängelt, dass es unter ihnen zu viele mit einem qualifizierten Schulabschluss gebe, was eine kritiklose Umsetzung seiner Maßnahmen sehr viel schwieriger mache als den…“

„… das Konzept noch keine gepäckinduzierten Risiken oder Gefahren durch als Personal getarnte Mitarbeiter von Backshops, die in Wirklichkeit Luftpiraten seien, berücksichtigt habe. Scheuer werde daher in einer neuen Studie auf den Passagier als wichtigste Gefahrenquelle verzichten, was sich jedoch aus Sicht der Betreiber nicht unbedingt…“

„… potenziellen Bewerbern den Markteintritt erleichtern werde. Daher müsse die deutsche Luftfahrt zunächst eine Preisneutralität schaffen, durch die die Polizei nicht im Vorteil sei wegen der steigenden Kosten durch Tarifverträge und…“

„… aber keine technisch ernstzunehmende Alternative darstellen würden. Nacktscanner seien relativ teuer, könnten aber keinen Koffer…“

„… in einem zweiten Schritt erkannt habe, dass vor allem das Gepäck eine Hochrisikozone sei. Scheuer habe vor Koffern gewarnt, die in Wahrheit Backshop seien, die sich als Flugzeuge getarnt in den Sicherheitsbereich der…“

„… auch ganz auf Videoüberwachung und Gesichtserkennung umgestellt werden könnte. Dies solle aber erst geschehen, wenn Söder nach dem Rücktritt im Zuge der kommenden Landtagswahlen eine eigene Firma für Dienstleistungen im…“

„… konsequent auf Flugzeuge verzichten müsse, um den höchsten Sicherheitsstandards zu genügen. Dann, so Scheuer, würden auch keine Passagiere mehr auf den Flughafen kommen, wodurch ebenso kein Gepäck und kein Personal mehr nötig seien. Lediglich die Backshops als Versteck linksradikaler Terroristen könnten eine…“





Fluchtbringende Gesellschaft

27 08 2018

„Wenn Sie mich fragen, ’ne Bombenidee, das. Asylbewerber ohne jede Sprachkenntnis sofort in die Pflege schicken und in die Kinderbetreuung. Da zeigt sich das ganze politische Talent der Dame: von der Realität keinen blassen Schimmer, und dann da eingesetzt, wo sie den größten Schaden anrichten.

Nee, im Grund hat sie ja recht, die Krampf-Dingenskirchen. Diese bösen Migranten, die nur übers Mittelmeer zu uns kommen, weil sie hier in der sozialen Hängematte abchillen wollen, so lange wie möglich aus dem Arbeitsmarkt raushalten, bis wir sie endlich wieder abschieben können, und dann eine Dienstpflicht für sie erfinden. Das hilft ungemein, ich finde diese Idee geradezu epochal. Denen geht’s ja jetzt wie deutschen Arbeitslosen, wenn die ein paar Jahre nicht in ihrem Beruf waren, dann gilt ihre Qualifikation einfach nichts mehr, und dann verheizt die Industrie die Leute endlich zum Mindestlohn. Da finden sich die Zuwanderer gleich auf derselben Stufe wieder wie die anderen Leute hier. Gute Sache, so entsteht bei den Asylis wenigstens kein Sozialneid, weil ihre Abschlüsse hier grundsätzlich für die Tonne sind.

Eine tolle Idee von der Klumpen-Karrendings ist ja, dass diese Zwangsarbeit die Akzeptanz der Biodeutschen erhöhen soll. Da geht man ohne Böses im Sinn zu seinem Sachbearbeiter, will einen Ein-Euro-Job, und der sagt: ist gerade aus, die macht jetzt der Flüchtling. Sie müssen leider weiter ausschlafen. Da soll doch noch einer sagen, die CDU kennt ihre Wähler nicht! Also ich finde das sehr gut, weil man sich da auch gleichzeitig ein Hintertürchen offen hält, wenn man die Asylheinis in die Bundeswehr verpflichten könnte. Ja, das ist jetzt vollkommen verfassungswidrig, aber das ist der Scheiß mit dem Pflichtjahr zur Integration auch schon. Und kommen Sie mir nicht mit Grundgesetz und der CDU. Das sind zwei unterschiedliche Galaxien, und im Wahlkampf mutiert eine von beiden zum Schwarzen Loch.

Wenn man das jetzt mit dem Grundgesetz kontern wollte, dann müsste man natürlich erst mal jedem auf gerichtlichem Wege die Freiheit entziehen – das würde man der Partei ohne Weiteres zutrauen – oder alle zwecks einer allgemeinen Dienstverpflichtung vorher zu deutschen Bürgern machen. Das dann ja eher nicht. Aber man muss ja vorher wissen, wie man sich hinterher rausredet, sonst kann man vorher nicht so viel Müll erzählen.

Im Grunde genommen ist die Idee ja erst mal nicht ganz schlecht. Wir haben hier in Deutschland diesen beschissenen Hauptstadtflughafen nicht auf die Kette gekriegt, diesen dämlichen Tiefbahnhof erst recht nicht, da können wir doch die Ayler in die Grube schicken? Erst mal in die Baugrube, klar, aber wenn die sich da nicht bewähren, dann ist der Arbeitsvertrag eben befristet, und dann sind die auch ganz schnell wieder weg. Erinnern Sie mich mal, dass wir das mit den befristeten Verträgen auch bei den deutschen Fachkräften ausprobieren, wenn wir mit den Migranten durch sind. Das scheint mir ein ganz lohnenswertes Modell zu sein. Nicht unbedingt gut für eine integrierte Gesellschaft, aber man kann ja nicht alles haben.

Man könnte die ja auch alle zwangsweise ausbilden. Das könnte man mit den deutschen Schulabgängern natürlich auch versuchen, aber da sind die Chancen etwas geringer, und wenn das Erfolg haben sollte – also bei den Asylanskis – dann müsste man sich ja wieder verteidigen, dass die den Deutschen nicht nur die Jobs wegnehmen, sondern sogar schon die Ausbildungsplätze streitig machen. Das können Sie als Grüner irgendwo im Ortsverein vorschlagen, wenn alle schon ein paar Biobierchen in der Birne haben, aber in der Union und dann auch noch als Frau? Vergessen Sie’s.

Und was die Sprachkenntnisse angeht, die sollen sich hier ja integrieren. Von Wohlfühlen hat keiner etwas gesagt, sonst hätte ja auch jeder Deutsche seinen Traumjob. Die können ja gerne auch im Park fegen, aber das ist wahrscheinlich zu gefährlich, vor allem im Osten. Wenn man da vor Einbruch der Dunkelheit unterwegs ist, ist für man für die noch halbwegs nüchternen Einwohner mit deutschem Pass und arischen Vorfahren viel zu leicht als Zugewanderter erkennbar. Die prügeln ja inzwischen auch auf Polizisten ein. Also wenn die im Osten gerade mal Uniform tragen.

Wie gesagt, grundsätzlich ist die Idee ja gut. Jetzt müssen wir nur noch sehen, dass wir die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen, damit wir dieses Arbeitskräftepotenzial auch richtig ausnutzen, bevor sich herumspricht, dass es in Deutschland für jeden einen Job gibt, der es bis über die Grenze geschafft hat. Dann holen wir die SPD ins Boot, die darf sich für dieses Modell einen Sanktionskatalog ausdenken, wenn einer der Leute in der Dienstverpflichtungszeit seiner Arbeit nicht integrationsfördernd nachkommt, am Anfang zehn, dann dreißig, dann hundert Prozent weniger, und dann macht bestimmt auch die CSU mit, wenn wir ihnen irgendeinen Schmarrn erlauben, dass sie in ihren Internierungsheimen noch eine Arbeitsecke einbauen dürfen. Da sehen Sie es, man muss nur positiv denken, dann kriegt man alles in den Griff. Selbst die Flüchtlinge.“





Gruß aus Sachsen

26 08 2018

für Kurt Tucholsky

September bald, die Weihnacht naht.
Da schöpft man aus dem Vollen
und kauft in Dresden in der Tat
den guten Butterstollen.
Man muss sich dieses Feingebäck
ein ganzes Jahr verdienen,
die Butter bleibt im Sommer weg,
desgleichen die Rosinen.
Doch wie er an der Scheibe kaut,
wird unser Sachse furchtbar laut,
er schmeißt den Stollen wieder hin,
darauf ist kein Verlass.
Da ist noch was ganz andres drin,
  das passt
    wie dies auf das.

Man wählt. Das kommt ja schon mal vor
und ist nicht ungewöhnlich,
so auch in Sachsen. Mancher Tor
nimmt das sogar persönlich,
denn hat er einmal eine Wahl,
wählt er von dreien, vieren
ganz anders als beim letzten Mal.
Wohin soll das noch führen?
Man findet in der Urne glatt
zehn Leute, die diesmal anstatt
nur rechts Demokratie im Sinn.
Der gute Mann wird blass.
Da ist noch was ganz andres drin,
  das passt
    wie dies auf das.

Der eine von der Polizei
ist Bürger seines Reiches.
das ist dem andern einerlei,
er finde für sich Gleiches.
Der eine schwenkt den Hut zum Hohn
auf Grundgesetz und Recht.
Der andere beschützt ihn schon,
dann geht’s ihm niemals schlecht.
Das dient den Staat? und gibt ihm Schutz?
der Klumpen, der aus Schund und Schmutz,
ganz fröhlich fett sein Doppelkinn –
für die Verfassung Hass.
Da ist noch was ganz andres drin
  …
    …





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDVII)

25 08 2018

Tadeusz, der pflegt in Flösten
sich selber Kaffee oft zu rösten.
Er führte im Schilde,
man mag ihn nur milde,
ihm schmeckt’s fast verbrannt noch am besten.

Wassili, der schenkte in Tjumen
Verwandten des öfteren Blumen.
Die Onkel, die mied er,
denn hier unterschied er
die Damen wie Basen und Muhmen.

Man hörte bei Wojciech in Bzurren
beständig ein ganz leises Knurren.
Sein Hund war’s, der schlief nicht,
denn die Heizung lief nicht,
sie lieferte nur leises Surren.

Michelle wünschte sich in Te Puke,
man soll auf ihr Grab eine Luke
vom Segelschiff setzen,
dass man mit Entsetzen
sich fürchte, ob sie daraus spuke.

Hat Zdzisław einmal in Czerwanken
am Abend nur trübe Gedanken,
geht er auf in den Garten,
weil dort auf ihn warten
die Bäumchen, die Sträucher und Ranken.

Es ließ Linda manchmal in Huyton
sich zu manchen Käufen verleiten.
Meist waren es Hosen,
die kurzen, die losen,
und meistens, da waren’s die weiten.

Dass Włodzimierz immer in Guhsen
der Gattin sich nähert zum Schmusen,
ist ihr schon fast peinlich,
dabei ist er reinlich
und schätzt sie nur für ihren Busen.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXXVIII): Anstand

24 08 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Sehen wir der Sache ins Auge: der Hominide ist offensichtlich derart defizitär ausgestattet, dass er als einzige Spezies Regeln definieren muss, um sich nicht selbst auszulöschen. Paradoxerweise führt die Einrichtung der menschlichen Gesellschaft in allen ihren Ausprägungen nicht selten dazu, dass genau diese Regeln außer Kraft gesetzt, wenigstens aber gezielt verletzt werden. Es scheint, als habe dieser lächerlicherweise aufrecht durch die fade Existenz stolpernde Depp einen sorgfältig ausgeklügelten Selbstzerstörungsmechanismus in seiner DNA, um die Ergebnisse der Evolution auf dieser mit flüssigem Wasser und Schokolade gesegneten, leicht eiernden Kugel auf ihrem Weg zu einem kochenden Brei in der Sonnenumlaufbahn nicht länger als notwendig zu stören – diese Affenart wird früher oder später von alleine über die Wupper wippen, es ist halt ihre Bestimmung. Doch wozu dann die Erfindung des Anstands?

Zunächst gehen Anstand und Gesellschaft Hand in Hand, und verschaffte einem Teilnehmer einen Vorteil an Distinktionsgewinn. Wer nicht mehr in der eigenen Höhle seine Verdauungsendprodukte unter sich ließ, gehörte bald zu den besseren Kreisen, es stank weniger beim Nachmittagstee und die Fliegen blieben dauerhaft draußen. Der Aufstieg, jene fixe Idee der Urgesellschaft, gelang mit allerlei anständigem Verhalten. Was als gesittet galt, entschieden Sitten, zeit- und ortsneutral nicht zu haben, aber in der Regel stark kodifiziert und so streng beobachtet, dass jeder Fehltritt sanktioniert wurde, mehr oder weniger unangenehm in der Folge bis zum Ausschluss aus ebendieser Gruppe, Schicht, Gesellschaft. Zwar lassen sich mit Hilfe des kategorischen Imperativs einige Universalien herausfiltern – Tötungsdelikte nur im begründeten Einzelfall, Hände weg von der Tochter des Chefs – doch deren Anwendungsintensität galt individuell recht unterschiedlich. Wichtig bleibt, dass die reine Anwendbarkeit der Sanktion bei gleichzeitig sehr deutlichem Vorhandensein der Regel als Instrument sozialer Konstruktion Macht aufbaut und absichert. Dies fängt mit der Benutzung des Messer an, bei Tisch oder gegen genetische Konkurrenten.

Die dysfunktionale Gesellschaft entwickelte sich Hand in Hand mit der Idee der Sitte, nur eben in paralleler Richtung. Was heute als dominanter Typ des Gesellschaftsaufbaus eben jene Idee eines menschlichen Miteinanders nur noch windschief abbildet, ist dem Gegenteil geschuldet; nicht der Anständige, der Unanständige gelangt zu Macht, Einfluss und in die Schichten, in denen sich der Distinktionsgewinn lohnt, allerdings inzwischen auf eine symbolische Weise. Für die Tochter des Chefs darf man sich interessieren, Tötungsdelikte sind nicht mehr tabu, solange sich ein politischer Grund dafür zusammenschwiemeln lässt. Was als moralische Einrichtung galt, wird nun endgültig ad absurdum geführt, wenngleich nicht so perfekt und gleichzeitig beschissen, wie es Menschen in ihren jeweiligen Zwangsgruppen erledigen können, je nach Herkunft, Geschlecht, religiöser Vorstellung oder zufälligem Geburtsort sortiert.

Der erfolgreichste Weg, jede Moral dauerhaft in Vergessenheit geraten zu lassen, ist national, ethnisch oder sonst wie sich identitär gebärdender Haufenzwang, in dem die Teilnehmer blökend einem wirr zusammengehauenen Ideal folgen, um sich gegen die Anfeindungen der Anständigen zur Wehr zu setzen. Offensichtlich haben sie das Prinzip verstanden, jenes Regelwerk sorgt im Kern dafür, dass die Arschkrampen, die man in jeder normalen Gesellschaft ausmerzte, nicht an die Spitze der Pyramide gelangen, und nur darum geht es ihnen: Macht, Einfluss, materielle Versorgung. Der evolutionäre Kampf wird mit grundlegendem Fehlverständnis geführt, dass nicht Kooperation und Ausgleich, sondern blinde Gewalt aus dem limbischen System unter ständiger Ausschaltung der Impulskontrollsteuerung die Sippe irgendwie zusammenhält. Dass diese Kollateralbevölkerung allen anderen auch noch mangelnden Anstand vorwirft, als sei Ethik Knetmasse wie jede Moral auch, ist nicht belustigend, es sei denn aus dem historischen Abstand der Nachgeborenen. Was als untadeliges Verhalten allenfalls in einer Art von Verbrecherehre gelten könnte, hier wird’s jedenfalls auch nicht Ereignis. Begegnen wir ihnen nicht mit Freundlichkeit, nicht mit Verständnis, duseln wir nicht Humanität, seien wir anständig. Denn dieser Kodex erlaubte es vor allem in gesellschaftlich komplexen Situationen mit einfachen und schnell zu realisierenden Methoden die Störenfriede aus der Gesellschaft zu entfernen. Warten wir nicht ab, bis man politische Korrektheit, jenes Schimpfwort für den kränkenden Anstand, als Straftatbestand in den Diskurs einführt, und schauen wir nicht tatenlos zu, bis diese unsere Spezies sich erledigt hat. Helfen wir anlassbezogen und fallweise nach. Und zwar anständig.





Produzierende Unternehmen

23 08 2018

„… ursprünglich Milliardenhilfen von der Landwirtschaftsministerin gefordert hätten, die die Bundesregierung nicht als sinnvolle…“

„… pauschal auf die Landespolitik verweise. Es heiße ja auch ‚Landwirtschaft‘, deshalb könne der Staat keine Hilfsgelder…“

„… eine Pflichtversicherung für Landwirte ins Gespräch gebracht habe. Sie werde nach Ansicht der Freidemokraten zu einer Marktbereinigung führen, da nur stabile Agrarunternehmen sich die Kosten der…“

„… nur vereinzelt zu Ernteausfällen gekommen sei. Da eine so umfangreiche finanzielle Zuwendung jedoch ohne Einzelfallprüfung hätte gewährt werden müssen, sei es der Regierung zu riskant gewesen, auch gut aufgestellte Betriebe mit in den…“

„… auf die offizielle Statistik des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft warten wolle, da eine seriöse Berechnung der erforderlichen Hilfen nur durch komplexe mathematische…“

„… eine Verteuerung von Erdbeeren erst wieder im kommenden Jahr zu erwarten sei, da der Markt in der Zwischenzeit auf Importware ausweichen könne. Klöckner könne dem Steuerzahler keine so große Staatsbelastung nachweisen, wenn offenbar sei, dass die Verfügbarkeit sämtlicher Konsumgüter immer noch gut bis sehr gut und…“

„… ungefähr ein Drittel der geforderten Summe zahlen werde. Die Bundesregierung sei mit der Entscheidung sehr zufrieden, da sich dadurch etwa jeder dritte betroffene Betrieb…“

„… warne Klöckner nebenbei vor einer veränderten Haltung in der Migrationspolitik. Es gebe in der Landwirtschaft keine Möglichkeiten, noch mehr Zuwanderer zu beschäftigen, wenn diese nicht bereit seien, unter illegalen Arbeitsbedingungen den Erhalt ihrer Jobs zu…“

„… die erwarteten Ernteausfälle nun auch nachgewiesen werden könnten. Das Ministerium habe die offiziellen Statistiken des Ministeriums zwar zur Kenntnis genommen, werde aber vor der Entscheidung …“

„… eher in der Verbreiterung des Angebots liegen müsse als in finanziellen Hilfe, die jährlich gezahlt werden müssten. Klöckner plädiere für eine Ausweitung des Weinbaus auch im Flachland, was angesichts der zu erwartenden Sonnenstunden eine erhebliche Qualitäts- und Mengensteigerung im…“

„… sei jede Zuwendung für Migranten mit einer Investition in Milliardenhöhe verbunden, die auf der anderen Seite dann nicht mehr zur Stützung der landwirtschaftlichen Betriebe…“

„… sogar in der Küstenregion angebaut werden könnten. Fisch und Wein seien eine auch im Einzelhandel gut vermittelbare Kombination von Qualitätsware aus deutscher…“

„… die Zuwanderung über das Mittelmeer auch wetterbedingt geschehe. Klöckner sehe einen sehr gefährlichen Umkehreffekt, der durch vermehrte Migration und eine anwachsende Bevölkerung in Deutschland auch die Erderwärmung ankurbele und so eine noch viel höhere Dürregefahr für die…“

„… es sich nach neuesten Zahlen um eine Katastrophe von nationalem Ausmaß handele, die allerdings einerseits auf Landesebene stattfinde, andererseits globale Ursachen habe, so dass sich das Ministerium außerstande sehe, eine rechtlich sichere Zahlung von…“

„… sich mehrere Konzerne aus dem Bereich der Kfz-Lieferbetriebe sowie die Pilotenvereinigung Cockpit als Großgrundbesitzer ausgegeben hätten, um Agrarsubventionen von der Bundesregierung zu…“

„… nur Betrieben helfen werde, die direkt von der Schließung bedroht seien. Dies könne nach dem Aufbrauchen des Winterfutters für Milchvieh etwa im Herbst eintreten, führe aber nicht automatisch zu einer Hilfszahlung, da dann auch für sehr viel Geld kein Winterfutter mehr in die…“

„… die meisten Höfe Diesel verwendeten. Sie würden nun über eine Entschädigungszahlung ungefähr dreißig Milliarden Euro fordern, die aber erst durch einen juristischen…“

„… werde das Ministerium ohnehin mit der Auszahlung der Hilfsgelder warten, bis Betriebe in Konkurs gegangen seien, da nur so die existenzielle Bedrohung rechtssicher…“

„… es sich um produzierende Unternehmen mit Dieselverwendung handele, die einfach als Automobilindustrie eingestuft werden könnten. Auf diese Art bekäme auch die Bundesregierung eine Handhabe, um die Rettungsmilliarden ohne vorherige Prüfung der Bedürftigkeit an die…“

„… erhebliche Ausfälle der Kartoffelernte durch eine Steigerung der Getreidepreise ausgeglichen würden. Klöckner sehe hier eine Chance, den Verbrauchern den Kartoffelmangel durch preislich höherwertige Backprodukte zu vermitteln, was zur Stärkung der ökonomischen Sicherheit in vielen Haushalten der Unterschicht und ihrer…“

„… zur Stützung der Landwirtschaftsbetriebe nur eine seriöse Methode geben könne, die die Bankenaufsicht derzeit prüfe. Indem sich die Höfe in einem Schnellverfahren zu .…“

„… Betriebe, die aus eigenen Mitteln die Verluste hätten auffangen können, etwa durch Abbau von Arbeitsplätzen oder den Verkauf von Acker- und Weideflächen zum Erwerb von Futtermitteln, nicht an den Hilfen beteiligen werden. Die Bundesregierung begrüße dieses als ‚griechische Solidarität‘ bekannte Modell des freiwilligen Lastenausgleichs und hoffe, dass sich die angespannte Lage durch nationale…“

„… rate Klöckner den Höfen, als börsennotierte Startups neues Kapital zu akquirieren und innerhalb weniger Jahre auch ohne Primärproduktion wieder ausreichende Kreditwürdigkeit zu…“





Rettungsschirm

22 08 2018

„Wir können das nicht zulassen. Die deutsche Regierung, insbesondere wir als Sozialdemokraten, sind keine Feinde der islamischen Welt, obwohl wir durchaus auch zugeben müssen, dass diese Kultur nicht zu Europa und der europäischen Idee passt, und deshalb müssen wir mit der ganzen Härte der entschlossenen Außenpolitik gegen dieses Terrorregime am Bosporus vorgehen und dem Brudervolk der Türken einfach mal freundschaftlich die Hand reichen, wo wir es am nötigsten haben.

Jawohl, wir. Solidarität ist keine Einbahnstraße, das macht Ihnen höchsten so eine linke Schrulle weis wie die, wie hieß sie noch, egal, aber Sie werden doch nicht denken, Nahles sei links? Diese widerliche Planschkuh, eine bessere Persönlichkeit hat die SPD nie in ihrer Führungsriege gehabt, ach was: seit Schmidt hätte man doch dieses dämlich Dreckspack Mann für Mann in den Häcksler prügeln sollen, großartige Strategen, die unser Land dahin gebracht haben, wo es heute ist, ein Staat im Würgegriff von Banken, Lobbyisten und anderen Nazis, und nur wir als SPD haben uns immer dagegen gewehrt, aber wir konnten das ja auch, wir landen nicht in diesem Niedriglohnsektor, der die Bundesrepublik zerstört hat. Zum Glück nicht auch noch unsere luxemburgischen Schwarzgeldkonten.

Für uns gehört die Türkei einfach nicht zu Europa. Gut, wenn man hört, wie sich dieser zugekokste Soziopath über den Rechtsstaat äußert, den könnte man auch in Deutschland als Minister aufbrauchen, das ist ausbaufähig, und überhaupt hat die Türkei ja ein ganz anderes Rechtsempfinden, was man schon daran merkt, für das Recht an sich empfinden die ja gar nichts. Aber da müssen wir als Deutsche dann auch mal kultursensibel sein, allein in Sachsen passiert derzeit so viel kranke Scheiße, dafür würde man glatt aus der türkischen Polizei rausfliegen – kommen Sie mal in einer Diktatur drei Tage hintereinander pünktlich zum Dienst, dann sind Sie aber ganz schnell unter Spionageverdacht – wegen Plansollübererfüllung. Und mit dem linken Kram kennen wir uns auch bestens aus. Natürlich nicht wir als SPD. Wir stellen alle vier Jahre wieder fest, dass der Plan schon scheiße war.

Aber sehen Sie es mal so, einer muss es doch mal besser haben als wir, und wir kennen uns damit ja auch aus. Wir haben den Griechen immer das ganze Geld vor die Füße gekippt, damit die sehen, wie das ist, wenn einem immer jemand das ganze Geld vor die Füße kippt, aber mehr sollte es ja nicht sein. Wir haben diesen Rettungsschirm auch immer brav wieder eingesammelt, das Geld nach oben durchgereicht – wir können ja nicht mit schlechtem Beispiel vorangehen und das Geld in unsere soziale Hängematte legen, am Ende hätte man die vielen Flüchtlinge vor lauter Geld nicht mehr gesehen in unseren Sozialsystemen, und dann machen Sie sich mal klar, was das für die Pflege bedeutet! – und da haben die Türken wohl gemerkt, wie das ist, wenn man plötzlich in einem brennenden Haus aufwacht und die Feuerwehr kippt noch Benzin nach. Das war natürlich eine CDU-geführte Bundesregierung, lediglich der Finanzminister war noch ein echter Sozialdemokrat, wobei er weder sozial war noch ansatzweise demokratisch, echt möchte ich diese Flitzpiepe sowieso nicht nennen, aber heute können wir uns besser durchsetzen, wir stellen nämlich den Finanzminister, während die CDU leidlich die Kanzlerin schickt.

Also wir stabilisieren ja nicht das globale Finanzsystem – was für ein Schwachsinn, wir stopfen Hunderte von Milliarden in ein System, das über Wasser gehalten wird, damit man Hunderte von Milliarden reinstopfen kann – sondern erstmal nur die Türkei. Wir haben bei den Griechen alles richtig gemacht, deshalb ist es ja auch so kolossal in die Scheiße gefahren, aber das kann man den Türken doch nicht anlasten. Außerdem muss man den Nationalcharakter der Türken berücksichtigen, das sind nationalistische Kriechtiere, wenn man deren nationalistische Voreingenommenheit nicht bis knapp an die Grenze eines nationalistischen Bürgerkriegs begleitet, könnten diese Leute bis an die Grenze eines nationalistischen Bürgerkriegs geraten. Auch wenn das der Lira ein bisschen Luft verschaffen würde, wir müssen ja auch mal an den Euro denken.

Und genau deshalb sollten wir alle sehr froh sein, dass Gabriel nicht mehr Außenminister ist und Wirtschaftsminister schon gleich gar nicht. Das ist nämlich reine Hysterie, was der verbreitet, das mit der Atombombe. Sie fragen sich, woher haben denn die Türken plötzlich die Atombombe, und wir fragen uns: was muss ein einzelner Klappspaten rauchen, damit er überhaupt auf so einen Dünnsinn kommt? Wenn Sie also der Ansicht sind, Gabriel hätte sich seinen Platz in der Psychiatrie neben Nahles verdient, dann haben Sie durchaus recht, der Mann hat ein feines Gespür für theoretische und nicht ganz auszuschließende Möglichkeiten, die dann am ehesten der Wirklichkeit entsprechen.

Und mal ganz ehrlich, wenn der Typ sich die Atombombe holt und außerhalb der NATO einsetzt und eine so nicht geplante Destabilisierung der arabischen Welt einleitet, nein: so eine nicht geplante, auch verkehrt, also es war nicht geplant, dass er so die arabische Welt destabilisiert, was ist denn dann mit den Arbeitsplätzen in der deutschen Rüstungsindustrie? Das wird man doch als Sozialdemokrat wohl noch mal fragen dürfen!“