Wintermarkt

5 12 2018

„Winterschlussverkauf haben Sie schon hinter sich, Survival in Brandenburg, zwei Wochen ohne Netz, und jetzt kommt der Knaller, Sie bleiben zu Hause. Weihnachtsmarkt. Das müssen Sie überleben.

Schon beim Betreten das Schild, ich sage es Ihnen: ‚Wintermarkt‘. Da kriegen Sie als besorgter Bürger Druckpuls, da wächst Ihnen ein Merkel-muss-weg-Schild aus der Faust. Da fangen Sie von ganz alleine an zu demonstrieren, der Glühwein gibt so ein wohliges Gemeinschaftsgefühl, das man sonst nur hat, wenn man sich beim Absingen der Nationalhymne in die Hosen macht. Aber ich greife vor, erst mal müssen Sie ja rauf auf den Markt.

Das wäre dann hier mal der Lageplan, hier sind die Sicherheitsschleusen, und dann haben wir eine Zugangskontrolle. Gerade so viel, dass es leicht unangenehm wirkt, Polizeikräfte mit Schusswaffen, aber die bleiben ja auch am Eingang, das heißt, so ein richtiges Sicherheitsgefühl will bei Ihnen gar nicht aufkommen. Das hat immer noch fast etwas von einer Freizeitveranstaltung. Da fühlen Sie sich doch als vom Migrationspakt in seiner Existenz gefährdeter Deutscher geradezu veräppelt. Wenn Sie jetzt noch einen Migranten am Glühweinstand sehen, dann ist aber Feierabend!

Keine Sorge, Sie werden ihn sehen. Alis Punsch-Paradies, Muhammads Orient-Glüherei, die ganze Palette. Wenn der Typ Sie fragt, ob’s mit Schuss sein soll, trifft Sie garantiert der Schlag. Dazu natürlich die üblichen Dekorationen, den türkischen Honig bekommen Sie in der zentralen Süßwaren-Moschee, alle zehn Minuten arabische Werbegesänge von einem richtigen Minarett – Sie werden das natürlich nicht verstehen, auf Arabisch hört sich ja alles erst mal gefährlich an – und dann beginnt natürlich die psychologische Kriegführung. Wir arbeiten mit mobilen Begasungsanlagen, das gibt einen Zimt-Kardamom-Overkill, das haben Sie noch nicht erlebt. Das ist die spezielle Orient-Mixtur, wenn wir merken, dass die Stimmung leicht aggressiv wird, legen wir Sternanis in hoher Konzentration und Orangenschale nach. Wenn sich jetzt noch keiner beult, dann legen wir aber gerne noch eine Schippe nach.

Wenn Sie bis jetzt schon Grundstress haben, geht es gleich weiter. Wir haben ein paar junge Leute mit Migrationshintergrund und amtlichem Bartwuchs engagiert, die Sie ad hoc in nationale Widerstandshaltung versetzen werden. Feinstes Hocharabisch, wir haben extra einen ägyptischen Kommunikationstrainer einfliegen lassen, und dann original IS-Montur, ich sage Ihnen – Gotteskrieger wie aus dem Bilderbuch. Wenn einer Sie nach Feuer fragt, kriegen Sie aber Herzkasper.

Die ganze Umgebung kann man natürlich schon entsprechend ausstatten: Poller aus Styropor, die mal eben von zwei Jugendlichen beiseite geschoben werden, das erhöht das subjektive Sicherheitsempfinden unter Garantie, ab und zu fallen dann mal harmlose Festbesucher bei der Personenkontrolle unangenehm auf, es kommt zu einem kleinen Handgemenge mit Messereinsatz, der junge Mann mit Vollbart kreischt ‚Allahu akbar‘ und wird fortgeschleift – mehr Entertainment wird Ihnen sonst nirgends geboten.

Das kostet natürlich. Wenn man da nicht Partner aus, sagen wir mal, Politik und Gesellschaft hat, möglicherweise gleich einen Medienverbund, der sich der Sache mit eingebetteter Berichterstattung annimmt und keinen Zweifel daran lässt, dass es sich hier um eine tatsächliche Bedrohung handelt, die die wesentlichen Lebensbestimmungen der deutschen Herrenrasse vernichtet, also den Konsum von Alkoholika und Schweinefleisch, dann ist das für alle Beteiligten doch sehr unbefriedigend. Deshalb arbeiten wir hier auch vernetzt, Sie ziehen sich zwei bis fünf Becher Glühwein rein, und dann unterschreibt sich so ein Aufnahmeantrag in die korrekte politische Gruppierung wie von selbst. Es muss ja nicht sofort in die Bürgerwehr gehen, dafür haben wir dann Mädels aus dem Parteinachwuchs, die alle gerade einer Vergewaltigung durch finster dreinblickende Kulturbereicherer entkommen sind. Der Täter findet sich nicht unbedingt, aber wenn Ihnen dann im Verlauf des weiteren Abends ein nicht unbedingt deutsch aussehender Zeitgenosse über den Weg laufen sollte, bekommen Sie auf jeden Fall mildernde Umstände.

Dafür wird der Schwerlastverkehr gerne mal am Wintermarkt vorbeikurven, immer so haarscharf an den Papppollern dran, da werden unangenehme Erinnerungen wach. Wenn da noch die blaue Bandenwerbung sichtbar ist, dann wissen Sie schon, hier ist nur temporär abgesperrtes Gebiet, der Terror kommt jederzeit wieder vorbei, und der Nervenkitzel bleibt. Dazu noch ein paar halbwegs gut inszenierte Taschendienstähle von Islamisten im Burnus, die von tatkräftigem Volkssturm mit Hakenkreuz auf der Glatze zu Klump gehauen werden, und dann passt auch der Schnaps beim Verlassen der Lokalität rein.

Verlassen Sie sich darauf, die Besucher werden das zu schätzen wissen, wenigstens haben sie vor dem Ding einen gewaltigen Horror und betreten eben deswegen mit Absicht den Wintermarkt. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Und wenn es wirklich nicht klappt, dann verraten wir den Leuten, was da wirklich in die Bratwurst kommt.“