In dienstlicher Hinsicht

28 02 2019

„Und irgendwas mit dem Klassenfeind? Hat man Ihnen vielleicht irgendwann mal versprochen, dass Sie den Klassenfeind ins Arbeitslager stecken dürfen? oder dass das Brudervolk der Sowjets uns befreit und dann jeden, der mal CDU gewählt hat, an die Wand stellt? Na, hätte ja sein können.

Jedenfalls machen wir uns große Sorgen, dass Sie als mündiger Staatsbürger, der sich seine politische Meinung alleine bilden kann, von diesen sozialistischen Dreckschweinen unterwandert wird. Da ist es schließlich unsere Pflicht als deutsche Demokraten, dass wir da nicht tatenlos zusehen. Der Feind steht links, das sehen wir nach so langer Zeit immer deutlicher, und da sich die Gesellschaft ohnehin radikalisiert, wird es nicht mehr lange dauern, bis man in Sippenhaft nach Sibirien verschleppt wird, weil man einen Urgroßvater hatte, der einen Hochschulabschluss gemacht hat, statt im Lumpenproletariat an Krätze zu verrecken, wie man das als linientreuer Bolschewist nun mal tut.

Kann es sein, dass Sie sich irgendwann, und sei es auch nur unbewusst, mal sehr systemkritisch in der Öffentlichkeit geäußert haben? Fanden Sie das Grundgesetz immer schon lästig? Hatten Sie die Vorstellung, dass jeder Leninist ganz nach Belieben in die sauer ererbten Villen unserer Leistungsträger einbrechen und die Besitzer einfach abzuschlachten und an ihre Kühlschränke zu gehen, weil Sie sich einbilden, dass diese unsere Mitmenschen den ganzen Tag lang nichts anderes zu sich nehmen als Kaviar, Hummer und Champagner für tausend Euro die Flasche? Oder sind Sie vielleicht auf so eine Bürgerinitiative hereingefallen, die Sie dazu bringt, öffentlich für die Einhaltung von Gesetzen in Bezug auf diesen Umweltschutz zu demonstrieren? Kann ja sein, dass Sie denen sogar Geld gespendet haben, dann ist es auch nicht auszuschließen, dass Sie damit Leute finanzieren, die den gewaltsamen Tod sämtlicher Polizisten in der Republik billigend in Kauf nehmen. Dass wir das als Anfangsverdacht einer sehr schweren staatsgefährdenden Straftat ansehen, möchte ich Ihnen an dieser Stelle durchaus nicht verschweigen. Ich denke Sie wissen, warum.

Hat man Ihnen vielleicht versprochen, dass Sie ab sofort kostenlose Apfelsinen bekommen? Oder die Völkerfreundschaft und eine Reise nach Kuba, um die Helden der Revolution persönlich zu treffen und von ihren Taten zu hören, wie sie in den Mord an Kennedy verwickelt waren? Natürlich dürfen Sie das nicht glauben, das ist alles gelogen. Es gab gar keine Apfelsinen, es sei denn, Sie waren in Wandlitz. Mit solchen Schwindeleien haben die Russen das Volk doch über Jahrzehnte bei Laune gehalten, und wenn Sie sich mal dieses furchtbare Fernsehprogramm ansehen, das die damals hatten, das ist doch kein Wunder, dass die alle depressiv wurden und versucht haben, sich an der Grenze im Stacheldraht erschießen zu lassen, damit sie diese Hetzpropaganda nicht mehr länger ertragen müssen. Das haben wir alles mit erdulden müssen, wir im Westen, die vielen Mauertoten, die für Volk und Führer, ich meine Vaterland, Vaterland meine ich, in den sicheren Tod geflohen sind, weil es drüben keine Nylonstrumpfhosen gab.

Allein in Nordrhein-Westfalen werden jedes Jahr mindestens ein Dutzend linksextremistischer Straftaten verübt, und da ist alles dabei, vom schweren Ladendiebstahl, wo die Täter natürlich jede politische Gesinnung abstreiten und behaupten, sie hätten Hunger gehabt, bis zur heimtückischen Attacke auf Strommasten. Oder Straßenlaternen halt, oder wo man so linksextremistische Aufkleber noch anbringen kann. Wir stehen politisch längst am Abgrund, das ist Ihnen ja wohl klar, dass wir da auch keine Gnade mehr walten lassen dürfen, wenn wir nicht noch mehr schwere und schwerste Taten provozieren wollen. Diese stalinistischen Schweine, die tanzen uns ja mittlerweile auf der Nase herum.

Natürlich können wir das sehr gut trennen. Ich persönlich halte Sie für eine linke Sau, und es würde mich nicht im Geringsten stören, wenn Sie von der Polizei zusammengetreten werden. Aber in dienstlicher Hinsicht bin ich unserem Programm verpflichtet und möchte Sie zum Ausstieg aus der linksradikalen Szene überreden. Sie müssen doch einsehen, dass das ein Irrweg ist, und Sie werden doch schon aus der deutschen Geschichte gelernt haben, dass wir so viele Opfer zu beklagen haben wegen linksextremistischer Umtriebe. Der Kieler Matrosenaufstand, Spartakus, die Attentate auf den Führer, der Volksaufstand 1953, das nimmt ja kein Ende! Und im weiteren Sinne müssen Sie natürlich alles, was sich gegen die Werte des christlichen Abendlandes richtet, als links motiviert ansehen. Diese ganzen Mohammedanerschweine sind ja wohl kaum zufällig nach Deutschland gekommen, als Mutti die Grenzen abgeschafft hat.

Also wenn Sie jetzt nicht gestehen wollen, dann kann ich Ihnen leider nicht helfen. Dann kann ich Ihnen zwar nichts beweisen, aber dank der neuen Polizeigesetze kann ich Sie so lange wegsperren, bis sich keine Sau mehr an Sie erinnert. Schöne Scheiße, was? Also ich würde an Ihrer Stelle jetzt lieber ein Geständnis ablegen. Machen Sie reinen Tisch, dann werden Sie zwar trotzdem bestraft, und ich kann mir keinen Richter vorstellen, der bei einem so verkommenen Subjekt wie Ihnen Gnade vor Recht ergehen ließe, aber Sie verbringen Ihre letzten Lebensjahre vielleicht ein bisschen geläutert und getröstet im Lager. Na, jetzt machen Sie halt schon! Sie sind doch so eine linke Scheißzecke, oder? Was sind Sie? in der SPD!?

Meine Güte, sagen Sie das doch gleich!“





Null Null Schneider

27 02 2019

„Und hier könnte man die Scheinwerfer aufbauen, nicht wahr?“ Hansi verzog schon die Stirn, und das, obwohl er ohnehin nur für den Service zuständig war. „Wir machen da noch mal etwas mit dem Licht, und dann können wir eigentlich in zwei Stunden schon starten, okay?“

Bruno, von Freund und Feind stets Fürst Bückler genannt, wie er Gans in Gelee und Schwarzsauer auftischte, ließ sich vorsichtshalber gar nicht erst in der Küche blicken; der große Gastronom und Chef des legendären Landgasthofs betrachtete aufmerksam die sorgfältig geschrubbten Fugen im hübsch gepflasterten Innenhof, wo sonst Tischchen standen und Sonnenschirme, doch ein fehlender Kredit hatte dies Restaurant im Sommer straucheln lassen. Natürlich mussten wir etwas unternehmen für den Inhaber.

„Wir hatten es schon fast geschafft“, knurrte Tim. „Und dann haben sie auf eine Einflüsterung gehört, dass wir nach zwei Jahren sowieso bankrott wären, weil uns keiner mehr Sicherheiten gibt.“ Hansi schaute sich im geräumigen Gastzimmer um, wo mittelalterliches Gebälk über feinstem Damast und Kristallglas sich spannte. „Nicht übel“, murmelte der jüngere Bückler, „und die Karte ist wirklich exquisit.“ Brunos Brust wölbte sich, wenn auch nur ein ganz kleines bisschen. „Er hat ja bei den Besten gelernt.“ Fast hätte sich sein Bruder verschluckt, aber auch nur fast. Tim Pfannenstiel, kurz vor der Pleite trotz begeisterter Stammgäste, wusste sich keinen Rat, und einmal mehr sollte Rokko Schneider zum Einsatz kommen, erfolglos als Koch, aber bekannt auf den Fernsehsehschirmen der Nation. „Das Team rollt gerade an“, informierte der Assistent uns. Jetzt also sollte es losgehen.

„Das Konzept ist ganz einfach“, erklärte die Aufnahmeleiterin. „Wir finden ein Restaurant, das sich in finanzieller Schieflage befindet, einen total überforderten Koch, der mit seiner Karte nicht zurechtkommt, dann wird Rokko den Laden total umkrempeln und dann läuft es wieder.“ Tim runzelte die Stirn. „Was genau heißt: umkrempeln?“ Sie zierte sich ein bisschen. „Kann durchaus sein, dass das hier hinterher eine der besten Frittenbuden der Region ist, weil die Gäste mit diesem modernen Schickikram nicht zurechtkommen.“ Brunos dünne Schnurrbartspitzen, die an den Enden in die Höhe gezwirbelt waren, begannen leicht zu zittern; noch hatte er sich nicht krebsartig rot verfärbt, aber lange würde es nicht mehr dauern. „Frittenbude“, zischte er. „Wenn ich das schon höre.“ Sie hatte es offenbar gehört. „Es ist ja nur für den Übergang“, tröstete sie beide, „wenn Rokko weg ist, können Sie ja Ihren üblichen Kram wieder anbieten.“

Noch ließ der Meister sich nicht blicken, aber die Mannschaft fiel schon in den Gasthof ein. Behutsam deckten sie die Tische ab, leise klirrten die Gläser, während die andere Hälfte Kisten und Kästen in die Küche schleppte. „Sie werden doch hier keine Grillstation einrichten?“ Hansi wollte einen Blick in die Gerätschaften werfen, doch es kam nicht dazu. Er wurde mitsamt des anderen Personals aus der Küche gedrängt.

„Sie haben karierte Tischdecken aufgelegt“, bemerkte ich beim Blick in den Gastraum. Bruno ging einen Schritt hinein. „Nicht nur das“, keuchte er, „das kann doch nicht…“ Sie hatten fleckige, rot karierte Tischdecken aufgelegt, kunstvoll mit Sauce und Rotwein gesprenkeltes Tuch, gut angetrocknet und sicher seit langem nicht gewaschen. Der junge Pfannenstiel tobte. „Nehmen Sie das sofort weg!“ „Aber das gehört doch dazu“, wunderte sich die Leiterin, „das ist unser Konzept.“ Mir schwante Schlimmeres, der Lärm auf der Kellertreppe verriet mir, dass ich mich nicht geirrt hatte.

„Die Hühnerbeine bitte ganz nach hinten“, krächzte es aus der Ecke, wo eine Räumkraft auf Styroporkisten hockte. Daneben krümelte ein Mann Fischstäbchen auf den Boden und verteilte das Zeug mit Hilfe eines Handfegers. Besagtes Geflügel war bereits mumifiziert und schimmerte grün, was selbst in der Beleuchtung das Kühlraums gruselig wirkte. „Wir holen noch eben das schimmelige Obst, und dann könnt Ihr den Ventilator verdrecken, okay?“ „Alles total klasse“, beruhigte die Leiterin in der Tür, „wenn der Typ vom Gesundheitsamt kommt, macht er garantiert die Bude dicht.“ Bruno packte sie am Schlafittchen. „Und dann“, schrie er, „haben Sie sich das schon mal überlegt?“ Sie entwand sich nur mit Mühe. „Dann machen Sie es eben wieder sauber, das gibt total tolle Takes!“

Auch oben in der Küche waren sie zugange. „Sie haben die Herdflammen mit verdreckter Folie ausgelegt“, jammerte Hansi, „und jetzt sprenkeln sie das Geschirr mit Spinat und Senf.“ „Ah, es läuft.“ Der Meister drückte dem verdutzten Tim seinen Mantel in die Hand und stolzierte durch die Küche. „Widerlich“, frohlockte er, „wir können anfangen!“ Da platzte Bruno der Kragen. Wie durch Zufall hatte er plötzlich eine Pfanne in der Hand; schweres Gusseisen für gute Bratkartoffeln und große Beulen. „Du putzt jetzt den ganzen Mist hier weg, oder Du stehst morgen auf meiner Karte!“ „Das Licht ist total gut“, befand ich. Wie praktisch, dass Hansi immer eine Fotoausrüstung dabei hatte, und so begann die Arbeit. „Die Doppelnull auf dem Küchenboden“, überlegte Tim, „wäre das nicht ein passender Titel?“ „Auf jeden Fall“, pflichtete ich bei. „Und wenn wir die Bilder heute Abend noch loswerden, macht der Mann auch die perfekte Reklame fürs Restaurant.“ Die Aufnahmeleiterin wimmerte leise. Hansi klopfte ihr auf die Schulter. „Gutes Konzept“, sagte er anerkennend. „Total gut.“





Schwachstrom

26 02 2019

„… die Agentur zum Schutz des deutschen Stromnetzes ihre Arbeit aufgenommen habe. Bedauerlicherweise habe man die Feierstunde nicht im zehn Kilometer entfernten Potsdam verfolgen können, da durch eine defekte Sicherung die…“

„… nach Ansicht des Bundesinnenministers eine akute Bedrohung durch Terroristen bestehe. Seehofer sehe insbesondere Wohnungseinbrüche, die durch fehlende Straßenbeleuchtung begünstigt würden, als nationale Gefahr, vor der nur der Einsatz der Bundeswehr im Innern ein wirksames…“

„… schlage die Kommission vor, im Ernstfall auf Akkumulatoren umzusteigen. Zwar sei der Betrieb einer Erdölraffinerie mit 9-Volt-Blöcken eine technische Herausforderung, man werde dieses jedoch auch mit genügend Kapazitäten im…“

„… noch nicht wisse, ob ein kurzfristiger Spannungsabfall bereits als Terror zu definieren sei. Das Bundesamt für Verfassungsschutz wolle seine Einschätzung erst abgeben, wenn es zu einem tatsächlichen…“

„… die Straßenbeleuchtung auch stark von den Leuchtreklamen in Rotlichtvierteln ablenken würde, so dass nach deren Wegfall ein moralischer Niedergang über die ganze Republik und ihre…“

„… je nach Größe eines Vorfalls bei der Agentur melden müsse. So sei die Dienststelle derzeit mit einem Industrieunternehmen beschäftigt, das sich trotz eines Schwelbrandes in der Umkleide erst auf Nachfrage mit den Sachverständigen des…“

„… durch den Ausfall von Lichtzeichenanlagen im Straßenverkehr verhältnismäßig viele Unfälle geschehen könnten. Die Versicherer seien nicht in der Lage, derartige Schäden vertragsgemäß zu regulieren und hätten bereits jetzt angekündigt, die Tarife um mehr als…“

„… empfindliche Geldstrafen angekündigt habe. Die Agentur werde den Anschlag auf das Stromkabel, der vermutlich von einem Nagetier verursacht worden sei, mit einer mehrmonatigen Untersuchung in den Räumlichkeiten des…“

„… die Brauereiwirtschaft beim Ausfall von Kühlanlagen innerhalb kürzester Zeit bankrott wäre. Söder habe die Gründung einer SEK-Truppe angekündigt, die mit konventionellen und nuklearen Waffensystemen sofort zur Verteidigung aller…“

„… ob auch Schwachstrom für die Sicherheit relevant sei. Das Innenministerium wolle Gefahren erst bei 200 Volt erkennen und könne in der Manipulation von Schaltkreisen, die sich auf sogenannten Halbleiterelementen befänden, keinerlei kriminelle…“

„… den Ausfall von öffentlichem WLAN hinnehmen könne. Merkel rate den Kommunen, im Falle eines plötzlichen Zusammenbruchs einfach wieder die normalen Modemstecker in die…“

„… nicht geschehen werde. Da es sich bei der Umkleide um Räume eines namhaften deutschen Automobilherstellers handele, verbiete Scheuer den Beamten eine Untersuchung des…“

„… die IT der Energieversorger größtenteils auf Windows XP laufe. Dieses System sei laut Agentur so veraltet, dass kein Hacker sich damit mehr auskenne, um nennenswerte Schäden in der…“

„… dass die kritische Infrastruktur im Medizinbereich viel besser abgesichert werden müsse, um überlebensnotwendige Funktionalität aufrecht zu erhalten. Spahn habe angekündigt, ein Dreißig-Milliarden-Programm aufzulegen, dass die reibungslose Übermittelung von Rechungsdaten an die privaten Krankenversicherer selbst im…“

„… müsse man die Internetseiten der Stromkonzerne vom Netz nehmen. Merkel sehe hier eine große Gefährdung, dass jeder auf die Inhalte zugreifen könne, um die Kraftwerke dadurch zu manipulieren und die Strompreise wieder…“

„… über keine eigene Infrastruktur verfüge. Die Bundesverteidigungsministerin habe aber noch in dieser Legislaturperiode vor, Stromleitungen in den deutschen Kasernen zu…“

„… die Abhängigkeit von der Elektrizität im Bahnverkehr dadurch eindämmen wolle, indem Scheuer den Betrieb wieder auf Braunkohle und…“

„… beispielsweise in Kernkraftwerken die sicherheitsrelevanten Steckdosen mit roter Farbe markiert werden müssten, damit niemand aus Versehen den Stecker aus dem…“

„… die Türmechanismen bei Banken und Sparkassen immer mit einem Notstromaggregat ausgerüstet sein müssten. Ob davon jedoch Kassensysteme betroffen seien, entziehe sich der Kenntnis der…“

„… Fließbänder in der Produktion mit einer Handkurbel nachgerüstet werden könnten. Der Produktionsstandort Deutschland dürfe nach Meinung der Bundesregierung nicht durch einen Ernstfall gefährdet werden, sondern müsse vielmehr in den mannigfaltigsten…“

„… keine USB-Laufwerke mehr an die IT-Infrastruktur der Stromversorger angeschlossen werden, um die Daten an den Außendienst zu übermitteln. Vielmehr müsse man dies mit CDs oder einem…“

„… sich zufrieden gezeigt habe. Merkel selbst habe der Agentur die Installation eines Notaus-Knopfs für die deutschen Stromnetze empfohlen, mit dem sämtliche Gefahren sofort…“





Märtyrer mit Maschinenpistolen

25 02 2019

„Mindestens ein Dutzend, gerne auch schwierige Fälle. Wir nehmen alles. Jeden Messermann, jede Terrorbraut, alles. Hauptsache, die hassen nichts so sehr wie Demokratie und Rechtsstaat und wollen Deutschland von der Landkarte radieren und so. Sonst haben wir nämlich echt ein Problem, so wie sich der Spendenskandal momentan entwickelt.

Bestimmt hat die Antifa unter der Federführung von Claudia Fatima Roth die Kohle auf Weidels Konto überwiesen, anders kann man sich das ja gar nicht vorstellen. Ich meine, die Frau ist ein dumme Dreckschlampe, das wissen alle in der Partei, aber die muss doch zehn Schwestern haben. So blöd ist doch keiner alleine.

Genau deshalb nehmen wir diese islamistischen Knalltüten ja auch wieder auf. Bürgschaft inklusive. Das sind deutsche Staatsbürger, auf die üblichen parteipolitischen Feinheiten können wir in diesem Fall keine Rücksicht nehmen. Ob das jetzt Neubürger sind, also Passbeschenkte, oder Mörder mit Migrationshintergrund, meine Güte, es sind halt Deutsche, das ist immer ein Privileg, und das muss man auch mal anerkennen. Die haben ihren Pass und den nimmt ihnen auch keiner weg, die reisen ganz normal mit gefälschten Papieren ein und sind dann erst mal ein paar Tage zu Gast in der Zentrale, oder wir bringen sie privat unter bei den Genossen in Thüringen. Da wird sich ja wohl irgendein Reichsbürger finden, der ein paar Freunden für die Zeit Unterschlupf gewährt.

Wenn Sie einen mit Erfahrung in Großprojekten haben, wären wir Ihnen sehr zu Dank verbunden. Die nächste Weihnachtsmarktsaison ist nicht mehr weit, und die Planung macht sich nicht von alleine. Technische und logistische Unterstützung kommt von der Polizei und aus der Bundeswehr – unsere eigenen Netzwerke, versteht sich. Wir dachten an eine Größenordnung von zehnmal Breitscheidplatz, gerne wieder in einem Oberzentrum, aber diesmal mit Splitterbomben. Richtig, das ginge dann eher in Richtung Oktoberfest, aber wenn ein paar Märtyrer mit Maschinenpistolen in die Menge ballern, wäre das ja auch nicht schlecht. Die Polizeikräfte sind dann vor Ort und können die Attentäter zeitnah ausschalten, Videomaterial machen wir selbst, da ist unsere Propagandaabteilung dran, und dann sind die nächsten Bundestagswahlen gegessen. Von den verdammten Spenden redet dann jedenfalls keine Sau mehr.

Todesstrafe? ach, das ist natürlich wieder nur so ein Gewäsch, um sich in der Systempresse wichtig zu machen. Da testen wir aus, ob man die Medien provozieren kann, und es hat dann ja auch einer reagiert. Aber die Todesstrafe für Deutsche, nur weil sie den Holocaust leugnen, Terroranschläge in Deutschland gegen den linken Mainstream planen und illegale Waffen einführen? Wenn das Syrer wären oder Libanesen, dann hätte man da ernsthaft darüber diskutieren können, aber doch nicht bei Deutschen. Das sind nun mal unsere Landsleute, die es als Widerstandskämpfer gegen den westlich-amerikanischen Imperialismus in die arabische Welt verschlagen hat, und dieses Heimatgefühl müssen sie eben auch ausleben dürfen.

Jetzt kommen Sie mir nicht mit Recht und Gesetz. Ich habe doch eben gerade erklärt, dass das Deutsche sind, Deutsche im Sinne dieser von der jüdisch finanzierten Besatzungsmacht diktierten Verfassung, die das Volk im eigenen Reichsgebiet auslöschen will. Wären das Ausländer, müssten sie sich natürlich an Recht und Gesetz halten, aber doch nicht als Deutsche. Wenn Sie als Deutscher eine Straftat begehen, beispielsweise gegen die innere Sicherheit oder irgendwelche Halbneger, die uns die Kanzlerdiktatorin ins Land geholt hat, damit sie das arische Erbgut vernichten, ist billigerweise immer zu prüfen, ob es sich nicht um nationale Notwehr handelt. Damit sind sämtliche juristischen Folgen für die Partei geklärt, wir haben da nichts zu befürchten. Sonst schreiben wir wieder irgendwas mit Gesinnungsjustiz und drohen den deutschen Amtsrichtern mit Lagerhaft, dann regt sich einer drei Tage lang auf, und dann ist wieder alles gut.

Wir könnten die Jungs ja nebenbei noch als Schutztruppe einsetzen. Seitdem die Leute da als Spender für die AfD angegeben wurden, fühlen sie sich öffentlich diffamiert als Handlanger einer nationalsozialistischen Organisation – gut, die haben es wenigstens kapiert, Weidel nicht. Das Dumme ist, ein paar von denen wollen sich rächen. Das hat auch Weidel kapiert. Und wenn die jetzt ihre Beziehungen spielen lassen, könnte es sehr gut sein, dass die Frau Bekanntschaft mit einem russischen Regenschirm macht. Oder mit einem deutschen Kantholz. Da sind Messermänner im Gefolge nicht ganz unpraktisch. Machthungrig, skrupellos und gewaltbereit. Genau wie unsere Pferdefresse aus der Schweiz.

Ansonsten gilt unsere Standardantwort, wir haben von nichts gewusst. Das bezieht sich jetzt nicht nur auf die Parteispenden, klar? Wir sind in der Opferrolle, das ziehen wir jetzt durch. Wenn es aufkippt, ach Gottchen, das dürfte auch kein Problem mehr sein. Dann schieben wir eben Weidel nach Afghanistan ab.“





Lear oder Mein Reich komme

24 02 2019

Als hätte Nacht, in der kein Stern mehr funkelt,
ihn angebunden, einen großen Mann,
ihm seinen Geist entzogen und verdunkelt.
In Wahrheit war der Alte ein Tyrann.

Schon hörte er nur noch auf seine Töchter,
auf kriechendes Gewürm und Schmeichelei,
und wurde für die Macht zum Menschenschlächter.
Er selber wähnte sich noch immer frei

und baute um sein Reich wohl eine Mauer,
und alles litt an übergroßer Not.
Sein Glück indes war nicht von langer Dauer.
An seiner Mauer fand er auch den Tod.

Zuletzt war er von seiner Schuld geblendet
und hoffte noch auf eine Wiederkunft.
Er war wie alle andern, als er endet,
voll Selbstmitleid, doch bar jeder Vernunft.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXXI)

23 02 2019

Sieht Oszkár die Leute in Wichs,
kann er schon vermittelst des Blicks
die Skeptiker schauen.
Die anderen bauen
auf Zauberei und seine Tricks.

Mariza, die macht in Bilene
dem Chef ständig so eine Szene.
Da er nun Dentist ist,
was für ihn schon Mist ist,
zeigt sie ihm dabei alles Zähne.

Es kippt Sándor in Neuglashütte
sein Bier schon sehr schnell in die Bütte.
„Da dies Zeug schnell schal wird,
geschmacklich fatal wird,
ist’s wert nur, dass ich es verschütte.“

Kommt Aye vom Dienst in Pathein,
legt er seine Kluft in den Schrein.
Dann streckt sich der Priester,
meist Zeitungen liest er,
und schaut in den Schrein nicht mehr rein.

Es kaufte sich Jenő in Teckel
zum Sparen aus eigenem Säckel
ein Schweinchen. Im Amte,
woher er nun stammte,
da stellt er’s auf und schließt den Deckel.

Moulaye zahlt oft in Aleg
die Wocheneinkäufe mit Scheck.
„Das macht“, spricht der Vater,
„sagt mein Bankberater:
am Ende des Monats: ein Schreck.“

Sägt Andor und täfelt in Sirtz
nach strengen Vorgaben des Wirts,
entstehen Lokale
in hölzerner Schale,
man schaut ihm zu uns sagt: so wird’s.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLII): Toxische Männlichkeit

22 02 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Es war ein lauer Frühlingsmorgen und Uga schlug sein Wasser direkt vor der Sippenhöhle ab. Das hatte der Fortschritt den DNA-Klumpen schon beigebracht, sie konnten es im Stehen, und also taten sie es. Zwar sorgte der beißende Geruch stets für Irritationen, doch war das nicht ganz ungewollt: hier, so verlautbarte der Sickerfleck im Splittboden, begann das Revier eines aufrechten Mannes, der gern und jederzeit bereit war, einem Konkurrenten das Gesicht neu zu arrangieren. Dass das Weib im Innern der Behausung sich über die in den Koch- und Schlafbereich ziehenden Dünste nicht freute, ließ ihn kalt; sie war ja bloß das Weib. Etwaige Kausalitäten zu ihrer Reproduktionsbereitschaft pflegte Uga zu ignorieren, zumindest tat er so. Im Wesentlich fielen ihm derlei Kleinigkeiten nicht mehr auf, wenn er in sanfter Morgensonne vor dem Eingang stand und schaute, ob sein Geschäft auch genug Beachtung fände, denn auch und vor allem darauf kam es ja an. Sie waren Männer, und damit fängt der Schlamassel an.

Der toxische Mann wehrt sich mit allen zur Verfügung stehenden Fingernägeln gegen diesen Ausgang aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Denn nichts ist ihm lieber als das zu Primatenzeit in Schmierkäse geschnitzte Image des ganzen Kerls, das er rücksichtsfrei auslebt, stets dessen im Bewusstsein, dass er ein weimernder Waschlappen ist, der vor lauter Kraft nur noch dazu kommt, seinen demnächst erfolgenden Untergang als Spezies anzukündigen, den er als Opfer eines Krieges sämtlicher Paralleluniversen gegen ihn allein nicht mehr aufhalten wird. Die Korrelationen zum autoritären Persönlichkeitstypus, wie er immer wieder zu einem braunstinkenden Mob gerinnt, sind kaum zufällig; hier haben sie ihren psychischen Ursprung, ein gemeinsames Instrumentarium und die gemeinsame Dummheit als deren Urgrund.

Toxische Männlichkeit ist das Ausleben wirr verschwiemelter Gewaltvorstellungen, wiewohl kaum ein Männchen zugäbe, dass es in der streng hierarchischen Vorstellung eines quasi nach Potenz gegliederten Systems außer einem Führer nur noch Unterworfene geben kann, die sich mit Getrete nach allen Seiten ihre Neurose vom Leib halten, immer in der wackelnden Balance aus Kompetenz- und Machtstreitigkeiten, die ausgefochten werden wollen, um den Abstand zum Alphatierchen zu definieren. Ab und zu dickt sich die Materie ein, es entstehen Vereine, Ämter oder Parteien, und wenn alles schief geht, mutiert das Konglomerat aus manischem Selbsthass und latenter Todessehnsucht zur Religion.

Womit das Thema der Sexualität auch gleich abgehandelt wäre, denn sie ist eine der letzten Bastionen, in denen der Mann noch Täter sein darf, alles an Niveau unterkellernd, weil es auch hier um Macht geht. Führt nun die Embryonalintelligenz planmäßig zu blinden Flecken, da es auch in diesem Konstrukt vorwiegend Rangordnungen gibt, so hat der Giftzwerg wenigstens maximale Freiheit, da er an der gesellschaftlichen Tabuierung seiner Verfehlungen eifrig mitgearbeitet hat, um sich in den Gräben seiner Trümmerburg noch wie die handelsübliche Wildsau zu benehmen. Andererseits assoziiert er jede Beschneidung seiner körperlichen Triebe – Tempolimit, Steuergerechtigkeit, Feminismus – reflexartig mit der Kastration, vor der ihn das eingeschrieben mütterliche Über-Ich gewarnt hat. Es ist also egal, ob ihm die Böse beim Pinkeln über die Schulter schaut oder wenn er gerade Asylbewerberheime anzündet, alles wird zur Bedrohung des Rechts auf freie Entfaltung seines Niedrighirnniveaus.

Doch die Zugehörigkeit wird nicht etwa durch Geburt und Status verliehen, um dann bis zum Ende aller Tage zu bleiben. Was der toxische Mann erwirbt, um es zu besitzen, braucht Grenzerfahrung, beispielsweise das blutige Aufnahmeritual in den Männerbund, der die gegenseitige Abhängigkeit durch albernes Geprotze verherrlicht, als sei die Resterampe der mählich verfettenden Nachtjacken ein Flor holden Knabentums. Sie wähnen sich noch solidarisch in ihrer Unterwürfigkeit, fest in diesem Opfermythos gefangen und Feind der restlichen Entwicklung, an der sie nicht teilgenommen haben. Aber sie sind nichts als kleine Hackenbeißer, jäh aufgehetzt von formunschönen Strebern, die Krieg spielen, weil die intellektuellen Bordmittel für eine zivilisatorische Ankunft einfach nicht ausreichen. Was haben Frauen nicht inzwischen alles erreicht; sie dürfen ohne Begleitung Straßenbahn fahren, Brot und Aktien kaufen, Konzerne leiten, Schiffe und Flugzeuge, kurz: das ganze Teufelszeug, das so nicht vorgesehen war, als der toxische Mann in der Steinzeit anhub, sich gegen die Evolution zu stemmen. Und was passiert schon mit einem Mann, dessen Erfahrungshorizont größtenteils davon geprägt ist, vor der Höhle zu stehen und gegen den Wind zu urinieren. Man kann es sich schönreden, weil es kurzfristig wärmt. Aber irgendwann ist das Es müde. Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Und wer macht den ganzen Dreck wieder weg?





Anerkennungsgebühr

21 02 2019

„Hübsche Seite haben Sie da. Wäre doch schade, wenn der etwas passieren würde.“ „Wie meinen?“ „Naja, die Dinge können kaputtgehen. Alle Dinge, wenn Sie verstehen, was ich meine.“ „Nein, ich weiß gerade nicht, woraus Sie hinaus wollen.“ „Also ich meine die Sachen, die Sie da so schreiben für Ihre Seite.“ „Was ist denn mit denen?“ „Ich meinte nur, was wäre, wenn die keiner mehr lesen würde?“ „Das verstehe ich irgendwie nicht.“ „Meine Güte, zahlen Sie endlich!“

„Wie reden Sie eigentlich mit mir!?“ „Das muss mir so rausgerutscht sein.“ „Und was wollen Sie von mir? Wofür soll ich denn zahlen?“ „Sie kennen das Geschäftsmodell doch. Sie dürfen Ihre eigenen Texte auf Ihre eigene Seite hochladen, und wir verlangen dafür lediglich eine kleine Gebühr. Als Anerkennung sozusagen.“ „Anerkennung? wofür denn eine Anerkennung?“ „Dass wir Sie Ihre eigenen Texte veröffentlichen lassen.“ „Aber das sind doch meine eigenen Texte, mit denen kann ich machen, was ich will.“ „So kommen wir nicht weiter.“ „Es sind doch aber meine!“ „Da haben Sie recht, nur: können Sie das beweisen?“ „Wozu muss ich das denn beweisen können? es reicht doch, wenn jemand anderer nicht beweisen kann, dass es nicht seine sind.“ „Naja, Sie müssen das aber auch beweisen können. Dass es nicht nicht Ihre sind.“ „Was soll denn der Blödsinn?“ „Gleiches Recht für alle. Sehen Sie es mal positiv, wir verkaufen Ihnen damit ein Stück Rechtssicherheit.“

„Das ist doch absurd!“ „Schauen Sie, wir haben die Gesetze nicht gemacht.“ „Aber wenn ich das richtig verstehe, dann verdienen Sie an denen.“ „Das ist grundsätzlich erst mal nicht verkehrt.“ „Und warum verdienen Sie dann an diesen Gesetzen, wenn Sie selbst einsehen, dass das…“ „Moment mal, wir haben diese Gesetze nicht gemacht, klar?“ „Aber Sie nutzen Sie aus!“ „Das ist etwas ganz anderes. Schon in rechtlicher Hinsicht.“ „Aber Erpressung bleibt Erpressung.“ „Das ist auch vom Grundsatz her erst mal nicht gänzlich falsch, Sie müssen aber bedenken, dass es sich hier natürlich nicht um Erpressung handelt.“ „Was soll das denn sonst sein?“ „Sehen Sie uns als eine Art Rechtsberater.“ „Rechtsberater?“ „Genau. Wir sind für Sie in dem Sinne tätig, dass wir Ihnen nur das zur Verfügung stellen, was Ihnen im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist. Was wir Ihnen nicht gestatten, würde auch kein Gesetz zulassen.“ „Entschuldigen Sie mal, jetzt wird es aber wirklich langsam ein bisschen absurd, finden Sie nicht?“ „Sie müssen sich ja nicht darauf einlassen.“ „Und dann?“ „Dann sind Sie mit den Folgen Ihres Handelns in rechtlicher Hinsicht eben auf sich gestellt. Wir helfen Ihnen dann nämlich nicht mehr, jedenfalls nicht ungefragt. Und natürlich auch nicht mehr im Rahmen der bisherigen Kostenmodelle.“

„Also ich nenne das Zensur.“ „Bitte sehr.“ „Jawohl, Zensur!“ „Bitte, Sie dürfen das jederzeit so nennen. Wir sind ein freies Land, wir bewegen uns innerhalb der Grenzen der Meinungsfreiheit, und wenn Wir durch etwas eingeschränkt sein sollten, dann höchstens durch den rechtlichen Rahmen der Europäischen Union.“ „Was hat denn die EU mit Meinungsfreiheit zu tun?“ „Ach, nicht viel.“ „Und wenn ich meine Meinung veröffentliche in meinen eigenen Texten, dann erwarte ich von dieser EU jedenfalls Unterstützung.“ „Sehen Sie, und genau da kommen wir ins Spiel.“ „Sie betrachten sich als Instrument der EU?“ „Wir sehen uns als Instrument der Meinungsfreiheit.“ „Unserer Meinungsfreiheit?“ „Ja, es geht hier um unsere Meinung.“ „Also um Ihre, richtig?“ „Das ist doch dasselbe. Lassen Sie uns jetzt nicht über Begriffe streiten, das führt zu weit.“ „Ich habe eher den Eindruck, es geht jetzt erst richtig los.“

„Haben Sie nicht den Eindruck, dass wir uns kompetent um Ihre Rechte kümmern?“ „Warum müssen Sie sich überhaupt um unsere Rechte kümmern?“ „Sonst tut es doch niemand.“ „Sie verstehen das falsch, ich meine: warum muss sich überhaupt jemand um meine Rechte kümmern?“ „Dazu sind doch Rechte da, oder?“ „Ich dachte, sie seien dazu da, dass man sie wahrnimmt.“ „Das auch, aber die Frage ist doch: wer tut das für Sie?“ „Warum tun wir das nicht selbst?“ „Weil das eine enorm komplexe Materie ist, mit der Sie sicherlich überfordert wären. Dann ist es doch besser, Sie lassen gleich uns das erledigen.“ „Das meinen Sie ernst?“ „Selbstverständlich, wir betreiben das professionell.“ „Für Geld?“ „Das auch. Aber vor allem haben wir dieses Geschäftsmodell, ich will nicht sagen: erfunden, aber wir haben es erfolgreich an diesen Bereich angepasst.“ „Und Sie leben ganz gut davon.“ „Schließlich lassen wir Sie ja auch an unserem Erfolg teilhaben, oder?“ „Sie vergessen allerdings eines: Sie brauchen uns.“ „Ach was.“ „Wenn wir nicht unsere Seite hätten und unsere eigenen Texte, dann…“ „Na, da bin ich ja noch mal erleichtert.“ „Wieso?“ „Das zeigt, dass Sie unser Geschäftsmodell doch noch nicht ganz verstanden haben. Und genau deshalb brauchen Sie uns auch weiterhin als Partner.“ „Wieso haben wir das nicht verstanden?“ „Sie haben die rechtliche Situation nicht verstanden, insbesondere nicht die Folgen.“ „Wieso haben wir die rechtliche Situation nicht verstanden? Handelt es sich jetzt nicht mehr um unsere eigenen Texte?“ „Ach was, überhaupt nicht. Sehen Sie, das ist doch gerade der Punkt: Sie als Rechtssubjekt kommen doch in diesen Gesetzen überhaupt nicht vor. Oder was haben Sie erwartet von der Europäischen Union?“





Fußpumpe

20 02 2019

„… als Anschlag auf die Blutsreinheit der arischen Herrenrasse werten müsse. Wer mit eindeutig islamisch-homosexueller Rauchabsonderung auf Messstationen des…“

„… wegen der Teilchendichte physikalisch nicht möglich sei, Stäube in gasförmigem Zustand länger zu transportieren. Scheuer sehe die Entdeckung, die dem intellektuellen Niveau von Viertklässlern vehement widerspreche, dennoch als anregenden Beitrag zur Meinungsbildung in der…“

„… fordere die CDU-Fraktion im sächsischen Landtag den Tod durch den Strang für alle linksversifften Terroristen, die sich gegen deutschen Feinstaub auf dem…“

„… wisse Meuthen von mindestens hundert linken Chaoten, die in jeder Nacht mit Plastiktüten durch Deutschland zögen, um die Wirtschaft zu…“

„… vermutet habe, dass ein illegales Verfahren in anderen EU-Gesetzgebungen gestattet sei. Tichy sei sich aber nach seinem abgebrochenen Hauptschulabschluss nicht sicher gewesen, ob der Einsatz von Plastiktüten in der Nähe von…“

„… es einen ersten Beweis gebe, dass die Kraftfahrzeuge ausschließlich der Oberklasse angehören würden. Zielfahnder, so Scholz, hätten sich im Hamburger Umland schon seit mehreren Monaten auf eine…“

„… mit erhöhter Wahrscheinlichkeit auch von Steuerhinterziehern gefahren würden. Lindner sehe in dieser typisch sozialistischen Vorgehensweise einen Neid, den man nur durch Steuersenkungen für die Leistungsträger des…“

„… zu einem differenzierteren Bild kommen müsse. Steinbach sehe zwar nationalsozialistische, also linksradikale Feinde des Reiches, die allerdings auch die von jüdischen Volksverrätern bedrohten Automobilkonzerne als…“

„… in der Mittelstufe wegen einer Sechs in Physik habe verlassen müssen. Die Lehrerin habe Fleischhauer als das dümmste Stück bezeichnet, das je ein europäisches Gymnasium mit seiner geistig minderbemittelten…“

„… kenne Weidel Hunderttausende linker Chaoten, die in jeder Nacht mit Plastiktüten durch Berlin streiften, um die Islamisierung durch chemtrailartige Dämpfe zu…“

„… die Einführung von schlauchartigen Objekten in den Auspuff in männliche Fahrzeuge (es heiße ja ‚der Porsche‘) als gezielte Verschwulung der freiheitlichen Gesellschaft betrachten müsse. Poschardt werde bis zum letzten Tropfen Diesel dafür kämpfen, jeden Dreck als seine eigene Meinung zu…“

„… linke Aktivitäten überwache. Das Bundesamt für Verfassungsschutz habe derzeit noch keine Erkenntnisse, ob es sich bei Leitmayr um einen V-Mann handele, der im Auftrag des…“

„… prophezeie Höcke eine Million unmännlicher Schuldkultanbeter, die die Zernichtung der Deutschheit in schicksalhaftester Unterwürfigkeit durch rassefremde Gase und…“

„… könne Wendt bei der aktuellen Personalstärke der Bereitschaftspolizei einschließlich SEK und GSG 9 nicht garantieren, dass Deutschland von marodierenden Banden enthemmter Blasebalgintensivtäter heimgesucht werde, die eine sofortige Stilllegung des…“

„… nicht relevant sei, auch nicht für die Grünen. Palmer habe moniert, solange nur ein mutmaßlich Linker theoretisch in der Lage sei, den Auspuff seiner S-Klasse zu berühren, müsse man jede Maßnahme von der Abschiebung bis zum finalen Rettungsschuss für gemeinschädlichen…“

„… die Staubsaugermafia hinter der Enthüllung stecke. Steinbach habe eindeutige Beweise, dass es um eine Verschwörung von Freimaurern, Polen und der Umvolkungsindustrie in…“

„… auf eine Anregung der Hintner-Jugend reagiert habe. Gauland wolle den Verfassungsschutz nun doch nicht abschaffen, wenn dieser im Gegenzug eine sofortige Verdachtsprüfung für die antideutsche Nachwuchsorganisation des…“

„… sich nicht abschließend aussagen lasse, ob die mit Schläuchen eingefangenen gasartigen Substanzen tatsächlich über einen Schadstoffgehalt verfügten, der eine Grenzwertüberschreitung im…“

„… habe Fleischhauer nur gewollt, dass die linke Klimalobby in Panik gerate. Er sei sich bewusst, dass nur durch die revolutionäre Aktion alternative Fakten geschaffen werden könnten, die die Freiheit der konservativen…“

„… es sich nicht um eine Fälschung handeln könne, da Maaßen die Bilder selbst auf der Kopie eines Ausdrucks von einem Video gesehen habe, das per Handy aus dem Interwebnetz gekommen sei und daher nur von linksfaschistischen…“

„… bis zur vollen Härte des in dieser degenerierten Islamschwuchtelrepublik noch geltenden Kuschelstrafrechts verklagen werde. Tichy fühle sich durch die Bezeichnung als Fußpumpe der völkischen Pissflitschen in seiner deutschen Ehre empfindlich…“

„… ob sich Trump nicht durch die aktuellen Nachrichten bestätigt fühle. Auch Lindner sehe eine internationale Bedrohung, die von europäischen Autos ausgehe, was allerdings nichts mit deren bestimmungsgemäßem Gebrauch…“

„… wolle Fleischhauer ab sofort nur noch für wissenschaftlichen Fachmagazinen schreiben, die sich an eine internationale Leserschaft wandten. Eine Artikelserie über die feinstoffliche Struktur der Hohlerde werde noch im Laufe des…“





Kernkräftchen

19 02 2019

„Wenn Sie hier noch einmal dies gottverdammte Geseier von den hart arbeitenden Menschen hoch kotzen, dann spucken Sie Blut, klar!?“ „Jetzt seien Sie doch nicht gleich so aggressiv, man kann doch über alles…“ „Nein, kann man nicht. Vor allem nicht dann, wenn in diesem Scheißladen eh über alles immer nur geredet wird.“

„Meinen Sie nicht, dass wir uns endlich mal ein Ziel setzen sollten, mit dem wir unseren Weg zurück in die Regierungsverantwortung auch thematisch begleiten können?“ „Und woran hatten Sie da so gedacht? Steuersenkungen für Reiche? Mehr Bestandsschutz für Vermieter?“ „Sie sehen das viel zu negativ, die SPD ist schließlich eine Arbeiterpartei.“ „Ich hatte mich klar ausgedrückt: keine Worthülsen mehr.“ „Wir meinen das ernst!“ „Seit wann denn das?“ „Schon immer, aber jetzt erst recht. Schließlich geht es uns doch darum, auch langfristig wieder unser Profil zu schärfen.“

„Und was haben Sie sich jetzt ausgedacht?“ „Wir wollen zunächst einmal Hartz IV hinter uns lassen.“ „Also nicht abschaffen, Sie lassen es nur hinter sich.“ „Aber in einem durchaus politischen Sinn, wir möchten uns ja dafür entschuldigen.“ „Sie meinen, für die Folgen.“ „Auch dafür.“ „Und deshalb haken Sie es ab, statt es aufzuarbeiten.“ „Das kann man so nicht sagen. Wir wollen zunächst ein Bürgergeld einführen.“ „Statt Hartz IV?“ „Die Höhe ist ja nicht der Streitpunkt, aber hören Sie mal: Bürgergeld.“ „Und?“ „Bürgergeld, das klingt doch gleich viel besser. Wenn Sie Bürgergeld vom Staat kassieren, dann erfahren Sie doch schon mal eine gewisse Wertschätzung, weil Sie als Bürger wahrgenommen werden.“ „Statt wie bisher als Haustier, wollten Sie sagen?“ „Jetzt seien Sie doch nicht immer so negativ, was haben Sie denn?“ „Das alles schon erlebt. Genau denselben Mist hat sich von der Leyen schon ausgedacht, als sie noch keine Waffen brauchte, um das Land in die Scheiße zu reiten.“ „Wir wollen diese Bürger doch in die Mitte zurückholen. In die bürgerliche Mitte, wenn Sie so wollen.“ „Sie meinen, Sie wollen die SPD da zementieren.“ „Hier werden nun mal Wahlen gewonnen.“ „Dann verstehe ich auch, warum alle anderen Parteien denselben Anspruch haben. Da kann ja mit dem Profil nichts mehr schief gehen.“

„Außerdem brauchen wir wieder den Kontakt zu unserer Kernklientel.“ „Werden Sie von denen nicht längst verprügelt, wenn Sie Wahlstände in deren Straßen aufbauen wollen?“ „Bei der Mitte der Bürger?“ „Ich meinte eher die Arbeiter.“ „Guter Mann, die gibt es doch gar nicht mehr.“ „Haben Sie noch nie einen Arbeiter gesehen?“ „Schauen Sie, was Sie meinen, sind Facharbeiter, aber die sind für uns längst die arbeitende Mitte.“ „Sagt wer?“ „Naja, die Partei halt.“ „Nahles.“ „Das ist doch dasselbe.“ „Für Nahles vielleicht, aber haben Sie schon mal die Partei gefragt?“ „Sie kennen doch die Antwort.“ „Stimmt. Die Partei, die Partei, die hat immer recht.“ „Sie enttäuschen mich aber.“ „Ach, nicht solche Schmeichelei – das können Sie doch viel besser.“

„Aber wir müssen jetzt auf die tüchtige Mitte setzen, die uns eine…“ „Auf wen, bitte!?“ „Das ist doch die Kernklientel, die uns wieder stärken wird, wenn wir als Regierungspartei eine…“ „Welche Kernklientel denn?“ „Die entfalten dann eine Kraft, mit der die SPD sich…“ „Eine Kernkraft, meinen Sie? wohl eher ein Kernkräftchen.“ „Jetzt lassen Sie doch endlich mal diese Wortklauberei, so kommen wir nicht voran.“ „Was Sie da als tüchtige Mitte bezeichnen, bezeichnen andere als Leistungsträger.“ „Wir sind ja auch eine liberale Partei.“ „Abgesehen davon, dass dieser Scheißbegriff schon physikalisch zum Kerninventar lernbehinderter Vollversager gehört, wen meinen Sie denn bitte damit?“ „Wir wollen doch wieder für die da sein, die sich dann mit uns solidarisch und…“ „Also alles oberhalb des faulen Prekariats, das die SPD dann mit dem ganzen Hartz-Müll hinter sich lassen kann.“ „Das haben jetzt Sie gesagt.“ „Sie trauen sich ja nicht.“ „Wir können doch hier keine volkswirtschaftlichen Nebenkriegsschauplätze aufmachen.“ „Also bleibt es ein Hauptkriegsschauplatz bei der SPD.“ „Die Produktivität der tüchtigen Bevölkerung ist doch für uns auch ein Maß, wie gut es uns geht.“ „Uns? Also Ihnen, im Vergleich zu Ihren Werktätigen.“ „Wir müssen uns doch auch von der Oberschicht absetzen.“ „Als tüchtige Mitte?“ „Das ist die Mitte, die arbeitet und Steuern zahlt und…“ „Verstehe, und damit Ihre Profilierung funktioniert, zahlen die oben dann einfach weiter keine Steuern.“ „Das ist dann ja auch ein Zeichen von Tüchtigkeit.“ „Wenn man keine Steuern mehr bezahlt?“ „Nein, wenn man sie zahlt.“ „Und was ist mit denen, die so wenig verdienen, dass sie gar nicht erst in die Verlegenheit kommen, Steuern zu zahlen?“ „Für die gibt es ja dann Bürgergeld.“ „Was bislang noch als Hartz IV zur Aufstockung benutzt wird.“ „Ja, aber das wollen wir hinter uns lassen.“ „Weil es sich volkswirtschaftlich nicht rechnet.“ „Doch, aber es ist auf Dauer unsolidarisch. Wenn jetzt jemand schon seit langen Jahren…“ „Ach, die Leier. Lassen Sie es, ich habe genug gehört.“ „Aber…“ „Damit haben Sie mich endgültig verloren. Nie wieder die SPD, das können Sie mir glauben.“ „Was machen wir denn bloß falsch?“ „Das müssen Sie mir doch sagen können, die Partei hat immer recht.“ „Denken Sie mal darüber nach.“ „Ich weiß es wirklich nicht, vielleicht hat Nahles…“ „Dicht dran. Ganz dicht.“ „Was?“ „Daran hat sie hart gearbeitet.“