Schmutz und Schund

10 03 2019

Die Stühle hoch! Die Reihen dicht!
Die Putzfrau kommt gefahren.
Was weiß die und was kann die nicht,
sie macht es ja seit Jahren.
Sie fegt und feudelt der Partei
die arg verstaubten Böden,
treibt dabei manche Narretei,
macht allerhand auch Schäden.
    Und keiner sieht, die Zugehfrau
    nimmt’s mit dem Unrat nicht genau.
    Was sie auch anfasst, wird beschmutzt.
    Besser, sie hätt nur geputzt.

Sie schwingt sich auf schwingt darein
viel hohl und dumme Reden.
Ihr selbstgefällig greller Schein
erhebt sich über jeden.
Nur bleibt die Arbeit weit und breit
jetzt bis auf Weitres liegen.
Sie hat dazu halt keine Zeit
und will sich nicht verbiegen.
    Der Besen schweigt. Der Boden klebt.
    Die Bude stinkt. Der Teppich lebt,
    weil sie den Klopfer anders nutzt.
    Besser, sie hätt mal geputzt.

Jetzt ist sie oben mit dabei.
Wer spuckt, kriegt keine Keile.
Volk und Partei sind einerlei.
Das geht jetzt eine Weile.
Die Putzfrau und ihr Regiment
sind nicht mehr zu vermeiden.
Was sie bisher am besten kennt,
wird nun, was wir erleiden.
    Was für sie zählt im Erdenrund
    ist ganz ausschließlich Schmutz und Schund,
    das sieht der Bürger ganz verdutzt:
    Besser, wenn sie endlich putzt.