Deutsches Klima

30 04 2019

„… die sofortige Abschaffung der Klimareligion als Schulfach fordere. Meuthen werde im Europa-Wahlkampf die Öffentlichkeit gründlich aufklären, um die Rettung der völkischen…“

„… seitdem der von den Deutschen erfundene Gott, der die Deutschen als mächtigstes Volk im Universum erschaffen habe, die ganze Nation vor der Beeinflussung durch rassefeindliches Klima habe schützen wollen. Höcke sehe allein in einem präventiven Angriffskrieg gegen die Schweden einen Ausweg aus dem tausend und tausend Jahren, die die Zernichtung heiligster Deutschheitigkeit in den unvölkischen…“

„… es keinen Beweis für den Klimawandel gebe, der nicht von Wissenschaftlern stamme. Weidel lehne jegliche Zusammenarbeit ab mit von sich aus linksextrem agierenden Volksschädlingen, die nach der Wahl der AfD zur Führerfraktion sofort mit Einschränkungen ihrer Schmarotzertätigkeit in deutschen Hochschulen, Lügenpressorganen oder den…“

„… als Einschränkung gelten lasse. Daher werde Meuthen nach der Machtübernahme in der EU Dieselfahrzeuge nur noch verantwortungsvoll handelnden Europäern mit drei Generationen arischer Vorfahren gestatten, während linke Elektroautos für die…“

„… Umsatzsteuerfreiheit für Alufolie fordere. Es sei für Storch ein deutsches Menschenrecht, sich gegen die Gedankenkontrolle der islamischen Mächte zu wehren, wozu ein preisreduzierter Aluhut für jeden Volksdeutschen und jede…“

„… müsse die EU schnellstmöglich abgeschafft werden, da die vom internationalen Judentum vom Weltislam gekauften Überflugrechte des Reiches in den Grenzen von 1937 zur Ausbringung giftiger…“

„… die Impfpflicht aufgehoben werden müsse. Weidel werde schnellstens für eine Einführung der Impfpflicht in der gesamten Union sorgen, um dann in einem Akt des nationalen Widerstandes alle deutschen Kinder vor dem…“

„… habe Maier die standrechtliche Erschießung aller Wehrmachtsangehörigen angekündigt, die an der Ausbringung von Impotenzmitteln über der BRD GmbH mitgewirkt hätten. Er selber wisse aus eigener Anschauung, dass die plötzliche erektile Dysfunktion nur an Tagen unter oder über zwanzig Grad im…“

„… es gar keine Dinosaurier gegeben haben könne, da diese nicht in der Bibel vorgekommen seien. Höcke werde die Ausmerzung des deutschen Spielwarenbestandes mit der härtesten Männlichkeit, die je ein deutsches…“

„… nur noch Deutsche am deutschen Klima teilnehmen sollten und es so automatisch gegen einen vom Islam verursachten Wandel immunisiert werde. Die Abschiebung von etwa 40% der in Deutschland lebenden Personen könne, so Meuthen, für eine wesentliche Stabilisierung der…“

„… das deutsche Volk bereit sei, die heroischsten Opfer zu bringen zur Reinerhaltung des elektrischen Stroms vor der Windkraft. Eine Verdreifachung der Preise könne laut Gauland nur die entschiedene Abwendung des Mittelstandes von der Energieumvolkung hervorrufen, die eine von ausländischen Konzernen gesteuerte…“

„… auch um die Wohnsituation kämpfen müsse. Höcke fordere grundsätzlich kostenfreies Wohnen der rassereinen Volksfamilie mit mindestens zehn erbgesunden und wehrfähigen Kindern, die von einer Mutter westischen Typs im nationalen Sinne erzogen und vom Vater in trutzigster Weise gestärkt und gestählt für den Endsieg gegen den…“

„… deutscher Spargel kein Wahlkampfthema für die AfD sei. Weidel habe verlauten lassen, dass sie derartige Ressentiments in einem persönlichen Gespräche bereitwillig an die FDP abgetreten habe, die größere Probleme bei der Profilierung und noch wenig Erfahrung beim Verwenden rechter…“

„… den Wetterbericht abschaffen wolle. Storch sehe in den Wetterkarten des Staatsfernsehens mehr und mehr geheime Informationen, die an die Bundeswehrbomber herausgegeben würden, um am kommenden Tag den Himmel mit Silbernitrat und Kokain zu…“

„… aus nationaler Notwehr heraus Flüchtlinge anzünden wolle, um den Deutschen zu zeigen, dass dies keine Auswirkung auf die Klimabilanz habe. Maier werde dies mit Feindstrafrecht vor dem…“

„… das deutsche Volk von den Kosten der Sozialversicherung entlasten könne. Dies sei für Meuthen eine nationale Aufgabe, die zwar nichts mit der Wahl zum EU-Parlament zu tun habe, er wolle sie aber dennoch auf den Plakaten seiner…“

„… erst einige Jahre abwarten wolle, um sich dann für oder gegen eine Umsetzung der aktuellen Klimaziele auszusprechen. Gauland stelle sogar in Aussicht, dass er dies sofort nach seinem Ableben umsetzen lassen wolle, fürchte jedoch angesichts diverser innerparteilicher Querelen, dass er in absehbarer Zeit selbst im…“

„… die Entlastung natürlich nur durch eine sofortige Privatisierung aller Sozialversicherungen ermöglicht werde. Dies werde die AfD allerdings vor der Wahl nicht offen kommunizieren, da sie um Stimmenverluste besorgt sei und nicht vor habe, die Wahrheit so schnell ans…“





Moralturbo

29 04 2019

„Was regen Sie sich denn hier so künstlich auf, das regelt alles der Markt, und ich kann mich nicht erinnern, dass Moral an der Börse gehandelt wird. Vielleicht in Form von Emissionen, aber das sollte dann auch reichen.

Also wenn Sie einen normalen Bankraub schon für den Weltuntergang halten, dann sollten Sie sich mal Ihren Gesundheitszustand untersuchen lassen. Das hat doch unser Vorsitzender schon erklärt: alles ein überzogener Autoritatismus, nur weil einige hier ihre Moralvorstellungen absolut setzen und nicht an die regulatorischen Kräfte des Systems glauben. Sie wissen genau, dass das mit dem Klima auch so sein wird? Was nerven Sie hier dann herum, dann haben Sie doch genau das, was Sie immer wollten, und müssen nicht auch noch jedem mit Ihren Demos auf den Zeiger gehen. Werden Sie doch mal erwachsen, bei dem Herrn Lindner hat’s doch auch irgendwann geklappt. Also irgendwie so. Sagen manche.

Nachhaltigkeit, Schnachhaltigkeit – sonst haben wir aber keine Sorgen? Gucken Sie sich doch an, was man mit der Kohle aus einem Bankraub alles anstellen könnte. Das ist als Anschubfinanzierung für moderne Finanzprodukte eine tolle Lösung, da kriegen Sie richtig Kohle für Dividendenstriptease zusammen und können dazu noch dem Staat eine reinhauen. Der würde doch sonst von Ihren Steuern irgendeinen Arbeitsscheuen im Finanzamt vollzeit einstellen und ihn dafür auch noch bezahlen, und das auf Ihre Kosten! CumEx und hopp, dann ist der Drittporsche halt mal geleast, aber das ist doch nicht mein Problem. Das ist wie mit den Frauen, wenn die Lackierung nicht mehr zur Unterwäsche passt, haut man den Lappen halt in die Tonne.

Unser Wirtschaftssystem beruht nun mal auf dem Effekt, dass man die Großen stärken muss, damit die Kleinen auch davon profitieren können. Die Grünen wittern ja sowieso überall Betrug, bei der deutschen Autoindustrie sind die mittlerweile genauso schlimm wie Staatsanwälte in den USA, und wenn Sie als deutscher Autofahrer einfach nur mit Ihrem deutschen Diesel auf deutschen Straßen fahren wollen, dann werden Sie behandelt wie ein Schwerverbrecher – zurecht! Das ist nämlich ein Verstoß gegen die Gesetze des Marktes, was Sie da unternehmen, Sie zerstören mit voller Absicht die Leistung einer deutschen Schlüsselindustrie, die mit vielen Leiharbeitern Boni erwirtschaftet und super Dividenden und ab und zu mal ein kostenloses Fahrzeug für Politiker, die schon in jungen Jahren unter erektiler Dysfunktion leiden, und Sie tun das aus reiner Ideologie, die mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun hat! Wenn Sie nämlich die Autobauer einfach mal machen ließen, dann würden die so viel Geld verdienen, dass sie irgendwann emissionsfreie Diesel zum Preis heutiger emissionsfreier Diesel anbieten können, und die kann sich dann auch jeder Verbraucher leisten, der jetzt noch mit Hilfe der ideologisch gesteuerten Justiz die ganze Branche in den Dreck ziehen will, weil er an nichts denkt als an sein eigenes Geld. Kommen Sie mir noch einmal mit Moral!

Überhaupt, was heißt das denn? Moral ist doch immer noch, wenn man moralisch ist, oder habe wir da in der Schule falsch aufgepasst, weil der Lehrer gerade gestreikt hat? Kommen Sie mir hier nicht mit Bildung, Freundchen, dagegen sind wir immun! Sie haben anscheinend keine Ahnung, wen Sie hier vor sich haben, und den Zahn kann ich Ihnen schon mal ziehen: die FIFA-Ethikkommission hat hier angefragt, und Herr Lindner hat es nicht verstanden, weil das Fax auf Ausländisch war. Der Infantino hätte aber so was von einpacken können!

Was wollen Sie denn eigentlich, Empathie? Wir können doch nicht auf jeden Rücksicht nehmen, der nicht zu den Gewinnern der Finanzattacke, Krise wollte ich sagen: Finanzkrise natürlich, wir können doch nicht jedes dumme Arschloch, das Staatskohle verbraten und eine Firma in die Scheiße geritten und noch eine Firma in die Scheiße geritten und noch eine Firma richtig, richtig in die Scheiße geritten und dabei viele, nein, das waren sehr viele, aber die hätten sofort einen Job gefunden, wenn die parasitären Arschlöcher nicht auch Geld für das bisschen Arbeit hätten kassieren wollen – ich warne Sie, überdrehen Sie das jetzt nicht mit Ihren linken Spinnereien, irgendwann ist hier mal Schluss! Wir müssen auch mal Eigenverantwortung zeigen, und wenn dieser schwedische Spast – das schreiben Sie nicht, sonst kriegen Sie für den Rest Ihres Lebens Hartz IV, dann haben Sie spätrömische Dekadenz in Reinkultur – jedenfalls merken wir uns dann Ihren Namen, war das klar!?

Wenn wir uns mit den Ökoscheißarschlöchern auseinandersetzen, dann nämlich sachlich, aber dann haben diese Ökoscheißarschlöcher natürlich Bammel, dass sie uns mit Argumenten kommen müssen, die wir auch akzeptieren. Das haben die doch gerade wieder geschrieben, wenn der letzte Sommer viel zu heiß war, bedeutet das noch nicht, dass dieser Sommer auch viel zu heiß wird. Unter Umständen bekommen wir eine Überschwemmung oder Schnee oder jeden Tag Wirbelsturm, aber es ist eben nicht garantiert, dass dieser Sommer auch viel zu heiß wird. Und jetzt erklären Sie mir mal, wer hier Klimaleugner ist, die oder wir?

Meine Güte, was soll denn das, der Markt regelt das alles, und dann sollen Sie mal sehen wie das System sich dann… – Wie jetzt, ohne Menschen? Das heißt, langfristig wird die Wirtschaft… – Also Sie meinen, auch die Banken? Alle Banken? Wirklich alle!?“





Freie Medien

28 04 2019

Der Aufmarsch der Lügenpresse im Deutschen Bundestag soll am 11. Mai stattfinden. Die AfD will ihre rechtsextremistischen Hausautoren mit Journalistenausweisen ausstatten und ins Parlament einschleusen: Konferenz der freien Medien. Dieselbe AfD übrigens, die den Landesparteitag in Schleswig-Holstein unter Ausschluss der Presse abhalten will, weil viele Mitglieder fürchten, im Fernsehen gezeigt zu werden. Wir sollten uns die Gesichter, die Namen gut merken. Mal sehen, wer am entscheidenden Tag noch Mut zur Wahrheit hat. Alle weiteren Anzeichen, dass diese rechte Rotte sich permanent selbst widerlegt, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • karfreitag feiertag geschäfte offen: Kaufen Sie Ihre Brötchen einfach in Dubai.
  • lindner verprügelt: Vermutlich von Profis.
  • gebieterin wüste entführt: Weshalb wir so lange auf den Brexit warten.
  • afd arschlöcher: Für Deutschland.
  • gefangen gefesselt sklave: Kaufen Sie nichts an der Haustür.
  • kohle brennwert: Der 500-Euro-Schein ist ja leider raus.
  • lama limericks: Ich weiß gar nicht, wo das liegt.
  • zwerchfellkrampf durch rippenprellung: Umgekehrt wäre technisch einfacher.




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXL)

27 04 2019

Teresa lackierte in Hagengrün
das Schutzblech in mehreren Lagen grün.
Nach zahlreichen Runden
kennt sie ihre Kunden,
die stets vor Gericht und zum Klagen ziehn.

Akeem, der als Gastwirt in Brass
zwei Kneipen betrieb, kauft ein Fass,
weil’s mehr gibt als Flaschen.
Schon will er dran naschen –
das Fass, das war untenrum nass.

Zu Sylva, die in Kollerhütten
Hotels betrieb, kamen geritten
zehn Mann vom Kalifen,
die Tage nicht schliefen.
Da ließ sie sich nicht lange bitten.

Alina lässt Männer in Uden,
die Züge mit Würsten beluden,
seit mehreren Jahren
zu Jahrmärkten fahren.
Dort lagert sie sie in den Buden.

Lernt Richard nicht in Hedwigsäge,
fragt man ihn, woran es denn läge.
Er hat manche Gründe.
Wie man die auch finde,
im Grunde ist er nur zu träge.

Melissa gewann Geld in Custer
in bar. Das füllt mehrere Laster.
Die muss sie zwar kaufen
und nun selber laufen,
doch bleibt ihr genug von dem Zaster.

Was Václav da anbaut in Kautz,
sind Mengen verbotenen Krauts,
verkauft davon viel er,
wird er glatt zum Dealer.
Man zahlt es nicht. Ein jeder klaut’s.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLXI): Das Umvolkungsmärchen

26 04 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Es war schon immer einfacher, an jeden noch so dämlichen Bockmist zu glauben, anstatt die eigene Hirnleistung in Anspruch zu nehmen, doch ist damit die geistige Grundausstattung des gemeinen Nationalisten noch nicht hinreichend umschrieben. Er kann nicht nur nicht denken, er verlässt sich auch seit alters her auf die zuverlässigen Defekte seiner Reiz- und Reaktionssteuerung, die ihm in jeder Lebenslage, ob im Knast oder gerade mal nicht, die komplette Unschuld zusichern. Als Getriebener weiß er gar nicht, was er zuerst in die Luft jagen, anzünden oder aus der Tiefe seiner dümmlichen Jammerlappenbirne anpöbeln soll, er weiß nur, er muss es tun, sonst ist sein Volk bald Geschichte, und aus der lernt bekanntlich niemand. Er braucht keinen Grund, um sich in historisch auffälligem Maß schlecht zu benehmen, deshalb hat er einen. Zwar hatte das Modell Zionistische Weltregierung im Abgang leichte Schwächen und gilt inzwischen als nicht mehr verwendungsfähig, aber der Bausatz findet sich leicht abgewandelt in vielerlei Gestalt wieder, wo die Deppenaufzucht ihren Ausstoß ausspuckt, zuletzt und nicht minder prominent in der Idee einer geplanten Umvolkung, bei der das sogenannte christliche Abendland vom bösen Fremden okkupiert und schließlich beseitigt werden soll. So beknackt der Gedanke ist, so leicht findet er unter den Dümmsten der weinerlichen Arschlöcher Zuspruch und Würdigung.

Der Mythos vom großen Austausch ist die ideale Verquickung zweier Bestandteile, einer nährenden Trägersubstanz und der Hefe, der sie in Gärung bringt, die aggressive Opferhaltung aller Faschisten und eine Verschwörungstheorie. Wie jede vernünftige Verschwörungstheorie ist der Krempel, der vorwiegend für Intelligenzflüchtlinge zusammengeschwiemelt wurde, um ihre blinde Gefolgschaft gegen jede Vernunft zu sichern, nicht von Fakten abhängig, und wenn, dann nicht von realen. Jeder Wirrglaube schafft sich seine Wahrheit selbst aus freier Interpretation unsinniger Annahmen, und so glaubt der gemeine Hitlerist auch an eine Unterwanderung durch den an sich altbösen Ausländer, wenn er ihn gar nicht sieht; sähe er ihn, würde er ja nicht heimlich und von einer international verabredeten Strategie gelenkt unterwandert, sondern offiziell überschwemmt, um die teutsche Nation auszurotten, aber das traut sich ja das Ausland nicht. Erst dann, wenn er jeden Morgen in der Tram einen afrikanischen Studenten auf demselben Platz sieht, schaltet er um und behauptet im Gegenteil, er sei von wilden Horden umgeben, die zwar zusammengerechnet noch in der Minderheit seien, aber jede Minderheit sei ja nur eine zukünftige Mehrheit.

Wie im Vorgriff auf das Opfergeschwätz sieht der Braunling in allem eine perfide Absicht der ganzen Welt, die nur er erkannt und durchleuchtet hat, um in hellseherischer Angst alle anderen vom gleichen Schlag vor dem Weltuntergang – darunter tut’s ja der schicksalsgläubige Knalldepp nicht – zu warnen, weil er die komplette Geschichte seit der vorletzten Eiszeit auf Anzeichen für gemeinsame Aktionen gegen die Existenz des deutschen Volkes abgeklopft und unter jedem Kieselstein fündig geworden ist. Dass sich dabei herausgestellt haben muss, wie Migration schon immer eins der am erfolgreichsten eingesetzten evolutionären Mittel war, um die Arterhaltung diverser Hominiden zu sichern, verkehrt sich in seinem Schimmelhirn flugs ins Gegenteil, und aus Völkerwanderung und der Vertreibung deutscher Kriegsverbrecher schwiemelt sich das ein Komplott zusammen gegen alles, was die unbesiegbare Herrenrasse demnächst von der Platte putzen wird.

Genau das wird schnell zur Aktion umgemünzt. Jeglicher Terror gegen alles, was Feind ist, und in einer solchen Welt ist alles Feind, lässt sich per se als Notwehr abkaspern, die Mord und Totschlag als heroische Tat gegen die übermächtigen Zerstörer der Rasse feiern. Je weniger das verdumpfte Fußvolk ahnt, dass es einer grob gestrickten Mär aufsitzt, desto leichter lässt sich die Masse der geistig ungesegneten Stumpfklumpen manövrieren, die in jedem gut integrierten Migranten ein Signal für die Notwendigkeit von brachialer Gewalt sieht und eine Auslöschung des eigenen Volkes schon deshalb für wahr hält, weil sie sie als wahr anerkennt. Das Umvolkungsmärchen ist nichts als eine Endzeitreligion, die auf den Knochen der alten Nazis langsam verköchelt und trüben Dunst hinterlässt. Das Recht auf Widerstand, jene billige Erlaubnis, den Frust über die eigene überflüssige Existenz mit der Keule an allem abzureagieren, was sich diskriminieren lässt, ist der dialektische Kern der Opferhaltung, die jeden noch so bräsigen Dünnpfiff braucht, um sich zu rechtfertigen.

Nur bitte niemals verwechseln mit der Botschaft von der Reptiloidenrasse, die aus einer fernen Galaxie gekommen ist, sich im Menschenkostüm den ganzen Planeten zu unterwerfen und uns alle zu Sklaven mit Lebensmittelzweitfunktion zu machen. Das entspricht selbstverständlich der Wahrheit.





Typengerecht

25 04 2019

„So eine leicht getönte Tagescreme vielleicht.“ „Aber auf jeden Fall etwas für den Sommer.“ „Sowieso.“ „Können wir nicht zusätzlich einen Beitrag machen über Trendfarben?“ „Stimmt, das war auch in der letzten Kevin.“

„Wobei Kevin ja auch modelastiger ist als wir.“ „Wird aber gekauft.“ „Ich lese die aber auch wegen der Artikel.“ „Wir könnten den Teil über dekorative Kosmetik diesmal ein bisschen medizinischer halten.“ „Ich würde auch den Aspekt der Verbrauchersicherheit betonen.“ „Haben wir allerdings auch schon im Haushaltstipp.“ „Stimmt.“ „Manche Themen vertragen einen gewissen Fokus und sollten immer wieder in den…“ „Wir sind aber nun mal kein Verbrauchermagazin.“ „Stimmt auch wieder.“

„Jedenfalls haben wir den Modeteil diesmal sehr gut mit den anderen Ressorts abgestimmt, die Fotostrecke steht und wir haben das Go für den Titel.“ „Ich finde das nicht so toll, aber okay.“ „Was stört Sie denn daran?“ „Also ‚Socken und Sandalen – Sieben Super-Kombinationen für den Sommer‘, ich weiß ja nicht.“ „Das hatten die anderen so noch nie.“ „Fragen Sie sich mal, warum.“ „Sowieso.“ „Stört Sie die Produktplatzierung?“ „Also Männer und Schuhe – mehr Klischee geht ja wohl nicht.“ „Ich bitte Sie, wir bedienen einen funktionierenden Markt.“ „Aber deshalb muss man doch nicht über jedes Stöckchen springen und so einen Artikel derart prominent rausbringen.“ „Ich habe ja gleich gesagt, ‚Socken oder Kniestrümpfe?‘ aus der März-Ausgabe ist erst mal genug.“ „Das war ja auch in einem ganz anderen Ressort.“ „Als Alternative könnte ich mir mal was über Elektrowerkzeug vorstellen, ich habe da neulich einen Titel mit…“ „Sonst geht’s aber, Kollege?“

„Das ist Satire, oder?“ „Was verstehen Sie daran jetzt nicht?“ „Also bitte, das muss doch Satire sein.“ „Was stört Sie denn an dem Artikel?“ „Hallo? ‚Mein Bauch gehört mir‘, was soll das denn werden?“ „Wonach sieht es denn auch?“ „Jedenfalls sind die Fotos einfach, ich weiß nicht, schlimm.“ „Wir haben auch einen gesellschaftlichen Auftrag zu erfüllen.“ „Und deshalb diese Fotos?“ „Man hätte auch ein paar weniger nehmen können.“ „Sie verstehen das nicht, wir wollen in dieser Ausgabe mal einen Trend setzen und weg von den ewigen Abnehmtipps.“ „Sowieso.“ „Und hier, alle Gürtel aus dem Kleiderschrank verbannen, das macht doch jeder.“ „Ich finde das sehr gut an der Zielgruppe orientiert.“ „Aber genau das ist es ja, ich will das nicht in unserer Zeitschrift haben!“ „Das haben wir jetzt auch schon gemerkt.“ „Haben Sie ein Problem mit Körperbewusstsein?“ „Haben Sie ein Problem damit, dass diese Fotos…“ „Was sollen wir denn bringen? Eine Fotostrecke mit lauter Hungerhaken nimmt uns doch keiner mehr ab.“ „Aber das hier ist auch nicht typengerecht?“ „Typen!?“ „Sie sollten mal ein bisschen an Ihrer Wortwahl feilen, Herr Kollege. Sonst sehe ich hier wenig Möglichkeiten für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.“

„Die Homestory haben wir aber gut integriert.“ „Der spielt bei Schalke, oder?“ „Ich habe den Text jetzt nicht präsent, kann aber gut sein.“ „Dabei würde sich das doch auch für einen Titel eignen.“ „Er wollte aber nicht aufs Cover.“ „Stimmt, er war in Balduin mit Urlaubstipps und will jetzt mal einen Gang zurückschalten.“ „Wenn wir das als Homestory machen, warum ist dann dies Bild mit der Hortensie ganz vorne?“ „Lesen Sie mal die Headline.“ „Ach so, verstehe. ‚Meine schönsten Klettergewächse‘, das deckt dann auch den Bereich Garten ab.“ „Plus Lifestyle, wir haben ja zusätzlich das Tofurezept drin.“ „Ich möchte mal wissen, ob sich das mit Ihren Bauchfotos verträgt.“ „Sie hängen nicht an Ihrem Job, stimmt’s?“

„Aber die Gymnastik im Fernsehsessel, das ist auch nicht neu.“ „Hier, Karl-Heinz vom August 2017.“ „Das war die langfristige Vorbereitung auf die Fußball-WM.“ „Ja, ich habe die CD aufgehoben.“ „Mit der Hintergrundmusik?“ „Die war gar nicht mal so übel.“ „Wir machen die immer an zum Fensterputzen.“ „Man kann auch gut die Terrasse dazu kärchern.“ „Das könnte man mal machen.“ „Ist aber eher ein Thema für den Winter.“ „Modisch aufbereitete Fotostrecke.“ „Zehn Jacken für die Gartenarbeit.“ „Plus Trainingsplan.“ „Gute Idee, ich spreche das mal beim Ressortleiter an.“ „Fehlt denn in dieser Nummer noch irgendwas?“ „Wir hatten noch nie etwas über Autos.“ „Wieso Autos?“ „Autos halt. Technik, Motoren, Modelle, Ölwechsel und den ganzen Kram.“ „Sie wissen aber schon, wo Sie hier sind?“

„Der Aufmacher ‚Die schönsten Biere fürs Wochenende‘ bleibt drin?“ „Ich finde den Text aber grauslig.“ „Zeigen Sie mal her. Au weh, ‚Ein Pils für Peter‘, das geht ja gar nicht.“ „Oder hier, ‚Weizen für Werner‘.“ „Wer hat sich den Schrott denn ausgedacht?“ „Der Praktikant hat sich wohl einen Scherz erlaubt.“ „Das hätte jedenfalls viel früher auffallen müssen.“ „Also ich finde das ja ganz lustig.“ „Lustig, aha.“ „Also das mit dem ‚Bier-Ernst‘, das ist doch tatsächlich…“ „Und Sie meinen, das geht in einer Zeitschrift von unserem Ruf?“ „Meine Güte, wir bringen doch genau denselben Mist wie Karl-Heinz oder die Kevin, da muss man sich doch über so einen Beitrag nicht großartig aufregen.“ „Doch, und wenn das Ihr Qualitätsanspruch an Journalismus sein sollte, dann gehen Sie besser zu einem Herrenmagazin.“





Morbus Glotz

24 04 2019

„… herausgefunden hätten, dass zu langes Fernsehen dem Langzeitgedächtnis schaden könne. Die amerikanischen Wissenschaftler seien nach wenigen Monaten durch eine groß angelegte Studie auf den…“

„… von Gauland bestätigt worden sei. Er habe dazu erst am Vortag eine Sendung gesehen, wisse aber leider nicht mehr, wer wann und auf welchem Programm die…“

„… Nachrichtensendungen nur noch in sehr kurze Einzelblöcke teilen wolle. Es sei für die Sender der Pro7-Sat.1-Gruppe wesentlich, dass kein Beitrag mehr als eine Minute inklusive der Anmoderation und einem…“

„… nicht geklärt worden sei, ob die Probanden der Fernsehsendung nicht mehr gefolgt oder aus Müdigkeit das Interesse an der…“

„… könne wenigstens im deutschen Fernsehen Dieter Nuhr als Störfaktor ausgeschlossen werden, da ein Großteil der Zuschauer dessen Sendungen ausschließlich konsumiere, um hinterher keine Erinnerungen mehr an die…“

„… müsse allerdings bei modernen Fernsehern berücksichtigt werden, dass häufiges Umschalten der Kanäle zur diskontinuierlichen Wahrnehmung der medialen Inhalte führe, wie sie auch bei neuronal geschädigten Patienten in der…“

„… zeige sich bei den Beispielen eine von den Medien unabhängige Verminderung der Intelligenz durch muslimische Zuwanderer. Auch vor einer blutsmäßigen Durchmischung der Rassen sehe Sarrazin bereits eine signifikante Minderung des…“

„… werde RTL das Zeitfenster auf vierzig Sekunden schließen, wobei durch eine längere Anmoderation durch Influencer bereits die Verkürzung der Aufmerksamkeitsspanne auf wenige…“

„… nachdem zahlreiche Faktoren wie Alkohol- und Tabakkonsum herausgerechnet worden seien. Es habe sich in einer ersten Testreihe gezeigt, dass die Erinnerung der Zuschauer für die Anzahl der getrunkenen Gläser Bier wesentlich genauer sei als für den Inhalt einer Abendshow mit dem…“

„… der längere Verbleib vor dem Fernseher neurodegenerative Prozesse fördere, die zu einer fortschreitenden Orientierungslosigkeit führen würden. Dieses führe im Gegenzug zu einem ungewollten Verharren vor dem Fernsehapparat, was zu einer noch stärkeren Einschränkung der Orientierung führe, was dann zu einem ungewollten Verharren vor dem…“

„… dass sich die Intervalle zwischen zwei Werbepausen als maximale Gedächtnisspanne herausstellen würden. Die Wissenschaftler hätten daher angeregt, einen Kontrollversuch in einem Kino durchzuführen, in dem keine…“

„… dass das Betrachten eines Liveberichts vom AfD-Parteitag ähnliche Wirkungen wie eine Lobotomie entfalte. Andererseits sei diese Art von Fernsehprogramm sowieso nur für solche Zuschauer geeignet, die ohnehin weder ein intaktes Langzeitgedächtnis noch andere kognitive Formen von…“

„… an der sprachlichen Struktur liege, die es mit zunehmender Sendedauer immer schwieriger mache, komplexe Inhalte zuschauergerecht zu kommunizieren. arte habe daher bereits ins Auge gefasst, längere Features über die Abholzung des Regenwaldes oder die Geschichte der flämischen Malerei durch Grunzlaute sowie eine australische Krimiserie durch getanzte Untertitel und…“

„… schlage Spitzer ein strafbewehrtes Verbot aller Unterhaltungsgeräte vor bis hin zu E-Books und Kaffeemaschinen mit elektronischer Anzeige. Dann werde eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Fernsehen in der für die christlich-abendländischen Kultur angemessenen…“

„… keine Entschuldigung darstelle. Dennoch müsse gerade der Nachrichtenbereich dafür Sorge tragen, dass durch zu viele negative und emotional aufgeladene Inhalte eine starke Verkürzung der Aufmerksamkeit provoziert werde. Die größte Verantwortung für den Tatbestand liege demnach bei der Politik, die nicht durch entsprechende…“

„… als Morbus Glotz bezeichnet werde. Spahn sei jedoch am Rande der Debatte entgangen, dass es sich lediglich um eine ironische Bezeichnung für den…“

„… eine Studie der Bertelsmann-Stiftung ergeben habe, dass der durchschnittliche Deutsche nicht mehr in der Lage sei, Nachrichtenbeiträge von mehr als zehn Sekunden ohne eine…“

„… politische Beiträge künftig von Mario Barth erklären lassen wolle. In einer Pilotsendung habe sich der Komiker selbst jedoch schwer getan, die Zusammenhänge zwischen Witterungseinflüssen und Getreidepreisen schlüssig in einem einzigen Satz zu…“

„… neue interaktive Formen der Informations- und Wissensvermittlung nutzen müsse. Spitzer schlage vor, das Fernsehen auf einfache bunte Texttafeln zu reduzieren, die der Betrachter erst nach mehreren Minuten Lektüre und einer inhaltlichen Verstehenskontrolle weiterschalten könne, um so Schritt für Schritt komplexere…“

„… aber nicht genannt werden wolle. Als Chefredakteur einer großen deutschen Zeitung mit vielen Bildern sei er davon überzeugt, dass das Lesen von Printmedien pädagogisch viel besser und informativer sei als der Konsum von zu viel…“





Gicht und Galle

23 04 2019

„Hier ist noch Graubrot, und da kommt dann die Schokoladentorte hin.“ Horst Breschke war nicht etwa damit beschäftigt, den Kühlschrankinhalt zu sortieren; mit einer minutiös auf Millimeterpapier gezeichneten Tabelle hatte er die kommenden zwei Wochen verplant und seine Ernährung auf ein festes wissenschaftliches Fundament gestellt, das er nun mit den Vorräten sowie der Einkaufsliste verglich. Das Frühjahr konnte kommen.

„Meine Frau hat recht“, klagte der pensionierte Finanzbeamte. „Ich bin in den letzten Monaten ein bisschen träge geworden, wir fahren zu oft mit dem Auto, und seitdem Bismarck seinen Schnupfen hatte und drei Tage nicht mehr raus konnte, ist auch alles ganz anders.“ Möglicherweise hatten auch die beiden Familienfeiern kurz vor Weihnachten sowie zwischen den Jahren und anschließend das Büfett bei Husenkirchens Silvesterparty ihres dazu beigetragen, dass die Wölbung seines Leibes sich einer idealen Kugel annäherte, was seine Gattin zu der radikalen Entscheidung gebracht hatte, ihn auf Diät zu setzen: Intervallfasten. „Wenn man das nach der Uhr machen kann, ist es sicher viel besser, denn sonst vergisst man sicher die… – Würden Sie mir mal bitte den gelben Stift reichen?“ Und er zog eine dünne Linie zwischen Montag und Dienstag, die bedeutete, dass er wohl Kohlenhydrate zu sich nehmen dürfte, jedoch keinerlei Eiweiß.

Breschke fischte nach dem Winkelmesser. „Ich habe es mit Trennkost kombiniert, sonst hilft es ja kaum etwas.“ Bismarck, der dümmste Dackel im weiten Umkreis, kam halb neugierig, halb müde vom mehrstündigen Nickerchen in die Küche getapst, blickte auf den nach wie vor fest verschlossenen Kühlschrank und drehte sich mit einem innerlichen Seufzen wieder um. Hier war also nichts zu holen. „Das hier ist das Zeitfenster mit den Mahlzeiten, und dann kommt hier zum Frühstück das Eiweiß – man muss ja auch eine gewisse Menge davon zu sich nehmen, deshalb esse ich jetzt zwei Eier statt einem.“ Ich kratzte mich am Kinn. „Wie jetzt, Sie frühstücken mit zwei weichen Eiern, als wäre es noch Ostern?“ „Da ist es noch rot“, erläuterte der Hausherr. „Hier ist dann, kleinen Moment, da fehlt noch der Trennstrich, und da ist dann wieder Gelb, wegen Eiweiß.“ Tatsächlich hatte sich der Alte ein so ausgeklügeltes System einfallen lassen, dass nur noch eine Möglichkeit blieb: es funktionierte einfach nicht.

„Vom vielen Zeichnen tun mir schon die Knöchel weh“, klagte er. „Die jungen Leute, also die unter fünfzig, die machen das ja alle mit ihren Computern, aber wo soll ich hier so eine Kiste in die Küche stellen? Und was das kostet!“ „Sie würden dann aber automatisch abnehmen“, gab ich zurück. „Von Ihrer Pension bliebe ja nicht mehr so viel übrig fürs Haushaltsgeld.“ Das leuchtete ihm ein, und beinahe fürchtete ich schon, ihn auf einen Gedanken gebracht zu haben, der alsbald wirre Blüten treiben würde, doch nichts dergleichen. Er massierte sich die Finger. „Sie kennen das ja“, stöhnte Breschke. Was seine Gichtanfälle betraf, die kannte ich tatsächlich. „Dann würde ich an Ihrer Stelle nicht noch zusätzlich so viel Eiweiß essen“, riet ich ihm. „Das da ist ja auch außerhalb der Essenszeiten, wenn ich mich nicht irre?“ „Meine Frau macht mittags jetzt immer nur einen Teller Suppe“, bekannte er. „Aber sie sitzt so ungern alleine am Esstisch, deshalb schiebe ich eine Hälfte vom Intervall immer etwas nach hinten, und dann habe ich ganz normal um halb sieben Abendessen, hier ist dann wieder Gelb, Mittwoch wegen der Erbsen muss ich aber noch eine zusätzliche Suppe essen, damit sich das mit dem Eiweiß wieder ausgleicht.“ Und er suchte aus dem Federmäppchen den blauen Stift heraus, setzte im rechten Winkel an und zog eine dünne Linie von Sonnenuntergang bis zum quasi fettfreien Morgenkaffee.

„Sie wissen schon, dass das Ihren Gallensteinen gar nicht bekommt?“ „Deshalb gibt es auch nur noch eine Scheibe Wurst, den Rest essen wir immer mit Marmelade.“ Grün kam auch eher außerhalb der Mahlzeiten vor, was aber seine Berechtigung hatte, schließlich wurde Zucker in der Trennkost nicht großartig berücksichtigt. „Aber das ist doch absolut nach Plan“, verteidigte sich Breschke. „Hier ist das Zeitfenster, Teil zwei, und da können wir die grünen Lebensmittel – nein, da gehört eigentlich noch ein Trennstrich hin.“ „Doktor Klengel hatte es Ihnen prophezeit“, mahnte ich, „Sie werden wieder Gallensteine bekommen und schlimme Schmerzen in den Zehen.“ „Sehen Sie“, triumphierte Breschke, „und am Zucker kann das nicht liegen!“

Schnell notierte er auf dem Einkaufszettel noch zwei Dosen Pustermanns Beste, den verzehrfertigen Hühnereintopf mit erkennbaren Spuren von Resthuhn, und schon zogen sich auch die roten Striche kreuz und quer zu einem planlos verstrickten Netz über die Wochen. „Trennkost ist dann wenigstens für heute vorbei, und da wir bis zum Abendessen noch ein bisschen Zeit haben, kann ich jetzt im Garten aufräumen. Rasen muss dringend vertikutiert werden, Sie können ja schon das Gerät aus dem Keller holen.“ Er sammelte die Stifte zusammen und steckte sie sorgfältig zurück ins Mäppchen, da tönte ein feiner Glockenschlag durch das Erdgeschoss. „Oh“, rief Breschke aus, „schon drei? Dann ist es ja höchste Zeit!“ Und er öffnete die Kühlschranktür, zog einen Teller mit Schokoladentorte heraus und platzierte ihn auf dem Küchentisch. „Greifen Sie nur zu“, ermunterte er mich. „Bis heute Abend macht er auch nicht dick.“





Eher ergebnisorientiert

22 04 2019

„Und dann auch noch ein Mädchen! mit Zöpfen! Das ist doch klar, dass das die Hintermänner ganz bewusst so einen Coup eingefädelt haben. Und sie ist außerdem Ausländerin, das dürfen Sie nie vergessen, dass wir hier in Deutschland von einer behinderten Ausländerin manipuliert werden.

Das würde Herr Lindner natürlich öffentlich nie so sagen. Er vertraut einfach darauf, dass seine Anhänger ihn auch so verstehen. Zumal es ja im Wahlkampf immer ein bisschen schwierig ist, wenn man plötzlich gegen alle ist, die man vorher noch als potenzielle Wähler hatte mobilisieren wollen. Nur beim EU-Parlament ist sich unser Vorsitzender absolut sicher, da wählen nur die, die sich wirklich für Politik interessieren und auch etwas davon verstehen, und die verachtet er ja am meisten.

Schauen Sie, die Schweden sind nicht in der EU, da muss man keine Rücksicht nehmen wegen der Wahl, die waren schon immer für Umweltschutz und so, und außerdem: die sind irgendwie liberal, also im liberalen Sinne, und das ist uns als FDP nun eher wesensfremd. Mit solchen Subjekten setzt man sich nicht auseinander, schon gar nicht in der Führung. Am Ende könnten die noch Recht haben, dann müssten wir argumentieren, also kurz und gut: das ist nichts, das würde uns überfordern. Und wir haben ja auch gar nicht das Personal dafür.

Und dann schicken die uns so ein Mädchen, das ist sowieso schon mal unfair, weil die viel besser Englisch spricht als der in einigen Ortsteilen von Nordrhein-Westfalen weltbekannte Porschefahrer. Und Zöpfe hat die auch, nicht mal einen Besen musste die sich implantieren lassen – das sind ganz klar sozialistische Hetzmethoden, ich weiß auch nicht, was das mit der Grundöffnung von Merkel zu tun hat, die gab es ja gar nicht, aber als Jurist weiß das Herr Lindner nach seiner jahrelangen Tätigkeit am Bundesverfassungsgericht sicher viel besser. Weil damals ja hundert Millionen Schweden über die Grenze kamen, oder so. Und die hatten alle Zöpfe und wollten die deutschen Hedgefonds verstaatlichen.

Dass das eine billige Inszenierung ist, das sehen Sie doch schon darin, dass die sich vom Papst in Rom empfangen lässt. Vom Papst! In Rom! Auf Englisch! Reicht es dieser behinderten Plumpskuh nicht, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft zu schwächen, indem sie unsere deutschen Autos, auf die man als Angehöriger der Volksgemeinschaft nun mal einen Rechtsanspruch hat, indem sie die Diesel, um die uns die ganze Welt beneidet, für ein paar ordentliche Sommertage verantwortlich macht, die diesen Namen auch verdienen? Und dass sie als Protestantin, die meisten Schweden sind jedenfalls Protestanten, abgesehen von den Muslimen, die in diesem Land regelmäßig für Terror sorgen könnten, wenn sie es denn wollten, aber über das Stöckchen springen wir nicht, dieses volksfremde Dickerchen wird uns nicht vor der ganzen Welt als Nazis bezeichnen, das kann ich Ihnen schon mal… – Wie gesagt, als Protestantin hat sie in Rom eh nichts zu suchen und wird auch keine Zugeständnisse von uns erwarten können. Das ist nämlich kein Mut, was diese Göre da zeigt, das ist Impertinenz, jawohl: Impertinenz!

Mut, das wäre beispielweise gewesen, wenn sie als Generalsekretärin einer großen Volkspartei an der Fünf-Prozent-Hürde eingesehen hätte, dass sie für den Posten einfach zu dumm ist. Da kneift man dann mannhaft aus, schickt den nächsten Versager nach vorn, während man selbst den ganzen Laden in den Dreck zieht. Das ist bei der nächsten Wahl vergessen, weil man sich dann wieder gegenseitig die Kohle hinten und vorne reinstopfen kann, aber erst mal muss man natürlich wegrennen. Mit so einer Haltung konnte man in Deutschland sogar Kaiser sein, offiziell oder danach. Wir Deutschen sind ja in der Hinsicht eher ergebnisorientiert. Wenn wir schon den Klimawandel nicht diskutieren wollen, weil es ab einer gewissen Summe von Nebeneinkünften ein Menschenrecht ist, dieses behinderte Scheißpack nicht mehr sehen zu müssen, dann hätte das der Regierung doch auffallen müssen, dass sich Herr Lindner nach der Flüchtlingswelle verbittet, in der Bäckerei hinter so einem dahergelaufenen Musel zu stehen, der im Gegensatz zu ihm einen Hochschulabschluss hat und einer Erwerbsarbeit nachgeht. Das geht nicht.

Wir haben doch hier eine Ordnung einzuhalten, verdammt noch mal! Der dahergelaufene Neger hat arbeitslos im Asylantenheim zu hocken, in seiner Freizeit Drogen soll der Drogen verticken und deutsche Frauen vergewaltigen, und die gemeine Autistin an sich gehört in einer betreute Einrichtung und soll allenfalls Rechenaufgaben lösen oder Sudokus lösen, aber die soll uns nicht mit Bildung auf den Senkel gehen, als ob sie später mal an der Universität einen Lehrauftrag für Geoökologie oder irgendein Schwuchtelfach kriegt. Das ist immer noch unsere Demokratie, also das, was die Märkte uns davon übrig lassen, und das lassen wir uns auch nicht von der ganzen Öffentlichkeit klein reden. Das sollte jetzt mal langsam klar sein.

Wenn jemand das perfektioniert, dass man mit Heißluft im Gespräch bleibt und immer und überall die Hoheit über die rechten Stammtische hat, dann ist das unser Parteivorsitzender, und der arbeitet jedenfalls nicht für kleine Mädchen, es sei denn, die haben plötzlich sehr gute Kontakte zur Industrie und bekommen schnell Gesprächstermine in der… – Hallo? Machen Sie doch bitte für den Chris ganz schnell einen Fototermin bei der Greta, der findet sie voll dufte. Ja, können wir machen. Unterhemd ist okay?“





Wahlplakate

21 04 2019

Ihr hängt, und Ihr versprecht uns Brot und Frieden
und zeigt dafür nicht mehr als das Gesicht.
Wir sehen Euch, denn uns ist nur beschieden,
dass wir das glauben, was man uns verspricht.

Darunter stehen Sprüche, rote, gelbe
aus Pflichtbewusstsein für das ganze Land.
Man wählt im Grunde immer nur dasselbe,
denn Tradition ist stärker als Verstand.