Eher ergebnisorientiert

22 04 2019

„Und dann auch noch ein Mädchen! mit Zöpfen! Das ist doch klar, dass das die Hintermänner ganz bewusst so einen Coup eingefädelt haben. Und sie ist außerdem Ausländerin, das dürfen Sie nie vergessen, dass wir hier in Deutschland von einer behinderten Ausländerin manipuliert werden.

Das würde Herr Lindner natürlich öffentlich nie so sagen. Er vertraut einfach darauf, dass seine Anhänger ihn auch so verstehen. Zumal es ja im Wahlkampf immer ein bisschen schwierig ist, wenn man plötzlich gegen alle ist, die man vorher noch als potenzielle Wähler hatte mobilisieren wollen. Nur beim EU-Parlament ist sich unser Vorsitzender absolut sicher, da wählen nur die, die sich wirklich für Politik interessieren und auch etwas davon verstehen, und die verachtet er ja am meisten.

Schauen Sie, die Schweden sind nicht in der EU, da muss man keine Rücksicht nehmen wegen der Wahl, die waren schon immer für Umweltschutz und so, und außerdem: die sind irgendwie liberal, also im liberalen Sinne, und das ist uns als FDP nun eher wesensfremd. Mit solchen Subjekten setzt man sich nicht auseinander, schon gar nicht in der Führung. Am Ende könnten die noch Recht haben, dann müssten wir argumentieren, also kurz und gut: das ist nichts, das würde uns überfordern. Und wir haben ja auch gar nicht das Personal dafür.

Und dann schicken die uns so ein Mädchen, das ist sowieso schon mal unfair, weil die viel besser Englisch spricht als der in einigen Ortsteilen von Nordrhein-Westfalen weltbekannte Porschefahrer. Und Zöpfe hat die auch, nicht mal einen Besen musste die sich implantieren lassen – das sind ganz klar sozialistische Hetzmethoden, ich weiß auch nicht, was das mit der Grundöffnung von Merkel zu tun hat, die gab es ja gar nicht, aber als Jurist weiß das Herr Lindner nach seiner jahrelangen Tätigkeit am Bundesverfassungsgericht sicher viel besser. Weil damals ja hundert Millionen Schweden über die Grenze kamen, oder so. Und die hatten alle Zöpfe und wollten die deutschen Hedgefonds verstaatlichen.

Dass das eine billige Inszenierung ist, das sehen Sie doch schon darin, dass die sich vom Papst in Rom empfangen lässt. Vom Papst! In Rom! Auf Englisch! Reicht es dieser behinderten Plumpskuh nicht, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft zu schwächen, indem sie unsere deutschen Autos, auf die man als Angehöriger der Volksgemeinschaft nun mal einen Rechtsanspruch hat, indem sie die Diesel, um die uns die ganze Welt beneidet, für ein paar ordentliche Sommertage verantwortlich macht, die diesen Namen auch verdienen? Und dass sie als Protestantin, die meisten Schweden sind jedenfalls Protestanten, abgesehen von den Muslimen, die in diesem Land regelmäßig für Terror sorgen könnten, wenn sie es denn wollten, aber über das Stöckchen springen wir nicht, dieses volksfremde Dickerchen wird uns nicht vor der ganzen Welt als Nazis bezeichnen, das kann ich Ihnen schon mal… – Wie gesagt, als Protestantin hat sie in Rom eh nichts zu suchen und wird auch keine Zugeständnisse von uns erwarten können. Das ist nämlich kein Mut, was diese Göre da zeigt, das ist Impertinenz, jawohl: Impertinenz!

Mut, das wäre beispielweise gewesen, wenn sie als Generalsekretärin einer großen Volkspartei an der Fünf-Prozent-Hürde eingesehen hätte, dass sie für den Posten einfach zu dumm ist. Da kneift man dann mannhaft aus, schickt den nächsten Versager nach vorn, während man selbst den ganzen Laden in den Dreck zieht. Das ist bei der nächsten Wahl vergessen, weil man sich dann wieder gegenseitig die Kohle hinten und vorne reinstopfen kann, aber erst mal muss man natürlich wegrennen. Mit so einer Haltung konnte man in Deutschland sogar Kaiser sein, offiziell oder danach. Wir Deutschen sind ja in der Hinsicht eher ergebnisorientiert. Wenn wir schon den Klimawandel nicht diskutieren wollen, weil es ab einer gewissen Summe von Nebeneinkünften ein Menschenrecht ist, dieses behinderte Scheißpack nicht mehr sehen zu müssen, dann hätte das der Regierung doch auffallen müssen, dass sich Herr Lindner nach der Flüchtlingswelle verbittet, in der Bäckerei hinter so einem dahergelaufenen Musel zu stehen, der im Gegensatz zu ihm einen Hochschulabschluss hat und einer Erwerbsarbeit nachgeht. Das geht nicht.

Wir haben doch hier eine Ordnung einzuhalten, verdammt noch mal! Der dahergelaufene Neger hat arbeitslos im Asylantenheim zu hocken, in seiner Freizeit Drogen soll der Drogen verticken und deutsche Frauen vergewaltigen, und die gemeine Autistin an sich gehört in einer betreute Einrichtung und soll allenfalls Rechenaufgaben lösen oder Sudokus lösen, aber die soll uns nicht mit Bildung auf den Senkel gehen, als ob sie später mal an der Universität einen Lehrauftrag für Geoökologie oder irgendein Schwuchtelfach kriegt. Das ist immer noch unsere Demokratie, also das, was die Märkte uns davon übrig lassen, und das lassen wir uns auch nicht von der ganzen Öffentlichkeit klein reden. Das sollte jetzt mal langsam klar sein.

Wenn jemand das perfektioniert, dass man mit Heißluft im Gespräch bleibt und immer und überall die Hoheit über die rechten Stammtische hat, dann ist das unser Parteivorsitzender, und der arbeitet jedenfalls nicht für kleine Mädchen, es sei denn, die haben plötzlich sehr gute Kontakte zur Industrie und bekommen schnell Gesprächstermine in der… – Hallo? Machen Sie doch bitte für den Chris ganz schnell einen Fototermin bei der Greta, der findet sie voll dufte. Ja, können wir machen. Unterhemd ist okay?“