Die Wahl der Mittel

17 06 2019

„Das ist doch ein Mann!“ „Geht gar nicht!“ „Warum soll das denn nicht gehen?“ „Also jetzt bleiben Sie mal auf dem Teppich, die…“ „Außerdem hat er noch nicht zugesagt.“ „Weil er sich nicht traut!“ „Aber warum soll er denn nicht den…“ „Ein Mann als Bundeskanzlerin, wie soll denn das funktionieren?“

„Ich weiß gar nicht, was Sie gegen den Habeck haben, der macht doch gar nichts.“ „Er will Kanzler werden, das muss man doch verhindern.“ „Aber das ist doch erst eine Prognose.“ „Eben, und wonach regieren wir seit Jahren?“ „Er ist noch nicht so lange dabei.“ „Es gibt auch Prognosen, nach denen der Klimawechsel die europäische Wirtschaft durch den ansteigenden Meeresspiegel zerstört.“ „Sie müssen eben zu unterscheiden lernen.“ „Was?“ „Welche Prognosen eine Parteivorsitzende lesen will und welche nicht.“ „Das ändert doch nichts daran, dass die Zustimmung für die Partei seit Jahren zurückgeht.“ „Wen interessiert das? solange wir an der Regierung sind, können wir machen, was wir wollen. Dazu brauchen wir die Zustimmung der Leute nicht.“

„Man müsste überhaupt mal nachgucken, ob der in seiner Vergangenheit nichts Kommunistisches von sich gegeben hat.“ „Vielleicht war er sogar bei der Jungen Union.“ „Wie kommen Sie darauf?“ „Sonst hätte er nicht so komische Ideen.“ „Auch wieder wahr.“ „Aber der macht jetzt halt wieder was mit Genderwahnsinn.“ „Wie kommen Sie auf das schmale Brett?“ „Naja, als Mann Kanzlerin zu werden, auf so eine Schnapsidee muss man erst mal kommen!“ „Das ist wahrscheinlich gar kein Mann, der hat sich nur umoperieren lassen.“ „Hähähä!“ „Den Fusselbart hat er von Claudia Roth geerbt.“ „Hähähä!“ „Finden Sie das witzig?“ „Man kann in der Wahl seiner Mittel nicht immer wählerisch sein, wenn man sie für eine Wahl braucht. Merken Sie sich das.“

„Überhaupt, siebenundzwanzig Prozent. Das ist doch total unrealistisch!“ „Außerdem reicht es überhaupt nicht aus.“ „Eben, wenn ich da an unsere Erfolge denke!“ „Vierzig Prozent!“ „Das kriegen wir mit den Hackfressen Scheuer und Seehofer im Handumdrehen wieder hin!“ „Naja, achtund…“ „Das sind immer noch zehn mehr als diese schwule Ökostalinistendrecksau!“ „… zwanzig. Also mit etwas Glück.“ „Wieso schwul?“ „Die lassen sich doch alle umoperieren, und dabei wird man halt schwul. Meine Güte, das weiß man doch!“ „Ihnen ist aber schon klar, dass wir so einen Bockmist im Wahlkampf nicht einmal im Bierzelt vor besoffenen Vollidioten als von der Meinungsfreiheit gedeckte Polemik durchkriegen?“ „Ja, weil diese verdammte Verbortspartei uns den Staatsanwalt auf den Hals hetzen wird!“ „Aggressive Meinungsmache vor der Wahl, mehr können die doch nicht!“ „Und Sie denken, die Wahl Ihrer Mittel bekommen Sie bei den Menschen draußen im Land verargumentiert?“ „Ich verargumentiere hier nicht, dieses Scheißpack soll gefälligst uns wählen und dann die Fresse halten, klar!?“

„Wen sollen wir denn statt Habeck aufstellen?“ „Naja, das müsste dann einer sein, der sehr hohe Fachkompetenz hat.“ „Und ein ganz klares Profil, damit wir einen Wiedererkennungswert haben.“ „Klasse, das ist doch ein tolle Kombination!“ „Das ist der Vorteil an unserer Partei, wir haben so viel Erfahrung, wir können jede politische Entscheidung aus Erfahrung treffen.“ „Und wir haben so viel Kompetenz, bei uns ist alles kompetent.“ „Und auf wen trifft das zu?“ „Was soll diese bescheuerte Frage?“ „Wir können doch jeden nehmen, den grünen Affen putzen wir einfach weg!“ „Okay, und mit wem genau?“ „Das ist doch nicht sein Ernst!?“ „Ich sage ja, Leute mit weniger als zehn Jahren Führungserfahrung haben im Wahlkampf nichts zu suchen.“ „Er soll aber sehr gut sein.“ „Sagt wer?“ „Also quasi jeder.“ „Hm.“ „Und, wer wird jetzt der Gegenkandidat?“ „Das haben wir doch neulich erst geklärt: unser Fraktionsvorsitzender hat die Große Vorsitzende nominiert und dafür richtig eins aufs Maul gekriegt, und damit ist die Sache gegessen.“ „Und, macht sie es jetzt?“ „Haben Sie noch alle Latten am Zaun!?“ „Wie gesagt: zehn Jahre.“ „Vermutlich wird er aus München bezahlt, anders ist nicht zu erklären, dass sie uns so ein altkluges Arschloch schicken.“

„Wir müssen viel mehr mobilisieren, sonst ist Deutschland bald ein KZ für anständige Bürger, die ganz normal mit dem SUV zur Arbeit fahren und abends ein Schnitzel essen!“ „Das kann doch keiner wollen!“ „Eben, und deshalb brauchen wir auch deutliche Worte!“ „Die wollen unsere Demokratie zerstören!“ „Alle sofort ins Arbeitslager!“ „Und damit wollen Sie die Bürger zurückgewinnen?“ „Wir werden und den Affenzirkus nicht mehr bieten lassen!“ „Diese verdammten Ökoterroristen!“ „Alle sofort ins…“ „Geht gar nicht!“ „Irgendwen müssen wir doch aufstellen, und wenn Sie meinen, wir hätten überhaupt nur Superspitzenkandidaten, dann sagen Sie mir: wen nehmen wir?“ „Das Mittel der Wahl.“ „Rufen Sie an?“ „Moment noch.“ „Wir brauchen einen echten Herausforderer, einen mit Kompetenz und Sachverstand, einen, der Rückhalt findet in der ganzen Partei und viel Anerkennung im Volk.“ „Hallo?“ „Und das ist wer?“ „Ist er da?“ „Hallo?“ „Jetzt sagen Sie schon!“ „Hallo, Herr Merz? Wir hätten da ein lukratives Angebot.“

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