Ersatzteillager

30 09 2019

„… zunehmend Waffen entwendet würden. Die Bundeswehr wolle die Entwicklung nicht mehr länger tatenlos beobachten und habe daher eine Arbeitsgruppe einberufen, die so schnell wie…“

„… zwar unangenehme Konsequenzen habe, aber keine bedrohliche Situation darstelle. Kramp-Karrenbauer habe darauf hingewiesen, dass ein Großteil der Waffen im aktuellen Bestand der Bundeswehr nicht funktionsfähig seien und daher im Verlustfall keine Gefahr für die…“

„… zwei der drei verlustig gegangenen Schnellboote derzeit nicht motorisiert seien und über kein Navigationssystem verfügten. Es sei für die Truppe kostengünstiger, diese Wasserfahrzeuge von Kriminellen abtransportieren zu lassen, statt sie selbst in einem Recyclingverfahren auf dem…“

„… seien die Bundeswehrgewehre mit schnell zu erkennenden Seriennummern ausgestattet, so dass im Falle einer Verwendung bei einem rechtsterroristischen Anschlag die Herkunft der Waffe sowie ihr mutmaßlicher Diebstahlsort leicht zu rekonstruieren seien, was für Folgetaten eine deutlich abschreckende…“

„… andere Schnellboote nachts mit einer Plane aus nachhaltig produziertem Plastik zu bedecken, da Diebe sie sonst nachts aus der Luft ausfindig machen und tagsüber…“

„… ihnen ein Kampfhubschrauber auf dem ukrainischen Schwarzmarkt angeboten worden. Das Gerät, das zunächst nur als Ersatzteillager gedacht gewesen sei, habe sich dann jedoch als Helikopter herausgestellt, der seit 2016 aus einer Kaserne im hessischen…“

„… die Soldatinnen und Soldaten auch privat in die Pflicht nehmen. So sei etwa denkbar, die Waffen auch an den Wochenenden und im Urlaub in der persönlichen Obhut der Truppe zu belassen, da sich so ein Missbrauch viel stärker vermeiden ließe als mit anderen…“

„… halte die Armee jedoch weiterhin an der Praxis fest, Waffen und Munition getrennt aufzubewahren. So könne bei einem Diebstahl von Munition wenigsten keine einzige…“

„… das Wachpersonal den Privat-SUV der Feldwebelin auf Grund der Speziallackierung nicht erkannt habe. Der Bergepanzer sei erst mehrere Wochen spätrer während eines…“

„… seien bei vielen Waffensystemen die Diebstähle schon rückläufig. Kramp-Karrenbauer habe errechnet, dass bei weiterhin anhaltendem Trend die Verluste bereits im Jahr 2035 unterhalb der…“

„… dass mehrfach Gewehre im Matsch eines Truppenübungsplatzes verlorengegangen seien. Die ab sofort gültige Dienstanweisung, Manöver zur Sicherung der Ausrüstung nur noch in der Halle durchzuführen, sei jedoch sofort auf Widerstand bei der…“

„… habe die ehemalige Verteidigungsministerin von der Leyen schon Entwarnung gegeben. Die Diebstähle könnten gar nicht bis 2035 fortgeführt werden, da die letzte noch verfügbare Waffe im Bestand der Bundeswehr sich bereits im Jahr…“

„… wäre auch eine nachweisbare Verbindung zur Identitären Bewegung keine sicherheitspolitisch schwierige Lage. 20.000 Schuss seien bei weitem nicht ausreichend, um einen flächendeckenden Militärputsch zur feindlichen Übernahme der Bundesrepublik zu…“

„… mit Erleichterung zur Kenntnis genommen habe, dass mehrer Signalpistolen entwendet worden seien. Immerhin, so Verteidigungsstaatssekretär Tauber, seien es keine richtigen Schusswaffen, mit denen die Täter nicht einmal einen Überfall auf einen…“

„… die Ermittlungen wegen des Verlusts von 14.000 Schuss Munition eingestellt worden seien. Die Patronen hätten inzwischen ihre Lagerfähigkeit überschritten und seien deshalb abgeschrieben, weshalb man sie nicht mehr als…“

„… eine Nylonschnur zur Befestigung des Sturmgewehrs am Mann angeregt habe. Der Wehrbeauftragte habe darauf Kramp-Karrenbauer nochmals die Handhabung der Waffe demonstriert, um künftig die Qualität der Vorschläge deutlich zu…“

„… auch Panzer mit Nummernschildern ausgestattet werden müssten. So würden sie bei einer automatischen Kennzeichenerkennung registriert und könnten im Fall eines Diebstahls wesentlich schneller im…“

„… ein GPS-Modul in die Gewehre einzubauen. Dies verhindere ebenfalls keinen Diebstahl, werde aber beim Auffinden der Waffen jenseits der deutschen Grenze einen erheblichen Vorteil fürs…“

„… Waffenlager von Sicherheitsunternehmen kontrolliert und bewacht würden, die bereits im Zusammenhang mit Gewaltanwendung in Unterkünften für Geflüchtete aufgefallen seien. Das Bundesverteidigungsministerium habe hierzu keine Erkenntnisse, da es sich hier um eine Angelegenheit des Verfassungsschutzes handele, der jedoch derzeit personell nicht in der Lage sei, Nachforschungen zum…“

„… Schnellfeuergewehre per App einfach in den Standby-Modus versetzen wolle. Leider sei die Akkulaufzeit der Waffen noch nicht für den Verteidigungsfall optimiert, so dass nach mehr als zehn Schüssen schon eine stark nachlassende…“





Heil Höcke

29 09 2019

Das VG Meiningen hat am 26.09.2019 beschlossen, dass die Stadt Eisenach, vertreten durch ihre Oberbürgermeisterin, eine Versammlung nicht untersagen dürfe, deren Thema der „Protest gegen die rassistische AfD, insbesondere gegen den Faschisten Höcke“. Die Stadt Eisenach, vertreten durch ihre Oberbürgermeisterin, kann sich ihre billigen Tricks zur Einschränkung der Versammlungsfreiheit in die Haare schmieren, denn wer beispielsweise „den bevorstehenden Volkstod durch den Bevölkerungsaustausch“ als Tatsache verkaufe, dürfe sich auch im Rahmen von Art. 5 GG als Faschist bezeichnen lassen (2 E 1194/19 Me). Der abwertende Vorwurf antidemokratischer, totalitärer, übersteigert nationalistischer und/oder militaristischer Neigungen und Verhaltensformen – eine treffsicherere Charakterisierung dieser weibischen Heulsuse hat bisher noch kein Gericht geliefert. Alle weiteren Anzeichen, dass wir kein Problem mit Linksextremismus haben, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • söder kreuz: Der bayerische Identitätsstiftungsbalken.
  • bankenkrise: Dann gehört uns jetzt auch ein Touristikkonzern?
  • afd überflüssig: Flüssiger ist nur Brechdurchfall, obwohl…
  • spahn weichei: Sie haben ihm nur das Rückgrat operativ entfernt.
  • globuli: Für Spahn reicht das jedenfalls.
  • homöopathologie: Nach dem Ableben können forensische Praktiker ausknobeln, welche falschen Potenzen sich das Opfer reingepfiffen hat.
  • china wirtschaft: Die schaffen das sogar ohne marktkonforme Demokratie.
  • fdp faschismus: Wo es herkommt, wo es hingeht.




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDLXII)

28 09 2019

Stöhnt Nedžad, ein Sträfling in Bleisgau:
„Wenn ich mich schon hier in den Schweiß hau,
so hab ich die Kohlen
noch keinem gestohlen,
geschweige, dass ich im Knast Scheiß bau.“

Laëtitia, die wuchtet in Nsem
oft Stämme. „Je mehr ich die stemm,
sind’s kleine Gewichte,
wenn ich sie aufrichte
und unter die Dachbalken klemm.“

Es putzte sich Rusmin in Auber
die Stiefel nur minimal sauber.
Die Schwester, die putzte
sie, was auch recht nutzte.
Nur er glaubte weiter an Zauber.

Chisamba, ein Zahnarzt in Mwange,
versteckte gewöhnlich die Zange.
Auch ließ er beim Saugen
verbinden die Augen.
So wird’s den Patienten nicht bange.

Es holte sich Dean in Berde
zwei Schafe zur Zucht einer Herde.
Das schien recht zu lahmen,
es waren zwei Damen.
Man weiß nicht, was jetzt daraus werde.

Man wusste, dass Xulhaz aus Sripur
im Leben zuvor noch nie Ski fuhr.
Doch ahnt man, er denke
alpiner Getränke.
Den Rum trank er jedenfalls nie pur.

Brigita eröffnet in Zeppen
ein Nachtlokal eigens für Deppen.
Zwar Karten gibt’s keine,
man zahlt bei ihr Scheine,
gibt sie an, ehrlich zu neppen.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLXXXIII): Die Wohngemeinschaft

27 09 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Früher war es ja einfach. Man wurde in der familiären Schlichtbehausung mit fließendem Wasser von der Höhlenwand geboren, und die Prognose stand nicht schlecht, dass man irgendwann auch hier wieder würde versterben dürfen. Interpolierend ließe sich schnell mutmaßen, dass die meisten zwischenzeitlich auch nicht groß auf der Suche nach einem neuen Standort waren, zumal es Kitas, Vorschulen, betriebswirtschaftliche Fakultäten und die Führungskräfteakademie Bad Gnirbtzschen auch noch nicht gab. Man sorgte noch auf herkömmliche Art für den Lebensunterhalt, auch wenn das hieß, die Kollateralbekinderung musste irgendwann in der Steppe als Madenfutter den Kreislauf in Schwung halten. Mit der Bildung begann das Übel. Sie verließen alle das haus, und sie wollten mehr als nur ihre gesellschaftlich präfigurierte Rolle ausleben. So begann der Sieg der Wohngemeinschaft über die organisch gewachsene Zwangszelle.

Irgendwo hatte der Hominide doch gehofft, die genetische Vielfalt durch Minimieren aller jenseits der Standardabweichung verorteten Partikel halbwegs in den Griff zu bekommen, aber die Evolution ist nun mal kein Ponyhof. Und so wurde auf der einen Seite die Tendenz zum abstrakten Denken dominanter, während die jeweiligen Schwiegersöhne von einer Generation zur nächsten größere Probleme hatten, sich mit der Versorgung an Frischfleisch zu beteiligen. Die Reproduktion lugte hier und da nach frischen Tendenzen, aber was soll’s, – die über jede Grenze hinweg als spannend empfundene Kombination aus Räuber und Prinzessin wusste schnell die Dummklumpen der Zufallsgemeinschaft zu begeistern. Wo konnte man schon mal in der Küche Typen begegnen, denen die Eltern das Haus verboten hätten?

Der Name ist ja bereits schnulzoid: es geht hier mitnichten um Wohnen (um Leben schon gleich gar nicht), sondern ums reine Vegetieren von einer Miete zur Nächsten. Krisengebiete, die nach dem Abwurf von Kernwaffen mit daraus resultierender Knappheit an Fauchschaben als Eiweißlieferanten zu bosseln haben, wissen ein Liedlein zu pfeifen, aber sie halten meist die Klappe, weil sie die mangelnde Disziplin der Kommunarden nicht auf die fehlenden äußeren Umstände zurückführen, sondern auf die verweichlichten Ansprüche, die die Schulabgänger aus großbürgerlichen Haushalten mitbringen. Fünflagiges Klopapier! Balsamico! Treppenreinigung durch kostenlose osteuropäische Fachkräfte! Dass in der gehobenen Gesellschaft schon der Strom aus Steckdose kommt, sollte sich doch herumgesprochen haben, warum tut man da nichts? Es bleibt traurig.

Archäologische Funde von Staubsaugern, Wasserkochern, aber auch ganz normalem Geschirr samt Messer und Gabel sollen in wissenschaftlichen Praktika bereits zutage gefördert worden seien. Aus bauartbedingten Unterschieden ließ sich hier und da ein altertümlicher Weg zwischen unterschiedlichen Berliner Bezirken rekonstruieren, nicht aber, warum der fingerdicke Kalk im Küchengerät nicht wenigstens mit unsachgemäßen Mitteln gelöst worden war. Die Mentalitätsgeschichte dieser Lebensform lässt nur den Schluss zu, dass es besser egal ist, warum ihnen alles so egal ist.

Während in der Küche, dem Zentrum der gesamtgesellschaftlichen Diskursebene, alle Definitionen über mikrobiologische Aspekte der Hygiene gemeinsam aus dem Fenster geschmissen werden, findet sich die bakterielle Internationale zum XXXIX. Weltkongress im Keramikkabinett wieder, wo aus mühsam zusammengeschwiemelten Friedenserklärungen geronnene Putzpläne hängen, die weder das Papier ihrer Verschriftlichung wer wären noch die Hoffung, dass sie irgendwann ihren symbolischen Wert überschreiten würden. Die amorphe Materie hat zahlenmäßig die WG längst übernommen und zum Siegeszug angesetzt.

Dies gilt insbesondere, da sich die guten, sehr guten, besten sowie größtenteils vollkommen unbekannten Freunde auf der Etage tummeln, die ihre Keime einbahnen und dafür im Tausch andere mitnehmen, um die Wehrhaftigkeit der Infektionen gegen andere Mieter zu stärken. Trojanische Möbel mit Polsterbesatz eignen sich nach wie vor, um ganze Philosophiesemester gegen Pocken und Pest zu imprägnieren, auch wenn der Geruch der mies abgehangenen Ware in den ersten Quartalen noch an Tod und Verklärung erinnert. Aber der süßliche Quark aus den Einzelzimmern wabert zuverlässig die Schleimhaut dicht und sorgt für ein leichtes Feeling gegenüber der Mitwelt. Hier und nur hier konnte der Existenzialismus entstehen, die wahre Weltreligion derer, denen sowohl Religion als auch Welt gewaltig an der Sitzmuskulatur vorbeigingen. Nach der Negation des Raums an sich wurde das Zeit-Kontinuum mählich aufgehoben, und tönten in fließendem Babylonisch die unteren Schichten der Küchenspüle ins Plenum, so wirkte es in einem guten Resonanzboden. Nichts hätte uns besser bewahren können vor der Verdammnis, bürgerlich zu sein.





Pfleger Tours

26 09 2019

„Es geht hier nicht um Klimaschutz, sonst müssten wir die Bude ja sofort dichtmachen. Es geht hier um… – Nein, nicht um Arbeitsplätze, lassen Sie mich doch mal ausreden! Wir können die Aktionäre nicht im Regen stehen lassen, wie sieht denn das aus? Schließlich haben wir hier immer noch eine soziale Marktwirtschaft!

380 Millionen, das ist erst mal eine hübsche Summe, aber dann müssen Sie auch bedenken, wie viele sich das teilen. Am Ende bleibt pro Nase nicht einmal eine Million übrig. Das ist doch tragisch! Und Sie müssen auch berücksichtigen, dass das ja offiziell nur als Kredit gilt. Dabei wissen wir doch alle, dass das nicht wichtig ist, weil hier schließlich Volksvermögen gerettet wird. Natürlich ist das Volksvermögen, das gehört ja schließlich denen, die sich zum deutschen Volk zählen.

Gut, nicht alle. Ohne ausländische Investoren geht’s ja auch nicht mehr. Das haben Sie bei der Bankenkrise gesehen, da mussten wir auch erst die Griechen retten, damit die deutschen Aktionäre die Kohle abkriegen konnten. Und so viel Geld muss man da heute auch nicht in die Hand nehmen, es brummt bei uns. Doch, wir könnten gerade noch mal 80.000 Arbeitsplätze in der Solartechnik vernichten, das würde keiner merken. Auch wenn wir da sehr viel Geld rein gesteckt haben, das nicht direkt in die Kohleförderung geflossen ist. Teilweise haben wir das auch in die Vernichtung der Windenergie investiert, und da wir damit die deutsche Energiewirtschaft noch nicht kaputt gekriegt haben, spenden wir jetzt noch den Tillich als Grüßonkel für Konzerne, die sich nicht ohne fremde Hilfe in die Scheiße reiten können.

Aber als Bundesregierung oder wenigstens als Bundesland Hessen, wo man mit demokratischen Prozessen eh nichts am Hut hat, da muss man die Konzerne retten. Das liegt uns im Blut, dafür stehen wir sogar nachts auf. Vielleicht hat ja irgendeiner die Idee, aus dem Laden einen zweiten Logistiker auf Weltniveau zu machen? Irgendwas mit Medien? Oder beides? Man weiß es nicht. Auf die Schnelle hätte man auch sagen können, es geht um den Transport von Personen nach Plan, teilweise sogar überregional und unter wirtschaftlich nicht so sehr relevanten Gesichtspunkten, Komfort spielt die zweite Geige, wer sich beschwert, kriegt erst mal aufs Maul – die Deutsche Bahn AG sucht jede Menge Personal, da können wir doch helfen. Aber so einfach ist das nicht. Weil das auch langwierige Prozesse sind, die man nicht durch vorschnellen Bürokratieabbau beschleunigen kann, und wenn man das tut, vielleicht würde das sogar zu einer Wettbewerbsverzerrung führen?

Deshalb haben wir uns auch entschlossen, die Anschlussverwendung dieser Kräfte in der Pflege zu suchen. Das heißt, suchen müssen die natürlich selbst, wir sind ja nicht die Bundesagentur für Arbeitslosigkeit. Da muss man ein bisschen offen sein und sehr flexibel, leidensfähig, die Toleranz gegenüber unerwarteten Frustrationen muss sehr hoch sein, und dann kommt ja auch noch die Pflege dazu.

Wenn Sie sich das Personal mal ansehen, die schubsen da Wägelchen mit Tomatensaft durch die Kabine – da muss man lächeln und ein bisschen Englisch sprechen. Englisch kann Spahn sowieso nicht, das mit dem Fertigessen kennt er, so viel Kultur hat der Typ nicht, und warum sollte er dann bis nach Südostasien fliegen, wenn er die ganze Pflege mit den Leuten bestücken kann? Ist auch eine intellektuelle Frage, da gebe ich Ihnen recht, aber wir haben es hier mit Spahn zu tun. Da kann man das vernachlässigen.

Mal ehrlich, so eine Umverpflanzung in die Pflege, das haben wir doch nicht das erste Mal. Bei Schlecker hat das ja nur nicht geklappt, weil der Kasper, der damals die Sockenpuppe für die FDP gemacht hat, noch keine Ahnung von Wirtschaft hatte. Vielleicht hatte er auch von ganz anderen Sachen keine Ahnung, ist ja jetzt auch egal, aber eine vernünftige Arbeits- und Sozialpolitik schaut, wo die Kompetenzen der Mitarbeiter sind und wie man sie möglichst passgenau auf dem Arbeitsmarkt und für die Gesellschaft einsetzt. Wirtschaftspolitik ist daran interessiert, dass die Aktienkurse nicht beeinträchtigt werden. Wir verstehen eine ganze Menge von Wirtschaftspolitik.

Stellen Sie sich doch mal vor, wir hätten einen anderen Industriezweig. Die haben konsequent und trotz aller Warnung auch nicht in die Digitalisierung investiert, teilweise natürlich dies auch in enger Absprache mit der Bundesregierung, der das eh wurst war. Die haben moderne Märkte, die von andere erschlossen und erobert wurden, erst nicht zur Kenntnis genommen, dann ignoriert und zum Schluss auch noch als spinnerte Ideen potenzieller Kunden bezeichnet, die man unbedingt aus dem Wettbewerb heraushalten muss? Würden Sie jetzt so einfach die Automobilbranche stilllegen, nur weil es sich eigentlich nicht mehr rechnet?

Also lassen Sie sich nicht verunsichern, auf die unsichtbare Hand können Sie sich immer verlassen. Sie gehört Ihrem Staat, der immer marktkonform für Sie sorgt. Wir gehen ja immer davon aus, dass ein Unternehmen, das unbedingt Staatskredite in Anspruch nehmen muss, so überlebensfähig ist, dass es die eigentlich gar nicht braucht, und deshalb geben wir Kredite auch immer nur denen, die eh vor lauter Geld nicht wissen, in welches Loch sie es schmeißen sollen. Vertrauen Sie uns. Wir wissen, was wir tun.“





Infektionsschutz

25 09 2019

„… sich inzwischen auch schon in ganz Europa ausgebreitet habe. Die Bundesregierung wolle mit einem Maßnahmenpaket die Infektionsgefahr für alle Deutschen verringern und gleichzeitig die weitere Verbreitung des Pesterregers in den…“

„… zähle es zu den wesentlichen Freiheiten, weder sich noch seine Kinder impfen zu lassen. Die vom linksradikalen Mainstream verordnete Hass- und Verbotskultur schade allen leistungswilligen Bürgern müsse sofort beendet werden. Lindner werde notfalls mit einer Organklage vor dem…“

„… nur durch die von Soros und der jüdischen Pharmaindustrie befohlene Öffnung der deutschen Grenzen hervorgerufen worden sei. Weidel fordere eine sofortige Internierung sämtlicher Flüchtlinge einschließlich der Kanzlerin, um die Ausbreitung des…“

„… in Wirklichkeit von der CSU entwickelt worden sei. Söder wisse genau, dass jede Art von Infektionsschutz zuerst in Bayern praktiziert werde und könne dies auch mit einem eigenen…“

„… nur etwa zehn Milliarden Euro veranschlagt habe. Scholz wolle aber nach Rücksprache mit den kommissarischen Bundesvorsitzenden die Senkung der Infektionsrate in drei Schritten als Aufgabe des…“

„… allerdings darauf vertraue, dass alle wichtigen Entscheidungen zentral in Berlin getroffen würden, da der Freistaat Bayern keine Mittel zur Finanzierung eines eigenen Programms gegen die…“

„… oder eigene Stämme entwickelt hätte. Das vom Robert-Koch-Institut erarbeitete Gutachten habe auch keine genetisch veränderten Erreger entdeckt, gehe also von einer einzigen, weltweit auftretenden und…“

„… nicht mehr veranstalten dürfe. Söder habe eine vollständige Sperrung der bayerischen Grenzen angekündigt, wenn das Oktoberfest aus Gründen des Seuchenschutzes ab sofort nicht mehr in der gewohnten…“

„… werde die Pest vielleicht vorgeschoben, um nicht zur Arbeit zu gehen. Die Bundesregierung wolle dies in ihren Überlegungen berücksichtigen und einen für alle annehmbaren Kompromiss bei der Lösung des…“

„… einen ostdeutschen Sonderweg gehen werde. Zunächst sei für Mohring eine Volksfront auf Landesebene denkbar, die später mit einem parteiübergreifenden Konsens die komplette Abschottung durch eine Mauer um das…“

„… eine Vorsorgepflicht nur auf freiwilliger Basis denkbar sei. Die Bundesregierung habe noch keine gesicherten Erkenntnisse, ob sich die…“

„… schon immer Krankheitsepidemien gebeben habe, auch vor der Entwicklung des Menschen. Meuthen halte deshalb sämtliche Maßnahmen für eine von linken Hysterikern gesteuerte…“

„… mit Chemtrails über Deutschland gesprüht würden, um die hier lebenden Deutschen mit der Pest zu infizieren, während Muslime und Linke durch genetische Veränderungen immun seien. Poschardt habe die Beweise aus absolut sicherer Quelle und könne seinen Informanten jederzeit…“

„… sofort ein Gute-Pestmaßnahmen-Gesetz verabschieden werde. Noch sei nicht geklärt, wofür oder wogegen sich das Gesetz richte, die erste Lesung sei aber schon in wenigen…“

„… viele Arbeitsplätze in der deutschen Automobilbranche derzeit nicht besetzt werden könnten. Altmaier habe dies bisher nicht als Alarmsignal gewertet, da die Aufträge weiterhin…“

„… müsse man einfach nur darauf warten, bis eine Soforttherapie entwickelt werde, die Patienten innerhalb weniger Sekunden heile. Lindner wisse, dass dies möglich sei, könne aber nicht ausschließen, dass die vom linksextremistischen Mainstream gesteuerte Jugend vorhabe, die Profis in den pharmazeutischen…“

„… den Solidaritätszuschlag nicht beibehalten werde, da die Bekämpfung der Pest auch mit dessen Einnahmen möglicherweise nicht ganz gesichert sei. Scholz werde die schwarze Null in einer…“

„… zahle die gesetzliche Krankenversicherung ohnehin nur die Präventivmaßnahmen, da sich bei einer potenziell tödlich verlaufenden Krankheit der Leistungskatalog nicht mehr aus den zur Verfügung stehenden Mitteln im…“

„… eine genaue Statistik der Todesfälle verlangt habe, um nachweisen zu können, wie viele Deutsche und Ausländer der Pest bisher zum Opfer gefallen seien. Weidel habe ihre Anfrage im…“

„… zu einer Frage des Zusammenhalts in der Koalition geworden sei. Merkel plädiere für ein sofortiges Abwarten, während Altmaier die Ansicht geäußert habe, die Bekämpfung der Pest dürfe weder die Wirtschaft bedrohen noch die Jobs in…“

„… sich durch den gleichzeitigen Ausbruch der Krankheit in zahlreichen Ballungsräumen ein großer Einbruch bei der Nachfrage nach SUVs abzeichne. Die Krisensitzung der Koalition sei noch in der laufenden Nacht im…“





Entsprechende Gegenmaßnahmen

24 09 2019

Zehn Päckchen Rahmspinat, zwei Beutel Gemüse, ein stattliches Brathuhn. „Das sollte vorerst einmal reichen“, verkündete Herr Breschke. „Wir hatten die Truhe ja in den letzten Jahren kaum noch in Gebrauch, aber die Zeiten ändern sich nun einmal.“ Und er schloss den Deckel des Gefrierapparats mit Nachdruck zu.

Auf dem Küchentisch lag noch der Prospekt der Stadtwerke. „Sie haben sich also auch endlich für ökologisch erzeugten Strom entschieden“, stellte ich mit Befriedigung fest. Der Hausherr nickte. „Meine Frau hat mir gesagt, ich soll das mal ganz gründlich durchrechnen – schauen Sie mal, so viel teurer ist das gar nicht, und bei meiner Pension können wir uns das schon leisten.“ Er legte das Faltblatt wieder auf den Tisch zurück. „Wenn man diese Bilder in den Nachrichten sieht, dann muss man doch langsam mal anfangen, auch bei sich selbst umzudenken.“ Er schien tatsächlich sehr entschlossen. „Wir haben zwar keine Enkel, aber wenn ich mir den Zustand unserer Welt so ansehe, dann muss man doch irgendetwas tun.“ Auf dem Stuhl am Fenster hatte sich Bismarck gemütlich niedergelassen und hob mir bemerkenswert wenig Interesse das Köpfchen; möglicherweise war dem dümmsten Dackel im weiten Umkreis auch nur diese Unterhaltung schon zu laut. Breschke strich ihm beruhigend über das Köpfchen. „Wir sind ja auch nicht nur für uns selbst verantwortlich.“

Im Wohnzimmer schnurrte ein Standventilator vor sich hin. „Sie haben…“ Er nickte. „Unsere Tochter hat ihn preiswert besorgt, der hätte sonst viel mehr gekostet.“ Abgesehen von den fehlenden Typenschildern sowie einem reichlich obskuren Aufdruck, der das Gerät als ein in Taiwan gebautes Instrument aus Bangladesh auswies, stand nicht viel auf dem Gehäuse. Es hatte drei Motorstufen, eine für die Abschaltung, eine für den sanften Betrieb, den man nicht sofort bemerkte, auch wenn man unmittelbar danebenstand. Die dritte blies beständig die Kissen von der Sofakante. „Wissen Sie eigentlich“, erkundigte ich mich, „was dieses Ding für einen Stromverbrauch hat?“ „Ich habe das nicht auf der Verpackung entdeckt“, gab Breschke zu, „aber so viel kann es nicht sein. Und wir haben ja jetzt auch Ökostrom, da ist das nicht so schlimm.“

Der Motorwirbler hatte die Raumtemperatur heruntergekühlt, insbesondere da, wo man sich im direkten Luftzug befand, also so gut wie überall im Zimmer. „Meinen Sie nicht“, merkte ich an, „dass das im Sommer viel sinnvoller wäre?“ „Man kann ja nicht nur im Sommer an die Umwelt denken“, erläuterte der pensionierte Finanzbeamte mir seine Strategie. „Wenn sich alles erwärmt, müssen wir durch die entsprechenden Gegenmaßnahmen die Luft eben wieder abkühlen. Glauben Sie es mir, jeder kann etwas tun, auch der kleine Mann!“ Aus seinem Blick sprach tiefste Überzeugung, und hätte ich diesen Blick nicht schon seit Jahr und Tag gekannt, ich hätte ihm tatsächlich vertraut.

Indes war ich der Heizung nahe gekommen und bekann mich zu wundern. „Sie haben ja die beiden Ventile schon voll aufgedreht?“ Horst Breschke nickte. „Allerdings!“ Wie zum Beweis tastete er nochmals nach den Drehrädern. „Ich möchte nicht wieder riskieren, dass meine Frau sich wegen ihrer rheumatischen Beschwerden gar nicht mehr bewegen kann, deshalb haben wir es um diese Jahreszeit ein bisschen wärmer.“ Ich runzelte die Stirn. „Aber die Erderwärmung?“ Sein Blick wiederholte sich. „Jetzt denken Sie doch mal nach: die Heizungswärme bleibt natürlich im Inneren des Hauses, oder was meinen Sie, warum ich alle Fenster und Türen so umständlich abgedichtet habe im letzten Frühjahr?“

Vielleicht hatte ich es auch nicht ganz begriffen, denn Herr Breschke schien tatsächlich den Plan zu entwickeln, nach und nach seine ganzen Vorräte in der Tiefkühltruhe zu lagern. „Je kälter“, erläuterte er, „desto besser – je länger die Sachen halten, desto nachhaltiger sind sie auch. Das ist doch gar nicht so kompliziert?“ „Aber Sie verbrauchen nicht nur jede Menge Strom, Sie produzieren auch jede Menge Abwärme.“ Er blickte mich ungläubig an. „Abwärme?“ „Natürlich“, beharrte ich, „irgendwo muss doch die ganze thermische Energie hin, die Sie für die Kühlung verwenden.“ „Sie können gerne noch einmal in den Keller steigen“, triumphierte er. „In der Truhe wird es immer noch eiskalt sein!“ „Fassen Sie doch einmal an die Rückseite Ihres Kühlschranks“, riet ich ihm. Durch umständliches Öffnen der Tür unter der Küchenspüle gelang es ihm schließlich. „Warm“, wunderte er sich. „Da ist es ja warm – er wird doch wohl nicht defekt sein? Oder vielleicht ist der Apparat einfach nur mangelhaft isoliert?“ „Es ist die Abwärme“, dozierte ich, „genau die Abwärme, die Sie mit dem Kühlaggregat entziehen.“ Breschke öffnete die Kühlschranktür. „Aber hier ist es immer noch kalt.“ „Richtig“, konstatierte ich. „Wäre es draußen nicht warm, wäre es drinnen auch nicht kalt.“

Er hatte sich eine Flasche Sprudel aus der Tür genommen. „Kann man denn überhaupt nichts machen“, stöhnte Herr Breschke. „Bei allem, was man anfängt, wird es entweder schwierig oder man erreicht das Gegenteil.“ Ich blickte auf seine Flasche. „Sie könnten beispielsweise den Kühler nicht ganz so kalt einstellen, dass…“ „Halt!“ Er hielt mir die Flasche entgegen. „Wir werden ab sofort nicht mehr so viel Kohlenstoff verbrauchen!“ Und er begann die Flasche wie wild zu schütteln. „Lassen Sie das doch“, rief ich ihm zu, „das wird bestimmt eine große…“ Doch da war es schon zu spät. Mit einer beherzten Drehung hatte Breschke den Verschluss geöffnet. Das Sprudelwasser spritzte ihm ungehindert ins Gesicht. „Was zum…“, japste er. „Nicht so schlimm“, tröstete ich ihn. „Der größte Teil vom Kohlendioxid ist ja gerade noch mal hier im Haus geblieben.“ Tropfnass guckte er hinter seiner Brille hervor. „Da haben wir ja noch mal Glück gehabt.“