In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDLXI)

21 09 2019

Es lehnte sich Zdeněk in Gesen
am Morgen schon oft an den Tresen –
statt Bier aus der Leitung
genießt er die Zeitung,
die kann er woanders nicht lesen.

Harou zieht oft in Issawane
am Haus empor ein Stückchen Fahne,
recht blass und verschlissen.
Man kann nicht recht wissen,
wovon, mehr nicht, dass man’s erahne.

Vít schaufelte in Fünfzighuben
im Wäldchen wohl gut fünfzig Gruben.
Jetzt trabt er am Zügel
wohl auf fünfzig Hügel,
für die sie die Gruben aushuben.

Aß Turgut Gemüse in Ören,
so störten ihn zu viele Möhren.
Für bessere Miene
sorgt die Aubergine –
damit konnte man ihn betören.

Geht Miroslav mal in Groß Gürsch
im Wald mit der Flinte auf Pirsch,
schläft er schon nach Stunden
ein neben den Hunden.
Das stört keinen, nicht mal den Hirsch.

Hat Maliq sich endlich in Dajt
von all seinen Kleidern befreit,
steigt er mit der Kanne
hinein in die Wanne,
wo er dann nach Warmwasser schreit.

Beim Skisport zeigt Jan in Hertine
gewöhnlich recht heitere Miene,
die jodelnd und brüllend
die Bergwände füllend.
Ihn stört nicht mal eine Lawine.

Werbeanzeigen