Die Wasserspeier

3 11 2019

Hoch oben auf dem Dach der Kathedrale
begrenzt ein Chor aus Fratzen jenen Rand,
an dessen Abgrund sich ein feines Band
ergießt wie aus der Lippe einer Schale,

das aus den Mäulern gurgelt viele Male,
wenn Regen zieht wohl über alles Land,
und speit sich aus wie eine Wasserwand,
und stürzt von Sinnen auswärts und zu Tale.

Schon möglich, dass die steinernen Grimassen
des Wassers überdrüssig nichts mehr fassen
und tausendjährig schon in Wettern schlafen.

Vielleicht sind es auch hässlich arge Sünder,
die noch in Jahren ihrer Kindeskinder
im Dom nicht sind, um ewig sie zu strafen.


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