Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXCIX): Rechte Trolle

31 01 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Sie sind der ubiquitär unangenehme Geruch in der Luft, der eine leichte Grundübelkeit erzeugt. Wer ihnen begegnet, tut dies nie freiwillig, und wie Scheiße unter dem Schuh wird man das auch nicht so schnell wieder los. Genau so überflüssig und im Wesenskern endlästig ist diese Fehlinkarnation des Hominiden, ein sinn- wie zweckfreier Haufen aus Eiweißen, die zwar tatsächlich für den unteren Rand der Nahrungskette gedacht waren, aber wohl nicht als suboptimiertes Geziefer mit den einzigen Daseinsvorsatz, möglichst vielen anderen auf die Plomben zu gehen, bis ihnen einer den Rüssel per Materialkaltverformung begradigt. Sie sind keine Laune der Evolution. Sie sind rechte Trolle.

Dass sich die Natur diesen Schmodder nicht in einer besoffenen Kurve aus Gebrauchtenzymen in die Existenz geschwiemelt hat, sieht man bereits an der schwarmweise auftretenden Gestalt, wobei das krebsartig auswuchernde Auftreten ihrer mehrfach unerträglichen Erscheinung auf nicht besonders viele Zellkerne schließen lassen sollte. Stets bedient ein Knalldepp eine ganze Rotte von Hirnzwergen, die sich gegenseitig auf- und anstacheln, der in jedem sozialen Raum erscheinende Kinderchor der Verdammten und Bekloppten ist lediglich ein aus Lautstärke und Spiegeltricks inszeniertes Getöse, um eine Öffentlichkeit darzustellen, die es so nur in den kranken Hirnen einiger feucht-völkischer Bumsbirnen gibt. Wie in einer fünftklassigen Schmierenkomödie labert sich der Teilzeitheld die Einsätze selbst an die Backe und entlädt seine von Wahn und Verschwörungstheorien getriggerte Vorstellung in die Echokammer, wobei der normale Mensch nur das Grundrauschen vernimmt – schlimm genug.

Die Erbrechensbekämpfung ist von vornherein zum Scheitern verurteilt, denn es kommt den braunen Dumpfklupen mitnichten darum, die Debatte zu dominieren; sie wollen den Diskurs zerstören und jede öffentliche Auseinandersetzung auf Dauer unmöglich machen, weil niemand mehr reden kann, wenn einer kontinuierlich Wortsalat in die Gegend greint. Dem eventbezogenen Agieren besorgter Bürger nicht unähnlich, deren politische Konstruktivität sich darin erschöpft, mit einem Pappschild im Stadtbild herumzulungern und Schwachsinn abzusondern, ist nichts anderes zu erwarten von den Unruhestiftern als eben der unübersehbare Nachweis ihrer Präsenz. Zu mehr als Nullinformation ist diese glitschige Spezies auch nicht in der Lage, besteht doch ihr intellektuelles Rüstzeug lediglich aus durchgekauten Phrasen, die man ihnen in der sogenannten Schule des Lebens in die Hohlräume zwischen den Segelohren kleckert. Diese Remmidemmidussel hüpfen nun in spärlicher Relevanz um jedes Thema, halten waschkörbeweise ihre Sockenpuppen hoch und sabbern bei der leisesten Klingel wie konditionierte Kläffer, weil sie eben dies auch sind. Keiner von ihnen versteht, welche Implikation ihr Handeln hat, die Hauptsache ist, dass sie Lärm verursachen, dem sich die anderen nicht entziehen können. Sie sind, weil sie wahrgenommen werden. Von Denken hat keiner etwas gesagt.

Zwar gibt es auch im Einzelfall engagierte Zerstörer, die sich die Gefolgschaft des dämlichen Fußvolks erkaufen, wie das in faschistischen Kreisen üblich ist. Doch diese selbst ernannten Führer sind nicht so maßgeblich und erfolgreich wie die Masse, die sich in einer Massenbewegung selbst als die ausübende Gewalt wahrnimmt. Und so entsteht das Paradoxon, dass die schreiende Masse sich selbst zuhört, weil sie eine Reichweite erzeugt, die nur dazu dient, die Kommunikation zu beenden. Wahrscheinlich glauben die einzelnen Würstchen in dieser Geräuschorchestrierung sogar selbst, Teil eines unermesslich großen Heers zu sein, das die Gesellschaft im Zangengriff hat und jederzeit zerquetschen könnte. Doch wie bei einem Aufmarsch der Braunalgen, zu dem brüllendes Gehirngestrüpp aus dem ganzen Land angekarrt werden muss, um einmal durchs Dorf zu stampfen, fegt das Erlebnis der Masse jede Reflexion von Wirklichkeit weg, wo sonst auch einmal feucht durchgewischt gehört. Es gibt dort kein Ich, nur ein bräsiges Konstrukt aus kollektiver Schafheit, die dem geistigen Gepräge der Bescheuerten geradezu idealtypisch nahekommt.

Im Übrigen soll man dies Gesindel nicht nur nicht füttern, es gehört bis zum letzten Mann über den Zaun geschmissen, weil es den gesitteten Umgang verweigert und der Gesellschaft unnötige Debatten aufzwingt, derer es nie und nirgends bedarf. Höchstens in wutbürgerlichen Kreisen ist man über das Gefasel froh, weil auch dort viel und laut geschwatzt wird, ohne dass irgendjemand den anderen zuhören würde. Man könnte sie alle auf einer aufblasbaren Insel aussetzen. Es dauert nicht lange, dann zieht einer von ihnen den Stöpsel. Die anderen sind schuld, so viel wissen wir jetzt schon.





Snjǿrklerotorer

30 01 2020

„… mit der Material- und Beschaffungspraxis der Bundeswehr nicht zufrieden sei. Wesentlich einfacher sei es, die Truppenangehörigen mit Bargeld auszustatten, um sich die nötigen Ausrüstungsgegenstände selbst zu…“

„… könne sich Kramp-Karrenbauer nicht abfinden. Sie selbst habe in ihrer Jugend noch vier Jahre lang einen Optiker suchen müssen, der ihr ein Brillengestell gezeigt habe, mit dem sie nicht wie eine komplette…“

„… dass die Wehrkraft der Bundesrepublik empfindlich gestört werde. Zwar hätten Beobachter der vergangenen NATO-Manöver in den letzten Jahren vor allem die mangelhafte Qualität der Schusswaffen moniert, jedoch sei dies keine völkerrechtlich relevante…“

„… nach dem Ikea-Prinzip bedienen sollten. Die Truppe könne nur schnellstmöglich wieder in den Zustand der Abwehrbereitschaft versetzt werden, wenn sie sich mit Improvisationslösungen und einer vorgefertigten…“

„… habe sich der Wehrbeauftragte Bartels vor der Presse verteidigt. Es sei nicht geplant, das traditionelle Essbesteck der Berufssoldaten im Feld durch eine individuelle…“

„… müsse die technische Ausstattung der Armee mit mehr personeller Unterstützung und einer besseren Planung durchgeführt werden. Das Konzept einer privatisierten Hotline für Fälle einer Supportanfrage könne nicht nur wesentliche Ressourcen einer personellen, sondern auch die finanziellen Mittel der…“

„… in die Kritik geraten sei, da die Beschaffung der Kampfstiefel für alle Angehörigen der Bundeswehr mindestens vier Jahre in Anspruch genommen hätte. Die Heeresleitung habe daraufhin die gesamte Planung der…“

„… das Callcenter der Bundeswehr keine Kontakte zu den Herstellern von Panzern und Helikoptern habe. Serviceanfragen zur Nachrüstung der Modelle Snjǿrklerotorer und Tödegröde seien demnach nur…“

„… müsse NATO-weit wenigstens der Stoff für ein einheitliches Erscheinungsbild sorgen. Es sei nicht hinzunehmen, dass ein nationales Blümchenmuster für eine länderübergreifende…“

„… ein Online-Shop zur Bestellung der für das einheitliche Erscheinungsbild sämtlicher Armeeangehöriger eingerichtet worden sei. So könnten nun deutsche und ausländische Kämpfer der Bündnistruppen per Vorauszahlung, die allerdings mit einer 14-tägigigen Frist für die…“

„… sich auch nach zwei persönlichen Konferenzen mit der deutschen Verteidigungsministerin zwei Staaten vehement geweigert hätten, die deutsche Flagge auf der…“

„… werde die Frist angepasst, je nachdem, wie die Soldatinnen und Soldaten durch ihre Zahlung eine Liquidität auf ihren…“

„… so gut wie gesichert habe. Scheuer werde sämtliche Verkehrsmittel, auch wenn diese in direkter Konsequenz zu den Flugtaxis stünden, zu einer direkten…“

„… zwei Anbieter gewonnen habe. Zwar könne der Unisex-Kampfstiefel Toitschlænd international nicht unbedingt überzeugen, er sei aber derzeit eine passende…“

„… die Ersatzteile für alle Hubschrauber- und Transportermodelle sofort und in ausreichender Stückzahl lieferbar seien. Das Ministerium habe jedoch festgestellt, dass die Montageanleitungen für sämtliches Militärgerät ausschließlich auf Englisch sowie auf anderen fremdländischen…“

„… für die Kampfstiefel freigegeben habe. Die Truppe habe ein Budget bewilligt bekommen, für das sie die übliche Fußbekleidung auch in den Onlineshops der jeweiligen…“

„… nicht alle Ersatzteile verfügbar seien. Im Zuge der routinemäßigen Überprüfung der Lieferungen habe Bartels außerdem eruiert, dass der Scherbolzen Trulleberg, der mit jedem Modell der Svappavaara-Serie ausgeliefert werde, vorschriftsmäßig installiert und mit der sorgfältigen…“

„… auch in Rosa oder Blau auftreten, wenn die Lackierung der Truppenfahrzeuge angepasst werden könne. Eine gemeinsame Einigung der Armee werde allerdings nicht vor dem…“

„… im Verteidigungsausschuss debattiert werden müsse. Bartels sei zwar auch davon überzeugt, dass der freie Markt alles regeln werde, aber ihm sei ein Kaufpreis von 550 Euro pro Paar bei den Stiefeln erheblich zu…“

„… das in der NVA geplante Fahrzeug lizenzfrei für den Gebrauch in der westlichen Zone nachbauen zu dürfen. Putin werde im Gegenzug die…“

„… auf das Geschmacksmuster reduziert werden müsse, da das Verteidigungsministerium sich frühzeitig auf eine rechtsverbindliche Einigung verständigt habe. Ähnliche Nachbauten der NATO-einheitliche Stiefel seien demnach illegal und würden mit einer Strafzahlung von bis zu…“

„… nur noch als unterstützende Fußtruppen in den Irak entsenden werde. Kramp-Karrenbauer habe sämtliche…“

„… auf 400 Euro reduziere. Dafür liefere das Versandhaus allerdings vorerst nur den linken Stiefel und schließe ein Rückgaberecht vor der Zahlung aus, um die öffentliche…“





Morbus Sarrazin

29 01 2020

„Und Sie sind sich absolut sicher?“ „Fundamental orientierte Muslime.“ „Verstehe ich nicht.“ „Das ist jetzt nicht die Frage, Herr Kollege. Ich wüsste viel lieber, wie wir dieses Arschloch diagnostisch einordnen.“ „Haben Sie doch eben getan.“ „Wie jetzt?“ „Naja, als Arschloch.“

„Was sind denn bitte fundamental orientierte Muslime?“ „Die orientieren sich fundamental.“ „Gut, aber woran jetzt genau?“ „Er meint sicher, dass Islam für die nur fundamentalistisch denkbar ist.“ „Also als Wahnidee.“ „Dann müsste er für die doch Verständnis haben?“ „Fundamentales sogar.“ „Aber wenn sich Muslime fundamental an etwas orientieren, sind sie dann nicht Fundamentalisten?“ „Ja, kann man so sehen.“ „Das heißt, dass ein rechtsradikal orientierter Wirrkopf die fundamental orientierten Extremisten in der Partei entdeckt…“ „Dann frage ich mich, warum er nicht in der Partei bleibt.“ „Will er ja. Er hat nur Angst, dass sie ihn endlich rausschmeißen.“ „Und dann?“ „Müsste er in diese Partei gehen, die seiner politischen Gesinnung eher entspricht.“ „Das wird schwierig.“ „Stimmt, da sind ja nur fundamental orientierte Extremisten.“

„Ob man das als Angststörung erklären kann?“ „Also Sie meinen eine Störung, bei der man nur überlebt, wenn man anderen ständig Angst machen kann?“ „Möglich, es hat damals bei Erwerbslosen angefangen.“ „Und dann kamen irgendwann diese genetisch minderwertigen Kopftuchmädchen.“ „Ich würde eher auf eine schizoide Störung schließen.“ „Weil er sich die Angst nur einbildet?“ „Er braucht sie zumindest, weil sonst sein Weltbild nicht mehr funktioniert.“ „Das klingt auch logisch.“ „Es ist nur bemerkenswert, weil er offensichtlich selbst an das glaubt, was er da verkündet.“ „Manche brauchen eben keine Welt, um sie zu erklären.“ „Wenn er ein geschlossenes Weltbild aus Wahnvorstellungen verfolgt…“ „… könnte es sich auch um paranoide Schizophrenie handeln, meinen Sie?“ „Ich wollte zwar eher auf Fundamentalismus hinaus, aber die Übergänge sind ja fließend, Herr Kollege.“

„Mir fehlt hier allerdings die Konsistenz.“ „Sie meinen, es passt nicht zusammen?“ „Islamische Einflüsse sieht er wahrscheinlich, weil sich die SPD im Gegensatz zur Union befindet und noch nicht von islamophober Hetzpropaganda infiziert ist.“ „Das ist jetzt interessant. Die CDU verkörpert für ihn doch den bürgerlichen Rassismus, den er auch für die SPD haben will.“ „Aber insofern logisch, dass er noch in der SPD bleiben will, weil er sich damit gegen die bürgerliche Mehrheitsgesellschaft stellen kann.“ „Das rechtfertigt dann natürlich auch wieder so eine Opferfantasie.“ „Ich frage mich nur, wie das zu seinen Vorstellungen passt, dass das internationale Judentum Deutschland vernichten will.“ „Naja, wenn er verfolgt wird, dann sicher von allen zusammen, sonst lohnt es sich nicht.“ „Die übernehmen dann zusammen die Weltherrschaft, oder wie soll man sich das vorstellen?“ „Eher nicht. Sonst hätten sie sicher nicht eine Partei im Sinkflug ausgewählt, die solche verwirrten Deppen an Bord hat.“ „Er hat doch dementiert, dass die Partei ihn rausschmeißt?“ „Dement, Herr Kollege, das Wort ist: dement.“

„Wir haben es letztlich mit einem monokausalen Welterklärungsmuster zu tun.“ „Weil er für alles und jeden den Islam heran- und über ihn herzieht?“ „Das ist seine fixe Idee.“ „Ich sehe es eher als eine Zwangsstörung.“ „Aber dann höchstens eine, mit der er uns immer wieder zwanghaft stört.“ „Oder eine, bei der er uns seine Störung aufzwingt.“ „Jedenfalls neigt dieser Patient zu irrationalen Handlungen, obwohl er rational die Unsinnigkeit seiner Denkinhalte erkennt.“ „Erkennen müsste.“ „Müsste?“ „Ab einem gewissen Stadium können wir nicht mehr voraussetzen, dass er seine Störung noch als solche anerkennt.“ „Dann haben wir hier wohl eher mit einer überwertigen Idee zu tun, meinen Sie nicht auch?“ „Indem er gleichzeitig den anderen Minderwertigkeit unterstellt, zum Beispiel in Form eines geringeren IQ.“ „Mich würde daran nur interessieren, wie man auf so eine Idee kommt.“ „Durch einen geringeren IQ vielleicht?“ „Und diese überwertige Idee stellt er dann über seine Partei und sucht sich nicht eine, deren Programm komplett mit seinen Wahnvorstellungen korreliert.“ „Sie haben es erfasst.“

„Meinen Sie, das ist ansteckend?“ „Ich würde es nicht ausschließen. Die Annahme, die SPD sei von Linksextremisten gesteuert, hat er ja nicht zuerst in die Welt gesetzt.“ „Also jetzt wird’s kompliziert: eine linksextremistische jüdische Weltregierung installiert fundamentalistische Islamisten in der SPD, damit sie ihn rauswerfen können.“ „Und er selbst meint, er habe ja nur erkannt, dass die Partei von jüdisch gesteuerten Muslimen gesteuert wird.“ „Irgendwo dazwischen hat er vermutlich seine Richtung verloren.“ „Wenn er seine Medikamente regelmäßig genommen hätte, würde ich annehmen, er hat sie eben nicht regelmäßig genommen.“ „An dieser Stelle bitte keine Spekulation, Herr Kollege. Das würde eindeutig zu weit führen.“ „Oder in die ganz falsche Richtung.“ „Allerdings.“ „Das sehe ich in dieser Symptomatik auch.“ „Richtig, er ist dann doch eher falsch abgebogen.“ „Also nach rechts?“ „Fundamental desorientiert.“ „Folglich ein dummes Arschloch.“ „Herr Kollege, das klingt nach einer Diagnose.“





Schattenmänner

28 01 2020

„… insgesamt 550 Einzelfälle in der Bundeswehr festgestellt. Ob es bei allen gemeldeten Fällen nur um gewaltbereiten Rechtsextremismus gehe oder auch um tatsächliche Verbrechen, könne die…“

„… sei es bisher nicht möglich gewesen, die durch Chatprotokolle belegten Verbindungen zur Polizei auch personell ausfindig zu machen. Die Bundesanwaltschaft weise in dem Zusammenhang nochmals darauf hin, dass eine Überschneidung von Armee und Polizeikräften rechtswidrig sei, weshalb man sicher davon ausgehen könne, dass diese auch niemals geplant oder…“

„… aber derzeit nicht von Kramp-Karrenbauer untersucht werde. Die Verteidigungsministerin sei mit ihrer Funktion als CDU-Vorsitzende komplett ausgelastet und werde erst nach dem nächsten Wahlkampf Zeit haben, bundespolitische Themen in der Verantwortung des…“

„… bis vor einem Jahr nur 200 Verdachtsfälle von rechtsextremistischem Gedankengut in der Bundeswehr vorgelegen hätten. Es sei also ein Phänomen der jüngeren Vergangenheit uns damit weniger belastend als die anderen in der deutschen Geschichte des…“

„… keinen einzigen Anschlag auf ein deutsches Auto gegeben habe. Wendt sehe die Mitteilung des Militärischen Abschirmdienstes als Propaganda gegen patriotische Soldaten, von denen weder ein Bekennerschreiben vorliege noch eine im…“

„… ungefähr dieselbe Anzahl an rechtskräftig verurteilten Neonazis mit Haftbefehl gesucht, aber noch nicht gefasst worden seien. Seehofer mache den zu strengen deutschen Datenschutz für die bisherigen Misserfolge der Strafverfolgung verantwortlich, die nun doch ein Umdenken bei der Gesichtserkennung und dem…“

„… darauf hingewiesen, dass das Ministerium für Staatssicherheit seinerzeit erheblich mehr Personen beschäftigt habe, die man heute als Linksextremisten bezeichnen müsse. Amthor wolle die Gefahr gewaltorientierter Demokratiefeinde im Staatsdienst durchaus nicht verharmlosen, warne aber zugleich vor einer Katastrophe durch die…“

„… könne das Ministerium wenigstens schon bekannt geben, dass Rechtsextremisten im Heer in den seltensten Fällen Zugang zu funktionsfähigen Waffen bekämen, wodurch sich das Risiko eines Staatsstreichs ganz erheblich…“

„… bestätigt habe, dass Bundeswehrangehörige, die Verdachtsfälle von rechtsextremer Betätigung meldeten, genauestens examiniert und im Regelfall aus der Truppe ausgeschlossen würden. Eine derartige Untersuchung bringe die Bundeswehr im Regelfall in Schwierigkeiten, ausreichend neue Kräfte zu rekrutieren, so dass aus Gründen der politischen Ausgewogenheit beide Seiten aus der Armee…“

„… sei die Polizei außerdem immer politisch neutral gewesen, was man daran sehe, dass sie auch Personen fremdrassiger Abstammung beschäftige. Wer dies zum Anlass nehme, Zweifel zu schüren an der Zuverlässigkeit der…“

„… nicht ausschließen könne, dass die von einzelnen Bundeswehrmitgliedern geplanten schweren staatsgefährdenden Straftaten eventuell nur metaphorisch gemeint seien. Bei der Armee handele es wieder sich um einen Staat im Staat, so dass vereinzelt unzufriedene Soldaten sich als…“

„… schwerpunktmäßig in der Eliteeinheit KSK festgestellt worden seien. Der Wehrbeauftragte sehe dies mit Erleichterung, da bei einer etwaigen Beobachtung durch den MAD so nicht das gesamte Heer, sondern nur eine ausgewählte…“

„… nur der Aufrechterhaltung des Schuldkultes gegen die unschuldigen Deutschen diene, die von der zionistischen Weltregierung durch Einkreuzen rassisch minderwertiger Flüchtlinge ausgelöscht und in ihrer Wehrfähigkeit beschränkt werden sollten. Höcke werde im unmittelbar drohenden Bürgerkrieg gegen die…“

„… bisher noch nicht feststehe, ob es noch mehr Soldaten gebe, die sich als syrische Flüchtlinge hätten registrieren lassen. Etliche Verdächtige, die dem Reichsbürgertum angehören würden, könne man aus naheliegenden Gründen ausschließen, es gebe aber noch einige hundert bisher nicht im…“

„… bei den meisten Angehörigen mangelnde Verfassungstreue vorliege. Kramp-Karrenbauer rate davon ab, dies als Ausschlusskriterium für die Beschäftigung bei einem staatsnahen Unternehmen oder einer Bundesbehörde zu definieren, da sich sonst eine tiefgreifende Veränderung in der…“

„… in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz erfolgen solle. Die Observierung durch sogenannte Schattenmänner sei recht einfach, da die betreffenden Spezialisten zum Teil dreißig Jahre lang in rechtsradikalen Organisationen mitgewirkt hätten und sich dadurch schnell in die Struktur der…“

„… dass sich die deutsche Geschichte nicht wiederholen dürfe. Gauland habe daran erinnert, dass die Wehrmacht schon einmal durch Verrat am Führer um den Endsieg gegen die…“

„… sich die Meldepraxis in der Armee ändern werde. So verzichte die Bundeswehr ab sofort nicht nur auf strafrechtliche Untersuchungen, sondern werde auch alle Mitteilungen anonym und vertraulich behandeln. Dies werde in einem Pilotprojekt zunächst für den Verdacht linker Betätigungen in der…“





Scharia und Josef

27 01 2020

„Das können Sie gar nicht beurteilen. Wir hier in Bayern, wir stehen nicht über dem Gesetz. Wir sind das Gesetz, oder geht das nicht in Ihren Schädel?

Das ist in diesem Zusammenhang erst mal egal, ob die Bundesregierung außerhalb von Bayern tätig ist. nach unserer Rechtsauffassung könnte das auch ein vorübergehender Zustand sein, schließlich hat die CSU dem Grundgesetz nicht zugestimmt. Oder meinetwegen der Freistaat Bayern, jetzt reiten Sie doch nicht auf diesen Feinheiten herum. Was wir hier beschließen, das ist beschlossen, da können Sie vor jedes Gericht ziehen, das Sie wollen, das ändert sich nicht. Wir sind ein freier Staat, hier kann jedes Gericht seine eigene Sichtweise haben. Uns als CSU steht es im Gegenzug frei, das zu ignorieren oder aber auch nicht. Gewöhnen Sie sich daran, dass Sie hier nicht in Ihrer linken Diktatur leben, wo die Staatsratsvorsitzende dem Koalitionspartner befiehlt, was richtig ist. Hier geht das andersherum.

Es gibt bestimmte Traditionen in diesem Land, die müssen anerkannt werden, weil wenn man die nicht anerkennt, sind es keine Traditionen mehr. Dass in jedem öffentlichen Gebäude ein Kreuz zu hängen hat oder dass man mit drei Maß Bier noch so verkehrssicher ist, dass man Auto fahren kann. Wenn sich das als falsch herausstellen sollte, dann kriegen Sie zur Bewährung einen Ministerposten. Daran zeigt sich, dass diese Tradition hier im Freistaat eine christliche ist, in der jeder Mensch eine zweite Chance verdient, oft auch noch sehr viel mehr. Das ist das Soziale an der CSU. Uns reicht das, Sie als Vertreter des Ökostalinismus haben aber sicher wieder etwas daran auszusetzen.

Wir haben eine christliche Sondergesetzgebung, die immer das Wohl des einzelnen Menschen im Blick hat. Scharia und Josef, das sind sozusagen unsere Wurzeln. Und wir sehen es auch nicht ein, dass sich beispielsweise Bundesminister, nur weil sie zufällig der CSU angehören und dann auch noch aus Bayern stammen, nicht auf diese christliche Tradition berufen dürfen. Oft ist das der einzige Weg für CSU-Mitglieder, in die Bundespolitik zu gelangen, dazu müssen sie ihre Heimat verlassen – an diesen Migrationsschicksalen haben wir schon genug zu tun, da können wir nicht auch noch die ganzen Flüchtlinge bedauern, die größtenteils eh nicht in Bayern Platz haben. Außerdem sind das Ausländer, die nur nach Deutschland kommen, um hier von unserem Staatswesen zu profitieren.

So ein durchschnittlicher Flüchtling hat zum Beispiel gar kein Auto, dabei haben wir extra für die Ausländer eine Maut beschlossen, die dann am Ende auch die Deutschen zahlen sollten, weil sich ein Gericht angemaßt hat, in unsere Rechtsprechung einzugreifen. Ein europäisches Gericht hat sich da nicht einzumischen, verstehen Sie? Bayern liegt in Deutschland, und wer in unsere Rechtstraditionen eingreift, der muss ein robustes Echo vertragen. Wir lassen uns so eine Beleidigung nicht gefallen, das wird auf jeden Fall noch ein Nachspiel haben.

Gerichte, die überhaupt keine Ahnung haben von unserer Rechtsauffassung, die sollen sich nicht in die Politik einmischen. Wenn wir Kritik wollen, dann geben wir das bekannt. Sie haben ja offenbar nicht einmal Ahnung davon, dass diese Juristen jetzt auch noch einen Untersuchungsausschuss gegen einen unserer Minister aufhetzen. Das ist doch ganz klar, dass wir da nicht kooperieren. Es gab eine öffentliche Bekanntmachung, dass wir die Unterlagen doch zur Verfügung stellen? Keine Ahnung. Dann ist das halt Tradition.

Geben Sie es doch wenigstens zu, Sie wollen ja nur die Regierung stürzen. Sie verlangen von allen anderen maximale Transparenz, dann können wir das von Ihnen schließlich auch verlangen. Wenn wir zum Beispiel die Kosten für den Autobahnausbau nicht bekannt machen, liegt das nicht an unserer eigenen finanzpolitischen Auffassung, jedenfalls nicht nur. Wir wollen auch die Bevölkerung nicht verunsichern, obwohl wir das natürlich könnten, denn 1,4 Milliarden Euro sind eine hervorragende Wirtschaftsförderung, die auch bei den Bürgern ankommt. Die Veröffentlichung der Dokumente in vollständiger Fassung würde bloß die Gefährdung fiskalischer Interessen des Bundes im Wirtschaftsverkehr begründen – es ist also im öffentlichen Interesse, dass das nicht in öffentlichem Interesse ist. Wir werden uns das von einem Gericht bestätigen lassen, falls wir eins finden, das unsere Rechtsauffassung teilt.

Hier werden die besten politischen Köpfe auf dem Altar der politischen Korrektheit geopfert, das wollen Sie in Ihrer Verblendung bloß nicht sehen. Wer ist denn dafür verantwortlich, dass nach einer einzigen Legislaturperiode ein Minister nicht mehr aufgestellt wird? Diese Menschen werden nämlich von Ihnen mutwillig gebrochen und müssen in der Wirtschaft politisches Asyl beantragen. Die müssen in die Autokonzerne gehen und zur Bahn, um dort tatenlos zuzusehen, wie wir immer dümmere Affen in die Regierung schicken, um einigermaßen unser Niveau zu halten. Ist es das, was Sie gewollt haben? Sie mit Ihrer linken Berichterstattung, Sie sind doch dafür verantwortlich, dass hier skandalisiert wird, was bei uns schon immer als ganz normal galt! Was kommt denn als nächstes? Demnächst unterstellen Sie unserem Minister, eine eigene Rechtsauffassung zu haben sei so ähnlich wie bei Reichsbürger – das dauert ein halbes Jahr, dann fängt Seehofer an zu reagieren und verbietet aus Rache die CSU als liberale Terrorzelle! Dann wandern die guten Leute eben bald ab und werden Präsident in Amerika, wo man mit Fleiß und Anstand etwas werden kann. Ach, und Sie meinen, man müsse da geboren sein? Interessant, aber das kümmert uns nicht. Unsere Rechtsauffassung ist da eine ganz andere.“





Ägyptische Finsternis

26 01 2020

Am Nil, da saß der Pharao
und fragte sich dereinst: „Wieso
stehn diese Pyramiden
hier in der Sonne so herum?
Da war wohl einer schrecklich dumm.
Das hätte ich vermieden.
Vor allem nehmen die das Licht,
das schätzt das Volk nun wirklich nicht“,
sprach Ramses.
„Auch sieht man ein gewaltig Dings,
die Leute nennen sie die Sphinx –
da ham ses!“

Das große Pharaonenhaus
verkracht sich fast ob diesen Baus,
man hört, wie sie sich zanken.
Ist es am Ende schon so weit,
dass diese weit vor ihrer Zeit
bereit sind, abzudanken?
„Fürwahr, als Könige am Nil
beherrscht man Fluss und Land und viel“,
sagt Amenophis.
„Wer sich an diesen Quatsch ranwagt,
den Machtverlust alsbald beklagt,
weil’s doof is.”

Da kommt die Frau ins Herrscherhaus,
sieht Staub und Schmutz trotz Saus und Braus
samt Mistkäfern und Wanzen.
Als erstes räumt sie alles auf,
dann rechnet sie, dann kommt sie drauf:
es steckt in den Bilanzen.
„Ich würde“, sagt die Königin,
„da ich nun mal am Ruder bin,
die Nofretete,
die Steuer steigern, umso mehr,
als wenn ich dann die erste wär,
die’s täte.“

Der Pharao, der dieses plant,
auch wenn ihm dabei Unheil schwant,
er weiß: so wie bei Hempels
sieht’s unter Pyramiden aus.
Es hilft allein das Ziel des Baus
des allergrößten Tempels.
„Für der Ägypter Größe zeugt,
dass dieses Volk sich niemals beugt“,
tönt Thutmosis.
„Ihr meint, vom Geld blieb keine Spur?
Meine Verwaltung, glaubt es nur,
weiß, wo’s is.“

Die Sache, dieses weiß heut jeder Gimpel,
sie endete alsbald in Abu Simbel.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDLXXVII)

25 01 2020

Gibt Libor den Schülern in Brotzen
die Hausarbeit, hört er nur Motzen.
Sie bleiben sich treu: es
heißt, man lernt nichts Neues.
Das finden sie alle zum Kotzen.

Sucht Koen einen Knecht in Sankt Vith,
so wartet man, wie er entschied.
Man liegt auf der Lauer,
es schielt ja der Bauer,
nie weiß man, wen er nun ansieht.

Ist Dušan auch in Tafelhütten
mit seinen Geschwistern zerstritten,
so weiß man: sie stärken
bei all seinen Werken.
Er muss sie nur mal darum bitten.

Jeroen hätte gerne in Swalmen
fürs Nutzvieh geräumige Almen.
Das nimmt ihm viel Mühe
für fünfhundert Kühe.
So schmückt er die Ställe mit Palmen.

Sieht Bohuslav mal in Deutsch Rust
im Schwimmbad die weibliche Brust,
so löst ihm die Steife
ein Esslöffel Seife.
Das nimmt ihm fürs erste die Lust.

Julien hatte eigens in Catz
im Dachgeschoss für seinen Schatz
ein seidenes Kissen.
So konnte er wissen,
sie lag immer auf ihrem Platz.

Ließ Vojtěch sich in Siebenhuben
im Wald helfen, waren’s die Buben,
die dort auf dem Boden
umpflügen und roden
und außerdem für sieben gruben.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXCVIII): Experten im Internet

24 01 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Ja, früher waren es noch die Orakel, deren Gedöns man mit zu viel Schnaps für eine halbwegs interpretationsfähige Bilderfolge halten konnte, wenn man sich nur auf eine konsistente Bilderfolge geeinigt hatte. Heute trinkt man den Schnaps vorher und nachher und überhaupt, und dann nennt man das ganze Geschwiemel Fake News, glaubt dem lautesten Emittenten des weißen Rauschens und schaukelt seine Drüsen in trauter Gewissheit, dass die zuvor bekannten Räume sich stets so krümmen, wie es in der Klippschule eingebimst wurde, falls nicht die ganze Klasse simultan zum Nachjustieren der Gesichtsattrappe auf der Schüssel hockte. Dann kam Kollege Flaschenbier – eine Episode auf dem Weg in den Untergang, wer würde das schon lesen – und die Sache war geritzt. Alle wussten alles, das wussten ja alle, und was gab es darüber schon zu wissen? Richtig, es fehlte noch der Medienkanal. Damit öffnete sich geschmeidig Pandoras Büchse. Wir haben den Anschluss offenbar verpasst, wenn sonst gäbe es wohl kaum die Experten im Internet.

Die großen Fragen unserer Zeit auf den Gebieten Medizin, Recht und Bauphysik bedürfen einer stetigen Diskussion, und wo sonst könnte die stattfinden, wenn nicht in der Öffentlichkeit der sozialen Medien. Hier sind die großen Geister der Gegenwart versammelt, zumindest die, die sich dafür halten. Sie sehen es als ihre Aufgabe, die gesamte Menschheit immer wieder von der Genialität ihres Denkens zu überzeugen, auch wenn es der breiten Masse offenbar schwer fällt, den von ihnen abgesonderten intellektuellen Bauschaum für mehr zu halten als eine Lautäußerung, der mit Vollignoranz hinreichend Genüge getan ist. Sie leiden an ihrer Sendung, denn obzwar sie alles und vor allem alles besser wissen, so haben sie doch auch begriffen, dass es keiner hören will, der jäh mir ihrem Geschwurbel konfrontiert wird.

Der Experte im Internet ist leicht auszumachen; er gibt hier und da aus eigenem Antrieb seine fachkundige Meinung beispielsweise über aktuelle Fragen des Strafrechts hin sowie her, wohl wissend, dass es nicht bei jeder Frage eines Arbeitsvertrags zwingend um Mord handeln muss, aber das dem desinteressierten Laien langwierig zu erklären ist ja nicht seine Aufgabe. Droht die Debatte plötzlich in Richtung Naturwissenschaft abzugleiten, so ist die Flexibilität gefragt, die erst das anonyme Medium erlaubt: aus dem Advokaten, der zwölf Sequester Jurististik an der Ronald McDonald University of Cheeseburgh absolviert hat, wird flugs der agile Adept von Schrödinger und Heisenberg, der mit Mengenlehre und Schleifenquantengravitation auch die Erderwärmung erklären kann, obwohl sie sich im Widerspruch zur eigenen Forschung befindet.

Große Bescheidenheit zeichnet diese geistige Elite aus, denn sie streut ihr Geheimwissen meist unentgeltlich unter die Leute, obwohl sie dafür mindestens einen Nobelpreis verdient hätte. Emsig kraucht das von Theorie zu Theorie und entwirft die Weltformeln, von denen die etablierte Wissenschaft meist nur müde träumt, da sie in ihrer eigenen Langsamkeit verhaftet immer noch Dinge prüft, statt kühn Paläste in die Gegend zu labern. Dabei ist es ihnen zu verdanken, dass sie auch keine Scheu haben, abseitige Positionen wie Chemtrails, Impfkritik oder Rassenlehre in ihren Wurf mit einzubeziehen, da sich nur aus einer ganzheitlichen Schau aller denkbaren Elemente überhaupt der Sinn des Universums erreichen lässt, wie ihn niedere Wesen, die nur ein- bis zweimal promoviert wurden, niemals fassen würden. Die soziologischen Aspekte der zweiten Lautverschiebung gehören dazu wie der ontogenetische Ansatz der Fahrphysik innerhalb geschlossener Ortschaften. Was alles hier Ereignis wird, wissen nur künftige Generationen so recht zu würdigen, wenn überhaupt.

Das Internet ist der legitime Nachfahre des Stammtisches, inklusive des szenetypischen Einsatzes von Alkohol und anderen Substanzen, die die Türen zur Rumpelkammer des Hirnzellenkellers aufpopeln. Zwar gibt sich der privat Gelehrte hier nicht namentlich zu erkennen, wenn er es nicht muss, doch gerade dadurch wächst ihm die zweite Natur aus der Birne, um die Ausschussware der Mainstream-Bildung mit Mut und Schmackes zu befehden, auf dass sich die Früchte seiner in harter Autodidaktik erworbenen Belesenheit endlich in der Öffentlichkeit durchsetzen. Dass dies meist in der geschlossenen Veranstaltung einer Filterblase mit beschränkter Hoffnung geschieht, ficht ihn nicht an, ja es ist ihm Ansporn genug, zu jeder Zeit mehr Gebiete der Weisheit in seine profunde Forschung zu integrieren, um sich einen Namen zu machen als der Weisheitsfreund, der fließend von der numerischen Integration zum Betriebswuchten gelangt, wo dem angeblichen Fachmann nur die neidvolle Beschränkung auf eine Disziplin bleibt. Wir alle sind dem Experten zutiefst verbunden und zollen ihm gerne Respekt, lebt er uns doch vor, wie schneidig man Wissen erlangt. Studieren kann ja jeder.





Aktionismusplan

23 01 2020

„… wolle die Bundesregierung mit dem Nationalen Aktionsplan Integration ein Maßnahmenpapier vorlegen, das ebenso wie die bisherigen Aktionen für mehr Steuergerechtigkeit, Arbeitnehmerschutz, Klimawahrung und eine gesamtgesellschaftlich gesehen verträgliche Einigung mit gewaltbereiten Rechtsextremisten, die sich für eine erneute…“

„… nicht erwünscht seien. Widmann-Mauz setze auf eine transparente Kampagne, damit die nach Deutschland vermittelten Fachkräfte bereits vor ihrer Ankunft wüssten, dass ihre Ausreise nach einem befristeten Aufenthalt nicht auf persönliches Verschulden, sondern auf die allgemeine…“

„… die Botschaftsangehörigen geschult werden müssten, um die Bundesrepublik als klassisches Einwandererland repräsentieren zu können. Nach dem Vorbild der USA wolle man jedoch eher auf den Transfer ausländischer Gelder für den Aufenthalt als auf die Einreise nach…“

„… werde auch der Wohnungsmarkt als wesentlicher Faktor bei der Integration in die deutsche Gesellschaft berücksichtigt. Wer drei Jahre lang vergeblich von seinem Heimatland in Afrika oder Ostasien aus versucht habe, ohne Kenntnisse der deutschen Sprache eine Wohnung für zwölf Personen kautionsfrei anzumieten, könne mit der Unterstützung der Behörden in der…“

„… wolle die Bundeswehr vor Ort mitwirken. Kramp-Karrenbauer unterstütze die Idee, dass Fachkräfte schon vor der Einreise erste Erfahrungen von Gewalt und Diskriminierung mit Staatsbürgern in deutschen Uniformen sammeln könnten, die für eine reibungslose…“

„… die Sozialgesetzgebung allerdings noch sehr deutlich angepasst werden müsse. So sei die Suche nach der geeigneten Stelle mit dem Auslandsdienst der Bundesagentur für Arbeit erheblich erschwert, da diese nur gesucht werden könne, wenn der Arbeitssuchende sich innerhalb weniger Stunden am Arbeitsplatz melde, was an den ostasiatischen Standorten nicht nur an der Datumsgrenze…“

„… den Aufenthaltsstatus wesentlich flexibler gestalten müssten. Die Bundesregierung erwarte den Arbeitnehmer, der dank einer Sonderregelung auch ohne gültigen Aufenthaltstitel sofort eine Berufstätigkeit aufnehmen könne, die allerdings bei einer Abschiebung auch umgehend wieder…“

„… würden die Fachkräfte im Aktionsplan von der Politik, von Arbeitgebern und Sozialverbänden ausdrücklich als Bereicherung bezeichnet. Für die Integrationsbeauftragte sei es nun nur noch die notwendige Eigenleistung der Einwanderer, sich selbst als Bereicherung für den…“

„… sich die Wirtschaftsverbände sehr zufrieden zeigten. Die Bahlsen GmbH & Co. KG habe mit einem neuen Unternehmenszweig für gehaltsfrei beschäftigte Arbeiter eine für den Standort sehr günstige Lösung geschaffen, die sich nachhaltig auf den gesamten…“

„… sich die sogenannten Engpassberufe nicht über die Quote der offenen Stellen definieren sollten, sondern über die Anzahl der deutschen Arbeitnehmer, die nicht mehr bereit seien, zu den gebotenen Löhnen und Gehältern in diesen Berufen zu arbeiten. Da beispielsweise in der Pflege eine dauerhafte Unterbesetzung drohe, könne eine quasi unbegrenzte Einwanderung für die…“

„… auch landestypische Werte wie etwa die Gleichstellung vermittelt werden. Für Altmaier reiche es allerdings aus, wenn die Bereitschaft vorhanden sei, seine Frau zu einem geringeren Gehalt auf einer Teilzeitstelle zu…“

„… auch Partikularinteressen betroffen seien. So habe sich Söder zusichern lassen, dass keine Arbeitsmigranten in Schützenvereinen oder Fußballmannschaften Mitglieder würden und auch nicht das Ziel hätten, in lokalen Kirchengemeinden zu ministrieren. Dies könne schnell zu einer nicht artgerechten Haltung der prekär Beschäftigen führen, die sich in ländlichen Gebieten nur als…“

„… analog der üblichen EU-Regeln gelte. Ein Fremdarbeiter, der wie von der Bundesregierung die Union zuerst über deutschen Boden betrete, verwirke damit automatisch sein Recht auf einen Arbeitsplatz in einem anderen Staat und könne auch bis auf Weiteres nicht mehr die Freizügigkeit für sich in Anspruch nehmen. Auch dies diene der Stärkung des Standorts, da die EU-Nachbarn bisher nicht in der Lage gewesen seien, die Migranten mit ausreichend finanziellen…“

„… die Integration auf Bewährung erfolge. Seehofer halte die lebenslange Kontrolle einer Eindeutschung im Abstand von zwei bis drei Jahren für eine gute Maßnahme, um die Schläfer, die keinen Schweinebraten zubereiten und in eine Gewerkschaft eintreten wollten, für einen notwendigen Schritt, den er bis zur letzten Patrone…“

„… keine ausländischen Abschlüsse anerkennen wolle. Die deutschen Handwerkskammern hätten große Bedenken, wenn etwa Gebäudereinigung oder Müllsortierung nach nicht in Deutschland geltenden Standards vorgenommen würden, da dadurch mittelfristig ein Ende der christlich-abendländischen Kultur und sowie aller damit verbundenen…“





Dorfdeppen

22 01 2020

„Julia Klöckner sollte den Behindertenparkplatz nutzen dürfen.“ „Da sind wir mit Ihnen ganz einer Meinung.“ „Doch, ja.“ „Aber trotzdem ist die Idee gut.“ „Warum?“ „Haben Sie eine bessere?“ „Was ist an der Idee gut, die Bevölkerung zu polarisieren und dann feindliche Lager aufeinander zu hetzen?“ „Macht es denn die Regierung anders?“

„Diese ganze Kampagne ist schon deshalb total destruktiv, weil es das Ziel der Bundesregierung sein muss, für einheitliche Lebensbedingungen in der ganzen Republik zu sorgen.“ „Wir sind da ganz bei Ihnen.“ „Echt.“ „Aber man muss da auch mal die Konsequenzen in Betracht ziehen.“ „Wenn wir jetzt hier im Westen Bedingungen schaffen würden, in denen man nicht mehr so tun müsste, als seien die Flüchtlinge eine Bereicherung für unser Land, dann können wir einpacken.“ „Es geht nicht darum, sie als Bereicherung anzusehen, wir sollten sie wie Menschen behandeln.“ „Das wäre noch schlimmer.“ „Bevor Sie uns mit dem Grundgesetz kommen…“ „Sie meinen also, ich soll nach drüben gehen?“ „Schade.“ „Was?“ „Ich hatte mich so gefreut, das einmal in meinem Leben zu jemandem nach 1990 zu sagen.“ „Aber nehmen Sie es nicht persönlich.“

„Schauen Sie, das ist ein sehr beispielhafter Fall. Das zeigt die unterschiedlichen Standpunkte, und wenn Sie sich für einen entscheiden müssen, dann wählen Sie am besten den, der Ihnen auch eine Abgrenzung von anderen erlaubt.“ „Also ist die Entscheidung, als Arbeitnehmer vom Staat benachteiligt zu werden, auch eine Entscheidung gegen die Arbeitgeber?“ „Wieso werden Sie denn als Arbeitnehmer vom Staat benachteiligt?“ „Weil die Arbeitsmarktpolitik die Lohnentwicklung nicht begünstigt.“ „Natürlich, weil ja auf der anderen Seite die Arbeitgeber unterstützt werden müssen.“ „Damit die Löhne stabil bleiben?“ „Ich glaube, Sie haben es noch nicht so ganz begriffen.“ „Die sollen schon stabil bleiben, aber sich nicht unbedingt auch nach oben entwickeln.“ „Verstehe, und weil es in meinem Betrieb dadurch auch nicht mehr genug Fachkräfte gibt, ist es gut, wenn durch diese Politik mein eigener Arbeitsplatz gefährdet ist, obwohl mein Arbeitgeber…“ „Jetzt nerven Sie uns nicht mit komplizierten Denkmodellen, das hilft uns im Wahlkampf nicht weiter.“ „Eben.“ „Vor allem nicht im Lagerwahlkampf.“ „Sehr richtig.“

„Es ist Ihnen also wichtig, dass wir als Wähler grundsätzlich gespalten sind.“ „Naja, nicht gerade grundsätzlich, aber im Prinzip schon.“ „Das ist eine Frage der Maxime.“ „Wir müssen dafür sorgen, dass die Wähler sich im Recht fühlen, die wandern sonst noch zu einer anderen Partei ab.“ „Also zum Beispiel die Mieter oder die Vermieter.“ „Oder die Bürger und die äääh…“ „Also alle anderen, Sie verstehen schon.“ „Und wenn man jetzt die Position der anderen nachvollziehen kann und das trotzdem nicht gutheißt?“ „Dann sind Sie innerparteiliche Opposition, das können wir uns nicht leisten.“ „Da können Sie ja gleich zu den anderen gehen.“ „Bei uns herrscht jedenfalls Geschlossenheit.“ „Also vor den Wahlen.“ „Oder wenn die Vorsitzende das so anordnet.“ „Und wenn alle mitmachen.“

„Und wenn ich nun als Stadtbewohner nicht einsehe, dass sich diese Partei mit Dorfdeppen gemein macht, um irgendwelche Klischees über die soziale Entwicklung in Deutschland breitzutreten?“ „Dann ist das auch innerparteiliche Opposition.“ „Aber diesmal finden wir die gut.“ „Weil wir ja als Volkspartei auch eine gewisse Bandbreite abbilden müssen.“ „Und solche Spannungen halten wir dann aus.“ „Immer vorausgesetzt, dass wir bei der Besetzung wichtiger Mandate Prioritäten setzen können.“ „Stellen Sie sich mal vor, wir würden so einen Hinterwäldler in die Parteispitze…“ „Oder als Vorsitzende!“ „Nee, das können Sie sich dann mal abschminken.“ „Falls das Ihre Absicht gewesen sein sollte.“ „Eben.“ „Also nur so als Frage.“

„Dann haben Sie meine Frage ja erschöpfend beantwortet.“ „Ach, ist doch selbstverständlich.“ „Welche Frage?“ „Dass Ihre Partei einfach nur eine beschissene Hetzkampagne raushaut, weil an den entscheidenden Stellen für Krisenkommunikation geistig minderbemittelte Arschlöcher hocken.“ „Das wollen wir zunächst einmal nicht abstreiten.“ „Ja, man kann das so ausdrücken.“ „Ich würde sogar sagen, Sie haben hier eine wichtige Sache sehr schön auf den Punkt gebracht.“ „Wirklich!“ „Und, was folgt daraus jetzt?“ „Dann würde ich Ihnen empfehlen, wählen Sie unsere Partei.“ „Was!?“ „Im ersten Schritt ist das natürlich schon ausreichend.“ „Sie können sich ja dann immer noch überlegen, ob Sie sich nicht zu einer Mitgliedschaft entschließen.“ „Das wäre langfristig bestimmt der bessere Weg.“ „So können Sie auch die innerparteilichen Gegner von Ihren Standpunkten überzeugen.“ „Und da wird es sicher sehr viele geben, die Sie bisher noch gar nicht kennen gelernt haben.“ „Was soll ich in Ihrem Laden!?“ „Zunächst wäre es gut, sich auf einen offenen Dialog einzulassen.“ „Und dann können wir Schritt für Schritt die Krisenkommunikation verbessern.“ „Oder auch andere kommunikative Dinge.“ „Oder irgendwann auch die Partei.“ „Sie müssen nur wollen.“ „Es ist ja gar nicht so schwer, wie Sie sich das vorstellen.“ „Denken Sie nur an den Fachkräftemangel, der uns alle betrifft.“ „Sie könnten hier wirklich ein Zeichen setzen.“ „Und was wollen Sie von mir?“ „In den ersten Tagen verschaffen Sie sich einfach einen Überblick.“ „Nach zwei Wochen sind Sie in der Fraktion wie zu Hause.“ „Man lernt sich so schnell kennen!“ „Sie werden sehen, nächstes Jahr sind Sie schon auf dem Bundesparteitag.“ „Da werden immer Delegierte gesucht.“ „Und dann?“ „Überlegen Sie mal: wären Sie nicht auch gerne Bundesminister? Zum Beispiel für Landwirtschaft?“