In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXCVI)

6 06 2020

Es orgelt Franziska in Hallstatt,
auch wenn’s in der Kirche viel Hall hat.
Sie will bei Konzerten
nichts überbewerten,
die finden dort auf jeden Fall statt.

Der Josef in Klaus an der Pyhrnbahn,
der fühlte wohl hinter der Stirn Wahn.
Nun meint er inwendig
und sagt auch beständig,
dass Züge mit offenen Türn fahrn.

Es fand Karoline in Steeg
die Lösung. Doch der Rechenweg
war ebenso wichtig
und keinesfalls richtig.
Null Punkte: es fehlt der Beleg.

Den Husten will Kurt in Roßleithen
auf gar keinen Fall mehr verbreiten.
So pflegt er nun nächtens,
was edel und rechtens,
allein aus dem Haus nur zu schreiten.

Es musste ja Edmund in Posern
beim Lotteriespiel ständig mosern.
Mit allen Gewinnen
zieht man froh von hinnen –
er war nun mal bei den Verlosern.

Isolde, die brachte in Molln
des öfteren etwas ins Rolln.
Sie kullert mit Wonne
die blecherne Tonne
für alle, die’s nicht hören wolln.

Man sah Mechthild manchmal in Muth
mit Mütze, doch niemals mit Hut.
So oft sie’s versuchte,
ließ sie es und fluchte.
Er saß auf den Ohren nicht gut.