In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DVII)

22 08 2020

Es schwärmt Tomasz in Wilhelmine
von einer entzückenden Biene.
Sie lebt vegetarisch,
er denkt literarisch
und schenkt ihr Rilkes Apfelsine.

Serge radelt in Spechbach-le-Haut
seit Jahren im gleichen Trikot,
doch nie in demselben
von all diesen gelben:
er hat wohl zweihundert. Chapeau!

Es wollte sich Roman in Tschechen
beim Ortsvorstand fürchterlich rächen,
indem er mit Gaben
die andern, die haben,
ausschließlich begann zu bestechen.

Es liegt Frédéric meist in Toul
im Sommer faul im Gartenstuhl,
es sei denn, es regnet,
denn dann nur begegnet
man ihm auf dem Weg in den Pool.

Es hasst Karol sehr in Wehrwilten
die Ausbilder, wenn sie oft brüllten,
sodann die mit Bärten,
die, die niemals hörten
und schließlich zumeist die bebrillten.

Es plagt Amédée sich in Spicheren.
„Verständlich, dass ich dort nicht kicher, denn
die Wege, die fernen,
sind ohne Laternen.
Ich fahre nur noch auf den sicheren.“

Kam Mieczysław abends in Wöterkeim
vom Arbeitsplatz mit seinem Köter heim,
muss er ihn nicht suchen.
Sonst hört man ihn fluchen,
und er kam ein paar Stunden später heim.