In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DVIII)

29 08 2020

Es nervte Pierre in Attenschwiller
der Nachbar. Der war nämlich Müller
und mahlte behende
die Weizenbestände.
Es drehn sich die Flügel nie stiller.

Huub malte am Häuschen in Made
in kräftigem Ton die Fassade.
Die Linie setzt er
am Fenster zuletzt her.
Der Strich war nur leider nicht gerade.

Es speiste Stéphane in Véel
im Gasthaus recht üppig und schnell.
Das sollte sich lohnen,
denn alle Portionen,
die sind hier durchaus sehr reell.

Es klagte Marc in Kockelscheuer
beständig den Anstieg der Steuer.
Er kann, wie die meisten,
sich gar nichts mehr leisten.
Auch ist so ein Flugzeug ja teuer.

Alain pflegte oft in Kalhausen
die rheinischen Muscheln zu schmausen
und isst von den Dingern
nur mit seinen Fingern.
Besteck, meint er, sei für Banausen.

Wahid kauft in Putussibau
ein Sommerkleid für seine Frau.
Der Schnitt ist erfreulich,
das Rot schlicht abscheulich.
Zum Glück gab es das auch in Blau.

Es zieht Isabelle in La Caure
sich Stiefel an und geht ins Moor.
Der Gang ist beschwerlich,
doch sie ist da ehrlich:
das Putzen steht ihr noch bevor.