Stille

20 09 2020

Kein Hauch bewegt die Luft. Die Dinge schweigen
und reglos steht die Welt im Sonnenlicht.
Die Zeit verstummt, und wie der Strahl sich bricht,
will sich der Tag auch schon zum Dunkel neigen.

Die Hoffnung war, dass bald die Lichter steigen
in einen Himmel, der uns Trost zuspricht,
damit uns stützt beim nahenden Gericht
ein Helfer, dem wir unsre Wunden zeigen.

Kein Wort. Uns wirft das lastende Geschick,
bevor die letzten Dinge sich entfalten,
in eine stumme Innenwelt zurück.

Ein Winter voller Ewigkeit gefriert
und schafft bewegungslos einst die Gestalten,
in denen eine Schöpfung sich verliert.


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2 responses

21 09 2020
lamiacucina

Ein wunderschönes Gedicht.

21 09 2020
bee

Ich danke von Herzen! Es gibt diese Momente, wo Sprache die einzige Möglichkeit ist für eine kleine Weltflucht

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