Aus dem Leben eines Taugenichts

5 10 2020

„Irgendwas in der EU.“ „Das geht auch nicht so einfach.“ „Außerdem waren neulich gerade Wahlen, da sind alle Posten neu besetzt worden.“ „Man kann doch trotzdem mal fragen.“ „Was das wieder kosten würde!“ „Na, Sie sind mir ja ein Witzbold.“

„Auf Kreisebene sehe ich da noch Luft.“ „Auf Bundesebene würde ich auch gar nicht erst suchen.“ „Deshalb ja Europa.“ „Weil man da nicht so leicht auffällt?“ „Ich dachte, der Laden ist eh so im Eimer, da fällt ein dummes Arschloch mehr oder weniger gar nicht auf.“ „Das haben Sie gesagt!“ „Überlegen Sie mal, was man da alles kaputt machen könnte.“ „Ist das eine Wunschvorstellung?“ „Das war eher als Warnung gedacht.“ „Ach so.“ „Wenigstens kann man da nur auf EU-Ebene etwas kaputt machen.“ „Da wäre Deutschland automatisch mitbetroffen.“ „Aber alle anderen auch.“ „Und dann fällt’s halt nicht so sehr auf.“ „Das klingt eigentlich ganz gut.“ „Die Frage ist nur, ob die EU da mitspielt.“ „Wenn ich mir so ansehe, welche Nulpen wir da entsorgt haben…“ „Aber irgendwann muss Schluss sein.“

„Hat die Industrie nicht irgendwann mal die Fühler ausgestreckt?“ „Weil die einen Dämlack mit gestörtem Verhältnis zur Realität brauchen?“ „Die Autoindustrie hat doch auch solche Leute.“ „Man kann da als komplett fachfremder Vollidiot in die obersten Leitungsfunktionen einsteigen!?“ „Das ist meines Wissens in der Bundesregierung möglich.“ „Kleiner Unterschied, oder?“ „Von der Bezahlung her bestimmt.“ „Außerdem kann man als Manager vor Gericht landen.“ „Dann sollten wir nicht mehr ganz so intensiv nachbohren.“ „Sehe ich auch so.“

„Irgendeine Unternehmensberatung könnte den nehmen.“ „Weil?“ „Es ging doch um Zerstörung von bestehenden Strukturen unter Verschwendung möglichst hoher Steuergelder?“ „Da würde sich die Abwicklung der restlichen Solarenergiebranche anbieten.“ „Es gibt auch noch jede Menge Wind- und Wasserkraftwerke, die man in die Tonne treten könnte.“ „Werden da genug Steuern verbraten?“ „Wenn man alle bisher investierten Steuergelder zusammenrechnet, dürfte das hinkommen.“ „Und das ist ein nachhaltiger Job.“ „Stimmt, erneuerbare Energien kann man auch in zwanzig Jahren noch sabotieren.“ „Und man macht damit jede Menge Jobs kaputt.“ „Von der Wirkung auf das Klima mal ganz zu schweigen.“ „Super!“ „Ich will Sie nicht verunsichern, aber macht das die Bundesregierung nicht sowieso?“ „Wo sehen Sie das Problem?“ „Wir müssen ihn gerade aus der Schusslinie bringen, da ist ein Job in solcher Regierungsnähe ganz sicher kontraproduktiv.“ „Bisher war er doch auch schon regierungsnah beschäftigt.“ „Wie meinen Sie das denn?“ „Sie wollen uns doch nicht weismachen, er habe jemals irgendeine sinnvolle Tätigkeit für die Bundesregierung ausgeübt!?“

„Wie können wir ihn denn jetzt in der Industrie anpreisen?“ „Er hatte schon immer gute Kontakte in die Wirtschaft.“ „Das bringt jetzt natürlich nichts.“ „Ist Wirtschaftsnähe nicht immer positiv besetzt?“ „Höchstens dann, wenn man Bundeskanzler werden will und damit nicht sehr viel politische Tätigkeit in Verbindung bringt.“ „Ach so.“ „Außerdem ist er dann ja sowieso in der Wirtschaft.“ „Die haben aber auch manchmal Jobs für fachfremde Knalltüten.“ „Und wie wollen Sie ihn da unterbringen?“ „Man könnte sagen, er habe gute Kontakte zur Politik.“ „Merken Sie es selbst?“ „Was?“ „Was!?“

„In der Kirche wird er doch wohl sein?“ „Und Sie denken ernsthaft, man könnte jeden Deppen in dem Verein abladen?“ „Wenn jemand nichts weiß, ist die Annahme doch naheliegend, dass er sehr viel glaubt.“ „Eher, dass alle anderen dran glauben müssen.“ „Außerdem braucht man auch da eine gewisse intellektuell anspruchsvolle Ausbildung.“ „Kann man das nicht nachholen?“ „Bei den Grünen haben sie da doch auch Personal rekrutiert.“ „Ich würde da keinen Vergleich wagen wollen.“ „Wegen der Ausbildung?“ „Wegen des Intellekts.“

„Aber irgendwas müssen wir mit ihm jetzt doch machen!“ „Haben Sie gerade Stellenanzeigen da?“ „Im Regelfall können sich ehemalige Politiker mit Vorträgen…“ „Sehr geistreich, und worüber?“ „Aus dem Leben eines Taugenichts.“ „Hallo?“ „Ach ja, der Intellekt.“ „Versicherungen verkloppen oder Hotels eröffnen kann doch nicht so schwer sein?“ „Wenn man sonst nur andere für sich hat arbeiten lassen, könnte das zum Problem werden.“ „Und das kann man jetzt nicht beibehalten.“ „Ich würde den Einstieg in einer Führungsposition vorschlagen.“ „Das klingt logisch.“ „Wird auch besser bezahlt.“ „Haben Sie gerade mal die Stellenanzeigen?“ „Da sucht jemand einen Analysten.“ „Wunschdenken ist doch eine seiner Kernkompetenzen.“ „Leider wird Berufspraxis von mindestens einem Jahr gefordert.“ „Schade.“ „Man kann nicht alles haben.“ „Oder hier, Manager.“ „Wofür?“ „Ja, da haben Sie recht.“ „Nein, ich meine doch…“ „Egal.“ „Dafür erst recht nicht.“ „Man könnte irgendeine Spamfabrik mit ihm in der Rechtsabteilung ausstatten.“ „Auch die Branche besitzt ausgeprägtes Risikobewusstsein.“ „Und Stolz.“ „Es können eben nicht alle Parteichef werden, wenn der Parteichef irgendwann weg vom Fenster ist.“ „Bundespräsident?“ „Haben Sie noch alle Tassen im Schrank!?“ „Ja, schon gut.“ „Fürs Dschungelcamp muss man aber schon ein paar Jahre lang out sein?“ „Hier, das klingt gut.“ „Als Putzhilfe?“ „Brandenburg.“ „Das ist im Knast.“ „Er wird jeden Tag dankbar sein, dass er wieder raus darf.“ „Cool!“ „Worauf warten Sie noch?“ „Die Verbindung steht jedenfalls.“ „Hallo, Herr Söder? Wir haben das perfekte Endlager außerhalb von Bayern. Perfekt! Also für den Scheuer Andi.“


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