In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DXLVI)

5 06 2021

Es sang Aurélie schon in Rohr
als Kind oft mit im Kirchenchor.
Dann sackte die Stimme.
Das war nicht das Schlimme,
noch heute singt sie – als Tenor.

Sidi sagt sich in Cité Caisse:
„Ich schreibe mir auf, was ich esse,
samt Kalorienzählern
zu sämtlich Mählern,
bevor ich es wieder vergesse.“

Am Morgen geht Victor in Ruederbach
ans Fenster und macht seine Brüder wach.
Das dauert oft lange,
darob ist ihm bange:
er wird hinterher meist noch müder, ach!

Es spielt Djibo in Kalley Est
Klavier. Wenn man ihn spielen lässt,
ist unüberhörbar
und fast unzerstörbar:
er hasst das Klavier wie die Pest.

Jean-Claude, der voll Fleiß in Thiéfosse
vorm Fenster die Töpfe begoss,
muss niedergeschlagen
die Erde beklagen.
Es zeigt sich kein einziger Spross.

Idrissa schätzt in Amaloul
im Sommer seinen Swimmingpool.
Doch dies muss auch stimmen,
er kann gar nicht schwimmen.
Er sitzt nur dort im Gartenstuhl.

Für Ordnung steht Raymond in Rettel:
ihr störte fortwährend Gebettel
von seinen drei Hunden,
so hat er’s gefunden;
er hakt’s jeweils ab auf dem Zettel.


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