Hätte, hätte, Lieferkette

13 06 2021

Endlich hat die deutsche Politik wieder Grund, sich selbst zu beweihräuchern. Der Grund ist das lange angekündigte, von den Lobbymarionetten sorgsam kastrierte Lieferkettengesetz, das den Ansprüchen der kapitalistischen Verwertungslogik genügt und den Shareholdern nicht den Genuss ihrer Renditen vergällen wird. Was macht Kinderarbeit schon aus, wenn man sie nur bei den Lieferanten kontrolliert und nicht in der – haha, Wortwitz! – Lieferkette. Die Subunternehmer werden sich dann natürlich pflichtgemäß selbst auf die Finger schauen und Produkte wie Kakao oder Kaffee streng nach den Richtlinien des deutschen Gesetzgebers erzeugen. Oder erzeugen lassen. Oder jemanden beschäftigen, der jemanden beschäftigt, der jemanden beschäftigt, der jemanden beschäftigt. Falls die Firmen nicht zu klein sind, um irgendwann noch kontrollieren zu müssen. Aber auch da gibt es dann ganz legale Möglichkeiten, um die Lieferung sicherzustellen. Beispielsweise durch eigene Subunternehmen. Von sozial-ökologischen Standards mal abgesehen. Aber jetzt bitte nicht stören, wir müssen zu Ende feiern. Alle weiteren Anzeichen, dass diese Regierung weder Menschenrechte noch eine Umwelt braucht, um sich seine Erfolge in einer Parallelwelt zu basteln, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • cdu rechtsextremismus: Sie setzen selbstverständlich auf externe Berater.
  • laschet schizophrenie: Die Wirkung von Alkohol sollte nie unterschätzt werden.
  • masken billig bestellen: Niemand kann billiger als Spahn.
  • polizei nazis: Die Gründung einer Selbstidentitären Bewegung ist nur noch eine Frage der Zeit.
  • fußball deutschland: Hauptsache ohne Gendersternchen.
  • terroristen ermitteln: Die Geheimdienste setzen zunehmend auf Täterwissen.
  • verbotspartei sozialismus: Machen Sie sich keine Sorgen, mit der Union kommt der garantiert nicht.
  • scholz brechmittel: So schlimm ist er nun auch wieder nicht.
  • luftfilter nrw: Empfehlenswert bei der Landesregierung wäre ein Heißluftfilter.
  • laschet würfelt: In seinem Lebenslauf steht es jedenfalls nicht.