Des Königs Schnupftabakdose

18 07 2021

Die Schlacht von Kunersdorf, sie führt den König
nach Kunovice, wie das Dorf doch hieß.
Hier warteten des Preußen gar nicht wenig,
den vor dem ersten Schuss der Mut verließ.

Der Tag hub an mit einer Kanonade,
und Friedrich, statt er sich damit begnügt,
gerät in eine feindliche Parade,
worauf sich jählings eins zum andern fügt.

Zwei Pferde wurden unter ihm erschossen,
wie man von beiden Seiten ihn bedrängt.
Er aber schreitet, reitet unverdrossen,
bis er sich selber eine Kugel fängt.

Da rutscht den Generälen in die Hose
das Herz, das ihnen unter Friedrich blieb.
Wie ein Mirakel traf es jene Dose,
die trug er stets im Rock und hielt sie lieb.

Darinnen stak die Kugel – unbeschädigt
stand er vom Boden auf und sah aufs Feld:
ins Hühnerfließ gedrängt und schon erledigt,
mehr blieb ihm nicht. Es brannte eine Welt.

Die Tabatière, wenn die Gewehre zielen,
sie war im Weg dem Schuss. Kein Blut floss rot.
Doch war’s für die Soldaten, die dort fielen,
für fünfunddreißigtausend Mann der Tod.


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