Umgekrempelt

8 08 2021

Die Fakten sind schnell erzählt: nachdem die IT-Sicherheitsexpertin Lilith Wittmann in der CDU-Wahlkampf-App CDU Connect eine Vielzahl schwerer Sicherheitslücken entdeckt und die Partei davon in Kenntnis gesetzt hatte, wurde ihr eine Geheimhaltungsvereinbarung vorgelegt, nebst dem Angebot, fortan für die CDU zu arbeiten. Sollte sie dem zustimmen, sei alles gut. Wenn nicht, würde man Strafanzeige gegen sie erstatten. Dass auch schon Klima- oder Menschenrechtsaktivisten mit lukrativen Angeboten umgekrempelt werden sollten, ist bekannt. Die interessanteren Fragen aber stellen sich, wenn man das Rechtsverständnis der CDU betrachtet. Hat sich Wittmann tatsächlich strafbar gemacht, dann kauft sich die Partei damit eine Kriminelle als Expertin für einen Bereich, auf dem sie noch sehr viel Kompetenz bräuchte, um bei Null anzukommen. Hat sie legal gehandelt und wird mit dem empfindlichen Übel einer Strafanzeige genötigt – eine Strafanzeige, die die Partei bereits erstattet hat und die entgegen ihrer Verlautbarung nicht mehr zurückziehen kann, da es sich nämlich nicht um einen Strafantrag handelt, aber das muss ein Laden voller Blockversager ja nicht wissen – so ist dies eine falsche Verdächtigung. Die Beweislage dürfte der Popcornindustrie gefallen. Ob die Mafia sich von diesen unprofessionellen Methoden schon distanziert hat, ist nicht bekannt. Dass die CDU mit dieser Masche eine Reihe anerkannter Fachleute zur Mitarbeit bewegen konnte, bleibt ebenfalls Gerücht. Es tauchten nur neue Sicherheitslücken auf, die aber gleich im Netz bekannt gemacht wurden. Sage noch einer, die CDU stehe nicht für Transparenz. Alle weiteren Anzeichen, dass die deutsche Politik alles Profis überlässt, bis auf Sachen, die Profis machen sollten, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • motorsport nrw: Wie wär’s mit Speedboat?
  • cdu medien: Denen ist egal, was sie verbieten, weil sie es nicht verstehen.
  • bratwurst impfung: Da manche Konsumenten Angst haben, was alles in Billigfleisch verklappt wird, lockt man sie jetzt mit kostenlosen medizinischen Leistungen.
  • laschet alkohol: You can’t have one without the other.
  • bayern katastrophen: Aiwanger schließt bemerkenswert auf.
  • julian reichelt drogen entzug: Es gibt keinen Nachweis, dass das je stattgefunden hätte.
  • cdu hochwasser: Nicht mal absaufen können sie alleine.
  • olympia deutschland: Die Aussicht, einen Soziopathen mit Störung der Impulskontrolle als Regierungschef zu bekommen, reicht wohl nicht.
  • laschet afd: You can’t have one without the other.