In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXVI)

27 10 2018

Kriegt Tomáš mal Post in Fundstollen,
muss er in der Regel verzollen
die Fracht von Bekannten.
Das, was sie im sandten,
kann man allein gar nicht wegrollen.

Herminio saß in Volendam
am Morgen schon wüst in der Tram.
Er kam von zu Hause
just so aus der Brause,
doch fehlten ihm Bürste und Kamm.

Hört Rastislav morgens in Lecker
Gerassel, ist es nicht der Wecker.
Die Frau ist meist schneller,
die Laune im Keller,
und weckt ihn mit lautem Gemecker.

Benoît schmückt sein Heim gern in Guider
mit Topfpflanzen: Lilie und Flieder
stehn in seiner Küche
zwecks strenger Gerüche.
Bald rafft er sich auf und putzt wieder.

Es regnet bei Ivan in Girm,
doch fehlt ihm seit Wochen der Schirm.
Das geht in die Länge,
ein Knick im Gestänge –
im Herrichten ist er nicht firm.

Sucht Edison in Arboletes
ein Pflänzchen inmitten des Beetes,
geht er nach den Schildern
mitsamt ihren Bildern
und findet es schließlich – da steht es.

Dominika will in Kleinproben
nun Besserung endlich geloben.
Man sah sie oft wüten,
jetzt wird sie sich hüten –
sie tut’s auf dem Dachboden droben.

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