Verbrannte Erde

21 03 2021

Viel Kriegsgeschrei um das inzwischen aufgelöste Kommando Spezialkräfte: nachdem die Ministerin rückhaltlose Aufklärung angeordnet hatte, wie ein Bundeswehrverband große Mengen an Munition für private Kanäle abzweigen konnte, gab es immerhin die Möglichkeit der straflosen Rückgabe. Wie viele hübsche Ideen aus dem Hause AKK auch dies ein exzellenter Beweis für die Nichteignung in einer ministeriellen Führungsposition. Um das Procedere nun abzukürzen und weitere Beweisaufnahmen ein für allemal zu beenden, löschte ein Oberstleutnant nun die gesamten Daten im Dokumentationssystem der Armee. Löschen, das heißt in diesem Fall: ein nicht autorisierter, aber technisch ohne jede Form von Sicherung, sogar mit Rückfrage bewehrter Befehl. Auf den wird hier standesgemäß natürlich mit Gehorsam reagiert. Interessant ist in diesem Zusammenhang, warum überhaupt kein Backup in dieser Software existiert. Interessant ist weiterhin, dass man dienst- und strafrechtlich relevante Daten im Hochsicherheitsbereich einfach löschen kann, ohne dass ein Hupkonzert in der Chefetage des Bundesverteidigungsministeriums für Hirnembolien sorgt. Vermutlich mangels Masse. Traditionell liegt deutschen Soldaten dies Verfahren zur nachhaltigen Konfliktlösung näher: verbrannte Erde. Die nächste Generation lebt so viel entspannter. Alle weiteren Anzeichen, dass die Bundeswehr für die psychische Gesundheit rechtsterroristischer Elitekämpfer gar nicht genug tun kann, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • laschet psychologische betreuung: Bitte nur in der geschlossenen Abteilung.
  • maskenpflicht ballons: Lassen Sie unkooperative Passagiere während der Fahrt gerne aussteigen.
  • ostertorte bestellen: Am besten schon eine Woche vorher liefern lassen.
  • lockdown afd: Shut up, it is.
  • cdu wählen: Spätestens im Herbst wird die Union den Minderheitenschutz für sich entdeckt haben.
  • fake news: Heißt jetzt KMK.
  • messebau: Wenn Sie dabei gerne mal einen durchziehen, hat Ihr Pfarrer sicher ein bisschen Weihrauch zur Hand.
  • korruption csu: Die Wirksamkeit dieser regionalen Kleinstpartei für das restliche Bundesgebiet ist immer wieder beeindruckend.
  • schulenbremse: Dank Lustfilter.
  • schnelltests: Die einzige Hochgeschwindigkeitskomponente sind die Entschuldigungen, warum Spahn mit den ihm übertragenen Aufgaben intellektuell überfordert ist.




Blendgranate

7 03 2021

Bestimmte Krankheitsbilder geben durchaus Anlass zur Sorge, beispielsweise die Verbindung von kompletter Realitätsverleugnung mit Verlust der Impulskontrolle. Andererseits erwartet man von IM Seehofer auch nichts anderes mehr, wenn er die Novellierung des Telekommunikationsgesetzes mit wirren Überwachungsfantasien torpediert, indem er etwa für die Benutzung ausländischer Messenger-Dienste eine Identifikation mit dem deutschen Bundespersonalausweis verlangt. Was jahrelanger Einschluss im Modelleisenbahnkeller an Folgen mit sich bringt, lässt sich auch durch größere Mengen an Alkohol nur unzureichend simulieren, etwa die Idee, die schon für den aktuellen Distanzunterricht notwendigen E-Mail-Adressen an ein staatliches Dokument zu koppeln – unter 16 Jahren ist also keine Benutzung der Netzinfrastruktur möglich. Was erwartet man auch von einem populistischen Knalldeppen, dessen Gefasel fast automatisch vom Bundesverfassungsgericht als grundgesetzwidriger Schwachsinn retourniert wird. Nicht einmal die Bundesregierung hält diesen verbalen Bauschaum für umsetzbar. Da die Union derzeit nicht Mangel leidet an Versagern, die man aus Regierung und Parlament herauskatapultieren könnte, fiele das politische Ende dieser rechten Blendgranate gar nicht weiter auf. Vielleicht lässt sich das ja in China weiterverwenden, da irritiert es auch keinen. Alle weiteren Anzeichen, dass wir gerade an politischem Sondermüll leiden, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • laschet industrie: Hatten Sie etwa gedacht, der Mann macht seine Politik für Menschen?
  • bundestag briefwahl: Wenn das genau so perfekt organisiert wird wie die Impfungen, werden das spannende sechs Wochen bis zur ersten Wiederholung.
  • fernsehen schule: Wenn man die Kinder zum Fernsehen in die Schule schicken würde, könnten die Eltern wenigstens wieder arbeiten.
  • tempolimit kinder schule: Bis zur Bundestagswahl müssen wir jetzt erst mal über die fürchterlichen psychischen Störungen jammern, Verkehrstote lenken da nur ab.
  • spd kanzler: Sobald Heidi Klum Papst ist.
  • söder kanzlerkandidat: Er wartet, bis Laschet in der atmenden Öffnungsmatrix untergegangen ist.
  • spahn masken: Gut, dass es so schnell keinen Karneval gibt.
  • mitte cdu: Die rechte Mitte.
  • impfen frisöre: Vermutlich würden die Deutschen da schneller drankommen als auf dem herkömmlichen Weg.




Sollwert

21 02 2021

Was die amtierende Bundesministerin für Bildung und Forschung beruflich macht, dürfte zu den gut gehüteten Geheimnissen der Regierung zählen. Außer mit dümmlichen Sprechblasen zu kaschieren, dass sie sich mit den grundlegenden Themen ihres Ressorts noch nicht einmal beschäftigt hat, ist an diesem Sitzsack mit Frisurversuch nicht viel zu holen. Ihre Kernkompetenz liegt ja auch darin, dass sie die Quote der NRW-Kabinettsmitglieder auf dem Sollwert stabilisiert. Außer homophober Hetze, Technikfeindlichkeit und Investitionen für ihre persönlichen Freunde in der Folge rechtswidriger Ausschreibungsverfahren hat diese Versagerin nur ihr Engagement für das christliche Menschenbild zu bieten. Und als Expertin für Finanzpolitik, als die sie sich selbst zu bezeichnen pflegt – auch wenn Karliczek die einzige ist, die daran glaubt – weiß die erklärte Digitalisierungsgegnerin genau, warum von den 1,363 Milliarden Euro für den sogenannten Digitalpakt bis Ende 2020 lediglich 488 Millionen geflossen seien. Man könne, so das Ministerium, natürlich erst dann zahlen, wenn die Investitionen vollständig abgeschlossen seien und eine Rechnung vorliege. Wir haben ja Zeit. Hauptsache, die Kinder sitzen erst mal wieder in der Schule und gucken zu, wie der Lehrkörper lüftet. Und bis die kompletten fünf Milliarden Euro irgendwann von den Schulen vorfinanziert worden sind, haben die Lehrer auch alle eine dienstliche E-Mail-Adresse. Alle weiteren Anzeichen, dass Minister ohne Schulabschluss mit Atmen intellektuell voll ausgelastet sind, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • ferien deutschland: Gibt’s nicht mehr, ab drei Tagen ohne Schule werden deutsche Kinder psychisch krank.
  • laschet alkohol: Damit ist das Problem auch nicht zu lösen.
  • drogen liefern: Die meisten AfD-Abgeordneten sind schon mit einem Nebenjob ausgelastet.
  • spahn luftfilter: Bei ihm wäre es schon okay, wenn er ab und zu die Klappe hält.
  • laschet erfindet zahlen: Dass der Mann grenzwertig ist, wusste man auch vorher.
  • söder spd: Der größte Feind der CDU dürfte aus NRW kommen.
  • fdp verfassung abschaffen: Vorerst lassen sich Faschisten von Faschisten wählen, demnächst geht es andersherum.
  • fußball impfung: Die meisten Spieler lassen sich gleich noch ein Stück Hirn implantieren.
  • talkshow verbot: Vielleicht sollte man nach der ersten Runde einfach alle überflüssigen Arschlöcher vor die Tür setzen.
  • merkel impfung: Wir fragen mal bei Rummenigge, ob er noch was in der Handtasche hat.




Zuckerschock

7 02 2021

Üblicherweise entfernt man Angestellte, die ihre Unterlagen in den Schredder stopfen, damit man nicht merkt, wie oft sie in die Kasse gegriffen haben, mit dem Knüppel aus dem Betrieb. Danach sorgt man tunlichst dafür, dass im weiten Umkreis kein krankes Huhn ein Stück Brot von ihnen nimmt. Was Julia Klöckner angeht, Werbegesichtsversuch für jedes Produkt, das sie nach Maßgabe der EU zu kontrollieren oder vom Markt zu nehmen hat, sie trifft sich regelmäßig mit Industrievertretern der Grundnahrungsmittel: Fett, Zucker, Gammelfleisch, Farb- und Konservierungsstoffe. Was vor dem Verwaltungsgericht Köln längst zur Klage reicht, sie weigert sich, die nicht genehmigten Termine mit Lobbyisten offen zu legen. Als wäre sie für den nächsten Versagerposten im Verkehrsressort gesetzt oder anderweitig als intellektuelle Ausschussware der West-CDU fest eingeplant. Aber vermutlich ist das eine geschickte False-Flag-Aktion. Wenn sie als Testimonial für Süßwaren den Verbrauchern einen Zuckerschock verpasst, wird es den Herstellern nicht viel nützen. Wer kauft das Zeug schon, auch wenn es per Nährwertampel als zahnschonender Biosnack beworben werden darf. Alle weiteren Anzeichen, dass der deutschen Politik mit einem Geschmacksverstärker alleine nicht geholfen ist, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • kristina schröder schuhgröße: Offensichtlich zu klein für das, was Erwachsene machen.
  • suv unfall: Hoffentlich mit Sachschaden.
  • psychologische effekte: Wenn in der FDP das Koks voll reinkickt.
  • laschet clown: Horrorclown. So viel Zeit muss sein.
  • fdp gefährder: Da es sich bei Lindner nicht um einen Linksextremisten handelt, ist die Öffentlichkeit sicher.
  • corona geistige einschränkungen: Die Union schlendert dem Trend lässig vorweg.
  • schulen durchlüften: Den Mief der letzten fünfzig Jahre kriegt mit diesen Kultusministranten man so schnell nicht raus.
  • digitalisiertes neu machen: Überhaupt irgendetwas zu machen ist in diesem Land ja schon so gut wie unmöglich.




Ausgeprägte Lernresistenz

24 01 2021

Es ist ja nicht so, dass wir es nicht schon versucht hätten. Zweimal bereits wurden Gesetzentwürfe zur Bestandsdatenauskunft als verfassungswidrig eingestuft, da die schrankenlose Weitergabe von Telekommunikationsdaten einschließlich PIN, PUK und IP-Adressen gegen Grundrechte verstößt. Angesichts der Tatsache, dass Bundespräsident Steinmeier dem Gesetz zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität, das eine Reform des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes vorsieht, mehr als skeptisch gegenübersteht und seine Unterschrift verweigern dürfte, bricht die auf konstitutionellen Dilettantismus spezialisierte Bundesregierung mit dem Gesetz zur Anpassung der Regelungen über die Bestandsdatenauskunft an die Vorgaben aus der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 27. Mai 2020 eine so sinn- wie hirnlose Kasperade vom Zaun, die die genannte Entscheidung nicht einmal berücksichtigt. Die ausgeprägte Lernresistenz der Trümmertruppe wird auch durch pandemiebedingtes Notabitur ohne Prüfung nicht besser, dafür zeigt sie geradezu ideal die Definition von Wahnsinn: immer wieder das Gleiche zu tun, aber andere Resultate zu erwarten. Alle weiteren Anzeichen, dass künftige Koalitionen auch eher mit Reparaturreparaturen beschäftigt sein werden als mit Gesetzen für zurechnungsfähige Bürger, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • maske laschet: Er steckt ja nicht überall seine Nase rein.
  • söder kanzler cdu: Eher wird der evangelisch.
  • merz alkohol: Was kann Schnaps, was seine Pillen nicht können?
  • aluminium partikel: Wenn man zu viel einatmet, wächst einem so ein komischer Hut.
  • wdr schulfunk: Der Intendant wartet noch das Chorkonzert ab.
  • autobahn steuern: Im Zweifel überholt Scheuer eh rechts.
  • scholz spd kanzler: Der Trend zur Wunschvorstellung ist ungebrochen.
  • afd beobachtung: Der Verfassungsschutz drückt schon mal ein Auge zu.




Bier-Dosen

10 01 2021

Für paar Tage gab es Hoffnung. Die Impfung gegen COVID-19 hat begonnen, und Deutschland, Nation der Erfinder und Ingenieure, macht alles richtig. Alles? In einem kleinen Bundesland, in dem bei jeder sich bietenden Gelegenheit die dümmsten Deppen die Klappe bis zum Anschlag aufreißen, fiel dem zuständigen Personal auf, dass ein paar Hundert Dosen vernichtet werden mussten, weil die Kühlkette unterbrochen wurde. Was bei einer Pizza im Supermarkt reibungslos funktioniert, bekam das Gesundheitsministerium nicht hin. Wobei die Campingkühlbox, in der der Impfstoff quer durch den Freistaat gekarrt wurde, extra einen Halter hatte – für Bier-Dosen. Was soll schon schiefgehen, wenn die Fachministerin sich auf ihre Kernkompetenz beschränkt. Alle weiteren Anzeichen, dass man in Bayern nicht zwingend im Verkehrsressort landen muss, um als gemeingefährlicher Irrer Karriere zu machen, wie immer in den Suchmaschinentreffern, diesmal jahreswechselbedingt die der vergangenen 28 Tage.

  • steuerzahler: Man kann bei Erleichterungen nicht alle berücksichtigen. Das geht ja nicht mal in der Wirtschaft.
  • dummheit: Immerhin darf sie im akuten Fall bald nur noch fünfzehn Kilometer verbreitet werden.
  • merz nazi: Sie lassen ihn erst mal machen.
  • lotto zufall: Manche spielen das sogar absichtlich.
  • digital politik: Seehofer twittert jetzt doch?
  • alkoholverbot: Es würde ja bei den meisten schon reichen, wenn sie ihre Tabletten nehmen.
  • kanzlerkandidat fdp: Hat die APO noch etwas zu sagen?
  • kolonien wirtschaft: Die Fortsetzung von Kohl war Köhler.
  • friedliche revolution: Vegane Schweine.
  • lindner dumm: Die majestätische Trägheit des Faktischen.
  • söder raumfahrt: Nur noch eine Frage der Zeit, bis die CSU auch ihn zum Mond schießt.




Noch nicht aller Tage Abend

21 12 2020

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

alles – alles? – ja, alles ist anders. Die Zeit läuft nicht schneller oder rückwärts, sie löst sich in ihre Bestandteile auf, und mit ihr das, was wir Welt oder Zivilisation nennen. Nicht mehr einzelne Länder, die ganze menschliche Gemeinschaft, so es sie denn je gab, ist unter dem Einfluss eines tödlichen Virus gebannt und gefangen. Alle Anzeichen, dass diese Pandemie eine Art von globalem Intelligenztest darstellt, den die wenigsten bestehen, deuten darauf hin, dass wir längst jedes Maß verloren haben, jede Vernunft, jeden Zusammenhalt. Der Gemeinsinn ist entschwunden, wir finden uns mitten in der Zeit der Zusammengehörigkeit, die von Familienfesten und Treffen im Freundeskreis geprägt ist, in der Kälte der Verwertbarkeit wieder. Rohe Weihnacht.

Das Infektionsgeschehen vergrößert mit hoher Präzision, was in dieser Ordnung schon lange für die genauen Beobachter offenbar war, was längst zutage trat, was aber bis heute geleugnet wird. Die Gesellschaft selbst ist zum Risikopatienten geworden, und das nicht etwa durch unvermeidbare Prozesse wie Altern oder mangelnde Anpassung an die Wirklichkeit, sondern durch zielgerichtete Zerstörung von innen. Ihr Kern ist beschädigt, ihr Immunsystem außer Kraft gesetzt, ihre Resistenz gegenüber zersetzenden Einflüssen hat in einem Maße abgenommen, dass sie wehrlos ihrer eigenen Zerrüttung zusehen muss. Der gnadenbringende Egoismus, der angeblich mit den Krumen vom Tische der Reichen die Bedürftigen füttern soll, ist ein gnadenloser, und die Vermögenden haben es nie geleugnet; man hat nur vermieden, ihnen genau zuzuhören, um nicht selbst von ihrer Verachtung gestraft zu werden, und viele haben die Augen vor der Monstrosität der Niedertracht verschlossen, mit der sie paktieren müssen, wenn sie nicht gegen sie kämpfen. Erst in den Beschränkungen, denen die Menschen nun ausgesetzt sind, entdecken sie ihre Freiheit wieder, aber was heißt das schon?

Der unbedingte Wille zur Freiheit meint eine, die sich nicht um den Nächsten schert; gleichwohl erwartet der Freie, dass sich andere auch dann um ihn kümmern, wenn er sie verhöhnt, erniedrigt oder gleich ganz aus seinem gesellschaftlichen Kontext ausstößt. Das funktioniert kurzfristig durch mangelnde Wertschätzung, die auf dem Gefühl der Überlegenheit dank eines gut gefüllten Bankkontos und wichtiger Positionen an den Schlüsselstellen in Wirtschaft und Politik fußt, und nachhaltig durch den Zwang, immer mehr leisten zu müssen, um den erreichten Standard auch nur halten zu können, falls nicht unvorhergesehene Katastrophen einem den Boden unter den Füßen wegziehen. Wir wollen es nicht wahrhaben, nicht einmal angesichts der hetzerischen Schlagzeilen der Braunpresse. Das Gesellschaftsmodell, das uns eingetrichtert wird, ist der Konsum, der über Leichen geht. Für alles, was uns billig in den Rachen geworfen wird, billiger, noch billiger, immer billiger, bezahlen wir mit dem Leben, zunächst nicht mit unserem eigenen, aber das kann sich ja jederzeit ändern. Wie kommen Politiker auf den Gedanken, man könne Todesopfer, deren Zahl man noch nicht einmal zu schätzen vermag, da sie sich erst in den kommenden Wochen zeigt, gegen die wirtschaftliche Entwicklung ihrer bevorzugten Branchen aufrechnen? Wie kann uns dieses Pack einreden, ein Schnäppchenprospekt sei attraktiver als die Perspektive, in ein paar Wochen gesund und außerhalb der Intensivstation zu leben?

Es bedarf keines Alarms, der Kapitalismus ist bereits der Katastrophenfall.

Wir haben versagt, und die große Mehrheit wird sich nicht einmal durch eigene Umkehr retten können. Wer nicht verstanden hat, wie die saturierte Elite der sozial Schwachen den ganzen Karren in den Dreck fährt, fröhlich ignorierend, dass sie auch das Leben ihrer eigenen Kinder aufs Spiel setzt, sieht die den Tod ins Auge fassende Menschheit bei ihren letzten Versuchen, die unmittelbare Zukunft durch Vernunft in den Griff zu bekommen – es wird nicht mehr lange dauern, und der Krieg gegen die Ergebnisse der Aufklärung wird mit Sanktionen die kantischen Erkenntnisse strafen, die folgerichtig nur zur Feindschaft gegen den inhumanen Kapitalismus führen können. Und wieder lullen sie uns ein, und wieder versprechen sie uns Freiheit, diesmal unter dem Deckmantel der Eigenverantwortung.

Eigenverantwortung ist nur der Zuckerguss auf der erhofften Abschaffung der Solidarität, die bei unerwünschtem Gebrauch die Apologeten des Nachtwächterstaates auf den Scheiterhaufen bringen könnte. Sie ist das Feigenblatt, mit dem die pseudoliberalen Kotschwätzer gegen jede Vernunft ein Tempolimit als Anschlag auf die Freiheit verdammen und gleichzeitig trotz erdrückender Last der Gegenbeweise ihren Krieg gegen Drogen fortführen, der letztlich nur ein Aufblähen von Waffen- und Sicherheitsindustrie für den Krieg gegen Konsumenten ist. Eigenverantwortung heißt, dass eine Blase übersättigter Versager, die für jede Aufgabe in einer funktionsfähigen Gesellschaft ungeeignet wären, sich ihren Hintern platt sitzen, damit sie den Niedergang der Außenwelt nicht zur Kenntnis nehmen, geschweige denn etwas an ihm ändern müssten. Sie schieben ihre Verpflichtungen den anderen in die Schuhe, doch sie geben damit auch Macht ab und sind nichts anderes als Diener eines Popanz, der ihresgleichen auskaut und von sich speit. Was an den jämmerlichen Dollmännchen würde noch reichen fürs Gottesgnadentum, aus dem sich das schlotternd fortstehlen müsste? Diesen trüben Gestalten also haben wir die sittliche Kraft zugetraut, einen ganzen Staat in einer existenziellen Bedrohung zu übersehen, dass er keinen Schaden nehme? Diese Kippfiguren machen sich mit dem braunen Aushub gemein, wo es ihnen in den Kram passt, beschützen erklärte Verfassungsfeinde und wähnen in jedem demokratischen Protest gegen die Zerstörung des Gemeinwesens als Weltuntergang? Wir haben es weit gebracht und müssen uns nicht wundern, wenn ganze Landstriche im Osten sich in permanentem Widerstand gegen eine elitäre Kaste wähnt, die sich im Auftrag der Partei vom eigenen Abglanz nährt. Wir müssen auch nicht erstaunt sein, wenn Schauermärchenerzähler, die sich in Wahrheit auch nur bereichern wollen, dem Volk wilde Lügen auftischen und überall Glauben finden. Dieses Land denkt nicht. Dieses Land hat nie gedacht. Und jetzt ist es ohnehin bald zu spät.

Die Aussichten sind nicht gut. Auch wenn wir vor einem Jahr noch den Eindruck hatten, dass die Erfolge der Populisten zusehends bröckeln, wir sind heute mehr als je zuvor Zeugen einer politischen Sterbebegleitung der westlichen Demokratien und ihrer Bündnisse. Auch das ist keine Überraschung, denn wir haben uns gegen die überlebenswichtigen Fragen hermetisch abgeschirmt, bis sie ihre Antworten selbst gegeben haben. Wer diese kleine Pandemie für eine Herausforderung der Menschheit hielt, darf sich in ein paar Jahrzehnten mit den Folgen des globalen Klimaumschwungs befassen und feststellen, dass es viele gab, die alles wussten und es doch nicht für möglich gehalten haben, weil es ja nur ein bisschen Natur war. Wir werden die Nachrichten aushalten müssen, wie wir die heutigen Nachrichten aushalten – nicht alle, einige von uns werden bereits den Aggregatzustand gewechselt haben, und vielleicht gibt es auch in diesen Jahren einigermaßen gute Satire.

Als regelmäßige Besucher dieser fast täglichen Kolumnen wird manchen sicher auch aufgefallen sein, wie schwierig es sich bisweilen gestaltete, bei weitgehend monothematischer Nachrichtenlage die Beiträge nicht zu einem ebenso eintönigen Kompott verkommen zu lassen. Ja, es gab hin und wieder in Politik und Gesellschaft Entwicklungen, die nicht vollkommen von der allgegenwärtigen Pandemie an den Rand gedrängt wurden, aber sie waren rar, und wenn sie überhaupt im Inland stattfanden – zu den internationalen Entwicklungen halte ich nach wie vor Distanz aus den bekannten Gründen – so ergab sich irgendwo bestimmt eine Querverbindung zu Corona. Das zu lesen, auch wenn es jeder aus freien Stücken tut, dürfte ermüdend sein; das aber zu schreiben ist eine Zumutung, und ich habe mehr als einmal erst nach gründlichem Durchwühlen der Themen etwas gefunden, was für einen Text taugte. Immerhin hat das automatische Radar funktioniert, das immer dann ausschlägt, wenn irgendein aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bekannter Depp etwas äußert, das selbst für seine Verhältnisse erstaunlich dämlich ist. Das Ding will gepflegt sein, liefert dann aber mit erstaunlicher Zuverlässigkeit. Möglicherweise gab es ab und zu doch unerwartete Glanzlichter. Die menschliche Dummheit, Eitelkeit, Gier, Selbstsucht und Ignoranz als ihre treuen Begleiter bringen genug hervor.

Üblicherweise sollte zum Beschluss des Jahres hier etwas Humorvolles stehen, eine Causerie unter dem Adventskranz, vielleicht noch ein wenig ironisch, aber ohne Schärfe. Im letzten Jahr hatte ich schon darauf verzichtet, Familie und Freunde aufzuzählen, wie sie das Fest verbringen. Bruno, unser Fürst Bückler, hat mit Hansi den legendären Landgasthof längst geschlossen. Es gab hier und da Pläne, die feine Küche in Schachteln zu verpacken und aus der Seitentür zu verkaufen, aber das wäre nicht dasselbe gewesen. Die beiden sind deprimiert. Vor einigen Tagen brachte Hansi mir je eine Flasche vom 1995-er Wupperburger Brüllaffen und dem 1993-er Gurbesheimer Knarrtreppchen. So ganz alleine wird dies bestimmt kein Genuss sein. Aber es ist noch nicht aller Tage Abend.

Breschkes hätten mich gerne eingeladen, wo sie doch bereits seit zwei Wochen in freiwilliger Quarantäne zu Hause sitzen, weil ihre Tochter über die Festtage in Deutschland ist. Das reicht dann an Haushalten, abgesehen von der Anzahl der Gäste, und da man ja inzwischen alles, Tannenbaum und Sauerbraten, an die Haustür geliefert bekommt – vorausgesetzt, man hat mich im Bekanntenkreis – werden sie keinen Mangel leiden. Irgendwann zwischen den Jahren werde ich sie einmal an der Gartenpforte besuchen und wie versprochen eine Runde mit Bismarck gehen, der ansonsten nur in den Garten kommt.

Auch Anne hatte angefragt. Sie hätte vermutlich am zweiten Festtag mit einer großen Kiste vor meiner Tür gestanden und gefragt, wie lange so eine Gans mit Klößen braucht, wenn man alle Zutaten schon parat hat. Immerhin klingelt sie nicht mehr nachts. Ich rechne mit allem, auch wenn die schwierigen Feste vorbei sind, an denen sie eine bis zwei Schachteln Pralinen brauchte, wenn sie gegen halb zwei aus der Berghütte zurückgekehrt war. Ein vernünftig sortierter Weinkeller hat seine Vorzüge, wenn man jemanden wie diese Anwältin kennt, die immerhin mit ihrer Kanzlei in die ersten Kreise aufgestiegen ist und in Luzie eine hervorragende Managerin gefunden hat, die das Büro am Laufen hält. Deren Liaison mit Minnichkeit, früher noch in der Agentur Trends & Friends von Mandy Schwidarski beschäftigt, jetzt aber zum Buchhalter umfunktioniert, läuft bereits ein paar Tage, und sie werden demnächst gemeinsam in ein hübsches Häuschen am Stadtrand ziehen, das die ehemalige Raumpflegerin Sofia Asgatowna für sie entdeckt hat, unter der Voraussetzung, dass sie als Dekorationsexpertin auch fürderhin die Oberhand über die Wohnästhetik der beiden Opernfreunde behalten dürfe. Sie bekommt derzeit nicht gerade viel zu tun, weil die Privathaushalte kaum Besuch empfangen, und so staffiert sie jedes Büro aus, das noch eine freie Ecke hat. Ich werde sicher davon berichten.

Doktor Klengel malt nach wie vor, zwar lassen seine Augen langsam nach, aber das tut dem Eifer des ehemaligen Hausarztes keinen Abbruch. Drei Kleinausstellungen hatte er bereits, eine größere im Herbst fiel bedauerlicherweise aus. Er besucht regelmäßig das Herrenhaus Rummelsdorf und hat im Gesindesaal schon eine weitere Folge der Baumaquarelle gezeigt. Der Graf ist unterdessen kaum noch unterwegs, hat das Reiten aufgegeben und konzentriert sich ganz auf seine Stiche, die er nach seinem Ableben einer Stiftung zu hinterlassen gedenkt. Unser Mediziner im Ruhestand wird noch einiges brauchen, um den Bestand an Landschaften aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert aufzuarbeiten. Es erhält ihn jung, regt ihn zu neuen Motiven an dürfte vielleicht zu einem Buch führen, wenn er denn einmal Zeit fände. Alte Leute haben ja meist keine mehr.

Immerhin ist mein Großneffe Kester seit einem halben Jahr ordentlicher Professor für theoretische Physik und hat die Wellenfunktion der Baryonen noch nicht ganz erklärt. Also mir nicht, und nach dem, was ich verstanden habe, sollte das für einen Nobelpreis reichen, wenn die Akademie genug von der Schleifenquantengravitation kapiert hat, um sie zu prämieren. Mein Patenkind Maja ist in der algebraischen Zahlentheorie, genauer: in der Untersuchung der Kreisteilungskörper bzw. der Körpererweiterungen nach Galois so weit, dass sie zwar sehr genaue Aussagen treffen kann, aber nicht mehr weiß, worüber. Ich bin froh, dass sie nicht so einen fürchterlich langweiligen Beruf ergriffen hat wie ich.

Und dann wäre da natürlich Siebels, die graue Eminenz des deutschen Fernsehens. Üblicherweise jettet er über die Feiertage um die Welt, um im sonnigen Süden mindestens zwei Staffeln einer fürchterlichen Schmonzette sowie einen Film mit Ärzten, Steuerberatern oder Bischöfen abzudrehen, sofern die ganze Chose unter Palmen spielt, im Standby-Modus mit einem Cocktailglas in der Hand zu bewerkstelligen ist und sich hinterher im ebenso komatösen Feiertagsprogramm versendet. Er hat nichts zu tun. Damit er mir nicht mit spontan aus ihm herausbrechenden Ideen für neue Talkformate oder einen Spartensender für Wählerbeschimpfung auf die Nerven geht, habe ich ihm einen Karton mit allerhand mediengeschichtlicher Fachliteratur vor die Tür gestellt. Andere wären bis Ostern damit ausgelastet, er wird in zehn Tagen fertig sein. Damit ließe sich leben.

Zuletzt aber muss ich den Freund und Kollegen Gernulf Olzheimer nennen, der selbstverständlich auch im kommenden Jahr seine Kolumne bei mir mit messerscharfer Diktion füllen wird, stets übel gelaunt, da gegen seinen beleidigten Idealismus kein Kraut wachsen wird, solange er schreibt. Er liefert seine Beiträge mit nicht nachlassender Verve und Bissigkeit ab, manches Mal schweigsam, da er nicht viel an seinen verbalen Eruptionen erklären kann – und dies auch gar nicht muss – und dann wieder in grimmiger Entschlossenheit, es allen gezeigt zu haben. Wenn er keinen Kristallascher in die Finger bekommt, geht auch nichts zu Bruch, und so bleibt er für das tägliche Geschäft der Redaktion in diesem kleinen literarischen Salon offen. Wir alle wissen, was wir an ihm haben.

Und noch eins wird bleiben. Die Schnipsel und Skizzen, die fast zwölf Monate lang Schreibtisch und Schubladen bedeckt, gefüllt, verstopft haben, landen in einem kleinen Feuerchen, das seinen dünnen Rauch in die Winterluft schickt, und dann wird die Arbeit des Archivierens beginnen, das Einsortieren der Beiträge, ein bisschen Statistik, hier und da eine erneute analytische Beschäftigung mit den Texten, die nun fertig vor mir liegen, etwas zu finden, was erhellt und erfreut. Nach altem Brauch nehme ich mir auch in diesem Jahr ein paar Tage Weihnachtspause für diese und andere kleine Aufräumarbeiten, und dann gibt es einen reinen Neubeginn am Dienstag, den 5. Januar 2021. Vieles wird sein wie bisher, und manche Idee spukt im Kopf herum, die ich für eine kleine Veränderung nutzen könnte. Wir werden sehen.

Allen Leserinnen und Lesern, die dies Blog fast oder fast ganz immer und regelmäßiger als unregelmäßig oder doch nur manchmal oder aus Versehen gelesen, kommentiert oder weiterempfohlen haben, danke ich für ihre Treue und Aufmerksamkeit und wünsche, je nach Gusto, ein fröhliches, turbulentes, besinnliches, heiteres, genüssliches, entspanntes, friedvolles und ansonsten schönes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und ein gesundes, glückliches Neues Jahr.

Beste Grüße und Aufwiederlesen

bee





Patientenverfügungen

20 12 2020

Landauf, landab sieht man sie marschieren, die geistig dünn angerührten Apostel der Unterkomplexität, die ihr rechtsradikales Geseier als Spaziergänge anmelden wie weiland der untere Dreckrand in Dresden. Als „Lichtspaziergang“ zog nun eine Ansammlung von Corona-Rebellen – die Solidaritätsverweigerer, die genau die Maßnahmen erwirken, gegen die sie hinterher protestieren – durch Balingen im Zollernalbkreis, eskortiert von Polizisten, die sich von diesem Aushub anhusten lassen durften, der während der Sperrstunde ohne Mund-Nasen-Schutz durch den Ort streift. Und begleitet von Rettungssanitätern, die genau das Richtige taten. Sie verteilten Patientenverfügungen an die Deppen, die die Infektionsgefahr für einen Verschwörungsmythos von Bundesregierung, Pharmaindustrie und internationalem Judentum halten. Patientenverfügungen, in denen die Demonstranten im Falle einer Erkrankung auf jede rettungsdienstliche Versorgung verzichten und alle intensivmedizinischen Maßnahmen ablehnen. Eine Geste von geradezu weihnachtlicher Wärme, die die medizinische Versorgung genau denen gibt, die ihrer bedürfen, und nicht den Knalltüten, die sich für das göttliche Maß aller Dinge halten. Alle weiteren Anzeichen, dass auch zum Jahresende die Hoffnung auf eine zünftige Katastrophe noch nicht begraben werden muss, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • querdenker: Nicht mal quer.
  • fernsehen weihnachten: Man stirbt langsam.
  • corona cdu: Nicht mal ein Virus kriegt das weg.
  • lockdown seehofer: Schmeißen Sie am besten den Kellerschlüssel weg.
  • laschet alkoholiker: Er gibt halt so gerne einen aus.
  • wahlen merkel: Wenn sie nicht mehr teilnimmt, kann sie nur gewinnen.
  • kirche weihnachten: Superspreading passt theologisch eher zu Pfingsten.
  • fleischwaren nrw: Jeder wählt seinen Gammel selbst.
  • krankenhäuser gez: Nach drei Folgen Sachsenklinik hat der Ministerpräsident vermutlich festgestellt, dass die Gefahr schon vorüber ist.




Trümmertruppe

6 12 2020

Dass die dümmsten Lügen mit Hilfe von Statistik bewerkstelligt werden, ist weder neu noch ein Geheimnis. Eins der probatesten Mittel dazu ist die Kriminalstatistik, die bereits vor der professionellen Verdrehung durch die Politik im Schnitt zu 104,5% aus hastig zusammengeklatschtem Müll besteht, ohne den man nicht beweisen kann, was hinterher rauskommen soll. Um bösartige Hetzpropaganda im Gewand einer objektiven Untersuchung zu erhalten, bleibt nach dem unüberlegten Verbot des seinerzeit wissenschaftlich anerkannten Hexenglaubens nur noch der Verfassungsschutz. Der Bericht des Landesamtes Sachsen, verantwortet von einem Innenminister, der sich von der Polizei auf der Nase herumtanzen lässt und es als legal ansieht, wenn seine Beamten gestohlene und gefundene Fahrräder als Hehlerware verticken, wertet Beschädigungen von Wahlplakaten grundsätzlich als linksextreme –und nicht: linke – schwere staatsgefährdende Straftat. Alle Fälle, in denen Plakate demokratischer Parteien gerichtsfest von Faschisten abgerissen, angezündet oder umgehauen wurden, gingen als linksextreme Verbrechen in die Statistik ein. Was zu einem sprunghaften Anstieg linker Gewalt im ansonsten friedlichen Freistaat Sachsen führte. Ohne diese Trümmertruppe wären wir sicher nicht mehr in der Lage, Realsatire zu definieren. Alle weiteren Anzeichen, dass diese ostdeutsche Jauche froh und glücklich sein könnte, nicht über Gebühr in den westdeutschen Medien abgebildet zu werden, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • cdu afd: Die Spezialisten vom Verfassungsschutz sind kurz davor, den Unterschied rauszufinden.
  • laschet fleischfabrik: Ein Grund mehr, Vegetarier zu werden.
  • kanzler laschet: Er arbeitet noch am Sollgewicht.
  • koschere weihnachten: Jüdisch-christliches Gutenabendland.
  • stahlknecht nazis: Wo keine Persönlichkeit ist, gibt’s nicht viel zu spalten.
  • sozial national: Vermutlich nur Flügelkämpfe.
  • muffe puffen: Oder mit der Klammer gebeutelt.
  • härteste weihnachten: Trinken hilft auch nicht, sehen Sie sich die CDU an.




Gottes eigenes Land

22 11 2020

Fleischfabriksklaven. Millionäre, die durch die Pandemie auf Kosten der Armen reicher werden. Casinokapitalisten, die mit Gesundheit und Leben ihrer Untertanen zocken. Alles drei in einem geht nicht? In einem Betrieb des US-amerikanischen Lebensmittelkonzerns Tyson Foods, der unter anderem Fast-Food-Ketten wie McDonalds, Burger King und Kentucky Fried Chicken beliefert, haben sich in Ohio mehr als tausend Arbeiter mit COVID-19 infiziert. Da sie bei Krankheit nicht entlohnt werden, standen viele von ihnen trotzdem am Fließband. Ihnen seien einmalig dreißig Dollar für Medikamente gezahlt worden. Mindestens sechs von ihnen sind gestorben. Ein Spaß für Manager am Strandort Waterloo – sie schlossen Wetten ab, wie viele Schweinezerleger positiv getestet würden. Die Firma gibt sich betont christlich, das Personal wird zu ständigem Gebet aufgerufen. Bestimmt gibt es auch deshalb keine sanitären Einrichtungen, die Arbeiter dürfen allerdings eine Rinne neben dem Fließband benutzen. Alle weiteren Anzeichen, dass die Vereinigten Staaten unter jedem Präsidenten Gottes eigenes Land sein werden, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • zeitzünder bauanleitung: Im Moment reicht ein Virus, um die Reste dieser Zivilisation zu beseitigen.
  • panflöte kaufen: Sollte im Lama-Zubehör sein.
  • deutsche böller: Knalltüten haben wir genug.
  • caffier nazis: Von einer multiplen Persönlichkeit war bisher nichts bekannt.
  • urlaub autobahn: Eine attraktive Alternative, wenn gerade die Hotels geschlossen sind.
  • querdenker arschlöcher: In Deutschland ist eine genaue Produktbezeichnung vorgeschrieben…
  • corona leugner: … wobei sich einzelne Erzeugnisse im Markennamen unterscheiden können.