Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCLXXVII): Wunderernährung

30 06 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Da hatte Rrt wieder einen seiner tollen Einfälle: die rotblauen Früchte des Hier-sag-mal-Dings-Baums im reifen Zustand reinpfeifen, um sich gegen Gelenkbeschwerden und degenerative Erscheinungen der Muskulatur zu wappnen. Zwei bis drei Hände voll empfahl er seinen Jägern, denen binnen kurzer Zeit die Augen aus den Höhle treten, die Schleimhäute jodelten dazu und der Kreislauf pegelte sich auf Null ein. Hätte man das Zeug nach dem Kochen gleichmäßig auf den Ellenbogen verteilt, die Wirkung hätte keinen gekümmert, der Zauber wäre von Generation zu Generation weitergereicht und als bald in den Rang einer Weisheit aufgerückt worden. Vielleicht hätte man damit die Homöopathie ein paar Jahrtausende früher entdeckt, ausprobiert und als bekloppt in die Tonne getreten, jedenfalls widmeten sich der Beere ganze Schulen von Naturheilkundlern, ohne Erfolg, aber das ist eine andere Geschichte. Der Brauch der rotblauen Frucht blieb, dass man erst würgte, dann geschah lange nichts, und dann musste man daran glauben. Es gedieh die Ergebenheit der wundersamen Ernährung, der quasireligiöse Wahn, sich glaubensfest zu ernähren.

Letztlich ist das Wunderfutter nichts als eine in die üblichen Marketingschubladen gepresste Idee, dass man auch aus minderwertigem Mist mit der passenden Verpackung Hochfeinkost schwiemeln kann, wo es dem Verbraucher nur an Hirnrinde mangelt. Mit Trallala wird der Kulturheidelbeere, Stammgast im Supermarkt, die Wunderwirkung der Antioxidantien nachgesagt, die Gedächtnisschwund und Krebs bekämpfen, so es ihnen gerade in den Kram passt. Dass die Wirkung unter abgezirkelten Laborbedingungen auftaucht und dann auch nur in einer minder signifikanten Zielgruppe, dass die Substanz auch im gemeinen Teebeutel vorkommt und dort in erhöhter Dosis, das aber lässt die Verkaufsabteilung magischer Produkte krachend unter den Tisch fallen. Die Zuhandenheit des Stoffs an sich ist die Sorge, ob man sich die Sache nun hinters Zäpfchen pfropft oder doch in die Blutbahn drückt, ist für den Dussel an der Ladentheke nicht so das Problem. Wer sich den Schmodder in den Drahtkorb hebeln kann, hat scheint’s eine Runde im Rattenrennen gewonnen.

Lustig, wie sich die Dinkelmuttis im braungrau gekachelten Szenebezirke ihre jutebesetzten Beutel mit dreimal um den Erdball geflogenen Gekrümel aufschaufeln, wo doch zusammengefegter Müll aus der Mühle ihrem Ökowahn die heiligen Scheine auf der Birne festgeschraubt hätten. Wer der ewigen Wahrheit dient, nur die dritte Welt – jene Zonen, denen der Scheißeuropäer im Kolonialwahn die letzten Körner geklaut hat – wäre bevölkert von edlen Wilden, die kapitalismusfrei die Samen der Vergangenheit dem Massa mit weißer Haut zur Verfügung stellen, der hat auch ein ungebrochenes Verhältnis zu Weihnachtsmann und FIFA. Sicher ist nur der Mangel an Sojamilch und toskanischen Nüssen daran schuld, dass in Afrika Infektionen nicht nach fünf Tagen Ayurveda verschwinden, immer vorausgesetzt, man ist nicht geimpft. Die Zurück-zu-den-Wurzel-Rassen, die Namen tanzen, wenn es nicht anders geht, die Abernazis, sie sind halt immer ein bisschen froh über kulturelle Aneignung, dass das Wissen der Neger nicht im Dustern verschwindet, wenn der Busch irgendwann verkokelt ist.

Das Denkmuster vegetiert unweit der magischen Realitätserzeugung, in denen die Eingeweide des Stiers mit Eigenschaften des brüllenden Boviden aufgeladen waren: kau die Samen des Grases, wo der Hirsch seinen Seich lässt, und alsbald wächst dem suggestiv befriedigten Hominiden das Geweih an einer beliebigen Stelle des Körpers, wahlweise durch Übernahme der Funktionen sublimiert oder in Größe übertragen. Ist der Baum hoch, schmeckt der Fruchtstand scheiße, so taugt der Krempel immer noch zum Abbau von Depressionen, Plattfuß und Hautschorf, denn wer würde sich nach einer Episode in der Neuropsychiatrie noch über die mehlige Konsistenz des Stielmatschs beschweren. Wie inverse Nahrungstabus, so lädt der Volksglaube das Ding mit Wunsch und Erfüllung auf, in der postmaterialistischen Gesellschaft wahlweise als naturimmanente Urkraft oder verschüttetes Wissen der guten alten Zeiten überhöht. Schließlich gerinnt der Körnerkonsum zum puren Lifestylegeschäft, was den Preis im Einzelhandel erzeugt, mit dem sich Leinsamen und Roggenschrot vom Abfall zur esoterischen Masse distinguieren. Mit etwas Glück werden wieder Apfel und Ei dank ihrer Gestalt zum liebeserzeugenden Zubehör, was der Landwirtschaft hülfe, sich gegen Chia und andere Exoten zu wappnen. Man kann die Welt ja ruhig bescheißen, sie will’s auch. Nur Mühe muss man sich gegeben, und wer wäre kreativer als die unerschöpfliche Mutter Natur.

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Analogkäse

15 06 2017

„… aus Verbraucherschutzgründen nicht mehr als Käse bezeichnet werden dürfe, da das Produkt keine tierischen…“

„… eine Umstellung der Produktpalette dadurch unverzichtbar sei. Sojamilch habe sich zwar auf dem deutschen Markt als…“

„… ob beispielsweise auch Verpackungen und Zutatenlisten verändert werden müssten. Mit einer Klage bedroht seien Hersteller, die Erzeugnisse mit Kakaobutter oder…“

„… die Bezeichnung ‚Streichkäse‘ im Gegensatz zu ‚Schmierkäse‘ eine wesentlich andere Handhabung bereits vor dem Verzehr erforderlich mache, was auch Regressansprüche gegen den…“

„… dass Butterreinfett kein juristisches Problem darstelle, obwohl es während der Herstellung tatsächlich aus der Butter raus…“

„… sich der Leberkäse als bayerisches Traditionsprodukt einer Überprüfung durch den EuGH generell entziehe. Eine Anerkennung durch den Freistaat sei lediglich…“

„… Sonnencreme zwar durchaus nicht aus den Bestandteilen einer Eutersekretion hergestellt werden, die einem Verfestigungsprozess durch…“

„… im Hirtenkäse keinerlei Hirten enthalten sein dürften, da dieser damit zwar noch als tierisches, aber nicht mehr als vegetarisches Erzeugnis einer nicht auf…“

„… könne der EuGH Sonnenmilch erst dann bewerten, wenn eine eindeutige Bezeichnung als veganes Produkt auf dem…“

„… auf die Zutatenliste ankomme. Andererseits sei Hirtenkäse, der nachweislich aus industrieller Fertigung stamme, ein landwirtschaftliches und damit im weiteren Sinne…“

„… eine Klage wegen Zigeunerschnitzeln keinen Erfolg vor dem Europäischen…“

„… Kokosmilchpulver für den industriellen Verbrauch mit Milchpulver gestreckt werde. Dies könne auf der Zutatenliste nicht mehr als vegane…“

„… sich Hersteller von Tofustreich auf eine rechtliche Gleichstellung bezögen. Insbesondere der Vertrieb von Liebfrauenmilch, die nachweislich nicht aus einer Eutersekretion von…“

„… die Rechtsprechung des EuGH nicht als Analogkäse bezeichnet werden dürfe, da sie sich im Sinne des Verbraucherschutzes um eine nur am geltenden Recht orientierte…“

„… dass eine als Hustenmischung verkaufte Ware erst dann zu Atemwegsproblemen führe, wenn sie unsachgemäß verschluckt und damit…“

„… Erzeugnisse wie Erdnussbutter nicht in den europäischen Handel gehörten, da sie nicht der gängigen Rechtsprechung…“

„… zu Wettbewerbsverzerrungen komme, wenn Tofuschnitzel tatsächlich vegane Bestandteile aus Tofu oder…“

„… nicht nur im Lebensmittelbereich. Die auf Eutersekretion beruhenden Merkmale von Sheabutter seien nur in sehr geringem bis…“

„… ob sich ‚Griechischer Joghurt‘ etwa durch ‚Joghurt griechischer Art‘ ersetzen lasse, was bei Produktionsstätten in Deutschland Implikationen beispielweise für Hirtenkäse und…“

„… der Einzelhandel nun einen eigenen Eutersekretär einstellen werde, der über die Einhaltung der bisher ausgehaltenen Regeln im…“

„… Buttermilch keine Butter mehr enthalte. Der Verbraucher werde damit gezielt…“

„… nicht mehr als Milchschokolade angeboten werden dürfe, wenn die Verpackung eindeutig den Einsatz von Milchpulver für die…“

„… wenn Butterblumen im Vorwege der Eutersekretion zugeführt würden, die jedoch dann zur Produktion von Margarine und…“

„… mehrere Testkäufe der Handelsgruppe zu positiven Ergebnissen geführt hätten. Das Personal habe auf Nachfrage nach Dosenmilch die in beschichteter Pappe verpackte…“

„… ob nach einer generellen Neubewertung Wurstsalat von EU-Agrarsubventionen…“

„… ein Euter-Generalsekretariat über alle Vorschriften wache, um etwaige Abmahnungen durch Rechtsanwälte, Mitbewerber und…“

„… auch ‚Deutschen Kaviar‘ gefunden habe, der in Wirklichkeit aus den Niederlanden…“

„… keine Eutersekretion vorliege. Dennoch habe sich die Bezeichnung ‚Brustbonbons‘ als…“

„… sich in Kalbsleberwurst tatsächlich kaum Kalbsleber befinde. Wie dies im Falle einer vegetarischen Leberwurst verhalte, werde jedoch außergerichtlich nicht…“

„… Leberkäse weder Käse noch aus Leber sei. Analog zu ähnlichen Fehlbezeichnungen habe sich der Großhandel auf ‚Pizzafleisch‘ geeinigt, um die Distribution weiterhin rechtssicher und…“

„… und das ‚Überraschungs-Ei‘ bisher unter ganz falschen rechtlichen…“

„… als ‚Veggie-Käse‘ im engeren Sinne nur ein aus Vegetariern geformter Fleischkäse angeboten werden dürfe, was jedoch wieder nicht vegetarisch im Sinne einer…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCLXX): Veganismus als Religion

28 04 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

In Plastikplane gehüllte, großflächig tätowierte Rauschebärte ziehen durchs Hipsterviertel, vor sich her tragen sie die Monstranz ihrer Zwangssegnung, den Heiligen Tofu, begleitet von Friedensgruß und ohrenbetäubendem Kriegsgeschrei. Äpfel, Nuss und Kürbiskern säumen ihren Weg. Im Tabernakel ihrer mit Polyesterpelz ausgeschlagenen Großküche ruht eine Alge, eingebettet in Schichten von Analogkäse und getrocknetem Ingwer. Hier wurde einst ein abtrünniger Mönch bei Verzehr hart gekochter Eier zu Schleifpaste verarbeitet. Man merkt angesichts weniger, aber signifikanter Merkmale, dass es sich bei der Talibanvariante des Veganismus um eine ausgewachsene Religion handelt.

Und nicht etwa nur als Religionsersatz, wie es sich für einen Trend unter vielen gehört, der mit Bausparen und Fremdenhass, Homöopathie oder Leistungssport mithalten muss, sondern um ein komplett gegen Fremdeinflüsse immunisiertes Denkgebäude, mit Pech und Ethik verkalfatertes Luftschiff auf Rädern. Jegliche Kritik verwandelt die Pflanzenköstler ansatzlos in einen kreischenden Mistgabelmob, ungefähr in einer Toleranzklasse mit Stalin, Höcke und Opus Dei, moralinübersäuerte Gotteskrieger ohne jede Bedeutung außerhalb ihrer eigenen Welt. Ihr Kampfbegriff statt Abendland ist die sattsame Sittsamkeit, denn es geht ihnen nicht bloß um Abgrenzung, sie ziehen von Tür zu Tür und versprühen Schuldgefühle mit einer Ekstase, wie es normale Metaphysikanbieter gar nicht mehr hinkriegen. Das muss ihnen der Neid lassen, die missionarische Tätigkeit hat Weltniveau.

Kein Veganer ist in der Lage, seine Einstellung in Anwesenheit anderer Hominiden länger als eine Planck-Zeit für sich zu behalten. Da beißt einer in die Butterbemme, und zack! quillt ein Festvortrag aus des Predigers oberer Verdauungsöffnung, die Heiden zu bekehren. Honig, lieben Brüder, ist aus Massentierhaltung und damit des Teufels, Fallobst hingegen scheint politisch korrekt in evolutionäre Zusammenhänge zu passen. Der Redeschwall lässt auf Zirkularatmung schließen, sonst wären sie zu stundenlangen Bekehrungen schon körperlich nicht in der Lage. Fast nötigte es einem Respekt ab, dass sie diese Aposteltätigkeit im Angesicht ständiger Lebensgefahr ausüben, immer dessen gewahr, dass ihnen im nächsten Augenblick ein geistig gesunder, zurechnungsfähiger Bürger eine reinzimmert, weil ihm dieses kognitiv suboptimierte Gefasel auf die Plomben geht.

Dabei mangelt es den Religions-Losern nicht an der produkttypischen Irrationalität, die sich vor allem durch Totalausfall sämtlicher Bestandteile formaler Logik auszeichnet. Wie sämtliche anderen metaphysisch überschaubaren Angebote verlangt der Veganismus den strikten Glauben an arteigene Erfordernisse, die ein offenbar höheres Wesen zwar so nie formuliert hat, die qua Gruppenzugehörigkeit aber zum Konsens gehören, die gehorsam und mit Demut zu befolgen sind. PVC-Schlappen sind dem Menschen als Krone der Schöpfung gemäß, um in Frieden und Eintracht mit Mutter Natur zu leben, wo der konsumgefütterte Kapitalistenspross es aus mangelhafter Kenntnis nicht mehr schafft, sich von Bast und Rinde Sandalen zu schwiemeln. Eisen und Vitamin D, wie sie heimlich in Pillenform in die Figur gekloppt werden, sind die Sollbruchstelle der vollkommenen Dogmen, in historischer Dimension nicht einmal mythenfähig – bisher wurde keine altsteinzeitliche Apotheke freigelegt – und daher von fundamentaler Bedeutung fürs Frömmeln: was vollkommen bekloppt ist, kann man nur glauben.

Längst sind die Biomärkte, jene esoterisch bunt bewimpelten Schrumpelgurkenumschlagplätze mit ideologischer Leitfunktion, zu Kirchen des festen Glaubens geworden, wie man die Welt rettet. Vor allem der Lifestyleveganer, der allerhand exotisches Gemüse, Flugmango und Chiasamen in den Napf hebelt, verstößt gegen die grundlegendsten Gesetze ökologischen Wirtschaftens: natürlich kann man die Pfefferschoten mit Andenwasser gießen, es macht dann aber keinen Sinn mehr, das Zeug einmal um den halben Erdball zu karren, damit der Egoleptiker in Wilmersdorf sich den Krempel hinters Zäpfchen schieben kann. Im Zweifel ist die plakativ durch die Straßen getragene Sittenlehre eben nur Sittenleere, ist das Hemd näher als die Hose und der liebe Gott ein guter Mann.

Und was soll es schon nützen. In allerhand Ritualen, die sich letztlich nur aus Gruppenzwang speisen, lassen die Eingeschworenen schließlich Hund und Katze Kohlrabi und Körnerkeks fressen, evolutionär so sicher nicht abgesegnet, und dabei in der Kürze des Lebens noch eine Ecke greifbarer, wie sich die eschatologische Ausrichtung ins eigene Fleisch schneidet: auch wer den Tod der anderen tapfer ausblendet, bleibt sterblich. Eins aber tröstet: sie rauchen, sie schütten bei jeder sich bietenden Gelegenheit Alkohol in sich hinein, sie kanalisieren irdische Gelüste durch ganz normale Aggression, wie sie jeder Fußballnazi oder Freizeitrennfahrer in der Innenstadt auch an den Tag legt, und erkälten sich, sobald ihr Immunsystem versagt. Weiß denn keiner von ihnen, wie man korrekt dagegen anbetet?





Steinzeitdiät

27 04 2017

„Ruf Doktor Klengel an!“ Hildegard tupfte sich den Schweiß mit dem Handtuch ab. Sie sah blass aus, deutlich blasser als ohnehin, und es stand ihn nicht einmal gut. „Nichts täte ich wohl lieber“, sagte ich mitfühlend, „allein der alte Herr praktiziert seit Jahren nicht mehr. Wie wäre es mit der Ärztin Ecke Uhlandstraße?“

„Es ist eine Glutenallergie“, entschied sie. „Bestimmt ist es eine Glutenallergie, diese fürchterlichen Bauchkrämpfe sind ja auch ganz typisch dafür. Die Apothekenzeitschrift hatte da neulich einen Artikel.“ So schlecht konnte es ihr gar nicht gehen, dass sie nicht sofort im Altpapier neben dem Abfalleimer nach dem Blättchen gesucht hätte. Bedauerlicherweise fand sie es nicht. Ich hatte es am Tag zuvor reflexartig in kleine Schnipsel zerrissen und aus ihrem Gesichtsfeld verschwinden lassen. Das ersparte mir nicht die minutenlange Diskussion, wo sich das Heftchen nur wieder befinden könne, wohl aber ein mehrstündig angelegtes medizinisches Kolloquium. „Dein Müsli enthält Getreide, anders kann ich mir das nicht erklären.“ „Du isst kein Müsli“, gab ich in nahezu sträflicher Klarheit zurück. „Sollte Deine Allergie etwa durch den Anblick der Tüte entstanden sein oder durch das Berühren der Schüssel nach dem Abwasch?“ Grimmig blickte sie mich an. „Du musst ja nicht leiden.“

Sie litt, das ist wahr; allerdings litt sie nicht genug, sonst hätte sie nicht den Vorratsschrank inspiziert auf der Suche nach tödlichen Substanzen. Bei der Kondensmilch wurde sie fündig. „Da“, rief Hildegard aus und hielt mir das Päckchen entgegen, „mehr Allergene auf einmal kriegt man doch nicht gekauft.“ „Abgesehen davon, dass Du keine Milch in den Kaffee nimmst und diese Packung nur für Besuch geöffnet wird, wie soll man davon eine Glutenunverträglichkeit bekommen?“ Sie stöhnte. „Das Zeug ist wahrscheinlich längst überall drin und verursacht Schmerzen.“

Mehrere Minuten später schleppte sie sich in die Küche zurück. „Ab jetzt esse ich auch keine Wurst mehr zum Frühstück“, verkündete Hildegard. „Das billige Industriefleisch wird nämlich mit Eiweißen gestreckt, die mir nicht bekommen.“ Das leuchtete mir spontan ein, da man für ihren Aufschnitt sicher längst eiweißfreie Schweine gezüchtet haben wird, die man dann mit Milchpulver wieder in einen verzehrfertigen Zustand bringt. Ich hätte das wissen können, aber als Banause macht man sich natürlich keine Gedanken über so komplexe Themen, schon gar nicht beim Frühstück. Vielleicht war es aber auch der Schmierkäse, den sie täglich verzehrte. Sie lehnte das entschieden ab. „Da wird sicher kein Milcheiweiß drin sein“, verkündete sie. „Ich habe auf der Packung noch nie etwas darüber gelesen.“ „Weil Du noch nie auf der Packung etwas gelesen hast“, merkte ich an. „Das sage ich doch“, zischte Hildegard.

Erschöpft ließ sie sich auf dem Küchenstuhl nieder. „Wir brauchen eine neue Ernährungsweise“, ächzte sie, und mir dämmerte, dass sie damit nicht die Menschheit an sich meinte, sondern vor allem mich. „In der Steinzeit haben die Leute auch kein Müsli gegessen, es gab keine Milch, alle wurden satt.“ „Und in Deinem Alter waren die meisten schon längst tot“, sagte ich ungerührt, doch das war ihr egal. „Diese Steinzeitdiät ist tatsächlich gar nicht so schlecht. Ich werde mich mal informieren darüber, und dann werden wir ja sehen, ob es nicht tatsächlich die bessere Ernährung ist.“ Vor meinem geistigen Auge erschien Hildegard in einem von Knochen zusammengehaltenen Bärenfell und aß wie die Steinzeitmenschen, morgens Mammut, mittags Mammut, abends eine Handvoll Gras. Am Lagerfeuer würde sie sich als kleine Knabberei ein Flughörnchen rösten. Allerdings stand zu fürchten, dass ich das würde übernehmen müssen, denn sie stellte sich im Sommer aus Prinzip nicht vor den Grillrost, um diesem, wie sie sagte, männlich dominierten Urmenschengehabe zu entkommen.

„Ich meine, man kann sogar Avocado essen und Kohl. Die Steinzeitmenschen hätten auch Avocados gegessen, wenn sie welche gehabt hätten.“ „Das klingt logisch“, befand ich. So hatte ich das noch nie gesehen – und die Steinzeitmenschen hätten sicher auch Leberwurst nicht verschmäht, wenn sie sich Leberwurst hätten vorstellen können. So ein theoretisches Fundament macht eine Diät gleich viel attraktiver, auch wenn man sich praktisch nicht daran halten muss.

Allerdings fiel mir beim Abräumen der leere Joghurtbecher auf, der sich im Müll befand. Hildegard hatte ihn offenbar am Abend zuvor noch gegessen. „Ich kann mich nicht erinnern, diesen Joghurt in meinem Kühlschrank gesehen zu haben.“ Sie sah mich erbost an. „Natürlich nicht, ich habe ihn da auch nicht reingestellt.“ Das Etikett zeichnete diesen Joghurt als deutlich verspätet aus. Wo also kam das Ding her? „Ich hatte ihn noch in der Handtasche“, murmelte sie. Jetzt verstand ich. „Es werden sich Milcheiweiße darin gebildet haben, unter Umständen auch Gluten. Kein Wunder, dass Du diese schrecklichen Bauchschmerzen hast.“ Der Löffel flog haarscharf an meinem Kopf vorbei, traf die Wand und hinterließ einen deutlichen Fleck. Möglicherweise eine allergische Reaktion. Ich würde Doktor Klengel anrufen müssen.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCLXIII): Fertiggerichte

24 02 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Ein Gespenst humpelt durch die westliche Welt, es hinterlässt Fettflecken am Türgriff, vermüllt die Landschaft, sein widerwärtiges Rülpsen lässt die Innenwände der Plattenbauten mählich bröseln. Es nähret kümmerlich von Opfersteuern und Gebetshauch die Dunstabzugshauben kompletter Reihenhaussiedlungen, die ohne seine Existenz nie in den ökologisch wertvollen Stadtrandboden gedroschen worden wären. Mit modifizierter Stärke lahmt das durch die Gegend, eine Vortäuschung von Leben, ungefähr so wertvoll wie ein Eimer gekauter Pappkartons, aber extrem laut und unglaublich bäh. Aus den Discounterregalen tentakelt sich das Zeug wie zufällig in die Einkaufskörbe, der unschuldige Kunde muss es unter Zwang verstoffwechseln. Es gäbe ja, ging’s nach ihm, niemals nicht gar kein Fertiggericht.

Der unter Industrieabfällen begrabene Rest aus Separatorendreck, Hühnerschlacke und Beifang, der im Polysaccharidschmodder dümpelt, ist trotzige Antwort auf den Bildungsmangel einer seicht verdeppten Ellenbogengesellschaft, Schlabber der Endzeit, Kapitulation vor den Schrecken einer bürgerlichen Gesellschaft, die der Beknackte mit der hilflos in Kitt geschwiemelten Interpretation von schnell erkennbarer Hausmannskost zu sich zu nehmen scheint. Tatsächlich würde der gemeine Hilfshonk die authentische Rindsroulade nicht einmal von ihrem hastig als Surrogat gezimmerten Zwilling unterscheiden können, wenn sie ihm das Bein wässert. Wozu auch. Er hat fertig, und mehr interessiert ihn nicht.

Denn der Bekloppte, kapitalistisch getrimmt auf kritiklosen Verzehr effektiv zusammengeklatschter Spachtelmasse, will nicht können, er will haben, und zwar sofort. Folglich pfropft er sich das knapp verdaubare Pendant zum Selfie in die durchweg geöffneten Schleimhäute: inhaltlich wertlos, man akzeptiert es nur, weil das Aussehen einem vertraut ist und der Hintergrund sowieso verschwimmt. Es schränkt nicht die Qualität ein, denn die ist hinfort ein irrelevanter Parameter: der Hunger treibt’s rein, der Ekel wieder raus, und letztlich gewöhnt man sich an alles. Mit wenigen Taschenspielertricks ist der kalorische Blitzkrieg sogar als Gehirnwäsche in der Lage, die herkömmliche Zusammenstellung aus Weißblechkonserven und Glasgemüse unpraktisch erscheinen zu lassen. In einem Arbeitsgang hebelt der Suizident überkrustete Proteine, Reisrückstand und Pflanzenteile zwischen verspätetem Abschied und Auferstehung auf den Teller, falls er den Schutt nicht gleich im Plastekryosarg in die knarzende Mikrowellenverbrennungsanlage schiebt: die Hälfte der Materie qualmt wie ein durchschnittlicher Tag in einem afghanischen Dorf nach dem Besuch der Air Force, alles andere hat noch knackigen Biss, da weiterhin kurz oberhalb des Gefrierpunktes. Nicht einmal die Tütenbratkartoffel als unterstes Ende der Zivilisation, sonst der Horrorschocker unter den gutbürgerlichen Wirkungstreffern, nichts kann den Konsumenten von der Überzeugung abbringen, dass der für eine eherne Schmecke optimierte Pamps genießbar sei. Mitnichten, ist er doch nur ein grauenvoller Auswuchs der Technikgläubigkeit, die das industriell Machbare zum quasireligiösen Standard erhebt – dass es Forschern gelungen ist, Fleischkleinteile in Faserbündelgröße, molekular geschreddertes Pflanzenfett und diverse Zucker zum Heimaterdeeintopf Nazi Goreng zu komprimieren, einem Sperrfeuer aus gehärteten Glyceriden und Ballaststoffen, enthält schon die Verpflichtung, es sich in die Innereien zu stopfen.

Dabei spricht das zusammengenagelte Zeug der Selbstwahrnehmung Hohn, die Schnäppchen- und Geizkultur zur nationalen Kunstform erhoben hat. Der Bescheuerte erwartet nicht nur Gourmetware in vollendeter Qualität zum Schleuderpreis, weil ja inklusive Distribution, prekärer Personalkosten, Plasteschale, fünftklassiger Reklame und einer am Rande des Burnout torkelnde Rechtsabteilung der Krustenbraten aus der Makulatursau nicht nur ein Erlebnis an Natürlichkeit und Genuss garantiert. Dabei ist der Schleckschlamm lediglich das handelsübliche Verdickungsmittel, vorsichtshalber per Aufschrift mit fünfzig Gramm Portionsgröße auf medizinisch verträgliche Schadstoffwerte gedimmt. Das Readymade hat seine Entfremdung bis zur amorphen Asia-Pfanne mit Öko-Glutamat gesteigert, der Trickster der Entsorgungswirtschaft, der die Nahrungsaufnahme mit einer gewissen Anspruchshaltung so deformiert, dass Haltung und Anspruch in der Tonne verenden. Aber was erwartet man von einer Bausparerkaste, denen bizarre Recyclingversuche mit Fleischgeschmack sogar für Gäste außerhalb der direkten Nachkommenschaft ausreichen. Offenbar verstecken sich in der Masse genügend Ersatzstoffe für körpereigene Downer, die die Dröhnung an der Schleimhaut auspegeln. An sich hätte bei Markteinführung der orthogonalen Pizza ein enthemmter Mistgabelmob die Fabrik in Grundwasser führende Schichten einarbeiten sollen, aber was erwartet man von Querkämmern, die auf grobe Schmerzreize zu reagieren für die beste aller evolutionären Errungenschaften halten. Am Ende verkocht eh alles im einen, im letzten Brei.





Ganzheitliche Zubereitung

8 02 2017

„Irgendwie muss sich der Deckel gelöst haben“, mutmaßte Herr Breschke. „Zum Glück stand das Gerät hier unterhalb der Hängeschränke. Sonst wäre das ganze Zeug bestimmt durch die ganze Küche… ach, ich möchte gar nicht daran denken!“ Tapfer wischte er die hartnäckigen Anhaftungen von der Unterseite des Geschirrschranks. So wie er selbst, so stur war dieser Grünkohl.

„Die Bedienungsanleitung ist wieder einmal nur auf Englisch und mit diesen komischen Zeichen“, klagte der Hausherr. „Aber auf den Bildern stand nicht, ob man den Deckel extra befestigen muss.“ Ich nahm das elektrische Objekt in Augenschein. Auf dem Schraubdeckel des Smoothiebereiters, um den handelte es sich nämlich, wies ein runder Pfeil auf die richtige Befestigung hin. „Sie müssen den Deckel im Uhrzeigersinn festschrauben“, erklärte ich dem Hausherrn, „man sieht das auch an diesem Gewinde im Mixglas – haben Sie den einfach so draufgesetzt?“ Er nickte. „Normalerweise sollte das doch halten, und ich habe das Glas auch gar nicht so voll gemacht.“ Immerhin hatte es dafür gereicht, mehrere Quadratmeter Kacheln und Holz mit einem fein gesprühten Grünton ein frühlingshaftes Dekor zu verpassen. „Es klebt so fürchterlich“, jammerte der pensionierte Finanzbeamte. „Aber man kann den Kohl ja nicht so trocken durchmixen, ein paar Zutaten müssen schon rein.“ „Was genau klebt denn so fürchterlich“, argwöhnte ich. „Zucker“, stöhnte er und schrubbte an der Wand lang, „und die Sahne wird wohl auch ein bisschen pappig sein.“ „Sie haben was in diese Maschine getan!?“ „Meine Frau gibt immer einen Löffel Zucker an den Grünkohl“, begehrte er auf. „Und Gemüse muss man mit einem bisschen Fett zu sich nehmen, wegen der Vitamine. Also das weiß man doch!“ Seufzend rieb er weiter. „Pürieren Sie doch mal ein Stück Wurst“, riet ich ihm. Seine Stirn legte sich in tiefe Falten. „Sie sollen mich nicht aufziehen“, schimpfte Breschke, „Sie könnten es nämlich mit dieser Anleitung auch nicht besser! Und wenn Sie auch viel vom Kochen verstehen mögen, von ganzheitlicher Zubereitung haben Sie sicher auch keine Ahnung!“

Immerhin passte der Deckel, wenn man ihn gut festschraubte, sah der Obstquirl auch einigermaßen stabil aus. „Nur dieses Englische“, moserte Horst Breschke. „Die hätten da doch ein bisschen mehr an uns ältere Benutzer denken können.“ „Wo es sich um ein deutsches Markenfabrikat handelt“, gab ich zu bedenken – die Aufschrift KRUBS auf dem Gehäuse ließ keinen Zweifel zu, dass seine Tochter wieder einmal einen sehr guten Fang auf dem taiwanesischen Markt gemacht haben musste.

„Ich werde jetzt erst einmal nur noch Obst in die Maschine tun“, kündigte Herr Breschke an. „Wenn man im Supermarkt mittlerweile Karottensaft und flüssige Rote Beete bekommt, muss ich das ja nicht auch noch machen.“ „Wenngleich im Sinne der Ganzheitlichkeit so ein selbst fabriziertes Püree bestimmt besser ist als industriell gefertigte Ware“, wandte ich ein. „Da ist etwas dran“, grübelte er. „Da ist wirklich etwas dran, aber es gibt so viele Gemüse, die sich nur schwer verarbeiten lassen. Denken Sie bloß mal an Rosenkohl.“ Vor meinem geistigen Auge blätterte der alte Herr Kohlköpfchen in den Mixer, goss Sahne darauf und häckselte die Mischung zu Fußballrasen à la crème. Wie gut, dass ich mich im vergangenen Jahr nicht zur Abnahme des Rührgeräts von Kennwutt hatte entschließen können, obwohl es so spottbillig war.

Mittlerweile hatte Breschke den Schlitzwender gezückt, um die Reste der Kohlexplosion von den Schränken zu entfernen. „Wussten Sie eigentlich“, ächzte er, „dass man mit diesen Schmusies viel schneller abnimmt?“ Leise rieselten die Krümel auf den Herd, und es war nicht unbedingt klar, dass es sich dabei um Gemüsereste handelte. „Sie meinen, je mehr Grünkohl, desto schlanker werden Sie davon?“ Er nickte, wenigstens machte es den Eindruck, wie er schräg unter dem Schrank hing. „Interessant“, überlegte ich, „wenn ich das mit Zucker und Sahne auf meinen Kaffee umrechne, der ja so gut wie keine Kalorien hat – ich müsste pro Tag ein Kilogramm abnehmen.“ „Das meinte ich auch“, quetschte er hervor. „Aber meine Frau glaubt mir ja nicht, und deshalb werde ich jetzt den Beweis antreten mit frischem Obst.“ Dabei deutete er auf die Schale, die sich auf dem Küchentisch befand. „Ich habe da neulich beim Frisör einen Artikel gelesen, es ging um innere Entschlackung, wie nennt man das doch gleich?“ Mir blieb nur ein fragender Blick, aber er hatte die Antwort schon. „Eine Botox-Kur, genau – wenn man sich von innen ausreichend reinigt, führt man ein besseres Leben, nicht wahr? Und genau deshalb werde ich mich jetzt ganz auf Obst konzentrieren.“

Ich hätte ihn warnen wollen, aber so geschwind griff er in die Schale und stopfte das Mixglas voll, setzte den Deckel auf und schraubte ihn vollendet vorschriftsmäßig fest, dass ich mich nur trocken räuspern konnte. In der Tat brachte ich keinen Ton heraus, während Breschke nach dem Zuckertopf griff, und als er nach dem Einschaltknopf langte, war es zu spät. Meinen mangelnden Kenntnissen der Comicliteratur geschuldet wusste ich nicht, ob dieses Geräusch am Ende des sonoren Röhrens, das freilich auch nur Sekunden angehalten hatte, besser mit Knarz, mit Kröchz oder Rattatakrubs wiedergegeben wird. „Immerhin ganzheitlich“, tröstete ich Herrn Breschke, der fassungslos die dünne Rauchsäule betrachtete. „Und beim nächsten Versuch nehmen Sie einfach die Steine aus den Zwetschgen heraus – vor dem Pürieren.“





Grünzeug

7 12 2016

„… sich die Bundesregierung für eine gesündere Ernährung ausgesprochen habe. Mehr Aufklärung über falsche Essgewohnheiten führe zu einer klar verbesserten Gesundheitssituation für Bürgerinnen und Bürger. Mit scharfem Protest habe dagegen der Bundesverband der Wurstfabrikanten den…“

„… das Gesundheitsministerium die Kritik der Hersteller zurückgewiesen habe. Kein Mitarbeiter des Ressorts habe ein Verbot von Fleisch- und Wurstwaren gefordert, vielmehr müsse eine ausgewogene Ernährung beide Bestandteile…“

„… die deutsche Wurst als typischen Wert des christlichen Abendlandes bezeichnen könne, wie er zu dieser Jahreszeit auf allen Weihnachtsmärkten gefeiert werde. Man sehe daran, dass deutsches Handwerk bereits seit zweitausend Jahren im…“

„… es im Gegensatz dazu Brokkoli, Kohlrabi, Rosenkohl, Sellerie, Artischocken, Kürbis und Petersilienwurzel gebe. Keines dieser Lebensmittel aber habe beispielsweise mit einem Deutschen Brokkoliverband eine eigene…“

„… die Bundesregierung bewusst in ihrer Öffentlichkeitsarbeit unterschlage, dass auch ausländische Spezialitäten wie Wiener Schnitzel aus Fleisch zubereitet würden. Die zunehmend einseitige Ausrichtung auf fleischlose Produkte sei daher geeignet, dem Ansehen Deutschlands in der internationalen Staatengemeinschaft erheblichen…“

„… einen Aktionstag gegen Fleischverzicht in allen deutschen Einzelhandelsgeschäften plane. Die Bundesregierung werde diesen nicht unterstützen, was nach Ansicht der Wurstfabrikanten eine unerlaubte Bevorzugung der Pflanzenproduktion und ein Verstoß gegen europäisches…“

„… schon 1769 deutsche Wurst nach Indien und in die Türkei verkauft worden, was als früher Beleg für Deutschlands Rolle als Exportweltmeister gewertet werden könne. Die Bundesregierung sei jedoch erst seit 2013 im Amt und dürfe daher keine eigene…“

„… auch um viele Arbeitsplätze gehe. Der Bundesregierung sei das jedoch im Vergleich zu den Wurstherstellern gleichgültig, da ihre Jobs ja alle vier Jahre automatisch…“

„… erstmals in die Offensive gehe. Zwar habe die Bundesregierung noch nicht verlauten lassen, dass verarbeitetes Fleisch ein maßgeblicher Faktor für die Entstehung von Armkrebs sei, die Industrie werde dies allerdings im Fall einer öffentlichen Debatte sofort juristisch…“

„… die deutsche Kochwurst im Gegensatz zu zahlreichen Mitgliedern der Bundesregierung noch nie eine politische Krise verursacht habe. Deshalb sei sie der Bundeskanzlerin weit überlegen und könne jederzeit…“

„… würden die deutschen Wurstfabrikanten es ablehnen, wenn man ihre Produkte in einem Atemzug mit Tabakwaren und Asbest nenne. Abgesehen von einigen regionalen Spezialitäten seien sie im Regelfall geschmacklich auch sehr…“

„… nochmals klargestellt habe, dass es der Bundesregierung nicht um den Verzicht auf Fleisch-und Wurstwaren deutscher Herkunft gehe. Diese seien lediglich in guter Ausgewogenheit mit anderen Erzeugnissen wie…“

„… warne der Verband der Wurstfabrikanten bereits vor einer öffentlichen Verfolgung deutscher Fleischesser mit Billigung der Bundesregierung. Es gebe vereinzelt vegetarische Gaststätten, in denen keine deutsche Wurst gereicht werde, was als Verstoß gegen die Menschenrechte ein extremer…“

„… als Volksverdummung bezeichnet habe. Man könne nicht den Verzehr von Milch und Eiern gutheißen, wenn man die dazu produzierten Tiere nicht auch als deutsche Wurst…“

„… in der Bundesrepublik täglich mehr Wurst als Walzstahlhalbzeuge verzehrt würden, was die volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche auf eindrucksvolle Weise unterstreiche. Die Hersteller von Fleisch- und Wurstwaren seien nicht mehr bereit, ihre Produkte freiwillig in Staaten zu liefern, die als Stabilitätsanker in Krisenregionen …“

„… versäume die Regierung, den Verzehr von Kartoffelchips wegen darin enthaltener Nitrosamine als lebensgefährlich zu bezeichnen. Bereits wenige Zentner Chips pro Tag könnten langfristig für eine irreversible…“

„… viele Sportler für Fleisch- und Wurstwaren Reklame machten, jedoch keiner für Zwiebeln. Man sehe hier, dass die Auffassung der Konsumenten eine völlig andere sei als die von Merkel und…“

„… werde eine Bundesregierung, die für die Kriminalisierung der Wurst eintrete, zwangsweise Weihnachtsmärkte mit Bratgemüse und…“

„… habe sich die Justiziarin des deutschen Wurstfabrikantenverbandes gegen den Vorwurf verteidigt, gegen eine genaue Kennzeichnung von Lebensmitteln auch auf der EU-Ebene zu kämpfen. Es gebe ihrer Ansicht nach Inhaltsstoffe, die einen der Teil der Bevölkerung nur…“

„… es der Wissenschaft bereits gelungen sei, Fleisch aus Muskel- und Fettzellen im Labor zu züchten. Da dies mit Fenchel oder Radieschen nie gelingen werde, stehe für die Wurstfabrikanten die klare Überlegenheit ihrer Produkte im…“

„… erhebliche Umsatzeinbußen, die die stetig sinkende Qualität der in Massentierhaltung erzeugten Fleisch- und Wursterzeugnisse mit sich bringe. Der Bundesverband der Wurstfabrikanten zeige sich zuversichtlich, dass die Regierung die Arbeitsplätze in ihrer systemrelevanten Branche mit einem Rettungsschirm…“