Mundschutz

6 04 2020

„Nächsten Donnerstag, lassen Sie mich gerade mal nachschauen, haben wir um halb zehn in Hannover, relativ zentral, einen Supermarkt, und dann um zwei Uhr eine Arztpraxis in Jena. Braunschweig ist jetzt nicht so weit weg, wir könnten so gegen zehn Uhr fünfundvierzig einen kurzen Termin im Heim reinquetschen, aber dann muss da alles steril sein. Und der Herr Bundespräsident bleibt auch maximal fünf Minuten.

Nein, wir koordinieren das ja nur. Dass Sie den Herrn Bundespräsidenten bekommen, liegt auch nur am Datum. Mittwoch könnten wir eventuell auch Herrn Scholz schicken, der hat ab Mittag frei und wäre im Großraum Berlin-Brandenburg verfügbar. Die Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch auf ihre Politiker, und Sie hatten eine amtierende Spitzenkraft angefordert, deshalb nehmen wir die auch zuerst. Wenn Sie beispielsweise bloß eine Müllverbrennungsanlage renoviert haben und jetzt wiedereröffnen, dann schicken wir Ihnen Lindner vorbei. Der darf dann an der Bar die Journalisten anpöbeln, danach zieht er sich die Birne dicht und Sie haben für den Rest des Tages ihre Ruhe. Wobei, Sie haben recht. Wozu lädt man sich die Knalltüte dann überhaupt ein.

Also wir sind keine Event-Agentur. Das dürfen Sie nicht verwechseln. Sie bezahlen ja nichts für die Politiker, das ist ihr Job. Dafür müssen Sie halt ein paar Abstriche machen, wenn es um Wichtigkeit und Verfügbarkeit geht. Wenn Sie einen Supermarkt betreiben, dann haben Sie unserer Ansicht nach ein vitales Interesse, dass Sie Ihr Personal so gut wie möglich in die Presse bringen. Bundespräsident und Bundeskanzlerin sind da angebracht, und wenn Sie ein Foto davon haben, wie Frau Merkel in der Schlange steht, Toilettenpapier kauft und Ihrer Kassenkraft Beifall klatscht, dann bringt Ihnen das wenigstens einen Monat, in dem Sie Ihre Löhne so mies auszahlen können wie bisher. Das ist auch in unserem Interesse. Stellen Sie sich in dieser Lage mal vor, das Lohngefüge verrutscht, wir haben bei den Sozialleistungen plötzlich höhere Sätze, es gibt auch viel mehr Aufstocker – das kann es nicht sein. Da holen Sie dann lieber alle paar Monate mal eine politische Figur, dann haben Sie Ruhe.

Von Herrn Heil möchten wir in dieser Lage ausdrücklich abraten, er sagt Sachen, die sollte man eigentlich nicht sagen. Er kündigt eine Überprüfung des deutschen Gesundheitssystems an – was erst einmal nichts heißt, aber große Erwartungen weckt – und verkündet dann, dass wir die Sozialstaat so lassen müssen, wie er jetzt ist. Zuletzt hatte er sich auch offen gezeigt, die von Karlsruhe angemahnten Gesetzeskorrekturen zu ignorieren, weil ihm Geld wichtiger ist als die Verfassung. Das wäre an sich eher ein Kandidat für die zweite Garnitur, aber bei der aktuellen Nachfrage lassen wir ihn lieber in der ersten. Es muss ihn ja keiner buchen, er hat sich das selbst ausgesucht, und wer nicht will, der hat schon.

À propos, Herr Spahn. Ungeeignet für Kliniken, für Arztpraxen, alles, was mit Gesundheitswesen zu tun hat. Wir hatten ihn neulich mal für einen Termin im Sanitätshaus, da waren wir alle erleichtert, dass er nach zwei, drei Minuten ohne lebensgefährliche Verletzungen wieder vom Gelände entfernt werden konnte. Bei ihm können Sie auch sicher sein, dass er nur mit Mundschutz auftritt. Nicht wegen der Infektion. Aber wenn er schon seine dumme Klappe aufreißt, dann müssen Sie nicht auch noch hören, was da rauskommt.

Gut, wir probieren es mal mit Herrn Söder, der ist auch noch frei. Gegen elf Uhr? Etwa eine halbe Stunde Programm, er nagelt in allen Räumen auch noch ein kostenloses Kruzifix an die Wand, wenn Sie ihn lassen. Andere schreiben halt Autogramme, er nagelt. Das wirkt komisch, aber Sie werden sich schnell an ihn gewöhnen. Möglicherweise so sehr, dass es Ihnen gar nicht auffällt, wenn er plötzlich Bundeskanzler ist.

Ja, Sie lachen, das Geschäft ist hart, und das hat nicht nur mit den Terminplänen dieser Damen und Herren zu tun. Das spiegelt die ganze Krise wider, vielmehr: die letzten zwanzig Jahre, die der Krise vorangegangen sind. Wir kriegen die Rechnung für die Fehlentwicklung präsentiert, die wir sehenden Auges unterstützt haben. Das politische Personal, das da seine Sonntagsreden unter sich lässt, ist nicht vom Himmel gefallen. Das ist die Auslese dessen, was wir gewählt und damit in die Ämter befördert haben, in denen sie nun stur herumhocken, durch brechreizerregende Inkompetenz brillieren und mit dummem Gefasel auffallen. In den Ministerien sind die Leute doch vom Abteilungsleiter abwärts froh, wenn sie einen ganzen Tag lang diese Brüllaffen nicht zu sehen bekommen. Und da kommen wir ins Spiel. Wir briefen den Redner – Ort, Location, dann noch eine kurze Beschreibung, ob gerade zehn Personen vom AfD-Außendienst abgeknallt wurden oder mangelnder Infektionsschutz im Pflegeheim zu einer größeren Anzahl an Todesfällen geführt hat – und dann kriegen Sie warme Worte. Wäre ja auch doof, wenn da der Präsident steht und sagt: ‚Wir sind hier als Deutsche‘, oder: ‚Ich bin der festen Überzeugung, dass das Leben weitergeht, und das will ich Ihnen hier und heute, wo wir als Bürger dieses Staates, der sich auf Sie verlässt, auch und gerade in dieser Krise, die schwer ist, aber nicht nur, sondern auch ermutigend, für mich, für alle, die das heute, in diesem Lande, und das sind wir alle‘.

Klöckner? Gut, warum nicht. Natürlich mit Mundschutz. Wenn Sie eh bloß ein paar Minuten Gerede brauchen, ist es egal, ob Sie Spahn nehmen oder Klöckner. Kostenlos ist beides. Und umsonst.“





Anekdote aus der Zukunft

5 04 2020

für Erich Kästner

Es schwiegen die Waffen. Der Krieg war vorbei.
Sie lagen sich schnell in den Armen.
Die Völker, sie waren so friedlich und frei,
und jeder rief: weg mit der Tyrannei!
Der Menschheit ein Recht auf Erbarmen!

Sie schenkten sich alles. Man teilte und litt,
sie linderten Hunger und Nöte.
Wer fern von der Heimat, dem brachte man’s mit,
und keiner, der zankte und neidet und stritt.
Die Welt war so voll Morgenröte.

Dann wurde es anders. Sie ahnten es schon,
und leise begann es zu zittern,
das Wort macht die Runde: die Revolution,
sie stand vor der Tür. Endlich Brot für den Lohn,
und Blumenduft schien man zu wittern.

Da kriegten sie Angst, und die vorher noch schrieen,
begannen sich jäh zu entleiben.
So weit war die Gleichheit des Menschen gediehn.
Sie wollten’s nicht glauben. Sie wollten nur fliehn.
Wie sonst soll denn alles so bleiben?





Gernulf Olzheimer kommentiert (DVIII): Der Markt

3 04 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Uga hatte manchmal das Glück, bei der Suche nach Buntbeeren auf den Großen Prickelpilz zu stoßen, der bei knapper Dosierung lustig machte. Ein mittelgroßes Exemplar reichte für einen recht gemütlichen Abend in der Einfamilienhöhle, und fand er mal zwei, so konnte er in durchschnittlichen Sommern eine gute Keule von der Säbelzahnziege für den Schwamm eintauschen. Natürlich half es, die Nester im kleinen Wäldchen bei der westlichen Felswand gut zu kennen. Kaulauch und Hasen hatte Rrt unter Kontrolle, diese Segmente schienen längst abgesteckt. Aber die Wirtschaftsteilnehmer wussten es schon damals, der Markt regelt alles.

Wenn man ihn denn lässt. In den meisten Fällen besteht er aus dreißig Bestattungsinstituten in einer Hundert-Seelen-Gemeinde, die sich karnickeloid vermehren und nach Staatshilfen plärren, weil ihnen keine verraten hat, dass mit Gewerbefreiheit nicht gemeint war, nach Belieben als Unternehmen am Markt aufzutreten, wenn dies keinen Erfolg zu versprechen droht. Manche schwenken sofort um auf Nagelstudio, Musikschule, Feng-Shui-Bude oder notfalls Unternehmensberatung, weil das jede Knalltüte hinkriegt – doch nicht jede Lücke, in die nach Motivationsgeplärr des Analysten Mut suppt, ist auch als Standort der Vernunft bekannt. Der voodooeske Betriebswirtschaftlerzauber, nach dem Nachfrage und Angebot vollkommen unabhängig voneinander im luftleeren Raum existieren, hier wird er Ereignis.

Wie sonst könnte es grundsätzlich gesteuerte Märkte geben wie den Arbeitsmarkt, auf dem sich die Anbieter degradieren lassen müssen, indem man sie als Arbeitnehmer bezeichnet. Nach unverdünnt aufgetragener Marktlogik könnten derzeit alle Kassierer im Einzelhandel, alle Gesundheits- und Krankenpfleger, Lkw-Fahrer sowie angeschlossene Branchen sich lässig zurücklehnen, ihre staubigen Tarifverträge mit mildem Lächeln in den Schredder kloppen und die verschwiemelten Ausflüchte der sogenannten Tarifpartner – outgesourcte Zwerge für russisches Roulette mit Lohnempfängern – schlicht ignorieren, denn was wäre dieses Land, würde nicht das zehnfache Brutto monatlich rüberwachsen. Aber wen kümmert schon die Definition, wenn man doch klarmachen kann, dass es überall geistig schwer gestörte Brechbeulen gibt, die nur da nach den Regeln spielen, wo sie sie nach Belieben ignorieren können.

Tatsächlich sehnen aufmerksamkeitsgestörte Hackfressen sich nur nach dem Scheinoligopol, in dem sie als arbeitsscheue Anteilsschmarotzer den Preis für systemrelevante Leistungen durch gezielte Verknappung so weit in die Höhe zwiebeln können, dass sie das Gleichgewicht halten: nicht zu geringe Erlöse unter Berücksichtigung aller vorsätzlich hinterzogenen Steuern und Abgaben, keine zu niedrigen Verluste in der Verbraucherschicht, um zu kompensieren, dass man nicht jedem, der wegen eines überteuerten Medikaments verstirbt, vorher noch ins Gesicht hat spucken können.

Sollten sie sich im Vollsuff einmal zu hart mit dem Gesichtsversuch in die Tischecke gelegt haben, so werden sie angenehm erfreut sein, dass es auch an Sonn- und Feiertagen einen Notdienst für die Esszimmerreparatur gibt. Eigennutz, wusste auch der geneigte Nazi, ohne es zugeben zu wollen, geht ja stets vor Gemeinnutz, und der Taxifahrer, der den letzten Zug am Bahnhof abwartet, tut dies nicht aus reiner Philanthropie: beide wollen ihren Kredit abbezahlen und schielen kalt auf die Zuschläge, die sich in einem ausgedünnten Angebot wie von selbst ergeben. Zuverlässig anwesende Hühner lachen bei Gelegenheit, wenn der Preis sich durch etwaige Kaufverweigerung einpendeln sollte – mit dem vereiterten Zahn hockt der Nanodenker freilich ein ganzes Quartal vor des Dentisten Tor, bis die Kasse ein Machtwort lispelt, und gibt es kein Brot, frisst der geneigte Kunde auf Befehl Kuchen.

Die komplett unsichtbare Hand, die sich nur in einem Paralleluniversum zeigt, regelt nur bei denen ihren Schlamassel, wo der Brägen auf Halbmast hängt. Auf einem perfekten Markt gäbe es keine Märkte, das Volumen wäre begrenzt, da es sich in einem abgeschlossenen Kreislauf befindet, das den Energieerhaltungssatz auch durch schamanisches Hüpfen nicht abschafft, und das religiös verehrte Wachstum wäre eine Folge von Lack on the rocks, den die im Oberstübchen verseiften Soziopathen zur Aufrechterhaltung ihrer Laberzirrhose nötiger haben als die Dünnluft zum Atmen. Kaum ist für sie der Spargel in Gefahr, plärren die Waschweiber im Chor nach Mammi, die ihnen die Windeln wechselt, weil sich diese verdammte Realität nicht an die Vorstellungen hält, die man nach einer Tüte Tanzdragees entwickelt. Sicher gibt es Wachstum, ungebremste Progression ohne Rücksicht auf alle anderen Faktoren, freie Entfaltung durch gezielte Zerstörung der Umgebungsvariablen. Im gut sortierten Fachhandel heißt das Zeug Krebs, und wer es sich selbst wegbeten will, kommt früher oder später zum Arzt. Und sei es, mit etwas Glück für alle anderen, zum Sterben.





Völkische Übernahme

2 04 2020

„… sich von allen trennen werde, die der Einheit der AfD derzeit in Frage stellten. Höcke sei fest entschlossen, auch nach der totalen Auflösung des rechtsextremistischen…“

„… disziplinieren müsse. Weidel habe die ganze Partei darauf hingewiesen, dass ohne eine weitere Finanzierung aus Bundesmitteln Boykotthetze und Verleumdung nicht mehr möglich seien und eine sachorientierte politische Arbeit drohe. Angesichts dieser lebensbedrohlichen Situation könne sich nun niemand mehr für eine weitere…“

„… nur nach dem bisherigen Schema vorgehen wolle. Auch die bisherigen Vorsitzenden seien aus der Führung gedrängt worden, deshalb sei eine Absetzung von Meuthen durch Höcke, Kalbitz und Junge durchaus als traditionelles…“

„… eine Neuorganisation unter veränderter Führung wegen des geltenden Kontaktverbots nicht möglich sei. Höcke dürfe dies nur alleine und ohne Rücksprache mit anderen entscheidend, weshalb er sich für eine völkische Übernahme des…“

„…bereits den saarländischen Landesvorstand abgesetzt habe. Meuthen werde von den anderen Mitgliedern der AfD inzwischen bezichtigt, mit Absicht die Auflösung der verfassungsfeindlichen Bestandteile der Partei zu betreiben, wodurch sich ein nicht mehr behebbarer Schaden für die…“

„… habe Poggenburg sich sofort als Mediator angeboten, da er sowohl unter Geldnot leide als auch bekennender Holocaustleugner sei. Er stehe für eine unbeugsamste Härte gegenüber allen Feindrassen und werde jeden Versuch des feigen Zurückweichens, beispielsweise die Parteiflucht, mit sofortiger Haft, Erschießung oder einem…“

„… mit Parteiausschluss drohe. Meuthen könne auf keines seiner Ämter verzichten, da er noch mehrere sehr kostspielige Privatkredite bei einer…“

„… versucht habe, Titelschutz für die Marke Alternative für Deutschland anzumelden. Höcke werde alle Unternehmungen des demokratieverseuchten Abweichlerflügels mit entschiedenster Entschiedenheit niederringen, um die Zernichtung des nationalen Erbes durch die…“

„… mit dem Verkauf von Staatsanleihen finanzieren wolle. Weidel fühle sich offiziell nicht dem Flügel zugehörig, müsse aber wegen einer größeren Bürgschaft für Magnitz, der seinerzeit von Mitbewerbern im osteuropäischen Menschenhandel an Verbindlichkeiten erinnert worden sei, mit einer Summe von einigen…“

„… versehentlich als Alternative für Deitschland angemeldet habe. Höcke habe zwar das Bundesverfassungsgericht als ‚verjudete Bude von Gasflüchtlingen‘ bezeichnet, erhebe aber den Anspruch, dass ihm als Retter der Deutscheit vor der rassisch minderwertigen Völkerflut die Bestimmungsgewalt über den…“

„… ein öffentlicher Aufruf zum Rücktritt von Meuthen als Vorsitzendem der AfD plötzlich aus dem Netz genommen worden sei. Es sei jedoch nicht gesichert, dass die von ihm selbst in Auftrag gegebene Arbeit durch einen geplatzten Scheck von der Agentur wieder…“

„… zahlreiche Mitglieder mit dem sofortigen Austritt drohen würden. Es sei noch nicht klar, warum Gauland mit der Übermittlung sämtlicher Mitgliederdaten an den Verfassungsschutz drohe, da aber die Anschriften des verfassungsfeindlichen Teils einschließlich seiner eigenen behördlich schon erfasst seien, könne es sich nur um eine…“

„… ein Angebot machen werde, das dieser nicht ablehnen könne. Bei Zuwiderhandlung sei Kalbitz jedoch auch entschlossen, die restliche Partei mit Schusswaffeneinsatz während einer Versammlung auf den Gelände des Nürnberger…“

„… werde Gauland bei einer Abspaltung aller anderen Parteigenossen die uneingeschränkte Führung des volksdeutschen Flügels der vereinigten identitären und arisch reinblütigen…“

„… die AfD nur noch im Westteil der BRD GmbH zulassen wolle. Petry habe sich bereits für ein Comeback in Stellung gebracht und wolle den…“

„… keine konstruktive Basis für einen Streit sehe. Höcke gehe also von einer Vernichtung der kommunistenfreundlichen Gruppe um Junge und seine rechtsextremistischen…“

„… weiter eingeschränkt sei. Die meisten Kreisverbände der AfD seien zwar aus eigenem Antrieb bestrebt, ihre Kosten zu minimieren, es sei jedoch durch unvorhergesehene Übergriffe der von der Bundesrepublik AG gesteuerten Lynchjustiz nicht möglich, die regional Verantwortlichen vor einem…“

„… werde Kalbitz bei einer Abspaltung aller anderen Parteigenossen die uneingeschränkte Führung des volksdeutschen Flügels der vereinigten arischen und identitär…“

„… eine Einigung mit dem Verfassungsschutz erzielt habe. Sollte Meuthen die Auflösung der Partei bis nach den Wahlen zum Deutschen Bundestag nicht durch interne Maßnahmen beendet habe, sehe Seehofer keine andere Möglichkeit, als innerhalb weniger Jahre die strafrechtlich relevanten…“





Hexenverfolgung

1 04 2020

„Also haben sie erst einen gesehen, noch einen, und dann noch einen. Aha. Gut. Aber da kann ich nichts machen, weil das drei einzelne Personen waren, und wenn Sie nicht mal wissen, um wen es sich dabei gehandelt haben könnte, dann weiß ich auch nicht, was ich jetzt noch dagegen tun könnte.

Stressfest, haben sie gesagt. Also ich habe schon eine ganze Menge gemacht, Beschwerdestelle bei der Bahn, technische Hotline für Geräte, die man eigentlich nur einschalten muss, aber das hier ist wirklich hart. Die Leute wollen mitarbeiten, was ja auch grundsätzlich erst mal in Ordnung ist, aber sie sind wie kleine Kinder, die alle Nummernschilder von den parkenden Autos aufschreiben und sie dann bei der Polizei abliefern, weil vielleicht ein Räuber darunter sein könnte. Es ist nicht zu fassen.

Infektionsschutzpolizei, womit kann ich Ihnen helfen? Ihre Nachbarin hält sich also im Park auf? Und was soll sie Ihres Erachtens nach sonst im Park tun, etwa die Bäume absägen? Sich bewegen? Das würde ja schon mal beinhalten, dass sie sich dort auch aufhält. Wenn Sie es nicht sehen konnten, dann waren Sie unter Umständen nicht dicht genug an ihr dran. Es ging nicht, weil Sie ja den Abstand einhalten mussten, aha. Gut. Und dann haben Sie keine Bewegung feststellen können. Sind Sie sich sicher, dass es sich nicht um Joga gehandelt hat? Aha, das macht man nicht im Park. Wusste ich auch noch nicht, aber wenn Sie das sagen, wird es wohl stimmen. Ja, behalten Sie die Sache ruhig im Auge.

Das ist Ihnen ja wohl klar, wie das hier läuft. Die einen liegen auf der Fensterbank und gucken nach, was die Nachbarn im Vorgarten machen, die anderen stehen hinterm Baum und verpfeifen, wen sie zu fassen kriegen. Das hatten wir alles schon, die Geheimpolizei hieß nur immer anders, und sie kam nicht mehr nach damit, die Denunziationen der braven Bürger abzuarbeiten. Schaffen Sie einen Polizeistaat, schaffen Sie rechtliche Grauzonen, in denen selbst die Polizisten nicht mehr wissen, was noch legal ist und was nicht, und schon kriecht das Heer der Schnüffler und Petzer aus allen Ritzen.

Infektionsschutzpolizei, womit kann ich Ihnen helfen? Zwei Personen? Nicht verheiratet? Ja, das soll vorkommen, und wenn Sie mir jetzt noch verraten, woher Sie wissen, was die beiden sonst so tun, dann… Das haben Sie falsch verstanden, wir nehmen hier keine Sittlichkeitsverbrechen auf, und ich kann Ihnen auch versichern, dass ein Abstand von unter einem halben Meter definitiv keine gemeingefährliche Körperverletzung darstellt, wie Sie das nennen. Mit Hund waren es schon drei? Sie sind sich ganz sicher? Haben Sie auch nachgesehen, ob vielleicht einer der beiden einen Hamster in der Hosentasche hatte? Hallo? Hallo?

Ich würde nicht sagen, dass wir als Deutsche hier ein Monopol haben, aber wir sind ganz gut im Training. Heutzutage müssen Sie noch nicht mal Systemkritiker sein oder Ausländer, es reicht, wenn Sie durch gesundheitsgefährdendes Verhalten eine Gefahr für das auf Kante genähte Finanzsystem eines Krankenhausbetreibers darstellen, weil sie ein Intensivbett belegen, in dem zur selben Zeit drei bis vier Senioren abkratzen und für bessere Rendite sorgen könnten. Das möchte der gute Staatsbürger natürlich nicht, aber das ist nur ein Motiv. In Wirklichkeit will er natürlich jemanden reinreißen und zusehen, dass der andere leidet. Da haben wir auch kein Monopol, aber in der Vergangenheit ganz gut vorgelegt.

Wenn Sie so wollen, können Sie die ganze Psychodynamik auf die Hexenverfolgung zurückführen. Die Gesellschaft war ein bisschen anders aufgebaut, aber nicht unbedingt besser dran als heute. Neid und Missgunst sind immer gute Triebfedern, das Verhalten mag damals noch ein bisschen irrationaler gewesen sein, weil Aberglaube als wissenschaftlich bestätigt galt, und wenn man persönliche Einschränkungen an einer sich ad hoc anbietenden Bevölkerungsgruppe abreagieren kann, dann macht man das halt. Was meinen Sie, wie oft ich hier Leute dran habe, die eine Hundertschaft anfordert, weil auf der Straße ein Chinese läuft.

Infektionsschutzpolizei, womit kann ich Ihnen helfen? Es hat gehustet. Aha. Gut. Und wo hat da wer gehustet? Wissen Sie nicht. Soll ich das jetzt etwa herausfinden, wer da wo gehustet hat? Und wann hat es gehustet? Gestern? Dann ist es ja gut, dass Sie uns gleich heute informieren. Das war, weil Sie keine Ansteckung riskieren wollten. Ja, das verstehe ich. Alle festnehmen? Kann man machen, aber wieso eigentlich? Bösartiges Husten? Es hat sich also bösartig angehört, interessant. Nein, mir war bisher noch nicht bekannt, dass man bösartig husten kann. Ist es möglich, dass es sich dabei um ein vorsätzliches Husten gehandelt haben könnte, und wenn ja, können Sie das auch beweisen? Aha, gut. Dann müssen wir das wohl als fahrlässiges Husten betrachten, unter Umständen könnte es eine leichte Fahrlässigkeit sein, und da würden wir es bei einer Ermahnung bewenden lassen, weil da auch keine Ordnungswidrigkeit vorliegt. Ja, aber immer vorausgesetzt, dass wir die Person auch eindeutig als tatbeteiligt identifizieren, sonst ist es schwierig, eine Ermahnung auszusprechen, das werden Sie sicher verstehen. Wissen Sie was? Sie finden heraus, wer das gewesen ist, und dann schicken Sie die Person zur Befragung zu uns.

Wissen Sie, wovor mir graut? Wenn dieser Zirkus noch monatelang weitergeht, ziehen sich diese Idioten irgendwann Karnevalsuniformen an und terrorisieren das ganze Land. Aber das ist nun mal die Krise: sie zeigt den Charakter eines ganzen Landes.“





Konturlos durch die Nacht

30 03 2020

„Wie jetzt: weiter!?“ „Naja, weiter halt.“ „Einfach weiter so?“ „Jedenfalls einfach so weiter.“ „Das kann ich nicht glauben.“ „Mal ehrlich, wer sollte es denn sonst machen?“ „Keine Ahnung.“ „Eben.“

„Deshalb muss sie das doch aber nicht weiter machen.“ „Wie gesagt: keine Ahnung.“ „Aber Sie haben doch gerade…“ „Die anderen. Keine Ahnung von nichts. Einer schlimmer als der andere.“ „Da ist sie aber auch nicht ganz unschuldig.“ „Immerhin hat sie Spahn ganz nach vorne gebracht.“ „Damit er jetzt pro Stunde ein Stuhlbein in die Fresse kriegt.“ „Eben, das hätte außer ihr keiner geschafft.“ „Weil es kein anderer geahnt hatte.“ „Das sind halt echte Führungsqualitäten, und deshalb macht sie weiter.“ „Ich weiß ja nicht recht.“ „Überlegen Sie mal, wen sehen Sie da denn jetzt als Alternative?“ „Laschet?“ „Also Söder light.“ „Die Wähler mögen halt echte Macher.“ „Macker, Sie meinen Macker.“ „Das liegt aber auch am Föderalismus, dass sich die Politiker momentan nicht einig werden, weil immer einer querschießt.“ „Nämlich immer die anderen.“ „Das muss man doch jetzt irgendwie regeln können.“ „Wenn Sie sich mit ‚irgendwie‘ zufrieden geben, haben wir alle ein Problem.“

„Und wenn Merz jedoch doch…“ „Nein.“ „Er würde aber schon wollen.“ „Nach dem, was er in den letzten Tagen von sich gegeben hat, muss man der Pandemie fast dankbar sein, dass wir kapieren, welcher Kelch da an uns vorübergegangen ist.“ „Die anderen sind noch schlechter.“ „Und deshalb brauchen wir einen Börsenzocker, der uns erklärt, warum es bei den letzten beiden Versuchen eigentlich hätte klappen müssen?“ „Das ist der Grund, warum sie einfach weitermacht?“ „Nein, aber alles andere wäre doch unverantwortlich.“ „Sie hat vielleicht mal einen Amtseid geschworen, aber das können Sie jetzt wirklich nicht…“ „Das heißt, Sie wollen im Zweifel wirklich Söder als Kanzler?“ „So gesehen, nein.“ „Dann ist ja alles klar.“

„Gibt es denn wirklich nicht genug politischen Nachwuchs in der Union, der bereit wäre, die Regierung zu…“ „Von der Leyen haben wir zum Glück gerade erst in Brüssel entsorgt.“ „Die wäre als Ersatzteil vermutlich früher oder später auch kaputt gewesen.“ „Und bei Klöckner kann man davon ausgehen, dass sie Regierungserklärungen mit einer Werbeeinblendung beginnt.“ „Oder dass sie einen Nutella-Beauftragten im Kabinett sitzen hat.“ „Vermutlich regt sie auch an, dass sich die Abgeordneten vor der ersten Lesung die Gesetze als lizenzpflichtigen Text mit drei Tagen Gültigkeit aus dem Netz herunterladen müssen, um an der Abstimmung teilnehmen zu dürfen.“ „Dann bleibt ja eigentlich nur noch Röttgen.“ „Hä!?“ „Nein, das war ein Witz!“ „Sie sind ja schlimmer als ich.“

„Nur als Frage, meinen Sie, die SPD kann den Kanzler in…“ „Schlimmer als ich. Viel schlimmer.“

„Und warum macht es dann AKK nicht?“ „Raten Sie mal. Aber sagen Sie nicht sofort, dass sie es nicht kann, das wäre dann doch zu einfach.“ „Es muss sich einer um die Bundeswehr kümmern, die kann in diesen Tagen noch mal sehr wichtig werden.“ „Sie meinen, trotz AKK?“ „Wenn sie jetzt einen guten Job macht, kann aus ihr vielleicht doch noch etwas werden.“ „Beispielsweise in der EU, oder wie meinen Sie das?“ „Sie empfiehlt sich für höhere Aufgaben.“ „Verstehe, deshalb hat sie den Parteivorsitz niedergelegt.“ „Weil sie damit mehr Zeit hat, sich um eine gute Kanzlerkandidatur zu kümmern.“ „Wir waren uns aber darüber einig, dass die SPD auch mit sehr, sehr viel Rückenwind keine nennenswerte Rolle in der Wahl spielt?“

„Vielleicht nutzt die CDU die Zeit und zieht ein ganz neues Talent heran.“ „Jetzt wird mir einiges klar, die bauen Amthor klammheimlich zum neuen Superstar auf.“ „Wieso klammheimlich?“ „Weil das außerhalb der CDU vermutlich noch keiner gemerkt hat.“ „Dann wäre es doch noch wahrscheinlicher, weil sie quasi unmittelbar vor der heißen Phase des Wahlkampfes einen ganz neuen, unverbrauchten Kandidaten aus dem Hut zaubern.“ „Äh, ja.“ „Der ist ein unbeschriebenes Blatt, er passt sich total an die Einstellung der Wähler an.“ „Konturlos durch die Nacht.“ „Er ist doch der einzige in dem Zirkus, der das noch kann, die anderen sind alle viel zu sehr in ihrer Rolle gefangen.“ „So wie Merkel, die ab und zu sogar weiß, was sie sagt.“ „Merz könnte ihn als zweiten Mann nehmen.“ „Er wollte zwar eine Frau im Team, aber Sie haben recht: Amthor kommt da verdammt dicht heran.“

„Jetzt können uns nur noch die Grünen retten.“ „Mit Merkels Hilfe kann ich mir das ganz gut vorstellen.“ „Nein, ich meinte: jetzt können uns nur noch die Grünen vor Merkel retten.“ „Wieso das denn?“ „Vielleicht setzen die sich irgendwann mit ihren Ideen durch, und wir haben dann viel mehr erneuerbare Energien, ökologische Landwirtschaft und Elektromobilität.“ „Eben, mit Merkels Hilfe ist das durchaus realistisch. Sie ist ja schließlich die Klimakanzlerin.“ „Sie meinen nicht, dass Merz die Angst vor der Verbotspartei schürt und dann die nächste bürgerliche…“ „Die Lücke, die der hinterlässt, ersetzt ihn intellektuell vollkommen.“ „Dann bleibt uns wohl wirklich nichts anderes mehr übrig als Merkel.“ „Betrachten Sie es einfach als eine Anpassung an den Zeitgeist.“ „Wie meinen Sie das jetzt?“ „Damit der Laden weiterläuft, müssen die Alten sich opfern. Einfach weiter so.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DVII): Politik für das Gestern

27 03 2020
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Es gab Sippenälteste, Stammeshäuptlinge, dann Tyrannen und Könige aus allerlei Geschlechtern, die von Usurpatoren und empor gespülten Fürsten ersetzt wurden, Kaiser, Diadochen, schließlich die Schicht der professionellen Politiker, die sich der Wahl durch eine sogenannte Bevölkerung stellen, alle Jahre wieder. Was es auch gibt, das nicht endet, ist der Verdruss angesichts tönender Versprechen und ihrem kärglichen Ende, das zwischen Dichtung und Wahrheit in ebendieser Verantwortung keimt. Was hatten sie nicht alles aus dem Hut gezaubert, echte Demokratie, Wohlstand für alle, Tugend und Ethik mit Zuckerguss, hurra! Was bleibt, ist je und wieder ein Abglanz, so dünn wie verschlissen, von der Politik für das Gestern, das nie vorbei ist.

Das waren die schönen Tage, in denen es noch genug Zukunft gab, so viel Zukunft, dass man sich als Bürgerlicher Vergangenheit leisten konnte. Man hatte nichts gegen Macht, die ja in regelmäßigen Abständen regelrecht bestätigt wurde. Ab und zu ließ man das Volk befragen, guckte hier und da in die Antworten hinein, ignorierte, was sich nicht mit Parteiprogrammen und Freundschaften in Industrie und Verbänden vertrug, so ging es immer weiter, analog, harmlos-christlich bis feucht-völkisch im Abgang, alles verschwiemelt zu einer schillernden Tunke, die direkt ins Gestern floss. Die kognitive Dissonanz dieser offensichtlich hilflosen Schläue strebte das Nichts an, den abstrakten Fortschritt, in dem aber alles blieb, wie es nie war, ein Zerrbild, nur durchsichtig. Strukturen sind wichtiger als der Inhalt; Menschen sind, man sieht es, austauschbar.

Denn immer wieder erweist sich eine eklatante Lücke zwischen der gefühlten Wirklichkeit in den Köpfen der politischen Entscheider und der weit in die Zukunft denkenden Einstellung der Wähler, die sich nicht mit theoretisierendem Kleinkrempel die Metadiskussion verquarken lässt, sondern, horribile dictu, praxisbezogen denkt und lösungsorientiert vorgeht. Der Krümmungswinkel der EU-Gurke ist ihnen nicht wichtig, aber der Treibhausgasausstoß geht ihnen auf die Plomben. Die Subventionen für Kurzstreckenflüge zur Sicherung fetter Boni in den Chefetagen der Airlines ist für sie kein soziales Ziel, weil sie Kurzstreckenflüge längst für ein nicht mehr benötigtes Relikt aus dem mobilen Neandertal halten. Das Unverständnis der Bürger, auch und gerade der aufgeklärten Mittelschicht, gerinnt zu hässlicher Wut, wenn sie Lobbyopfer ertappt, wie sie Postkutschenbauer, Schreibmaschinenfabriken und Kohlekraftwerke retten wollen, indem sie ihnen Löcher in die Erde buddeln, damit sie sich vor der Sintflut verstecken können. So wie wir Lochkarten und Wählscheibenfernsprecher überwunden haben, werden wir auch Fotovoltaik und Windkraft nicht aus purem Willen wieder los, schon gar nicht in der Vernunftvorstellung der Mehrheit.

Mit etwas grober Logik könnte man ihnen, den alten Männern (die nicht einmal alle weiß sind), die reine Machtgier unterstellen oder einfacher noch Abhängigkeit von wirtschaftlichen Verflechtungen. Es wäre nicht einmal weltfremd. Warum dann aber strategisches Denken ebenso der Vergangenheit angehört, kann das nicht erklären. Das Ende einer mehrheitskompatiblen Politik erinnert an den jähen Tod der Saurier, die noch einmal träge in den Himmel linsen, den Meteoriten schon pfeifen hören und phlegmatisch äußern, es werde vielleicht einen oder zwei von ihnen erwischen, der Rest werde es aber morgen schon verdrängt haben. Es gab kein Morgen. Es gab nicht einmal jemanden, der sich an das Gestern noch hätte erinnern können.

Die Erzählung von der Kontinuität ist gründlich kaputt, weil die Parole Weiter so ohne ein überlebbares Ziel blieb. Hinter all dem tumben Motivationsgeballer, das uns permanent einbläut, jede Krise als Chance zu sehen, damit wir uns über den großen Vorrat an Krisen freuen können, steht die bräsige Ignoranz, dass sich sämtliche Variablen verändert haben, vermutlich sogar die gesamte Umgebung nicht mehr existiert oder demnächst von der schiefen Ebene in den Abgrund rauscht. Sie haben den Arbeitern die 40-Stunden-Woche gegen die kapitalistischen Unternehmer erkämpft, jetzt bringen sie uns bei, dass wir mehr arbeiten müssen, weil es nicht mehr genug Arbeit gibt, obwohl sie alles tun, um die Technik zu zerstören, die uns die Arbeit abnehmen würde – bei voller Rendite für die kapitalistischen Unternehmer. Jede Diskussion mit ihnen ist eine intellektuelle Nahtoderfahrung, und so diskutiert der Betroffene nicht mehr mit, sondern längst ohne, häufiger noch gegen die Wortspender und ihr verbales Granulat. Noch fehlt ihnen der nötige Organisationsgrad, um sie über die Kante zu kippen, doch das ist angesichts der Vernetzung und täglich anwachsender Zukunft nur noch eine Frage der Zeit, die keiner mehr hat. Ein Gestern aus reiner Ungleichheit, das Führer und Geführte kennt, und eine Mainstream-Politik, die ihre komplette Energie mit dem Widerstand gegen die Selbstzerstörung verbraucht, sind wie Einsteins Endgegner. Nicht die Dinge verändern sich, ein Koordinatensystem aus Raum und Zeit beult sich in Zeitlupe aus, wenig, aber messbar. Keiner weiß, wie lange es noch hält. Bis gestern ging es noch.