Wahlplakate

21 04 2019

Ihr hängt, und Ihr versprecht uns Brot und Frieden
und zeigt dafür nicht mehr als das Gesicht.
Wir sehen Euch, denn uns ist nur beschieden,
dass wir das glauben, was man uns verspricht.

Darunter stehen Sprüche, rote, gelbe
aus Pflichtbewusstsein für das ganze Land.
Man wählt im Grunde immer nur dasselbe,
denn Tradition ist stärker als Verstand.

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Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLX): Das Göttliche Über-Ich

19 04 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Das hätte sich Rrt fast denken können, er hat es aber dann doch nicht getan: die vielen Knochen mit der Jagdausrüstung seines Schwagers, der schon im letzten Sommer in die Steppe gezogen war, wo die Säbelzahnziege sich das zweibeinige Kroppzeug vom Hals hielt, dann das Wollmammut mit dem zufrieden gesättigten Gesichtsausdruck, als hätte das letzte Abendmahl noch mal die volle Punktzahl erreicht. Und dann die Geier, die erst viel, dann nur noch selten Gelegenheit hatten, den Ort des jähen Ablebens zu besuchen. Der Alte war irgendwo in den ewigen Wiesen, wo es nur noch Gras und freie Sicht auf harmlos mampfende Beute gab, keine mit Hörnern versehenen Feinde, keinen Aufsichtsrat, keine EU-Hasenerschreckverordnung. Einer musste ja die noch funktionsfähigen Geräte an sich nehmen und einer nährenden Nutzung zuführen, und wieso sollte es nicht der Hominide sein, der sie gefunden hatte. Erst dann, irgendwann später, sollte kommen, was man Moral nennen würde, ein theoretisches Konstrukt, das nicht viel half im Überlebenskampf gegen schlecht gelaunte Raubsäuger, aber einer Kaste von Metaphysikfachkräften den relativ hohen Lebensstandard sicherten, den sie bis heute haben, denn sie vertreten das göttliche Über-Ich.

Je komplexer eine Gesellschaft wird, je mehr sie an sozialen Rollen ausdifferenziert, desto mehr greifen auch deren Tätigkeiten ineinander: der eine sät das Korn, der andere erntet es, wieder andere dreschen und mahlen es, dann backt einer Brot und verkauft es, und eine bis hierhin komplett ohne Brot lebende Zusammenrottung findet plötzlich ihre Funktion darin, alles das solide mit Hokuspokus zu unterfüttern. Sie erklären dem sogenannten Volk in sachzwangreduzierter Ehrlichkeit, dass nur die mit guter Ernte rechnen dürfen, die den Elefantengott mit dem Ring im Rüssel preisen, wahlweise mit geweihten Palmblättern, die es zufällig nur im Hof des hastig aus Lehm hochgeschwiemelten Tempels zu erwerben gibt, oder gleich mit Opfersteuer als unterstützendem Faktor für den Gebetshauch. Als Priester sind sie innerhalb weniger Generationen so gut wie unverzichtbar für Gedeih und Verderb einer ganzen Zivilisation, zumindest für die kunstvollen Erklärungsmodelle, wie eins oder das andere zustande kommt. Es dauert nicht mehr lange bis zu einem komplexen Entwurf von Spezialisten für Vegetation, Jagdglück, Eindämmung von Seuchen oder reichen Kindersegen. Die Zuständigkeiten sind in allen Kulturen relativ ähnlich, nur ihre Form und Nomenklatur unterscheiden sich graduell. So wirr und erst im Nachgang systematisch organisiert der Wasserkopf spiritueller Zuständigkeiten erscheint, so gut passt er noch in eine Gesellschaft, die nicht zurück zur Natur muss.

In einem weiteren Schritt entstehen nun alle die moralischen Implikationen, die der Höhlenmensch in seiner Idealwelt aus kollektiv genutztem Besitz, Bärenfell und Bräute, schlicht nicht brauchte, denn Schuldverhältnisse wurden meist ad hoc und final ausdiskutiert. Je mehr Möglichkeiten der Sämann hatte, den Schnitter übers Ohr zu hauen, der den Müller, der den Bäcker, der wieder den Kunden, bis ein voll entfalteter Kosmos aus Kornzuchtanstalt, Bäckerinnung und Verbraucherschutzministerium seine Sternchen prangen lässt über der Stadt, desto dringender bedarf es freilich eines externalisierten Gewissens, das da sagt: Du sollst nicht töten, und wenn, kostet das so und so viel Stücke Blech zum Wert eines Tagesumsatzes. Der strafende Gott ward erfunden, damit zugleich die Doppelmoral, dass durch Lobpreis und Räucherstäbchen die fortan als Sünde deklarierte Instinkthandlung des Bekloppten wieder weggewaschen wird und post mortem nicht mehr ins Gewicht fällt – die Vorstellung der Waage mit dem Herzen in einer, einer Feder in der anderen Schale kam aus pharaonischer Zeit auf uns und ist bis heute produktiv – und endlich kam neurotisch wirkende Angst auf die, so spirituellen Schmodder für bare Münze nehmen und aus Furcht vor dem ewigen Verschwinden jedes noch so bräsige Gebot unreflektiert nachturnen.

Die Kontrolle sämtlicher sozialer Spielregeln hätte funktioniert, doch jene Clique professioneller Religioten wollte auch essen, ohne dafür arbeiten zu müssen. Und so erfanden die Trittbrettfahrer den Kult, mit dem nach eingeübtem Ritual aus Troglodytenzeit alle den Geistern opfern mussten unter Anleitung von Showzauberern, die das jenseitsgesteuerte Überwachen und Strafen als notwendige Kontrolle der oberen Instanz verkaufen, um neben dem üblichen Schöpfungsmythos auch die gesellschaftliche Hierarchie zu zementierten. Der Gedanke gewaltsamer Rache als Privileg der Herrschaft stammt nicht versehentlich aus diesem Goldgrund, die säkular wie religiös dasselbe Ziel verfolgte: Menschen gemütlich paranoid zu machen mit der Vorstellung, sie seien ab Werk moralisch minderwertig und müssten dafür nun bis in alle Ewigkeit büßen. Nicht fair, aber praktisch.

Hätten sich die Stammesgesellschaften auf eine ordentliche Strafgerichtsbarkeit geeinigt, die sich bis heute stringent durchzöge, uns wäre viel Leid erspart geblieben. Oder wir hätten eine zweite Priesterschicht mit konkurrierender Talarmode.





Ungesellschaftliche Zielgruppen

18 04 2019

„Ausländer!“ „Und Radfahrer!“ „Aber erst die Ausländer!“ „Und die Frauen!“ „Wieso Frauen?“ „Wieso dann Radfahrer?“ „Können wir vielleicht mal zum Thema…“ „Ausländer!“

„Wir suchen hier eine Gefahr, für die man die Öffentlichkeit sensibilisieren kann.“ „Einbrecher?“ „Hat Seehofer schon probiert.“ „Hat’s geklappt?“ „Nee, die Leute haben vorher die Statistik gelesen.“ „Kann natürlich keiner ahnen.“ „Aber noch haben wir die Flüchtlinge.“ „Und Ausländer, viel zu viele Ausländer!“ „Abschieben!“ „Seehofer?“ „Mann, Sie sind doch nicht ganz dicht!“ „Sprechen Sie mit ihm? diese Ausländerfeindlichkeit geht mir auch gewaltig auf den…“ „Fühlen Sie sich manchmal auch so müde?“

„Der Dollar war auch mal stabiler.“ „Und der Euro erst!“ „Das liegt an den Ausländern!“ „Ich möchte das nicht mehr hören, verstehen Sie?“ „Aber es ist doch so, die Deutschen sind zunächst total verängstigt, weil es hier so viele Ausländer gibt.“ „Das mag alles sein, aber das können wir nicht steuern.“ „Sie sind doch Soziologe?“ „Aber ich bin bei der Bundesregierung angestellt, da wird man nicht nach seiner Meinung gefragt, und wenn, soll man keine Lösungen finden, sondern nur einen Schuldigen.“ „Ah, verstehe.“ „Das ist ja im Ausland meistens auch nicht anders.“

„Jetzt ist ja gerade wieder diese Sache mit den Schülern in den Medien, da könnte man…“ „Finden Sie nicht auch, dass der deutsche Fußball sich in einer epochalen Krise befindet?“ „Und dass das Brot ständig teurer wird, das kann doch auch keiner wollen!“ „Eben, da müsste mal einer was machen!“ „Wenn Sie Ihren Quatsch nicht sofort in der Tasche verschwinden lassen, dann haben Sie ein Problem mit den Autoherstellern.“ „Was hat das denn mit Fußball zu tun?“ „Ihre Hetze gegen den Diesel ist unter jedem Niveau!“ „Ich habe doch gar keine…“ „Sie wollten hier mit irgendeinem Klimascheiß anfangen, das haben alle gemerkt!“ „Das ist ja gar nicht…“ „Ausländer!“ „Noch so ein Opfer von dieser schwedischen Göre!“ „Widerlich!“ „Igitt!“ „Der Papst hat sogar mit ihr…“ „Bei kleinen Mädchen macht der Vatikan schon mal eine Ausnahme.“ „Das interessiert doch keinen, wir brauchen einen echten Aufmacher, der sich gegen die Aufreger der letzten Monate durchsetzt und keine gesellschaftliche Zielgruppe…“ „Gibt es auch ungesellschaftliche Zielgruppen?“ „Und Sie wollen Soziologe sein?“ „Das ist doch wohl nicht Ihr Ernst!“ „Wir müssen viel mehr gegen Ausländer tun!“ „Wir regen uns vollkommen zurecht auf wegen der Autokonzerne, die uns ihre Schrottkarren unterjubelt und dann so tut, als ob sie das Klima nichts angehen würde.“ „Und Notre Dame.“ „Was hat das mit Diesel zu tun?“ „Haben Sie eine Ahnung, was bei so einem Brand an Kohlenstoff in die Atmosphäre gelangt?“ „Das ist nicht Ihr Ernst.“ „Und der Vatikan zahlt nicht mal dafür, das ist doch die Schweinerei!“ „Weil die Kirche Frankreich gehört, warum sollte dann der…“ „Der Franzmann blecht für Notter Dam’, weil Päpste halt kein Schotter ham.“ „Lassen Sie sich manchmal auf Ihren Geisteszustand untersuchen?“

„Wieso machen wir dann nichts mit Flugzeugen, die sind doch sowieso an allem schuld.“ „Haben Sie denn die Anweisung nicht gelesen? Wir brauchen eine Schlagzeile, und zwar sofort.“ „Ja.“ „Und zwar eine, auf die sich alle unsere Leser einigen können.“ „Ja.“ „Und die sollen sich so schnell wie möglich darüber aufregen können, damit wir ein neues Gesprächsthema haben und nicht wieder über Sachen reden, die unseren Auftraggebern nicht so gefallen.“ „Sie meinen, Volkswagen und die Deutsche Bank würden sich nicht über die vielen Ausländer beschweren, die gerade hierher kommen, um es sich in der sozialen Hängematte bequem zu machen?“ „Nein, das habe ich nicht gesagt. Es ist nur…“ „Und das darf man jetzt nicht mehr als Thema bezeichnen, über das sich alle aufregen können, weil es uns alle angeht!?“

„Jetzt noch mal ganz langsam. Wir sind eine Zeitung, die eine wichtige gesellschaftliche Funktion erfüllt: wir setzen die Agenda, das heißt, wir bestimmen die Gesprächsthemen.“ „Das war klar.“ „Sowieso.“ „Dann sollten Sie auch kapieren, dass wir keine nebensächlichen Dinge wie Klima oder die Verantwortung der Autoindustrie in den Fokus nehmen können, weil sonst unsere Zielgruppe über Dinge redet, von denen sie nicht genug versteht.“ „Von Innenpolitik, Verteidigung oder geostrategischen Interessen haben die Leute doch auch keinen blassen Schimmer?“ „Ja, aber das ist eine ganz andere Problematik. Wir müssen uns hier auf die naheliegenden Themen beschränken, bei denen die Menschen eine reelle Chance haben, sie zu verstehen.“ „Und das kann man nicht mit einer Zeitung machen, die die Agenda so setzt, dass man den Leuten nach und nach vermittelt, was im Interesse unserer Auftraggeber ist?“ „Doch, aber das ist ja nicht der Punkt. Sie sollen eben nicht merken, dass es unsere Auftraggeber sind, die die Agenda setzen und…“ „Und wenn wir jetzt nur als eine Einzelmeinung jemanden zitieren, der die Theorie, irgendjemand habe die Kirche, natürlich nur aus Versehen und natürlich nie im Auftrag eines…“ „Dass die Deutsche Bahn mal wieder die Preise erhöht, das geht auch unter.“ „Und wer hat die Grundsteuerreform vergeigt?“ „Uploadfilter!“ „Ich warte auch immer noch auf schnelles Internet in meinem Betrieb.“ „Wissen Sie, dass Wohnraum in den Großstädten kontinuierlich…“ „Halt! Das reicht!“ „Und jetzt?“ „Ich gebe mich geschlagen. Wir machen jetzt doch das mit den Radfahrern.“





Vogelschiss

17 04 2019

„… und die deutsche Tierwelt zerstöre. Höcke werde es nicht hinnehmen, dass jährlich unzählige Vögel aus dem Ausland ungehindert einwanderten und die angestammte Fauna mit ihren…“

„… schon im Wahlkampf um das EU-Parlament eine Schlüsselrolle spiele. Weidel habe vor dem Bundestag darauf hingewiesen, dass die von Merkel gesteuerte Umvolkung des deutschen Tierbestandes nicht länger im…“

„… die Systemparteien gemeinsam die Grenzen geöffnet hätten, um eine Masseneinwanderung fremder Vögel in deutsche Brutgebiete zu ermöglichen. Reil verstehe zwar nichts von…“

„… die Bezeichnung als linke Vögel nicht von ungefähr komme. Steinbach sehe darin den Beweis, dass alle Sozialdemokraten faschistisch seien, da sie sich mit…“

„… jährlich bis zu fünf Milliarden Vögel allein aus Afrika in die deutschen Ökosysteme einwandern ließen. Damit seien für Höcke die in tausendjähriger Geschichte entstandenen Arten dem Untergang geweiht, wenn nicht sofort alle…“

„… den Islam schon seit vielen Jahren unbemerkt nach Europa importierten. Weidel fordere von der Bundesregierung den sofortigen Stopp des Vogelzugs, um die Population nicht zu einer Vermischung mit…“

„… an der Grenze auch von der Schusswaffe Gebrauch gemacht werden dürfe. Storch wolle vor allem die…“

„… es eine Obergrenze geben müsse. Seehofer wolle die Idee gerne aufgreifen und suche noch nach technischen Lösungen, um die Einwanderung über die bayerischen Grenzen nicht im…“

„… es auch um Magnetismus gehe, der die Vögel ins Land locke. Reil habe zwar als Bergmann keine Ahnung von Magneten, habe aber als Kind schon oft Tauben aus der Nähe betrachtet und…“

„… eine Vogelmaut vor allem in den Freistaaten Bayern und Sachsen sinnvoll sei. Die CSU werde sich mit den anderen undemokratischen Rechten auf einer gemeinsamen Klausur im Münchener Hofbräuhaus intensiv mit dem…“

„… sehe Höcke Mittel- und Langstreckenzieher als afrikanischen Ausbreitungstypus, der sich in Europa ausbreite, um sein Erbgut in die angestammte heimische Population zu…“

„… der Wellensittich mit Unterstützung der deutschen Politik eine Rolle als invasives Nationalgut einnehme, der anderen national wichtigen Arten zustehe. Storch werde sich für eine rigorose Aussonderung aller…“

„… auch eine Schädigung in der Wirtschaft sehe. Meuthen berichte von zahlreichen Drosseln, die den heimischen Arten das Futter streitig machen würden und nicht einmal vor der Plünderung deutscher Vogelhäuschen halt machen würden, was mit immensen Kosten für die…“

„… die Rauchschwalbe es geschafft habe, als typisch deutsche Art in die Kultur einzugehen, womit sie bereits ein Stück Natur wie die Vogelwelt unwiederbringlich zerstört habe. Höcke sehe im Verlust der schwalbenfreien arischen Leitkultur nicht nur den Untergang des christlichen…“

„… Wahlplakate mit Wir haben einen Vogel eher nicht den gewünschten Erfolg gehabt hätten, da sich die Zielgruppe nicht…“

„… es immer weniger Zugvögel gebe. Seehofer sehe darin jedoch ein Indiz, dass sich die deutsche Bevölkerung von mehr Zugvögeln bedroht sehen müsse, da man durch eine einseitige Interpretation der Statistik viel mehr Erkenntnisse über die…“

„… die V-Form als Steuerung fremder Mächte betrachten müsse, die die Auskundschaftung für Chemtrail-Einsätze vorbereite. Als ehemaliger SPD-Experte für Sachen, die mit anderen Sachen zu tun hätten, wisse Reil zwar nicht, ob das eine mit dem anderen…“

„… es in der Bundesregierung linksradikale Kräfte gebe, die den Vogelzug auch auf heimische Arten wie die Kohlmeise ausweiten wollten. Maaßen dürfe seine Informanten nicht preisgeben, versprach jedoch, gegen ein entsprechendes Gehalt noch mehr von den…“

„… auch wieder abschaffen könne. Gauland fordere die deutsche Politik auf, es der italienischen Politik gleichzutun und Singvögel an der Grenze mit Netzen aus der Luft zu…“

„… die Frühislamisierung schon in den ersten Lebensjahren Einzug gehalten habe. Höcke wolle mit der Abschaffung von Alle Vögel sind schon da als verharmlosender Hymne der Umvolkung die völkische Kindeserziehung wieder in gesunde arische Bahnen lenken und mit männlichster Härte den Glauben an die Errettung vor dem Untergang des…“

„… die Bilder von gefangenen Vögeln aushalten müsse. Nur so könne nach Gaulands Meinung die Öffentlich genügend abgestumpft werden, um die Härte folgender Reinigungen des deutschen Volkes von störenden Bestandteilen wie Juden, farbigen Fußballern oder…“

„… nicht geklärt sei, ob der Klimawandel auf die Einwanderung fremder Vögel zurückzuführen sei. Es gebe zwar keinen Zusammenhang, so Reil, dieser dürfe jedoch nicht einfach ignoriert werden bei der Beschreibung der…“

„… den Ausschluss von von Storch aus der Partei rechtfertige. Meuthen können nicht ausschließen, dass es sich auch bei ihr um eine kulturfremde Invasorin handele, die eine gezielte Störung des deutschen…“





Schön saufen

16 04 2019

„Deshalb ist es ja auch etwas ganz anderes, wenn eine Frau Alkohol trinkt, als beispielsweise bei einem Mann oder was es da sonst noch so gibt. Die Wirkung und insbesondere die Herleitung der Begründung in Bezug auf eine mögliche Straftat ist nämlich ganz anders gelagert.

Machen Sie bitte nicht den Fehler, dass Sie wieder einen neuen Grund zur Erklärung von Vergewaltigungen gefunden haben wollen – wenn Sie jetzt davon ausgehen, dass auch Männer vor so einer Handlung durchaus mal einen trinken, dann ist das vielleicht eine mögliche Komponente im Bündel der möglichen Komponenten, und bevor wir uns diese Erklärung zu einfach machen, sollten wir mal sehen, ob es nicht noch andere Faktoren gibt, die eine Vergewaltigungshandlung zumindest begünstigen, und da sind wir dann bei Frauen, die vor einer Vergewaltigung Alkohol trinken. Sie kennen die physiologischen Wirkungen, Alkohol macht bekanntlich aggressiv, und das ist nun mal eine Verhaltensweise, die einen Mann zutiefst verunsichern kann. Da darf sich eine Frau auch nicht wundern, wenn Männer sehr irritiert sind und möglicherweise gegen eigene Interessen handeln.

Oder denken Sie beispielsweise an Frauen, die die eigene Straßenseite wechseln, wenn sie in der Dunkelheit einen Mann hinter sich hören. Das ist zunächst einmal ein recht eindeutiges Signal, weil es eben heißt, dass ein Mann die Straßenseite wechseln sollte in so einer Situation, aber wer würde denn als Mann daran denken? und dann auch noch, wenn er vorher etwas getrunken hat und ohnehin nicht so risikobewusst ist in Bezug auf die Frauen? Man muss doch die Fakten auch mal sehr viel differenzierter betrachten, als das diese ganzen Feministinnen sonst so tun. Ich meine, das wird man doch in analytischer Hinsicht auch einmal so äußern dürfen, ohne sich gleich für eine generell antifeministische Haltung rechtfertigen zu müssen.

Wir können ja auch nicht ausschließen, dass Frauen vorher gezielt Alkohol zu sich nehmen, damit eine potenzielle Vergewaltigung nicht ganz so schlimme Folgen hat. Das klingt jetzt erst mal sehr unplausibel, aber bedenken Sie, manche Frauen kriegen doch sonst gar keinen Mann ab, und dann greift man halt zu sehr ungewöhnlichen Mitteln. Sie sollten das jetzt nicht mit dem berühmten zu kurzen Rock verwechseln, das ist etwas ganz anderes. Wenn eine Frau einen zu kurzen Rock anzieht, dann will sie nicht die Entstehung einer Vergewaltigung möglichst angenehm gestalten oder deren Folgen im verträglichen Rahmen halten, dann möchte sie diese Handlung ja gezielt herbeiführen, weil sie mit der typischen Reaktion eines Mannes rechnen kann und diese für ihre Ziele einsetzt. Ich meine, das hat schon etwas Niederträchtiges, finden Sie nicht?

Wir verlangen ja von Männern immer wieder, dass sie keine Frauen vergewaltigen, und das ist meines Erachtens eine vollkommen überflüssige Diskussion, denn es geht hier schlicht darum, dass man eine Selbstverständlichkeit fordert: dass keine Straftaten begangen werden. Das ist natürlich ein ganz schlimmer Generalverdacht, mit dem wir uns nicht auseinandersetzen sollten, weil er ja in der Bevölkerung überhaupt keine Resonanz hat, oder sind die überwiegende Mehrheit der Männer etwa Vergewaltiger? Na also. Aber reden wir doch mal über die Forderung, dass sich Frauen nicht ständig vergewaltigen lassen sollen. Haben Sie eine Ahnung, was so eine Vergewaltigung mit einem Mann macht? Die Tatfolgen, die Strafverfolgung, Gerichtsverfahren, möglicherweise ein hartes Urteil und Freiheitsentzug, das kann ein ganzes Leben zerstören. Wir sollten sehr sensibel umgehen mit diesem Thema, weil das selbstverständlich auch in der Familie Kreise zieht, das wirkt auf die Gesellschaft – unsere Diskussion hier ist ja auch von einem Generalverdacht gegenüber Männern geprägt, und Sie wissen selbst, dass das für eine Gesellschaft auf Dauer wirklich toxisch sein kann.

Wir sind da sehr schnell bei einem Problem, das wir auch sozial differenziert diskutieren müssen. Wer hat denn bisher Frauen verantwortlich gemacht für ihren Alkoholkonsum, wenn ihnen einen Mann einen ausgegeben hat? Zu einem Fehler gehören ja immerhin zwei, einer, der ihn begeht, und einer, der ihn zulässt. Müssen wir uns da als Gesellschaft nicht alle auch in Regress nehmen und uns fragen, ob das Verhalten von Frauen nicht generell ein Stück weit eine aus mehr oder weniger egoistischen Gründen – Sie kennen die so gut wie ich, also kommen Sie mir nicht mit Frauenversteherscheiße – wie gesagt, eine aus mehr oder weniger egoistischen Gründen, was wollte ich sagen, also da ist immer auch ein Egoismus dabei, und wenn man den nicht sieht, dann ist das auch kein Grund, sich das schön zu saufen. Wir haben genug Probleme, und da brauchen wir nicht auch noch eine Masche von Frauen, Männer immer in eine Opferhaltung zu drängen, in der sie letztlich immer die Gesellschaft beschädigen.

Und überhaupt, ich meine, warum sollten Sie sich denn überhaupt mit diesem Thema befassen? Sie sind doch ein ganz normaler Mann, der in den besten, ach was, in den allerbesten Jahren des… – Alkoholprobleme? Sie!? Sie Ärmster, da kriegen Sie ja nie was ab!“





Luft-Boden-Einsatz

15 04 2019

„… allen Regierungsmitgliedern die Inlandsflüge zu streichen. Merkel bestehen aus Klimagründen darauf, ausschließlich die Deutsche Bahn für einen Transport zu den…“

„… lediglich um Symbolpolitik gehandelt habe. Diese Entscheidung hätte die Kanzlerin jedoch zur Vermeidung vom Ressortstreitigkeiten zwingend mit der CSU abstimmen müssen, da diese im…“

„… als versteckte Wirtschaftsförderung bezeichnet habe. Meuthen prangere die einseitige Bevorzugung der Deutschen Bahn als Staatsbetrieb mit erzwungenen Milliardensubventionen an und wolle die sofortige Abschaffung aller…“

„… insbesondere Schwerlastflugzeuge für den Transport von Altmaier einen erheblichen Ausstoß von Kohlendioxid und…“

„… bestehe die CSU selbstverständlich darauf, dass Kurzstrecken unter tausend Kilometern mit dem Flugtaxi oder anderen…“

„… gebe es nicht genügend Einzelabteile für die Politiker, die zum ungestörten Arbeiten benutzt werden könnten, da aus Gründen der Wirtschaftlichkeit ein kompletter Großraumwagen für einen Minister mit Sicherheitsbeamten nur…“

„… setze sich die AfD nach Abschaffung des Konzerns für eine Reichsbahn ein, die nur noch deutschblütige Fahrgäste, Rüstungsgüter zur Zerstörung muslimischer Feindmächte und…“

„… nicht zuständig sei. Scheuer sehe den Transport von Regierungsmitgliedern als Aufgabe eines Ministeriums für innerdeutsche Angelegenheiten, nicht aber im Verkehrsressort, da er sich nur um die Flugauslastung in den…“

„… bedeute dies für die Airlines, dass eine weitere Konzentration nicht oder nur sehr schwer zu vermeiden sei. Gleichzeitig rate die zivile Luftfahrt vom Einsatz der regierungseigenen Maschinen dringend ab, da diese nach der Landung oft nicht mehr vom…“

„… ein Maß an Verspätung erreicht hätte, das durch die Mitnahme von Regierungsbeamten nur noch weiter negativ zu beeinflussen sei. Die Bahn hoffe, dass Inlandsflüge für das Kabinett weiterhin als Mittel der…“

„… Mehdorn angekündigt habe, einen neuen Konzern durch die Fusionierung von Bahn und Lufthansa leiten zu wollen. Er strebe an, die Preisstruktur und die umwelttechnischen Vorteile der Airline mit der sprichwörtlichen Pünktlichkeit der Eisenbahn zu…“

„… das Sicherheitskonzept ausbauen müsse. Die Bahn strebe eine ICE-Abfertigung an, bei der die Passagiere schon nach wenigen Tagen Aufenthalt in einer Durchleuchtungszone den Bahnsteig betreten dürften, auf dem meist innerhalb desselben Quartals ein Zug bereitgestellt werden könnte, immer vorausgesetzt, die Deutsche Bahn würde dann über ausreichend Fahrzeuge verfügen, um den gewachsenen Anforderungen an die…“

„… drohe bei einem Mehr an Europa auch die endgültige Zerstörung des internationalen Flugverkehrs. Meuthen lehne es ab, dass die linksversiffte Kanzlerdiktatorin bald auch Abgeordnete seiner Partei mit einem Interrail-Ticket in die…“

„… auch vor technische Herausforderungen gestellt werde. So verlange die Regierung nicht nur schnelles Internet in den Zügen, sondern auch Kaffee, der sich ohne nennenswerte gesundheitliche Einschränkungen als…“

„… aus Sicherheitsgründen einen eigenen Bahnhof vorgeschlagen habe. Dieser solle auf dem Tempelhofer Feld errichtet und mit einem neuen Schienenzubringer ausgestattet werden, um die…“

„… einen Shuttle-Dienst einzurichten, der turnusmäßig dreimal am Tag Hamburg, Berlin, Frankfurt, Köln und München miteinander verbinde. Der am Planungsaufwand eingesparte betrag könne in eine neue Innenverkleidung der Flugzeug investiert werden, die sich dadurch noch besser für Pressekonferenzen und…“

„… müsse die Bundesregierung für sich Sonderrechte einfordern dürfen, so wie sie auch nicht an moralische Bedenken oder steuerrechtliche relevante…“

„… werde Lindner aus der Politik aussteigen, da er nicht die finanziellen Mittel bekommen um in einem Privatzug die…“

„… eine sehr schlechte Werbung für den Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg sei. Wenn die Regierung nicht einmal mehr ihre eigenen Mitglieder von diesem Standort abheben lassen wolle, müsse man ernsthaft über einen endgültigen Baustopp auf dem…“

„… auf modulare Zugsysteme zurückgreifen könne. So biete die Bahn einen Ministerwagen an, der sich bequem mit dem Kranwagen in einen ICE heben lasse und mit wenigen Wochen Vorlauf in jede beliebige…“

„… die ersten Tests gut überstanden habe. Scheuer sei überzeugt davon, dass eine originalgetreue Kopie des Stuttgarter Tiefbahnhofs auf dem Tempelhofer Feld die beste Lösung für einen kombinierten Luft-Boden-Einsatz der…“

„… die Bahn viele Nachteile gegenüber dem Luftverkehr habe. So sehe Nahles das Streikrecht von Lokführern als ein großes Hindernis, das man schnellstmöglich durch staatsrechtliche…“

„… sich kompromissbereit zeige. Da der Fuhrpark der Regierung mit neuen Dieseln ausgerüstet werde, könne eine Umstellung des Flugverkehrs auf die Straße sehr zeitnah in die…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLIX): Partnerlook

12 04 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Der Geschlechtsdimorphismus hat auch seine guten Seiten. Zwar degradiert manche Fischart das Männchen zum Reservoire für genetisches Material mit praktischer Anklettfunktion am Bauch des Weibchens – wo denn auch sonst – aber wenigstens findet sie ihn dann auch wieder, wenn sie keine besondere Neigung zur Ordnung hat. Alternative Möglichkeiten sind Anketten, Einmauern oder am Boden festnageln, wobei Letzteres gerade am Meeresgrund auf verfahrenstechnische Probleme stoßen könnte. Wie viel einfacher ist doch der Hominide gestrickt, sogar bei Baureihen nach der Steinzeit: auch außerhalb der Wohnhöhle lässt sich der Vater leicht lokalisieren, ohne Ortungsfunktion oder Implantat, wenngleich auch mit einer Kombi aus Instinkt-Dressur-Verschränkung und Hardwareunterstützung. Sie nennen es Partnerlook.

Was als textile Zwangshandlung an der unschuldigen Kollateralbekinderung von n größer gleich zwei einigermaßen funktioniert, zumal bei Zwillingen, fußt bei Paaren auf Handlungszwang. Auch im dichten Gedränge findet man gerne den anderen Teil der Zugewinngemeinschaft wieder, Anleinen ist gesellschaftlich noch nicht akzeptiert, also entscheidet sich gerade der dominante Part zur rigorosen Farbwahl. Der Klempnermeister geht nur in pinkem Pantherprint zum Möbelschweden, weil er sonst am Samstag garantiert zwischen Eingang und Getränkestützpunkt den Anschluss zur Gruppe verlöre. Was auch immer die Neigung hervorbringt, sich öffentlich zum Obst zu machen, es muss mehr sein als der Hang zum theatralischen Scheitern vor wehrlosem Publikum, sonst gäbe es nicht eine Industrie, die Viskose zu ästhetischem Gerümpel schwiemelt, auf dass sich alles außerhalb der fokussierten Zweierbeziehung schon aus Gründen des nervlichen Selbstschutzes für ausgeschlossen erklärt. Nicht jeder mag Grellorange in Verbindung mit frechen Mohairapplikationen, nicht einmal jeder Klempnermeister.

Eigentlich hat die Individualisierung, besser: der Zwang zu ihr jeglichen Wunsch nach Konformität zur Banalität des Blöden degenerieren lassen, und die Einzigartigkeit treibt Blüten sonder Zahl. Reicht es hier und da noch, sich mit unangepasstem Haarschnitt und flamboyantem Schuhwerk nebst den üblichen Metallwaren im Gesichtsbereich plus Ganzkörpertattoo als Teil einer Jugendbewegung zu gerieren, geht erst der Partnerlooker so recht in der Masse unter wie ein durchschnittlicher Uniformträger auf dem Feuerwehrball. Ist also der Versuch, einander selbstähnlicher zu sein als zwei Schlümpfe, die immerhin funktionales Beiwerk mit sich durch den Comicstreifen schleppen, eine falsch verstandene Integration in eine Parallelwelt, die noch unmöglicher existiert als das gezeichnete Ich?

Es ist das niedermolekulare Zusammenwachsen zweier wohl einzeln nicht mehr überlebensfähiger Organismen zu einer größeren Einheit, ähnlich den Polypen, die sich erst in der Kolonie als handelnde Gebilde verstehen. Das wirkt so überflüssig, wie es auch überflüssig ist. Zwischen Verstörung und Selbstaufgabe pressen sich zwei Personen in denselben Phänotyp, als wollten sie krampfhaft ihre durch die Beziehung und andere Abhängigkeiten gewachsene Identitätskrise nach außen krempeln, Abziehbilder ihrer selbst in einer Dialektik, die nicht einmal mehr Schielen erlaubt – einmal nicht aufgepasst, und man legt an auf den falschen Vogel.

Wo sich Paare finden, am Arbeitsplatz, in der religiösen Ausübung oder im offenen Vollzug, sie teilen zunächst ihre Gemeinsamkeiten, um nicht gleich über die Differenzen streiten zu müssen. Gut möglich, dass es zur Bildung einer Persönlichkeit einen gewissen Grundsatz an psychischer Stabilität braucht, aber man kennt das von der Steuer: die Veranlagung geht auch gemeinsam. Und just so kommt es zur Oberbekleidung, die nach einer Doppelblindstudie schreit, gemeinsam produktiv genutzter Stressbewältigung an der Außenhülle zur Innenwelt, die nicht mehr sieht als eine gründlich gespaltene Persönlichkeit. Es ist noch Luft, aber nicht unbedingt nach oben.

Mag es sein, dass Konfliktvermeidung zum Doppelerwerb der Hosen geführt hat, generell sind die multiplen Outfits tatsächlich ein schrilles Signal in die vereinzelte Welt: wir tragen Gelb, wir lieben den Affenarmschnitt, wir haben jeglichen Anflug von Scham weit hinter uns gelassen und schauen dem Einsetzen des Schwachsinns relativ gelassen entgegen, und zwar alle beide. Hier verläuft der schmale Grat, ab der die Symbiose beginnt, aber als Krankheit. Nicht selten endet der anschließende Kontrollwahn in einer lustigen Katastrophe, weil man die Überreste anhand ihrer Verpackung nicht mehr als einzelne Proteinhaufen separieren kann. Aber was soll’s. Nach dem Feuerwehrball hätte man sie auch nicht mehr identifizieren können.