Polizeiautos

9 07 2020

„ABS, Schiebedach, Sitzheizung, Sprachsteuerung, elektrische Fensterheber, Seitenaufprallschutz und schlüssellose Zentralverriegelung. Fotos schickt Ihnen Kommissar Tröndle aufs Handy.

Erstzulassung ist bei dem Mai 2019. Natürlich unfallfrei. Da können Sie auf dem freien Markt, wenn Sie so ein Fahrzeug überhaupt finden, also da zahlen Sie gut fünftausend Euro mehr. Mindestens. Oder der hat 99.999 Kilometer drauf, merken Sie selber? Nein, keine Tricks, das versaut einem auf Dauer das Geschäft. Wenn man erst mal mit dem Kram anfängt, dann läuft das irgendwann aus dem Ruder, dann können Sie sich gleich einen Diesel kaufen, da wissen Sie wenigstens, dass Sie über den Tisch gezogen werden.

Wir wissen ja, wo die guten Fahrzeuge stehen, und wir sehen auch, wie die abgesichert sind. Bei manchen ist das schon erschreckend. Da gehen Sie am helllichten Tag mit einem Kleiderbügel dran, ganz alte Schule, zack! sperrangelweit offen. Kabel raus, ab geht die Luzie. Kein Lenkradschloss, keine Wegfahrsperre, und da es noch genügend Modelle mit klassischem Zündschlüssel gibt, können Sie für kleines Geld mal eben so eine mittlere Mittelklasse fahren. Man muss manchmal nehmen, was kommt, also in Bezug auf Farbe, Sonderausstattung und so weiter – wenn Sie bei dem Modell, was ich Ihnen vorhin gezeigt hatte, Sportfelgen haben wollen oder ein Soundsystem, dann müssen Sie entweder noch ein bisschen drauflegen oder aber ein paar Wochen warten. Wir sind zwar schon Experten auf unserem Gebiet, aber zaubern können wir auch nicht.

Machen Sie sich keine moralischen Bedenken, wir machen uns doch auch keine. Unser Beruf ist gefährlich, das will ich zugeben, aber man muss mit Verantwortungsbewusstsein handeln. Wenn Sie hier ein Automobil kaufen, das entweder durch privatwirtschaftlich organisierte Kriminalität mit oder ohne Bandenbeteiligung besorgt wurde oder aber durch Kooperation mit unseren Fachleuten, dann ist das doch für alle Beteiligten besser, als wenn ein paar Linksradikale den Wagen bei der nächsten Maidemo abfackeln. Wir machen das auch schon mal, wenn es sich anbietet, aber ich sage es Ihnen ganz ehrlich: Autos sinnlos in Brand zu stecken, das bricht einem auch ein bisschen das Herz. Da steckt viel Liebe drin, der Besitzer ist in den meisten Fällen total geschockt, hat sehr viel Ärger mit den Kollegen auf der Wache oder im Landeskriminalamt, von der Versicherung mal ganz zu schweigen, und dann auch noch die Beseitigung, das verursacht noch mal Stress. Da ist es doch ein beruhigendes Gefühl, wenn das Auto nicht weg ist, weil es jetzt Sie fahren.

Das mit den Fahrrädern machen wir nicht mehr. Zum einen aus logistischen Gründen, weil wir die Ware zu lange einlagern müssen, damit sie dann irgendwann nicht mehr gesucht wird, und dann ist das natürlich auch ein Absatzproblem. Man muss die Räder schon bundesweit verkaufen, und das nimmt irgendwann einfach zu viel Manpower in Anspruch, da brauchen Sie schon Leute, die sonst nichts zu tun haben. Deshalb hat den Fahrradmarkt auch komplett der Verfassungsschutz übernommen. Seitdem der Bundesinnenminister festgestellt hat, dass es in Deutschland keinen Rechtsextremismus gibt, haben die da gar nichts mehr zu tun, und das wird irgendwann auch langweilig. Bevor man dann wieder Löcher in Gefängnisse sprengt, verdient man sich doch lieber noch ein paar Kröten mit den Drahteseln dazu, oder nicht?

Sie können für den Preis allerdings auch einen Kleinwagen bekommen, der ist perfekt ausgestattet. Alles drin, was nicht drin ist, wird besorgt. Man muss die Kunden bei der Stange halten, und wenn es an einem Multifunktionslenkrad liegt oder an einem Spurhalteassistenten, muss halt die KTU ran. Die montieren alles. Einschließlich der amtlichen Eintragung in die Fahrzeugpapiere. Sie sehen, wir sind wirklich als Freund und Helfer im Auftrag der Bürger unterwegs. Wir leben den Servicegedanken, damit können wir uns voll identifizieren. Sie können uns vertrauen. Und gegen einen geringen Aufpreis markieren wir Ihr Fahrzeug dann auch im Polizeicomputer. Wäre doch wirklich sehr schade, wenn Sie sich erst so ein hübsches Auto gegönnt haben, Luxus zum Schnäppchenpreis, und dann stellen Sie plötzlich fest, dass den jemand geklaut hat. Trotz Wegfahrsperre und Lenkradschloss und Infrarotsicherung und dem ganzen Schnickschnack, den Sie sich extra haben einbauen lassen. Das will doch keiner, nicht wahr?

Ich sehe, mit Ihnen kann man vernünftig reden. So gefällt mir das. Dann lassen Sie uns doch noch mal schauen, was wir alles im Angebot haben. Sie wollten doch gerne Silbermetallic? Den kann ich Ihnen empfehlen, Fünftürer, Panorama-Glasdach, vollklimatisiert, Start-Stopp-Automatik, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Reinigung, Nachtsicht-Assistent, Volllederausstattung, Einparksystem. Sie müssen eigentlich nur noch einsteigen, den Rest erledigt das Auto. Und dann gucken Sie mal auf den Preis, den kriegen Sie nicht mal in zehn Jahren so günstig. Kaum gefahren, sehr gepflegt, wird alle zwei Wochen gereinigt und gesaugt. Garagenwagen. Das nenne ich ein Schnäppchen. Sind wir im Geschäft? Wir sind im Geschäft. Gute Wahl übrigens, wenn Sie mich fragen. Wann? Ich muss mal nachsehen, Kommissar Tröndle hat zufällig heute Nachtschicht. Morgen so gegen zehn?“





Dienst nach Vorschrift

2 07 2020

„… Listen geführt habe, auf denen die Namen und Privatanschriften zahlreicher Politiker verzeichnet gewesen seien. Eine kriminelle Absicht habe man dem Reservisten jedoch noch nicht…“

„… bisher nur Namen gefunden worden seien, von denen öffentlich bekannt sei, dass es sich bei ihnen um Politikerinnen und Politiker handele. Eine geheimdienstliche Tätigkeit könne man daher zum jetzigen Zeitpunkt bereits…“

„… dürfe man von Angehörigen der Armee auch erwarten, dass sie sich mit den politischen Vertretern der Bundesrepublik befassen würden. Bei einer Liste ausländischer Staatsmänner wolle der Geheimdienst aber gerne noch mal auf den…“

„… auf dem Computer des Unteroffiziers auch Daten sichergestellt worden seien, in denen ein neuer Holocaust angekündigt werde. Da keine der gelisteten Personen jüdischen Glaubens sei, könne man derzeit zu den Dokumenten auch nicht mit letzter Sicherheit sagen, ob sie echt oder nur…“

„… nicht in Verbindung zu jüngsten Funden von Waffen und Sprengstoff stehe. Auch habe man bei dem beschuldigten Soldaten keine ausrangierten Helikopter, Drohnen, einsatzbereite Panzer oder…“

„… ob es eine Kompetenzüberschreitung des Militärischen Abschirmdienstes gegeben habe. Für Rechtsradikale sei eigentlich das Bundesamt für Verfassungsschutz, das selbst viel mehr Personal aus den Reihen ehemaliger und praktizierender…“

„… sei es unter besonders patriotisch gesinnten Bundeswehrangehörigen unter Umständen möglich, dass sie Politikern kleine Geschenke zu Oster, zu Weihnachten oder zum Geburtstag schicken würden und daher eine Sammlung ihrer…“

„… dass es sich um einen Reservisten gehandelt habe. Da diese Gruppe nicht im KSK beschäftigt werde, könne das Bundesverteidigungsministerium Entwarnung für das…“

„… der Beschuldigte kein Polizist sei. Seehofer wolle daher von einer Strafanzeige gegen die ermittelnden Beamten absehen und jeden…“

„… auch Mobilfunknummern der potenziellen Opfer verzeichnet worden seien. Dies werte das Parlamentarische Kontrollgremium aber nicht als gefährlich, da über ein Telefon keine Gewalttaten zu verüben seien und man nicht erwarten könne, dass etwaige Drohungen durch die Beschuldigten wieder von ihren eigenen Geräten…“

„… sich mit zahlreichen Daten decke, die 2017 beim rechtsextremen Oberleutnant entdeckt worden seien, der auch Anleitungen zum Bombenbau bei seinen Gesinnungsgenossen verteilt habe. Seehofer sehe dies allerdings als gutes Zeichen, dass es zwischenzeitlich nicht noch mehr Namen und…“

„… möglicherweise um geplante Beleidigungen zum Nachteil der Politikerinnen und Politiker. Da stichprobenartige Befragungen der Personen jedoch noch keine derartigen Straftaten hätten nachweisen können, müsse man erst abwarten, ob die Listen in einer WhatsApp-Gruppe geteilt worden seien, so dass es von anderen Tätern eine erwartbare…“

„… bedauere der Bundesinnenminister die mediale Berichterstattung, da diese geeignet sei, in der Bevölkerung Nachahmungstaten zu motivieren, die dann auch andere Personen als die hier…“

„… moniere der Verfassungsschutz, dass die meisten linken Politiker, die eine lückenlose Aufklärung und harte Strafen fordern würden, noch nicht einmal selbst auf den sichergestellten…“

„… nur eine einzelne Person betreffe sowie eine noch nicht als gefährlich groß eingestufte Anzahl an Unbekannten. Der MAD habe sich deshalb darauf verständigt, weiterhin Dienst nach Vorschrift zu…“

„… auch einen Schauspieler als Zielperson führe. Den Sicherheitsbehörden sei es aber bis zur Stunde noch nicht gelungen, das Pseudonym Til Sch zu identifizieren, so dass ein Polizeischutz vorläufig noch nicht…“

„… dass rechte Tendenzen auch unter Sportlern, Handwerkern und Wissenschaftler bestünden. Die Bundesverteidigungsministerin sehe sich deshalb in ihrem Urteil bestätigt, dass die Bundeswehr als Querschnitt der deutschen Bevölkerung keine…“

„… hätten Aussteiger berichtet, dass innerhalb der 115.000 Mann starken Gruppe der Reservisten ein rechtsextremistisches Netzwerk existiere. Die Sicherheitsbehörden hätten bisher jedoch bei einer Befragung ausgewählter Angehöriger noch kein Geständnis aus den…“

„… plädiere der Innenminister dafür, auch den Bundeswehrangehörigen abhörsicherer Telefone zur Verfügung zu stellen, da im Falle eines von Ausländern geplanten Hackerangriffs keine militärische Geheimhaltung in den…“

„… keine AfD-Mitglieder auf der Liste gestanden hätten. Der Militärische Abschirmdienst sei daher überzeugt, dass es sich nur um gezielte persönliche Abneigungen gegen einzelne Politiker, nicht aber um eine generell staatsfeindliche…“

„… das Ausschließen ertappter Täter von Reservistenübungen auch zu Kurzschlussreaktionen führen könne. Kramp-Karrenbauer fürchte Klagen von Armeeangehörigen, die in den kommenden Monaten mit einer posttraumatischen…“

„… sehe auch die CDU-Bundestagsfraktion ein großes Problem. Solange immer wieder derartige Taten aufgedeckt würden, könne man den Einsatz der Bundeswehr im Innern nur gegen sehr großen Widerstand mit dem Koalitionspartner in eine…“





Extrem

30 06 2020

„Und Sie sind…?“ Bevor ich noch der Dame am Empfang meine Karte hatte reichen könne, kam Minnichkeit aus dem Aufzug, mausgrau wie immer und noch ein bisschen tollpatschiger als sonst. „Wir freuen uns“, strahlte er. „Lassen Sie uns sofort in die Redaktion fahren, er erwartet Sie schon!“

Seit Trends & Friends, der leicht überkandidelten Agentur, hatte er nicht mehr so ein Vergnügen gehabt. Der Bürojob hatte ihn für ein paar Jahre beruhigt, doch nun zog es den Kreativen zurück in sein Metier. „Ich habe ihn entdeckt“, sagte Minnichkeit nicht ohne Stolz. „Wir sind so gut wie ausgelastet, es läuft großartig.“ Der Lift bimmelte, wir hatten das Stockwerk erreicht. Kaum rollten die Türen zur Seite, sahen wir ihn auch schon, wie er aufgeregt mit einem leeren Becher über den Flur stürmte. „Kaffee-Wahnsinn“, keuchte er, „schon wieder leer!“ Minnichkeit nickte. „Er ist in seinem Element. Eigentlich die ganze Zeit.“ „Und was ist noch mal genau seine Aufgabe?“ Der alte Freund zog die Brauen empor. „Er ist unser Schlagzeilenspezialist.“

Wir hatten uns schon im Büro niedergelassen, da kam der Spezialist zurück. „Super-Sommer“, verkündete er. „Was Sie jetzt gegen Monster-Hitze tun können!“ Und er kippte das Fenster. „Ich sehe“, bestätigte ich, „Sie sind ein Meister Ihres Faches.“ „Wir sind auch sehr zufrieden“, sagte Minnichkeit. „Ein komplett neues Geschäftsmodell, und es hat sofort wie eine Bombe eingeschlagen.“ „Business-Killer“, erklärte der Redakteur, „Wahnsinns-Umsatz im ersten Quartal – das Start-Up, das Sie kennen müssen!“ Ich schlug die Pressemappe auf. „Das sind also die Titel der letzten Wochen.“ Doch Minnichkeit rümpfte die Nase. „Ich bitte Sie, das machen wir an einem Vormittag!“

„Chaos-Wirtschaft!“ Offenbar hatte unser Schreiber wieder eine Eingebung. „Deutschland geschockt von Merkel-Plan!“ „Ich kann damit jetzt nicht viel anfangen“, bemerkte ich. Möglich, dass es neue Entwicklungen in der Europäischen Union gab, von denen ich noch nichts gelesen hatte. „So werden wir von Ekel-Ausländern abgezockt!“ „Da lag ich dann wohl falsch.“ Minnichkeit knetete die Hände. „Manchmal ist er ein bisschen, wie soll ich sagen – direkt.“ Ich nickte. „Sie richten sich ja auch nicht gerade an eine intellektuelle Zielgruppe.“ „Noch mehr Hartz IV!“ „Ist das jetzt gut oder schlecht?“ „Bezahlt Merkel Corona-Drosten?“ Ich merkte, dass ich eine Pause brauchte. Zum Glück war ihm auch der Kaffee ausgegangen. Wir konnten uns auf dem Balkon ein wenig die Beine vertreten. Dort draußen war die Sommerluft sogar angenehm.

„Klopapier-Terror“, stöhnte er und setzte sich wieder in seinen Drehsessel. „Ist Steuer-Irrsinn jetzt noch Deutschland?“ Ich nippte nur einen kleinen Schluck aus meiner Tasse, aber Minnichkeit lief rot an. „Wir hatten das doch gerade erst“, stöhnte er, „das kann doch jetzt nicht schon wieder… – “ „Hitler-Gold!“ Ich schielte nach dem Fenster. „Vielleicht ist es doch ein bisschen warm hier.“ Ich hatte recht, und der Werbekaufmann erklärte es mir sogleich. „Er läuft ab und zu heiß, dann bleibt er an einer Ecke hängen und wir müssen ihn langsam wieder beruhigen.“ Ich stellte die Tasse zurück auf den Tisch. „Scheint sich um die rechte Ecke zu handeln.“ Minnichkeit räusperte sich mit einer Art von Bestimmtheit, die ich von ihm gar nicht kannte. „Sie wissen, aus welcher Branche ich komme, und da muss man schon darauf achten, dass man sein Produkt auch verkaufen kann – wir würden doch sonst die Leser gar nicht erreichen.“ Ich lehnte mich zurück und wollte gerade antworten, aber ich kam nicht dazu. „Sex-Schock! Extrem-Ausländer! Wird Deutschland von Feministinnen vergewaltigt?“ „Ihr Problem“, antwortete ich kühl, „ist nicht Ihre Branche, Ihr Problem sind Ihre Kunden.“

Minnichkeit blieb eingeschnappt; er rührte noch ein bisschen in seiner Tasse herum, dann blätterte er wieder in der Mappe. „Wir müssen ja heute noch ein bisschen arbeiten“, sagte er schmallippig. „Von alleine macht sich das ja nicht, auch wenn es Ihnen so scheint.“ „Klinik-Skandal“, setzte der Redakteur ein. „Impf-Irrsinn! Merkel fordert neue Risiko-Milliarden für EU! Corona-Wurst tötet Rentner! Ist Autofahren bald verboten?“ „Vielleicht sollten Sie die Installation einer Klimaanlage in Erwägung ziehen.“ „Ruhig“, zischte Minnichkeit. „Das sind die besten Titel, die uns pro Stück mindestens…“ „Lügen-Virologe kriegt Geld vom Staat! Drama im Freibad – Kinder schwimmen in den Tod! Fußball-Entzug für Hartz-IV-Schnorrer! Asylanten fordern Milliarden für Drogen!“ Er hustete kräftig; nicht auszuschließen, dass es psychosomatisch war. „Randale-Migranten – Prügelstrafe jetzt! So viel Geld kosten uns Arbeitslose! Linke wollen alle Polizisten ins Lager schicken! Deutsch-Terror – Grüne schaffen Zigeunerschnitzel ab!“ „Schön“, lobte Minnichkeit, „sehr, sehr schön. Das ist einer der besten Tage seit langem, und ich muss sagen, ich bin wirklich zufrieden mit Ihnen.“ Fast hätte man sagen können, dass ein Lächeln über das Gesicht des Schlagzeilenproduzenten gehuscht wäre, aber vielleicht hatte ich mich auch nur getäuscht. „Wie Sie sehen, haben wir mit unserem Geschäftsmodell eine große Lücke im Journalismus geschlossen und sind auf dem Weg zum großen Erfolg.“ Ich lächelte. „Minnichkeit, nehmen Sie es mir nicht übel, aber dass jemand die Schlagzeilen zu Zeitungsartikeln…“ Er winkte ab. „Nein, Sie haben das nicht verstanden. Er liefert die Titel. Was die Zeitungen dann für Artikel schreiben, das ist nicht mehr unser Problem. Wie gesagt, ein ganz neues Geschäftsmodell.“





Schwarzer Afghane

24 06 2020

„Hundert Mann pro Tag, weniger macht hier keinen Sinn. Wir müssen ja deutschlandweit liefern, an uns hängen ganze Supermarktketten, und wenn Sie mit der üblichen Arbeitsbelastung und einer durchschnittlichen Krankenquote von zehn Prozent rechnen, dann ist das schnell verbraucht. Ich hatte es Ihnen ja gesagt, der Fleischmarkt ist hart.

Zweihundert wären natürlich noch besser, und dreihundert sind richtig gut. Wenn die sich hier mal was einfangen, müssen die ganz schnell ersetzt werden. Wir arbeiten immer noch daran, dass die gesetzlichen Kontrollen mindestens eine Woche vorher angekündigt werden, aber dann haben Sie es immer wieder mit Beamten zu tun, die sich nicht an solche regeln halten wollen. Geradezu kriminell, wenn Sie mich fragen. Wenn uns jetzt nur ein paar Kleinigkeiten dazwischenkommen, Hitzeperiode mit verlängerter Grillsaison zum Beispiel, dann haben wir ein Problem. So schnell kriegen Sie die nicht ausgetauscht, nicht mal mit Werkverträgen. Zumal man dann auch noch die ganze Lieferkette mit Subunternehmern berücksichtigen muss. Das dauert ja teilweise ewig, bis man die Leute dann auch hier in der Fabrik hat. Denken Sie nicht, dass das einfach verdientes Geld wäre. Da steckt viel Arbeit dahinter. Schwere Arbeit.

Sehen Sie mal, es ist ja auch eine Frage der Bürokratie. Wenn wir hier Betriebsräte zulassen würden, dann könnten wir den ganzen Scheiß auch gleich in die Tonne treten. So müssen wir trotzdem für jeden, der die Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU ausnutzt, den ganzen Papierkram erledigen. Für die Rumänen und Bulgaren gibt es das ja erst seit 2014, und die haben sich da schnell eingefuchst: in Deutschland malochen, weil wir den Arbeitsmarkt nicht richtig abgeschottet kriegen. Wir werden doch von denen ausgenommen wie die Weihnachtsgänse, die wollen ja teilweise das Geld noch mit über die Grenze nehmen. Ich meine, da hört es doch auf. Wer in Deutschland sein Geld verdient, der soll es doch bitte auch hier ausgeben. Das ist nur fair. Und da kommt unsere Immobilienverwaltung ins Spiel.

Ich habe keine Ahnung, ob der Bulgare zu Hause überhaupt so etwas wie Kühlschrank und Dusche kennt, aber hier kriegen die das einfach so in die Wohnung eingebaut. Einen Kühlschrank pro Wohnung, eine Dusche. Gucken Sie sich um in Deutschland, mehr haben die meisten Mieter auch nicht zur Verfügung. Gut, die wohnen auch nicht mit zehn Mann auf fünfzig Quadratmeter, aber der Bulgare ist da pflegeleicht. Er kriegt ja auch nichts anderes. Sonst muss er eine Eigentumswohnung in bester Lauflage mieten, er darf sich ja überall in der Europäischen Union niederlassen. Meinethalben kann er auch jeden Morgen mit der Straßenbahn aus Sofia herfahren. Wenn er pünktlich zu Schicht da ist, haben wir kein Problem damit.

Nur dieser elende Stress mit dem Arbeitnehmerdatenschutz, das geht einem echt auf den Zwirn. Dies dürfen wir nicht, das dürfen wir nicht, Sie dürfen heute ja noch nicht einmal in der Personalabteilung fragen, wann Kollege Sowieso Geburtstag hat, um ihm eine Schachtel Pralinen zu schenken. Nur wegen Arbeitnehmerdatenschutz. Aber vergessen Sie einmal, die ganzen Daten sofort parat zu haben, wenn die staatliche Kontrolle kommt. Da können Sie direkt Insolvenz anmelden. Und da haben wir uns gesagt: das geht einfacher. Nicht Leute austauschen, Prozesse optimieren. Leiharbeit, Werkverträge, das fliegt uns eines Tages wahrscheinlich um die Ohren, schon rein kostenmäßig ist da bald das Ende der Fahnenstange erreicht. Glauben Sie es mir, das geht besser.

Den entscheidenden Anstoß hat nämlich die Politik selbst gegeben. Wie ich einmal vor dem Fernseher saß, da hat so ein sympathischer Typ erzählt, wie er sich die internationale Situation so vorstellt. Die Schleuserbanden, die die Leute übers Mittelmeer herholen, die Asylindustrie, die sich an denen eine goldene Nase verdient, Anwälte, die gut davon leben, Abschiebungen zu verhindern – das ganze Programm. Dann zappe ich weiter, da sehe ich einen Kühltransporter an der Autobahn, 71 Leichen an Bord – da hat’s bei mir gefunkt, und das habe ich dann dem Vorstand so vorgetragen. Ich meine, Kühllaster haben wir selbst, und der Rest ist jetzt auch nicht so kompliziert.

Wir sind direkt ins Geschäft mit eingestiegen – natürlich erst mal nur mit Subunternehmern. Wegen der Haftung. Aber es rechnet sich, da können Sie sagen, was Sie wollen. Wir haben Preisstabilität, und das sage ich Ihnen als Fleischproduzent: wenn der Preis stimmt, dann scheiß ich auf Qualität. Wir nehmen direkt ab Erzeugerland, Papiere sind egal, mir ist egal, was Sie da liefern. Meinetwegen steht hier ein schwarzer Afghane am Band. Die Renditen sind inzwischen so hoch, jetzt können wir uns von der Politik auch die erwünschten Kontrollen kaufen und sie dann ausfallen lassen. Die Leute sind auch nicht schlechter als die anderen, Krankenquoten werden schon lange nicht mehr geführt – wer nicht arbeitet, ist eben draußen. Und wenn mal etwas dazwischenkommt, ein Arbeitsunfall oder eine Kleinigkeit mit dem Infektionsschutz, Illegale ohne Aufenthaltstitel werden nicht vermisst. Unsere Maschinen arbeiten rund um die Uhr. Vollkommen unauffällig. Und das sage ich Ihnen, die beschweren sich nicht. Da können Sie selbst nachschauen in der Fabrik. Falls Sie jemanden finden, der Deutsch versteht.“





Kritik der öffentlichen Vernunft

22 06 2020

„Sofort wegkloppen. Nicht lange fackeln, das stellt eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Wenn wir unsere deutsche Geschichte jetzt durch alle im öffentlichen Raum vorhandenen Kunstwerke von den Makeln der Vergangenheit bereinigen können, dann sollten wir das auch machen. Keine Angst, die Geschichte wird Sie nicht verurteilen, hauen Sie diese Judensau weg.

Das wird gern vergessen, dass Karl Marx zu denen gehört, deshalb müssen wir sofort eingreifen. Kein Angriffspunkt, da haben die Typen aus Amiland schon recht, diese Denkmäler gehören sofort, unverzüglich aus dem öffentlichen Raum entfernt. Privat darf natürlich jeder seine eigenen Assoziationen haben, da gibt es noch keine gesetzliche Grundlage. Aber wir haben hier eben ein christliches Abendland, und wenn die Nazis aus der AfD, die noch nicht an der Regierung beteiligt sind und deshalb vorerst noch als Nazis behandelt werden müssen, also wenn die Nazi das im Namen ihrer konservativen Revolution in ein jüdisch-christliches Abendland umdeuten wollen, dann ist das natürlich klar, dass wir da als Demokraten sofort widersprechen. Nicht mit uns. Wir fordern, dass der öffentliche Raum frei bleibt von diesen extremistischen Forderungen.

Hier, Oskar-Maria-Graf-Straße – wen wollen die damit verarschen!? Das war ein Bäckergehilfe, der sich freiwillig durch eine demokratisch von den Deutschen gewählte Reichsregierung hat vertreiben lassen. Was meinen Sie, was das heute kosten würde, da kriegt der Reichs-, ich meine: da kriegt der Bundesinnenminister einen Schlaganfall. Das war noch nicht einmal eine Abschiebung nach geltender Gesetzeslage, und dann kriegt diese linke Sau dafür auch noch Straßenschilder? Es gibt so viele Heimatschriftsteller, die waren teilweise rein katholisch versippt, das war bei den Nazis auch nicht immer einfach, wenn Sie da einen Kardinal in der Familie hatten oder einen Papst, der zehn Jahre später mal was gemerkt hat, kann ja mal sein, und dieser vorsätzliche Emigrant, der Deutschland im Stich gelassen hat, soll auch noch durch einen Straßennamen geehrt werden? Wir sind hier doch nicht bei den Hottentotten!

Eine Plakette für Walter Ulbricht, nur weil diese rote Sau bis zur Flucht nach Moskau in diesem Viertel gehaust hat? Mein Güte, das kann man doch auch mit Ostalgie nicht mehr rechtfertigen! Leipzig ist eine besondere Stadt, die sind da alle nicht ganz dicht, wenn man unserem Innenminister glauben darf, aber ansonsten muss man die doch mal mit normalen Maßstäben beurteilen – Linksfaschisten, da lohnt sich keine Diskussion, und genau darum ist es so wichtig, dass wir unsere gemeinsame deutsche Diskussionsgrundlage beibehalten, die uns die historische Bewertung der DDR ermöglicht.

Schauen Sie, das ist doch das Schöne an diesem politischen System. Wenn Sie Probleme haben mit zu viel Toten durch Autobahnraserei, mit korrupten Abgeordneten, mit Nazis in der Bundeswehr, mit Nazis in der Polizei, überhaupt mit Nazis, wer ist denn dann schuld? Richtig, der Linksextremismus. Linksextremismus ist wie ein Einhorn, jeder hat schon mal ein Bild davon gesehen, also muss es ihn geben, weil sich so etwas ja keiner ausdenkt.

Wenn Sie den Linksextremismus und diese, ich möchte mal sagen, übertriebene Vaterlandsliebe mit nicht immer ganz legalem Schusswaffeneinsatz für die Ehre der Volksgemeinschaft vergleichen, dann ist Ihnen doch hoffentlich klar, dass die Deutschen, also die deutschblütigen Volksgenossen, seit der Invasion der ostischen Feindvölker sehr viel mehr unter den stalinistischen Untermenschen gelitten haben als durch die zivilisatorische Aufbauarbeit der westintegrierten Kulturnationen. Gucken Sie sich nur mal die Demografie an, seit 1949 sind doch im Osten Millionen Kulis verreckt. Das mag auch statistische Verzerrung sein, manche sind mit 70 schon tot, manche sterben an Altersschwäche oder an Krebs, aber das ist doch nur Augenwischerei. Hätte Stalin im Ostblock Bananen erlaubt, die wären im Schnitt alle ein Jahr später gestorben.

Und da setzt unser Ansatz der Bewältigung der Geschichte im öffentlichen Raum an, dass wir jetzt den öffentlichen Raum als öffentliche Geschichte ansehen. Hier zum Beispiel, Stralsunder Straße – das ist ein Wohnviertel, das gegen 1960 erschlossen wurde, und da befand sich Stralsund wo? Dieser heimliche Sozialismus-Kult, der DDR-Namen nutzt und Städte, die damals im offenen Widerspruch zur westlich-demokratischen Weltordnung standen, die werden wir auch in Zukunft nicht mehr dulden. Das ist für Sie hoffentlich kein Widerspruch mehr, denn sonst müssen wir wohl davon ausgehen, dass Sie zu den reaktionären Feinden unserer öffentlichen Grundordnung gehören. Sie wissen sehr gut aus der Geschichte der SBZ, dass es deren Ziel bis heute war und ist, das ideologiefreie Staatswesen durch Hetzpropaganda zu spalten, damit sich einzelne Bevölkerungsschichten trotz des allgemeinen in der Bevölkerung spürbaren Wirtschaftsaufschwungs… – Wo war ich? Erich-Mielke-Chaussee, haben Sie denn noch alle Latten am Zaun!? Das ist vielleicht Ihre Meinung, aber im Bundesministerium des Innern würden wir doch so ein organisatorisches Genie nie undifferenziert behandeln. Wir lieben doch alle! Wir setzen uns doch dafür ein!“





Rassenkampf

16 06 2020

„… den umstrittenen Begriff Rasse aus dem Grundgesetz streichen wolle. Dies werde aber von vielen Unionspolitikern vehement abgelehnt, da es sich nur um eine symbolische…“

„… dass es keine von linksgrünen Hysterikern geforderte Wirkung haben werde. Einen explizit antirassistischen Effekt könne es schon deshalb nicht geben, da es nach überwiegender Meinung der Konservativen in Deutschland weder Rassismus noch eine…“

„… sei von den Schöpfern der Verfassung sehr bewusst der Rassenbegriff in den Gesetzestext aufgenommen worden, da sich die Unterscheidung der deutschen Bevölkerung damals noch – also in der Periode vor der Geltung des Grundgesetzes – in eine deutsche und eine von den Nationalsozialisten als nichtdeutsch betrachtete…“

„… als Unterstellung betrachten müsse, dass zum Beispiel die deutsche Polizei rassistisch sei, da sie sich oft nicht an die Verfassung halte. Dies werde nach Ansicht der Unionskritiker noch durch die Streichung bekräftigt, da eine Polizei, die sich auch an eine antirassistische Verfassung nicht halte, zusätzlich als…“

„… würde es nach der Entfernung des Wortes keine staatsrechtliche Begründung mehr geben, den Rassismus in Deutschland auch juristisch zu bekämpfen, da sich sein Verbot nur durch die explizite Benennung im…“

„… sehe der Unionsflügel wohl, dass alle Personen – die Existenz von Rassen vorausgesetzt – derselben Rasse angehörten. In diesem Kontext sei die Entfernung des Rasse ein typisch linksradikaler Hetzangriff, der den Ökostalinisten diene, den Menschen aus der deutschen Verfassung zu…“

„… dürfe die Vorbildfunktion der deutschen Verfassung nicht einfach unterschlagen werden. Da das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland beispielsweise auf das sogenannte ‚N-Wort‘ verzichte, obwohl dies 1949 noch gar keine Beleidigung dargestellt habe, könne man bis heute nur von guten Absichten des…“

„… sage die CDU voraus, dass demnächst die kommunistischen Kräfte durch parlamentarischen Terror auch das Wort Volk ersatzlos aus der…“

„… unterstelle, dass im Grundgesetz eine quasi nicht realisierbare Unterscheidung von Personen enthalten sei. Dies sei klar verfassungsfeindlich und müsse sofort durch ein Verbot der…“

„… gehöre das Grundgesetz zur deutschen Leitkultur, die zu Wahrung der nationalen Identität unabdingbar sei. Auch einzelne Bestandteil dürften nicht durch die Verbotspartei mutwillig beschädigt werden, wie es jüngst dem Schnitzel oder der…“

„… schütze der Rassenbegriff gerade die im Nationalsozialismus als minderwertig bezeichneten Personengruppen, die hier von den Grünen erneut angegriffen würden. Damit habe sich die Partei der Klimaextremisten erneut als eine linksfaschistische Ansammlung von Antisemiten und…“

„… einen gefährlichen Prozess in Gang setze, der eine ewige Regression bedeute. Nach Ansicht der Rechtsexperten der Union müsse es zwingend einen Ersatzbegriff für Rasse geben, der mit hoher Wahrscheinlichkeit in weniger als hundert Jahren mit fortschreitender Zersetzung der bürgerlichen Gesellschaft wiederum als anstößig gelte, so dass es nochmals eine Debatte um die…“

„… als rechtsphilosophischen Text von sehr hoher Qualität ansehe. Man dürfe die Bestandteile des Grundgesetzes folglich nicht nach subjektiv als richtig empfundenen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen in seiner substanziellen…“

„… nicht von allen Mitgliedern der CDU/CSU-Fraktion vertreten werde. Nach deren Ansicht sei die Verfassung nicht nur für Deutsche, sondern auch für Angehörige anderer Rassen, die sich gerade im Geltungsbereich des…“

„… würden bereits Geschlecht, Abstammung, Sprache, Heimat, Herkunft, Glaube, religiöse und politische Anschauungen genannt, wodurch der Begriff der Rasse alle anderen Unterscheidungen zu umfassen geeignet sei. Durch seine Eliminierung könne Artikel 3 GG im Falle einer Änderung der Staatsform, beispielsweise bei der von Unions- und AfD-Politikern begrüßten konservativen Revolution, nicht mehr in gewohnter Weise in einer erneuten nationalsozialistischen Gewaltherrschaft als Garantie für die Einhaltung der Rechte der…“

„… dürfe eine Verfassung nur da überhaupt verändert werden, wo sich die Neuerungen nicht negativ auf die Sicherheit der Staates auswirke, beispielweise im Asylrecht oder in der…“

„… sei im Grunde schon durch Artikel 3 Satz 1 GG mit dem allgemeinen Gleichheitssatz die erforderliche juristische Definition gegeben. Der von den Bündnisgrünen der Öffentlichkeit brutal aufgezwungene Rassenkampf sei ein perfides Wahlkampfmanöver, mit dem die Zerstörung des Rechtsstaates in eine vollkommen neue…“

„… nicht nur den Strafrahmen für den sexuellen Missbrauch von Kindern erhöhen, sondern auch die Aussetzung der Strafe zur Bewährung generell unterbinden müsse. Die Unionsfraktion sei sich zwar im Klaren darüber, dass dies lediglich eine an rechtskonservative Kreise adressierte symbolische Forderung sei, wolle ihren Vorstoß aber gerade vor dem Wahlkampf als einen notwendigen…“





Vollstrecker

10 06 2020

„Rassismus? Bei uns? Wenn Sie bei der Polizei schon mal Rassismus gesehen haben, dann sind Sie vermutlich auch so ein Scheinasylant, oder wie soll ich das jetzt verstehen?

Ich sag’s Ihnen ganz ehrlich, ich kann das nicht mehr hören. Die Polizei hat sich in den letzten Jahren so dermaßen verändert, da kann inzwischen jeder dahergelaufene Kümmeltürke mitmachen. Da möchte ich mal sehen, wie Sie Rassismus entdeckt haben wollen. Vielleicht sind die Kollegen mit Invasionshintergrund nicht immer so geschickt wie anständige Beamte, die aus einer deutschen Familie kommen, aber wir haben uns mit denen arrangiert. Das hat ja auch seine Vorteile, wenn man zum Beispiel mal in ein asoziales Stadtviertel kommt, wo nur Ausländer wohnen, und dann haben Sie so einen Araber dabei, der wird von denen vielleicht noch am ehesten respektiert, weil die wissen: der fackelt nicht lang, der haut zu. Das kennt der von zu Hause, das legt der im Dienst nicht ab.

Wenn Sie das vergleichen mit Amerika, da sind wir hier ja Waisenknaben. Das liegt aber auch an der Ausbildung, die ist eine Brutstätte von Gewalt und Verrohung. Und auch sonst ist das nicht mit der deutschen Polizei vergleichbar. Unterschwelligen Rassismus, den diese kommunistische Trulla da unbedingt sehen will, den finden Sie bei der Polizei in den USA überhaupt nicht. Da wird noch ganz offen und ehrlich kommuniziert, wen die als guten und wertvollen Bürger im Staat sehen, und wenn Sie nicht dazugehören, dann werden Sie ja schon wissen, warum das so ist.

Rassistisch motivierte Kontrollen? Sie wollen hier doch wieder nur mit statistischen Tricks die Wirklichkeit verdrehen, aber damit kommen Sie bei mir nicht weit. Die Straftaten von Ausländern sind ja nicht so hoch, weil wir ausschließlich Ausländer kontrollieren, sondern wir kontrollieren so viele Ausländer, weil bei denen eben mit erhöhter Wahrscheinlichkeit eine Straftat zu ermitteln ist. Ja, dann eben keine Ausländer, dann sind das halt alles maximalpigmentierte Zuwanderer, was weiß ich! Das ist doch letztlich dasselbe, auch wenn da zwei bis drei Generationen dazwischenliegen an Leuten, die wir nicht rechtzeitig abgeschoben haben. Allein die Ausländergesetzgebung zeigt doch, dass wir es hier mit organisierter Kriminalität zu tun haben: die Quote der Verstöße gegen das Ausländerrecht liegt zu hundert Prozent bei Nichtdeutschen! Hundert Prozent! Und Sie wollen mich hier mit statistischen Taschenspielertricks verarschen!?

Dabei ist der Polizeiberuf einem immer stärker ansteigenden Stress unterworfen! Wenn Sie früher mal einen Nichtweißen aus der Menge rausgezogen haben, weil Sie genau wussten, dass der Dreck am Stecken haben könnte, dann hat der irgendwas gestanden, teilweise erst nach mehreren Stunden im intensiven Polizeigewahrsam, und was das alles an Überstunden bedeutet hat, das machen Sie sich als Zivilist gar nicht mehr klar. Heute wollen diese Arschlöcher als erstes ihren Anwalt sprechen! Ihren Anwalt! Die verweigern die Aussage! Wenn so einer nicht gesteht, dann ist das doch automatisch Widerstand gegen Vollstrecker!

Damit wir uns hier nicht falsch verstehen, wir dulden in unseren Reihen keine Extremisten. Das ist bei der Polizei ganz klarer Konsens, und daran werden sich alle Polizisten halten. Es kann doch nicht sein, dass sich so eine Sau am 1. Mai frei nimmt und dann gemütlich Autos abfackelt, die wir mit unserem Leben schützen müssen! Wenn das einer von uns erlebt, der kriegt die Fresse poliert, und zwar verfassungskonform! Wir haben schon einmal eine Diktatur auf deutschem Boden gehabt, wir brauchen keine zweite DDR mehr. Und wir brauchen erst recht keine politische Führung, die sich in die Polizeiarbeit einmischt, das hatten wir da nämlich auch schon. Wir verlangen nicht mehr als absolute Loyalität und totales Vertrauen in unsere Arbeit, darauf haben wir nämlich einen Anspruch. Sonst kann sich diese Stasibraut, die von Bill Gates als Kanzlermarionette gehalten wird, beim nächsten Staatsbesuch von der NVA schützen lassen. Ganz ehrlich, wenn ich da ein paar Millionen Kuffnucken nach Deutschland eingeschleust hätte, die hier in schöner Regelmäßigkeit vergewaltigen und mit dem Messer auf die rechtmäßigen Einwohner losgehen, dann würde ich aber mal ganz gepflegt die Fresse halten. Dankbarkeit war mal eine schöne deutsche Tugend, aber das hat die sich im Osten wahrscheinlich abgewöhnt, weil der Russe sowieso immer alles frei Haus geliefert hat.

Jedenfalls möchte ich hier undifferenzierte Pauschalurteile über die Sicherheitskräfte in der Bundesrepublik nicht mehr hören, das ist nämlich sehr verletzend. Ja, verletzend – ein Polizist ist auch nur ein Mensch! Das vergisst man ja manchmal! Und diese ganze undifferenzierte Hetze, immer alle Menschen in eine Schublade stecken, immer alle über einen Kamm scheren, statt mal den Einzelfall zu betrachten, auch mal nach der Motivation zu fragen, eine Handlung von allen Seiten zu beleuchten, meinen Sie denn, dass man eine Gesellschaft auf Dauer unter den Voraussetzungen noch friedlich und gesetzestreu bekommt?“





Vernünftig durchgeplant

3 06 2020

„Wenn die Bundesregierung dem Migrationspakt zugestimmt hat, dann müssten wir die Umvolkung bis Ende des Jahres in Gang kriegen.“ „Wir haben noch keine Unterschrift von Bill Gates.“ „Meine Güte, muss man denn alles selber machen!?“

„Kollegen, jetzt regen Sie sich mal nicht auf, die Entwicklung der nächsten Jahre steht eh fest.“ „Ist denn die Sicherung des Flugverkehrs da?“ „Die Lufthansa hat neun Milliarden Euro gekriegt, da ist wohl nichts zu befürchten.“ „Für das Geld hätten wir uns eine zweite Corona-Welle leisten können!“ „Ach was, zwei!“ „Ihnen ist wohl hoffentlich klar, dass damit auch die Ausfallkosten für Chemtrails und Wetterbeeinflussung angedeckt werden?“ „Das Wetter ist doch großartig.“ „Aber wir müssen mehr Treibhausgase in die Atmosphäre ausbringen, sonst kippt das.“ „Und dann haben wir Greta wieder am Hals.“ „Okay, Sie haben ja recht.“

„Andererseits haben wir momentan sehr starke Umsatzrückgänge im Bereich 5G-Funk.“ „Durch den unkontrollierten Zustrom von mehreren hundert Millionen afrikanischen Flüchtlingen haben wir aber bald wieder Arbeitskräfte, die das kostenlos in ganz Europa aufbauen.“ „Dann wäre die gesamte Überwachungsinfrastruktur gesichert?“ „Außerdem haben wir genug Ausländer, die den Deutschen ihre Jobs wegnehmen.“ „Win-Win!“ „Es müssten aber auch für die Chips vorhanden sein.“ „Wir haben das mit den afrikanischen Regierungen geregelt, die werden von den Schleppern gechippt.“ „Das heißt, wir müssen die ganze Technik zu denen fahren?“ „Jetzt stellen die auch noch Ansprüche!“ „Langsam habe ich Zweifel daran, dass die Bundeskanzlerin die Nebenkosten des Bevölkerungsaustauschs noch im Griff hat.“ „Ein positiver Nebeneffekt aus der Einführung der Ausländermaut ist aber, dass wir die Asylanten durch RFID-Ortung immer auf dem Schirm haben.“ „Sie meinen, wir können die alle auf dem Mittelmeer verfolgen?“ „Und wir arbeiten mit den Seenotrettern zusammen, so dass wir einen möglichst geringen Verlust an Einwanderern haben, was den Asyltourismus viel effizienter macht als bisher.“ „Wir scheinen Merkel wirklich ganz schön unterschätzt zu haben.“ „Ja, das können Sie laut sagen. Wir werden sie noch sehr vermissen.“

„Ist denn wenigstens die Pandemie im zweiten Halbjahr vernünftig durchgeplant?“ „Die komplette Schließung der Gastronomie ist noch nicht vom Kabinett beschlossen, aber wir sind dran.“ „Ich dachte, erst mal nur vegane Imbisse?“ „Nee, wir wollten doch alle Betriebe mit Alkoholausschank?“ „Genau, wegen der Islamisierung.“ „Da werden wir nachverhandeln müssen, weil sich insbesondere die deutsche Brauereiwirtschaft sperrt.“ „Ich finde das auch ein bisschen heftig!“ „Deshalb werden wir im Bereich Fußball und Formel 1 auch größere Events planen müssen, damit wir die öffentliche Reaktion in den Griff kriegen.“ „Fußball ohne Bier!?“ „Naja, Altmaier ist halt…“ „Diese Hohlbirne!“ „Das ist ja die beste Voraussetzung für einen Bürgerkrieg, wenn Sie mich fragen.“ „Vergessen Sie bitte nicht, dass wir in Kürze wieder die Chemtrails zusätzlich zur Trinkwasserversorgung zur Verfügung haben und nach Belieben das Aktivitätslevel der Bürger modulieren.“ „Ihr Wort in Gottes Ohr!“

„Und die Situation in den Schulen und Kitas müsste natürlich noch geklärt werden.“ „Sagen Sie mal, Sie lesen aber schon Ihre Memos?“ „Was sind denn das hier für Strukturen?“ „Wozu brauchen wir denn Schulen?“ „Also manchmal habe ich doch Zweifel an Ihrer Eignung für diesen Posten.“ „Die EU ist doch einverstanden mit der Regelung, der Morgenthau-Plan wird für Deutschland umgesetzt.“ „Und wer regelt da was?“ „Wissen wir noch nicht, auf jeden Fall wir das zentral geregelt.“ „Sie sind mit der deutschen Rolle im Kontext der Neuen Weltregierung irgendwie nicht so ganz auf dem Laufenden, kann das sein?“ „Ich habe doch nur…“ „Arbeiten Sie Ihre Unterlagen auf, sonst hat das mit Ihrer Beförderung in die Zentrale wenig Sinn.“ „Ich wollte doch nur wissen, wie wir die Bildung in Deutschland nach dem…“ „Meine Güte, wozu brauchen wir denn als Agrarstaat noch Bildung?“ „Am Ende müssen wir ihm auch noch erklären, dass die Asylanten ab jetzt die Produktion komplett übernehmen.“ „Aber ich dachte, dass wir eventuell ein paar Posten im Management für den Standort Deutschland rausholen.“ „Das mit Sicherheit, aber das entscheiden ja nicht wir.“

„Haben wir die Kaufprämien für Autokonzerne denn schon freigegeben?“ „Ja, Papier ist durch.“ „Wir haben das auch noch mit den Kosten für die neuen Windkraftanlagen gegengerechnet.“ „Also ist die Regierung ermächtigt, Infraschallsender in den Propellern zu installieren?“ „Wenn das mit 5G zu Interferenzen kommt, die die Gedankenkontrolle ermöglichen, dann ist das genehmigt.“ „Moment, hatten wir die Windkraftanlagen nicht gestoppt?“ „Ja, und der Abbau ist für 2021 bewilligt.“ „Dann verstehe ich nicht, warum wir die alten nicht einfach stehen lassen.“ „Überlegen Sie doch mal, abbauen und wieder neu aufbauen bringt den Konzernen gleich doppelt Geld.“ „Ach so, ja. Ich Schussel.“ „Solange das mit den Energiekonzernen geregelt wird, was die Kohlekraftwerke angeht, ist das auch zukunftssicher.“ „Und die bauen wir dann selbst wieder auf?“ „Das wird schwierig.“ „Naja, den Fachkräftemangel gibt es eben nicht erst seit gestern.“ „Aber das verstehe ich nicht: wenn wir etwa eine halbe Milliarde Einwanderer kriegen…“ „So war das gedacht.“ „… und die Bevölkerung auf der Welt insgesamt auf 500 Millionen reduziert wird – wie soll das denn gehen!?“ „Also bitte, ein paar Sachen muss man einfach glauben wollen.“





Kriegswaffenkontrollgesetz

19 05 2020

„Das hätte auch woanders in Sachsen passieren können. Dass da jemand Waffen und Munition in seinem Garten versteckt, das muss nichts mit seiner Zugehörigkeit zu einem Elitekommando der Bundeswehr zu tun haben. Das macht auch jeder andere Reichsbürger.

Regen Sie sich nicht auf, es ist ja noch gar nichts passiert. Bis ein Soldat eine funktionsfähige Waffe abfeuert und damit einen tatsächlichen Schaden anrichten kann, muss schon eine ganze Menge an glücklichen Umständen in Verkettung treten, nicht wahr? Das fängt zum Beispiel mit der Funktionsfähigkeit der Schusswaffe an. Unser Kamerad muss natürlich aus Selbstschutzgründen vorerst in zivilen Justizvollzug. Die Justiz sieht dies möglicherweise als Diebstahl an, so genau wissen wir das nicht, und bejahrt hier eine gewisse Gefahr der Verdunkelung. Wir weisen das nicht nur ganz entschieden zurück, wir halten das sogar für nicht haltbar. Wenn der Kamerad wirklich Waffen in seinem Garten versteckt haben sollte, was ja zunächst einmal für einen ausgeprägten Ordnungs- und Sicherungssinn spräche – man lässt solche Waffen, zumal Kriegswaffen nicht einfach offen in der Gegend herumliegen, da könnte sonst was passieren – dann würde er sie doch jetzt, wenn sie sowieso schon entdeckt worden sind, nicht noch einmal irgendwo verbuddeln. Erstens wäre das vollkommen unlogisch, das müssen Sie zugeben, und zweitens: wo denn bitte? Noch mal in seinem Garten, so nach dem Motto: da haben sie schon gesucht, da graben sie garantiert kein zweites Mal? Entschuldigen Sie, aber das ist ja lächerlich.

Dass bei einer Abschiedsparty Schweineköpfe geschmissen wurden und ein Hitlergruß gezeigt, dafür gibt es keinen Beweis. Außerdem kann es einen durchaus stichhaltigen Grund dafür gegeben haben, auch wenn das nicht Ihrem Alltag entspricht: frisches Schweinefleisch ist als Bestandteil der Verpflegung im Feld nicht eben häufig, schon gar nicht in den Regionen, wo man als Elitekommando sonst eingesetzt ist. Deshalb wird man sich das auf einer Party schon mal gönnen. Wenn Sie das jetzt auch noch skandalisieren wollen, dann haben Sie anscheinend sonst nichts zu tun.

Das Sturmgewehr und der Plastiksprengstoff sollen aus Afghanistan mitgenommen worden sein. Daran können wir nichts Schlimmes finden, es handelt sich allem Anschein nach um Souvenirs. Wenn Sie sich mal anschauen, was sich frühere Generationen der Wehrmacht so alles von ihren Auslandseinsätzen mitgebracht haben, dann ist das doch geradezu bescheiden. Außerdem handelt es sich um ein deutsches Gewehr des Modells AK 47, ein Diebstahl an afghanischem Eigentum kann also mit Sicherheit ausgeschlossen werden. Wir können das selbstverständlich an die große Glocke hängen, auch und gerade als Armee, die in international besetzten Operationen an vorderster Front kämpft, aber ich frage Sie, ob das in Hinblick auf den Ruf unseres Militärs so klug wäre.

Wir erwarten von unseren Spezialkräften natürlich, dass sie allzeit bereit sind. Dafür ist es schon ganz gut, gerade in diesen Zeiten der Corona-Pandemie, dass sich unsere Leute auch außerhalb ihrer Standorte mit beruflichen Dingen beschäftigen und auf dem Laufenden bleiben. Nennen wir es mal Home Office. Ein Soldat hat ja seine Kriegswaffen gerne griffbereit, und wenn er eine halbe Million Schuss Munition vorrätig hält, muss er auch nicht zwischendurch wieder in die Kaserne. Das ist in Hinblick auf das verringerte Infektionsrisiko für seine Kameraden doch löblich, finden Sie nicht?

Jetzt kommen Sie mir nicht auch noch mit dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Wir haben die Waffe ordnungsgemäß kontrolliert, sonst wüssten wir ja nicht, dass sie aus deutschen Heeresbeständen kommt und nur in Afghanistan in die Hände des Kameraden gelangt sein kann. Wir sind zwar die Bundeswehr, aber das heißt noch lange nicht, dass wir unseren Job grundsätzlich schlecht machen. Das kommt nur in Einzelfällen vor und hat dann einen logisch nachzuvollziehenden Grund.

Wenn andere Waffen aus Osteuropa sich im Garten des Soldaten befunden haben sollten, unter Umständen auch Sprengstoff aus Osteuropa, dann ist das auch mit dem Kriegswaffenkontrollgesetz nicht zu beheben. Das Gesetz kontrolliert deutsche Waffen, und die stammen nicht aus Osteuropa, vom NSU mal abgesehen. Aber der hat seine Waffen auch nicht in Gärten von Bundeswehrangehörigen vergraben, und außerdem sind wir für den auch gar nicht zuständig. Das sollte sich bis zu Ihnen schon herumgesprochen haben.

Jedenfalls haben wir damit, das sagt ja auch die Bundesverteidigungsministerin, einen Erfolg bei der Aufklärung. Dafür unter anderem brauchen wir solche Strukturen innerhalb der Armee, damit wir zeigen können, dass wir sehr wohl zur Aufklärung von schweren Unregelmäßigkeiten in der Lage sind. Manchmal dauert es ein bisschen, aber es ist nicht unmöglich. Und wir sollten auch sehr froh sein, dass unser Militärischer Abschirmdienst seine Arbeit mindestens so gut macht wie das Bundesamt für Verfassungsschutz. Bei unseren Kameraden haben wir sogar noch den Vorteil, dass die nicht merken, wenn sie observiert werden. Sonst könnte das für manchen richtig gefährlich werden, mit einer illegalen Waffe und einer halben Million Schuss Munition.“





Machtübernahme

14 05 2020

„Was dauert das denn hier wieder so lange? sind die Türschilder schon ausgewechselt? Und haben wir den Unterbrecher für die Funkstrahlung jetzt scharf geschaltet? Kinder, was ist das hier für ein elender Hühnerhaufen! Morgen ist der 15., da muss die Regierungsübernahme klappen!

Ach jetzt hören Sie doch mal zu! Für uns ändert sich nichts? Sie haben das Organigramm gelesen, oder? Dann gucken Sie doch Ihre Unterlagen durch, es ist doch nicht zu glauben! Nein, nicht ‚Frau Bundeskanzlerin‘, Angela Merkel ist jetzt ‚Frau Weltpräsidentin‘. Reden Sie sie morgen früh richtig an, sonst gibt es aber richtig Stress!

Was gibt’s? Ja, ich habe mit Potsdam telefoniert, die wollen die Dosis im Laufe des Tages in Verkehr bringen. Chemtrails gehen ja gerade nicht mehr, die verdammten Masken lassen den Stoff auch gar nicht mehr durch, und so viele Drohnen kriegt man auf die Schnelle nicht gekapert. Wir machen das nur noch übers Trinkwasser. Potsdam koordiniert, wir verlassen uns auf die. Schlag Mitternacht wird das Wasser ausgetauscht, das Beruhigungsmittel ist sehr hoch dosiert. Achten Sie also darauf, dass Sie gleich auf nüchternen Magen Ihr Gegenmittel nehmen, und Obacht, auf keinen Fall mit Leitungswasser einnehmen! Sie haben Ihre Wasserration für die ersten drei Tage, nutzen Sie die.

Wer? ach so, das ist ja auch heute. Halb acht? Sagen Sie den Systemmedien, ich habe erst noch das Briefing mit den Freimauern, das geht bis etwa acht, halb neun, und dann können die ihre Fragen stellen. Die Machtübernahme wird natürlich sofort in den GEZ-Kanälen per Liveschalte verbreitet, um punkt null Uhr will ich, dass alle auf Sendung sind. Wir haben bis zum normalen Geschäftsbetrieb nur ein paar Stunden, deshalb wünscht die Regierung hier keine Verzögerungen, klar? Dann sagen Sie denen doch, sie sollen einfach das Handbuch lesen, Seite 274. Es ist alles geplant, es wird also keine Zufälle geben, haben wir uns da verstanden!?

Das wird natürlich sehr irritierend sein, wenn sich herausstellt, dass Herr Naidoo jetzt als neuer Reichssekretär im Weltinnenministerium für den Gau Transatlantien amtiert. Ich will nicht wissen, wie viele ihm diese False-Flag-Aktion übel nehmen, aber da wir die dann offiziell als Kritiker eines Weltregierungsmitglieds verschwinden lassen können, geraten wir nicht in Rechtfertigungszwang. Wissen Sie, man kann von unserer Weltpräsidentin politisch halten, was man will, aber eine geniale Strategin, das ist sie. Und wenn sie den peinlichen Jammerlappen nicht mehr braucht, dann wird sie ihn auch elegant wieder los. Ganz bestimmt.

So, da kommt das Fax vom Mobilkommando. Alle Kräfte sind für das ganze Staatsgebiet der heutigen Bundesrepublik eingeteilt, wir schwärmen unerkannt bereits heute Abend aus, ab Mitternacht dann Schnellzugriff. Wir haben das in Bayern und Hessen geübt, es wird keine zweite Chance geben. Wir werden alle Batterien in allen Tauben wechseln und bis zum Morgen fertig sein, ich wiederhole: alle Batterien in allen Tauben. Und wehe, es werden wieder Kontakte falsch justiert wie bei der Übung!

Den Container nach E-22A. Ich will, dass der ganze Stapel vor dem Brandenburger Tor ist, bevor die bestellte Menschenmenge eintrifft, und dann veranstalten die eine spontane Äußerung von gesundem Volksempfinden. Wir haben eine halbe Tonne vegane Kochbücher, das Zeug brennt wie Zunder – größtenteils originalverschweißt, weil den Dreck keiner freiwillig liest – und dann machen wir noch ein bisschen Bekenntnis zum Grundgesetz und Meinungsfreiheit und Trallala, und dann ist auch schon gut. Etwa eine Stunde, das muss reichen.

Das Weltvolkswirtschaftskommissariat hat die nötigen Personalunterlagen bekommen. Wir werden mit der Zwangsrekrutierung bis einschließlich Montag fertig sein. Die Teilnehmer an allen Hygiene- und Querfront-Demonstrationen sind in einer gemeinsamen Datei erfasst, die Polizei wird die Personen abholen, und dann geht es umgehend auf die Spargelfelder. Robuste Arbeiter können auch in der Fleischzerlegung eingesetzt werden, da fällt es dann auch nicht so auf, wenn mal einer die Wurstverarbeitung nicht überlebt. Zelte können sie sich selbst aufbauen, die Produktionsrückstände sollten als Verpflegung reichen. Da die meisten ein ausgeprägtes Problem mit Autoritäten haben dürften, dürfte hier eine zielorientierte Führung angebracht sein. Wer nicht spurt, opfert sich für das Wohlergehen der Neuen Weltordnung.

Die Spitzen der Automobilkonzerne werden um halb vier Uhr im Weltpräsidialamt erscheinen, die Unterredung wird kurz sein. Abwrackprämien wird es nicht geben. Wir setzen ab jetzt vollständig auf Elektromobilität. Wer da nicht mitmacht, für den haben wir bedauerlicherweise keine Verwendung mehr. Eine Weltwirtschaftspolitik unter deutscher Führung wird sich an neue Standards gewöhnen, wenn ihre Akteure überleben wollen. Wir lassen uns gerne Pläne für ein nachhaltiges Konzept vorlegen, aber die Entscheidungen treffen wir dann immer noch selbst. Bill Gates war klug genug, das zu akzeptieren. Dann werden es die Autofritzen wohl auch schaffen. So, und jetzt hätte ich gerne eine Tasse Kaffee mit Milch und zwei Stück Zucker, die Rufumleitung für Amt 23 steht, und wenn mich heute noch einer mit der Fußball-Bundesliga nervt, dann gibt’s einen Satz heiße Ohren, klar!? Gut. Weitermachen!“