Uneingeschränkt positiv

29 11 2021

„Man muss ja auch mal das Positive sehen.“ „Da werden ein paar Millionen anderer Ansicht sein.“ „Wenn nicht jede arbeitsscheue Schlampe, die sich ein paar Bälger hat andrehen lassen…“ „Er meint allein Erziehende mit Vermittlungshemmnissen.“ „Seeheimer halt.“ „Wenn Sozialleistungen auch im Verhältnis zur Inflation zurückbleiben, dann haben wir die reale Gefahr einer Schieflage.“ „Bei den Erwerbsarbeit vermeidenden Müttern?“ „In der Wirtschaft, der bei steigender Inflation Unsatz aus den unteren Dezilen fehlt.“ „Ach so.“

„Jetzt seien Sie nicht immer so kritisch, wir sind doch als Koalition angetreten, um alles irgendwie anders zu machen.“ „Also besser?“ „Davon ist im Koalitionsvertrag nichts zu lesen.“ „So kurz nach der Wahl kann man die Bürger nicht schon wieder anlügen.“ „Deshalb auch die dreihundert Seiten zur detaillierten Behandlung des Klimaschutzes in den anderen Politikbereichen?“ „Hatten Sie eine andere Fassung als ich?“ „Wer sagt’s ihm?“ „Ach so.“ „Ich bin ja gespannt, wann das mit dem Kohleausstieg wieder zurückgenommen wird.“ „Das tritt nach meiner Kenntnis…“ „Man kann doch den nächsten Regierungen nicht alles wegnehmen.“ „Das finde ich jetzt zum Beispiel ausgesprochen positiv.“ „Sie müssen dafür auch nicht den Kopf hinhalten.“ „Das macht dann die CDU nach den Neuwahlen, oder?“

„Es ist doch schon klasse, dass kein Tempolimit vorgesehen ist.“ „Da kann keiner der Koalitionäre als Verbotspartei bezeichnet werden.“ „Das sorgt für Koalitionsfrieden, weil auch keiner mehr damit rechnet, dass ihn einer der anderen dafür hinhängt.“ „Das ist ja haarscharf vorm Weltfrieden!“ „Und Sie meinen, das war Absicht?“ „Die meisten Deutschen sind dafür.“ „Darunter sind allerdings auch manche, die diese Koalition gar nicht gewählt haben, für die sollte man keine Politik machen.“ „Ach so.“ „Und es erhöht den Spritverbrauch.“ „Was die Wirtschaft nachhaltig stärkt.“ „Das ist doch nun wirklich eine uneingeschränkt positive Nachricht!“ „Und die Hasch-Freigabe?“ „Sagen wir’s so, ohne Drogen wäre das Theater noch unerträglicher.“

„Überhaupt werden jetzt ja gesellschaftliche Randgruppen mehr geachtet.“ „Für Merz nicht.“ „Er meinte damit Frauen.“ „Ach so.“

„Was haben wir denn wirtschaftlich für die Zukunft vereinbart?“ „Kommt auf die Partei an.“ „Wir kennen doch jetzt keine Parteien mehr, wir kennen nur noch Regierung!“ „Man muss auch mal Kontinuitäten wagen.“ „Vielleicht ist ‚Weiter so‘ für den Anfang auch gar nicht so verkehrt.“ „Die Energie wird jetzt bald billiger.“ „Naja, bei der Erderwärmung bräuchten wir jetzt nur noch eine funktionierende Solarindustrie, und schon wäre das geritzt.“ „Verstehe, und die war nicht vorgesehen?“ „Hätte man uns vorher mal sagen können.“ „Waren wir etwa die Regierung?“ „Sie sind in der SPD.“ „Ich verbitte mir diese politischen Anfeindungen!“ „Jetzt seien Sie doch mal positiv!“ „Ich finde es prima, dass man jetzt schon so offen miteinander streiten kann.“ „Das werden wunderbare Jahre.“

„Warum haben wir eigentlich ausgerechnet diesem Lackaffen…“ „Keine Vorverurteilungen, er ist Jurist und nur aus Inklusionsgründen drin.“ „Sie wussten schon, dass es um ihn geht?“ „Dabei ist Verkehr doch das Transformationsministerium schlechthin!“ „Transformation macht schon der Wirtschaftsminister.“ „Digitalisierung hat aus dem Grund auch kein eigenes Ministerium gekriegt.“ „Wir müssen eben ganzheitlich denken.“ „Dann gehen wir halt ganzheitlich vor die Hunde.“ „Aber nachhaltig.“ „Man kann seine Ideale auch in der B-Note durchsetzen.“ „Ach so?“ „Natürlich wird es immer Kompromisse geben.“ „Das heißt, eine Seite zahlt dafür, dass die andere gewinnt.“ „Dann ist nur zu fragen, wer zahlt.“ „Vermutlich die Bürger.“

„Wir bekommen bewaffnete Drohnen.“ „Das ist ein gutes Zeichen.“ „Also ein positives?“ „Kommt darauf an.“ „Kommt worauf an?“ „Auf welcher Seite Sie stehen.“ „Im Grunde ist es ganz einfach: wer nicht Deutschland ist, der kriegt es mit der Bundeswehr zu tun.“ „Und wenn die defekte Drohnen hat…“ „Das mit dem Weltfrieden war gar nicht so verkehrt.“ „Außerdem werden wir diese Rüstungsaufträge bestimmt im Inland vergeben.“ „Dann hätten wir noch ein positives Signal für eine verringerte Zusammenarbeit mit ausländischen Rüstungsherstellern.“ „Und der Digitalpakt?“ „Man kann jetzt bestimmt Drohnen per Fax bestellen.“ „Oder per SMS starten.“ „Mir fehlen schon ein bisschen die Flugtaxis.“ „Gerade das finde ich ja so positiv!“ „Mobilität hatte in den letzten Kabinetten eh nicht so viel mit der Wirklichkeit zu tun.“

„Aber wir müssen auch die wirklich wichtigen Themen in Deutschland fokussieren.“ „Sehe ich auch so.“ „Damit meinen Sie aber nicht Corona.“ „Eher die Pflege.“ „Generell sollte man sich in den systemrelevanten Berufen mal nachhaltig…“ „Sie meinen ganzheitlich?“ „Im Grunde einfach nur eine ganz neue Art der Schmerzgrenze.“ „Ausweitung der Arbeitszeit?“ „Dann verdienen die Leute ja auch mehr.“ „Ihre Witze waren mal witzig.“ „Aber…“ „Ach so.“ „Wir können das Pflegepersonal nicht in der Mitte durchsägen, aber wenn man in Sachsen die Krematorien am Sonntag laufen lässt, braucht man schließlich jemanden, der denen die Leichen zur Verfügung stellt.“ „Auch wieder wahr.“ „Und die Autoindustrie?“ „Wir fragen bei der Windkraft nach.“ „Also klimatechnisch alles okay?“ „Bis auf die Erderwärmung.“ „Das wird aber im Verlauf der Legislatur bestimmt noch mal evaluiert?“ „Ganz bestimmt.“ „Na also!“ „Ich würde sagen, wir gehen einer sehr positiven Zukunft entgegen.“





Glühwein mit Schuss

24 11 2021

„… werde es auch bei einer zunehmend sich verschärfenden Corona-Lage Weihnachtsmärkte in Bayern geben. Ministerpräsident Söder habe sich allerdings entschieden, dass es in diesem Jahr nur ohne den Ausschank alkoholischer Getränke im…“

„… zu Protesten in der Bevölkerung kommen werde. Zahlreiche CSU-Ortsverbände seien wütend und entsetzt, dass es keine Freiheit mehr für das Brauchtum gebe, sich in der Öffentlichkeit zu…“

„… habe Söder betont, dass man auf einer Veranstaltung mit Maskenpflicht ohnehin keinen Punsch zu sich nehmen könne. Die Frage, warum der Verkauf von Fruchtsaft und Limonaden weiter erlaubt bleibe, sei wegen eines technischen Fehlers und des plötzlichen Endes der Gespräche dann nicht mehr im…“

„… dass sich dazu die Drogenbeauftragte der geschäftsführenden Bundesregierung nicht äußern werde. Die Gefahr sei für Ludwig zu groß, dass die Bürger durch ein Verbot des kulturell akzeptierten Alkohols zum Konsum tödlicher Rauschgifte wie Marihuana ermuntert würden, was Risiken für die Volksgesundheit und den kriminellen…“

„… im öffentlichen Raum stattfinde. So dürfe eine Kontrolle auf vorherigen Alkoholkonsum, den sogenannten Vorglühwein, nur mit Einverständnis der Gäste durchgeführt werden und sei auch nur zu beanstanden, wenn die Blutalkoholkonzentration ein für die öffentliche Sicherheit relevantes Maß überschritten habe, so dass die Wirkung des…“

„… die Umfragen der Christsozialen von Söders Entscheidung beeinflusst würden. Im zweiten Jahr, in dem es kein Oktoberfest gebe, könne dieses Eintreten gegen den kollektiven Alkoholkonsum für einen Stimmverlust in Höhe von mindestens…“

„… auf den Freistaat Sachsen ausgeweitet werde. Wie Ministerpräsident Kretschmer in einer Pressekonferenz betont habe, werde auch in seinem Bundesland zu nichtalkoholischen Events kommen, was zur Vermeidung riskanter Gruppenbildung in den Innenstädten und damit zur Senkung des…“

„… oder einen Vermittlungsausschuss einsetzen wolle, der die Interessen der Bürger gegenüber der Bayrischen Landesregierung vertrete. Allerdings sei der Vorschlag, spezielle Masken mit einer Öffnung für einen Trinkhalm an die Marktbesucher zu verkaufen oder selbst gelochten Mundschutz zu erlauben, aus hygienischen Gründen nicht bis in…“

„… der sächsische Bürgerprotest Saufen ist Freiheit nicht gerichtlich verboten werde, solange es nicht zu Rauschtaten komme. Im Falle von Gewaltdelikten unter dem Einfluss von Alkohol sei nochmals zu bedenken, dass die strafmindernde Wirkung des…“

„… in Franken mehrere Märkte bereits von den Schaustellern abgesagt worden seien. Ohne den Ausschank von Glühwein, Glögg und Punsch falle deren Hauptumsatzquelle weg, was letztlich zu keiner rentablen Teilnahme mehr an den…“

„… spare alleine die Stadtverwaltung Leipzig im Entsorgungsbereich mehrere zehntausend Euro ein. Im Schnitt müsse bei einem Weihnachtsmarkt mit Verzehr alkoholischer Getränke pro Tag eine Menge von gut einem Kubikmeter Erbrochenem von den Straßen der sächsischen…“

„… Umsatzeinbußen in erheblicher Höhe zu befürchten seien. Aldi Süd werde auf etwa zwanzig Millionen Tetrapaks zu einem Liter Glühwein sitzen bleiben, was sich auch auf das Weihnachtsgeld der Mitarbeiter und die Boni der…“

„… dass das Kulturprogramm auf den Märkten in diesem Jahr gestrichen werde. Die Stadt Leipzig führe dafür allerdings nicht den Infektionsschutz als Grund an, sondern habe die Vermutung, dass die Musik von nüchternen Besuchern kaum…“

„… auf den bayerischen Märkten gleichzeitig Zelte für eine mobile Corona-Schutzimpfung aufgebaut werden sollten. Die Landesregierung sei unter dem Motto Glühwein mit Schuss angetreten, die Impfquote nochmals um…“

„… würden Chemnitz und Dresden mitgehen und einen alkoholfreien Weihnachtsmarkt für die Bürger ausrichten. Weidel habe das Einknicken der CDU vor der offenbar muslimisch gesteuerten Anti-Alkohol-Hasspropaganda des Volksverräters Kretschmer als unleugbaren Beweis für die weitere Islamisierung Deutschlands bezeichnet und fordere von den Sachsen, sich notfalls mit Waffengewalt gegen den Unrechtsstaat zu…“

„… warne ein Sprecher der Corona-Leugner vor dem Betreten der bayerischen Weihnachtsmärkte. Man wolle die Bürger in einen total ungewohnten Zustand der Nüchternheit versetzen, um sie dann auf Befehl der Pharmaindustrie totzuspritzen. Dies könne nur durch orale Einnahme von Brennspiritus mit Schmierseife und Lindenblütenhonig bei gleichzeitiger Injektion von…“

„… hätten erste Tests mit am Körper befestigten Kunststoffblasen stattgefunden, um mit Hilfe eines Saugschlauchs mitgeführten Glühwein zu trinken. Ein 23-jähriger Leipziger habe durch einen in der Leistengegend geplatzten Katheterbeutel schwere Verbrühungen erlitten und sei ins Klinikum St. Georg eingeliefert worden, wo er sich einer…“

„… sei die Polizei auf Eskalationen vorbereitet. Man habe in Bayern mehrere Hundertschaften trainiert, Menschentrauben um Süßwarenstände mit unmittelbarem Zwang zu eliminieren. Darüber hinaus könne ein Hubschraubereinsatz die…“

„… es organisatorisch zu kompliziert sei, bei den Besuchern Impfnachweise oder Schnelltests auf Echtheit zu kontrollieren. Man setze vielmehr auf die Eigenverantwortung der Menschen, die nur eine friedliche Weihnachtszeit und ein gesundes…“





Bonusmeilen

23 11 2021

„Das ist ein Überfall!“ „Setzen Sie gefälligst Ihre verdammte Maske auf!“ „Schnauze, sonst…“ „Sonst was?“ „Wollen wir sonst schießen?“ „Sie befinden sich in einer Flughöhe von knapp zwölf Kilometern in einer Kabine und riskieren einen Druckabfall, wenn Sie um sich ballern.“ „Ich…“ „Und jetzt setzen Sie Ihre verschissene Maske auf, sonst fliegen hier gleich die Frontzähne!“

„Ich jage die ganze Maschine in die Luft!“ „Ah, die Nummer.“ „Wir sind schon in der Luft.“ „Ich warne Sie!“ „Nur aus Interesse, haben Sie ein gültiges Impfzertifikat?“ „Oder einen negativen Schnelltest?“ „Das geht Sie gar nichts an!“ „Ah, wir sind also nicht geimpft?“ „Er hat ja nicht gesagt, dass er nicht geimpft ist.“ „Wenn man nicht sagt, ob man geimpft ist, dann ist man normalerweise nicht geimpft.“ „Stimmt auch wieder.“ „Ich will jetzt sofort mit dem…“ „Sie wollen jetzt erst mal einen Bogen ausfüllen, damit wir hier Ihre Personalien aufnehmen können.“ „Alternativ können Sie uns selbstverständlich auch Ihr Ticket reichen.“ „Ich möchte hier nur anmerken, dass das für uns nicht ausreichend sein wird.“ „Die Airline hat sich wohl ein Impfzertifikat zeigen lassen, das korrekt war.“ „Allerdings werden Fälschungen in der Regel nicht als solche erkannt.“ „Auch besonders plumpe nicht, wie Sie sich denken können.“ „Aber…“ „Und am Flughafen war es dem Personal ziemlich egal, was Sie da gezeigt haben.“ „Das ist bescheuert, aber durchaus verständlich.“ „Als Wirtschaftsbetrieb muss man nun mal Prioritäten setzen.“ „Aber…“ „Das hätten Sie sich vielleicht früher überlegen sollen.“ „Und jetzt setzen Sie sich gefälligst auf Ihren Platz, sonst haben wir gleich keine Lust mehr auf Ihre Spielchen.“ „Tomatensaft?“

„Ich will jetzt sofort den Piloten sprechen!“ „Das wollen sie alle.“ „Welchen denn?“ „Ich denke, er meint den Kapitän.“ „Meinen Sie, der wird sich mit einem Typen mit unsicherem Impfstatus abgeben?“ „Der hat sicher Besseres zu tun.“ „Ich will jetzt auf der Stelle…“ „Ich will ein Einhorn!“ „Und ich will, dass jemand die FDP mit Napalm aus dem Verkehr zieht.“ „Hatten Sie bisher Erfolg?“ „Eher nicht, und Sie?“ „Sieht man ja.“ „Verdammte Scheiße, wenn Sie mich jetzt nicht sofort zu den Piloten bringen, dann werde ich hier alle abknallen, die sich mir in den Weg stellen!“ „Das klingt nach einem Plan, oder?“ „Würde ich nicht leugnen.“ „Sie wissen schon, dass so ein Verkehrsflugzeug nur mit soliden Kenntnissen zu bedienen ist?“ „Falls Sie sich mit dem Gedanken tragen, nach dem Flug auch eine Landung zu machen, sollten Sie das nicht ganz außer acht lassen.“ „Es sei denn, Sie sind eher ein Selbstmordattentäter.“ „Wobei die Bezeichnung ‚Amok‘ die Sache präziser…“ „Schnauze!“ „Jetzt machen Sie mal keine Welle, Mann!“ „Falls Sie es nicht gemerkt haben sollten, es steht hier ungefähr zweihundert zu eins.“ „Falls Sie sich als asoziales Arschloch outen wollen, wäre jetzt ein sehr guter Zeitpunkt.“ „Bringt sicher Zückerchen bei der Strafzumessung.“ „Ich…“ „Ja, Sie sind ein ganz normaler Mensch, der sein Impfzertifikat nicht zeigen wollte.“ „Interessanterweise haben Sie auch keine Gelegenheit ausgelassen, sich mit falschen Papieren bis hier durchzuschlagen.“ „Ohne Maske.“ „Und das Bordpersonal hat Sie natürlich nicht gefragt.“ „Und den Test haben Sie gar nicht erst gemacht.“ „Sicher ist sicher.“ „Ich werde…“ „Jetzt auch noch komisch werden, wie!?“ „Ich knall hier den nächsten ab, der sich…“ „Sie ziehen jetzt diese verdammte Maske auf!“ „Oder wollen Sie Ihre Gebissreste mit zwei gebrochenen Armen vom Teppich popeln?“ „Schnauze jetzt!“ „Da ist aber einer ungehalten!“ „Keine Bonusmeilen gekriegt?“ „Vielleicht hat er nur einfach keinen Bock, mit den ganzen anderen Pappnasen nach Malle zu fliegen.“ „Wieso Malle?“ „Dachten Sie, das ist die Maschine nach Afghanistan?“ „Augen auf im Luftverkehr!“ „Ich wollte doch raus!“ „Naja, könnte klappen.“ „Hängst auch davon ab, wie man das definiert.“ „Sonst könnten wir ihm schon mal einen Fallschirm geben, dann kann er sich die Flugzeit verkürzen.“ „Exzellente Idee.“ „Wo sind wir denn hier?“ „Also momentan irgendwo zwischen Koblenz und Wiesbaden, wenn Sie aussteigen wollen, haben Sie gute Chancen, den Rhein zu erwischen.“ „Sie wollen mich verarschen!?“ „Sehen wir etwa so aus?“ „Das müssen wir entschieden zurückweisen!“ „Ganz entschieden!“ „Ich will jetzt auf der Stelle den Kapitän sprechen!“

„Jetzt kommen Sie mal runter, wir können doch über alles reden.“ „Ich will aber nicht!“ „Haben Sie ein generelles Maskenproblem oder ist das nur hier im Flieger so?“ „Die haben mich schon aus der Bank rausgeworfen!“ „Ah, verstehe.“ „Lassen Sie mich raten: Strumpfmaske?“ „Wenn die dann noch nach dem Impfpass fragen, dann ist das natürlich datenschutzrechtlich kompliziert.“ „Da kann man ja am Eingang gleich seine Kundenkarte zeigen.“ „Also ich fände das okay.“ „Und es erleichtert die Strafverfolgung.“ „Das stimmt, hatte ich noch gar nicht…“ „Ich habe jetzt die Schnauze voll, ich will sofort den Kapitän und den Piloten!“ „Also wen denn jetzt?“ „Ich gehe da jetzt rein, und Sie werden mich nicht hindern!“ „Moment, Sie müssen doch erst den Test machen!“ „Gehen Sie nicht durch die Tür, die ist gesichert und…“ „Ich will jetzt sofort den…“ „Halt!“

„Fallschirm hatte er keinen?“ „Nicht, dass ich wüsste.“ „Gut, dann ist gleich Getränkeservice.“ „Haben wir noch Kekse?“ „Reicht aus.“ „Gut.“ „Fertig?“ „Sehr geehrte Fluggäste, wir befinden uns auf einer Flughöhe von zwölf Kilometern über dem Oberrhein. Es besteht keinerlei Anlass zum…“





Neue Technologien

16 11 2021

„… die Gefahren, die von dieser Entwicklung ausgehen würden, jetzt noch gar nicht überblicken könnten. Nach Ansicht der alternativen Ingenieure sei das Automobil in der Zukunft für eine Vielzahl von Todesfällen im…“

„… sei eine vernünftige Benutzung des Autos in Deutschland nicht möglich. Dass dies in anderen Staaten behauptet werde, sei für viele Kritiker der Kraftfahrt nur ein Hinweis darauf, dass es noch keine verlässlichen Studien zu den Auswirkungen der neuen technischen…“

„… die medizinische Erkenntnis, dass jede Beschleunigung, die über die Fahrt in einer Kutsche hinausginge, unmittelbar tödliche Folgen für einen Menschen haben könne, in zahlreichen Artikeln und Internetvorträgen dargelegt habe. Einen Beweis für diese These müsse Streeck nicht erbringen, da er es in einer Veröffentlichung gelesen habe, die er selbst im Rahmen einer…“

„… hätten Fußgängerüberwege noch nie einen Unfall mit Personenschaden verhindert. Lindner sei nicht davon überzeugt, dass ein bußgeldbewehrter Zwang zum Anhalten ein Menschenleben rette, und werde notfalls vor dem Bundesverfassungsgericht für die Selbstbestimmung der…“

„… sei Deutschland nur für einen sehr kleinen Teil des Personenverkehrs verantwortlich. Die CDU wolle die Verantwortung erst übernehmen, wenn sich bevölkerungsreichere Nationen wie China oder die Vereinigten Staaten zu einer gemeinsamen vertraglich festgelegten Lösung der zukünftigen…“

„… einen nicht zu rechtfertigenden Eingriff in die Gesellschaft nach sich zöge. Lindner lehne vor allem die Möglichkeit ab, dass sich Bürger, die nicht als Lobbyisten, Parteifunktionäre oder durch andere Formen der organisierten Kriminalität die Mittel zum Erwerb eines Automobils hätten, anders als zu Fuß bewegen dürften. Dies widerspreche der liberalen Idee einer freiheitlichen…“

„… die Risiken, die von Sicherheitsgurten ausgehen würden, noch nicht genau erforscht worden seien. Solange es möglich sei, nach der Verwendung eines Anschnallgurtes an Leberkrebs, einem Schlangenbiss oder Herzinfarkt zu sterben, dürfe die Medizin nicht leichtfertig raten, sich in einem Auto anzuschnallen und den…“

„… den Schiffsverkehr erheblich aufhalte, wenn überall Autobahnbrücken über die Wasserstraßen gebaut würden. Die Kosten für den Straßenbau dürften keinesfalls der Allgemeinheit aufgebürdet werden, die zum großen Teil gar keine Automobile besäßen und deshalb für eine Minderheit ihre…“

„… seit Generationen am Bau von Kraftwagen geforscht worden sei. Viele der Ingenieure, die den Verbrennungsmotor oder die Einzelradaufhängung entwickelt hätten, seien heute tot, was sicher nicht zufällig, sondern aus Gründen des…“

„… keinesfalls bei Regen zu fahren. Zahlreiche Scheibenwischerskeptiker wie Streeck seien davon überzeugt, dass staatlicher Scheibenwischerzwang der Grund für Unfälle auf regennasser Fahrbahn sei, wenn gleichzeitig überhöhte Geschwindigkeit und defekte Bremsen als zufällig eintretendes…“

„… es erst durch das Automobil zu einer Gefahr werde, sich alkoholisiert im Straßenverkehr zu bewegen. Kubicki lehne es daher kategorisch ab, Betrunkene schlechter zu stellen, da diese ebenso unveräußerliche Freiheitsrechte in der…“

„… die Energiesteuer nur dazu diene, Lücken im Staatshaushalt zu schließen. Dies dürfe nicht dazu führen, durch Propagierung des Autofahrens die freiheitsfeindliche Gestaltung eines…“

„… die Sicherheit des Straßenverkehrs in der öffentlichen Diskussion immer wieder bewusst falsch dargestellt werde. Wissing habe erneut darauf hingewiesen, dass weniger Flugzeuge abstürzen als Autos verunglücken würden, was durch eine stark verfälschte Balance in der Darstellung von…“

„… gerne im volltrunkenen Zustand mit überhöhter Geschwindigkeit durch eine Spielstraße fahre. Kubicki betrachte dies als Ausdruck seiner bürgerlichen Freiheit, die er als angesehenes…“

„… ein Tempolimit mit der Kutsche innerhalb weniger Sekunden umsetzbar sei, während dies für den Straßenverkehr seit Jahrzehnten nicht habe erreicht werden können. Die Liberalen würden die Popularisierung des Autos erst dann mit anderen Parteien betreiben, wenn neue Technologien für dies Problem…“

„… es statistisch erwiesen sei, dass in den letzten Jahren mehr Autofahrer als Reiter vor oder nach dem Auslösen eines Airbags verunfallt seien. Dies müsse sich zum Beispiel auch auf Leistungen der deutschen Versicherungswirtschaft auswirken, die nicht mit den Kosten für die…“

„… müssten Maßnahmen zur Eindämmung der Gefahren im Straßenverkehr verhältnismäßig sein und dürften nicht auf alle Bürger ausgedehnt werden. Die Beschränkung einer Fahrerlaubnis auf die Besserverdienenden könne beispielsweise durch die Anhebung der Verkaufspreise für Neuwagen unterstützt werden, wenn dies sozial abgefedert werde, indem Besserverdienende bis zu 300% der Kaufsumme durch eine Rückzahlung ihrer…“

„… nicht bestritten habe, dass er das Auto für nicht gesellschaftsfähig halte und es bei einer Regierungsbeteiligung der FDP verbieten wolle. Nichtsdestotrotz lehne Lindner jede Form eines Fahrverbots auch bei mehrmaligen schweren und vorsätzlichen Verstößen gegen die StVO generell ab und werde lieber nicht regieren, als sich gegen die Interessen der Leistungsträger im…“





Influenza

15 11 2021

„Und was würde Helene Fischer kosten?“ „Das ist gar nicht unsere Zielgruppe.“ „Wollten Sie lieber irgendwas Intellektuelles?“ „Bratwurst würde zur Not genügen.“ „Die ist ja im Vergleich zu Helene Fischer durchaus gehaltvoll.“ „Aber wie macht man eine Samstagabendshow mit einer Bratwurst?“

„Das Problem mit manchen Experten ist ja, dass sie so unbeliebt sind.“ „Das Problem mit denen ist, dass sie keine Experten sind.“ „Dafür sitzen sie aber ziemlich häufig in Talkshows.“ „Dann können wir das mit dem Fernsehen knicken.“ „Sie erreichen die Leute aber nicht anders.“ „Kino?“ „Da müssen Sie ja schon geimpft sein, um reinzukommen.“ „Test reicht doch.“ „Aber dann verlieren wie die, die sich nicht testen lassen wollen, damit sie sich weiter diskriminiert fühlen können.“ „Und so ein Film ist ja auch nicht mal eben gedreht.“ „Und dann muss man auch noch Eintritt zahlen.“ „Dann schon lieber ein Zeitungsbeitrag.“ „Bitte!?“ „Er liest Feuilleton.“ „Das ist bestimmt auch ansteckend.“ „Hähähä!“ „Das ist so 20. Jahrhundert.“ „Und die Zielgruppe, die verorten Sie dann in der Gegenwart?“ „Also bitte, so kommen wir nicht weiter!“ „Früher gab es Preisausschreiben.“ „Wollen Sie da Ihre Bratwurst verlosen?“ „Man könnte so ein Treffen mit einem Experten in einer Fernsehsendung, wo sich die…“ „Wir versuchen es lieber noch mal im Guten.“

„Vorabendserie?“ „Gibt es noch diesen Arzt?“ „Welchen jetzt genau?“ „Er meint den aus Berlin.“ „Nee, von der Berghütte.“ „Krankenhaus haben wir ja genug.“ „Ab sofort nur noch Intensivstation, da können wir dann direkt…“ „Wollen Sie die Leute unbedingt mit Angst triggern?“ „Außerdem wird da gar nicht geimpft.“ „Und die nächsten drei Staffeln von dem Zeugs sind schon abgedreht.“ „Ich dachte ja nur.“ „Krimis könnte man machen.“ „Da wird eine Impfpassfälscherhöhle ausgehoben?“ „Oder sie finden einen Container mit falschen Schnelltests.“ „Das stärkt natürlich das Vertrauen in die Impfung ungemein.“ „Meine Güte, was kann ich dafür, dass das deutsche Fernsehen so beschissen ist?“ „Dann kann man ja noch eine Doku-Soap drehen.“ „Wir begleiten Krankenpfleger eine Woche lang auf der Intensivstation.“ „Das will keiner sehen.“ „Dürfen wir überhaupt zeigen, wie Ungeimpfte abkratzen?“ „Nein, Schweigepflicht.“ „Und Datenschutz.“ „Da haben wir ja gerade noch mal Glück gehabt.“

„Fußballer?“ „Bitte nicht diese Diskussion!“ „Es kann doch nicht schaden, wenn wir einen in ein Fernsehformat integrieren.“ „Also ein ungeimpfter Mittelstürmer wird in der Krankenhausserie auf die Intensivstation geschickt und spielt sich selbst, wie er sich impfen lässt.“ „Das klingt schon bekloppt.“ „Hätte also einen hohen Identifizierungsfaktor bei Impfgegnern.“ „Das kriegen Sie bei den Beratern nie durch.“ „Im Fernsehen?“ „Von den Spielern.“ „Also ich weiß ja nicht.“ „Die Bilder müssen wir aushalten.“ „Vielleicht sollten wir mal bei denen fragen, wie sie die mediale Präsenz herstellen.“ „Die Fußballer?“ „Die Impfgegner.“

„Es gibt doch diese Leute im Internet.“ „Da gibt es Leute?“ „Sie wissen schon, die da was erzählen.“ „Die sind ja eher Teil des Problems, wenn Sie das meinen.“ „Ich meine die Videos, wo Klamotten und Handys verkauft werden.“ „Teleshopping?“ „Nicht ganz, die machen da nur Werbung.“ „Und dann holt man sich Influenza.“ „Igitt!“ „Sie sprechen das aber falsch aus.“ „Ich muss das ja auch nicht selbst machen.“ „Und das macht Helene Fischer?“ „Was haben Sie denn immer mit der, die kriegt gerade ein Kind.“ „Im Internet?“ „Solange nicht irgendeine Nachrichtentante da ihre Darmspiegelung sendet, kann ich damit leben.“ „Man müsste es natürlich in den richtigen sozialen Medien zeigen.“ „Haben wir denn einen, der sich damit auskennt.“ „In unserer Abteilung ist ein Veganer.“ „Die sind ja alle im Internet.“ „Solange er sich da nicht radikalisiert hat, ist das okay.“ „Der sollte nur besser nichts erzählen über Bratwurst.“ „Darüber würden sich aber alle sofort empören.“ „Stimmt, das schafft auch eine Menge Aufmerksamkeit.“

„Haben die nicht neulich irgendwo in der S-Bahn geimpft?“ „Der deutsche Personennahverkehr ist ein schwieriges Thema.“ „Ganz weggekriegt hat ihn die Regierung noch nicht.“ „Das macht die FDP in den nächsten Jahren.“ „Ich dachte, die Pandemie ist im nächsten März vorbei?“ „Mit dem Angriff von Lindner kommt das alles in Ordnung.“ „Dann können wir ja immer noch was mit Helene Fischer machen.“ „Wenn sie dann noch will.“ „Oder auf der Straße.“ „Viel zu gefährlich.“ „Stellen Sie sich mal vor, da erkältet sich einer, wenn er zum Impfen den Ärmel hochkrempelt.“ „Das würde sofort wieder ins Internet gehen.“ „Alternativ kann man doch in den Innenstädten jemanden hinstellen, der die Leute zum Impfen überredet.“ „Auf dem Land machen Sie dann gar nichts?“ „Da kommt dann einmal in der Woche der Impfbus.“ „Das klingt schon wieder innovativ, so dämlich ist das.“ „Impfen vor dem Supermarkt?“ „Dann kommt man ja gar nicht rein, weil der Impfschutz erst zwei Wochen später an zu wirken fängt.“ „Wenn man aus dem Supermarkt rauskommt, dann kriegt man…“ „Das heißt, die Leute dürfen weiter ungeimpft in den Supermarkt.“ „Jetzt kommen Sie den Impfgegnern doch nicht mit Logik, das hatten wir alles schon.“ „Das konnte ja keiner vorhersehen.“ „Haben wir denn überhaupt genug Impfdosen für die ganze Aktion?“ „Keine Ahnung.“ „Wir machen erstmal Werbung, vielleicht verbessert sich dann die Lage.“ „Das klingt nach einem Plan.“ „Ich sage doch, wir sollten alle viel positiver denken.“ „Dann halten wir das mal fest: Weihnachten kann kommen.“ „Gut, dass wir das im Griff haben – hier in Deutschland.“





Krise

9 11 2021

„Es ist im Grunde schon fünf nach Zwölf.“ „Das darf aber doch nicht heißen, dass wir die Hände in den Schoß legen und zuschauen.“ „Das Leben ist in Gefahr, das ganze gesellschaftliche Leben!“ „Vor allem die Mittelschicht, wir haben in den letzten Jahrzehnten so viel aufgebaut, dass uns…“ „Diese Krise wird uns alles nehmen!“ „Sie reden hier aber schon von Corona?“ „Ich dachte, wir besprechen die Lage der CDU?“

„Man darf jetzt nicht verallgemeinern.“ „Ich finde das auch.“ „Wir müssen auch mal die Krise im Dorf lassen.“ „Auf der anderen Seite erwarten die Menschen doch, dass wir eine Entscheidung treffen.“ „Wir sollten erst mal abwarten, ob wir alle notwendigen Fakten haben.“ „Außerdem sind die Folge ja nicht absehbar.“ „Die Wahl sollte von der Basis getroffen werden.“ „Was hat das mit dem Klima zu tun?“ „Mir ist das unheimlich.“ „Wissen Sie, ich bin so alt, ich erlebe das nicht mehr.“ „Das geht mir mit der Verjüngung der CDU genau so.“ „Aber die Langzeitwirkungen können wir ja noch nicht absehen.“ „Wenn wir den Falschen wählen, gibt es gar keine mehr.“ „Und das spaltet die Gesellschaft!“ „Bleiben Sie mal ruhig, wir müssen uns auf ein Thema konzentrieren.“ „Sie haben gut Reden!“ „Ich höre es jeden Tag im Wahlkreis, wenn wir die Pandemie nicht in den Griff kriegen, dann trauen uns die Leute den Klimawandel auch nicht mehr zu.“ „Wenn wir uns als CDU nicht erneuern, dann können wir bei allen anderen Sachen auch einpacken.“ „Also ich bekomme wenigstens mein Gehalt weiter, auch wenn…“ „Was?“ „Was?“

„So schlimm ist es gar nicht, wir müssen halt schauen, ob die neue Bundesregierung erfolgreicher ist als wir.“ „Und dann?“ „Boykottieren wäre eine Lösung.“ „Wir haben doch im Wahlkampf selbst angekündigt, dass wir mehr Klimaschutz für…“ „Was wir im Wahlkampf sagen und was wir in der Opposition machen, das muss noch lange nicht dasselbe sein.“ „Außerdem reden wir gerade über die Pandemie.“ „Sagen Sie das doch!“ „Ich dachte, er spricht schon wieder über den CDU-Vorsitz.“ „Das würde ich nicht als Krise ansehen.“ „Naja, das Klima ist auch eher eine Katastrophe.“ „Wir würden Sie es denn nennen, wenn Sie dreißig Jahre lange denken, es läuft doch alles gut, und plötzlich wachen Sie auf und stellen fest, dass Sie in der Scheiße sitzen?“ „So schlimm ist Corona nun auch wieder nicht.“ „Sie meinen Afghanistan, richtig?“

„Jetzt konzentrieren Sie sich bitte mal, wir müssen Prioritäten setzen.“ „Haben wir gemacht.“ „Unsere Wähler sind im Durchschnitt alte, weiße Männer, die die Verfassung hassen und alle Linken an die Wand stellen wolle, weil das im Grundgesetz so vorgesehen ist.“ „Davon kriegen wir das mit dem Klima auch nicht hin.“ „Die Demonstranten sind ja meist Frauen und Linke.“ „Dann sollte man denen mal ein paar Coronaleugner vorbeischicken, damit die sich infizieren und auf der Intensivstation landen.“ „Hähähä!“ „Das macht die Pandemie auch nicht erträglicher.“ „Es sind nur ein paar Wochen, dann haben diese Kommunisten aus der SPD den ganzen Kram an der Backe!“ „Dann berichten die Medien natürlich nur noch über den noch nicht abgeschlossenen Erneuerungsprozess in der CDU.“ „Wozu sollen wir uns erneuern?“ „Damit die Leute denken, dass die Krise vorbei ist.“

„Wir sollten uns auch darüber im Klaren sein, dass die Wirtschaft tief getroffen ist von den Folgen der Pandemie.“ „Gibt es diese Chips immer noch nicht?“ „Ich dachte eher an die Hyperinflation.“ „Das ist doch keine Hyperinflation!“ „Das haben die Sozialisten sauber hingekriegt!“ „Dass es keine Chips mehr gibt?“ „Kaum bricht in Deutschland der Stalinismus aus, übernehmen die Linken von der Vorgängerregierung eine Hyperinflation!“ „Das ist ein bisschen Teuerung, aber keine Krise.“ „Wenn in Deutschland die Löhne steigen, dann ist das eine Krise!“ „Malen Sie nicht den Teufel an die Wand!“ „Kann man das nicht wegignorieren wie das mit dem Klima?“ „Das ist menschengemacht, aber die Inflation hat keiner kommen sehen.“

„Und wenn wir einfach so weitermachen?“ „Die nächste Welle kommt bestimmt.“ „Das ist aber noch keine Lösung.“ „Naja, man könnte sich schon auf einer der nächsten Konferenzen für den wirksamen Schutz vor Treibhausgasen und…“ „Wir sprechen gerade über den Parteitag.“ „Stand da irgendwas anderes zur Debatte als ‚Weiter so‘?“ „Stimmt auch wieder.“ „Dann müssten wir das ja nicht unbedingt als Krise bezeichnen.“ „Erst wieder in vier Jahren.“ „Was ist in vier Jahren?“ „Nach der nächsten Wahl zum Bundestag.“ „Und?“ „Dann haben wir sicher ein noch beschisseneres Ergebnis, wir haben das bis zum Erbrechen durchgekaut, jeder hat über nichts anderes geredet, und alle sind kollektiv überrascht, dass wir komplett am Arsch sind.“ „Ach, das ist bei Corona gerade ähnlich.“ „So kann man das mit dem Klima aber nicht lösen.“ „Ich würde sagen, das Aussitzen dauert dann halt ein bisschen länger.“

„Was würde eigentlich passieren, wenn wir uns doch in einer Bundesregierung…“ „Nein!“ „Das meinen Sie doch nicht ernst?“ „Also Lösungen haben wir schon vorher nicht gehabt.“ „Dann wäre das jetzt auch nicht schlimmer, als hätten wir die Wahl gewonnen.“ „Wir müssen bloß nicht den Kanzler stellen.“ „Das wäre doch die Lösung!“ „Ich könnte dem etwas abgewinnen.“ „Super!“ „Das ist für die Grünen interessant.“ „Rufen Sie an oder soll ich?“ „Weg mit der Krise!“ „Bis auf die CSU.“ „Wieso?“ „Haben Sie mal überlegt, was passiert, wenn Söder weiter an allem herummeckert, obwohl wir an der Regierung sind?“ „Das nennen Sie Krise?“ „Also wenn Sie das Klima meinen…“





Grüne Welle

8 11 2021

„… nicht von Spannungen die Rede sei. Die Grünen würden den Erfolg der Verhandlungen nicht von Einzelthemen abhängig machen, sondern sich auf eine gemeinsame Linie mit den anderen Partnern einigen, um die Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der…“

„… erste Kritik bereits aufgekommen sei, als das Tempolimit zur Debatte gestanden habe. Habeck verweise in diesem Zusammenhang auf die öffentliche Wahrnehmung, die die Liberalen im Verlauf der weiteren Gespräche sicher zu einem viel zukunftsbewussteren Vorgehen im…“

„… einen verlässlichen Kurs an der Seite von Scholz erwarten könne. Es sei in der aktuellen Lage zu erwarten, dass die SPD keine Steuererhöhungen einplanen würden, weshalb sich auch die Grünen für ein Beibehalten der derzeitigen…“

„… irgendwo mit den Entlastungen ansetzen müsse. Schon in der letzten Regierungsbeteiligung unter einem sozialdemokratischen Kanzler habe man sich für rigide Kürzungen im Sozialhaushalt ausgesprochen, um die Modernisierungen am Arbeitsmarkt mittragen zu können. Ob eine als Bürgergeld geplante Neuauflage der Hartz-Gesetze größere oder nur dieselben Schäden anrichte, sei allerdings nur im weiteren Versuch zu eruieren, weshalb diese zweite…“

„… viel für den Umweltschutz tun wolle. So sei ein Tempolimit nicht automatisch schlecht für den deutschen Wald, da es die Abgase bei zu geringer Geschwindigkeit nicht ausreichend schnell in der Umgebungsluft verdünne, was für die Belastung in Stadt und Land eine mangelhafte…“

„… werde es in Hessen bis 2025 drei neue Krötentunnel geben. Das Projekt stehe zwar noch unter Finanzierungsvorbehalt, könne aber für den Artenschutz Maßstäbe setzen und einen neuen…“

„… Inlandsflüge nur da zu verbieten, wo sich eine signifikante Zahl an Anwohnern durch die Umwelteinflüsse in ihrer gewohnten Lebensqualität beeinträchtigt sähen. Das Image der Grünen als Verbotspartei dürfe sich nicht negativ auf den Mallorca-Tourismus und die familiären…“

„… den Autobahnbau nicht generell ablehne, da es in Deutschland viele Autos gebe, die für die Aufrechterhaltung der Binnenwirtschaft notwendig seien. Hofreiter wolle durch eine moderate Politik die erwartbaren Umweltschäden auf mehr als eine Legislaturperiode strecken, so dass die Wähler weiterhin einen Grund hätten, die Grünen als Partei der intelligenten Mobilität zu…“

„… eine Erschwernis der Flächenerschließung am Rand von Großstädten nie Maximalforderung der Partei gewesen. Baerbock habe dies als eine vernünftige Strategie gegen Zersiedelung und stetig anwachsende Versiegelung natürlicher Gebiete gesehen, wolle es aber nicht in einer Verhandlung gegen den Koalitionspartner einsetzen, der auf der anderen Seite strikt gegen eine Abschaffung von Subventionen für Besserverdiener und…“

„… hätte Habeck mit der Zerschlagung der Deutschen Bahn AG auch eigene Akzente setzen dürfen. Der Vorschlag komme zwar aus der FDP und sei nicht ausreichend argumentativ begründet worden, man könne sich dadurch aber ein eigenes Profil gegenüber den Wählern einer…“

„… noch keiner beurteilen könne, wer sich für das Finanzressort besser eigne. Die Bündnisgrünen hätten sich jedoch darauf verständigt, in einem Koalitionsvertrag die Frage nicht ohne die Stimme der SPD zu verhandeln, die andererseits auch das Gleichgewicht der jeweiligen…“

„… den Kohleausstieg immer noch vor China und Russland vollziehen könne, wenn sich die internationalen Abkommen inzwischen nicht mehr auf einen festen Termin einigen würden, um die Aktionäre zu befriedigen. Habeck sehe in der Kooperation mit ausländischen Investoren, die die erneuerbaren Energieformen in anderen Ländern zwischenzeitlich komplett abschaffen würden, als finanzielle Sicherung für die Renten und das…“

„… die Straßenverkehrsversorgung nur dann qualitativ gleich bleibe, wenn zu zusätzlichen Rad- und Fußwegen auch Fahrbahnen angelegt würden. Aus organisatorischen Gründen werde Hofreiter den mehrspurigen Ausbau von Bundesautobahnen, der durch die letzten Regierungen angestoßen worden sei, zur Steigerung der Wirtschaftsleistung im Bausektor und zur Konsolidierung der…“

„… mehrere Privatflughäfen umweltgerechter werden müssten. Künast sei für ein Verbot von Segelfliegerei an Sonn- und Feiertagen, um die Lärmschutzverordnung durch die…“

„… die Grünen langfristig denken würden, um ihre Beteiligung an kommenden SPD-geführten Koalitionen zu sichern. Das zu schnelle Erreichen des 1,5-Grad-Ziels sei eine Gefahr für die Bindung an konservative Milieus, die sich sonst wieder mit einem Verbotsnarrativ an die…“

„… habe sich die Partei für ein steuerlich absetzbares Hotelfrühstück ausgesprochen, da die bisherigen Geschenke an Besserverdienende nicht ausreichen würden, um die Grünen bei der nächsten Bundestagswahl als liberale Alternative für die einkommensstarken Wähler im…“

„… die notwendigen Reformen in Deutschland künftig mit gedrosseltem Tempo durchführen werde. Dies sei als Handschrift der Grünen eine wesentliche Wende in der politischen…“

„… habe Lindner sich sehr zufrieden über den Fortschritt der Koalitionsverhandlungen geäußert. Er werde gegebenenfalls die Wahl von Scholz zum Bundeskanzler verhindern, da die Abschaffung der Erbschaftssteuer für die FDP eine unabdingbare…“





Hockordnung

4 11 2021

„… es ablehnen würden, weiterhin neben den Abgeordneten der Alternative für Deutschland zu sitzen. Die FDP werde in dieser Legislatur ihre Positionierung in der Mitte auch durch den Ort ihrer Sitze im…“

„… für ein politisches Manöver halte, um sich in der Ampelkoalition beliebt zu machen. Indem die Liberalen die Unionsparteien als natürliche Verbündete gegen Linksextremisten wie die SPD an den Rand drängen würden, ergebe sich eine starke Verzerrung des gesellschaftlich gewollten…“

„… durchaus verstehen könne, dass die Nähe zu den rechten Krawallmachern die Parlamentsarbeit erheblich zu stören geeignet sei. Lindner habe die Äußerung der Linken allerdings als unerwünschte Einmischung in die inneren Angelegenheiten seiner Partei zurückgewiesen und nochmals betont, dass es ihm nur um eine sachorientierte…“

„… keine Angst haben müsse, wenn man der AfD inhaltlich etwas entgegensetzen könne. Söder werde die Unionsfraktionen nicht zu einer direkten Nachbarschaft zwingen, stelle aber in den Raum, ob es unter diesen Vorzeichen nicht klüger wäre, als CSU eine eigene Fraktion zu stellen, die sich in einer künftigen Bundesregierung als treibende…“

„… habe sich Gauland enttäuscht geäußert, da ihn eine persönliche Freundschaft mit dem FDP-Vorsitzenden verbinde. Darüber hinaus teile er dessen Ressentiments gegen Ausländer und Arme, die ihre Neigung zu einem wirtschaftlich starken deutschen…“

„… sei der Vorschlag von Söder durchaus als diskussionswürdig zu betrachten. Brinkhaus werde dem allerdings nur zustimmen, wenn sich die CSU-Abgeordneten neben die parlamentarischen Nazis setzen würden, während die Christdemokraten auf ihren Plätzen neben dem…“

„… in der AfD selbst für Diskussionen gesorgt habe. Weidel sei es nicht wichtig, wie weit sich die Systemparteien von der rechtmäßigen Führung des deutschen Volkes entfernen würden, solange sie keinen Anspruch auf die Regierung des…“

„… dass gemäßigte Kräfte in der Union von einem schädlichen Einfluss auf demokratische Abgeordnete ausgingen. Die AfD müsse durch eine Plexiglaswand von den übrigen Parlamentariern getrennt werden, falls dies die Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages als…“

„… habe CSU-Landesgruppenchef Dobrindt klargestellt, dass die Sitzordnung sich nach der extremen Gestaltung einer Ideologie richte, was dank der turbokapitalistischen Gesinnung der FDP deren Platzierung auch deutlich rechtfertige, da sie sich nicht mehr in der Mitte der…“

„… lehne Gauland eine Plastikmauer im Plenarsaal ab. Überdies sei dies auch die Meinung vieler Abgeordneter aus CDU, CSU und FDP, mit denen er sich privat über die informelle Bildung einer…“

„… auch innerhalb der Freidemokraten für eine Diskussion sorge. Die inhaltliche Nähe der beiden Freiheitsparteien dürfe nicht durch überkommene Kategorisierung torpediert werden, die auf Dauer die Gestaltung der politischen Prozesse für das Volk verhindere. Kemmerich erinnere an großartige…“

„… den Deutschen Philologenverband zu der Sache gehört habe. Die Pädagogenvereinigung habe sich dafür ausgesprochen, die beiden Parteien für eine gewisse Zeit oder dauerhaft auseinander zu setzen, wenn negative Einflüsse von Interaktionen zwischen ihnen ausgehen würden. Mit einem erzieherischen Einzelgespräch stelle man sicher, dass sich die Differenzen der Akteure auf eine sich differenziert entwickelnde…“

„… das Verfahren schnellstmöglich abschließen solle. Bas habe an die Parlamentsdisziplin appelliert und weise nochmals darauf hin, dass es sich hier um eine Hock-, nicht um eine Hackordnung im…“

„… sehe Brinkhaus in der Offensive der FDP auch einen Machtanspruch, als künftige Partei der Bundesregierung die Verhältnisse im Bundestag nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Dies stehe als einzig legitimer Regierungskraft natürlich nur der Union zu, die ihr Gewicht hier schon in eine…“

„… einen Appell an die Kollegen gerichtet habe. Die FDP hätte ähnlich wenige weibliche Mitglieder, was für die AfD einen Bekenntnis zur Männlichkeit gleichkomme, wie der Volksgenosse Höcke sie in seinem Bekenntnis zur rassereinen…“

„… mache Merz für die Entwicklung Merkel verantwortlich, die die CDU aus der Mitte in die linke Ecke rechts neben der stalinistischen SPD bewegt habe. Er plädiere für eine Konfrontation mit der AfD, die er durch Übernahme ihrer politischen Positionen innerhalb von vier Jahren total…“

„… verneine Weidel die Anfrage, sich als guter Nachbar der FDP trotz der Opposition für eine Reihe von verfassungsändernden Mehrheiten mit den Liberalen auf ein Votum zu einigen. Es sei auf der anderen Seite nicht auszuschließen, dass in Hinblick auf eine politische Zukunft die Anfragen der Christsozialen einer genauen Beurteilung in…“

„… es Grünen und SPD obliege, wie sie das Anliegen der FDP während der Verhandlungen zur Ampelkoalition nutze. Möglich sei die abgestimmte Taktik, in der man den Liberalen einen gemeinsam erarbeiteten Forderungskatalog vorlegen werde, um die Positionen zu Finanzierung und Klimaschutz nochmals zu überdenken, oder spezifische Themen, bei denen sich die Parlamentssitze als einzelne Verhandlungsmasse für eine zukünftige…“

„… der Ausgrenzung einer demokratisch gewählten Partei nicht zustimmen werde. Lindner denke nicht nur, aber auch an die FDP, wenn er…“





Ausgeglichener Haushalt

3 11 2021

„Aber keine Steuererhöhungen!“ „Und wie sollen wir das sonst finanzieren?“ „Indem wir die Steuern nicht erhöhen.“ „Das ist keine Finanzierung.“ „Aber auch keine Steuererhöhung.“

„Ich glaube nicht, dass wir auf diese Weise eine Regierung…“ „Sehr gut, dann gibt es nämlich keine Steuererhöhung.“ „Moment mal, einer von uns ist nicht zwingend Teil einer Regierungskoalition.“ „Ich weiß, aber ich habe versprochen, dass es keine Steuererhöhungen geben wird.“ „Man kann nicht immer alle Versprechen halten.“ „Ich weiß, zum Beispiel Ihr Versprechen, dass es Steuererhöhungen geben wird.“ „Können Sie eigentlich auch noch an irgendetwas anderes denken?“ „Höchstens an Steuersenkungen für Besserverdienende.“

„Ich sehe schon, wir müssen das Thema von der anderen Seite angehen.“ „Machen Sie das, ich will nur keine Steuererhöhungen.“ „Wir brauchen auf jeden Fall Investitionen für den Mittelstand.“ „Das sehe ich auch so, die schaffen Mehreinnahmen, die uns zu Steuersenkungen…“ „Das Geld muss doch erst mal verdient werden!“ „Eben, und wie wollen Sie den Mittelstand dazu bringen, höhere Steuern zu zahlen von Geld, das er noch nicht einmal hat?“ „Woher nehmen Sie denn dann das Geld für die Investitionen?“ „Man könnte zum Beispiel in den weniger wichtigen Bereichen viele Subventionen abbauen, dann sind da auch wieder freie Mittel für Steuersenkungen.“ „Nennen Sie mir mal einen der weniger wichtigen Bereiche.“ „Ich weiß nicht, da müssten wir mal sehen, wo zu viele Steuern gezahlt werden.“ „Also Sie wissen es nicht.“ „Ich muss mich damit nicht beschäftigen, das muss ich erst, wenn ich Finanzminister bin.“ „Ist das der einzige Grund, warum Sie Finanzminister werden wollen?“ „Natürlich nicht, ich will ja auch Steuererhöhungen verhindern.“

„Dann würde ich zunächst mal unsinnige Dinge wie das Dienstwagenprivileg abschaffen.“ „Das ist nichts anderes als eine Steuererhöhung.“ „Und zwar eine Zahlung von denen, die es sich eh leisten können.“ „Sie wollen alle mit Steuererhöhungen bestrafen, die es sich leisten können, Steuern zu zahlen!“ „Wenn man keine Steuern zahlt, kann man auch schlecht eine Steuererhöhung bekommen.“ „Deshalb müssen wir ja auch Steuern senken, damit es keine Steuern mehr gibt!“ „Und wenn die Bürger keine Steuern mehr zahlen, wo wollen Sie dann Steuern senken?“ „Keine Ahnung, noch bin ich ja auch nicht Finanzminister.“

„Wenn Sie keine Schulden machen wollen…“ „Wir werden mit Sicherheit die Steuersenkungen nicht durch Schulden finanzieren.“ „Wer hat denn hier von Steuersenkungen gesprochen?“ „Wenn wir auf Steuererhöhungen verzichten, dann darf das nicht zu Schulden führen.“ „Und wie finanzieren wir dann die bisher aufgeschobenen Reformen?“ „Wir könnten auf Wachstum hoffen, das aus den Steuersenkungen entsteht.“ „Das heißt, so genau wissen Sie es auch nicht.“ „Wenn wir die Steuern senken, ist Wachstum nicht ausgeschlossen.“ „Wenn man den Vermögenden mehr Kapital lässt, dann investieren sie es nicht, sondern legen es an.“ „Ich habe ja nicht gesagt, wo das Wachstum aus den Steuersenkungen entstehen soll.“ „Jedenfalls steht es so nicht mehr für Investitionen zur Verfügung.“ „Sie wollen also nur die Steuern nicht senken, weil Sie nicht hundertprozentig sicher sind, ob sich dann Wachstum entwickelt?“ „Haben Sie einen anderen Vorschlag?“ „Wenn wir technologieoffen sind, dann haben wir noch genug Luft für Steuersenkungen.“ „Was bedeutet das?“ „Wir senken die Steuern, dann können sich die Investoren aussuchen, in welche Technologie sie investieren.“

„Gut, ich fasse zusammen: wir senken Steuern, dann haben ein paar Kapitaleigner noch mehr Geld und legen es in Technologieaktien an.“ „Ich weiß nicht, ob das hundertprozentig so funktioniert, aber solange wir damit Steuern senken können, bin ich da ganz Ihrer Meinung.“ „Damit werden wir keines der aktuellen Probleme lösen.“ „Das ist gut, das heißt, dass wir durch Steuersenkungen auch keine neuen Probleme schaffen.“ „Bis auf den Zwang zu neuen Schulden.“ „Dann müssen wir natürlich die Steuern noch mehr senken, weil wir sonst nicht das Wachstum haben, um die Schulden auszugleichen.“ „Aus der einen Tasche raus, rein in die andere.“ „Ich werde das als Finanzminister sicherlich prüfen, ob wir mit dem Modell Steuern senken können.“

„Wir haben uns noch gar nicht über Klima und den Sozialhaushalt unterhalten.“ „Das können wir uns alles leisten durch die neuen Technologien, die wir mit Steuersenkungen finanzieren.“ „Bis jetzt sind nur schnellere Genehmigungsverfahren von Ihnen genannt worden.“ „Das spart Zeit, wodurch wir auch viele Steuergelder sparen, die wir dann als Steuersenkung direkt an den Mittelstand…“ „Sie wollen also im Sozialbereich schnellere Verfahren durchsetzen?“ „Erstmal nur bei Steuersenkungen, wir können ja kein Geld ausgeben, das wir nicht haben.“ „In anderen Worten, es wird Einsparungen im Sozialhaushalt geben.“ „Irgendwie muss man die Steuersenkungen ja gegenfinanzieren.“ „Das haben Sie ja erstaunlich gut kapiert.“ „Sie sehen, ich werde als Finanzminister eine hervorragende Ausgangsposition schaffen, damit wir die Reformen der kommenden Jahre im Blick behalten.“ „Lassen Sie mich raten: Steuersenkungen?“ „Wir wollen es nicht übertreiben, für den Anfang müssen wir jede Steuererhöhung vermeiden.“ „Und was machen wir im Sozialhaushalt?“ „Ich habe mir mal angesehen, was diese Arbeitslosen und Sozialfälle alles hinten und vorne reingesteckt bekommen – das kann man doch alles besteuern, oder etwa nicht?“





Bundesvizekanzleramt

1 11 2021

„Eine ganz normale Telefonanlage, Herr Scholz. Da ist der Knopf für die Gegensprechverbindung, Sie können auch von hier aus die Türen öffnen, und da sind die hundert wichtigsten Geheimnummern im Kurzwahlspeicher. Hat Ihnen Frau Merkel schon gezeigt? Dachte ich mir.

Also wir haben kein Problem damit, dass Sie als zukünftiger Bundeskanzler hier schon mal die Räumlichkeiten inspizieren. Frau Merkel ist ja bis zum Schluss geschäftsführend im Amt und hat noch jede Menge zu tun, aber offensichtlich hat sie schon einige Informationen an Sie weitergegeben. Sie sind ja offiziell heute auch als Finanzminister hier im Bundeskanzleramt, da wir erst im Laufe der Woche die Umbenennung in Bundesvizekanzleramt als provisorische Regierungsbehörde durchhaben. Herr Söder hat sich so sehr dafür ausgesprochen, dass das reibungslos über die Bühne geht, wir konnten also damit rechen, dass er das intern torpediert.

Der Posteingang ist momentan ein bisschen viel, die FDP schickt alle paar Stunden ein Fax, weil sie verlangt, dass Herr Lindner als offizielles Mitglied der nächsten Regierung auch zu allen Terminen der geschäftsführenden Bundeskanzlerin mitgenommen wird. Er war Spitzenkandidat, seine Partei ist nicht auf dem letzten Platz gelandet, also meint er, dass er für den Fall einer Minderheitenregierung mit der Union rein theoretisch noch Bundeskanzler werden könnte, weil er ja als einziger immer alles besser weiß, dass er alles besser kann. Wir ignorieren das, falls er Sie während der Koalitionsverhandlungen darauf ansprechen sollte, Sie wissen von nichts. Frau Merkel schmeißt das ungelesen in den Müll.

Da hinten ist die Teeküche, wir haben eine neue Mikrowelle angeschafft, falls es doch mal später wird, und hier ist der Kühlschrank. Nein, andere Seite. Das sind die beiden Getränkeschränke. Wir haben immer eine gewisse Auswahl guter Weine in angemessener Temperatur vorrätig, da Frau Merkel einen guten Tropfen durchaus zu schätzen weiß. Für Sie sicher keine Umgewöhnung, sie mag Rote. Das ist schon ein bisschen länger da. Am Anfang hatten wir noch Aktenordner mit Aufklebern wie ‚Diverse Dokumente‘ oder ‚Notfälle‘, die kamen teilweise noch aus der Ära Kohl, und Herr Schröder hatte in dem einen immer einen vernünftigen Bordeaux und eine Zigarre griffbereit. Frau Merkel hat das dann beibehalten, bis Leute wie Herr Scheuer, Herr Seehofer und Herr Spahn gleichzeitig im Kabinett saßen. Das kriegen Sie mit einer Flasche nicht weg.

Das wird noch ausgebessert, der Maler kommt nächste Woche. Es sind nur ein paar Schrammen im Anstrich, aber da ist noch Metallabrieb drin vom Rollstuhl. Herr Schäuble wollte das Amt nicht ohne Kampf aufgeben. Wir dachten zuerst, er hätte hier noch Teile seiner Altersvorsorge hinter der Tapete versteckt, aber er hat sich einfach nur am Geländer angekettet. Frau Merkel hat dann den Hausmeister angerufen, der hat ihr den Bolzenschneider aus dem Keller geholt, und sie hat selbst eine gemeinsame Lösung gefunden. Sie hat so eine pragmatische Art, die wir alle noch sehr vermissen werden. Aber Sie werden hier natürlich eigene Akzente setzen.

Hiermit müssen Sie vorsichtig sein, Frau Merkel hat das täglich benutzt. Die Dosierung steht auf der Dose, es wirkt ganz hervorragend. Ja, direkt aus der Weltraumforschung, das beste Imprägnierungsspray der Welt. Teflon ist nichts dagegen. Sie können mit dem Zeug machen, was Sie wollen, an Ihnen bleibt nichts hängen, gar nichts. Frau Merkel war von dem Zeug begeistert. Sie haben selbst so etwas? Das ist bekannt, Herr Scholz. Das ist bekannt.

Noch mal ein kleiner Tipp: melden Sie sich bloß nicht mit Namen am Telefon. Am Ende rutscht Ihnen dabei ‚Finanzminister‘ raus. Machen Sie das nie, das kann zu schweren Verwicklungen führen, es sei denn, Sie wollen Herrn Lindner ärgern. Dann machen Sie es natürlich extra, Sie sind dann ja der Bundeskanzler. Andererseits, jetzt kann er gar nicht mehr zurück, sonst wird er als welcher Minister auch immer bei jeder Auslandsreise mit Schlag in den Nacken begrüßt. Ich kann mir nicht helfen, aber das hat Frau Merkel bestimmt mit einkalkuliert. Wäre ihr jedenfalls zuzutrauen.

Die Sicherheitsmaßnahmen für den G20-Gipfel wurden in diesem Zusammenhang übrigens noch einmal extra verstärkt, damit es nicht plötzlich zu unvorhergesehenen Zwischenfällen kommt. Die vorhersehbaren Zwischenfälle bei solchen Gipfeln kennen Sie ja bereits, und Frau Merkel war der Ansicht, dass Sie das gerne alleine regeln. Für den Fall einer erfolgreichen Wahl möchte sie Sie auch nochmals daran erinnern, dass Sie dann einen Innenminister haben. Das waren in letzter Zeit nicht unbedingt die besten Kräfte, aber Sie wissen ja, wie schwierig man gutes Personal bekommt. Schauen Sie nach Hamburg.

Wir schätzen das als Signal der Kontinuität, das hat es vorher nicht oft gegeben. Wer sich da sonst aus der Union angeboten hätte, entzieht sich unserer Kenntnis. Herr Söder vermutlich nicht. Der hätte sich wahrscheinlich auch nicht das Kanzleramt von innen angeguckt, sondern Frau Merkel durch die Bayerische Staatskanzlei geführt. Wenn ansonsten Probleme auftauchen sollten, wir haben jederzeit ein offenes Ohr für Sie. Das Vertrauen, das Frau Merkel in Sie setzt, werden wir auch haben. Eine sozialdemokratische Kanzlerin, die die Fortsetzung ihrer Umverteilungspolitik für eine finanziell bessergestellte, strukturkonservative Schicht von Fortschrittsverweigerern mit pseudoemotionalem Gelaber in eine Weiter-so-Zukunft, in Altersarmut und Klimakatastrophe führt – Herr Scholz, wem sollte sie da mehr vertrauen als Ihnen?“