Vom Fach

9 12 2021

„Und jetzt wird alles anders?“ „Nicht alles, aber…“ „Hurra!“ „Worauf bezog sich das jetzt?“ „Er war zufrieden, dass alles anders wird.“ „Nein, wird es ja eben nicht!“ „Das ist doch auch klasse!“ „Mir ist das gerade völlig egal, wir haben Lauterbach!“

„Natürlich ist das erst mal schön, aber Politik besteht nicht nur aus Pandemie.“ „Okay, wer sagt’s ihm?“ „Was?“ „Was!?“ „Zumindest wird uns diese noch ein paar Jahre begleiten.“ „Wozu haben wir dann einen Gesundheitsminister, der vom Fach ist?“ „Die Leute wollten das halt so.“ „Das ist natürlich ein Argument.“ „Allerdings.“ „Und der wird jetzt alle Fehler ausbügeln, die bisher gemacht worden sind?“ „Das kann aktuell noch niemand sagen.“ „Ich würde sagen, Lauterbach hat sich in den Krankenhäusern nicht so unbeliebt gemacht wie sein Amtsvorgänger.“ „Sie meinen in denen, die er übriggelassen hat.“ „Wie?“ „Naja, er hat eben nur die nicht geschlossen, deren Gewinne hoch genug waren.“ „Das war ja früher.“ „Das würde er heute nie mehr tun.“ „Wo wir doch die Intensivbetten so nötig haben.“ „Wir haben genug Intensivbetten.“ „Aber nicht genug Personal.“ „Das trifft sich gut, Lauterbach hat den Stellenabbau im Medizinbereich ja schließlich über einen längeren Zeitraum in Gang gesetzt und kompetent begleitet.“ „Sie sagen das so, als sei das ungewöhnlich?“ „Der Mann soll ja kein Sozialminister werden.“ „Moment, er ist derjenige, der für den Stellenabbau verantwortlich war?“ „Wenn er so viele Stellen abgebaut hat, musste er ja irgendwann Krankenhäuser schließen, weil man ohne das Personal keine Krankenhäuser betreiben kann.“ „Ich dachte immer, er hat die Stellen nur abgebaut, weil es die Krankenhäuser nicht mehr gab.“ „Auf jeden Fall konsequenten Handeln, und nur darauf kommt es doch an in Krisenzeiten.“

„Immerhin gibt es unter Lauterbach jetzt keine Kürzungen.“ „Natürlich nicht, wer soll denn sonst die Aktionäre bezahlen?“ „Es ging doch aber um Leistungen, die nicht gekürzt werden sollen.“ „Das ist korrekt, die werden dann eben nur von noch weniger Personal erbracht.“ „Und dann mit weniger Personalkosten an die Krankenhausträger oder die Aktionäre bezahlt.“ „Das heißt, er wollte eigentlich nur die Aktionäre beruhigen?“ „Richtig.“ „Verstehe, dann heißt das im Klartext: ‚Das Pflegepack in den Kliniken darf sich bei sinkendem Personalschlüssel gerne noch ein bisschen schneller die Finger wund arbeiten, damit ein paar gierige Arschlöcher nicht so lange auf ihren Drittporsche warten müssen.‘“ „Raten Sie mal, warum die FDP so zufrieden aussieht.“ „Die lässt lieber für sich arbeiten.“

„Und die Fallpauschalen machen das System so richtig rentabel für die Eigner.“ „Daher ja auch die große Bereitschaft, Klinikkonzerne in privater Hand durch Aktienkäufe zu stabilisieren.“ „Endlich mal ein Minister, der auch an die Wirtschaft denkt!“ „Das hat es ja vorher gar nicht gegeben.“ „Was?“ „Was!?“ „Solange der Lauterbach sich nicht selbst mit Klinikaktien eingedeckt hat, ist das doch okay.“ „Spahn hätte sich vermutlich eine eigene Klinik gebaut.“ „Bauen lassen.“ „Oder so.“ „Sie müssen doch sagen, da kommen wir mit dem Minister noch ziemlich gut weg.“

„Warum hat er eigentlich damals für Sanktionen gegen Erwerbslose gestimmt?“ „Aus Loyalität.“ „Mit den Erwerbslosen?“ „Mit seiner Partei.“ „War klar.“ „Wie gesagt, er ist nicht der Sozialminister.“ „Dann ist ja auch klar, warum er bis heute gegen die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung in Arbeitsverträgen ist.“ „So kann man immerhin das Personal, das nach einer Klinikschließung nicht mehr benötigt wird, schneller an die frische Luft setzen.“ „Also da sehe ich schon eine neue Ära auf uns zukommen.“ „Sie meinen, Lauterbach schließt eine Klinik nach der anderen, um die Pflegekräfte entlassen zu können?“ „Und mit den freigesetzten Pflegern kann er dann sofort den Fachkräftemangel beheben.“ „Genial!“ „Was?“ „Was!?“

„Auf der anderen Seite hat er ja immer wieder betont, dass Pandemie nur global gedacht werden kann.“ „Ist ja auch ganz richtig so.“ „Und dann hat er sich gegen die Freigabe der Impfstoffpatente ausgesprochen.“ „Denken Sie doch mal weiter: wir können uns doch in den Entwicklungsländern nicht unnötig beliebt machen, sonst kommen die alle zum Impfen.“ „Ich dachte, die kommen nicht, wenn sie sich in ihren Heimatländern…“ „Ist ja auch egal.“ „Also das interessiert mich jetzt aber!“ „Er war auch gegen die Aufnahme von Flüchtlingen aus Moria.“ „Weil wir nur für uns selbst genug Impfdosen hatten, nehme ich mal an.“ „Das klingt logisch.“ „Auf der anderen Seite war er damals ja gar nicht verantwortlich.“ „Er denkt eben immer zuerst an Deutschland.“ „Für einen Minister ist das schon ziemlich abgefahren.“ „In der SPD geht das gerade noch so durch.“ „Mal sehen, wie lange der Kanzler das zulässt.“

„Also bei aller Liebe, aber das fällt doch hier ein bisschen mager aus.“ „Was?“ „Was!?“ „Sie wollen doch nicht behaupten, Scholz hätte ihn nur ins Amt geholt damit er seine Resterampe vor dem geistigen Blackout bewahrt?“ „Er ist schließlich der einzige Arzt, der sich mit Pandemie auskennt.“ „Zumindest in der SPD.“ „Was Minister angeht.“ „Und er könnte ja vielleicht aus Fehlern lernen.“ „Müssen ja nicht seine eigenen sein.“ „Ich denke jedenfalls nicht, dass er sich an miesen Masken eine goldene Nase verdient.“ „Also irgendwas wird doch an Lauterbach dran sein, dass man ihm die Aufgabe zutraut.“ „Damals auf dem Höhepunkt hat er gegen jede Vernunft die Bundesliga wieder aufgemacht.“ „Was?“ „Was!?“ „Sehen Sie, wusste ich es doch – der Mann denkt nur an Deutschland!“





Pflichtbewusstsein

7 12 2021

„Selbstverständlich sehen die keine Eile bei der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. Wäre ich das kompetenzfreie Arschloch, das von meiner Partei als nächster Justizminister aufgestellt wird, ich würde auch lieber den asozialen Dreckrand unter meinen Wählern verzärteln, als den Eindruck zu erwecken, ich sei intellektuell einem Staatsamt gewachsen. Aber zum Glück organisiere ich das hier, und nicht er.

Noch reden wir hier ja nicht von staatlichen Zwangsmaßnahmen, obwohl auch die durchaus im Rahmen der Verhältnismäßigkeit sein können. Sie müssen nur gegen die Abgabenordnung verstoßen, ein Zwangsgeld nicht zahlen und sich auch einer Vollstreckung verweigern, zack! Haftstrafe. Dieser böse Staat, der ständig seine Bürger terrorisiert, nur weil die gegen geltendes Recht verstoßen. Damit wir uns nicht falsch verstehen, wenn man seine Buskarte nicht bezahlen kann und zum Arzt fährt, wegen Beförderungserschleichung angezeigt wird und die Geldstrafe nicht bezahlen kann, dann sitzt man selbstverständlich zu Recht im Knast, auch wenn das für die Allgemeinheit wesentlich teurer wird, als das Bußgeld zu erlassen. Wenn Sie vom Staat etwas wollen, dann darf der sich natürlich zur Wehr setzen. Es sei denn, Sie sind Geschäftsführer eines Unternehmens, das staatliche Hilfen braucht, um die Boni seiner Vorstände zu verdoppeln. Das nennt sich dann mitfühlender Liberalismus.

Aber sonst machen wir das auf dem üblichen Verwaltungsweg. Erstmal müssen wir uns bis März darüber zanken, ob so eine Impfpflicht nicht gegen die Verfassung verstößt – da sind wir ganz auf der Seite der Bürger – und dann steht der Datenschutz im Raum. Wir müssen da besonders gründlich und überlegt vorgehen, damit wir unser Ziel erreichen: einen Grund finden, warum wir die Gesetze nicht einseitig für die Interessen des Staates auslegen, wie wir das sonst auch immer tun, um präventiven Schrott wie die Vorratsdatenspeicherung oder die Klarnamenspflicht im Netz gegen jeden Sinn und Verstand durchzuprügeln. Die Experten haben wir schon, wir müssen nur noch jemanden finden, der es ihnen komplex genug erklärt, damit man mit der Antwort hinterher auch nichts anfangen kann.

Diese Impfung ist an sich ist ja auch nicht so teuer, die kann man den Verweigerern dann gerne in Rechnung stellen. Wenn man sich überlegt, wofür die Leute alles Geld ausgeben, dann sind die paar Kröten sicher nicht erheblich. Dazu sollte eine öffentliche Debatte stattfinden, dass die Kosten der maschinellen Beatmung im Überlebensfall den Patienten in Rechnung gestellt werden, die ohne Impfung eingeliefert wurden. Auch da gibt es ja vorsätzliche Falschaussagen. Sonst könnten die Krankenkassen den Impfstatus registrieren und die Beiträge anpassen. Das wirkt zuverlässig.

Als günstigen Nebeneffekt werden wir nebenbei natürlich auch sämtliche Impfzertifikate unter die Lupe nehmen. So schnell kommen wir nie wieder an gut eine Million gefälschte Urkunden, und dann wäre hier auch strafrechtlich ein Deal möglich: das mobile Prüfteam scannt und gleicht ab, und wo wir einen Treffer landen, darf sich der Bürger sofort aussuchen, ob er lieber auf der Stelle sein Vakzin bekommt oder Strafanzeige, erkennungsdienstliche Behandlung und neuerliche Vorladung inklusive sämtlicher Kosten. Vermutlich bekommen wir dann auch eine genauere Statistik über Impfdurchbrüche, die angeblich die Intensivstationen verstopfen.

Dazu könnten wir natürlich auch flankierende Maßnahmen wie eine allgemeine Kontrolle bei den Querschießer-Demos nutzen. Die Polizei ist noch nicht ganz auf unserer Seite, für die ist der Staat ja ein Feindbild, zumindest der Rechtsstaat, aber das werden wir durch passgenaue Regelungen schon in die Wege leiten. Wenn Polizisten erst mal in großer Anzahl von diesen Freizeitnazis angegriffen werden sollten, könnte man ihnen den Fingerzeig geben, dass wehrhafte Demokratie auch gut in Handarbeit funktioniert. Schließlich haben wir ja immer noch das Gewaltmonopol.

Das Thema Impfschäden müssten wir auch noch im Detail betrachten, gehen Sie mal davon aus, dass wir eine größere Menge derer, die durch staatlich organisiertes Pflichtbewusstsein immunisiert wurden, hinterher als Kläger am Hals haben, weil sie in der Folge schwere Erkrankungen erleiden. Bei den meisten dürften da Hirnschädigungen in Frage kommen, und die sollten im Regelfall auch schon vorher aufgetreten sein. Und wenn jetzt ein 20-Jähriger seine Spritze bekommt und keine 70 Jahre später tot ist, dann wird irgendeine Regierung auch die Regressansprüche an der Backe haben. Ich habe da ein ganz entspanntes Verhältnis zum Klima, wenn Sie verstehen, was ich meine.

Ansonsten werden wir wieder viele Vorschläge aus der Opposition bekommen, Entziehung des Führerscheins, Sofortabschiebung bei Ersttätern mit Migrationshintergrund oder Komplettsanktionen bei Erwerbslosen. Im EU-Ausland gibt es ja schon eine Pflicht für Arbeitnehmer in Gesundheitsberufen, die sich gut bewährt hat und von der Bevölkerung auch mehrheitlich unterstützt wird, daher wird das in Deutschland nicht kommen. Weil das Ausland ist, das ist hier also gar nicht anwendbar. Da setzt der deutsche Hobbyverfassungsrechtler eher auf die Prügelstrafe, immer vorausgesetzt, es betrifft ihn nicht selbst.

Das wäre also jetzt der aktuelle Sachstand, ich halte Sie aber über neue Entwicklungen regelmäßig auf dem Laufenden, wenn Sie wieder zurück sind in Sachsen, wobei: da gibt’s doch diese Bürgerwehren. Für Geld tun die angeblich alles, oder?“





High Five

2 12 2021

„Gleich geht es los!“ Herr Breschke rieb sich die Hände. Zwei Teller mit Gebäck und Nüssen balancierend erklomm er die Treppe zum ersten Stock, schob sich durch die Tür im kleinen Lesezimmer, im dem er ein Tischchen mit zwei Sesseln aufgebaut hatte. „Nehmen Sie doch Platz, es ist bestimmt gleich so weit!“

Nachdem ich es mir auf dem linken Sessel bequem gemacht hatte, setzte auch er sich. Alles war an seinem Platz, das Notebook war mit allem ausgerüstet, was man brauchte – mein Neffe Kester, der auf einen Sprung zwischen zwei physikalischen Expertentreffen bei mir vorbeigeschaut hatte, war so freundlich gewesen, die notwendige Technik ins Haus des pensionierten Finanzbeamten zu schaffen. „Ein großartiger Junge“, bestätigte der Hausherr, „er hat handwerkliches Talent, das sollte er zum Beruf machen.“ Er klickte ein bisschen auf dem Bildschirm herum, ich knabberte ein paar Nüsschen und sah ihm zu. In diesen Zeiten muss man den Advent eben modern feiern.

Und schon öffneten sich die Fenster. Mit einem sonoren „Guten Abend, die Herrschaften!“ ließ sich Staatsanwalt Husenkirchen vernehmen, offenbar im Kaminzimmer sitzend. Doktor Klengel, der alte Hausarzt der Familie, hatte leichte Schwierigkeiten, den dünnen Kopfhörer auf den Ohren zu halten, und sprach anfangs etwas abgehackt. „Was für ein Tag“, stöhnte es. Bruno Bückler, weithin als Fürst Bückler bekannt, Inhaber und Küchenchef des legendären Landgasthofs, saß auf dem Stuhl im hinteren Gastraum, während leise Glas und Teller klirrten. „Dann sind wir ja vollzählig“, stellte ich fest, doch Herr Breschke schüttelte den Kopf. „Ich würde doch die Runde niemals ohne Ihre…“ „Ich kann Sie hören“, zwitscherte es hell, bevor sich das Fenster öffnete. Anne war also auch da.

„Ich muss doch den Flaschenöffner irgendwo haben“, sinnierte der Hausherr. Das Werkzeug lag sicher im Korb, der wie eine gut sortierte Hausbar aussah, und ich wunderte mich schon, suchte aber lieber. „Mein lieber Herr Breschke“, hub da Herr Husenkirchen an, „angesichts dieser schrecklichen Nachrichten bin ich doch erleichtert, Sie so gesund zu sehen.“ Dazu hob er sein Glas, prostete in die Kamera und nahm einen großen Schluck. „Da neben dem Regal“, flüsterte Breschke mir zu. Offenbar hatte er mit allem gerechnet und sich eine Auswahl an Gläsern bereitgestellt, so dass er nun seinem alten Bekannten zutrinken konnte. „Hätte etwas kälter sein können“, flüsterte er. Dem Etikett nach musste Breschkes Tochter die Flasche besorgt haben, jedenfalls handelte es sich um einen original Bordeaux Frères aus Frankenreich, und das sind ja bekanntlich die besten.

Während Doktor Klengel von der Leidenschaft des Fotografierens erzählte, schlürfte er genüsslich einen Grog von Rum nach altem Hausrezept, das sicher von einem Wasserscheuen erfunden wurde. Heißes Wasser war auf die Schnelle nicht zu haben, also goss Breschke ein bisschen Sprudel ins Glas, das er großzügig mit der Spirituose auffüllte. „Zum Wohle“, rief er, „Zucker muss ja nicht!“ Bruno seinerseits tat sich am Wodka gütlich, was leichte Verlegenheit hervorrief. Ich runzelte die Stirn. „Das scheint mir hier ein regelrechtes Besäufnis zu werden“, tadelte ich den Alten. „Sie können doch nicht alles durcheinander zu sich nehmen.“ Er aber winkte entschiednen ab. „Erstens ist nur einmal im Jahr Weihnachten, und zweitens gehört es sich doch nicht, dass man hier einer Herrenrunde…“ „Ich kann Sie hören“, ließ sich Anne vernehmen. Mehr als eine Bierflasche hatte sie nicht auf dem Tisch, aber das war sicher der Tatsache geschuldet, dass sie spät abends noch in der Kanzlei saß.

Irgendwie musste es Breschke versehentlich gelungen sein, alle Fenster zugleich vom Monitor verschwinden zu lassen, jedenfalls teilte er mir die Regeln dieser Festlichkeit mit zaudernder Zunge mit. „Ich kann doch nicht alle einladen und dann etwas anderes trinken“, bekräftigte er. „Stellen Sie sich mal vor, ich würde jetzt mit Tee…“ „Ist ja auch erst der dritte“, krähte es fröhlich. Doktor Klengel poppte auf, Bruno Bückler schüttete sich aus vor Lachen. Vor Schreck setze Horst Breschke den Wein an. „Das musste ja so kommen!“ Staatsanwalt Husenkirchen guckte schon glasig aus dem Fenster. „Dass wir hier alle noch einmal so gemund und sunter hier alle zusammen…“ Es musste ein guter Tropfen gewesen sein.

Das Gebäck erwies sich als gute Ablenkung, schnell wechselte Bruno das Thema aufs Backen, von Anne tatkräftig unterstützt. „Merken Sie sich’s schon mal fürs nächste Jahr“, flüsterte ich, „dann bietet sich eine virtuelle Kaffeetafel an.“ Bruno schimpfte ein wenig auf Hansi, den Bruder und Chef des Service, bevor er sich kräftig nachgoss. Doktor Klengel war drauf und dran, zweideutige Anekdoten aus der Geschichte seiner Praxis zu erzählen. Nur Herr Breschke guckte ängstlich auf den Bildschirm. „Sie wollen doch Ihre Gäste jetzt nicht alleine lassen“, fragte ich, „was macht das für einen Eindruck?“ Er griff zu den Plätzchen. „Sie hätten auch eher etwas nehmen sollen wie…“ Ich schaltete vorsichtshalber alle Gäste stumm, das heißt: ich versuchte es. „Ich kann Dich hören.“ Anne hielt ihre Flasche in die Linse. „Ja, es ist alkoholfrei, und nein, es ist nicht freiwillig.“

Staatsanwalt Husenkirchen äußerte noch einmal seine Freude, wie jung alle zusammengekommen seien, Doktor Klengel bekam Schluckauf. Ich schloss die Konferenz und Herr Breschke atmete sichtlich auf. „Das Gute an der Technik“, kicherte er, „das Gute ist doch, dass man danach nicht mehr nach Hause muss.“





Systemkritik

1 12 2021

„Muss man Sie kennen?“ „Sie werden uns definitiv nicht mehr los.“ „Das sagt ja noch nicht, ob Sie in der Gesellschaft…“ „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“ „Meinetwegen, aber man muss doch sein Anliegen auch klar formulieren, damit man darüber eine Debatte führen kann.“ „Wir haben es jetzt oft genug gesagt, aber für Sie gerne noch mal: wir sind Gesetzeskritiker.“

„Also kritisieren Sie die Justiz?“ „Nein.“ „Das ist ja erst einmal legitim, wenn man das im Rahmen der grundgesetzlich eingeräumten Meinungsfreiheit tut.“ „Erstens haben wir keine Meinungsfreiheit, da sie durch willkürliche Gesetze beschnitten wird, zweitens kritisieren wir nicht die Justiz, sondern die Gesetze.“ „Sie kritisieren willkürliche Gesetze?“ „Nein.“ „Wenn Sie willkürliche Gesetze kritisieren, steht Ihnen der Weg zum Bundesverfassungsgericht offen.“ „Wir kritisieren aber nicht die willkürlichen, sondern alle Gesetze.“ „Das heißt, Sie kritisieren auch das Grundgesetz?“ „Das wurde uns ja nicht einfach so gegeben, das wurde uns statt einer richtigen Verfassung aufgezwungen.“ „Das ist eine Verfassung.“ „Warum heißt es dann nicht so?“

„Gut, anders: Sie kritisieren gesetzliche Regeln, die Ihre Grundrechte einschränken.“ „Nein, wir kritisieren ganz einfach Gesetze.“ „Auch wenn es Gesetze gibt, die die Grenzen der Meinungsfreiheit definieren, gibt es doch trotzdem immer noch eine verfassungsmäßig garantierte…“ „Es geht uns doch nicht um Meinungsfreiheit.“ „Sondern?“ „Um Gesetze, die uns willkürlich einschränken.“ „Zum Beispiel?“ „Man muss in diesem Unrechtsstaat Steuern zahlen, man darf nicht Auto fahren, es wird einem alles genommen.“ „Sie wollen also keine Steuern zahlen?“ „Weil die Gesetze, die diese Steuern befehlen, eben willkürlich erlassen sind.“ „Ich wüsste ja, was Sie wählen könnten, um gar keine Steuern mehr zu zahlen, aber das hängt auch davon ab, wie viel Sie verdienen.“ „Das hat damit gar nichts zu tun.“ „Womit dann?“ „Ich wurde nicht gefragt, ob ich Steuern zahlen will.“ „Hätte man das Steuerrecht Ihretwegen erst am Tag Ihres ersten Steuerbescheids in Kraft setzen dürfen?“ „Darum geht es doch gar nicht.“ „Verstehe, Sie wollen keine Gesetze anerkennen, die von Ihrer Geburt…“ „Das ist doch gar nicht der Punkt!“ „Dann sagen Sie mal, was der Punkt ist.“ „Ich lebe in einem Land, in dem Gesetze gemacht werden, ohne dass ich mich für eine solche Verfahrensweise entschieden habe.“ „Sie wollen also auswandern?“ „Warum sollte ich?“ „Weil Sie gerade davon sprachen, dass Ihnen der Staatsaufbau und das politische System hier nicht zusagen.“ „Wir werden uns dafür einsetzen, dass diese Diktatur ein Ende hat.“ „Meinen Sie, dass Sie irgendwo ein Land finden, in dem es die von Ihnen kritisierte Praxis der Gesetzgebung nicht gibt?“ „Das ist doch jetzt gar nicht die Frage.“ „Ich wüsste schon, was Ihnen da als Alternative bliebe, aber das wollen Sie bestimmt nicht.“ „Was meinen Sie?“ „Ach, das würde jetzt zu weit gehen.“

„Ich lehne es jedenfalls ab, dieses System mit meinen Steuern zu unterstützen.“ „Also meinen Sie doch nicht die Gesetze?“ „Die werden von diesem System gemacht.“ „Sie würden es also tatsächlich vorziehen, in einer absoluten Monarchie zu leben?“ „Das hat doch damit nichts zu tun!“ „Sie sehen also die Herrschaftsform, oder wie Sie es nennen: das System nicht als verantwortlich für die Gesetze an?“ „Es ist eben das ganze Recht.“ „Dann wäre eine absolute Monarchie für Sie vielleicht wirklich besser, weil Sie Probleme mit dem recht haben.“ „Was soll das denn nun wieder?“ „Offensichtlich ist ein Rechtsstaat für Sie zu kompliziert.“ „Ich habe einfach keine Lust mehr, diese Gesetze weiter als Untertan zu akzeptieren!“ „Gibt es denn spezielle Gesetze, die Sie gerne abschaffen würden, oder ist es vielmehr die Art von Rechtssystem?“ „Ich will einfach nicht, dass dies System mit seinen Gesetzen über mein Leben bestimmen darf.“ „Dann wären Sie in einer Anarchie bestimmt viel zufriedener.“ „Das wird einem doch auch von oben befohlen.“ „Und die Regeln sind möglicherweise schwieriger.“ „Mir egal, ich will das nicht.“ „Was wollen Sie denn?“ „Wir werden die Gesetze abschaffen, die in diesem System die Menschen unterdrücken.“ „Und wenn man bei Ihnen mitmachen will, muss man sich dann an irgendwelche regeln halten?“ „Das wäre ja Blödsinn.“ „Man könnte also zum Beispiel die Abschaffung aller Gesetze fordern, mit Ausnahme der Steuergesetzgebung?“ „Das ist Verrat, weil wir ja gerade dafür kämpfen, dass alle Gesetze…“ „Moment, Sie können nicht einfach Regeln erfinden, an die andere sich halten müssen, nur weil es Ihnen in den Kram passt.“ „Sind Sie bescheuert!?“ „Nein, warum?“ „Weil Sie den Unterschied zwischen Gesetzen und Regeln nicht kapieren.“ „Dann erklären Sie mir das doch bitte.“ „Gesetze sind eben Regeln, an die man sich halten soll, obwohl man sie nicht akzeptiert.“ „Warum nicht?“ „Weil man sie nicht selbst gemacht hat.“ „Und wenn jetzt jemand in Ihren Club eintritt, der die Regeln nicht gemacht hat, muss der sich an die regeln halten?“ „Was ist das für eine bescheuerte Frage?“ „Dann wäre das ja ein Gesetz, das muss er einhalten, damit Sie Unterstützung bekommen, um Gesetze…“ „Sie haben nichts verstanden.“ „Weil es um das System geht, und das ist nur außerhalb von Ihrem Verein?“ „Sie sind einfach viel zu dämlich, ich habe keine Lust mehr, Ihnen alles dreimal zu erklären.“ „Wissen Sie was, ich auch nicht.“ „Mir scheißegal.“ „Raus.“ „Wie bitte!?“ „Ich mache von meinem Hausrecht Gebrauch, verlassen Sie mein Geschäft.“ „Das wirst Du linksfaschistische Drecksau noch bereuen! Ich zeig Dich an!“





Uneingeschränkt positiv

29 11 2021

„Man muss ja auch mal das Positive sehen.“ „Da werden ein paar Millionen anderer Ansicht sein.“ „Wenn nicht jede arbeitsscheue Schlampe, die sich ein paar Bälger hat andrehen lassen…“ „Er meint allein Erziehende mit Vermittlungshemmnissen.“ „Seeheimer halt.“ „Wenn Sozialleistungen auch im Verhältnis zur Inflation zurückbleiben, dann haben wir die reale Gefahr einer Schieflage.“ „Bei den Erwerbsarbeit vermeidenden Müttern?“ „In der Wirtschaft, der bei steigender Inflation Unsatz aus den unteren Dezilen fehlt.“ „Ach so.“

„Jetzt seien Sie nicht immer so kritisch, wir sind doch als Koalition angetreten, um alles irgendwie anders zu machen.“ „Also besser?“ „Davon ist im Koalitionsvertrag nichts zu lesen.“ „So kurz nach der Wahl kann man die Bürger nicht schon wieder anlügen.“ „Deshalb auch die dreihundert Seiten zur detaillierten Behandlung des Klimaschutzes in den anderen Politikbereichen?“ „Hatten Sie eine andere Fassung als ich?“ „Wer sagt’s ihm?“ „Ach so.“ „Ich bin ja gespannt, wann das mit dem Kohleausstieg wieder zurückgenommen wird.“ „Das tritt nach meiner Kenntnis…“ „Man kann doch den nächsten Regierungen nicht alles wegnehmen.“ „Das finde ich jetzt zum Beispiel ausgesprochen positiv.“ „Sie müssen dafür auch nicht den Kopf hinhalten.“ „Das macht dann die CDU nach den Neuwahlen, oder?“

„Es ist doch schon klasse, dass kein Tempolimit vorgesehen ist.“ „Da kann keiner der Koalitionäre als Verbotspartei bezeichnet werden.“ „Das sorgt für Koalitionsfrieden, weil auch keiner mehr damit rechnet, dass ihn einer der anderen dafür hinhängt.“ „Das ist ja haarscharf vorm Weltfrieden!“ „Und Sie meinen, das war Absicht?“ „Die meisten Deutschen sind dafür.“ „Darunter sind allerdings auch manche, die diese Koalition gar nicht gewählt haben, für die sollte man keine Politik machen.“ „Ach so.“ „Und es erhöht den Spritverbrauch.“ „Was die Wirtschaft nachhaltig stärkt.“ „Das ist doch nun wirklich eine uneingeschränkt positive Nachricht!“ „Und die Hasch-Freigabe?“ „Sagen wir’s so, ohne Drogen wäre das Theater noch unerträglicher.“

„Überhaupt werden jetzt ja gesellschaftliche Randgruppen mehr geachtet.“ „Für Merz nicht.“ „Er meinte damit Frauen.“ „Ach so.“

„Was haben wir denn wirtschaftlich für die Zukunft vereinbart?“ „Kommt auf die Partei an.“ „Wir kennen doch jetzt keine Parteien mehr, wir kennen nur noch Regierung!“ „Man muss auch mal Kontinuitäten wagen.“ „Vielleicht ist ‚Weiter so‘ für den Anfang auch gar nicht so verkehrt.“ „Die Energie wird jetzt bald billiger.“ „Naja, bei der Erderwärmung bräuchten wir jetzt nur noch eine funktionierende Solarindustrie, und schon wäre das geritzt.“ „Verstehe, und die war nicht vorgesehen?“ „Hätte man uns vorher mal sagen können.“ „Waren wir etwa die Regierung?“ „Sie sind in der SPD.“ „Ich verbitte mir diese politischen Anfeindungen!“ „Jetzt seien Sie doch mal positiv!“ „Ich finde es prima, dass man jetzt schon so offen miteinander streiten kann.“ „Das werden wunderbare Jahre.“

„Warum haben wir eigentlich ausgerechnet diesem Lackaffen…“ „Keine Vorverurteilungen, er ist Jurist und nur aus Inklusionsgründen drin.“ „Sie wussten schon, dass es um ihn geht?“ „Dabei ist Verkehr doch das Transformationsministerium schlechthin!“ „Transformation macht schon der Wirtschaftsminister.“ „Digitalisierung hat aus dem Grund auch kein eigenes Ministerium gekriegt.“ „Wir müssen eben ganzheitlich denken.“ „Dann gehen wir halt ganzheitlich vor die Hunde.“ „Aber nachhaltig.“ „Man kann seine Ideale auch in der B-Note durchsetzen.“ „Ach so?“ „Natürlich wird es immer Kompromisse geben.“ „Das heißt, eine Seite zahlt dafür, dass die andere gewinnt.“ „Dann ist nur zu fragen, wer zahlt.“ „Vermutlich die Bürger.“

„Wir bekommen bewaffnete Drohnen.“ „Das ist ein gutes Zeichen.“ „Also ein positives?“ „Kommt darauf an.“ „Kommt worauf an?“ „Auf welcher Seite Sie stehen.“ „Im Grunde ist es ganz einfach: wer nicht Deutschland ist, der kriegt es mit der Bundeswehr zu tun.“ „Und wenn die defekte Drohnen hat…“ „Das mit dem Weltfrieden war gar nicht so verkehrt.“ „Außerdem werden wir diese Rüstungsaufträge bestimmt im Inland vergeben.“ „Dann hätten wir noch ein positives Signal für eine verringerte Zusammenarbeit mit ausländischen Rüstungsherstellern.“ „Und der Digitalpakt?“ „Man kann jetzt bestimmt Drohnen per Fax bestellen.“ „Oder per SMS starten.“ „Mir fehlen schon ein bisschen die Flugtaxis.“ „Gerade das finde ich ja so positiv!“ „Mobilität hatte in den letzten Kabinetten eh nicht so viel mit der Wirklichkeit zu tun.“

„Aber wir müssen auch die wirklich wichtigen Themen in Deutschland fokussieren.“ „Sehe ich auch so.“ „Damit meinen Sie aber nicht Corona.“ „Eher die Pflege.“ „Generell sollte man sich in den systemrelevanten Berufen mal nachhaltig…“ „Sie meinen ganzheitlich?“ „Im Grunde einfach nur eine ganz neue Art der Schmerzgrenze.“ „Ausweitung der Arbeitszeit?“ „Dann verdienen die Leute ja auch mehr.“ „Ihre Witze waren mal witzig.“ „Aber…“ „Ach so.“ „Wir können das Pflegepersonal nicht in der Mitte durchsägen, aber wenn man in Sachsen die Krematorien am Sonntag laufen lässt, braucht man schließlich jemanden, der denen die Leichen zur Verfügung stellt.“ „Auch wieder wahr.“ „Und die Autoindustrie?“ „Wir fragen bei der Windkraft nach.“ „Also klimatechnisch alles okay?“ „Bis auf die Erderwärmung.“ „Das wird aber im Verlauf der Legislatur bestimmt noch mal evaluiert?“ „Ganz bestimmt.“ „Na also!“ „Ich würde sagen, wir gehen einer sehr positiven Zukunft entgegen.“





Glühwein mit Schuss

24 11 2021

„… werde es auch bei einer zunehmend sich verschärfenden Corona-Lage Weihnachtsmärkte in Bayern geben. Ministerpräsident Söder habe sich allerdings entschieden, dass es in diesem Jahr nur ohne den Ausschank alkoholischer Getränke im…“

„… zu Protesten in der Bevölkerung kommen werde. Zahlreiche CSU-Ortsverbände seien wütend und entsetzt, dass es keine Freiheit mehr für das Brauchtum gebe, sich in der Öffentlichkeit zu…“

„… habe Söder betont, dass man auf einer Veranstaltung mit Maskenpflicht ohnehin keinen Punsch zu sich nehmen könne. Die Frage, warum der Verkauf von Fruchtsaft und Limonaden weiter erlaubt bleibe, sei wegen eines technischen Fehlers und des plötzlichen Endes der Gespräche dann nicht mehr im…“

„… dass sich dazu die Drogenbeauftragte der geschäftsführenden Bundesregierung nicht äußern werde. Die Gefahr sei für Ludwig zu groß, dass die Bürger durch ein Verbot des kulturell akzeptierten Alkohols zum Konsum tödlicher Rauschgifte wie Marihuana ermuntert würden, was Risiken für die Volksgesundheit und den kriminellen…“

„… im öffentlichen Raum stattfinde. So dürfe eine Kontrolle auf vorherigen Alkoholkonsum, den sogenannten Vorglühwein, nur mit Einverständnis der Gäste durchgeführt werden und sei auch nur zu beanstanden, wenn die Blutalkoholkonzentration ein für die öffentliche Sicherheit relevantes Maß überschritten habe, so dass die Wirkung des…“

„… die Umfragen der Christsozialen von Söders Entscheidung beeinflusst würden. Im zweiten Jahr, in dem es kein Oktoberfest gebe, könne dieses Eintreten gegen den kollektiven Alkoholkonsum für einen Stimmverlust in Höhe von mindestens…“

„… auf den Freistaat Sachsen ausgeweitet werde. Wie Ministerpräsident Kretschmer in einer Pressekonferenz betont habe, werde auch in seinem Bundesland zu nichtalkoholischen Events kommen, was zur Vermeidung riskanter Gruppenbildung in den Innenstädten und damit zur Senkung des…“

„… oder einen Vermittlungsausschuss einsetzen wolle, der die Interessen der Bürger gegenüber der Bayrischen Landesregierung vertrete. Allerdings sei der Vorschlag, spezielle Masken mit einer Öffnung für einen Trinkhalm an die Marktbesucher zu verkaufen oder selbst gelochten Mundschutz zu erlauben, aus hygienischen Gründen nicht bis in…“

„… der sächsische Bürgerprotest Saufen ist Freiheit nicht gerichtlich verboten werde, solange es nicht zu Rauschtaten komme. Im Falle von Gewaltdelikten unter dem Einfluss von Alkohol sei nochmals zu bedenken, dass die strafmindernde Wirkung des…“

„… in Franken mehrere Märkte bereits von den Schaustellern abgesagt worden seien. Ohne den Ausschank von Glühwein, Glögg und Punsch falle deren Hauptumsatzquelle weg, was letztlich zu keiner rentablen Teilnahme mehr an den…“

„… spare alleine die Stadtverwaltung Leipzig im Entsorgungsbereich mehrere zehntausend Euro ein. Im Schnitt müsse bei einem Weihnachtsmarkt mit Verzehr alkoholischer Getränke pro Tag eine Menge von gut einem Kubikmeter Erbrochenem von den Straßen der sächsischen…“

„… Umsatzeinbußen in erheblicher Höhe zu befürchten seien. Aldi Süd werde auf etwa zwanzig Millionen Tetrapaks zu einem Liter Glühwein sitzen bleiben, was sich auch auf das Weihnachtsgeld der Mitarbeiter und die Boni der…“

„… dass das Kulturprogramm auf den Märkten in diesem Jahr gestrichen werde. Die Stadt Leipzig führe dafür allerdings nicht den Infektionsschutz als Grund an, sondern habe die Vermutung, dass die Musik von nüchternen Besuchern kaum…“

„… auf den bayerischen Märkten gleichzeitig Zelte für eine mobile Corona-Schutzimpfung aufgebaut werden sollten. Die Landesregierung sei unter dem Motto Glühwein mit Schuss angetreten, die Impfquote nochmals um…“

„… würden Chemnitz und Dresden mitgehen und einen alkoholfreien Weihnachtsmarkt für die Bürger ausrichten. Weidel habe das Einknicken der CDU vor der offenbar muslimisch gesteuerten Anti-Alkohol-Hasspropaganda des Volksverräters Kretschmer als unleugbaren Beweis für die weitere Islamisierung Deutschlands bezeichnet und fordere von den Sachsen, sich notfalls mit Waffengewalt gegen den Unrechtsstaat zu…“

„… warne ein Sprecher der Corona-Leugner vor dem Betreten der bayerischen Weihnachtsmärkte. Man wolle die Bürger in einen total ungewohnten Zustand der Nüchternheit versetzen, um sie dann auf Befehl der Pharmaindustrie totzuspritzen. Dies könne nur durch orale Einnahme von Brennspiritus mit Schmierseife und Lindenblütenhonig bei gleichzeitiger Injektion von…“

„… hätten erste Tests mit am Körper befestigten Kunststoffblasen stattgefunden, um mit Hilfe eines Saugschlauchs mitgeführten Glühwein zu trinken. Ein 23-jähriger Leipziger habe durch einen in der Leistengegend geplatzten Katheterbeutel schwere Verbrühungen erlitten und sei ins Klinikum St. Georg eingeliefert worden, wo er sich einer…“

„… sei die Polizei auf Eskalationen vorbereitet. Man habe in Bayern mehrere Hundertschaften trainiert, Menschentrauben um Süßwarenstände mit unmittelbarem Zwang zu eliminieren. Darüber hinaus könne ein Hubschraubereinsatz die…“

„… es organisatorisch zu kompliziert sei, bei den Besuchern Impfnachweise oder Schnelltests auf Echtheit zu kontrollieren. Man setze vielmehr auf die Eigenverantwortung der Menschen, die nur eine friedliche Weihnachtszeit und ein gesundes…“





Bonusmeilen

23 11 2021

„Das ist ein Überfall!“ „Setzen Sie gefälligst Ihre verdammte Maske auf!“ „Schnauze, sonst…“ „Sonst was?“ „Wollen wir sonst schießen?“ „Sie befinden sich in einer Flughöhe von knapp zwölf Kilometern in einer Kabine und riskieren einen Druckabfall, wenn Sie um sich ballern.“ „Ich…“ „Und jetzt setzen Sie Ihre verschissene Maske auf, sonst fliegen hier gleich die Frontzähne!“

„Ich jage die ganze Maschine in die Luft!“ „Ah, die Nummer.“ „Wir sind schon in der Luft.“ „Ich warne Sie!“ „Nur aus Interesse, haben Sie ein gültiges Impfzertifikat?“ „Oder einen negativen Schnelltest?“ „Das geht Sie gar nichts an!“ „Ah, wir sind also nicht geimpft?“ „Er hat ja nicht gesagt, dass er nicht geimpft ist.“ „Wenn man nicht sagt, ob man geimpft ist, dann ist man normalerweise nicht geimpft.“ „Stimmt auch wieder.“ „Ich will jetzt sofort mit dem…“ „Sie wollen jetzt erst mal einen Bogen ausfüllen, damit wir hier Ihre Personalien aufnehmen können.“ „Alternativ können Sie uns selbstverständlich auch Ihr Ticket reichen.“ „Ich möchte hier nur anmerken, dass das für uns nicht ausreichend sein wird.“ „Die Airline hat sich wohl ein Impfzertifikat zeigen lassen, das korrekt war.“ „Allerdings werden Fälschungen in der Regel nicht als solche erkannt.“ „Auch besonders plumpe nicht, wie Sie sich denken können.“ „Aber…“ „Und am Flughafen war es dem Personal ziemlich egal, was Sie da gezeigt haben.“ „Das ist bescheuert, aber durchaus verständlich.“ „Als Wirtschaftsbetrieb muss man nun mal Prioritäten setzen.“ „Aber…“ „Das hätten Sie sich vielleicht früher überlegen sollen.“ „Und jetzt setzen Sie sich gefälligst auf Ihren Platz, sonst haben wir gleich keine Lust mehr auf Ihre Spielchen.“ „Tomatensaft?“

„Ich will jetzt sofort den Piloten sprechen!“ „Das wollen sie alle.“ „Welchen denn?“ „Ich denke, er meint den Kapitän.“ „Meinen Sie, der wird sich mit einem Typen mit unsicherem Impfstatus abgeben?“ „Der hat sicher Besseres zu tun.“ „Ich will jetzt auf der Stelle…“ „Ich will ein Einhorn!“ „Und ich will, dass jemand die FDP mit Napalm aus dem Verkehr zieht.“ „Hatten Sie bisher Erfolg?“ „Eher nicht, und Sie?“ „Sieht man ja.“ „Verdammte Scheiße, wenn Sie mich jetzt nicht sofort zu den Piloten bringen, dann werde ich hier alle abknallen, die sich mir in den Weg stellen!“ „Das klingt nach einem Plan, oder?“ „Würde ich nicht leugnen.“ „Sie wissen schon, dass so ein Verkehrsflugzeug nur mit soliden Kenntnissen zu bedienen ist?“ „Falls Sie sich mit dem Gedanken tragen, nach dem Flug auch eine Landung zu machen, sollten Sie das nicht ganz außer acht lassen.“ „Es sei denn, Sie sind eher ein Selbstmordattentäter.“ „Wobei die Bezeichnung ‚Amok‘ die Sache präziser…“ „Schnauze!“ „Jetzt machen Sie mal keine Welle, Mann!“ „Falls Sie es nicht gemerkt haben sollten, es steht hier ungefähr zweihundert zu eins.“ „Falls Sie sich als asoziales Arschloch outen wollen, wäre jetzt ein sehr guter Zeitpunkt.“ „Bringt sicher Zückerchen bei der Strafzumessung.“ „Ich…“ „Ja, Sie sind ein ganz normaler Mensch, der sein Impfzertifikat nicht zeigen wollte.“ „Interessanterweise haben Sie auch keine Gelegenheit ausgelassen, sich mit falschen Papieren bis hier durchzuschlagen.“ „Ohne Maske.“ „Und das Bordpersonal hat Sie natürlich nicht gefragt.“ „Und den Test haben Sie gar nicht erst gemacht.“ „Sicher ist sicher.“ „Ich werde…“ „Jetzt auch noch komisch werden, wie!?“ „Ich knall hier den nächsten ab, der sich…“ „Sie ziehen jetzt diese verdammte Maske auf!“ „Oder wollen Sie Ihre Gebissreste mit zwei gebrochenen Armen vom Teppich popeln?“ „Schnauze jetzt!“ „Da ist aber einer ungehalten!“ „Keine Bonusmeilen gekriegt?“ „Vielleicht hat er nur einfach keinen Bock, mit den ganzen anderen Pappnasen nach Malle zu fliegen.“ „Wieso Malle?“ „Dachten Sie, das ist die Maschine nach Afghanistan?“ „Augen auf im Luftverkehr!“ „Ich wollte doch raus!“ „Naja, könnte klappen.“ „Hängst auch davon ab, wie man das definiert.“ „Sonst könnten wir ihm schon mal einen Fallschirm geben, dann kann er sich die Flugzeit verkürzen.“ „Exzellente Idee.“ „Wo sind wir denn hier?“ „Also momentan irgendwo zwischen Koblenz und Wiesbaden, wenn Sie aussteigen wollen, haben Sie gute Chancen, den Rhein zu erwischen.“ „Sie wollen mich verarschen!?“ „Sehen wir etwa so aus?“ „Das müssen wir entschieden zurückweisen!“ „Ganz entschieden!“ „Ich will jetzt auf der Stelle den Kapitän sprechen!“

„Jetzt kommen Sie mal runter, wir können doch über alles reden.“ „Ich will aber nicht!“ „Haben Sie ein generelles Maskenproblem oder ist das nur hier im Flieger so?“ „Die haben mich schon aus der Bank rausgeworfen!“ „Ah, verstehe.“ „Lassen Sie mich raten: Strumpfmaske?“ „Wenn die dann noch nach dem Impfpass fragen, dann ist das natürlich datenschutzrechtlich kompliziert.“ „Da kann man ja am Eingang gleich seine Kundenkarte zeigen.“ „Also ich fände das okay.“ „Und es erleichtert die Strafverfolgung.“ „Das stimmt, hatte ich noch gar nicht…“ „Ich habe jetzt die Schnauze voll, ich will sofort den Kapitän und den Piloten!“ „Also wen denn jetzt?“ „Ich gehe da jetzt rein, und Sie werden mich nicht hindern!“ „Moment, Sie müssen doch erst den Test machen!“ „Gehen Sie nicht durch die Tür, die ist gesichert und…“ „Ich will jetzt sofort den…“ „Halt!“

„Fallschirm hatte er keinen?“ „Nicht, dass ich wüsste.“ „Gut, dann ist gleich Getränkeservice.“ „Haben wir noch Kekse?“ „Reicht aus.“ „Gut.“ „Fertig?“ „Sehr geehrte Fluggäste, wir befinden uns auf einer Flughöhe von zwölf Kilometern über dem Oberrhein. Es besteht keinerlei Anlass zum…“





Neue Technologien

16 11 2021

„… die Gefahren, die von dieser Entwicklung ausgehen würden, jetzt noch gar nicht überblicken könnten. Nach Ansicht der alternativen Ingenieure sei das Automobil in der Zukunft für eine Vielzahl von Todesfällen im…“

„… sei eine vernünftige Benutzung des Autos in Deutschland nicht möglich. Dass dies in anderen Staaten behauptet werde, sei für viele Kritiker der Kraftfahrt nur ein Hinweis darauf, dass es noch keine verlässlichen Studien zu den Auswirkungen der neuen technischen…“

„… die medizinische Erkenntnis, dass jede Beschleunigung, die über die Fahrt in einer Kutsche hinausginge, unmittelbar tödliche Folgen für einen Menschen haben könne, in zahlreichen Artikeln und Internetvorträgen dargelegt habe. Einen Beweis für diese These müsse Streeck nicht erbringen, da er es in einer Veröffentlichung gelesen habe, die er selbst im Rahmen einer…“

„… hätten Fußgängerüberwege noch nie einen Unfall mit Personenschaden verhindert. Lindner sei nicht davon überzeugt, dass ein bußgeldbewehrter Zwang zum Anhalten ein Menschenleben rette, und werde notfalls vor dem Bundesverfassungsgericht für die Selbstbestimmung der…“

„… sei Deutschland nur für einen sehr kleinen Teil des Personenverkehrs verantwortlich. Die CDU wolle die Verantwortung erst übernehmen, wenn sich bevölkerungsreichere Nationen wie China oder die Vereinigten Staaten zu einer gemeinsamen vertraglich festgelegten Lösung der zukünftigen…“

„… einen nicht zu rechtfertigenden Eingriff in die Gesellschaft nach sich zöge. Lindner lehne vor allem die Möglichkeit ab, dass sich Bürger, die nicht als Lobbyisten, Parteifunktionäre oder durch andere Formen der organisierten Kriminalität die Mittel zum Erwerb eines Automobils hätten, anders als zu Fuß bewegen dürften. Dies widerspreche der liberalen Idee einer freiheitlichen…“

„… die Risiken, die von Sicherheitsgurten ausgehen würden, noch nicht genau erforscht worden seien. Solange es möglich sei, nach der Verwendung eines Anschnallgurtes an Leberkrebs, einem Schlangenbiss oder Herzinfarkt zu sterben, dürfe die Medizin nicht leichtfertig raten, sich in einem Auto anzuschnallen und den…“

„… den Schiffsverkehr erheblich aufhalte, wenn überall Autobahnbrücken über die Wasserstraßen gebaut würden. Die Kosten für den Straßenbau dürften keinesfalls der Allgemeinheit aufgebürdet werden, die zum großen Teil gar keine Automobile besäßen und deshalb für eine Minderheit ihre…“

„… seit Generationen am Bau von Kraftwagen geforscht worden sei. Viele der Ingenieure, die den Verbrennungsmotor oder die Einzelradaufhängung entwickelt hätten, seien heute tot, was sicher nicht zufällig, sondern aus Gründen des…“

„… keinesfalls bei Regen zu fahren. Zahlreiche Scheibenwischerskeptiker wie Streeck seien davon überzeugt, dass staatlicher Scheibenwischerzwang der Grund für Unfälle auf regennasser Fahrbahn sei, wenn gleichzeitig überhöhte Geschwindigkeit und defekte Bremsen als zufällig eintretendes…“

„… es erst durch das Automobil zu einer Gefahr werde, sich alkoholisiert im Straßenverkehr zu bewegen. Kubicki lehne es daher kategorisch ab, Betrunkene schlechter zu stellen, da diese ebenso unveräußerliche Freiheitsrechte in der…“

„… die Energiesteuer nur dazu diene, Lücken im Staatshaushalt zu schließen. Dies dürfe nicht dazu führen, durch Propagierung des Autofahrens die freiheitsfeindliche Gestaltung eines…“

„… die Sicherheit des Straßenverkehrs in der öffentlichen Diskussion immer wieder bewusst falsch dargestellt werde. Wissing habe erneut darauf hingewiesen, dass weniger Flugzeuge abstürzen als Autos verunglücken würden, was durch eine stark verfälschte Balance in der Darstellung von…“

„… gerne im volltrunkenen Zustand mit überhöhter Geschwindigkeit durch eine Spielstraße fahre. Kubicki betrachte dies als Ausdruck seiner bürgerlichen Freiheit, die er als angesehenes…“

„… ein Tempolimit mit der Kutsche innerhalb weniger Sekunden umsetzbar sei, während dies für den Straßenverkehr seit Jahrzehnten nicht habe erreicht werden können. Die Liberalen würden die Popularisierung des Autos erst dann mit anderen Parteien betreiben, wenn neue Technologien für dies Problem…“

„… es statistisch erwiesen sei, dass in den letzten Jahren mehr Autofahrer als Reiter vor oder nach dem Auslösen eines Airbags verunfallt seien. Dies müsse sich zum Beispiel auch auf Leistungen der deutschen Versicherungswirtschaft auswirken, die nicht mit den Kosten für die…“

„… müssten Maßnahmen zur Eindämmung der Gefahren im Straßenverkehr verhältnismäßig sein und dürften nicht auf alle Bürger ausgedehnt werden. Die Beschränkung einer Fahrerlaubnis auf die Besserverdienenden könne beispielsweise durch die Anhebung der Verkaufspreise für Neuwagen unterstützt werden, wenn dies sozial abgefedert werde, indem Besserverdienende bis zu 300% der Kaufsumme durch eine Rückzahlung ihrer…“

„… nicht bestritten habe, dass er das Auto für nicht gesellschaftsfähig halte und es bei einer Regierungsbeteiligung der FDP verbieten wolle. Nichtsdestotrotz lehne Lindner jede Form eines Fahrverbots auch bei mehrmaligen schweren und vorsätzlichen Verstößen gegen die StVO generell ab und werde lieber nicht regieren, als sich gegen die Interessen der Leistungsträger im…“





Influenza

15 11 2021

„Und was würde Helene Fischer kosten?“ „Das ist gar nicht unsere Zielgruppe.“ „Wollten Sie lieber irgendwas Intellektuelles?“ „Bratwurst würde zur Not genügen.“ „Die ist ja im Vergleich zu Helene Fischer durchaus gehaltvoll.“ „Aber wie macht man eine Samstagabendshow mit einer Bratwurst?“

„Das Problem mit manchen Experten ist ja, dass sie so unbeliebt sind.“ „Das Problem mit denen ist, dass sie keine Experten sind.“ „Dafür sitzen sie aber ziemlich häufig in Talkshows.“ „Dann können wir das mit dem Fernsehen knicken.“ „Sie erreichen die Leute aber nicht anders.“ „Kino?“ „Da müssen Sie ja schon geimpft sein, um reinzukommen.“ „Test reicht doch.“ „Aber dann verlieren wie die, die sich nicht testen lassen wollen, damit sie sich weiter diskriminiert fühlen können.“ „Und so ein Film ist ja auch nicht mal eben gedreht.“ „Und dann muss man auch noch Eintritt zahlen.“ „Dann schon lieber ein Zeitungsbeitrag.“ „Bitte!?“ „Er liest Feuilleton.“ „Das ist bestimmt auch ansteckend.“ „Hähähä!“ „Das ist so 20. Jahrhundert.“ „Und die Zielgruppe, die verorten Sie dann in der Gegenwart?“ „Also bitte, so kommen wir nicht weiter!“ „Früher gab es Preisausschreiben.“ „Wollen Sie da Ihre Bratwurst verlosen?“ „Man könnte so ein Treffen mit einem Experten in einer Fernsehsendung, wo sich die…“ „Wir versuchen es lieber noch mal im Guten.“

„Vorabendserie?“ „Gibt es noch diesen Arzt?“ „Welchen jetzt genau?“ „Er meint den aus Berlin.“ „Nee, von der Berghütte.“ „Krankenhaus haben wir ja genug.“ „Ab sofort nur noch Intensivstation, da können wir dann direkt…“ „Wollen Sie die Leute unbedingt mit Angst triggern?“ „Außerdem wird da gar nicht geimpft.“ „Und die nächsten drei Staffeln von dem Zeugs sind schon abgedreht.“ „Ich dachte ja nur.“ „Krimis könnte man machen.“ „Da wird eine Impfpassfälscherhöhle ausgehoben?“ „Oder sie finden einen Container mit falschen Schnelltests.“ „Das stärkt natürlich das Vertrauen in die Impfung ungemein.“ „Meine Güte, was kann ich dafür, dass das deutsche Fernsehen so beschissen ist?“ „Dann kann man ja noch eine Doku-Soap drehen.“ „Wir begleiten Krankenpfleger eine Woche lang auf der Intensivstation.“ „Das will keiner sehen.“ „Dürfen wir überhaupt zeigen, wie Ungeimpfte abkratzen?“ „Nein, Schweigepflicht.“ „Und Datenschutz.“ „Da haben wir ja gerade noch mal Glück gehabt.“

„Fußballer?“ „Bitte nicht diese Diskussion!“ „Es kann doch nicht schaden, wenn wir einen in ein Fernsehformat integrieren.“ „Also ein ungeimpfter Mittelstürmer wird in der Krankenhausserie auf die Intensivstation geschickt und spielt sich selbst, wie er sich impfen lässt.“ „Das klingt schon bekloppt.“ „Hätte also einen hohen Identifizierungsfaktor bei Impfgegnern.“ „Das kriegen Sie bei den Beratern nie durch.“ „Im Fernsehen?“ „Von den Spielern.“ „Also ich weiß ja nicht.“ „Die Bilder müssen wir aushalten.“ „Vielleicht sollten wir mal bei denen fragen, wie sie die mediale Präsenz herstellen.“ „Die Fußballer?“ „Die Impfgegner.“

„Es gibt doch diese Leute im Internet.“ „Da gibt es Leute?“ „Sie wissen schon, die da was erzählen.“ „Die sind ja eher Teil des Problems, wenn Sie das meinen.“ „Ich meine die Videos, wo Klamotten und Handys verkauft werden.“ „Teleshopping?“ „Nicht ganz, die machen da nur Werbung.“ „Und dann holt man sich Influenza.“ „Igitt!“ „Sie sprechen das aber falsch aus.“ „Ich muss das ja auch nicht selbst machen.“ „Und das macht Helene Fischer?“ „Was haben Sie denn immer mit der, die kriegt gerade ein Kind.“ „Im Internet?“ „Solange nicht irgendeine Nachrichtentante da ihre Darmspiegelung sendet, kann ich damit leben.“ „Man müsste es natürlich in den richtigen sozialen Medien zeigen.“ „Haben wir denn einen, der sich damit auskennt.“ „In unserer Abteilung ist ein Veganer.“ „Die sind ja alle im Internet.“ „Solange er sich da nicht radikalisiert hat, ist das okay.“ „Der sollte nur besser nichts erzählen über Bratwurst.“ „Darüber würden sich aber alle sofort empören.“ „Stimmt, das schafft auch eine Menge Aufmerksamkeit.“

„Haben die nicht neulich irgendwo in der S-Bahn geimpft?“ „Der deutsche Personennahverkehr ist ein schwieriges Thema.“ „Ganz weggekriegt hat ihn die Regierung noch nicht.“ „Das macht die FDP in den nächsten Jahren.“ „Ich dachte, die Pandemie ist im nächsten März vorbei?“ „Mit dem Angriff von Lindner kommt das alles in Ordnung.“ „Dann können wir ja immer noch was mit Helene Fischer machen.“ „Wenn sie dann noch will.“ „Oder auf der Straße.“ „Viel zu gefährlich.“ „Stellen Sie sich mal vor, da erkältet sich einer, wenn er zum Impfen den Ärmel hochkrempelt.“ „Das würde sofort wieder ins Internet gehen.“ „Alternativ kann man doch in den Innenstädten jemanden hinstellen, der die Leute zum Impfen überredet.“ „Auf dem Land machen Sie dann gar nichts?“ „Da kommt dann einmal in der Woche der Impfbus.“ „Das klingt schon wieder innovativ, so dämlich ist das.“ „Impfen vor dem Supermarkt?“ „Dann kommt man ja gar nicht rein, weil der Impfschutz erst zwei Wochen später an zu wirken fängt.“ „Wenn man aus dem Supermarkt rauskommt, dann kriegt man…“ „Das heißt, die Leute dürfen weiter ungeimpft in den Supermarkt.“ „Jetzt kommen Sie den Impfgegnern doch nicht mit Logik, das hatten wir alles schon.“ „Das konnte ja keiner vorhersehen.“ „Haben wir denn überhaupt genug Impfdosen für die ganze Aktion?“ „Keine Ahnung.“ „Wir machen erstmal Werbung, vielleicht verbessert sich dann die Lage.“ „Das klingt nach einem Plan.“ „Ich sage doch, wir sollten alle viel positiver denken.“ „Dann halten wir das mal fest: Weihnachten kann kommen.“ „Gut, dass wir das im Griff haben – hier in Deutschland.“





Krise

9 11 2021

„Es ist im Grunde schon fünf nach Zwölf.“ „Das darf aber doch nicht heißen, dass wir die Hände in den Schoß legen und zuschauen.“ „Das Leben ist in Gefahr, das ganze gesellschaftliche Leben!“ „Vor allem die Mittelschicht, wir haben in den letzten Jahrzehnten so viel aufgebaut, dass uns…“ „Diese Krise wird uns alles nehmen!“ „Sie reden hier aber schon von Corona?“ „Ich dachte, wir besprechen die Lage der CDU?“

„Man darf jetzt nicht verallgemeinern.“ „Ich finde das auch.“ „Wir müssen auch mal die Krise im Dorf lassen.“ „Auf der anderen Seite erwarten die Menschen doch, dass wir eine Entscheidung treffen.“ „Wir sollten erst mal abwarten, ob wir alle notwendigen Fakten haben.“ „Außerdem sind die Folge ja nicht absehbar.“ „Die Wahl sollte von der Basis getroffen werden.“ „Was hat das mit dem Klima zu tun?“ „Mir ist das unheimlich.“ „Wissen Sie, ich bin so alt, ich erlebe das nicht mehr.“ „Das geht mir mit der Verjüngung der CDU genau so.“ „Aber die Langzeitwirkungen können wir ja noch nicht absehen.“ „Wenn wir den Falschen wählen, gibt es gar keine mehr.“ „Und das spaltet die Gesellschaft!“ „Bleiben Sie mal ruhig, wir müssen uns auf ein Thema konzentrieren.“ „Sie haben gut Reden!“ „Ich höre es jeden Tag im Wahlkreis, wenn wir die Pandemie nicht in den Griff kriegen, dann trauen uns die Leute den Klimawandel auch nicht mehr zu.“ „Wenn wir uns als CDU nicht erneuern, dann können wir bei allen anderen Sachen auch einpacken.“ „Also ich bekomme wenigstens mein Gehalt weiter, auch wenn…“ „Was?“ „Was?“

„So schlimm ist es gar nicht, wir müssen halt schauen, ob die neue Bundesregierung erfolgreicher ist als wir.“ „Und dann?“ „Boykottieren wäre eine Lösung.“ „Wir haben doch im Wahlkampf selbst angekündigt, dass wir mehr Klimaschutz für…“ „Was wir im Wahlkampf sagen und was wir in der Opposition machen, das muss noch lange nicht dasselbe sein.“ „Außerdem reden wir gerade über die Pandemie.“ „Sagen Sie das doch!“ „Ich dachte, er spricht schon wieder über den CDU-Vorsitz.“ „Das würde ich nicht als Krise ansehen.“ „Naja, das Klima ist auch eher eine Katastrophe.“ „Wir würden Sie es denn nennen, wenn Sie dreißig Jahre lange denken, es läuft doch alles gut, und plötzlich wachen Sie auf und stellen fest, dass Sie in der Scheiße sitzen?“ „So schlimm ist Corona nun auch wieder nicht.“ „Sie meinen Afghanistan, richtig?“

„Jetzt konzentrieren Sie sich bitte mal, wir müssen Prioritäten setzen.“ „Haben wir gemacht.“ „Unsere Wähler sind im Durchschnitt alte, weiße Männer, die die Verfassung hassen und alle Linken an die Wand stellen wolle, weil das im Grundgesetz so vorgesehen ist.“ „Davon kriegen wir das mit dem Klima auch nicht hin.“ „Die Demonstranten sind ja meist Frauen und Linke.“ „Dann sollte man denen mal ein paar Coronaleugner vorbeischicken, damit die sich infizieren und auf der Intensivstation landen.“ „Hähähä!“ „Das macht die Pandemie auch nicht erträglicher.“ „Es sind nur ein paar Wochen, dann haben diese Kommunisten aus der SPD den ganzen Kram an der Backe!“ „Dann berichten die Medien natürlich nur noch über den noch nicht abgeschlossenen Erneuerungsprozess in der CDU.“ „Wozu sollen wir uns erneuern?“ „Damit die Leute denken, dass die Krise vorbei ist.“

„Wir sollten uns auch darüber im Klaren sein, dass die Wirtschaft tief getroffen ist von den Folgen der Pandemie.“ „Gibt es diese Chips immer noch nicht?“ „Ich dachte eher an die Hyperinflation.“ „Das ist doch keine Hyperinflation!“ „Das haben die Sozialisten sauber hingekriegt!“ „Dass es keine Chips mehr gibt?“ „Kaum bricht in Deutschland der Stalinismus aus, übernehmen die Linken von der Vorgängerregierung eine Hyperinflation!“ „Das ist ein bisschen Teuerung, aber keine Krise.“ „Wenn in Deutschland die Löhne steigen, dann ist das eine Krise!“ „Malen Sie nicht den Teufel an die Wand!“ „Kann man das nicht wegignorieren wie das mit dem Klima?“ „Das ist menschengemacht, aber die Inflation hat keiner kommen sehen.“

„Und wenn wir einfach so weitermachen?“ „Die nächste Welle kommt bestimmt.“ „Das ist aber noch keine Lösung.“ „Naja, man könnte sich schon auf einer der nächsten Konferenzen für den wirksamen Schutz vor Treibhausgasen und…“ „Wir sprechen gerade über den Parteitag.“ „Stand da irgendwas anderes zur Debatte als ‚Weiter so‘?“ „Stimmt auch wieder.“ „Dann müssten wir das ja nicht unbedingt als Krise bezeichnen.“ „Erst wieder in vier Jahren.“ „Was ist in vier Jahren?“ „Nach der nächsten Wahl zum Bundestag.“ „Und?“ „Dann haben wir sicher ein noch beschisseneres Ergebnis, wir haben das bis zum Erbrechen durchgekaut, jeder hat über nichts anderes geredet, und alle sind kollektiv überrascht, dass wir komplett am Arsch sind.“ „Ach, das ist bei Corona gerade ähnlich.“ „So kann man das mit dem Klima aber nicht lösen.“ „Ich würde sagen, das Aussitzen dauert dann halt ein bisschen länger.“

„Was würde eigentlich passieren, wenn wir uns doch in einer Bundesregierung…“ „Nein!“ „Das meinen Sie doch nicht ernst?“ „Also Lösungen haben wir schon vorher nicht gehabt.“ „Dann wäre das jetzt auch nicht schlimmer, als hätten wir die Wahl gewonnen.“ „Wir müssen bloß nicht den Kanzler stellen.“ „Das wäre doch die Lösung!“ „Ich könnte dem etwas abgewinnen.“ „Super!“ „Das ist für die Grünen interessant.“ „Rufen Sie an oder soll ich?“ „Weg mit der Krise!“ „Bis auf die CSU.“ „Wieso?“ „Haben Sie mal überlegt, was passiert, wenn Söder weiter an allem herummeckert, obwohl wir an der Regierung sind?“ „Das nennen Sie Krise?“ „Also wenn Sie das Klima meinen…“