Hase

13 09 2018

„Muss man ein verkokster Soziopath sein, um Präsident des Verfassungsschutzes zu werden?“ „Nein. Es erleichtert die Sache aber ungemein.“

„Dann hat sich Maaßen also jetzt damit aus der Affäre gezogen, dass er das nicht gesagt hat, was er gesagt hatte?“ „Er hatte ja das gesagt, was er gesagt hat, aber er hat eben nicht das gesagt, was er gesagt hatte.“ „Weil?“ „Weil er ganz exakt das gesagt hat, was er gesagt hatte, also kann das nicht richtig sein, weil er es gesagt hatte. Aber so war das ja falsch, weil er jetzt nämlich gesagt hat, was er vorher schon gesagt hatte, und das war vorher natürlich auch richtig, deshalb jetzt der Widerspruch, dass das, was er jetzt gesagt hat, etwas vollkommen anderes ist, weil es nämlich exakt dasselbe ist wie das, was er gesagt hatte, weil es nämlich jetzt korrekt sein muss, da es ja das Gegenteil von der Wahrheit ist, die er, er hatte es ja auch gesagt, gesagt hatte, weil die falsch war, also bewusst falsch, weil er ja jetzt die Wahrheit sagt, die das Gegenteil dessen ist, was er, als er im Bewusstsein, die Unwahrheit zu…“ „Hat der Mann eigentlich den Arsch offen!?“ „Ja. Selbstverständlich. Ohne jeden Zweifel.“

„Ich meine, er greift eine Medienquelle an, die die Hetzjagd als Hetzjagd bezeichnet.“ „Weil das eine Aussage ist, die jetzt als wahr bezeichnet werden kann, obwohl man vorher dem reinen Vorliegen objektiver Beweismittel glauben musste, ohne der eigenen politischen Propaganda vertrauen zu können. Man muss doch die eigene Ansicht vor eine Zwangsobjektivierung, allein das Wort schon, und man weiß nie, wer die Beweismittel sammelt. Am Ende sind das keine linksversifften Juden mehr, sondern Polizisten, die die von der Siegerjustiz dem deutschen Volk aufoktroyierten Gesetze mehr respektieren als den nationalen Widerstand gegen die Systemparteien.“ „Wenn die Menschenjagd auf eine…“ „Wir hatten uns ja vorher mit ihm nicht darauf geeinigt, dass es sich um eine Menschenjagd handeln würde, deshalb musste er ja auch zugeben, dass es sich um eine Tatsache handelt, ein absolut und überprüfbar korrektes Faktum, das folglich falsch war und durch seine Richtigkeit die falsche Annahme untermauert hat, dass es sich um eine Hetzjagd gehandelt hat, die aber deshalb schon keine Hetzjagd gewesen sein kann, da die absolute Wahrheit immer schon feststand, aber erst durch Maaßen als ihr Gegenteil bewiesen werden kann.“

„Und jetzt wüsste ich dann gerne noch, warum diese Flitzpiepe…“ „Er ist immerhin ein ranghoher politischer Beamter…“ „Warum verhält er sich dann nicht auch so?“ „… und ausschließlich dem Innenminister unterstellt.“ „Ja, das hatten wir schon gemerkt.“ „Also ist es die Frage, ob er korrekt gehandelt haben sollte?“ „Seit wann kann man das denn noch annehmen?“ „Immerhin ist er ja auch ein ranghoher politischer Beamter.“ „Ah, ich vergaß.“ „Das hat natürlich den Vorteil, dass er auch nicht mit irgendwelchen gewählten Politikern in Konflikt geraten kann. Meistens weiß seine Dienststelle sehr genau, warum man die größten Versager nach ganz oben katapultiert.“

„Und er hat definitiv kein Interview gegeben?“ „Der BILD? Nein, das war nur ein Gespräch. Wenn man mit einer Zeitung spricht, dann spricht man ja nicht mit einer Zeitung, also mit einem Redakteur oder Journalisten, sondern man spricht mit einem Journalisten, und das ist ein Gespräch mit dem Ziel einer Veröffentlichung durch Redakteure, eventuell auch Journalisten, weshalb man ja mit Journalisten spricht, damit die Redakteure, die mit den Journalisten, also mit den Journalisten, mit denen man spricht, oder irgendwie so. Aber das ist eben ein Unterschied.“ „Er hat doch damit rechnen müssen, dass eine Zeitung, mit der man spricht, auch darüber schreibt?“ „Sehen Sie, es gibt so viele, die sind der Meinung, BILD sei gar keine Zeitung, die würden sich bloß so nennen, obwohl sie sich eigentlich gar nicht so nennen dürften, aber sie nennen sich eben so, und deshalb sei das keine Zeitung. Deshalb hat er mit der Zeitung ja auch gesprochen.“ „Weshalb hat BILD das dann trotzdem ein Interview?“ „Zeitungen nennen das Interview, wenn einer mit ihnen spricht, also mit Journalisten, die dann mit den…“ „Dann hat BILD das wahrheitsgemäß als Interview bezeichnet?“ „Wie, wahrheitsgemäß? also damit konnte bei BILD nun wirklich keiner rechnen!“

„Und er hat bewusst von Mord gesprochen, obwohl die Staatsanwaltschaft überhaupt keine Anhaltspunkte für einen Mord sieht?“ „Das musste er, weil sonst die Öffentlichkeit den Fall falsch beurteilt hätte. Wenn man nämlich weiß, dass es sich um einen Totschlag hätte handeln können, dann hätte man es auch falsch behandelt, weil man es dann für einen Mord hätte halten können, deshalb hat er gleich von Anfang an davor gewarnt, dass das Tötungsdelikt sonst heruntergespielt werden könnte.“ „Er hat also, alles in allem, gelogen.“ „Ja. Aber das war notwendig, weil so viele mögliche Falschinformationen in Umlauf waren, dass man gar nicht mehr wissen konnte, welche denn die richtigen Falschinformationen sind, und jetzt wissen wir wenigstens: wenn Maaßen bewusst die Öffentlichkeit und den Innenminister und den Bundestag und das Kontrollgremium belügt, dann kann man das wenigstens erwarten.“ „Also wird er jetzt aus dem Amt entfernt?“ „Noch nicht.“ „Was muss denn noch passieren?“ „Schauen Sie, einer muss doch noch den Reichstag anzünden.“

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Scharfmacher

12 09 2018

„… ein striktes Verbot von Messern in den Innenstädten fordere. Die sächsische CDU werde dies in ganz Deutschland…“

„… eine Gesetzesvorlage noch in diesem Jahr in den Landtag einbringen wolle. Damit sei es Personen ohne erkennbares Bekenntnis zum Grundgesetz verboten, mit Stichwaffen in die…“

„… juristisch nicht zu beanstanden sei, dass die Rentnerin sich im Haushaltswarengeschäft ein Küchenmesser gekauft habe. Da sie mit der Waffe das Geschäft jedoch auch verlassen habe, sei ihr Ableben durch das SEK vielleicht vorschnell, aber nicht entgegen der für die innere Sicherheit notwendigen…“

„… Migranten beobachtet worden seien, die an Marktständen Plastikbesteck benutzt hätten. Da es keine Rechtsgrundlage gebe, Personen mit undeutschem Aussehen den Verzehr von Wurstwaren und Crêpes zu untersagen, müsse man die gesamte Außengastronomie in Sachsen auf Fingerfood umstellen oder aber gleich alle Geschäfte…“

„… dass bei einer Polizeikontrolle in Dresden mehrere Springmesser sichergestellt worden seien. Die Täter seien unbehelligt mit den Stichwaffen entlassen worden, da es sich bei ihnen um Reichsbürger gehandelt habe, denen man weder einen gefährlichen Migrationshintergrund noch Hinweise auf…“

„… Plastikbesteck an der Kette bereitgehalten werden müsse. Dies verstoße gegen Hygiene- und Umweltstandards, diese müssten aber der inneren Sicherheit geopfert werden, was die sächsische Landesregierung bereitwillig im…“

„… mit Protesten der AfD gerechnet werde. Höcke habe die Menschenrechtseinschränkungen der Merkel-Junta gegenüber den freien Deutschen scharf kritisiert. Es sei das Recht jedes Deutschen, so Höcke, sich nicht an Gesetze zu halten, wenn dies der Verteidigung des Reiches gegen alle Feinde aus den…“

„… das elektrische Messer geeignet sei, lebensbedrohliche Verletzungen zu verursachen. Rechtsgerichtete Kräfte hätten den Kebabstand am Görlitzer Obermarkt aus Notwehr auftreten und den türkischen Besitzer zusammenschlagen müssen, um die Islamisierung der…“

„… sei ein Taschenmesser bei einem deutschen Schüler nicht per se unverdächtig, es dürfe nur nicht in der Innenstadt getragen werden. Wer ein Messer außerhalb der Bannmeile mitführe, etwa in den sozialen Brennpunkten am Stadtrand, sei dagegen vollkommen rechtskonform und brauche keine Konsequenzen zu…“

„… fordere Pro Chemnitz als Schutz vor der Umvolkung, dass jeder arische Bürger deutscher Herkunft eine stehende Klinge von mindestens fünfzehn Zentimetern Länge mitführen könne, ohne mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen. Es sei den durch ständiges Trauern, Alkohol und Psychopharmaka vorbelasteten Volksgenossen nicht zuzumuten, Einwanderer mit Tritten gegen Kopf und Brustkorb zu verjagen, da dies bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schweren…“

„… falsch wiedergegeben worden sei. Der Überfall in Görlitz habe zum Jahrestag an den Tod von Enver Şimşek stattfinden sollen und sei deshalb als nationale Brauchtumspflege strafrechtlich nicht zu verfolgen. Die sächsische Polizei könne bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht das Gegenteil beweisen und wolle daher durch gezielte Kontrollen von Ausländern auf Stichwaffen die bisheriges…“

„… setze sich die AfD für ein Migrationsverbot in allen deutschen Kommunen ein, damit Deutsche endlich wieder mit einem Messer durch die…“

„… mindestens so gefährlich sei wie ein Messer. Die Polizei habe den Elektriker, der mit einem ganzen Satz Schraubendreher in Freiberg festgenommen worden sei, sofort in den…“

„… ein nordafrikanischer Einwanderer eine siebzig Zentimeter lange Machete aus der Hosentasche gezogen haben solle. Der Abgeordnete des Sächsischen Landtags habe dies in einer Tatortskizze auf einer Papierserviette festgehalten, die von Maaßen als authentisch bezeichnet worden sei, da sich am Zellstoff Spuren vom mutmaßlichen Tatort befunden hätten. Seehofer vertraue der Aussage des…“

„… den Messermarsch durch Köthen inhaltlich nicht billige, die Veranstaltung der Identitären mit organisatorischer Unterstützung der AfD im Landtag aber als ordnungsgemäß angemeldete Demonstration nicht verhindern wolle. Kretschmer habe betont, Meinungsfreiheit bedeute im Freistaat auch, seine eigene Meinung, die mit der Verfassung meist nicht viel gemein habe, für eine durchaus radständige und asoziale Schicht der…“

„… selbst mit dem Gesetz in Konflikt komme, da inzwischen auch Kugelschreiber als potenzielle Stichwaffe eingestuft würden. Nur die Indemnität könne den Abgeordneten der Alternative für…“

„… da Rechte meist mit hoch erhobenem Arm demonstrieren würden. Eine Verletzung durch einen Messerstich sei in dieser Körperhaltung nicht zu erwarten, weshalb man das Mitführen von Messern bei der Veranstaltung gerichtlich nicht einfach…“

„… diskutiere die sächsische CDU intensiv über ein Verbot des Grundgesetzes. Das Mitführen der Verfassung in deutschen Innenstädten könne nur noch als Provokation gewertet werden und müsse so schnell wie möglich auch mit strafrechtlichen…“





Antifaschistischer Schutzwall

11 09 2018

„Plattenbau!? Bei Ihnen piept’s wohl! Das ziehen wir doch nicht mit Platten hoch, das werden echte Mauersegmente, guter deutscher Beton, nachhaltig erzeugt, dauerhaft verarbeitet. Den Mist mit den Platten haben wir einmal gemacht, wobei das ja gar nicht wir waren, und wie lange hat das gehalten?

Eben. Wenn Sie sich auf eins verlassen können, dann auf deutsches Bauhandwerk. Fahren Sie durch die Bundesrepublik, gucken Sie sich die Häuser und Wohnungen an. Gut, es könnten mehr sein, billiger auch, aber sehen Sie einfach mal auf die Substanz. Das ist Weltniveau. Deutsches Bauhandwerk, die Ingenieurskunst, dazu der Gedanke, dass man eine nationale Anstrengung schafft, wenn man wirklich will, damit werden wir schaffen, was wir beim letzten Mal nicht geschafft haben. Die Mauer muss her, höher als beim letzten Mal, besser als beim letzten Mal.

Den Baugrund kennen Sie ja, wir nehmen einfach wieder den alten. Hat sich einfach bewährt, und beim zweiten Mal macht die Bezeichnung auch endlich Sinn. Ein antifaschistischer Schutzwall, der seinem Namen alle Ehre macht, von der Ostsee bis nach Bayern. Gut, Bayern könnte man jetzt auch in die Diskussion mit einbeziehen, da müsste man die nächste Wahl abwarten, aber wenn Sie da Pfarrer sind und zufällig aus Afrika stammen, da heben die Glaubensbrüder des Kreuzfeuerteufels auch gerne mal den rechten Arm im vorschriftsmäßigen Winkel zum Gebet. Bayern ist noch nicht raus aus der Nummer, aber sonst kriegen wir das hin.

Überlegen Sie mal, was das für ein fantastisches Konjunkturprogramm ist. Da kann die AfD mit ihren feuchten Träumen vom Reichsarbeitsdienst sich ihr Parteiprogramm in eine Körperöffnung nach Wahl stopfen. Ist ja egal, kommt aus allen dieselbe Scheiße. Wir sorgen wenigstens für eine ordentliche Konjunktur, das sollen uns diese verkoksten Jammerlappen erstmal nachmachen. Aber damit wir uns da richtig verstehen, wir beschäftigen auch das Volk aus der Ostzone für den Bau. Immer vorausgesetzt, die bleiben hinterher nicht, denn mal ehrlich: Arbeitsmigration, das ist doch für die am eigenen Leib gar nicht zu ertragen, ohne zu implodieren.

Andererseits machen wir diesmal die Grenze durchlässig. Wer in den demokratischen Sektor übersiedeln will, ist herzlich willkommen. Kleiner Einbürgerungstest, Verfassungstreue, Check auf Hakenkreuztattoos, so Sachen halt. Sie dürfen dann halt nicht mehr in den Osten einreisen, aber das dürfte für die meisten eh kein Problem sein. Im Gegenzug erfüllt sich quasi über Nacht die Vision der Konservativen: endlich kann man alle Straftäter abschieben, auch die Deutschen. Rein in den Flieger, über Zwickau abwerfen, Ende Gelände. So einfach geht innere Sicherheit.

Und das Schöne ist doch, hier wird Integration endlich mal gelebt. Die reden von Spurwechsel, dass Zuwanderern schneller der Aufenthalt gestattet werden soll, wenn sie einen Job finden, wie auch immer – wir reden nicht, wir machen das einfach. Klar, wir machen das einfach mal, wir sind ja nicht die SPD oder wollen uns irgendeinen Flughafen in den Vorgarten klatschen. Also ordentliche deutsche Wertarbeit, angeleitet von, nee, kuratiert muss das ja heutzutage heißen, kuratiert von der Wirtschaft. Kein Politiker sitzt im Aufsichtsrat, weil es keinen gibt. Die Projektmanager waren vorher nicht in der Hauptstadt für Müll und Finanzen zuständig, die haben das tatsächlich gelernt, und wenn die eine Mauer bauen, dann wird das eine Mauer. Darauf gebe ich Ihnen mein Ehrenwort. Weil ich das noch kann, im Gegensatz zu manch anderen.

Die Gefahr besteht natürlich, dass im Osten erst recht ein rassistischer Terrorstaat entsteht. Da wird dann ja kein Ausländer mehr leben, kein Mensch mehr mit Migrationshintergrund, und da geht’s bei den meisten los. Wenn die nie einen Ausländer zu Gesicht bekommen, dann können Sie denen ganz locker einreden, sie seien längst eine Minderheit im eigenen Land. Fahren Sie mal in so ein sächsisches Dorf, wo Sie erst nach der ärztlichen Untersuchung sicher seien können, ob das vor Ihnen Mann, Frau oder Hund ist – es soll da Überschneidungen geben, aber so genau will ich das gar nicht wissen – und sagen Sie denen, in der Stadt hätten die Leute alle schon mal eine Schule von innen gesehen. Den Witz können Sie denen vortanzen, da haben Sie keine Chance.

Wenn wir das jetzt noch schaffen, hier etwas gegen Dumpinglöhne auf dem Bau zu tun und die Arbeitskräfte von Anfang an mit einer soliden Ausbildung an den Beruf zu binden, dann haben wir etwas erreicht, was als Vorbild für Erziehung und Pflege herhalten kann. Das dürfte ein bisschen länger dauern, aber es ist auch noch nicht aller Tage Abend. Wenn wir hier in Deutschland nicht immer nur meckern und Sündenböcke suchen und für alles eine einfache Erklärung parat haben, die sich nicht einmal realisieren lässt, dann kommen wir auch voran. Dieses ganze Befindlichkeitsgefasel, das geht mir jedenfalls schon lange auf die Nerven – hier zählt doch letztlich, ob jemand Verantwortung übernehmen will. Wir haben das selbst in der Hand. Das stärkt jedenfalls die Demokratie mehr als so ein paar politische Sonntagsreden. Und wissen Sie was? Das deutsche Bauhandwerk ist so gut, die nächste Mauer ziehen wir in der mexikanischen Wüste hoch. Einer muss doch diese armen Menschen schützen – gegen Trump!“





Knietief

10 09 2018

„… mit zwei Schüssen getötet worden sei. Maaßen habe sich zur Tatzeit auf dem Podium des Festsaals der sächsischen…“

„… nicht bestätigen könne. Obwohl es mehr als dreihundert Zeugen für die Todesschüsse gegeben habe, sei der Leiter der Soko nicht davon überzeugt, dass alle auch als glaubwürdig eingestuft werden könnten. Man müsse daher zunächst alle Aussagen gründlich prüfen, bevor eine Bewertung der…“

„… die Waffe eindeutig einem illegalen Fund mehrerer Pistolen vom Typ Česká CZ 83 zugeordnet werden könne, der in der Nähe von Zwickau auf einem Waldgrundstück gemacht worden sei. Der von Reichsbürgern aus Thüringen, Sachsen und Bayern vergrabene…“

„… wolle der Generalbundesanwalt zunächst das Ergebnis der Obduktion abwarten, bevor er Maaßen offiziell für tot erkläre und die nötigen beamtenrechtlichen…“

„… könne man wie in vielen ähnlichen Fällen von Hasskriminalität das Opfer selbst nicht aus der Verantwortung für die Gewalttat ziehen. Maaßen hätte durch einen Rücktritt im richtigen Augenblick das Verbrechen verhindern und…“

„… dass Typ und Herkunft der Tatwaffe eher nahelegten, es handele sich bei den Schüssen um eine privat motivierte und im Umfeld des Opfers liegende…“

„… mehrere verwirrte Personen sich bei der Polizei gemeldet hätten, die Maaßen nicht für tot hielten, da sie ihn noch Stunden nach der Tat im Fernsehen gesehen haben wollten. Die Ermittler hätten versprochen, diese Hinweise sehr sorgfältig zu prüfen, um nicht vorschnell eine falsche Bewertung der…“

„… dass der mutmaßliche Täter deutscher Staatsbürger sei. Der sächsische Ministerpräsident sowie der Bundesminister des Innern könnten somit einen terroristischen Hintergrund definitiv…“

„… der Hinweis, es handele sich bei den Aufnahmen um mehrere Monate altes Material aus dem Archiv des ZDF, in dem Maaßen sich brüste, gegen eine Zahlung in Millionenhöhe den Fall Amri vertuscht zu haben, noch nicht ausschlaggebend sei für eine abschließende Bewertung. Die Ermittler müssten erst sicherstellen, wann das Video aufgenommen worden sei und ob es sich bei der dargestellten Person tatsächlich um den…“

„… auf der Trauerfeier im sächsischen Landtag nochmals bekannt habe, dass Rechtsextremismus die größte Gefahr für die Demokratie sei. Kretschmer aber liebe die Gefahr und werde daher für sein Heimatland alle notwendigen…“

„… der Fall rechtliche Konsequenzen haben müsse. Da Maaßen nicht zum Dienst erschienen sei, müsse er mit disziplinarischen Folgen rechnen, die auch in einer Beendigung seines…“

„… eine Nachrichtensperre verhängt habe. Es sei nicht zweckdienlich, so Generalbundesanwalt Frank, wenn Meldungen nur noch von unseriösen Quellen wie BILD, der CSU oder…“

„… Kretschmer die Legende vom Bau einer Mauer scharf zurückgewiesen habe. Er sei noch vor wenigen Tagen an der Grenze zu Westdeutschland entlanggefahren und habe keinen antifaschistischen Schutzwall gefunden, daher müsse man dies als realitätsfremde Hetze linker Kräfte in den…“

„… weiter an Maaßen festhalte. Seehofer habe zum Ausdruck gebracht, dass er auch im Falle von dessen Ableben an seine gleichbleibende Qualität als Präsident des Bundesamtes für…“

„… könne die Soko eine Beteiligung des tiefen Staates in die Tötung ausschließen. Fakt sei aber, dass der Staat sich derzeit knietief in der…“

„… hätten mehrere Zeugen in einer späteren Befragung angegeben, dass sie sich zur Tatzeit an einem ganz anderen Ort aufgehalten hätten. Da es sich bei ihnen um V-Leute der sächsischen Landesbehörde handele, müsse man ihre Aussagen als routinemäßiges…“

„… dass es in Sachsen überhaupt keinen Verfassungsschutz gebe, da das Grundgesetz als westdeutsches Bundesrecht im Freistaat keine Gültigkeit besitze. Kretschmer verneine ebenso die Existenz eines…“

„… generell keine verwertbaren Aussagen bekommen habe. Die Vernehmungen seien größtenteils ergebnislos verlaufen, da alle Angehörigen des Verfassungsschutzes mit Hinweis auf ihre Geheimhaltungsstufe die Fragen als…“

„… könne es sich nicht um ein Verbrechen gehandelt haben, da in Sachsen keine Verbrechen begangen würden. Kretschmer weise außerdem darauf hin, dass es keine Kriminalitätsstatistik gebe und dass diese sehr genau ausweise, dass von den hunderttausend Gewaltverbrechen, die täglich im Freistaat registriert würden, alle auf das Konto linksradikaler, ausländischer oder anderweitig behinderter Personen mit eindeutiger…“

„… sich Seehofer sehr besorgt gezeigt habe, als der Verdacht aufgekommen sei, es könne sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Reichsbürger handeln. Der Heimatminister habe nicht für möglich gehalten, dass Maaßen von den eigenen Leuten mit einer solchen Tat…“

„… dass sich das Mordopfer nicht zur Tat geäußert habe. Das Landeskriminalamt könne daher die Ermittlungen nicht weiterführen und gehe davon aus, dass diese Straftat überhaupt nicht…“





Schmidt oder Einer muss es ja sein

9 09 2018

für Erich Kästner

Es ging den Leuten endlich gut.
Sie konnten täglich essen,
man war gesund und hatte Mut.
In manchen aber kochte Wut,
sie konnten nicht vergessen.

Nicht alles war wie Sonnenschein,
es gab wohl kleine Mängel.
Sie hieben in die Kerbe rein,
das soll die reine Lehre sein:
wir selbst sind nämlich Engel.

Doch diese einen, die sind schuld,
an allem, was beklagt war.
Schon damals nahm man ihnen Huld
und keiner hatte noch Geduld,
der heute recht betagt war.

Nun war das Volk vollständig gleich,
man kann es schon erkennen.
Sie waren alle blond und bleich,
und ebenmäßig, mild und weich,
man kann den Feind nicht nennen.

Der Frieden war schon in Gefahr.
Es ist kein Übeltäter,
und als man fast am Ende war,
Vernunft war aus und Denken rar –
es wurde immer später.

Da hatten sie’s. Der eine Schmidt,
der war zwar nicht verdächtig,
doch schwang hier schon der Argwohn mit,
und zwischen ihnen war wohl Kitt,
sonst wären sie nicht mächtig.

Es gab so viele Schmidts im Land,
die nur sich selbst gehörten,
doch als bei einem Schuld man fand,
hat man sie alle gleich erkannt,
dass sie das Volk zerstörten.

Man hat sie an die Wand gestellt,
der Name nur genügte
den andern, denen das gefällt,
worauf auch gleich die halbe Welt
die Sache leise rügte.

Jetzt hat die liebe Seele Ruh,
die dieses Unrecht mitreißt,
doch schließlich sieh ein jeder zu,
ein Mensch, ein jeder, ist partout
auch selbst schuld, wenn er Schmidt heißt.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDIX)

8 09 2018

João frisiert in Lagares
stets mit den Strukturen des Haares.
Nur wenn beim Blondieren
die Haare krepieren
kann er nicht viel machen – so war es.

Prudencio erklärte in Tame,
es sei das entscheidend Infame,
dass er von den Kunden
doch niemals gefunden.
Die anderen nennen’s Reklame.

Fernando nahm neulich ins Rates
viel Geld aus der Kasse. Er tat es,
da er manche Scheine
verprasste für Weine.
(Er forderte nicht, er erbat es.)

Carl Gustaf verschaffte in Knäred
den Eltern, solange es währet,
Versicherung reichlich,
was sonst unausweichlich
sie früh und entscheidend versehret.

Es schubste Luís in Merufe
die Schafe von Stufe zu Stufe
zum Melken. Die Tücke
lag stets in der Lücke
der Stufe auf dem Weg der Hufe.

Graciela, die führte in Wilde
beileibe nichts Böses im Schilde,
Doch waren untrüglich
und ihr fast unfüglich
zu sehen gar böse Gebilde.

Ricardo sah in Rio Mau
im Garten fast gar nichts in Blau.
Lavendel und Flieder
sind nichts, das Gefieder
bevorzugt er von einem Pfau.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXXX): Volksfeind Zucker

7 09 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Es muss frustrierend gewesen sein für Uga. Alle waren so durchschnittlich in der Sippe, und man brauchte schon eine stattliche Narbe von der Jagd auf die Säbelzahnziege, um bei den Frauen zu landen. Hätte sein Schwager größere Fortschritte gemacht mit der Zähmung von Schafen in der großen Ebene am Fluss, hätten sie irgendwann von einer total hippen Krankheit berichten können. Aber es war frustrierend, keine Laktoseintoleranz für Uga. Überhaupt war der Speisezettel farblos und wenig einladend, außer dem Buntbeerenstrauch vor dem Höhleneingang gab es nichts Süßes, und auch der lieferte nur säuerlichen Wuchs in regnerischen Sommern. Einige kauten Bienen. Nicht mal den großen Feind der vorzivilisatorischen Gesellschaft konnten sie für alles verantwortlich machen, was in ihrem Leben schief lief. Sie hatten keinen Zucker.

Was geht es uns heute schlecht. Der gut sortierte Einzelhandel bietet dreiundsiebzig Sorten Bonbons an, und alle bestehen zu vier Dritteln aus Glukose, im Gegensatz zum bei Kleinkindern ungleich beliebteren Graubrot. Längst hat eine Schicht, die in der eigenen Kindheit noch mit messerrückendick Nuss-Nougat-Schuhcreme auf Toast in die Breite gemästet wurde, die gemeine Erdbeerkonfitüre als ernährungsphysiologischen Störfaktor des Teufels erkannt und boxt alle Eltern im Szenekiez blutig, die ihre Blagen mit Marmeladenbrot im Tornister zur Regelschule schicken. In ihrer Parallelwelt, einer von Dämonen und aufgeblähten Monstern durchwehten Nacht voller Saccharin, schwiemeln böse Zwerge ihren Emmas und Pauls verstrahlte Gummibärchen in die mit Sojakäse beschmierten Dinkel-Chia-Krüstchen, damit sie unkonzentriert werden, im Sachkundeunterricht hibbeln und auf einem zweitrangigen Gymnasium erleben müssen, wie Chiana und Kevin in Physik an ihnen vorbeiziehen, einen Studienplatz in Medizin an der angesagten Hauptstadtuni bekommen, die zweimal pro Woche Kulisse für wirre Arztseifenopern ist, und ihnen später völlig zu recht die Transplantation von Leberlappen wegen vorsätzlich fehlgeleiteten Lebenswandels verweigern. Früh krümmt sich, was am Haken hängen will.

Vergleichen erregte Erziehungsberechtigte den Zucker mit den chemisch nicht ganz unverwandten Alkohol, so ignorieren sie die Tatsache, dass es sich beim Schnaps mitnichten um organisches Material handelt. Auch vom Glücksspiel kann man abhängig werden, aber noch kein Volkspädagoge hat vor einer Mensch-ärgere-Dich-nicht-Szene in den Seitengassen des Bahnhofsviertels gewarnt, wo die charakterlich aus dem Elternhaus vordeformierten Soziopathen langsam aber sicher über Schnick-Schnack-Schnuck ins Dauermonopoly abrutschen, um am Schluss kniffelnd in der Psychiatrie zu verdämmern. Die einfache Gleichung funktioniert nicht, und zwar ausnahmsweise deshalb, weil es keine Ausnahmen gibt: monokausale Erklärungen sind monokausal, erklären aber nichts außer den Bildungslücken des Erklärenden.

Wie gelegentliches Joggen oder eine Tasse Kaffee am Morgen noch kein Missbrauch sind, ist das Verabsolutieren von Zucker als diabolischem Allzweckkrankmacher, der Diabetes und kariöse Ausfallerscheinungen befördert, der billige Versuch einer Umschuldung helikopternder Perfektionisten, die den Fehler gemacht haben, Nachwuchs in die Welt zu setzen, weil damit wertvolle Zeit zur Optimierung der eigenen Schädelhohlkörper flöten geht. Wer seine Blagen mit Zuckerzeug abspeist, sich generell für ihre Ernährung und Erziehung nicht interessiert, weder Art noch Umfang ihrer Nahrungsaufnahme organisatorisch im Blick behält und schon gleich gar nicht die Wechselwirkung mit diversen anderen Einflussgrößen wie Fett oder Bewegungsmangel berücksichtigt, taugt immerhin noch zum schlechten Vorbild für die dicken Kinder im Unterschichtenfernsehen. Der protestantische Versuch, der Ernährung durch den Wegfall von Zucker stromlinienförmige Gottgefälligkeit zu verschaffen, fällt sicher auch nur denen ein, die aus fetischistischen Gründen Schulen zu Brutstätten für Stevia-Taliban machen wollen, damit ihre Ideologie der Distinktion, in der sie selbst schon versagt haben, wenigstens ihren Kindern das restliche Leben versaut. Hier wäre der zeitnahe Eintritt in eine Sekte, die körperlicher Gewalt gegenüber ein entspanntes Verhältnis pflegt, der einfacherer Weg. Vermutlich ist die von Sicherheitsdenken und kompletter Realitätsferne bei grundlegenden Aspekten menschlichen Zusammenlebens seicht in die Tiefenbeklopptheit abgedriftete Masse der Genspender längst auf Koks. Sonst würde sie nicht tapfer ihre Muttermilch, die Oligosaccharidbombe par excellence, als natürlichste Fütterungsform lobpreisen. Warten wir ab, bis sich die ersten Demonstrationen durch die Metropolen fräsen, die Weißmehl und Margarine unter Todesstrafe stellen wollen. Was ein paar bunte Pillen im Mistgabelmob anrichten, wird jedenfalls nie langweilig.