Peterchens Mondfahrt

17 01 2019

„… nicht der chinesischen Wirtschaft überlassen dürfe. Eine deutsche Mondmission sei für die Regierung eine große Chance, den technologischen Fortschritt schon jetzt in die…“

„… sich Söder noch einmal in Erinnerung gebracht habe. Bayern werde die Leitung gerne übernehmen, solange die Finanzierung alleine aus Mitteln des Bundes und der…“

„… sich sofort beteiligen werde. Meuthen fordere allerdings, dass nur in dritter Generation deutsche Astronauten am nationalen Mondprojekt teilnehmen dürften, um eine Islamisierung des Erdtrabanten schon im Keim zu…“

„… sich Wirtschaftsminister Altmaier für eine Förderung des Mondprojekts ausgesprochen habe. Dies werde viele Arbeitsplätze schaffen, die dann in der Folge für mehr Steuereinnahmen und…“

„… gegen eine vorschnelle Digitalisierung des Mondes ausspreche. Söder könne sich nicht vorstellen, dass sein Parteikollege Scheuer den fachlichen Anforderungen gewachsen sei und wolle ihn dafür lieber mit der Entwicklung einer Mondmaut beschäftigen, die noch in dieser Legislatur, spätestens aber im…“

„… die deutsche Bauwirtschaft eigene Pläne entwickelt habe. So sei eine unterirdische Station auf der Rückseite des Mondes durchaus möglich. Die Deutsche Bahn AG werde den Betrieb etwa zwanzig Jahre lang testen, um die Ergebnisse dann in die Fertigstellung des Stuttgarter…“

„… sehe Höcke angesichts der geopolitischen Zwangslage der deutschen Volkheit, die leider keine aus erbarmungslosester Männlichkeit und dem entschiedensten Willen zur Zernichtung aller Rassefeinde entsprungene Eroberung fremder Territorien erlaube, nur eine Möglichkeit: dem Volk ohne Raum müsse es nationale Aufgabe für die nächsten tausend Jahre sein, den Mond als arische Siedlungsfläche für die edelsten Genossen der Volksgemeinschaft und ihre…“

„… habe es noch keine abschließende Antwort gegeben, ob die Rückseite des Mondes bewohnt sei. Daher könne Müller auch noch keine genauen Pläne für eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit…“

„… technisch noch nicht machbar sei. Die CSU wolle daher per Mehrheitsbeschluss eine schnellere Abschiebung sämtlicher Scheinasylanten, die aus Gründen übertriebener Verfassungstreue nicht mehr in ihre Herkunftsländer verbracht werden dürften, auf den Mond, nach Möglichkeit sogar auf die hintere Seite des…“

„… könne man den Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg auch als Weltraumbasis nutzen, da hier die gute räumliche Lage sowie die technische Ausstattung bereits gegeben seien. Für eine rasche Inbetriebnahme müsse nur noch der Brandschutz instandgesetzt werden, der bisher nicht den…“

„… verbinde Altmaier mit der Mission auch den Wunsch, für ein eng begrenztes Zeitfenster von maximal fünfzig Jahren wieder auf fossile Energieträger zurückgreifen zu können. Der Kohleabbau zur Erzeugung weltraumtauglicher Technik werde mit dem Strategiepaper Peterchens Mondfahrt sehr schnell in eine positive…“

„… die nukleare Sicherheit gewährleistet sei, wenn Atommüll ausschließlich auf der Rückseite endgelagert werde. Umweltministerin Schulze sei für eine erste Testreihe offen und erwarte nicht, dass sich technische Schwierigkeiten auf dem…“

„… auszuloten, ob Söder als Offizier auch die Bajuwarisierung des Himmelskörpers in Angriff nehmen wolle. Seehofer sei fest davon überzeugt, dass seine Partei den Ministerpräsidenten auf den Mond schießen wolle und werde seinen Beitrag dazu mit großer Freude und…“

„… eine neue Fußballliga denkbar wäre. Der FC Bayern München habe dementiert, dass er im Vorfeld aus der Bundesliga aussteigen wolle und sei nun der Meinung, dass ein blau-weißes Logo auf der Vorderseite marketingtechnisch eine große…“

„… von Altmaier umgehend zurückgewiesen worden sei. Auf dem Mond könne man weder Wind- noch Wasserkraft nutzen, daher sei die Verbrennung von Kohle in dazu mitgebrachtem Sauerstoff eine alternativlose Brückentechnologie, die geeignet sei, die Börsenkurse der deutschen Energiekonzerne erheblich zu…“

„… ein lebensgroßes Standbild von Markus Söder nur ein Sechstel wiege und daher viel preiswerter sei. Die Christsozialen würden daher eine sechsmal so große Statue für angemessen halten und auch keine Probleme sehen, dass diese aus Bundesmitteln…“

„… die Mondbevölkerung nach Deutschland einwandern werde, da dies die erste Zivilisation sei, mit der sie in Kontakt komme. Sarrazin habe bereits errechnet, dass bei einer durchschnittlichen Ankunft von tausend Mondmenschen pro Tag die Bundesrepublik bereits im Jahr…“

„… eine Entscheidung für die Zukunft getroffen werden müsse. Es sei schon jetzt klar, dass auf der Rückseite des Mondes chinesisches Recht gelte, deshalb müsse die Bundesregierung sich schnell entscheiden, verbindliche juristische Standards für die sichtbare Halbkugel zu fordern. Seehofer habe bereits seinen Rücktritt angekündigt für den Fall, dass Merkel es ablehne, diese Mindestgrenze zu…“

„… keine Zulassung erhalten werde. Die Rakete liege erheblich über den Grenzwerten für Feinstaub, die innerhalb der Erdatmosphäre zu beachten seien, und dürfe daher nicht von Brandenburg aus…“

Advertisements




Toter Winkel

16 01 2019

„Das kommt ganz auf den Preis an. Im Basispaket haben wir das Kantholz, das wird ja auch von den Linken gerne genommen, zumindest erzählen wir das in der Propagandaabteilung. Gegen Aufpreis hauen wir aber auch den Gewehrkolben an den Hinterkopf. Das wird ja gerne genommen.

Wissen Sie, man muss den Markt bedienen, wo er seinen Bedarf zeigt. Mein Kollege zum Beispiel hatte eine gute Erpresserei, ich war bis vor ein paar Jahren im Falschgeldsektor, dann kam mir etwas dazwischen, und jetzt haben wir dieses Startup in einer alten Lagerhalle gegründet. Einer unserer freien Mitarbeiter war früher Polizist, dann hat er eine Auszeit genommen, jedenfalls kennt der sich mit Gewalt aus, und das geht ja immer. Wenn sonst nichts geht, Gewalt geht immer. Und dann gibt eben ein Wort das andere, und dann ist auch schon die Geschäftsidee geboren, und deshalb machen wir heute unseren Attentatsservice.

Auftragsmörder, das klingt so banal. Erstmal muss das natürlich kein Mord sein, wir sind da im Gegensatz zu den meisten Dummschwätzern schon sehr professionell unterwegs und geben unseren Mitarbeitern eine exzellente juristische Schulung mit auf den Weg. Also Körperverletzung, schwere Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung, Körperverletzung mit Todesfolge, das sind so die hauptsächlich gebuchten Leistungen. Wenn wir das als Service bezeichnen, dann können Sie sich auch sicher sein, dass Sie die passende Dienstleistung für Ihr Geld bekommen. Wir haben einen Ruf zu verteidigen, das ist Ihnen hoffentlich klar. Wenn Sie mal einen Blick in unsere Referenzliste werfen möchten, wir liefern erstklassige Qualität.

Ihr Kandidat kommt also immer hier aus der Querstraße? Ich frage nur, weil der Eingang zum Parkhaus nämlich dort drüben liegt, und da hängen normalerweise zahlreiche Überwachungskameras. Das müssten wir dann hier an der Ecke erledigen, da bei dem Verkehrsschild ist auch noch ein toter Winkel – ja, das würde schon passen, aber wir gehen die Sache ernsthaft an, das ist schließlich unsere Profession – und da haben wir eine Strecke von etwa fünf bis sechs Metern, die wird nicht von der Kamera erfasst. Es kommt immer darauf an, ob Sie die Videoerfassung für die Dokumentation in Betracht ziehen, dann müssen Sie nicht mehr hier auf der anderen Straßenseite stehen oder aber da im dritten Stock am Fenster, da ist eine Zahnarztpraxis und das Wartezimmer geht auf die Straße, oder ob Sie die Zeugenaussagen lieber gleich selbst in die Pressemitteilung schreiben wollen. Dann müssen Sie nämlich damit rechnen, dass die Polizisten ihren Job auch nicht erst seit drei Tagen machen.

Natürlich helfen wir Ihnen bei der PR, wir haben ja die Fachleute. Im Basispaket ist ein Leitfaden für Zeugenaussagen, den können Sie gerne nutzen, aber Sie müssen das halt stimmig gestalten. Also nichts von einem Raubüberfall erzählen, wenn Sie Videoaufnahmen haben, die einen wegrennenden Täter zeigen, der dem Opfer nicht einmal in die Manteltaschen greift. Damit haben Sie ganz schnell die Öffentlichkeit gegen sich, und das muss doch nicht sein.

Am besten ist es immer, wenn Sie nicht alle Tatbeteiligten briefen. Den Typen mit dem Werkzeugkasten, den kriegen Sie für kleines Geld dazu. Der ist ein bisschen doof auf einer Backe, der hat zum Beispiel hier zufällig nachts ein brennendes Auto entdeckt, das zufällig dieser einen Tante aus Ihrer Partei gehörte. Wenn man nachts dreihundert Kilometer durch die Gegend fährt und pünktlich um halb vier in einer Seitenstraße ist, und es fällt einem nicht auf, dass man dafür hundert Euro kriegt und plötzlich brennt genau das Auto mit demselben Nummernschild wie auf dem Zettel im Briefkasten, wo auch die hundert Euro drin waren, dann hat man auch als erstes den Impuls, ein Opfer vom Gehweg zu ziehen und die Polizei zu rufen. Wenn Sie dem erst erklären müssen, wie er sich zu verhalten hat, dann haben Sie schnell ein Problem mehr als nötig.

Schlagring? haben wir auch im Programm, aber ich warne Sie. Ab hier wird’s richtig teuer. Reizgas, linke Parolen, eventuell bringt noch einer seinen Kampfhund mit, das ist ja alles möglich, aber jede Leistung hat ihren Preis, nur, dass Sie es wissen. Wir müssen das alles akribisch planen, das geht nicht von jetzt auf gleich, und Sie wollen doch nicht für irgendeinen Dilettantenkram bezahlen. Das machen Ihnen irgendwelche Suffköppe aus Dresden billiger? Glückwunsch, dann können Sie sich die Mischpoke hinterher im Landgericht angucken, wie sie vom Staatsanwalt in die Tonne getreten werden. Entweder billig oder professionell, eins geht nur.

Dann haben wir hier noch die Pressekonferenz, die begleiten wir im Basispaket nicht, aber gegen Aufpreis können wir eine Kommunikationsstrategie entwerfen. Es gab eine Videoaufzeichnung? Die Polizei wird sie nicht rausrücken. Die Polizei veröffentlicht die Aufnahmen? Das Video ist im Auftrag der Antifa zurechtgeschnitten worden. Es gibt drei identische Aufnahmen von drei Kameras? Merkel hat das Attentat angeordnet und von den Juden bezahlen lassen. Außerdem war das Attentat vorher angekündigt, weil die ganze Presse seit Jahren alle Mitglieder Ihrer Partei ins Arbeitslager stecken will. Eine gute Kommunikationsstrategie kriegt das hin, jede Wette. Ansonsten ist das nur eine Frage des Honorars.

Nur eins, Finger weg von Bekennerschreiben. Dazu sind Sie, und das nehmen Sie mir jetzt bitte nicht übel, einfach zu dämlich.“





Aufbruchsstimmung

15 01 2019

„… sei die Gründung von Aufbruch deutscher Patrioten – Mitteldeutschland bereits erfolgt. Poggenburg werde bis zur Bundestagswahl viele Millionen Stimmen für die…“

„… aus persönlichen Gründen erfolgt sei. Mit dem Urteil, dass die Partei den mehrfach mit Haftbefehl gesuchte AfD-Politiker auf zwei Jahre für alle Ämter gesperrt habe, gehe ihm eine wirtschaftliche Grundlage zur Tilgung seiner…“

„… aber explizit ausgenommen worden sei. Thüringen sei ein weltoffenes und demokratisches Bundesland und müsse daher in der Regionalpartei unbedingt eine wichtige…“

„… werde er die Interessen der mitteldeutschen Bevölkerung gegen die restliche BRD GmbH vertreten. Poggenburg verlange nach der Auflösung dieses jüdisch-alliierten Konstruktes allerdings, dass er selbst das Stammkapital auf sein Girokonto bei der…“

„… dass eine Vereinigung der Partei mit PEGIDA parteienrechtlich nicht zu bewerkstelligen sei. Außerdem habe Bachmann in einer Pressemitteilung verlauten lassen, dass er ungern mit einem vorbestraften…“

„… einen eigenen Landesverband der AdP gründen werde. Voraussetzung, so Höcke, sei, dass er selbst den Parteivorsitz als designierter Führer und Kanzler des Deutschen Reiches nach der…“

„… als Wahlkampfziel die Streichung des §130 StGB in den mitteldeutschen Bundesländern in Angriff nehme. Dies solle vor allem der Absicherung dienen, dass nach der Wahl noch ausreichend viele Aufbruch– Mitglieder auf freiem Fuß sind, um eine Regierung zu…“

„… abschlägig beschieden worden sei. Höcke werde nun nach intensiver Rücksprache mit seinen Rechtsbeiständen eine Rückzahlung von Darlehen in Höhe von…“

„… das Logo der neuen Rechtspartei nicht mehr in Blau gestaltet werden dürfe. Petry habe mit einer anwaltlichen Stellungnahme die…“

„… Thüringen explizit von seiner Gruppierung ausnehmen werde, da es sich nicht um einen mittel-, sondern einen ostdeutschen…“

„… gerne dabei behilflich sein werde, die Mauer wieder aufzubauen, um die Bevölkerung in der ehemaligen DDR in einem eigenen Staat zu befrieden. Sonneborn erwarte lediglich, dass die AdP sämtliche Nationalsozialisten in ihre eigene Zone schaffe und sie nicht wieder nach…“

„… scharf verurteilt habe. Für Steinbach sei Ostdeutschland ausschließlich das von polnischen Invasoren nach dem Vernichtungskrieg gegen das Deutsche Reich Gebiet, das seit Jahrhunderten von rassefremden Untermenschen okkupiert werde. Es brauche endlich eine Partei, die unter ihrem Vorsitz die Verfehlungen der deutschen Ostpolitik seit…“

„… dass die Partei den Linksfaschisten Höcke nicht mehr als Mitglieder akzeptiere. Dieser habe durch sein Amtsenthebungsverfahren hinreichend deutlich gezeigt, dass er unzuverlässig und…“

„… nur ein verjiddelter Schmarotzer sei, der im Zuge einer nationalen Staatsnotwehr in die Gaskammer geprügelt werden müsse, da er der Verniggerung durch Museldreckschweine mit voller Absicht Vorschub leiste. Maier werbe öffentlich damit, den Volksverräter Poggenburg mit einem Kantholz zu…“

„… weise Höcke darauf hin, dass jeder, der ihn als Linksfaschisten bezeichne, ein Rechtsfaschist sein müsse. Daher sei er als einziger in der Lage, Deutschland zu retten vor der Gefahr einer Revolte durch Poggenburg und seine linksfaschistischen…“

„… könne sich die AdP Maier durchaus als stellvertretenden Parteivorsitzenden vorstellen, wenn er bereit sei, sein Mandat im sächsischen Landtag mit sofortiger Wirkung für die…“

„… dass auch eine Vereinigung mit der NPD ausgeschlossen sei. Franz sperre sich nicht gegen eine Zusammenarbeit mit anderen rechtsextremen Kräften, es gebe aber bei den Nationaldemokraten bereits ausreichend pädophile Soziopathen, so dass es keiner weiteren…“

„… eine Gegenbewegung im Westen grünen wolle. Gedeon wolle nicht aus der AfD austreten, sehe aber die Legalisierung der Holocaustleugnung und eine rassereine Volksgemeinschaft als in der Verfassung verankertes Staatsziel durchaus als motivierende politische Ziele an. Die von Baden-Württemberg ausgehende Gründung von Sozialer Aufbruch – Nationalisten sei nur eine Frage von…“

„… habe der stellvertretende AdP-Vorsitzende Maier Höcke und die Altpartei AfD als gefährliche Volksverräter bezeichnet, die durch linken Terror die muslimischen Bewohner aus Mitteldeutschland vertrieben hätten, so dass es heute kein ausreichend sichtbares Feindbild für die…“

„… habe Meuthen angekündigt, den Vorsitz der Fraktion zu übernehmen. Er gehe davon aus, dass er dadurch ein dreifaches Gehalt beziehe, sich nicht zu Sachfragen äußern müsse und auch keine…“

„… könne sich Maaßen vorstellen, als Sonderberater für die Bewegung tätig zu werden. Es müsse vor der Bundestagswahl eruiert werden, ob die Partei nach dem Sieg das ganze deutsche Staatsgebiet, nur Mitteldeutschland oder auch von Polen und der Sowjetunion besetzte Gebiete im…“

„… den Zusammenschluss beider Gruppen als Neuer sozialer deutscher Aufbruch – Poggenburg in den Wahlkampf zu führen. Der Bundesvorsitzende sei sich sicher, dass eine Partei, die bereits im Namen klarmache, wofür sie stehe, eine große Zukunft bei den…“





Schnauze

14 01 2019

„Und er hat tatsächlich gesagt, dass er sich die Kanzlerkandidatur zutraut?“ „Meine Güte, diese Springerschmierlappen haben ihn gefragt, da kann er schlecht nein sagen.“ „Warum eigentlich nicht?“ „Weil sonst die SPD endgültig weg ist.“ „Und was ist sie jetzt?“

„Ich verstehe ja, dass Sie das kritisch sehen, aber dann müssen Sie auch konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Situation…“ „Nicht schon wieder die alte Leier!“ „Haben Sie Lösungsvorschläge, ja oder nein?“ „Den ganzen Laden in die Tonne treten, aber mich fragt ja wieder keiner.“ „So leicht dürfen wir es uns auch nicht machen, schließlich haben wir staatspolitische Verantwortung.“ „Für die SPD?“ „Nein, für… ach, ist ja auch egal jetzt.“ „Dann sagen Sie’s halt, ich meine, Sie glauben doch noch an das Wunder von Berlin, oder?“ „Erstmal müssen wir uns erneuern, das sagen doch alle.“ „Sehen Sie es mal positiv, wenn wir das eh nicht schaffen, dann sollten wir es wenigstens glaubwürdig beenden.“ „Wie das denn?“ „Na gucken Sie, Scholz gibt uns das gute Gefühl, mit diesem Kandidaten tun wir alles für eine Erneuerung – und wir verhindern gleichzeitig wirksam, dass sie stattfindet.“ „Sie meinen, das geht?“ „Das hat die SPD bisher mit dem Sozialismus auch hingekriegt.“

„Warum beißen sich jetzt alle an diesem Mann so fest?“ „Weil er dieses gewisse Etwas hat.“ „Wie bitte?“ „Naja, knapp unterhalb von Charisma.“ „Entschuldigen Sie mal, was haben Sie denn da wieder geraucht!?“ „Dann hören Sie sich mal an, was der sonst so von sich gibt. Wenn Sie nicht so genau hingucken, dann kann man den Eindruck kriegen, Schmidt hätte sich in der Hausnummer geirrt.“ „Oder in der Partei.“ „Ach was, das ist doch seine Masche.“ „Sie meinen, der macht das mit Absicht?“ „Alles.“ „Alles?“ „Zunächst: Hamburg. Wenn ein Kanzler irgendwo herkommt, dann aus der Hansestadt.“ „Die Merkel ist doch aber aus der Zone?“ „Und in Hamburg geboren.“ „Ach so.“ „Eben. Und dann dieses weltmännische Verstehen von Volkswirtschaft, da merkt man doch: der hat so einen preußischen Chic, der macht das nicht für Geld.“ „Der wandert hinterher in die Wirtschaft ab, darauf können Sie aber Gift nehmen.“ „Was er danach macht, ist schnurzegal. Und dies harte, man möchte sagen: männliche Durchgreifen in höchster Gefahr für seine Stadt!“ „Sie wollen jetzt nicht die Sturmflut 1962 mit dem Polizeieinsatz bei der Kapitalistenparty vergleichen?“ „Schmidt hat auch aufs Grundgesetz gepfiffen.“ „Aber doch nicht auf Artikel 1!“

„Wissen Sie, so eine Koalition mit der Union kann ganz lustig sein, man muss nur die richtige Konstellation finden.“ „Sie meinen ernsthaft, dass die SPD den Kanzler stellt und die CDU den Junior macht?“ „Andersrum will’s der Wähler nicht mehr, so viel steht schon mal fest.“ „Jetzt verlieren Sie langsam den Boden unter den Füßen.“ „Und mit der Sachpolitik machen wir es dann wie mit der Erneuerung.“ „Die findet also auch nicht statt?“ „Zumindest nicht so, wie sich die Opposition aus Grünen und Linken das vorstellt. Mit einem echten Wirtschaftskanzler kann man doch Hartz IV nicht abschaffen.“ „Wirtschaftskanzler?“ „Merz hätte das auch nicht gemacht.“ „Entschuldigen Sie mal, das ist doch Realsatire! Von einem SPD-Kanzler wird man erwarten, dass er sich um die Mieten kümmert und um die Löhne, um Kitas und Pflege und…“ „Macht er doch, jede Wette. Unsere Kampa wird der Knaller, sollen Sie mal sehen!“ „Also wieder nur ein Wahlkampfkanzler?“ „Denken Sie an sein Vorbild, wir werden ein politisches Beben sehen, das geradezu an einen Ruck erinnert. Jetzt erleben wir Scholz-Schnauze.“ „Schnauze?“ „Naja, die Schnittmenge mit Schmidt ist nicht gerade groß, aber irgendwo muss man doch anfangen.“ „Ich wäre sehr vorsichtig mit dem Spitznamen, gerade in Hamburg hat man seinen Brechmitteleinsatz gegen Kleinkriminelle immer noch gut im Gedächtnis.“ „Das wäre eher eine parteiinterne Bezeichnung.“

„Wenn ich das richtig verstanden habe, ist er innerhalb der eigenen Partei auch umstritten.“ „Das kann man so sehen, es halten sich ja noch andere für kanzlertauglich.“ „Weil?“ „Na, aus Gründen halt.“ „Nein, ich meine… ach, vergessen Sie’s.“ „Schauen Sie mal, in dieser Hinsicht ist doch Scholz ein absolutes Multifunktionswerkzeug.“ „Das verstehe ich nicht.“ „Klar, das muss man auch erlebt haben, aber…“ „Nein, nicht so.“ „Sehen Sie, der Sozialismus, politische Inhalte, die Erneuerung, und jetzt auch noch die Kanzlerschaft – das ist ein Zukunftsmodell für die Sozialdemokratie!“ „Also wir träumen von der Kanzlerschaft, aber wir wissen genau: mit dem Mann kann man sich das langfristig in die Haare schmieren.“ „Jawohl, und dann kommt erst die Zukunft: wir haben eine Perspektive, von Wahl zu Wahl.“ „Von Ewigkeit zu Ewigkeit, das wollten Sie doch sagen?“ „Oder so, jedenfalls ist mit solchen Kanzlerkandidaten ausgeschlossen, dass wir je auch nur in die Nähe der politischen Verantwortung geraten.“ „Ab jetzt Ausruhen auf der Oppositionsbank?“ „Für den Rest des Lebens, oder wenigstens solange, wie es die SPD noch gibt.“ „Und danach?“ „Wie, danach?“ „Das muss ja nicht unbedingt zusammenfallen.“ „Stimmt, aber wenn man erstmal die richtige Erfahrung gesammelt hat, ein Profil, ein Image, verstehen Sie, was sich auch in der Öffentlichkeit gut verkaufen lässt, dann kann man das doch wirklich auch mal einsetzen und sich für die Gesellschaft, also die Wirtschaft, verstehen Sie, die braucht solche Köpfe immer.“ „Was soll ich in der Wirtschaft?“ „Wer redet denn von Ihnen? Ich rede von Olaf Scholz!“





Agnus Dei oder Die Mittel heiligen den Zweck

13 01 2019

für Erich Kästner

Versinkt das Land betulich im Gegreine,
so fühlt die Masse sich erst richtig wohl.
Ihr seid uns gleich. Wie alle dummen Schweine
läuft das zur Schlachtbank, wo es enden soll.

Geht auf die Knie. Das ist die rechte Pose,
die jedem Opfer für das Volk gebührt.
Ihr habt’s gehört. Macht Euch nicht in die Hose.
Das war der Plan, Ihr habt ihn ausgeführt.

Da tut Ihr bass erstaunt: wer Euch verachtet,
verachtete doch früher nur den Rest?
Das muss so sein, denn wenn man Euch nicht schlachtet,
kann’s sein, dass Ihr es nachher nicht vergesst.

Jetzt schreit schon „Vaterland!“, doch niemals: „Mutter!“
Wer will ein Waschweib sein für Volk und Land?
Ihr dient der Macht nur als Kanonenfutter,
denn Ihr seid höchstens mäßig bei Verstand.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CDXXV)

12 01 2019

Belinda, die flirtet in Ballenstein
und mancher tappt in ihre Fallen rein,
der guckt, statt zu denken.
Dem wird sie nichts schenken,
sie will nur zu seinem Gefallen sein.

Abdullah sägt in Bir al-Abd
ein Türblatt aus, dass richtig klappt,
doch kommt zu den Türen-
noch Schlossergebühren,
da hier auch ein Türschloss noch schnappt.

Im Walde sucht Dušan in Drautz
nach Eulen. Er stolpert – pardauz!
kommt er rasch zum Liegen.
Er sieht nur noch fliegen
vom Ast in den Himmel den Kauz.

Dambudzo, der pflegt in Harare
ein Lager wohl über die Jahre
an kostbaren Weinen.
Er trinkt, will man meinen,
davon, statt, dass er sie verwahre.

Beáta, die friert’s in Großschützen
am Kopf, denn sie trägt keine Mützen.
Trotz recht großer Ohren
hat sie sie verloren,
sie wollten bei ihr nie recht sitzen.

Fährt Clayton zu schnell in San Ġwann,
liegt es am Motorradgespann.
Was er nämlich glaubt, ist,
wie schnell es erlaubt ist,
berechnet sich immer pro Mann.

Verkauft Ľuba in Bursanktpeter
Versicherungen, fährt sie später
nicht mehr zu den Kunden.
Sie hat’s nicht gefunden
und schickt einfach ihren Vertreter.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXLVI): Unsinnige Pyrotechnik

11 01 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Das Ritual blieb. Alle Jahre wieder kauten die Jünglinge aus Rrts Sippe samt angrenzendes Volks vergorene Buntbeeren, bis sie erst lustig wurden und dann knapp vor doof. Der erste, der sich nur im Lendenschurz in die Steppe traute, wo die leicht genervte Säbelzahnziege in Ruhe vegetieren wollte, genoss das höchste Ansehen beim Damenflor, stets vorausgesetzt, jene Ziege gab dem kreischenden Knirps nicht eins mit den Hörnern mit, was sich auf die Familienplanung fatal hätte auswirken können. Wer überlebte, konnte sich ruhig zum Deppen machen, denn er hatte es ja überlebt. Dass diese Zuchtauswahl vorwiegend grottoid ausgestattete Vollhonks in den Genpool pinkeln ließ, machte die Evolution nicht unbedingt erfolgreicher und erklärt manche Spätfolge, unter anderem, warum so viel hässliche Flusenlutscher Stammväter ihrer Völker wurden. Und warum das Ritual blieb.

Wir haben das ja heute gar nicht mehr nötig. Statt sich Zufallsalkaloide in die Birne zu drücken, greift der professionelle Nanodenker zum Schnaps, der so wohlig die Synapsen anlöst, und holt sich im Discounter des Vertrauens das Ballerpaket zum Preis eines vergoldeten Lamms – was kann schon schiefgehen in der Kombination? Und wahrlich, sie versuchen mit akribischem Zorn auf die Materie jede noch so klinisch bekloppte Idee zu realisieren, wie man Explosionskörper zum Detonieren bringen kann. Im Ergebnis sprengen sie sich die Flossen weg, lassen Knochensplitter durch die Luft spritzen und marmeln sich mit etwas Glück den Schädel ein. Auch im nüchternen Zustand schaffen sie es, einfach konstruierte Flugkörper bodennah in der Horizontale zu zünden, damit’s dem Nachbarn die Gonaden wegzoscht oder wenigstens seinen Hund atomisiert. Früher hatte es noch gereicht, im Kampf gegen die Elemente heldenhaft der Gefahr ins Auge zu blicken, heute verliert man in einem Arbeitsgang mindestens noch ein Auge, um beim Niki-Lauda-Ähnlichkeitswettbewerb die Endrunde zu rocken. Als Sicherheitsbelehrung reicht Wer das liest ist doof ja längst aus, weil es die Zielgruppe so elegant wie vollständig abdeckt.

Der Traum, rücksichtlos mit der Kettensäge im Anschlag durch ein Wohnviertel zu delirieren, fasst die hart unterdrückten Männlichkeitsfantasien der kernbescheuerten Torfatmer geradezu idealtypisch zusammen: warum sollen nicht auch andere zünftig aufs Maul kriegen, wenn der Dumpfklumpen selbst in einer komplett ersetzbaren Randexistenz vor sich hindümpelt? Schwillt dem Trottel der Kamm, so nähert er sich asymptotisch zutiefst verinnerlichten Selbstvernichtungsbildern, denen die majestätische Ruhe des ehemals Organischen folgt, die Stille nach dem Stuss, wenn sich blässlich die Sonne hebt über den Haufen aus Böller, Bein und Blutopfern. Nichts davon ist neu.

Die Psychoanalyse versucht den Holzschnitt des bornierten Urmenschen zurecht zu schwiemeln, der in Naturgeisterfurcht wilde Heere mit allerhand Gedöns vom Himmel feuern will und postmodern überformt seine alte Heidenangst im Abendland zu kultivieren versucht. Ganz nebenbei erliegt er dem Guckreiz und ästhetisiert seine Angst bis zum kollektiven Knalltrauma. Natürlich braucht der heutige Hominide die Rationalisierung, doch die funktioniert nun einmal nur mit den Zombies auf dem Hirnfriedhof, dem wimmernd verdrängten Grausen, das jammerläppische Zärtlinge treibt, wie sie im Vollbesitz präpotenter Willenskraft Mut proben. Etwas weniger deformierte Protzbrocken reagieren saisonunabhängig ihre Mannhaftigkeit am Kugelgrill ab, andere lassen sich auf Rollschuhen am Rennwagen nachschleifen, bis die Schädelbasis schmackig am Betonboden aufknuspert, doch nur Feuerwerk bietet den Spaß für die ganze Familie, die bei einem Druckstoß die Stratosphäre füllt. Der heimliche Bombenbürger denkt auch an Renommee und Ehre, wenn er dem Sprengsport nachgeht.

Denn unsinnige Pyrotechnik ist mitnichten nur Ausdruck eines grob gestrickten Egos, das gerne die Umwelt kaputt macht, damit es nicht alleine in der Versenkung verschwindet, sie ist ein solide an der Schädelinnenseite festgepfriemelter Marker für soziale Distinktion. Höher, greller, lauter muss es sein, wenn man die Kasper aus der Nachbarbutze in die Schranken weisen will – wer mehr Kohle in die Feinstaubproduktion investieren kann, um die Welt für seine Kinder zu versauen, demonstriert damit Überlegenheit, noch dazu mit einer Ware, die stets der herrschenden Klasse vorbehalten war. Und so zeigen sich Jahr um Jahr Herden verstrahlter EEG-Nullkurven, dass sie die Ausbildungsvorsorge für ihre Brut in den Himmel schießen können, denn nur so nimmt man sie als elitäre Zusammenrottung an der Spitze der Einwohnerpyramide ernst. Man könnte das einfacher haben, aber wer brettert schon mit Absicht seinen SUV in die Leitplanke, um in einem epischen Lichtblitz zu verenden. Die Geister geht es nichts an, sie kennen das Gesülze von der freien Entfaltung der Persönlichkeit in der unmännlichen Gesellschaft, so vorhersehbar ist die Schar derer, die zum Schluss im Do-it-yourself-Armageddon abtreten wollen. Darwin, übernehmen Sie.