Ringtausch

11 05 2022

„Also alles kriegt man ja mit Schokolade auch nicht hin.“ „Was das kosten würde!“ „Sie sind lustig, so viel Schokolade kann man gar nicht auftreiben.“ „Also Fakt ist doch, viele Pflegekräfte könnten sich durchaus die Rückkehr in den Beruf vorstellen.“ „Und wo ist jetzt das Problem, von dem Sie ständig reden?“ „Es bleibt halt bei der Vorstellung.“

„Wir reden jetzt aber nicht schon wieder über die Teilzeitkräfte, die wieder in Vollzeit arbeiten würden?“ „Doch.“ „Das reicht aber nicht.“ „Bei denen würde etwas Schokolade vielleicht helfen.“ „Jetzt hören Sie doch mal mit der alten Leier auf, wir brauchen hier weder Bestechungsversuche noch Balkonklatscherei!“ „Es könnte ja helfen, wenn die Arbeitszeiten besser gestaltet werden.“ „Wegen der Überstunden?“ „Das heißt, die Pflegekräfte kehren zurück, wenn es mehr Pflegekräfte gibt?“ „Das ist doch total unlogisch!“ „Wenn die mit uns nicht auf vernünftigem Niveau diskutieren wollen, macht das halt keinen Sinn.“ „Außerdem können wir für die jetzt nicht ständig neue Personalschlüssel einführen, das würde viel zu viel kosten!“

„Wo Sie das gerade sagen, mit Gehalt ist nichts in der Planung?“ „Wenn Sie das bezahlen wollen, reden wir gerne über Geld.“ „Psychologisch ist das ja ganz falsch.“ „Sie meinen, dass die intrinsische Motivation darunter leiden würde?“ „Wenn man das nur für Geld macht, kann man ja gar kein guter Pfleger sein.“ „Schauen Sie sich mal die Politiker an, wie die in der Pandemie tagelang um Lösungen gerungen haben.“ „Und die Aufsichtsräte in den Klinikkonzernen!“ „Davon können sich Pfleger ruhig eine Scheibe abschneiden!“ „Gerade in dem Beruf muss man doch begreifen, dass man für die Menschen Verantwortung trägt!“ „Sie meinen die Politiker, richtig?“ „Deshalb werden die ja auch so gut bezahlt, um die Belastung auszuhalten.“

„Und Tarifbindung?“ „Das wäre letztlich nur ein anderer Ausdruck für Gehaltserhöhung.“ „Aber es klingt viel zuverlässiger.“ „Kostet auch zuverlässig mehr.“ „Dann kann man als Pflegekraft ja gleich in die Kita gehen.“ „Oder in die SPD.“ „Also die soll ja ganz gut zahlen, habe ich gehört.“ „Nur für die Vollzeitmitglieder.“ „Ach so.“

„Wertschätzende Führung wäre doch auch mal einen Versuch wert.“ „Psychosoziale Unterstützung ist wichtig!“ „Ich finde, das könnte man denen als selbstorganisierten Prozess mitgeben.“ „Außerhalb der Arbeitszeit?“ „Zahlen Sie das?“ „Wenn Ärzte in ihrer Dienstzeit im Bereitschaftszimmer schlafen dürfen, müssten wir das ja wohl auch…“ „Ich finde, wir müssten sowieso mal über die Stärkung der Pflegeberufe gegenüber den Ärzten diskutieren.“ „Weil die meisten Ärzte von Pflege nicht so viel verstehen wie das Pflegepersonal?“ „Jetzt fangen Sie bitte nicht damit an, das endet doch nur damit, dass Pfleger Arztgehälter haben wollen!“ „Es ist im Pflegeberufegesetz aber so vorgesehen.“ „Und die Regierung wollte im neuen Heilberufegesetz die professionelle Pflege um heilkundliche Tätigkeiten ergänzen.“ „Wenn ich jetzt bald meinen Pfleger mit ‚Herr Doktor‘ anreden muss, hört’s aber auf!“ „Die Politik, die Politik – die haben doch momentan mit dem Krieg und der Energiekrise genug zu tun.“ „Da können die Pflegekräfte ja auch mal dankbar sein, dass sich noch jemand um sie kümmert!“

„Könnte man es nicht mal mit einem Ringtausch versuchen?“ „Also deutsche Pfleger nach Polen und polnische in die Slowakei?“ „Vielleicht hessische nach Berlin und sächsische an die Nordsee.“ „Das wird nichts.“ „Dann polnische nach Sachsen.“ „Ist jetzt schon der Fall.“ „Ich meinte eher, wir könnten die Arbeitskräfte aus der Gastronomie, die nicht in den Einzelhandel gegangen sind, mal in die Pflege schicken.“ „Ursula von der Leyen hat angerufen, sie will ihr Märchenbuch zurück.“ „Aber Pflege kann doch jeder?“ „Sagen zumindest die Politiker.“ „Dann frage ich mich, wo unser Problem liegt.“ „Solange wir noch freie Betten haben, haben wir ja für die Politik auch kein Problem.“

„Und die Einarbeitung?“ „Ich stelle mir das so vor, dass die bereits erfahrenen Kräfte die neuen Pfleger mit schulen, ausbilden und Quereinsteiger in Kompetenzteams einarbeiten.“ „Das wird in den anderen Ländern schon so gemacht.“ „Dann muss man das in Deutschland gar nicht erst versuchen.“ „Wir könnten die Dienstpläne autonom von den Pflegekräften gestalten lassen.“ „Dann haben wir auf Station jeden Tag 1. Mai.“ „Und wenn es nicht funktioniert?“ „Wenn wir riskieren, dass die ganze Sache schiefläuft, sollten wir es vielleicht lieber gar nicht erst versuchen.“ „Das sehe ich auch so.“ „Und das hilft uns jetzt weiter?“ „Ich meine, wir sollten nicht auch noch den Status quo gefährden.“

„Also ich habe langsam keinen Bock mehr auf dieses Zeug, ich rufe jetzt den Bundeskanzler an.“ „Fernsehansprache?“ „Der hat sicher eine Idee, wie man mit einer ganz tollen Werbekampagne für den Wiedereinstieg in die Pflege…“ „Und das bezahlt der Bundeskanzler?“ „Jetzt machen Sie doch nicht immer alles madig, bevor sich die Politik nicht dazu geäußert hat.“ „Richtig, meckern kann man bei der Regierung erst hinterher.“ „Haben wir denn diese Bürgerversicherung schon, mit der die das alles finanzieren wollten?“ „Wir können auch nicht das Seniorenheim an der Ecke dichtmachen, weil der Laden keine Tariflöhne zahlen will.“ „Solange wir einen Finanzminister haben, der Gewerbefreiheit als Menschenrecht versteht, wird das auch nicht passieren.“ „Geben Sie mir mal das Kassenbuch.“ „Sie können doch nicht einfach…“ „Das ist mir egal.“ „Denken Sie an die Folgen!“ „Welche Firma war das noch mal, bei der sie neulich so viel Schokolade weggeschmissen haben?“





Vermögensbildende Maßnahmen

10 05 2022

„… dass mittelfristig von allen Abstriche gemacht werden müssten, die unter einer Rezession leiden würden. Die Bundesregierung sehe die steigende Inflation mit Sorge und Rate den Bürgern daher zu Sparsamkeit und…“

„… nicht nur für Lieferkettenprobleme durch die kriegerischen Aktionen in der Ukraine entstehe. Für das Bundesministerium des Innern sei es eine Aufgabe von nationaler Bedeutung, jetzt für alle Verbraucher einen Notvorrat zu…“

„… es angesichts der steigenden Energiepreise ratsam sei, Wohneigentum jetzt zu erwerben, um eine krisensichere Geldanlage zu besitzen. Obwohl sich die Zinsentwicklung vordergründig nicht zum Vorteil der Bauherren abzeichne, könne durch eine Spekulation mit…“

„… setze Faeser auf die Eigenverantwortung der Mittelschicht, Artikel aus dem niederpreisigen Segment nicht zu hamstern, sondern nur in den notwendigen Mengen zu kaufen, damit Menschen mit wenig oder keinem Einkommen ihren Vorrat nicht vollständig aus dem gehobenen…“

„… dass die Mittelschicht sich auf weniger finanzielle Spielräume einstellen müsse. Auch die Geldinstitute seien mit ihren Verbraucherkrediten zusehends skeptischer geworden, wenn es um so schwierige Dinge wie Urlaubsreisen oder…“

„… nach dem Erfolg der Impfkampagne eine weitere Volksaufklärung starten wolle. Es sei den Menschen nicht bewusst, dass eine Reserve an Trockennudeln ohne Wasser und Strom sich nicht für eine ausreichende…“

„… auf Rüstungsaktien ausweichen müsse, die in der aktuellen Kriegslage als gutes Investment für flüssiges Risikokapital gelten würden. Analysten seien weiterhin der Ansicht, dass auch eine atomare Bedrohung des Westens die Börsenkurse nur um wenige…“

„… abgelaufene Konserven aus alten NVA-Beständen nicht geeignet seien, als Nothilfe in die Ukraine geschickt zu werden. Die Bundesregierung halte eine Beschickung der Tafeln dagegen für ein schnell und unbürokratisch umzusetzendes…“

„… notwendigerweise in der Gastronomie zu einem Fachkräftemangel kommen müsse, wenn nur angelerntes Personal beschäftigt werde. Dies ermögliche auf der anderen Seite jedoch anderen Wirtschaftsbereichen, eine wachsende Zahl an Hilfsarbeitern für ihre jeweiligen…“

„… seien auf der Liste des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz Medikamente verzeichnet, die in jedem Haushalt vorhanden sein müssten, um die klinische Versorgung nicht zu überlasten. Die Bundesregierung hoffe, dass die Pharmakonzerne auch ohne gesetzlichen Druck ein freiwilliges…“

„… nicht nur negative Folgen habe. So führe die Verteuerung von elektrischem Strom auch zum Kursanstieg der Aktien, die einer breiten Schicht die Eröffnung eines Depots zur Altersvorsorge erlaube, wie es seinerzeit nur die Volksaktie der…“

„… auch an andere Krisen denken müsse. So sei der Klimawandel eine Herausforderung, die nur mit größeren Lagerkapazitäten im privaten Bereich und einer für den Einzelhandel kaum noch…“

„… vermögensbildende Maßnahmen auch von Mitnahmeeffekten profitieren könnten. Es sei auch ohne Notwendigkeit eines Neukaufs derzeit ratsam, den von der FDP veranschlagten Bonus für den Kauf von E-Autos einzustreichen, gleichzeitig aber einen Verbrennen als Zweitwagen zu halten, um von der Spritpreisbremse zu…“

„… habe Faeser dazu angeregt, die nächsten Spendenaktionen der Welthungerhilfe für Deutsche im Transferleistungsbezug zu veranstalten. Es sei aktuell möglich, jede Bedarfsgemeinschaft mit einem 50-Kilogramm-Sack Reis, zwei Paketen Mehl, einer Tüte Haferflocken und einem…“

„… Kreuzfahrten nicht mehr für alle möglich seien. Die Tourismusbranche sei bereit, ihrerseits auf einen Teil der Kunden zu verzichten und werde dies durch Preiserhöhungen, die zu einer klaren Differenzierung der Kundenschichten im…“

„… könne der Zuschuss für ALG-II-Beziehende derzeit nicht ausgezahlt werden, da bereits eine Zahlung für die gestiegenen Energiekosten durch die noch nicht erfolgte Auszahlung eines Corona-Bonus für den…“

„… für kurzfristige Entlastungen sorgen werde, wenn etwa durch Instrumente wie eine steigende Erbschafts- oder eine neue Vermögenssteuer die Leistungsträger einen Anreiz bekämen, ihre Werte außerhalb Deutschlands zu deponieren. Es sei aus Sicht der Wirtschaftsfachleute ratsamer, die Löhne in mehreren Stufen moderat abzusenken, bis sich ein allgemeines Niveau in etwa auf Höhe der Sozialhilfe in der gesamten…“

„… sei für Erwerbslose auch ein Notvorrat für drei Tage ausreichend. Nach einem militärischen Angriff auf die NATO müsse man mit schweren Verlusten in der Bevölkerung rechnen, so dass auch die positiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sich mittelfristig in vielen neuen…“

„… werde Deutschland diese Krise bestehen und gestärkt aus den wirtschaftlichen Turbulenzen herauskommen. Wichtig sei in diesen Zeiten die feste Überzeugung, dass gemeinsamer Verzicht solidarisch mache. Scholz setze sich persönlich für einen…“





Alarmstufe Blau-Weiß

9 05 2022

„Außerdem für jeden einen Seppelhut. Dirndl oder Lederhose natürlich nur auf Anfrage, weil wir die Kosten im Auge behalten müssen. Der Scheuer hat uns tief genug reingeritten, wir haben nichts mehr zu verschenken – Parteifreunde ausgenommen.

Wir überlegen ja auch schon, wie man die CSU langfristig wieder als Heimatpartei in Stellung bringen könnte, aber uns fallen keine Innovationen mehr ein. Verkehrsprojekte zum Vorteil von Bayern, Korruption zum Vorteil von Bayern, Rechtsbruch zum Vorteil von Bayern, das nehmen die Bürger im Freistaat ja heutzutage als Selbstverständlichkeit hin und hinterfragen es gar nicht mehr. Wir haben diese Mentalität viel zu lange hingenommen, jetzt spricht sich in unserem Land herum, dass wir auch nur ein Haufen geldgieriger Arschlöcher sind. Nicht einmal den Machtinstinkt gesteht man uns zu!

Sie haben die Aufkleber fertig? sehr gut, dann sollten wir sie großflächig anbringen, und zwar gut sichtbar im Straßenbild. Mia san mia, das ist ein unmissverständliches Statement, dass so natürlich nur in Bayern formuliert wird, und darum muss das auch über den nächsten Landtagswahl stehen, an die wir hohe Erwartungen knüpfen. Sie meinen, das sei zweideutig? Wir können es ja auch nicht mehr ändern. Was Söder falsch machen kann, macht er falsch.

Wobei ich das bitte nicht als Entschuldigung verstanden wissen möchte. Die Partei hat noch ganz andere Probleme, nämlich die Partei. Klingt wie ein echter Stoiber, ist aber richtig. Wir sind inzwischen eine Partei, die die moralischen Ansprüche ihrer Wähler nicht mehr vertritt, aber dafür sorgen muss, dass die Wähler unsere moralischen Ansprüche als ihre wahrnimmt. Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört – Schizophrenie besteht ja zur Hälfte auch aus Schizophrenie. Denn wenn Sie es genau betrachten, dann haben wir die Doppelmoral, also die Ansprüche an uns selbst, nicht als Anspruch gegenüber den Wählern, aber offensichtlich werden wir von denen immer noch gewählt, weil sie diese Ansprüche uns gegenüber haben. Das ist furchtbar kompliziert.

Die Bürger im Freistaat Bayern sind ja nicht alle korrupt oder haben außereheliche Kinder. Bei den meisten lohnt sich das gar nicht mal. Also das mit der Korruption. Da sehen Sie schon mal, dass die Wähler gar nicht dieselben Probleme haben wie ihre Politiker, und umgekehrt natürlich auch. Die Frage ist jetzt: müssen wir den Bürger wieder mehr an unseren Problemen beteiligen, damit er sich gut regiert fühlt? Also jetzt nicht im Sinne von mehr Demokratie, das kennt man in Bayern nicht. Als Partei wissen wir ja, dass der Bürger hier in Bayern sehr gut regiert wird, er kriegt das nur gar nicht mehr mit. Und da fragen wir uns schon, müssen wir nicht unsere hohen moralischen Ansprüche an die Wähler herunterschrauben, damit wir sie wieder für uns selbst haben? Und hieße das im Gegenzug dann auch, dass unsere Doppelmoral damit für uns als Politiker gerechtfertigt ist?

Die Personaldecke ist ja jetzt schon dünn, wie soll das erst aussehen, wenn wir jede moralische Verfehlung, eventuell auch Verfehlungen gegen die Doppelmoral, wenn wir das ahnden? Ein möglicher Weg ist ja, dass wir bei jeder Neubesetzung erst einmal eine Konfettiparade veranstalten. Der beste Mann, der dieses Spitzenamt je bekleidet hat, Traumbesetzung, ein ganz großer Schritt für unser Land Bayern – da denkt doch der Bürger, was für Deppen hattet Ihr denn bisher auf dem Stuhl sitzen? Womit wir wieder bei Söder wären.

Die konservativen Stammwähler im ländlichen Raum, die haben doch ganz andere Ansprüche an die Partei. Unser Problem ist ja, die haben diese Ansprüche tatsächlich. Bei denen reicht zwar aus, dass man katholisch ist, aber das alleine reicht eben nicht aus. Es verlangt teilweise eine Lebensführung, die mit Katholizismus allein nicht erreichbar ist, und da fängt das nächste Problem an. Solche Leute treten doch nicht in unsere Partei ein, und wenn sie es doch tun, treten sie wegen Söder wieder aus. Ich sehe das noch kommen, irgendwann entdeckt er, dass er auch gesundheitliche Probleme hat, und dann tritt er wegen sich selbst aus.

Gut, diese Plagiatsvorwürfe, die hat man als Wähler nicht, schon gar nicht als Stammwähler im ländlichen Raum. Nichts gegen diesen Neuen, und das ist ja auch sicherlich übertrieben, dass sie den gleich wieder aus dem Amt des Generalsekretärs rausmobben wollen. Plagiatsvorwürfe bei einer Doktorarbeit, die mehr als zehn Jahre zurückliegen. Bundeskanzlerin wird er damit schon mal nicht, aber sonst tut der Mann doch der konservativen Stammwählerschaft erst mal nicht weh, denkt sich Söder. Und dann haben wir ja auch noch viele Leute unter sechzig, und man muss ja immer ganz vorsichtig sein, mit dem man beispielsweise die SPD angreift, die so einen Fall als Bürgermeisterin in Berlin entsorgt. Das ist ein Fall schizophrener Doppelmoral auf der einen und doppelmoralischer Schizophrenie auf der anderen Seite, und fragen Sie mich jetzt nicht, wer wo und was ist. Am Ende sind sowieso immer die schuld, die im Amt jede Menge Mist bauen, und nicht der, der sie ins Amt bringt.

Bierkrüge, das ist mal eine sehr gute Idee! Ja, machen Sie das, am besten Maßkrüge, da ist auch genug Platz für das CSU-Logo drauf. Die muss man dann nur noch unter die Leute bringen. Wenn es im Festzelt Probleme gibt, weil die Brauerei ihre eigenen Krüge hat, dann rufen Sie einfach in der Zentrale an, und am besten so, dass Söder nichts mitkriegt. Noch einen Patzer vor der Landtagswahl, das können wir uns nicht mehr leisten.“





Äquinoktium

8 05 2022

für Erich Kästner

Man schläft so schlecht. Das liegt wohl an den Träumen,
denn jeder nimmt den Tag mit in den Schlaf.
Der Kopf versucht, das alles aufzuräumen,
was einen in den wachen Stunden traf.

Das schüttelt man rasch ab. Es sind Gespinste,
das fliegt vorbei mit einem Stundenschlag.
Doch was dem einen nachts ins Leben grinste,
die Ängste, haben andre jeden Tag.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DLXCII)

7 05 2022

Filippo sieht in Padergnone
vom Fenster aus, wie eine Drohne
sein Grundstück umflattert,
bevor es kurz rattert.
„Glaubt nicht, dass ich das Ding verschone!“

Miguel kehrte gern in Cubelles
beim Wirt ein und trank dort ein Helles.
Meist hat er nur rar Zeit
und wollte zur Arbeit,
darum nahm er nur etwas Schnelles.

Ermanno legt in Cavalese
im Kühlschrank Gemüse zum Käse,
die Butter ins Eisfach,
dem Wein schon er Reis nach.
Sein Weib war ihm deshalb stets böse.

Oswaldo, der war in Alpens
ein Musterbild von einem Stenz.
Was man an ihm hasste,
er prahlte und prasste.
Trotzdem hatte er reichlich Fans.

Es spielt Ugo in Cavedine
mit durchaus gewichtiger Miene
des Eisenbahnwärters.
Kommt einer, so hört er’s
und nimmt schnell die Lok von der Schiene.

Es lebte Enrique in Blanes
fast nur vom Vermieten des Kahnes.
Die Sitzbank, die Ruder
vermietet sein Bruder.
Auch dies war ein Teil seines Planes.

Hantierte Giuseppe in Tres
mit Vasen mal unsachgemäß,
so siegte die Tücke:
es ging ihm in Stücke
so manches recht teure Gefäß.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXIII): Die Fassadentheorie

6 05 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Šamši und Salmānu-ašarēd waren wie Brüder, mehr noch: sie waren Brüder, und damit begann das Problem. Als Vormund für den Jüngeren musste der Erstgeborene sein Geschwister gegen die damals übliche Praxis des Verwandtenmordes beschützen, die unangenehme familiäre Konstellationen schnell und unbürokratisch für die konzentrierte Machtfülle klärte. Aus politischen Gründen hatte er für die Vermählung mit der scharfen Yâba zu sorgen, die kaum über eine geistige Grundausstattung verfügte, aber ordentlich Asche und ansehnliche Kurven mit in die Ehe brachte – für den Prinzregenten eine Qual sondergleichen, da er schon der schielenden Schwester versprochen war, die Land und Sklaven hatte, Macht und Ansehen, aber nur den Charme einer Spaltaxt. Als nun Salmānu-ašarēd in Qarqar als General den Speer schwingen sollte, platzte seinem Bruder die Halsschlagader; er stellte ihn in die erste Schlachtreihe, sah seiner Zerfleischung bei einem temperierten Trunk zu und krönte sich nach drei Tagen Staatstrauer zum Alleinherrscher. So weit die Überlieferung, was der dünne Firnis der Zivilisation – so man in diesem Stadium davon sprechen darf – von unserer Triebsteuerung bremst.

Der Mensch ist, so die einschlägige Theorie, nur seine Fassade, eine hübsch verklinkerte Maskerade vor dem Hormonfeuerwerk, das auch nicht vor der Selbstzerstörung Halt macht, wenn man irgendeine Störgröße damit wegschmirgeln kann. Was uns mit kodifiziertem Recht und einer moralisch fundierten Erziehung zu mündigen Bürgern Tag für Tag davon abhält, die gesamte Menschheit über die Wupper zu schicken, ist ein fragiles Konglomerat aus Vernunft, Impulskontrolle und dem, was wir Gewissen nennen – die Angst, dass bei einem Ausbruch des Es das Ich die Zeche zahlen wird. Wie hinlänglich im Leviathan beschrieben ist er, der angebliche Herrscher der Schöpfung, sich selbst ein Wolf, wobei sich der Canide nicht ansatzweise so beschissen benimmt wie der Versager, der sich allen Ernstes für das Ebenbild jenes höheren Wesens hält, das wir verehren.

Doch nicht die Extremsituationen, in denen der Kampf um das nackte Überleben nette Nachbarn, die im Treppenhaus immer gegrüßt haben, zur reißenden Bestie macht, nicht der Weltuntergang oder die schwere narzisstische Kränkung lassen uns zu Arschgeigen mutieren, es ist der Egoismus an sich, die treibende Kraft der kräftigen Triebe, von denen jeder einzeln destruktiv genug ist, um eine ganze Gesellschaft zu zerstören. Schon die Tragik der Allmende zeigt, dass wenige Ichlinge reichen, um eine ganze Gemeinschaft zu destabilisieren. Was auch immer ein ethisches Gerüst gegen die tobende Verheerung der Selbstsucht ausrichten kann, es muss fortwährend neu ausgehandelt, neu verteidigt werden gegen die Zerstörung aus dem Inneren. Das Problem ist nicht, dass es Eigennutz gibt; das Problem ist, dass er zum moralischen Wert erhoben wurde.

Nicht erst durch die Einwirkung totalitärer und menschenverachtender Mächte schwiemeln sich die heimlich Bösen Entschuldigungen zurecht, mit denen sie als Mitläufer, Befehlsempfänger oder im großen Chor der Drecksäcke ihre Nächsten quälen wie sich selbst. Schon durch das Marktprinzip, das als Modell auf soziale Beziehungen übertragen und zur Richtschnur erfolgreichen Handelns gemacht wird, unterscheiden wir andere nach Nützlichkeit. Wir helfen, erwarten aber eine Gegenleistung. Bleibt die aus, lassen wir das aufgeschraubte Lächeln in der Westentasche verschwinden und räumen mit dem anderen auf. Noch den Trost für die Beschädigungen des Mitmenschen spendet der Egoist erst, wenn er sich im Licht seiner eigenen Großherzigkeit sonnen kann, weil das sein Ansehen entscheidend stärkt. Er wahrt sein Gesicht, auch wenn er gar keins mehr hat.

Bei Primatenforschern stieß die Fassadentheorie jüngst auf Kritik, da sich Empathie als evolutionär vorteilhaft für die Anpassung an gruppenspezifische Entwicklungen herausgestellt hat. Leider verfügen Bonobos im Gegensatz zu moralisch geschulten Arbeitnehmern, Wählern und Autofahrern nicht über den Intellekt, der es ihnen erlauben würde, zur Steigerung eines Börsenkurses den Lebensraum einer ganzen Ethnie platt zu machen, weil sie da eh nicht hinfahren würden, solange man die Rohstoffe mit dem Containerschiff nach Europa holen kann. Schimpansen sind auch nicht dafür bekannt, zur Durchsetzung ihrer politischen Ideale Arbeitslager zu errichten. Einige geistig hochstehende Arten verfügen neben der Anlage zum Humor auch über die Fähigkeit, einander anzulügen. Dass sie sich selbst belügen, und das aus strategischen Gründen, wurde bisher nicht entdeckt. Sollten sich Affen und Delfine verabreden, diesen ganzen Planeten in die Tonne zu treten, sie hätten unser Verständnis, falls sie damit den Menschen als permanenten Störer loswerden wollen. Vielleicht schaffen sie es als Meister der Kooperation ja auch, uns als einzig überflüssige Spezies abzuschaffen. Die Welt ohne Menschen wäre ein besserer Ort, nicht unbedingt ein friedlicher, aber eine perfekte Balance, in der es keine Masken bräuchte. Und keine Masken gäbe.





Sondervermögen

5 05 2022

„… die finanziellen Spielräume nicht noch mehr ausweiten könne, wie dies die Grünen immer öfter fordern würden. Lindner sehe keine andere Chance zur Rettung des Bundeshaushalts, als nach raschen Neuwahlen einen…“

„… sich nicht äußern wolle. Habeck sei faktisch bereits in der Rolle eines Kanzlers mit eigener Vizefunktion und werde sich über das Ausscheiden der Liberalen aus der Regierung erst dann im…“

„… in der FDP auf ein geteiltes Echo stoße. Ein kleinerer Flügel um den Parteichef sei überzeugt, dass die Durchsetzungsfähigkeit liberaler Ideen in einer neuen Konstellation unter der Union als Kanzlerwahlverein noch viel bessere…“

„… habe Scholz betont, dass er die Stabilität der Koalition in keiner Weise als gefährdet ansehe und von einer weiterhin belastbaren Zusammenarbeit ausgehe. Aus der Chance, innerhalb der nächsten Wochen aus zwei Landtagen sowie aus den dazu gehörigen Regierungen auszuscheiden, ergebe sich die Möglichkeit, dass Lindner endlich sein…“

„… davon ausgehe, dass die FDP noch immer lieber nicht regieren als irgendwie regieren wolle, ob richtig oder falsch. Baerbock bedauere das frühe Ende von Lindners politischer Karriere, sehe aber andererseits den Nutzen, den sein Ausscheiden für Deutschland habe, als eine deutliche und…“

„… missverstanden worden sei. Die FDP sehe angesichts der veränderten Sachlage, dass eine auf Vernunft und Konsens basierende Politik von den Bürgern mehrheitlich gewünscht werde. Dies könne und werde die FDP als Partei einer lauten und nicht am Gemeinwohl interessierten Minderheit gar nicht erst als Standpunkt ihrer…“

„… halte Lindner die Subventionen für die Mineralölkonzerne nicht für Neuverschuldung, sondern für ein notwendiges Instrument, um die Autofahrer trotz der bedauerlicherweise fallenden Kraftstoffpreise wirksame zu entlasten. Er wehre sich gegen alle Verleumdungen, die von der linken Presse gegen seine staatspolitisch äußerst…“

„… auf einem guten Weg sei. Angesichts der aktuellen Umfragewerte für die Liberalen sehe der Bundeskanzler das geplante Sondervermögen in Höhe von 100 Milliarden Euro für die Deutsche Bundeswehr nicht gefährdet, da sich der Haushalt sonst unter einem neuen Finanzminister schnell und sehr flexibel mit der veränderten…“

„… habe der Wirtschaftsminister oft gezeigt, dass er realistisch denke, ein klares Sachurteil habe und dies auch kompetent kommunizieren könne. Die FDP verurteile diese Provokation auf das Schärfste und werde sich durch ein konstruktives Misstrauensvotum gegen diese…“

„… nicht auszuschließen sei, dass Lindner die Sondervermögen vorsätzlich angelegt und bewilligt habe, um nach dem Koalitionsbruch eine folgende Regierung auf einem kolossalen Schuldenhaufen sitzenzulassen, der auch durch strenges Sparen nicht innerhalb einer einzigen…“

„… werde Scholz in angemessener Weise auf die Neuwahlpläne der Liberalen reagieren. Da die Union derzeit intellektuell nicht in der Lage sei, auf die Erfordernisse einer international relevanten Außen- und Sicherheitspolitik zu antworten, werde er die fiskalischen Wunschvorstellungen seines Ministers mit einer angemessenen…“

„… erste Kritik am Parteichef geäußert werde. Die Neigung Lindners, Staatsschulden anzuhäufen und sie nach mangelhaften Vertuschungsversuchen der Opposition in die Schuhe zu schieben, zeige unter Umständen seine ideologische Nähe zum Sozialismus, die auf gar keinen Fall Eingang in die Führungsebene der liberalen…“

„… sich größtenteils als fanatischer Hass auf das Vaterland zeige, das mit linksfaschistischen Kräften zerstört werden müsse. Unklar sei bisher, ob die FDP ihre Haltung angesichts der kurzen Regierung von Kemmerich als Ministerpräsident des Freistaates Thüringen auch inhaltlich kritisch sehe oder sie vor einer denkbaren Koalition mit der AfD auf Bundesebene für eine mögliche…“

„… habe Lindner den Stabilisierungsfonds für den Finanzmarkt eingerichtet, um seine privaten Schulden auf Kosten der Steuerzahler begleichen zu können. Die FDP werte dies als positives Signal, dass sich der Finanzminister doch noch auf Kurs befinde und die Linie der Partei vollumfänglich…“

„… dass die Grünen sich jetzt ganz im Sinne der liberalen Koalitionsinhalte für die Einhaltung der Schuldenbremse aussprechen könnten. Unter diesen Umständen sei eine Zusammenarbeit nicht mehr möglich, so dass nur noch unverzügliche…“

„… mehr Traditionsbewusstsein fordere. Für Kubicki sei eine Drohung mit Neuwahlen integraler Bestandteil jeder parlamentarischen Arbeit, auf die andere Parteien immer gefasst sein müssten, wenn sie das Wagnis einer Koalition mit der…“

„… sich Habeck kompromissbereit gezeigt habe. Er werde Lindner gerne in einem Crashkurs volkswirtschaftliches Basiswissen vermitteln, das auch einen ersten Überblick über politisches und verwaltungsrechtliches Handeln sowie eine…“

„… Neuwahlen gegenüber grundsätzlich offen sei. Scholz vertraue darauf, dass die Umfragewerte der FDP im Verlauf einer solchen Entwicklung schnell linear fallen würden, so dass Rot-Grün auf Bundesebene nicht mehr im…“





Kurzschlusshandlung

4 05 2022

„Aber doch nicht Bayern!“ „Vielleicht Bayern gerade eben noch, aber gar auf keinen Fall Baden-Württemberg!“ „Wenn BMW in Feindeshand fiele, das wäre eine Katastrophe!“ „Aber Mercedes, das wäre besser?“ „Jetzt regen Sie sich mal nicht auf, bisher haben wir nur russisches Militär im Land, es ist ja noch kein Schuss gefallen.“

„Das ist bundesdeutsches Territorium, damit ist das auch ein Verteidigungsfall!“ „Aber die NATO wird nicht eingreifen, weil die Truppen ganz ruhig und friedlich eingerollt sind.“ „Friedlich nennen Sie das!?“ „Der Stuttgarter Bahnhof ist dem Erdboden gleich!“ „War mir gar nicht aufgefallen.“ „Und die Theresienwiese!“ „Und Neuschwanstein ist platt!“ „Das lässt sich doch sicher wieder aufbauen.“ „Man muss auch mal mit Rückschlägen rechnen, das ist im Krieg eben so.“ „Beim letzten Mal hatten wir regelrecht Wirtschaftswunder.“ „Naja, die meisten Innenstädte sehen heute scheiße aus.“ „Schwund gibt’s halt immer.“ „Die Schlösser, die Kirchen, das sind alles Kulturgüter!“ „Sehen wir’s mal ganz pragmatisch: ohne Bayern können wir hier gut überleben, ohne Gas und Erdöl nicht.“

„Aber warum gerade Bayern und Baden-Württemberg?“ „Ist doch logisch, weil sich Putin die wirtschaftlich stärksten Standorte aussucht.“ „Das klang in der Kriegserklärung ganz anders.“ „Erstens handelt es sich nicht um einen Krieg, sondern um eine militärische Sonderoperation, und zweitens ging es um die Friedenssicherung in der EU.“ „Was ja auch nicht ganz unberechtigt ist, wo doch die ganzen Atomwaffen der NATO hier im Süden stationiert sind.“ „Und wir wollen bitte auch nicht unterschlagen, dass der freie Zugang zu den Alpen für die russische Tourismusindustrie ein Weg sein wird, um nach dieser Militäraktion einen sehr stabilen Frieden zu etablieren.“ „Sie haben doch einen Knall!“ „Jetzt regen Sie sich nicht so auf, das schadet noch den internationalen Beziehungen!“

„Das ist mir scheißegal, die Russen kriegen eins aufs Maul!“ „Also das ist absolut kontraproduktiv, Sie müssen immer damit rechnen, dass die Situation durch impulsive Aktionen eskalieren kann.“ „Das würde zu einer Ausweitung der Operation auf die restliche Bundesrepublik führen.“ „Und wenn es ganz schlimm kommt, dann dreht Putin bei einer unbedachten Widerstandshandlung das Gas ab.“ „Dann möchte ich Sie sehen, wie Sie den Leuten erklären, dass sie wegen einer Kurzschlusshandlung nicht mehr heizen können.“ „Und dann gibt es auch keine Autos mehr.“ „Außerdem sollten Sie auch im Kopf haben, dass sich die Lage verschärfen könnte, wenn die Russen erst einmal weg sind.“ „Dann gucken Sie nämlich blöd aus der Wäsche, wenn da auf einmal der Chinese am Chiemsee steht!“

„Auf der anderer Seite haben wir dann auch Ruhe, wenn sie den Söder einkassieren.“ „Der ist doch schon in Moskau?“ „Auch nicht schlimm.“ „Das ist ja nett gemeint, aber man muss halt Opfer bringen.“ „Vielleicht schicken sie den ja zurück, wenn sie merken, was das für eine Knalltüte ist.“ „Machen Sie sich keine Hoffnungen.“ „Vielleicht verhandelt er ja mit Putin und bietet ihm Franken an, damit er seine Truppen abzieht.“ „Dann reißt er sich Franken unter den Nagel und lässt die Truppen trotzdem stehen.“ „Aber es kommt nicht zum Atomkrieg.“ „Weil Putin die Bundesrepublik nicht zerstören würde?“ „Das war doch als militärische Sonderoperation zur Befreiung von der NATO gedacht?“ „Am Anfang ja, zwischendurch auch noch mal kurz, was das jetzt gerade ist, entzieht sich meiner Kenntnis.“ „Dann sollten wir erst recht nicht provozieren.“ „Am Ende verliert er noch den Überblick und kehrt zu seinen ursprünglichen Zielen zurück.“

„Und das halten Sie völkerrechtlich für korrekt, was da gerade abgeht?“ „Völkerrecht hin oder her, hier geht’s um die Interessen der Wirtschaft!“ „Und die Börsenkurse bitte nicht vergessen!“ „Stellen Sie sich mal vor, das spricht sich herum, dass wir ein von der NATO unterdrücktes faschistisches Regime sind!“ „Keiner wird hier investieren!“ „Der ganze Wirtschaftsstandort wäre für immer verbrannt!“ „Ganz davon abgesehen hätte ein rohstoffarmes Land wie die Bundesrepublik überhaupt keine Chance mehr auf dem Weltmarkt!“ „Wir mussten ja leider die Wind- und die Solarindustrie in die Tonne treten, weil das Öl plötzlich so billig war!“ „Das war unser Schicksal, wir konnten nichts dafür!“ „Und Sie verlangen jetzt, dass wir uns nur für ein paar schöne Landschaften und das bayerische Bier von unserer Zukunft verabschieden!“ „Das nenne ich mal unpatriotisch!“ „Pfui Teufel!“

„Dann möchte ich gerne mal wissen, wie Sie das durch den Bundesrat kriegen.“ „Oder vorbei am Bundesverfassungsgericht.“ „Das ist in so einem Fall doch gar nicht relevant!“ „Außerdem muss man berücksichtigen, ob der Staat ohne nachhaltige außenpolitische Einigung überhaupt noch existieren würde.“ „Man kann nicht einfach mit unbewiesenen Behauptungen…“ „Wo wir gerade beim Thema sind: was war das mit der Entnazifizierung?“ „Die hat doch stattgefunden?“ „Ich weiß jetzt gerade nicht, worauf Sie hinauswollen.“ „Wenn die Russen irgendwas entnazifizieren wollen, warum dann nicht Sachsen?“ „Liegt ja auch viel näher am Osten, wenn sie sowieso in Polen einmarschieren.“ „Aber als Freistaat ist Bayern sicher viel attraktiver.“ „Das ist Sachsen auch.“ „Und Thüringen kriegen sie als Dreingabe dazu.“ „Ist das völkerrechtlich überhaupt möglich?“ „Können wir das hinterher klären?“ „Ja, warten Sie mal eben.“ „Was macht er denn jetzt.“ „Er sucht die Telefonnummer.“ „Karlsruhe?“ „Nee, Moskau.“





Verkehrsinfrastrukturentwicklung

3 05 2022

„… bei der Verkehrswende gar nicht bedacht worden seien. Lindner schlage daher eine noch in diesem Jahr einzuführende Vignette vor, mit der die Benutzung von Fahrrädern im öffentlichen Raum die notwendige…“

„… massiv erhöhte Parkgebühren für SUVs und andere Personenkraftwagen nicht von der breiten Bevölkerung getragen werden könnten. Kubicki sehe die schnelle und unbürokratische Umwidmung von Radwegen, die ohnehin zu über 99% der Zeit nicht benutzt würden, in Parkflächen als eine gute Lösung, die mehr Freiheit für den…“

„… würden über die Mineralölsteuer finanzierte Straßen auch von Radfahrern benutzt. Buschmann habe darauf hingewiesen, dass hier juristisch der Straftatbestand der Steuerhinterziehung jährlich in einer Vielzahl von Fällen ohne Einschreiten durch die Strafverfolgungsbehörden eine schwere…“

„… seien Radfahrer reine Nutznießer eines nicht für sie allein geschaffenen Verkehrsnetzes. Für Wissing bedeute die in Deutschland weit verbreitete Kostenlosmentalität, dass Millionen von Radfahrern die eigentlich für Autos gedachten Wege durch eine an Raub grenzende…“

„… werde Buschmann ein handwerklich sehr, sehr gutes Gesetz vorlegen, das endlich die nötige Rechtssicherheit bei der Benutzung von Fahrrädern im Straßenverkehr bringe, da es die Unterscheidung von Fahrrädern mit Vignette von Fahrrädern ohne Vignette durch die An- und/oder Abwesenheit der Vignette, die die Unterscheidung von Fahrrädern mit Vignette von Fahrrädern…“

„… nicht bedeute, dass von den Einnahmen der Fahrradvignette auch mehr Radwege gebaut werden sollten. Die FDP-Bundestagsfraktion sei sich mit den Kollegen von der AfD einig, dass das Auto als kulturelle Identität der deutschen Rasse eindeutig den Vorrang vor linksgrünen…“

„… ein abgestuftes Modell brauche. Kubicki halte einen Kleinbetrag von zehn Euro pro Jahr am Anfang für durchaus angemessen, der für Räder mit Kindersitz oder Transportkorb auf zwölf Euro ansteigen könne. Um einen Anreiz zu geben, auf Lastenräder zu verzichten, seien seiner Ansicht nach dreihundert Euro im Monat eine völlig…“

„… erlaube die Vignette auch eine lückenlose Überwachung von Straftaten, die unter Verwendung eines Fahrrades begangen würden. Für Wendt sei die Aufklärung von Falschparken, Völkermord oder Erwerb und Besitz von Cannabis unbedingt zu…“

„… von der Union als Sonderbeauftragter für Verkehrsinfrastrukturentwicklung vorgeschlagen worden sei. Merz rechne damit, dass Scheuer das deutsche Fahrradmautsystem für wenig mehr als 500 Milliarden Euro in den kommenden…“

„… dass durch E-Autos keine Steuerausfälle zu erwarten seien, da diese lediglich durch die Art der Energiezufuhr von herkömmlichen Verbrennern zu unterscheiden seien und keine eigene Fahrzeugart darstellen würden. Dagegen halte Buschmann eine Kostenpflicht für E-Bikes und Pedelecs für zwingend notwendig, da diese bereits bauartbedingt den Verzicht auf Mineralöl als ideologisches…“

„… dass die Einführung einer Fahrradvignette auch eine wesentliche Förderung der Sicherheit im Straßenverkehr verspreche. Wissing erwarte einen starken Rückgang der Radbenutzung, der zu einem unmittelbaren Absinken der Unfallopfer in…“

„… eine Anrechnung auf die Pendlerpauschale aus Gründen der Steuergerechtigkeit nicht machbar sei. Lindner wolle keinerlei negative Anreize für Autofahrer schaffen, die ihnen zustehenden Mittel auch in vollem Unfang zu…“

„… würden in den Kommunen die Radwege vor allem durch Einkommen- und Gewerbesteuern finanziert. Um diese Ungerechtigkeit aufzuheben, müsse laut Kubicki eine Verfassungsänderung den jetzigen Zustand aufheben, der die einseitige Belastung der Bürger aufhebe und…“

„… sofort widersprochen habe. Es sei nach Darstellung des Bundesministeriums für Verkehr zwar viermal so viel wetterfestes Weißblech für die Einführung der Vignette erforderlich, wie dies zur Ausschilderung der Autobahnen für ein allgemeines Tempolimit notwendig wäre, man wolle aber eine für die Mehrheit der Bundesbürger nicht attraktive Gesetzgebung nicht mit dem…“

„… auch Kontrollen erfordere, die von neuen bußgeldpflichtigen Ordnungswidrigkeiten flankiert werden müssten. Lindner halte die flächendeckende Überwachung verkehrsintensiver Bereiche für ein geeignetes Instrument, um Einnahmen für Projekte wie die Spritpreisbremse, Steuersenkungen für Spitzenverdiener und eine allgemeine…“

„… dass Kinderfahrräder ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr als vollwertige Verkehrsmittel besteuert werden müssten. Kubicki rate als Anwalt einkommensschwacher Familien den Eltern dazu, ihre Kinder lieber im Auto zur Schule zu fahren, um durch die Steuerersparnis finanzielle Ressourcen für den Erwerb von Wohneigentum zu…“

„… würden die Kosten für eine Fahrradvignette die Einnahmen weit übersteigen. Die sei jedoch für Wissing kein Hinderungsgrund, da man in einer freiheitlichen Gesellschaft die Entscheidungen der Bürger auch durch gezielte Verbote von den…“

„… nach Gesprächen mit Scholz und Habeck der Verbleib der Liberalen in der Bundesregierung als gesichert gelten darf. Zur Entlastung der Bürger in der aktuellen Krise wolle Lindner allerdings keine Denkverbote und nutze weiter alle aus der Partei kommenden Ideen, um Steuergerechtigkeit zu schaffen. Dabei sei auch eine kostenpflichtige Fußgängerplakette im Bereich des…“





Lebensrisiko

2 05 2022

„Machen Sie dem Einbrecher auf jeden Fall klar, dass Schusswaffengebrauch gesellschaftlich als ein klarer Verstoß gegen zivilisierte Umgangsformen gilt. Scheuen Sie auf keinen Fall die Konfrontation: Sie sind in diesem Fall im Recht. Das dürfen Sie nie vergessen, sonst fühlt er sich am Ende noch in seiner Position bestätigt.

Wir können jetzt nicht einfach so eingreifen, das wäre am Ende sogar Einmischung in Ihre inneren Angelegenheiten. Sie dürfen hier zum Beispiel die einzelnen Rechtsbereiche nicht einfach vermischen. Dass Sie dort im eigenen Haus auf Ihrem eigenen Grundstück wohnen, ist vom bürgerlichen Recht in allen Facetten abgedeckt, Ihr Eigentum wird an dieser Stelle auch niemand bestreiten wollen, und wenn Sie Hausbesitzerin sind, genießen Sie auch einige staatliche Privilegien. Hier haben wir es mit einer strafrechtlich relevanten Auseinandersetzung zu tun, und da dürfen wir als neutrale Behörde, die sich dem Ausgleich verpflichtet fühlt, nicht einfach Partei ergreifen. Eigentum verpflichtet schließlich, das steht schon im Grundgesetz, und Sie sollten jetzt mal überlegen, ob Sie das immer ernst genommen haben. Vielleicht haben Sie den Täter früher schon einmal provoziert durch Ihren Besitz?

Sie haben das Haus geerbt? Sehen Sie, da fängt dann schon das erste Missverständnis an: Erben ist an sich nichts Schlechtes, die meisten Unternehmen sind ja geerbt, die größeren Privatvermögen auch, aber damit können Sie die Steuer bescheißen, Ihren Angestellten klarmachen, dass sie Dreck sind, und dem Staat mitteilen, dass er sich seine Gesetze da reinstopfen soll, wo die Sonne nicht scheint. Wenn Sie zu diesem Einbrecher keinerlei geschäftliche Beziehungen unterhalten, die Arbeitsplätze oder Exporte für die deutsche Wirtschaft sichern, dann ist das eine Sache, mit der wir so gar nichts mehr anfangen können. Sie müssten sich jetzt schon mal überlegen, was Sie eigentlich wollen. Wir sind auch nicht für alle zufälligen Entwicklungen zuständig.

Ihr Auto steht auf der Einfahrt? Da wären wir auf jeden Fall schon mal bei strafverschärfender Mitschuld. Sie müssen doch einem Einbrecher nicht auch noch Ihren materiellen Besitz unter die Nase reiben – kein Wunder, dass er sich provoziert fühlt. Da müssen Sie jetzt auch nicht erklären, dass Sie als einzige Anwohnerin eine Alarmanlage im Haus haben, während die anderen sich nur Attrappen an die Fassade kleben. Krasse Fehlinvestition, sage ich da nur. Wenn Sie schon demonstrieren, dass Sie mehr finanzielle Mittel zur Verfügung haben als der Rest der Nachbarschaft, wundern Sie sich noch, dass Sie überfallen werden und nicht die anderen?

Wir werten das hier bisher nur als Einbruch, da wir uns nicht vor Ort von den Voraussetzungen für einen Raubüberfall haben überzeugen können, und wir kommen natürlich erst, wenn wir überzeugt sind, dass es sich nicht um einen Einbruch handelt. Die Polizeiarbeit ist von vielen Umständen geprägt, unter anderem von der Tatsache, dass wir es mit Kriminellen zu tun haben, die bei jeder Gelegenheit wieder zuschlagen. Wir sollen wir dann noch auf solche Anzeigen reagieren, bei denen wir von hier aus gar nicht beurteilen können, was das ist und wie es sich entwickelt?

Er hat jetzt von innen die Fenster zerschossen? Das ist gut, das gilt schon mal nicht als Straftat im öffentlichen Raum, bleiben Sie also ganz ruhig. Sobald der Einbrecher das Grundstück verlässt, ist von einer Straftat auszugehen, für die öffentliches Interesse besteht. Aber dann müssen Sie leider auch damit rechnen, dass wir diesen Einbruch, Raub oder Hausfriedensbruch nicht mehr verfolgen, weil sich die Straftaten auf Ihrem Anwesen ja nicht mehr im Zusammenhang mit der öffentlichen Schießerei… – Jetzt bleiben Sie mal ganz ruhig, ich lasse mich von Ihnen nicht anschreien. Natürlich ist das unschön, wenn in Ihrem Haus geschossen wird. Aber sind wir denn dafür verantwortlich, dass Sie in Ihrem Wohnzimmer keine kugelsicheren Scheiben haben? Man muss doch in einer solchen Umgebung immer damit rechnen, dass man überfallen und ausgeraubt wird, da kann man doch nicht plötzlich so tun, als sei das eine totale Überraschung?

Wie gesagt: Sie gehen jetzt am besten mal zu diesem Einbrecher und sagen ihm, dass Sie sich mit ihm auf einen vernünftigen Ausgleich verständigen möchten, weil das ja auch in seinem Sinne sein muss. Passen Sie ein bisschen auf, dass er nicht auf Sie schießt, Sie kennen ja das Mobiliar besser und wissen genau, wo Sie in Deckung gehen können. Ich nehme an, Sie sind für etwaige Schäden gut versichert? Meine Güte, ein gewisses Lebensrisiko müssen wir alle eingehen, das ist nun mal der Preis für ein Leben in einer Gesellschaft, die unser Recht auf Freiheit gegen die anderen verteidigt. Wenn er auf Sie schießt, denken Sie immer daran: Sie sind ein leuchtendes Beispiel für die vielen Besitzer von Eigenheimen, die ihre Existenz nicht einfach in die Hände eines abstrakten Staates legen, sondern mit dem eigenen Mut für die eigenen Rechte… –

Hallo? waren Sie das eben? Woher soll ich denn wissen, wer da geschossen hat, Sie rufen doch mich an und nicht ich Sie? Jetzt werden Sie mal nicht pampig, Sie sind eine erwachsene Staatsbürgerin und können Ihre eigenen Angelegenheiten regeln, oder wozu gehen Sie mir jetzt auf den Zeiger? Es brennt? und Sie sind im Obergeschoss? Hätten Sie nicht früher Bescheid geben können, dass Sie mit einem Brand rechnen, und hätten Sie für diesen Fall nicht einfach woanders hingehen können? in den Keller zum Beispiel? Hallo? Hallo!?

Aufgelegt, aber wieder so typisch für die Leute. Na egal. Endlich Frieden.“