Regionalverkehr

11 12 2017

„Sie müssen mal die sächsische Küche mehr in den Mittelpunkt rücken bei Ihrer Berichterstattung! und nicht nur zur Weihnachtszeit! Das kann einen ja ganz aggressiv machen, Sie mit diesem dummen Geschreibe über Rechtsradikale und Nazis, passen Sie bloß auf, dass das nicht mal Konsequenzen hat für Sie, klar!?

Es ist doch wahr – man kann über unser Bundesland jede Menge schöne Dinge schreiben, da muss man sich nicht mal etwas ausdenken, wie das unser ehemaliger Ministerpräsident noch eigenhändig getan hat, und ich sage Ihnen, wenn man die Vorzüge des Freistaates mehr in der Presse lesen würde als immer und ewig das Gemecker über heimattreue Bürger, die etwas übermotiviert daherkommen, dann gäbe es hier auch ein sehr viel angenehmeres gesellschaftliches Klima. Zum Beispiel wären dann diese ganzen ausländischen Besucher, die sich regelmäßig beschweren, die wären dann ja gar nicht da.

Na, worüber beschweren die sich wohl? über Ihre mediale Hetze, so sieht’s doch aus! Überall liest man, in Dresden kann man nach Einbruch der Dunkelheit keinen Fuß mehr vor die Tür setzen – das ist maßlos übertrieben! Reine Stimmungsmache ist das, vermutlich werden Sie für solche Artikel auch noch bezahlt? Gelogen! Gucken Sie doch hin, überall Fackelzüge! Da müssen Sie doch nicht zu Hause bleiben, als aufrechter Deutscher können Sie ganz unbehelligt vor die Tür, und wenn Sie kein Problem damit haben, dass bei uns Vaterlandsliebe noch groß geschrieben wird, dann haben wir auch gar nichts gegen Sie. So ein Touristenvisum hält ja auch nicht ewig.

Schreiben Sie doch mal etwas übers Lausitzer Granitmassiv, wenn Sie das geistig nicht zu sehr fordert. Oder über Kirchenbau in Görlitz, da haben Sie sicher noch jede Menge Nachholbedarf. Das wollen die Leute lesen, nicht Ihre Schauermärchen über Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Das mit der Zwickauer Zelle war ein bedauerlicher Einzelfall, das können Sie nicht allen Sachsen in die Schuhe schieben. Außerdem ist noch gar nicht klar, ob das nicht alles der Verfassungsschutz war, man liest da ja so manches – was Sie übrigens nicht schreiben, das wollen wir mal festhalten – und wenn das schon jemand schreibt, dann wird da auch etwas dran sein, sonst würde man sich wohl kaum die Mühe machen, meinen Sie nicht?

Natürlich müssen wir auch weltoffen sein, ist ja klar – die Weltwirtschaft ist voller Ausländer, das muss man anerkennen, und solange die im Ausland sind und Außenhandel machen, ist das auch total in Ordnung. Da muss man zum Beispiel hinschauen. Dass die Wirtschaft in Sachsen noch Probleme hat, kann man nicht leugnen, die älteren Arbeitnehmer, die kurz vor der Rente, also ab vierzig, die liegen mit dem Einkommen unter dem Durchschnitt und gehen jetzt harmonisch in Altersarmut über, und da muss man sich als Politik und Gesellschaft mal interessiert zeigen. Da sollten Sie einen Bericht für Ihre Zeitung machen, aber dann auch mal kritisch hinterfragen, wo die Kausalität liegt. Die gibt es nämlich, das lässt sich nicht wegdiskutieren!

Der Ballungsraum Chemnitz-Zwickau ist der mit der schlechtesten Bahnanbindung in ganz Deutschland. Wir haben quasi nur Regionalverkehr. Da kommen Sie nicht hin, wenn Sie rein wollen, und noch viel schlimmer ist, hier kommen Sie nicht weg. Das ist doch kein Leben! Den Leuten haben sie früher Reisefreiheit versprochen und was noch alles, und dann kommen die Flüchtlinge hier gratis im Bus angerollt! Das müssen wir bezahlen! Wenn Sie das schreiben, dann ist hier Bürgerkrieg, aber dazu haben Sie auch nicht den Mut, oder!?

Sie schreiben natürlich lieber über den Bund der Antifaschisten, klar. Die haben den Sächsischen Bürgerpreis bekommen? Die haben sich dann doch bestimmt umgehend zur Verfassung bekannt und gegen Extremismus ausgesprochen, oder? Ach, das war danach? Wissen Sie, mir ist das egal, ich befasse mich nicht mehr mit Politik. Die belügt einen sowieso, die Presse schreibt grundsätzlich, was sie will, und wir müssen die Suppe ausbaden. Sie reden die Probleme doch klein, wo Sie können! Aber das lassen wir uns nicht mehr länger gefallen, Sie müssen mal was über unser Waschgerätewerk Schwarzenberg schreiben, gut, das gibt es seit 1990 auch nicht mehr, aber als Vorbild für die moderne Industrieproduktion, von der Badewanne bis zum Waschvollautomaten, das ist doch ein Stück Geschichte, also deutsche Geschichte, auf die man auch mal stolz sein kann, auch wenn die nicht so gut lief? Oder die historischen Grabdenkmäler aus vier Jahrhunderten im Stadtmuseum Meißen, das ist nicht nur für Besucher interessant – die Sachsen sind ja selbst oft nicht so firm mit der deutschen Geschichte, das kann man doch alles noch festigen. Aber wenn Sie als Presse eben nicht mitspielen, dann kann man da nichts machen.

Wenn Sie ständig nur die Probleme in unserem Bundesland in Ihren Schlagzeilen haben, dann ist es doch klar, dass das Ausland und die interessierten Kräfte nichts anderes mehr zur Kenntnis nehmen. Sie wissen schon, wer Sie bezahlt. Dass Sie mit Ihrer Pauschalkritik unserem Land schaden, das ist Ihnen natürlich völlig egal, erst haben Sie die DDR besiegt, und jetzt liefert Ihr linksgrünen Schweine auch noch unser Vaterland ans Messer! Wie lange dauert’s noch, bis man für einmal die Wahrheit sagen wieder in die Gaskammer kommt!? Sie elender Schmierfink, Sie – gucken Sie doch lieber mal nach Thüringen!“

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Für’n Dreier

10 12 2017

Nun hat es also auch die Weißblauen erreicht. Bayerische Diesel, sagt die Deutsche Umwelthilfe, fahren die Abgasreinigung bei hoher Drehzahl von selbst herunter. Also da, wo man aus Freude am Bleifuß durch die Landschaft knallt, weshalb man ja eine überteuerte Heizölschleuder angeschafft hat und kein Elektro-Kfz. Die Tatsache selbst ist nicht so amüsant wie die Aussage der BMW-Entwickler. Sie haben, so der Vorstand, schlicht keine Ahnung, wie ihre Wagen funktionieren. Wissen aber, dass die Abschaltung, die es gar nicht gibt, da sie technisch nicht möglich ist, unbedingt zum Schutz des Motors verbaut werden muss. Etwas Hirn hätte da gereicht, bevor es die Birne im Feinstaub wegnebelt. So für’n Dreier. Passt schon. Die anderen Anzeichen, dass Atmen zu Schäden unter der Schädeldecke führen können, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • polizeiführung: Das müssen diese regierenden Sicherheitsbehörden sein, von denen die CSU immer spricht.
  • spd quoten: Eine völlig neue Definition von Minderheitsregierung.
  • terroristische gefahr staat: Nicht generell, das höchste Risiko geht vom Innenminister aus.
  • vollbart salafismus: In diesen Tagen tragen sie außerdem rote Mäntel, aber das täuscht.
  • höcke polen: Zumindest molekulargenetisch ist er ja schon wieder drüben.
  • horst mahler tot: Es tut mir leid.
  • weihnachten blockflöte: Wenn Sie dreißig Sekunden lang keine Blauhelme sehen: schießen Sie.




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (CCCLXXII)

9 12 2017

Wenn Mieczysław schnitzt in Heybutten,
sind’s meist unbekleidete Putten.
Die, Nacktes zu meiden,
pflegt er zu bekleiden
mit einzeln gefertigten Kutten.

Francisco bekam in Black Rock
beim Staubsaugen stets einen Schock,
denn unter den Tischen
hört er schon beim Wischen
das Kind: „Du siehst doch, wo ich hock!“

Datuna versucht in Groß Budschen
durch fleißiges Eiszapfenlutschen
den Durst zu vermeiden,
doch muss sie oft leiden,
am Eiszapfen glatt abzurutschen.

Sotero kam abends in Thazi
nach Hause. „Die Schwester? ich sah sie
am Straßenrand stehen,
sie konnte kaum gehen –
gut, ich kehr zurück und ich fahr sie.“

Es pflegte Beata in Kiehlen
recht häufig mit Äxten zu spielen.
Es ist nicht die Schärfe,
man sagt, wenn sie werfe,
wird es recht gefährlich beim Zielen.

Es qualmte José in Tecate
die Luft voll im Innern der Kate.
„Statt Räucherverschwendung
gibt es Zweitverwendung,
wenn ich beispielsweise was brate.“

Man sieht Łukasz fleißig in Gurren
die Fracht auf dem Laster verzurren.
Er kann jedes Schlittern
und Rutschen schon wittern.
So gibt es beim Kunden kein Murren.





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCXCVI): Der irrationale Mensch

8 12 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Zugegeben, die Produktbeschreibung klang nicht ganz übel. Ein Trockennasenaffe aus dem Premium-Segment, der spricht, rechnet, seine Zukunft vorausahnt, metaphysische Gedanken entwickelt und dazu Musik macht, das war für ein evolutionäres Zufallsergebnis schon sehr avanciert. Der Prozess der Individualisierung machte nicht Halt bei Fingerabdruck und Frisur, scheinbar ließ der Sapiens den Herdentrieb schnell und gründlich hinter sich, denn er war als erster in der Lage, sein eigenes Bewusstsein als solches wahrzunehmen, das Ich sagt. Ein feiner Zug, will man meinen, doch ist er nicht selten schon abgefahren. Was rattert er sich nicht alles aus der Rübe, der König der Kopfgeburten, Philosophien von der Stange und Weltreiche aus Reststoffen, den Staat als Wille und Vorstellung, das Blaue vom Himmel. Und doch, die Sache hat einen Haken. Es ist der irrationale Mensch, den wir nicht loswerden.

Alle Systematik, mit der große Pläne für ein wirtschaftlich und politisch global gelenktes Geschehen entworfen werden, fußt auf der Annahme, der Zweibeiner besäße ansatzweise etwas wie Verstand, nicht zu sagen: Vernunft, und wäre in der Lage, diese seine Gaben auch zum Wohl des Ganzen einzusetzen. Was das ist, Volk oder werktätige Masse, bestimmt der aus Ideologie und theoretischem Teig geschwiemelte Treibstoff, der den Trieb stoppt, die Einsicht in die ultimative Ratio, dass die nackte Entschlusskraft allein noch keine stabilen Weltreiche gewuppt kriegt. Denn es trompetet irgendwo und irgendwann immer etwas dazwischen, unvorhergesehen und kontraproduktiv, klar verständlich in seiner Existenz und gerade aus diesem Grunde so herzlich verzichtbar. Der Mensch an sich mag gut sein, edel, hilfreich, schmiegsam und redlich. Die Leute sind es nicht.

Immerhin müssen wir unser Urteil über den gemeinen Gesellschaftsdeppen nicht großartig ändern; handelt er auch weniger aus kaltem Kalkül, neigt er dank der jäh ausfallenden Impulskontrolle zu allerhand Idiotie, die wahlweise die Umwelt zu Klump kloppt, Menschen knechtet oder gleich in Weltkriege kippt. Freundlichkeit braucht bei dieser Art keiner zu erwarten, sie arbeitet mit Hochdruck daran, sich selbst auf einem bislang noch knapp bewohnbaren Planeten abzuschaffen – was auch durchaus im Interesse einer intakten Natur wäre, die des Menschen ungefähr so sehr bedarf wie jener Mensch Brechdurchfall beim Hochseilakt. Er ist Homo oeconomicus, wenn er als Maximierer seines Nutzens vor dem Reißbrett die Großpackung mit acht Rollen Zellstoff auf die Liste schreibt, aber im Supermarkt kauft Homo inhabilis ein Zweierpack, weil es Klopapier einzeln nicht gibt. Er entscheidet sich natürlich für die beste Alternative, in diesem Fall für ein Wirtschaftsgut, das er mit einer Hand ins heimische Warenlager verlasten kann.

Gibt es Risiken? weg mit der Struktur, der Müll unter der Schädeldecke brennt von alleine. Dräut dem beweglichen Subjekt Unsicherheit, weil es zu viele Zufälle, ja zu viele Parameter außerhalb der schnittfesten Luft gibt? Nutzt der logisch stolpernde Entscheidungsautomat gerade im Gerümpel der Zielkonflikte die plötzlich sich aufspannende Differenz zwischen reinem Egoismus und reiner Nächstenliebe für eine Freifahrt in den Abgrund? Und ist nicht beides geeignet, als Popanz der spekulativen Umnachtung für Stagnation und die Fehlentwicklung des Ganzen zu sorgen?

Komplette Denkschulen haben sich der Idee gewidmet, dass die Raffkes und Arschlöcher für eine funktionierende Wirtschaft unerlässlich seien, und zwar vorwiegend zum Wohle der Arschlöcher und Raffkes. Wer nicht zu deren Kaste zählt, ist oft bescheuert genug, das antisoziale Verhalten ihrer Unterdrücker aus Einsicht in die höhere Vernunft zu verteidigen und zu unterstützen – die sorgfältig umnachteten Klötenkönige torkeln einander ins Messer, suchen sich aber aus noch höherer Vernunft dann eine soziale Schicht, der es noch schlechter gehen muss. Damit ist der Homo idioticus nicht mehr die Unterseite der sozialen, wohl aber die der intellektuellen Pyramide. Wer merkt das schon.

Spätestens beim Betreten einer strikt nach marktökonomischen Prinzipien geführten Agentur für Werbung und PR dämmert’s dem Dummdödel, dass die vereinfachenden Modelle nie im Leben an die Hochkomplexität des Verhaltens eines Kindes vor dem Kaugummiautomaten heranreichen: die Münze im Schacht verheißt die Süßigkeit, ist dann aber futsch. Noch nicht einmal eingerechnet ist die Freude des selbstlosen Tuns, die Lust an der reinen Leichtfertigkeit als Essenz des freien Individuums. Es rechnet sich nicht, wenn man es nur kalkuliert, und in diesem Sinne ist das Leben auch außerhalb des Herdentriebs absurd genug, unverständlich bis schwer erträglich nach dem Prinzip der praktischen Vernunft. Es gibt nur Nachteile, sich der Realität zu stellen ist selten angenehm, das Dasein ist ein nur notdürftig in Zuckerwatte gepfropftes Elend. Wäre da nicht die Musik.





Ergebnisoffene Maßnahmen

7 12 2017

„… dass die Durchsuchungen generell gegen Extremisten gerichtet seien. Man habe nur mit einer Razzia gegen Linke begonnen, da diese in den letzten Monaten vermehrt im Fokus der…“

„… kein milderes Mittel eingesetzt werden könne. Gerade eine Hausdurchsuchung, bei der auch Kinder von Polizeigewalt betroffen seien, übe eine besondere pädagogische Wirkung für die politische Bewusstseinsbildung des…“

„… vermisse auch die Bundeswehr größere Bestände an Spähpanzern und Flugabwehrraketen. Solange nicht geklärt sei, ob sich Linksradikale Waffensysteme für den bundesweiten Einsatz gegen demokratische Umtriebe angeeignet hätten, müsse man in alle Richtungen…“

„… und sich deshalb nicht über körperliche Auseinandersetzungen beschweren könne. Plan der Polizeiführung sei schließlich ein Schlag gegen die…“

„… könne auch eine ergebnislose Fahndung letztlich als Ergebnis gewertet werden. Damit sei gesichert, dass der Staat die mutmaßlichen Terroristen wegen gezielter Vernichtung von Beweismitteln vor das…“

„… müsse man die Fahndungen auf jeden Fall als legal bezeichnen, solange noch kein gerichtliches Verbot von…“

„… zahlreiche gespitzte Bleistifte sichergestellt worden seien. Da diese nicht zur Ausfertigung rechtlich bindender Dokumente verwendet werden dürften, liege der Verdacht nahe, dass damit Betrug, Urkundenfälschung oder eine…“

„… nur auf Befehl gehandelt habe. Es sei während der Durchsuchung zu zahlreichen schweren psychischen Beeinträchtigungen der Beamten gekommen, die durch die Brutalität ihrer Kollegen nachhaltig traumatisiert worden seien. Dies sei ein erschwerendes Moment, für das man die Linksextremisten mit der vollen Härte des…“

„… dass der Tatvorwurf des schweren Landfriedensbruch durchaus aufrecht erhalten werde. Wer die aktuellen Verhaltensauffälligkeiten bei Vorschulkindern kenne, der wisse sehr genau, dass es auch minderjährige Verdächtige im…“

„… im Umkehrschluss das Auffinden von Bleistiften ein Indiz für die linksradikale politische Ausrichtung von Personen sei, die bisher noch nicht strafrechtlich in…“

„… müsse es für die zahlreichen spontanen Aktionen zwingend eine gemeinsame Planung gegeben haben. Auch der Bundesminister des Innern könne bei der Auswertung von Straftaten durch Polizisten keinen…“

„… vermute die Polizei vorwiegend ausländische Täter, weshalb auch die Suche in Göttingen und…“

„… dessen ungeachtet jede Art von Schreibgerät zwingend als Waffe zu betrachten sei. Der Staat habe daher das Recht und die Pflicht, jeden, der als Terrorist in diesem Sinne in der…“

„… eine Baumsäge beschlagnahmt habe. Da der Baumbestand auf der Elbchaussee allerdings bisher nicht angetastet worden sei, gehe man von einer weiteren, möglicherweise in der Vorweihnachtszeit geplanten…“

„… zur Verfügung stellen müsse. Öffentlich-rechtliche Medien, die ihr Bildmaterial nicht an die Bundespolizei lieferten, seien Verräter, die von der Volksgemeinschaft nur eine…“

„… ein Verurteilter zwar aus der Untersuchungshaft habe entlassen werden müssen, was aber nicht im Sinne einer rechtsstaatlichen…“

„… auch nach zwei Tagen keinen der unbekannten Täter identifiziert habe. Dennoch habe die Aktion bewiesen, dass die Polizei keinerlei Einmischung in…“

„… nicht im Vorfeld geklärt werden müsse, ob es sich um eine sinnvolle Aktion handeln müsse. Vielmehr könne eine ergebnisoffene Maßnahme ebenso für die politische Entscheidung einer…“

„… Bäume absägen könne, um aus dem Holz gefährliche Tatwerkzeuge in Form von Bleistiften und…“

„… sei ein Großteil der verdächtigen Personen der Polizei bereits namentlich bekannt. Die Hausdurchsuchungen hätten daher nur den Zweck gehabt, den Aufenthaltsort und das Umfeld der Beschuldigten informell zu…“

„… für die Baumsäge aber keine Quittung beibringen könne oder wolle. Da es sich nach Einschätzung der Polizei dabei auch um ein Eigentumsdelikt handeln könne, müsse man von einer international agierenden kommunistischen…“

„… es sich bei der linksradikalen Verschwörung um ein durch moderne Kommunikationsmittel gesteuertes Komplott handele, dem nur durch eine anlasslose Speicherung sämtlicher…“

„… sich Scholz eindeutig geäußert habe. Er werde alle linken oder als links anzusehenden oder als politisch zu verstehenden Aktivitäten oder deren Versuche oder Neigungen, die man als Aktivitäten, die als Versuch oder eine Art einer Form, die man als Form, die links oder versuchsweise oder gegen das Bürgertum oder auf eine Art, die als Form, die als eine Art von Versuch von Form als…“





Schafkopf

6 12 2017

„Alles, nur nicht die!“ „Wen sonst?“ „Ihnen ist klar, dass wir mit unserer Haltung als sexistische Partei einen Großteil der Wählerinnen verlieren werden?“ „Ja, meinetwegen!“ „Hören Sie mal, wenn wir jetzt in eine Regierungskoalition wollen, muss unsere Führung eine…“ „Alles, auch Wurzelbehandlung oder Auspeitschen – aber nicht Nahles!“

„Die hat doch bis jetzt einen ganz guten Job gemacht.“ „Naja, wenigstens hat sie nicht so viel verraten, was uns noch tiefer reinreiten könnte.“ „Und sie hat diesmal noch nicht gemeckert, dass es bei den Koalitionsverhandlungen keinen Alkohol gibt.“ „Weil es noch keine Koalitionsverhandlungen gab.“ „Müssen Sie uns mit Nebensächlichkeiten aufhalten?“ „Jetzt machen Sie mal einen Punkt!“ „Wer hat denn angefangen!?“ „Ruhe jetzt! Der Auftrag von der Parteispitze ist klar, wir brauchen ein Tandem, eine Hälfte weiblich, und das muss bis zum…“ „Wer wird denn die andere Hälfte?“ „Ich ging bisher von Schulz aus.“ „Der kann ja auch die Frauenrolle ausfüllen.“ „Trotz Bart?“ „Diese ewige Unentschlossenheit, dieses divenhafte Getue, das ist doch anziehend, oder?“ „Haben Sie eine Ahnung!“ „Dann würde sich die FDP ja nicht vor Angeboten retten können.“ „Haben Sie eine Ahnung!“ „Bei denen liegt es am Geld.“ „Ach so.“

„Dabei haben wir doch eine ganze Reihe guter Politikerinnen.“ „Mir fallen jetzt gerade keine ein.“ „Die Dings.“ „Genau.“ „Äh…“ „Ja, an die hatte ich auch gleich gedacht. Die wäre fast mal Kandidatin geworden, ich weiß nur nicht, wofür.“ „Sie meinen sicher Schwesig?“ „Nee, die war älter.“ „Die ist doch aber noch recht jung.“ „Ich meine die andere.“ „Klar, die ist dann natürlich älter.“ „Aber auch nur im Vergleich.“ „Und mit dieser Diskriminierung wollen wir hier auch gar nicht erst anfangen.“ „Weil die andere zu jung ist?“ „Ach, egal.“

„Dabei hatte Schulz doch gesagt, er wolle ein Kabinett im Falle seines Wahlsieges paritätisch besetzen.“ „Da ist er ja fein raus.“ „Wieso?“ „Weil wir die Wahl nicht gewonnen haben.“ „Er wollte eh nur Kanzler werden, wenn die Merkel verzichtet.“ „Also gar nicht.“ „Das sagen Sie!“ „Vermutlich hat er das gesagt, weil er wusste, dass man mit Merkel einfach keine Frauenquote machen kann.“ „Haben wir denn wenigstens genügend Quotenfrauen?“ „Wie kommen Sie denn jetzt darauf?“ „Schauen Sie sich doch die anderen Parteien an: eine Frauenquote führt zwangsläufig zu Quotenfrauen.“ „Wenn wir die CDU wären, könnte man das annehmen.“ „Sind wir aber nicht!“ „Ja, schade.“ „Bitte!?“ „Naja, dann wären wir ja an der Regierung und könnten ein Kabinett ohne Quotenfrauen… nee, ich komm noch mal rein.“

„Es geht ja jetzt vornehmlich darum, dass wir auf dem Parteitag…“ „Dann ist das gar nicht für die politische Praxis bestimmt?“ „Seit wann hat das, was ein Parteitag beschließt, Relevanz für die politische Praxis?“ „Haben Sie Nachsicht mit dem Kollegen, er ist erst seit zehn Jahren Genosse.“ „Na, dann…“ „Höre ich da einen ironischen Unterton?“ „Müssen Sie das immer thematisieren?“ „Ich möchte Sie ungern zurechtweisen, aber wir haben hier eine Mission zu…“ „Dann lassen Sie sich doch was abschneiden und kandidieren Sie selbst!“

„Man kann doch jetzt nicht die erstbeste…“ „Mit der Skatrunde im Hinterzimmer war das auf Ladesebene früher immer einfacher.“ „Lange her.“ „Aber für die politische Praxis war’s dufte.“ „Wem sagen Sie das!“ „Vielleicht spielen die Herren jetzt mal eine Runde Doppelkopf?“ „Unsinn, was soll das denn bringen?“ „Vielleicht finden sie dann raus, wer in diesem Spiel der Schafskopf ist?“ „Das ist doch lächerlich!“ „Geht denn Ulla Schmidt als neue Ehrenvorsitzende durch?“ „Dreyer ist doch auch noch da.“ „Oder Kraft.“ „Die will ja nicht mehr.“ „Wieso nicht?“ „Weil sie es kann.“ „Dann könnten wir Nahles nehmen.“ „Weil sie es nicht kann?“ „Ja, aber sie will.“

„Mit dieser… hier, Dings…“ „Ich kann den Namen auch nicht aussprechen, aber mit der kann man auch die Ausländerquote abfrühstücken.“ „Eben, das zeigt doch, wie integrativ wir sind!“ „Immer dann, wenn es um nichts mehr geht.“ „Es geht immerhin um unsere Beteiligung an einer…“ „Sage ich ja, es geht um nichts mehr.“ „Das ist doch echt eine…“ „Was regt Sie an einer realpolitischen Einschätzung denn überhaupt so auf?“ „Nichts, aber ich kann doch mal sagen, dass ich das nicht gut finde!“ „Also sind Sie ausländerfeindlich?“ „Jetzt platzt mir aber gleich der Kragen!“ „Sehen Sie, eine typische Verschiebungsreaktion, er will nur von seiner rechten Gesinnung ablenken!“ „Ich verlasse die Partei!“ „Das finde ich jetzt aber übertrieben.“ „Naja, vielleicht ist er noch nicht emanzipiert genug für eine Parteichefin.“

„Also es geht um nichts mehr.“ „Ja, aber das…“ „Also: ja!?“ „Ich würde es nicht direkt so sagen, aber es ist eben eine…“ „Er meint, wir müssten uns damit abfinden, dass unsere Entscheidungen nicht mehr berücksichtigt werden. Keine von unseren Entscheidungen, damit wir uns richtig verstehen.“ „Alles weg?“ „Wenn wir sowieso am Ende sind, dann sollten wir…“ „Verschonen Sie uns mit Ihren Ratschlägen, das ist unsere Sache!“ „Nein, ich wollte es nur wissen: wir sind im Arsch?“ „Naja, es ist…“ „Ja oder nein!?“ „Wenn Sie so fragen: ja.“ „Und wer verwaltet den ganzen Mist?“ „Hm.“ „Die Frage ist interessant.“ „Stimmt!“ „Kann ich die Nahles noch mal sehen?“





Umfassend gewährleistet

5 12 2017

„… jede Person ein potenzieller Terrorist sei. Der Bundesminister des Innern plane vor diesem Hintergrund die Überwachung von Wohnräumen und elektronischen Geräten durch eine lückenlose Ausspähung aller in Deutschland befindlichen…“

„… nicht ausgenommen werden könnten. Das Beichtgeheimnis sei zwar theoretisch nicht gefährdet, man müsse jedoch vor dem Hintergrund der Verwicklung in zahlreiche Missbrauchsfälle auch die Kirche als relevante Zielgruppe für…“

„… nicht alle Ausländer in ein Scoring zu überführen gedenke. Beispielsweise könne man alle guten Wirtschaftspartner wie Dänemark, Saudi-Arabien oder die…“

„… man moderne Digitalgeräte wie MP3-Spieler vernetzen müsse, um herauszufinden, ob sich durch radikale Inhalte islamistische Attentäter in Deutschland…“

„… dass eine Einstufung als sicheres Herkunftsland nicht gleichzeitig bedeute, dass von diesem Staat keine erhöhte terroristische Gefahr…“

„… es für Mitglieder der Regierugsparteien keinen Anlass gebe, von genereller Kriminalität auszugehen. Es habe zwar vereinzelt Fälle von Vorteilsnahme und Steuerhinterziehung gegeben, doch sei eine pauschale Vorverurteilung eine unzulässige und…“

„… das Scoring in Zusammenarbeit mit den potenziellen Koalitionspartnern auf Bundes- und Länderebene erstellen wolle. Der rechte Flügel der Union wolle auch für zukünftige Kooperationen der AfD inhaltlich eine Basis des…“

„… prüfe das Bundesjustizministerium ein Verbot analoger Schreibmaschinen. Bei einer vollständigen Umstellung auf elektronische Datenverarbeitung im Postverkehr sei umfassend gewährleistet, dass Anschlagspläne zeitnah an die zuständigen Stellen im…“

„… dass diplomatisches Personal immer ausgenommen sei. Die Maßnahmen sollten nach Ansicht von de Maizière stets für Bürgerinnen und Bürger, die keinen…“

„… alle in Deutschland geführten Telefonate mitschneiden müsse. Es sei nicht notwendig, das dadurch entstandene Material auch auszuwerten, da auch das Bundeskriminalamt sich keinerlei Erkenntnisgewinn von der…“

„… Autofahrten bereits im Vorwege behördlich angemeldet werden müssten, so dass jede Abweichung von der genehmigten Route in Abhängigkeit von der aktuellen Verkehrslage bereits Rückschlüsse auf die…“

„… nach dem allgemeinen Verbot von Glühlampen nur noch WLAN-fähige Leuchtmittel verkauft werden dürften, deren Betriebszeiten in einer zentralen Datenbank…“

„… es aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei, Schusswaffen mit einem GPS-Sender auszustatten. Dies sei ein Eingriff in die Rechte der Staatsbürger, der nicht durch das Grundgesetz…“

„… mit einer nicht übertragbaren Chipkarte ausgestattet werden müsse, die vor der Benutzung eines Kraftfahrzeugs in ein Lesegerät eingeführt werde. Eine bundeseigene Firma, die sich schon auf Hardwarelösungen für Hartz-IV-Empfänger und andere soziale Randgruppen spezialisiert habe, werde eine technisch befriedigende…“

„… auch Smart-TV-Geräte überwache. Die Software kontrolliere, wann genau die Nutzer mit systemkritischen Medieninhalten aus den öffentlich-rechtlichen…“

„… könne durch einen Waffen-Tracker lediglich festgestellt werden, ob eine illegale Schusswaffe benutzt oder bewegt werde. Da man aber nicht wisse, wer mit dieser Waffe umgehe, sei eine Kontrolle ein sinnloses…“

„… ob mediale Darstellungsformen wie Theater oder Lichtspiel gesetzeskonform zu einer digitalen Darbietung gezwungen werden könnten. Es reiche nicht aus, den Besuch dieser Veranstaltungen zu kontrollieren, es müsse auch aufgezeichnet werden, wer sich mit welchen anderen Personen eine…“

„… den Datenbestand der Krankenkassen nur für einzelpersonenbezogene Fahndungsmaßnahmen verwenden wolle. Dies schließe jedoch nicht die Auswertung von DNA-Daten zur Klärung der Zugehörigkeit zu Rassen, Hautfarben oder…“

„… von den Kontrollen ausgenommen werden müssten. Dies gelte nicht nur für V-Personen, sondern auch für Mittelsmänner, ausgespähte Personen und…“

„… ob auch Kleidungsstücke oder Schuhe ohne eine Möglichkeit der Deinstallation zur Ortung der Träger genutzt werden könne. Dadurch sei es auch möglich, auf die elektronische Fußfessel ohne eine richterliche Genehmigung zu…“

„… nicht willentlich riskiere, durch Zielfahndungsmaßnahmen den Verdacht einer Observierung von Rechtsradikalen zu erwecken. Diese Personen würden unter Umständen sogar in der Lage sein, die rechte Szene zu verlassen, wodurch wertvolle Kontakte in die…“