Stoßgebete

11 07 2022

„… kaum vorhersehbar gewesen sei. Da der Durchbruch des Stausees dreihundert Tote gefordert habe, wolle der Bundespräsident eine…“

„… die Kurse der börsennotierten Unternehmen auf individuelles Versagen keine Rücksicht nehmen würden, um die Gewinne der Shareholder nicht zu gefährden. Lindner sehe die Schuld eindeutig bei den Anwohnern, denen es trotz eines vierzig Jahre andauernden Prozesses nicht gelungen sei, den Bau der Staumauer des…“

„… sich für eine Schweigeminute in den Landesparlamenten ausgesprochen habe, die von den jeweiligen Regierungen organisiert werden müsse. Scholz habe zwar eine Antwort, wolle diese aber ohne einen konkreten Anlass nicht im…“

„… eine Aufarbeitung der Wohnsituation der Geflüchteten aus Syrien und Nordafrika zunächst nicht dringlich sei. Die Lage ihre Unterkunft in der direkten Nähe eines leerstehenden Wohnblocks habe für die Kreisverwaltung keine besondere Rolle gespielt, solange die Sanierung der Staumauer sich im Wahlkampf nicht als großes…“

„… grundsätzlich ablehne. Söder könne nur einer bayerischen Schweigeminute zustimmen, die auf Initiative der CSU im Landtag beschlossen und dann durch die Landesgruppe im Reichstag als eine bundesweite Initiative des Konsenses einer starken christlichen und…“

„… auch zahlreiche Opfer aus dem christlich geprägten Kulturkreis zu beklagen seien. Für die CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag sei dies Anlass genug, vor einer politischen Entscheidung ein verpflichtendes Fürbittegebet sämtlicher Abgeordneten zu…“

„… aus dem Katastrophengebiet gemeldet worden sei. Die von evangelikalen Verbänden aus dem In- und Ausland gesandten Gebetstrupps hätten teilweise die Arbeiten der Einsatzkräfte behindert und sie genötigt, in improvisierten Feldkirchen an Veranstaltungen des…“

„… sich die Deutsche Bischofskonferenz nicht mit den Befindlichkeiten ihrer Mitglieder befassen werde. Liminski wolle in seiner Fürbitte keinesfalls die jüdischen, homosexuellen, weiblichen oder aus anderen Gründen minderwertigen Teile der…“

„… zu lösen versuche. Da Merz den inneren Zwiespalt zwischen Christen und Ausländern in eine parteipolitisch wirksame Formel zu überführen versuche, die auch eine Folge von Wahlkämpfen zu überstehen vermöge, habe er sich nach Rücksprache mit der CDU-Basis für eine moderate Hetze gegen Andersdenkenden entschieden, die vom…“

„… von der Landesregierung nicht gutgeheißen werde. Allerdings spreche Liminski als Privatmann und Christ, wenn er betone, dass das Unglück eine Folge der vielen Abtreibungen sei, die nicht mit der katholischen Tradition des…“

„… die Ampelkoalition aufgefordert habe, ein Bundesgedenkgesetz auf der Grundlage der jüdisch-christlichen Traditionen zu erarbeiten. Merz sei empört, dass die Sozialdemokraten dies in mehr als zwölf Jahren als Regierungspartei nicht einmal in Erwägung gezogen hätten, weil sie lieber aktiv an der Zerstörung des Glaubens in…“

„… es jetzt nicht die Zeit sei, über vorschnelle Maßnahmen im Baurecht zu diskutieren. Steinmeier erhoffe sich zunächst eine Zeit der Einkehr und der Besinnung, die mit einer Woche der kirchlichen Veranstaltungen im Gedenken an die mittlerweile vierhundert Opfer des…“

„… nach drei Tagen als offizielle Gemeinschaft für ein Gebet zusammengefunden habe. Zunächst sei die CSU-Landesgruppe nicht überzeugt, dass ihr live in den Abendnachrichten ausgestrahltes Gebet für den Seelenfrieden der Toten sich mit weltlichen Ansichten in Polizei, Feuerwehr und…“

„… sei eine öffentliche Mahnwache vor dem Reichstag aus Gründen der inneren Sicherheit nicht möglich. Zudem sei die von der AfD initiierte Demonstration unter dem Motto Wir beten, bis die letzte Fremdrasse tot ist für Faeser zu nah an einer Straße geplant, was zu Staus und…“

„… die religiösen Gefühle der Deutschen ernst nehmen müsse. In einer konzertierten Aktion die Stoßgebete für ein Personalwunder in deutschen Flughäfen durchzuführen sei auch trotz der Kritik der EKD ein legitimes…“

„… habe Scholz angeblich Regierungsgeschäfte als Grund vorgetäuscht, um nicht an Gebetskreisen in den Landtagen teilnehmen zu müssen. Merz sei vom Bundeskanzler menschlich tief enttäuscht, da er selbst dank seines Privatflugzeugs in der Lage gewesen sei, bei allen Veranstaltungen zu…“

„… da die Deutschen überwiegend nicht mehr kirchlich gebunden seien. Liminski fordere eine katholische Zwangstaufe für Nichtchristen, die zur Erhaltung des…“

„… den interreligiösen Dialog der Kirche nicht mittragen werde. Merz wolle im Hinblick auf die kommenden Neuwahlen die Verbindung von Union und Christentum auch ohne ideologisches…“

„… unterstütze Göring-Eckardt die Einführung des verpflichtenden Religionsunterrichts bis zum Abitur. Die Grünen würden im Gegenzug auf die Reduzierung der Klimaschutzziele verzichten, um regelmäßige Gebetsveranstaltungen auch in der bald einsetzenden Klimakatastrophe als gute…“

„… als Missbrauch von Religion bezeichnet habe. Eine Gebetsgemeinschaft sei angesichts der nachlassenden Börsenkurse blasphemisch, Lindner fordere eine umgehende Unterstützung notleidender Aktionäre durch eine Sondervermögen in Höhe von mehreren hundert Milliarden…“





Die unendliche Geschichte

10 07 2022

Gasverstromung und Kernkraft sind nachhaltig. Das EU-Parlament hat die Aufnahme in die neue Energietaxonomie durchgewunken, weil es sich bei Erdgas um einen nachwachsenden Rohstoff handelt – schließlich kommt das Zeug ja aus der Erde – und man mit Brennstäben viele Millionen Jahre Spaß haben kann. Irgendwie logisch. Dass dies vor dem Hintergrund des russischen Völkermords in der Ukraine geschieht: geschenkt. Dass die Russische Föderation Exportweltmeister für Atomtechnologie ist, 43% des spaltbaren Materials herstellt und einen Großteil des Uranerzes abbaut, ganz zu schweigen von den explodierenden Aufträgen für Gasturbinen, das hat sich nicht herumgesprochen in Brüssel. Ursula von der Leyen, Fachkraft für Korruption und Gewohnheitslügnerin, nimmt scheinheilig hin, dass die Zerstörung der Ukraine zu einer unendlichen Geschichte wird. Wie das unendliche Wachstum, das in der Finanzbranche wieder möglich scheint, zumindest auf dem Papier. Man könnte sie alle in Biomasse entsorgen. Die hat schließlich auch ein Ökosiegel. Alle weiteren Anzeichen, dass die Zerstörung der Menschheit eine großartige Chance ist, die Börsenkurse von zu vielen Störfaktoren zu entlasten, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • scholz spd: Bereits die letzten Wahlen haben gezeigt, dass man die beiden genauso wenig miteinander in Verbindung bringt wie Merkel und die CDU.
  • malle sport: Wenn Sie jetzt mit dem Rudern anfangen, sind Sie vielleicht zu Weihnachten schon da.
  • ferien türkei: Damit Sie dort ungestört unter Deutschen sind, kommen die Fachkräfte an unsere Flughäfen.
  • fdp hartz iv: Es war vorher schon eine Asozialleistung.
  • merz flieger: Er hatte wohl Angst, dass der Hindenburgdamm hinter ihm gesprengt werden könnte.
  • buschmann therapie: Sein letzter Psychiater hat sich erhängt.
  • kubicki schlaganfall: Eher drei Promille beim Duschen.
  • schlagzeug kaufen: Alles ist besser als eine Blockflöte.
  • vegane leberwurst: Aber wozu?




In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCI)

9 07 2022

Bei Angus weiß man in Kyogle
nie: ist es der richtige Vogel?
„Man kann Papageien
durchaus mal verleihen,
da macht es nichts, wenn ich mal mogel.“

Đurđina tanzt in Sutomore
für Gäste nach alter Folklore.
„Man sucht mir auf Reisen
die prächtigsten Weisen,
wenn ich bei den Reisenden bohre.“

Es grämte sich Keith in East Ryde:
die Hochzeit fiel aus, weil die Maid
bei ihm, einem Schneider,
kein Brautkleid fand, leider.
Das ging ihm entschieden zu weit.

Natalia in Grigoriopol,
sie kannte die Blockflöte wohl,
die zur Spielvermeidung
ist jetzt die Verkleidung
der Füllung, und gar nicht mehr hohl.

Samantha, die schrie in Mount Isa
und wurde nicht lauter noch leiser.
Als Training zum Singen
will’s ihr nicht gelingen.
Zum Glück ist sie wenigstens heiser.

Anđela, die baute in Kotor
aus Karosserie, Blech und Motor
ein Auto zum Fliegen.
Da blieb manches liegen,
zum Beispiel vergaß sie den Rotor.

Macht Elton am Morgen in Gatton
im Schlafzimmer sorgsam die Betten,
wird er in den Laken
sich schrecklich verhaken.
Meist ist dann auch nichts mehr zu retten.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXXII): Zurück zur Natur

8 07 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Immerhin das hatte Rrt kapiert: wenn man seine Abfälle auf einen großen Haufen schmeißt, lockt es allerhand Getier an, das den Geruch von Aas nicht als Belästigung empfindet. Dass aber die einmal abgerissenen Süßgräser so schnell nicht wieder am Flussufer wachsen, entdeckte er erst nach mehreren Jahren, in denen er auf Buntbeeren und Holzschliff ausweichen musste. Noch waren er und seine Sippe Jäger und Sammler und die Proteinzufuhr reichte gerade zur Erhaltung der Sollstärke. Die für ein tieferes Verständnis von Vegetationszyklen nötige Rechenkapazität gab das noch nicht her. Dabei hatte es der Hominide in dieser frühen Epoche noch recht einfach, sich die Vorgänge in Feld und Wald durch empirisches Gucken oder Versuch und Irrtum zu erschließen; er musste dafür keinen Outdoorurlaub buchen, die Dinge geschahen unmittelbar außerhalb seines Kopfes. Und da sind sie auch heute noch, wo der durchschnittliche Depp zurück zur Natur will.

Zu den unangenehmsten Erkenntnissen zählt, dass wir auch nach Jahrtausenden systematischer Beobachtung noch immer nichts verstanden haben, vielmehr: nicht einmal verstehen wollen. Wir haben kaum Ahnung von Wolken, stehen bei der Erforschung der Tiefsee ganz am Anfang und sind von der Tatsache überrascht, dass nicht nur Tiere und Pflanzen zur Arterhaltung, Verbreitung und Abwehr miteinander kommunizieren, sondern auch Pflanzen untereinander. Wenig drückt die Hybris der Menschheit so sinnfällig aus wie die Annahme, der Hominide sei der einzige, der in Netzwerken denken, nachhaltig organisieren und sozial handeln könne. Kurz und ungut, wir sind die Art, die gerade dies am meisten verlernt hat, wenn wir es jemals vermocht haben sollten.

Spätestens mit der festen Absicht, sich die Erde untertan zu machen, was als reines Machtstreben über den beherrschbaren Untertanen in Gestalt des Heimatplaneten endete, schwand das Bewusstsein, dass undertæne die Schutzbedürftigkeit impliziert, die der ökonomisch durchgedrehte Mensch ihr aus Profitgründen sofort entzog, um komplett in der Diesseitigkeit aufzugehen, die ihm die Gier verordnete, seine neuer Religionsersatz. In diesem verschwiemelten Verhältnis von Haben und Sein behandelte er selbstverständlich die Natur, wie er zuvor seine bürgerliche Metaphysik behandelt hatte: als tugendhaften Schild der Anständigkeit, den man gerne vor sich trug, um dahinter die Hosen herunterzulassen. Nur manchmal, in romantischen Anwandlungen oder bei der bangen Ahnung, dass dieser ganze kapitalistische Mist minutiös geplanter Massenmord an allen möglichen Lebensformen ist, einschließlich der eigenen, entdeckt der Trottel die Tröstung des Mystischen, überwiegend in Form von Sonnenaufgängen, Meer oder Mischwald, vage nur ahnend, dass er sie für sein Menschenrecht auf Billigwurst aus Separatorendreck täglich in die Tonne tritt. An vereinzelten Tagen merkt er, was er durch seine reine Existenz angerichtet hat. Dünkel und Stolz schirmen ihn ansonsten davon ab, die enorme Widerstandsfähigkeit seines bekloppten Verhaltens auch nur zu ahnen.

Denn jetzt passiert, wovor die Wissenschaft seit Jahrzehnten warnt: wenn wir nicht endlich die Natur wieder als komplexe Ordnung sehen wollen, dann kommt sie zu uns in Form von Überflutung und Dürre, Extremkälte, Windgeschwindigkeiten jenseits unserer Kenntnisse, Erosion und Feuer. Es wird dennoch eine große Überraschung sein, weil ja niemand damit gerechnet hat, außer eben denen, die uns damit ewig in den Ohren gelegen haben. Natur und Technik, Natur und Gesellschaft, Natur und Zivilisation wurden von jeher als Gegensätze aufgebaut und verstanden, was nur insofern verkehrt ist, als dass die Natur immer als Ausnahmezustand betrachtet wurde und wird. Wir haben uns nie mit Stadtentwicklung und Tourismus, Ernährung, Sport und Freizeit, Mode oder Logistik beschäftigt, nicht als Antagonisten zur Natur, nicht als Trigger der großen Beschleunigung, die früher oder später das Leben großflächig abschaffen. Wir haben die Atmosphäre zerstört, die Biosphäre hat bereits an ihrer Auslöschung mitgewirkt, aber wir sind unbeugsam, wenn nicht gerade hausgemachter Mist wie Viren oder Kriege die Zweckbestimmung des Blödföhns einschränkt, zur Produktion diverser Krebsarten auf eine Insel zu jetten, als hinge davon das soziale Überleben der Ersten Welt ab, was auch nicht ganz verkehrt ist. Sinnvoller wird es davon allerdings auch nicht.

Die Industrialisierung der Fortwirtschaft hat die Wälder von der Landkarte gekloppt, Arten in den Orkus gejagt und die Konsequenzen für die eigene Besiedelung der Gemarkungen nicht beachtet, da er sie nicht wahrnahm. Nach und nach kehrt nun das ökologische Gleichgewicht zurück, wo es durch die politischen Anstrengungen wieder zugelassen wird. Kehrt nun aber als Zeichen einer intakten Umwelt der Wolf zurück, wesentlich länger hier beheimatet als die Zweibeiner, die sich die Birne wegbembeln, Wassersuppenkasper zu ihren Anführern machen und sich für die Zerstörung ihrer Unterkunft feiern, reagiert der Mensch mit Aggression. Gut so. Wir wissen wenigstens, woran wir untergehen werden.





Für den Augenblick

7 07 2022

„Das Neun-Euro-Ticket wird nicht verlängert, und es ist auch gut so, dass der Bundeskanzler das jetzt ganz unmissverständlich sagt. Entweder kaufen sich die Leute jetzt keins mehr für die letzten beiden Monate, dann kann er sagen, dass die Nachfrage schnell nachgelassen hat, oder es wird jetzt erst recht gekauft, dann wird er schlussfolgern, dass die Auslastung der Verkehrsmittel viel zu hoch war und das Ende wieder den Normalzustand herstellt, oder dass es eben gekauft wurde, weil die Leute genau wussten, dass es bald vorbei ist. Ich würde das als Win-Win-Situation sehen.

Man hat als Bundeskanzler derart viele Sachen zu tun, da kann man sich nicht auch noch um eine langfristige Strategie kümmern. Oder jemanden mit einer langfristigen Strategie beauftragen. Die Leute sind es ja nicht nur gewohnt, dass alles immer so bleibt, wie es ist, die wollen auch so. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, der Bundeskanzler tritt vor die Presse und sagt: ‚Liebe Landsleute, wir haben uns mal ein paar grundsätzliche Gedanken gemacht und sind zu dem Entschluss gekommen, dass wir das mit dem Nahverkehr ganz anders regeln.‘ Das ist eine vorübergehende Veränderung, deren Resultate man noch nicht ganz genau überblicken kann – jetzt eh noch nicht, weil es noch andauert – und deshalb muss man das alles irgendwann mal genau analysieren, und mit den Ergebnissen kann sich der Bundeskanzler dann später noch mal vor die Mikrofone stellen und sagen: ‚War super, machen wir also nicht noch mal.‘

Einmalzahlung, das wird auch der Knaller, falls es überhaupt kommt. Man muss ja so eine Krise immer als singuläres Ereignis begreifen, damit man sich gar nicht erst an sie gewöhnt. Das macht der Bundeskanzler auch sehr gut. Er gewöhnt sich zum Beispiel gar nicht erst daran, dass die Krise durch einen Krieg verursacht hat, dass das Auswirkungen auf die Bürger in diesem Land und in der EU hat, und so weiter. Möglicherweise sieht er ein paar der eklatantesten Auswirkungen, aber er ist ja viel zu klug, als dass er beim Analysieren die Komplexität aus den Augen verlieren würde. Am Ende kommt diese Energiekrise ja daher, dass wir in Deutschland die komplette Fotovoltaikbranche in die Tonne getreten haben, und dann hätte das nichts mehr mit der Krise zu tun, oder mit einer anderen Krise, oder mit irgendwas anderem, und da muss man als Bundeskanzler irgendwann einen klaren Strich ziehen.

Auf das Neun-Euro-Ticket bezogen hieße das, es gibt bestimmt komplexe Auswirkungen, zum Beispiel weniger Staus im Autoverkehr, weniger Strafanzeigen wegen Beförderungserschleichung, weil sich jetzt auch die Leute eine Fahrt leisten können, für die das vorher zu teuer war, oder eine Verbesserung der Gesundheit durch weniger Stress in den Bevölkerungsgruppen, die sich sonst keinen Ausflugsverkehr leisten können, aber wenn man als Bundeskanzler nicht ganz klar analysieren kann, ob das die Folgen sind, die durch das Ticket, und zwar ausschließlich dadurch, eingetreten sind, dann ist das keine konsequente Regierungsarbeit. Auch wenn es oft nicht so wirkt, der Bundeskanzler hat das sehr wohl bedacht. Er lebt für den Augenblick.

Sie werden jetzt natürlich sagen, der Mann hat einen Weitblick, der zwischen seinen Kopf passt und das Brett davor. Die Wahrheit liegt vermutlich genau in der Mitte. Also zwischen Brett und Kopf.

Er kann ja auch nicht die Umsatzsteuer auf Obst und Gemüse aussetzen. Als Finanzminister, da war das kein Problem, aber heute ist er Bundeskanzler, da geht das natürlich nicht. Am Ende kaufen die Leute dann mehr Schnaps, und das kann ja nicht der Sinn der Sache sein. Eine Einmalzahlung für die wichtigsten Bedarfe wie Ernährung, Wohnen oder Heizen muss genug sein, sonst würde die Regierung viel zu tief in die Autonomie der Bürger eingreifen. Das kann auch positive Auswirkungen haben, aber das darf man natürlich nicht voraussetzen. Darum sind die Maßnahmen immer zeitlich begrenzt.

Als damals noch Pandemie war, da gab’s für Rentner und Arbeitslose einmal Masken, und das musste dann auch reichen. Da sehen Sie übrigens auch, dass man als Bundeskanzler, damals war es ja eine Bundeskanzlerin, aber das Prinzip ist dasselbe, also wie gesagt: man darf keine Erwartungshaltung in den Leuten wecken, sonst denken die noch, der Staat würde sich um sie kümmern, nur weil sie zum Inventar gehören. Das Gegenteil ist der Fall. Wir bezahlen diesen Staat, damit der sich nicht mehr um die Leute zu kümmern braucht.

Der Amtseid verpflichtet einen Bundeskanzler auch nicht gleich, die Hände aus den Hosentaschen zu nehmen. Der fordert ihn nur dazu auf, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden – also von den Deutschen, nicht von den anderen. Da kann man dann auch schon mal zugucken, bis die Russen an der polnischen Grenze stehen. Oder wie die anderen Wirtschaftsnationen Windkraftanlagen aufbauen, bis man die Bundesrepublik aus dem Weltall an der Farbe erkennt. Da kommt das mit der Komplexität, das sagt beispielsweise, dass man kein Tempolimit in Deutschland einführen könnte, weil das in vielen EU-Staaten normal ist und messbar Gefahren im Straßenverkehr minimiert und für die Umwelt eine Entlastung darstellen würde. Man weiß nie, was da die wichtigste Eigenschaft ist, ob die nicht durch andere Maßnahmen hätte erreicht werden können, wenn man sie schon versucht hätte, was man aber aus guten Gründen nicht getan hat, und so weiter.

Nachhaltige Aussagen? Alter Falter, klar kann das der Bundeskanzler. Auf Jahre, auf Jahrzehnte. Also falls es um die Wiederwahl gilt.“





Übertriebene Rücksichtnahme

6 07 2022

„… es wegen eines Gleisschadens zu dem Unfall in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen gekommen sein könnte. Das Bundesverkehrsministerium sei zu der Überzeugung gekommen, dass ein überstürzter Eingriff in den Schienenverkehr keine gute…“

„… vor allem auf den Fahrplan achten müsse. Söder könne zwar nur für die Verbindungen im Freistaat Bayern sprechen, verlange aber von der Bundesregierung eine Sicherstellung sämtlicher in seinem Bereich ablaufenden…“

„… für Wissing keine Rolle spiele, da gerade die Feriensaison in Deutschland beginne, in der die meisten Schulpendlerfahren nicht stattfänden. In der Regel würden die meisten Urlaubsreisenden das Auto nutzen, so dass eine Evaluierung derzeit nicht sinnvoll sei und Ressourcen verschlinge, die an anderer Stelle viel…“

„… stelle sich Scholz vollinhaltlich hinter den Bundesverkehrsminister. Ein Tempolimit sei im Koalitionsvertrag aus Rücksichtnahme auf die FDP nicht beschlossen worden, weshalb auch von einer jetzigen Verlangsamung der Züge keine…“

„… ebenfalls betont habe, dass sehr viele Fahrten mit den Zügen der Deutschen Bahn AG nicht sinnvoll seien. Unter diesen Umständen lohne eine Aufarbeitung des Unfalls nicht, wie Lindner in einer Mitteilung an die Hinterbliebenen des…“

„… dass Unterspülungen des Gleisbetts wie beispielsweise am Neubau des Stuttgarter Projekts S21 durch klimawandelbedingten Starkregen in der Zukunft viel häufiger auftreten würden. Kubicki wolle erst eine weitere Studie des Verkehrsministers abwarten, die den Kausalzusammenhang zwischen Niederschlag und Wasser auf eine eindeutige…“

„… dass man rechnerisch die Wirkung eines Tempolimits auf Straßenfahrzeuge mit nur einem Passagier nachvollziehen könne, während es für ein Gesetz zur Drosselung des Schienenverkehrs bei so vielen Fahrgästen in nur einem Zug keine rechtliche Grundlage gebe, die nicht gegen die Verfassung gerichtet sei. Buschmann werde dies auch bis nach Karlsruhe bringen, wenn er vor seinem…“

„… auch durch Überhitzungen gefährdet seien. Wissing sehe die Gefahr thermischer Schäden nur für Fahrbahndecken, da Züge durch ihren starken Fahrtwind für eine viel schnellere Ankühlung der bodennahen Luftschichten sorgen würden, weshalb es Bundesmittel zu Sicherung der Autobahnen bis spätestens August 2022 in Höhe von etwa…“

„… gerade kein Verständnis für überstürzte Maßnahmen aufbringe. Scholz habe nochmals zum Ausdruck gebracht, nur weil im Bahnverkehr ein solcher Tag sei, ändere man nicht seine…“

„… dass der in früheren Jahren angedachte Deutschland-Takt wegen überwiegend verspäteter Züge bisher nicht realisiert worden sei. Aus dem Bundesverkehrsministerium habe es bisher nur den Vorschlag gegeben, die Verzögerungen durch eine übertriebene Rücksichtnahme auf das marode Netz nicht noch zusätzlich zu…“

„… da die Bahn neben dem Autoverkehr der zweitwichtigste Zubringer zur Luftfahrt sei. Auch unter der Voraussetzung, dass in Zukunft zahlreiche Flüge wegen Personalmangels und technischer Probleme ausfallen würden, könne man mit den Verspätungen nicht schon am Anfang der Reise ansetzen, um den Kunden ein möglichst gutes…“

„… keine Schuldzuweisungen geduldet würden. Wissing wolle erst noch dreißig bis vierzig Bahnunfälle mit Personenschaden abwarten, um eine verlässliche statistische Basis für den Einfluss des mangelhaften Schienennetzes auf die Schwere von Unfällen und die Anzahl der…“

„… die Langsamfahrstellen bei festgestellten Schäden am Gleis durch eindeutige Beschilderung ausgewiesen werden müsse, was aber durch den Mangel an Schildern in der deutschen Verwaltung schon auf den Bundesautobahnen nicht richtig…“

„… sehe Söder die Schuld eindeutig in Berlin. Dass das bayerische Bahnnetz das am schlechtesten gewartete und gepflegte in ganz Deutschland sei, resultiere allein daraus, dass ein Minister, der nicht aus der CSU komme, seit Monaten keine richtigen Maßnahmen für dieses Bundesland und seine sehr zwingend…“

„… nur mit einer erheblichen Verteuerung der Fahrpreise aufgewogen werden könne. Lindner rate daher, auf alle überflüssigen Bahnreisen ab sofort zu verzichten, um die betreffenden Strecken möglichst ganz ohne Zugverkehr zu einer…“

„… eine geplante Umstellung der Bahn auf E-Kraftstoffe statt unzuverlässigen Solarstroms oder nicht planbarer Windenergie möglichst rasch vor sich gehen müsse. Für die FDP bleibe daher nur eine sofortige Umwandlung aller Strecken in Hochgeschwindigkeitstrassen, falls diese nicht zu oft frequentiert würden und sich damit als zu unrentabel für einen…“

„… sei Solidarität für Liberale kein Fremdwort. Da auch der deutsche Autobahnverkehr auf Geschwindigkeitsbeschränkungen verzichte, wolle Wissing die Deutsche Bahn AG bewusst nicht ausnehmen von einem Gesamtkonzept, das für einen einheitlichen Fortschritt in den…“

„… auf Kooperation setze. Söder und Lindner seien sich einig, dass eine Bahnmaut eine wichtige Einnahmequelle für den Bundeshaushalt werden könnte, wenn diese auch nicht zwingend für die Unterhaltung des Streckennetzes der…“





Vorhersehbare Umstände

5 07 2022

„Dabei wollte ich letzte Woche nach Mallorca!“ „Seien Sie nicht traurig, Ihre Wünsche werden alle erfüllt.“ „Sie meinen, der nächste Flug wird nicht wieder gestrichen?“ „Doch, natürlich.“ „Aber wieso sagen Sie dann, dass meine Wünsche erfüllt werden?“ „Wollen Sie nicht immer, dass das der Markt regelt?“

„Was hat der Markt denn zu tun mit den Flügen nach Mallorca?“ „War da ausreichend Personal am Flughafen?“ „Eben nicht!“ „Dann fragen Sie sich mal, wo die Leute geblieben sind.“ „Die können doch nicht alle verschwunden sein?“ „Das ist wie mit Ihrem Geld, das ist auch nicht weg, das hat jetzt jemand anders.“ „Sitzen die jetzt alle zu Hause und freuen sich, dass keiner mehr nach Mallorca fliegen kann?“ „Die sind jetzt alle in anderen Jobs, weil sie da dasselbe verdienen.“ „Die arbeiten woanders?“ „Ja.“ „Aber weshalb denn?“ „Manche wollen ihre Miete bezahlen, manche essen gerne mal etwas, und ein paar von denen mögen ihren Beruf.“ „Aber das ist doch kein Grund, dass man systemrelevante Jobs so einfach aufgibt!“ „Finden Sie es wirklich derart entscheidend, dass ausgerechnet Sie nach Mallorca fliegen müssen?“ „Die waren doch letztes Jahr noch da!“ „Einige schon.“ „Und vor der Pandemie waren es noch viel mehr!“ „Eben.“

„Warum arbeiten diese Leute jetzt nicht mehr am Flughafen?“ „Weil es beschissene Jobs sind, die beschissen bezahlt werden.“ „Aber irgendwer muss das doch machen!“ „Würden Sie das denn tun?“ „Wie kommen Sie denn darauf, ich habe etwas Anständiges gelernt.“ „Das haben diese Leute auch, und selbst, wenn nicht: man kann niemanden dazu zwingen, am Flughafen zu arbeiten.“ „Aber wenn man nichts anderes findet, dann arbeitet man halt da.“ „Haben Sie nicht immer gesagt, wenn man mit dem Gehalt nicht zufrieden ist, soll man sich halt einen besser bezahlten Job suchen?“ „Natürlich, so funktioniert eben der Arbeitsmarkt.“ „Nein, aber so sollte er funktionieren.“ „Und warum gibt es jetzt kein Personal mehr am Flughafen?“ „Weil durch eine Verkettung vorhersehbarer Umstände der Arbeitsmarkt ausnahmsweise mal so funktioniert, wie er funktionieren soll.“ „Aber die Leute haben doch alle schon einen Job?“ „Befristete Teilzeitjobs mit miesen Arbeitszeiten und noch schlechterer Bezahlung.“ „Wenn die mit dem Gehalt nicht zufrieden sind, sollen sie sich halt…“ „Genau das ist jetzt eingetreten.“ „Wie konnte das passieren?“ „Sollte das nicht der Markt regeln?“ „Aber doch nicht so!“

„Wir haben hier soziale Marktwirtschaft!“ „Das heißt, Sie legen großen Wert darauf, dass der Markt alle unnötigen Einschränkungen des Konsums von den Konsumenten fernhält.“ „Darunter leiden auch die Fluggesellschaften!“ „Vielleicht drücken wir dann jedem Bürger zehntausend Euro in die Hand. Damit kann sich dann jeder einen Urlaubsflug und eine hübsche Hotelrechnung leisten.“ „Das ist doch Sozialismus!“ „Richtig, daher hat man beim letzten Mal die Kohle auch gleich den Airlines gegeben, damit der Verbraucher nicht so überflüssige Dinge wie Flugreisen davon kauft.“ „Sie finden sich wohl witzig?“ „Witziger als die Bundesregierung, die das beim Tankrabatt genau so macht und beim Ticket für den Nahverkehr moniert, dass die Bürger es tatsächlich zu benutzen wagen.“

„Diese Massenkündigungen hätte man doch verhindern müssen!“ „Die Bundesagentur für Arbeit hat das Kündigungsschutzgesetz angewandt und die Entlassungen gestattet, sonst wären die Fluggesellschaften jetzt pleite.“ „Wieso Entlassung, ich dachte, es waren die Gehälter?“ „Das stimmt, die lagen dann ja bei Null.“

„Und jetzt streiken diese Faulpelze auch noch!“ „Haben Sie irgendeine Vermutung, woran es liegen könnte?“ „Die wollen den Flugverkehr sabotieren!“ „Das hatte die Gewerkschaft bestimmt vorher in der Erklärung für Flugreisende mitgeteilt und Sie haben es nur überlesen.“ „Diese Schweinerei sollte man durch das Grundgesetz verbieten lassen.“ „Ist nicht Arbeitskampf die Umsetzung eines Grundrechts?“ „Aber doch nicht in Spanien!“ „Dann verstehe ich nicht, warum Sie spanischen Arbeitnehmern mit dem deutschen Grundgesetz drohen.“ „Das betrifft doch auch die Deutschen, die mit denen fliegen, also ist das ein Eingriff in meine Grundrechte.“ „Ich vergaß, wir haben ja nach Schnitzel, Spargel und Sprit auch das Menschenrecht auf Mallorca eingeführt.“ „Sie haben keinen Grund, sich über mich lustig zu machen!“ „Ach, ich bin da ganz selbstlos und mache das aus freien Stücken.“

„Ich werde es Ihnen verraten, so wird es nämlich in Deutschland aussehen, wenn wir erst mal eine kommunistische Regierung unter dieser Baerbock haben – dann gibt es das bedingungslose Grundeinkommen, und kein Mensch will mehr am Flughafen arbeiten.“ „Oder in anderen Jobs, die bis dahin nicht anständig bezahlt werden.“ „Man sollte denen die Stütze komplett streichen!“ „Das war mir bisher auch neu, dass man Arbeitslosengeld kriegt, wenn man eine besser bezahlte Stelle annimmt.“ „Das ist doch alles ein abgekartetes Spiel, dass man schlecht ausgebildete Sicherheitskräfte aus der Türkei hier einschleust, die den Deutschen die Jobs wegnehmen!“ „Also exakt die Jobs, für die es keine Deutschen gibt, die die erforderliche Ausbildung haben?“ „Die Bundesregierung hat keine bessere Idee, als wieder Ausländer einzuschleusen!“ „Das machen Fluggesellschaften, die bisher zugeschaut haben, bis die Scheiße uns bis zum Hals steht.“ „Gibt es denn überhaupt keinen Ausweg mehr?“ „Wenn Sie sich zur Mittelschicht zählen, haben Sie nicht einen Privatjet in der Garage?“





Technologieoffen

4 07 2022

„… auf die deutsche Forschung setze, die einen neuartigen technischen Ausweg zur Lösung der aktuellen Energieproblematik finden werde, wenn sie ohne grüne Denkverbote arbeiten könne. Zum jetzigen Zeitpunkt bevorzuge Lindner den Ansatz des Perpetuum mobile, das sich bisher nicht als…“

„… mindestens einem thermodynamischen Hauptsatz widerspräche und folglich nicht zu realisieren sei. Die Präsidentin der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt sehe die Diskussion damit als beendet an und wolle keine weiteren…“

„… für eine erste Erforschung des Prinzips jährlich 600 Milliarden Euro bereitstellen wolle, mit denen das Prinzip der energieunabhängigen Bewegung für einen Prototypen sowie erste…“

„… sich Denz gemeinsam mit zahlreichen anderen Physikern dafür ausgesprochen habe, das von den liberalen entworfene Programm an keiner der deutschen Hochschulen durchzuführen, um die für Themen wie Klimawandelfolgen und Energiesicherheit benötigten Ressourcen nicht mit esoterischem…“

„… auch nicht bei einer Erhöhung der Mittel an der Auftragsvergabe interessiert sei. Da sich der Bundesverband der Deutschen Industrie bereits eingehend mit regenerativen Energien beschäftigt habe und einen Wiederaufbau der Fotovoltaik in der EU unterstütze, gebe es keinen Anlass für die …“

„… fordere Kubicki die fristlose Kündigung aller deutscher Forscher, um einen Neuanfang in der deutschen Physik schnellstmöglich mit der auf zehn Jahre ausgelegten Studienreihe einzuleiten. Er nehme die an Wehrkraftzersetzung grenzende und erkennbar ideologisch motivierte Verweigerung der Spacken aus dem…“

„… dass sich der Geltungsbereich der bisher in der Thermodynamik geltenden Regeln nachweislich nicht auf die Bundesrepublik erstrecke. Um dies auch zukunftssicher festzuschreiben und zugleich einen Investitionsschutz für zahlreiche Start-ups zu bieten, werde Buschmann in einem handwerklich sehr, sehr gut gemachten Gesetzentwurf alle…“

„… Unterstützung aus der Querdenkerszene erhalten habe. Lindner könne mit Verstärkung für sein Forschungsvorhaben rechnen, sobald das in der neu gegründeten Universität für Freies Denken in Unterbreizbach (Wartburgkreis) ansässige Institut für Alternatives Realitätsdesign eine eigene…“

„… mit einem Pendelkolbenmotor in einem in Sachsen gebauten Wagen vorfahren wolle. Der laut seinem Erfinder ca. drei Millionen Kilometer hohe Pendelmechanismus müsse allerdings erst noch aus magnetischen Kupferatomen gelötet werden, was angesichts der Lieferketten aktuell kaum im…“

„… plädiere Stark-Watzinger für eine rasche Umstellung des naturwissenschaftlichen Unterrichts an den deutschen Gymnasien. Durch eine vermehrt an individualistischen Konzepten ausgerichtete Lehre werde möglicherweise schneller eine neue Form der Physik entdeckt, die sich wie seinerzeit Einsteins Relativitätstheorie klar von den bisher benutzten Modellen…“

„… bei der Anwendung elektromagnetischer Strahlung zu einem ersten Durchbruch gelangt sei. Die alternativen Forscher hätten beim Drehen mehrerer Tesla-Turbinen eine zwar geringe, aber messbare Menge an freier Energie erhalten, die sich nur noch durch die Gleichrichtung von Photonen auf der intrakosmischen Ebene im…“

„… die Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in einem Dossier darauf hingewiesen habe, dass keine der angeblich durch Schwerkraft, Gaskinetik oder thermische Wirkung beruhenden Maschinen den von ihnen erzeugten Energieüberschuss in einer physischen Form hätten speichern können. Damit sei das Problem der Energieerzeugung nicht in…“

„… in einer parteiinternen Sitzung für ein Festhalten an der Konstruktion des Perpetuum mobiles plädiert habe. Kubicki sei der festen Überzeugung, mit dem Durchgriff der von Lindner nachfinanzierten Forschungsgruppe komme alles in Ordnung und sei bereit für einen zügigen…“

„… mit einem Sonderpreis für revolutionäre Forschungsergebnisse auszeichnen wolle. Lindner habe sich selbst von der Antriebsart überzeugt, die in einem Kleinwagen eine Geschwindigkeit von bis zu zehn Kilometern pro Stunde erlaube, was ohne äußere Energiezufuhr bisher noch keinem…“

„… die Weltraumfahrt in die Energieerzeugung integreren wolle. Buschmann halte angesichts der messbaren Expansionsgeschwindigkeit des Weltalls die Nutzbarkeit von Dunkle Energie für sehr viel wahrscheinlicher als die Installation zehntausender Windräder, die dann keinen Platz mehr für neue Einfamilienhäuser oder…“

„… versehentlich sichtbar geworden sei. Das angebliche Null-Energie-Auto habe seine Antriebskraft aus tausenden von Knopfzellen in der Karosserie bezogen, die nach wenigen Minuten…“

„… in einem nächsten Schritt versuchen müsse, die aus freiem Magnetismus, Wasserverbrennung oder Erdrotationsluftdruck gewonnene Energie in E-Fuels umzuwandeln. Bisherige Konzepte würden noch davon ausgehen, dass etwa der Gegenwert von mehreren tausend Litern Benzin gebraucht würde, um einen Wagen einen Meter weit rollen zu lassen, wobei die Kraftstoffzufuhr über einen Tank mit einem Fassungsvermögen von…“

„… sich Lindner zuversichtlich zeige, dass auch die Erderwärmung durch eine deutsche Erfindung und die daraus resultierenden Patente eine für die Wirtschaft überaus erfolgreich verlaufende…“





Teufelswerk

3 07 2022

für Erich Kästner

Es ginge mit dem Teufel zu,
wird es den Teufel geben.
Er nimmt der lieben Seele Ruh
und kostet sie das Leben.

Die Ansicht, dass es Böses gibt,
erzeugt den einen Bösen,
der sich in die Gedanken schiebt,
vom Guten sie zu lösen.

Vielleicht ist alles dann auch gleich.
Man sündigt bis zum Ende,
ob alt, ob jung, ob arm, ob reich,
er führt uns schon die Hände.

Wir sind verloren, was Moral
und Anstand postulieren.
Man kann dies Leben allemal
sich in die Haare schmieren.

Dann bleiben diese Frommen, die
stets brav und ehrlich handeln,
dass sie im hellen Lichte wie
die Heiligen schon wandeln.

Man sieht sie theologisch treu
in göttlicher Erhebung,
das spendet sich, wenn man sie lässt,
schnell hilfsbereit Vergebung.

Nur manchmal sind sie voller Pein,
man sieht sie Unheil wittern –
die Angst, sie zieht durch ihr Gebein,
wenn sie vor Glauben zittern.

Am Ende ist das alles wahr,
die schrecklichen Geschichten –
gibt es den Teufel, immerdar
sie für die Schuld zu richten?

Man wünscht es sich, dass es so sei
für Heuchler, Gauner, Diebe.
Für uns ist dies recht einerlei,
wir sind von dem Gedanken frei
auf Erden – für die Liebe.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DC)

2 07 2022

Es parkte Camilla in Balle
im Grünen und saß in der Falle.
Statt Haare zu raufen
muss sie heimwärts laufen:
am Reifen war schon eine Kralle.

Giuseppe fischt in Villabate.
„Wobei ich durch Flachwasser wate,
brauch ich keine Angel,
ich fang im Gerangel,
was ich in der Hütte dann brate.“

Als Lærke beflaggte in Randers
ihr Fahrrad mit Hilfe des Standers,
nahm sie für die Stange
natürlich die lange.
Das Rad wirkte irgendwie anders.

Alberto, der in Francofonte
sich auf dem Balkon öfters sonnte,
der tat’s auch bei Regen
mit Schirmen dagegen,
so dass er sich doch sonnen konnte.

Kristina, die stirbt in Ålsrode
beim Stadtgang wohl tausende Tode.
Die Schuhe, die Kleider,
die Haare auch, leider,
sind stets nach der Avantgarde-Mode.

Achille, der spielte in Brolo
gern Tennis, Pelota und Polo.
Für Rudern und Crosslauf
ging restliche Zeit drauf.
Er ist, wie man’s ahnt, bisher solo.

Wenn Victor in Bønnerup Strand
die Zeit für ein Gläschen mal fand,
ließ er sich nicht lumpen.
Er nahm seinen Humpen
und schenkte ihn voll bis zum Rand.