Zukunftsbranchen

29 06 2022

„… sich nicht ohne Zuwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt lösen lassen werde. Die Verbände der deutschen Arbeitgeber seien sich sicher, dass die Position der Bundesrepublik in der EU maßgeblich von der Geschwindigkeit und Professionalität der Personalgewinnung aus den…“

„… mahne das SPD-Strategiepapier eine rasche Umsetzung der noch nicht vollzogenen Punkte der Agenda 2010 an. Um ein Hochtechnologieland zu sein, müsse zunächst die gesellschaftlich relevante Basis gefestigt werden, da auch Ingenieure mit den Waren des täglichen Bedarfs versorgt sein müssten. Heil halte einen Anteil des Niedriglohnsektor von zwanzig Prozent daher für noch nicht…“

„… Flugtaxis zu Robotern umbauen wolle, die Roboter bauen könnten, die Flugtaxis bauen, die noch nicht erfundene Kraftstoffe nutzen würden. Söder werde noch vor seiner erneuten Kandidatur zum Bundeskanzler ein Programm für den…“

„… sei es für Chirurgen und Kernphysiker aus kulturell benachteiligten Kulturkreisen von Vorteil, wenn sie den Aufenthalt mit einigen freiwilligen Pflichtjahren begönnen. Demut sei eine der wichtigsten Tugenden, so Merz, solange sie nicht ständig von Deutschen verlangt würde, die als Gastgeber auch die Regeln des Aufenthalts im…“

„… halte CDU-Landwirtschaftsexperte Spahn die dauerhaft Zuwanderung von Erntehelfern nur dann für möglich, wenn diese mindestens dreißig Jahre lang einen eigenen Betrieb profitabel geführt hätten, so dass man ausschließen könne, dass sie nur wegen der Arbeitsplätze nach…“

„… den Mindestlohn auf einen Euro absenken wolle, damit der Markt mehr Entfaltungspotenziale nach oben wahrnehme. Zeitgleich erwarte Lindner die Streichung jeglichen Kündigungsschutzes, da nur so den Arbeitgebern die notwendige Flexibilität einer nachhaltigen, sozial atmenden Planung der…“

„… nach erforderlichen Berufsbildern geordnete Quoten für die Zuwanderung festsetzen müsse. In der CSU wolle man zunächst Bodenpersonal für die Flughäfen sowie ausreichend Bademeister mit drei bis fünf Jahren Erfahrung einstellen, später sei auch eine Umschulung möglich. Söder setze dabei große Hoffnungen in die Bundesregierung, die durch eine Qualifizierungsinitiative ausreichend Arbeitskräfte für die Laufzeitverlängerung der Reaktoren im…“

„… für den CDU-Staatsrechtsexperten Spahn nur die Möglichkeit infrage komme, dass man den Einwanderern eine deutsche Staatsbürgerschaft verleihe, die allerdings jederzeit ohne Angabe von Gründen wieder entzogen werden könne, falls sich beispielsweise im Wahlkampf eine…“

„… die ersten Berufsjahre beispielsweise in der Pflege, ohne Bezahlung oder ohne Bezahlung in der Pflege verbringen könnten, bevor sie sich für einen dauerhaften Aufenthalt qualifizieren dürften. Für die Bundesregierung sei dies ein guter Weg, um in einer der Zukunftsbranchen eine erfolgreiche Rolle innerhalb der EU zu…“

„… sehe Söder einen Mangel an Pfarrern in den abgelegenen Ortschaften des Freistaates. Er lehne eine Aufnahme von Quereinsteigern nicht generell ab, wolle aber durch eine vorherige Prüfung bei der Einreise feststellen lassen, dass die Zuwanderer keiner islamistischen…“

„… dürfe es keine übereilte Anerkennung von fremden Berufsabschlüssen auf dem deutschen Arbeitsmarkt geben. Merz warne davor, dass jeder Medizinmann, der sich in einer praktischen Prüfung vor der Handwerkskammer als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik ausgebe, sofort wie ein in Deutschland ausgebildeter Geselle auf die…“

„… die Bundesregierung den Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine so weit entgegenkomme, dass diese bis 2030 einen mittleren Schulabschluss sowie eine duale Berufsausbildung erreicht haben sollten. Erst dann wolle man eine Entscheidung treffen, ob die Zuwanderung aus Afrika, anderen Kriegsgebieten oder den EU-Beitrittskandidaten sich positiv auf…“

„… sehe CDU-Sozialexperte Spahn hier die Notwendigkeit, das Asylbewerberleistungsgesetz einer schnellen Neuregelung zu unterziehen. Nach seinen Plänen müssten Angehörige wirtschaftlicher Feindstaaten das Dreifache ihrer Leistungen an den Staat abführen, damit sich ihr Aufenthalt für die deutschen Sozialsysteme lohne und nicht zu einem finanziellen Desaster für die…“

„… die Bundesregierung bei der Anwerbung neuer Arbeitskräfte auf die Digitalisierung setze. In Zukunft könne jeder Einwanderungswillige seinen Aufnahmeantrag per E-Mail einreichen, wobei die Formulare in dreifacher Ausfertigung als Anlage im Postfach bis zum dritten Werktag nach dem…“

„… Lücken im Niedriglohnsektor nicht simultan mit den Personalanforderungen in qualifizierten Berufen abgearbeitet werden könnten. Heil sehe hier die Möglichkeit, in einem Zehn-Punkte-Plan die schrittweise erfolgende Höherqualifizierung der ungelernten Arbeiter bis zum akademischen Grad mit einer danach einsetzenden Anwerbung von Hilfskräften aus dem…“

„… nach wenigen Generationen bereits mehr als acht Milliarden Kinder in Deutschland geboren würden. CDU-Rassenexperte Spahn wolle der Vernichtung durch übermächtige Parasitenvölker nicht tatenlos zusehen fordere daher eine sofortige Sterilisation, die alle Invasoren in den ersten…“

„… der rechte SPD-Flügel vor einer zu schnell und ungeregelt einsetzenden Einwanderung warne, da dies die Abwanderung deutsch-nationaler Kräfte ins Ausland nach sich zöge, was zu weiteren…“





42/7

27 06 2022

„… schlage BDI-Präsident Russwurm vor, eine Erhöhung des wöchentlichen Vollzeitäquivalents von 40 auf 42 Stunden bei einem Renteeintrittsalter von 70 Jahren zu vollziehen, um den aktuellen Fachkräftemangel auf dem deutschen Arbeitsmarkt noch effektiver als bisher zu…“

„… lasse sich die Lebensarbeitszeit auf die durchschnittliche Lebenserwartung umlegen, so dass ein Arbeitnehmer bei frühzeitig festgestellten Risikofaktoren auch mit 45 und mehr Stunden pro Woche zur Grundsicherung gelange und die…“

„… es sich um ein Missverständnis gehandelt habe. Der BDI erwarte von den Arbeitnehmern ein gewisses Entgegenkommen, was sich einerseits in einer Arbeitsstundenspende, andererseits in einer Kürzung der Stundenlöhne in den…“

„… in zahlreichen Berufen nicht möglich sei, bis zum vollendeten 70. Lebensjahr zu arbeiten. Merz halte dies für eine von linkradikalen Kräften propagierte Schutzbehauptung, da er selbst als Angehöriger des Mittelstandes auch in der Lage sei, sich als Golfer und Besitzer eines Privatjets am…“

„… dass es nicht zur Kürzung der Reallöhne komme, wenn sich die Arbeitgeberverbände gegen die Gewerkschaften durchsetzen würden. Heil sehe die Einführung eines Kombilohnmodells, das eine herkömmliche Vollzeitstelle mit dem nur teilweise sanktionierungsbetroffenen Existenzminimum bei einer Ausweitung der Arbeitszeit bis einhundert Euro ohne Anrechnung der zusätzlichen…“

„… habe Sinn den offenbar linksorientierten Arbeitnehmervertretern vorgeworfen, die deutsche Wirtschaft im Auftrag Russlands zu zerstören. Überstunden seien auch in einer Neuberechnung der Wochenarbeitszeit nicht zu berücksichtigen, da sie von den Arbeitgebern kostenfrei zur Verfügung gestellt würden und eigentlich als geldwerter Vorteil auf dem Lohnzettel derer, die noch als…“

„… zu Schwierigkeiten im Schichtbetrieb führe, wenn über acht Stunden hinaus Arbeitsbedarf künstlich generiert werden müsse. Letztlich könne dies betriebswirtschaftlich nur durch eine anteilige Kürzung der Löhne wieder zu einem…“

„… außerdem rechnerisch nicht aufgehe. Die Einsatzplanung in den meisten Betrieben erlaube keine Stückelung der Arbeitstage, so dass die Sechs-Tage-Woche als einfachere und in vielen Berufen des Dienstleistungssektor auch erheblich kundenorientiertere…“

„… die Akzeptanz in der Arbeiterschaft sicher schnell steige, wenn eine Medienkampagne das Programm 42/7 mit beliebten Personen aus Industrie, Wirtschaft und dem rechten Spektrum der…“

„… die Rotation der Arbeitstage sich anbiete, um den Arbeitnehmern ausreichend Freizeit zu gewähren. Dies sei für Lindner wichtig, da ohne einen stabilen Binnenkonsum nur ungenügende Potenziale für eine längst überfällige Steuersenkung im…“

„… sich der von den Gewerkschaften angemahnte Sechsstundentag durchaus mit den Plänen der Wirtschaft vertrage. Es stehe den Betrieben selbstverständlich frei, ob sie sechs Tage zu je sieben Stunden oder sieben Tage zu je sechs Stunden in ihren…“

„…mit mehr Kontrollaufwand verbunden wäre, wenn die Arbeitszeiten auch im Homeoffice angewandt würden. Dies müsse sich zwangsläufig in den Gehältern niederschlagen, indem es keine Kompensation für die Mehrarbeit oder eine…“

„… dass längere Arbeitszeiten erwiesenermaßen mehr Unfälle mit sich bringen würden. Es sei daher unerlässlich, die Lohnnebenkosten anzuheben, auch wenn dies in Regelfall bedeuten würde, dass trotz Mehrarbeit weniger Lohn als für den…“

„… die Unfallhäufigkeit zwischen acht und zehn Stunden gleich bleibe, so dass auch eine 50-Stunden-Woche noch innerhalb der üblichen…“

„… eine Zuwanderungswelle in die deutschen Sozialsysteme zu erwarten sei, die auch Fachkräfte aus anderen EU-Staaten umfasse. Da im Ausland aktuell die Vier-Tage-Woche getestet werde, könne sich Russwurm vorstellen, dass Arbeitnehmer, denen diese Belastung nicht ausreiche, sich in die Bundesrepublik aufmachen würden, um endlich wieder eine ordentliche…“

„… die Ruhezeiten zu beachten. Die bisher gesetzlich festgelegte Zeitspanne von elf Stunden müsse durch eine Öffnungsklausel gesenkt werden können, um den Arbeitgebern mehr Flexibilität in der Regelung der…“

„… Ansätze kombinieren wolle, in denen eine 40-Stunden-Woche auf nur vier Arbeitstage verteilt würde. Buschmann schlage vor, die verbleibenden beiden Stunden am frei werdenden Tag zu…“

„… dass verlängerte Arbeitstage für Eltern auch eine Entlastung darstellen könnten, da sie weniger Zeit veranschlagen müssten, in der sie für Kinder, Familie und ihren…“

„… die Kritik am Bundesverband der Deutschen Industrie nicht gerechtfertigt sei. Die Rente mit 70 sei schließlich nicht für seine eigene Generation gedacht, sondern für die jungen Leute, die als Ausgleich zur Belastung mit dem Klimawandel eine Arbeitsplatzgarantie bekämen, die sie für den möglicherweise kurzen Rest ihres…“

„… auch emotional eine engere Bindung erreicht werden könne, wenn sich Arbeitnehmer entschließen würden, mehr Lebenszeit für ihren Job aufzuwenden. Dies könne sich darin äußern, dass die Unternehmen ihre Angestellten nicht mit Vollendung des 67. Lebensjahres kündigen würden, um ihnen noch eine abschlagsfreie Rente zu…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DXCVI): Das Hausfrauenmodell

7 01 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Wenigstens das Problem hatte Rrt nicht, dass er weibliche Sippenmitglieder bei der Leitung seiner familiären Wohngemeinschaft berücksichtigen musste. Er sorgte für Bison und Buntbeeren, sein Weib, diverse andere Frauen sowie die Töchter, Nichten oder Schwippschwägerinnen verarbeiteten den Fang zu Braten, Suppe, Kleidung, Schmuck oder Kultobjekten. Das Paläolithikum war durchaus arbeitsintensiv im Abgang, auch wenn sich die Frau eher im Behausungsbereich beschäftigte – nicht, weil sie nicht im Zweifel Säbelzahnbiber in die Flucht schlagen zu vermochten, es machte nur ihre Verfügbarkeit für haushaltsnahe Dienstleistungen viel größer. Das Erfolgsmodell, das noch heute als Home Office praktiziert wird, es wurde in weiteren Entwicklungsstufen mit neuen Kulturtechniken bis zur Stütze der Gesellschaft etabliert, auch da noch, wo es vollkommen sinnlos wurde. Und wie die moderne Welt nun einmal ist, wenn etwas absurd ist und eigentlich in die Rundablage gehört, wird er bis zum Komplettkollaps verteidigt. So auch das Hausfrauenmodell.

Die in vergangenen Jahrzehnten bis 40 Stunden gesunkene Erwerbsarbeitszeit ist obsolet wie eine Postkutsche – sonntags in putzigen Filmen guckt man sich derlei musealen Murks gerne an, aber es wird in der Zukunft von heute schon keine Rolle mehr spielen, erst recht nicht im kommenden Mangel an Arbeit, die aus Digitalisierung und Automatisierung folgt, wenn wir sie irgendwann erreichen werden. Das traditionelle Strickmuster von Vater-Mutter-Kind-Kind-Familien als Norm der bürgerlichen Existenz zwickt wie eine zu enge Hose und hat nichts mehr zu tun mit einer Gesellschaft, der die Entkoppelung von Lohn und Arbeit längst als Lichtlein aufgegangen sein dürfte, auch und gerade durch die Pandemie. Jedes bessere Start-up, jede realistische Work-Life-Balance ist nicht mehr denkbar ohne eine partnerschaftliche Organisation von Arbeits-, Frei- und Pflege- oder Erziehungszeit, die in den meisten Fällen als Selbstverständlichkeit zwischen Tür und Angel erwartet wird, neben den anderen Selbstverständlichen wie Staubsaugen und Schlaf irgendwie aus den Rippen geschwiemelt und natürlich kostenlos, denn der Staat braucht ja auch Kinder und Ehrenamt, am besten aus den niederen Einkommensschichten, damit Leistungsträger sich zwischen Vorstand und Golf nicht so stressen.

Kinder, Küche, Kranke darf die Frau – natürlich die Frau, denn welcher echte Mann würde schon in Teilzeit gehen, ein paar Wochen nach der Geburt für den Nachwuchs zu Hause bleiben oder freiwillig als Putzhilfe die Karriere seiner berufstätigen Gattin im Hintergrund unterstützen – gänzlich gleichgestellt managen, da sie sich vom Hausfrauenmodell des 40-Stunden-Alleinverdieners die Ressourcen dazu freihalten lässt, um vielleicht ein bisschen nebenbei zu verdienen. Höchstwahrscheinlich landet sie in der Teilzeitfalle, kommt auch nach Jahren nicht mehr in den Job, hat im Falle der Scheidung oder als allein Erziehende entweder zu wenig Geld oder zu wenig Zeit, im Regelfall beides, und büßt so für den betonierten kapitalistischen Zwangs.

Wird jetzt alles anders, wo eine neue Regierung jubelnd egalitäre Teilhabe an der Lohnarbeit fordert und an der Fürsorge? Am Gesäß aber, Kameraden, denn die Lohnlücken ergeben sich nicht nur durch Minijobs, die früher oder später in die Altersarmut der weiblichen Bevölkerungshälfte führen, sie sind jetzt schon real durch schlechtere Bezahlung, durch faktische Nötigung eines Verdieners zum Acht-Stunden-Tag, durch ein unausgewogenes Modell des Elterngeldes, durch Ehegattensplitting, das den Anreiz zum Lohnunterschied so lange in die Köpfe drischt, bis Grundsicherung durchs Fenster grinst.

Wo es uns mittlerweile so gut geht, dass die Wirtschaft sich wieder auf zehn bis elf Stunden pro Arbeitstag kapriziert, darf der ansteigende Anteil an Singlehaushalten in der typischen Tretmühle gerne mitmachen, aber das ist nicht das Problem. Sie sind mit ihrer Erwerbstätigkeit annähernd ausgelastet, können aber im Falle der Familiengründung nicht einfach ein Viertel davon abgeben, beispielsweise für neue Stellen, die Anforderung und Bedürfnisse wieder in Einklang bringen. Alles, was Zeitmangel und Überarbeitung, die Hand in Hand gehen, an allfälligen Stressoren erzeugen, geht auch wieder zulasten der Gesundheit, die sich wiederum auf die Anwesenheit am Arbeitsplatz auswirkt. Der Kapitalismus und seine negativen Effekte bergen dem Überraschungen, der sich mit Scheuklappen durchs Dunkel tastet. Bei Tageslicht besehen hätte man diese Festspiele des Versagens weitaus früher wahrnehmen können.

Vielleicht lösen wir das gesamtgesellschaftlich. Die jüngst geborene Generation darf sich frei entscheiden und bekommt nicht mehr mit der Erziehung eingetrichtert, wie sie sich konform zu verhalten hat. Oder wir sorgen einfach nur dafür, dass sie so erzogen wird, dass sie ihren Kindern, die sie dereinst sicher auch haben werden, diese Art der Erziehung angedeihen lassen werden. Oder die ihren Kindern. Oder die ihren. Oder immer so weiter. Unter Umständen hat ja irgendwann jemand Zeit dafür, nach Spätschicht und Abwasch.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DLXXIX): Fake Work

27 08 2021
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Die Entwicklung der Arbeitsteilung dürfte nach Expertenmeinung vielschichtige Gründe gehabt haben. Jeden nach seinen Möglichkeiten, jeden nach seinen Bedürfnissen arbeiten zu lassen war eins der auch in jüngerer Zeit bekannten Motive, die am Tierreich angelehnte Kooperation ein nicht zu unterschätzendes, schließlich die Aufteilung in Familien, Sippen und Kasten, bis zur Erkenntnis, dass nicht alle mit derselben Hirnrindenmenge an den Start gehen. Ganze Volkswirtschaften nahmen ihren Ursprung auch in der Tatsache, dass es immer irgendwo eine Knalltüte gibt, die die von fleißigen Kinderhänden gesammelten und auf weiche Stellen untersuchten Buntbeeren noch einmal kontrollieren muss, was der Qualität der Früchte zwar nicht zuträglich ist, aber eine gesellschaftliche Hierarchie im Arbeitsablauf erlebbar macht und für eine zusätzliche Position sorgt, die Verantwortung und Führungsanspruch innehat. Im Kontext der heutigen Konzerne ist dies als mittleres Management bestens bekannt, aus psychologischer Sicht als Fake Work.

Natürlich hat der Arbeitsfetischismus uns alle zwangsbeglückt, damit das kapitalistisch geprägte Luxusleben seine Berechtigung erhält und erhalten kann, bis irgendwann eine Maschine, ein Computer oder ein Kind in einem schmierigen Tümpel am anderen Ende der Welt unseren Job erledigt und uns damit demonstriert, dass wir für den weiteren Lauf der Dinge überflüssig geworden sind. Damit alle an den Segnungen der Vollbeschäftigung teilhaben dürfen, müssen wir leben, um zu arbeiten – der umgekehrte Weg erwies sich als gesünder, ließ aber oft die Börsenkurse nachgeben. Nützlich im Sinne der Arbeitsethik, jener von Luthers Lakaien im Selbsthass zusammengeschwiemelten Theorie der geistlichen Umnachtung auf schriftlicher Grundlage einer traditionellen Wahnvorstellung, in der Hexen fliegen können und Leibeigene an ihrer Herkunft selbst schuld sind, ist nur der, der wenigstens von außen den Anschein erweckt, als sei er tätig, ob nun produktiv oder zerstörerisch, aber letztlich doch in stetiger Aktion beim Verschandeln dieser Welt. Der moderne Mensch hat sich sein Ableben erst dann verdient, wenn er sich vorher kaputt gearbeitet hat, sei es am Fließband, sei es auf stressigen Reisen in brasilianische Laufhäuser, da die Funktionärsstelle eben zweckmäßigeres Tun nicht vorsieht; müßig zu sagen, dass für diese Verrichtung die erweiterte Kenntnis internationalen Strafrechts, ein Studium der Betriebswirtschaft sowie Erfahrung als Erbe einer Bonzendynastie zwingend vorausgesetzt wird.

Aber die Entwicklung bringt es an den Tag, und wir haben bereits genügend Erkenntnisse aus der jüngeren Vergangenheit gewonnen. Noch immer ist ein Großteil der Arbeitsabläufe unkoordiniert und bar jeder Struktur; die Rechnungskontrolle wird durch die Rechnungskontrollkontrolle geprüft, die mehr Zeit und Geld in Anspruch nimmt, als eine Handvoll Zahlendreher je kosteten. Längst hocken wir in endlosen Videokonferenzen und reden wirr aneinander vorbei, nachdem sich kurz und folgenlos der Gedanke eingeschlichen hatte, dass der größte Teil aller Besprechungen aus Buchstabentanzen und sinnlosem Singsang besteht, der, wenn überhaupt, mit einer Mail abgekaspert werden kann. Nun ist in der Überflussgesellschaft Verschwendung eine der Kardinaltugenden, warum also soll nicht auch Zeit aus dem Fenster geschmissen werden? Und so hat genug Personal der auf Wichtigkeit und Wirkung getrimmten Unternehmen die Aufgabe, Arbeiten zu wiederholen, doppelt zu erledigen oder zwischen Baum und Borke auszuführen, damit nach dem Ende der Unterbrechung der erste Teil wieder fröhlich von vorne beginnt.

Die Knechte in der Tretmühle haben in ihrer Sozialisierung trefflich gelernt, mit großem Getöse nichts zu tun, konstant busy auszusehen und gerade noch so viel Zeit zu haben, dass sie überall sagen können, sie hätten überhaupt keine Zeit. Wo der aus naheliegenden Gründen realitätsentwöhnte Chef zweiter Ordnung den Krawall der Kulis bemerkt, wird er den bevorzugen, der unter möglichst großer Lärmentfaltung den subalternen Seppeln Leistung vorturnt, hektische Action bei geistiger Windstille. Ein Schuft, wer nicht schuftet – bis in die delikate Dramaturgie wird exerziert, dass Abteilungsleiter minutenlang Aktenordner bündeln, um dann das Konvolut als Monstranz der eigenen Produktivität über den Büroflur zu wuchten. Ab einer gewissen Konstanz wird der Große Boss den Aspiranten mit auf seine Ebene nehmen und ihm Verantwortung für die Gehilfen übertragen, die rastlos rackern und dabei doch nicht mehr schaffen, als Sand auf einen Haufen zu schippen, der der Schwerkraft folgt.

Wir wissen, dass wir nicht essen sollen, wenn wir nicht zumindest so tun, als würden wir arbeiten; von Freude daran war nie die Rede. Die säkularen Mythen recyceln lediglich religiöse Märchen, der Kapitalismus bastelt sich aus den Relikten der Riten sein neomasochistisches Geschäftsmodell. Der eine sammelt die Beeren, der andere bringt sie nach Hause, der letzte frisst sie auf. Wie unverzichtbar sind wir doch, dass wir alle in diesem Prozess eine Rolle spielen dürfen, und sei auch nur, um andere vor dem Hungertod zu retten.





Nachwachsende Rohstoffe

26 08 2021

„Das finde ich jetzt wirklich übertrieben mit den 400.000 Arbeitskräften.“ „Wer weiß, wie viele wir allein in der Pflege brauchen werden.“ „Das kann doch jeder.“ „Aber weshalb kündigen dann so viele von denen?“ „Das liegt am Fachkräftemangel, die bekommen überall eine bessere Stelle.“

„Ich dachte immer, die Fachkräfte gibt es gar nicht mehr?“ „Doch, aber die wollen für das Geld gar nicht mehr arbeiten.“ „Und darum müssen jetzt die fachfremden Kräfte für die einspringen, weil sie als Nichtfachkräfte mehr verdienen?“ „Das ist alles sehr komplex.“ „Das sieht man schon an den Lehrern, die sich jedes Jahr neu bewerben.“ „Bei denen liegt es aber daran, dass sie nach jedem Jahr rausgeworfen werden.“ „Selbst schuld, wenn man studiert, dann weiß man doch, dass man nur noch befristete Jobs kriegt.“ „Dann könnte man doch die Lehrer auch zu Pflegern umschulen.“ „Was bringt das?“ „Die können doch in den Ferien arbeiten.“ „Hähähä!“ „Wir haben ja bis zur Durchseuchung eh ständig Homeschooling.“ „Eben, dann können die für ihr Geld ja auch ins Krankenhaus gehen.“ „Oder ins Altenheim.“ „Dann müssten wir aber mal die Gehälter anpassen.“ „Finde ich auch.“ „Also die Gehälter in der Pflege anheben?“ „Die Gehälter der Lehrer kürzen, schließlich haben die keinen Beruf in der Pflege gelernt.“ „Das kann doch jeder.“ „Das mag sein, aber wir müssen es doch nicht auch noch belohnen, wenn man sich einen Beruf sucht, in dem man nicht gebraucht wird.“

„Notfalls könnte man im Einzelhandel fragen.“ „Ob die ausgemusterte Pfleger nehmen?“ „Ich hatte das eher andersherum gedacht.“ „Andererseits wäre das für die ein gesellschaftlicher Aufstieg, wenn die im Lehrerberuf arbeiten würden.“ „Und das Geld?“ „Geld macht nicht glücklich.“ „Finde ich auch.“ „Die könnten ja notfalls auch nebenbei noch einen Zweitjob machen, wenn ihnen das nicht passt.“ „Bei den vielen Ferien bietet sich das an.“ „Aber nicht ausgerechnet in der Pflege.“ „Wieso nicht, Konkurrenz belebt das Geschäft.“ „Eben, und das würde die Preise drücken.“ „Hervorragende Idee!“ „Könnte man das auf die Lokführer anwenden?“ „Also da habe ich meine Zweifel.“ „Verstehe ich, das ist schon ein verantwortungsvoller Beruf.“ „Was man da alles an Boni verfeuert, wenn man mit zu viel Überstunden rausgeht!“ „Ich dachte eher an die Fachkompetenz.“ „Dann dürften Sie die aber auch nicht als Lehrer arbeiten lassen.“ „Das kann doch jeder.“ „Meinen Sie?“ „Wenn ich mir ansehe, was da gerade in den Schulen los ist, mein lieber Mann!“ „Das haben aber die Kultusminister zu verantworten.“ „Und das sind alles Pädagogen?“ „Laut Laschet ja.“ „Was wollen Sie jetzt mit dem Trottel, hier geht es um Fachkompetenz!“ „Meine Güte, einer muss doch dafür den Kopf hinhalten!“ „Den was!?“ „Ach, vergessen Sie’s einfach.“

„À propos Kopf, wir sollten die Frisöre nicht vergessen.“ „Und dann natürlich die Gastronomie.“ „Das kann doch jeder.“ „Dann probieren Sie es gern mal aus.“ „Muss ich nicht, ich brauche auch keine Pflegeausbildung, um die Renditevorstellungen für einen Krankenhauskonzern zu berechnen.“ „Wir können doch nicht alle Kellner ins Krankenhaus schicken.“ „Ob die jetzt Lachshäppchen tragen oder die Bettpfanne, das ist doch wohl egal.“ „Haben wir denn immer noch nicht genug Flüchtlinge?“ „Das Problem ist, dass die meisten nicht schnell genug abgeschoben werden können.“ „Also haben wir doch noch genug.“ „Wenn man lange genug wartet, kann man sie schon irgendwann abschieben.“ „Dann haben aber viele schon einen Job.“ „Dann muss man die erst recht abschieben, die haben den Job ja einem Deutschen weggenommen.“ „Kann man die alle in die Pflege stecken?“ „Was macht man, wenn die trotzdem abgeschoben werden, obwohl kein Deutscher mehr in die Pflegeberufe gehen will?“ „Alle Deutschen in den Einzelhandel und alle anderen in die Pflege?“ „Und die Lehrer?“ „Also erstmal nur die Deutschlehrer?“ „Die sind ja zur Not noch als Frisöre verwendbar.“ „Falls sie nicht von selbst in die Gastronomie gehen.“

„Wir müssen hier mehr Strategie entwickeln.“ „Naja, wenigstens sind uns die Flüchtlinge als nachwachsende Rohstoffe sicher.“ „Wir dürfen aber dann nicht mehr so aggressiv betonen, dass sich 2015 nicht wiederholen darf.“ „Glauben Sie, dass die Deutschen diese Zusammenhänge kapieren?“ „Das kann doch jeder.“ „Oder alle kommen in die EU, dann kann man sie als Leiharbeiter von den Fleischbetrieben direkt ins Pflegeheim schicken.“ „So groß ist der Unterschied ja nicht.“ „Aber dann kriegt man die nicht mehr weg.“ „Vielleicht nimmt man dann besser nur noch Flüchtlinge mit einem qualifizierten Berufsabschluss.“ „Und wie bringen wir die Herkunftsländer dazu, jedem eine gute Ausbildung zu verpassen?“ „Man könnte ja damit werben, dass wir die Abschlüsse hier schneller anerkennen.“ „Das ist dieses Entfesselungsdings?“ „In der Zwischenzeit können wir die ja immer noch in die Pflege stecken.“

„Dann haben wir nur noch ein Problem: die Politiker.“ „Das kann doch jeder.“ „Hähähä!“ „Sie haben das falsch verstanden, nach jetziger Lage sind die doch nach der Wahl ihre Jobs los.“ „Nein, nur die Mandate.“ „Ohne die bekommt man doch keine Verträge als Grüßonkel oder Pausenclown.“ „Sie meinen, wir sollten die jetzt abschieben?“ „In die Pflege stecken geht ja nicht.“ „Lokführer?“ „Als Kellner jedenfalls völlig ungeeignet.“ „Da die sich mit befristeten Jobs auskennen, würde sich da nicht die Wissenschaft anbieten?“ „Berater?“ „Gute Idee, das kann wirklich jeder.“ „Also, wer von uns gründet jetzt die Firma?“





Work-Life-Balance

25 01 2021

„Vielleicht könnte man das hier aufschneiden, dann kann man das Kabel unter dem Belag bis nach vorn zum Fenster führen. Das ist verklebt? Schade. Dann ziehen Sie die Telefonleitung doch einfach so durch und kleben sie fest. Paketband haben Sie noch da?

Ein bisschen improvisieren müssen Sie schon, wenn Sie im Homeoffice arbeiten wollen. Das ist für uns alle im Moment nicht einfach, wir müssen nun mal Abstriche machen. Hätten Sie eine Wohnung gemietet, in der die Telefondose etwas näher am Küchenfenster liegt, dann hätten wir uns jetzt diese Diskussion ersparen können. Schließlich wollen ja Sie die Auftragssachbearbeitung machen und nicht ich. Da kann man von Ihnen auch mal ein wenig Engagement für den Arbeitgeber verlangen. Und wie Sie sich mit Ihrem Vermieter über den Bodenbelag einigen, damit brauchen Sie mir gar nicht erst die Ohren voll zu heulen. Wir haben diese Pandemie schließlich nicht erfunden.

Das kippelt dann halt ein bisschen, aber für die Arbeit brauchen wir einen richtigen Computer mit Monitor und allem drum und dran. Immerhin stellt Ihnen den Ihr Arbeitgeber, und Ihr Küchentisch ist schließlich breit genug. Das langt von der Tiefe her. Wenn der Monitor da nicht sicher steht, Sie hatten doch gesagt, dass Sie noch Paketband da haben? Merken Sie sich das mal: in einer Krisensituation überlebt der am besten, der mit den vorhandenen Mitteln das Beste herausholt. Und die Tastatur kann man auch ganz prima auf dem Schoß halten.

Jetzt beschweren Sie sich nicht, dass das Ihr einziger Tisch ist. Es zwingt Sie ja keiner, an dem auch Kartoffeln zu schälen oder wer weiß was an Küchenarbeit zu erledigen. Dann essen Sie halt mal ein paar Tage lang diese Schälchen. Mikrowelle ist ja vorhanden, wie ich sehe, und Besuch würde ich Ihnen auch nicht empfehlen. Schon aus Gründen des Infektionsschutzes wäre das unverantwortlich, und Sie wollen doch nicht nach zehn erfolgreichen Jahren als Auftragssachbearbeiterin plötzlich unsere Firma verlassen, oder? Wir sehen das nämlich als Beitrag zur Stärkung Ihrer Work-Life-Balance. Ihr Leben geht quasi organisch in Ihre Privatsphäre über. Also halt Ihr Arbeitsleben.

Im Büro hätten Sie vielleicht auch noch ein Kaffeetasse auf dem Tisch abstellen können, aber hier gelten nun mal andere Maßstäbe. Da ist ja gleich der Küchenschrank, da steht die Kaffeekanne und da ist der Kühlschrank, und zu viel Kaffee ist sowieso nicht gesund. Außerdem müssen Sie dann ständig aufs Klo, wer weiß, wie viel Arbeitszeit da wieder flöten geht. Sie müssen sich das mal vor Augen führen, in dieser Zeit ist das hier eben nicht mehr Ihre Küche, sondern Ihr Arbeitsplatz. Da gilt dieselbe Ordnung wie bei uns im Betrieb. Wir sind gehalten, das auch zu kontrollieren, und das heißt auch, dass wir da dieselben arbeitsrechtlichen Vorschriften anwenden. Nach Feierabend können Sie sofort den Schlafanzug anziehen, überhaupt kein Problem, aber während der Arbeitszeit sind die Vorschriften nun mal klar. Wie sieht das denn aus, wenn der Chef mal eine Videokonferenz machen will, und dann sitzen Sie da nicht im Kostüm? Bei Gelegenheit räumen Sie auch mal das Regal da hinten auf, das sieht ja aus wie Kraut und Rüben. Das sieht man gestochen scharf im Hintergrund, wenn Sie die Kamera anmachen. Was sollen denn die Vorgesetzten denken, wie Sie wohnen? Am Ende heißt es noch, ich würde unsere Mitarbeiter zu möglichst großer Unordnung animieren, damit Sie eine Gehaltserhöhung fordern können, weil Sie sich nur diese Wohnküche leisten können. Aber das sage ich Ihnen gleich, das gibt Ärger.

Ich kann mich täuschen, aber hier riecht es nach Rauch. Also nach kaltem Zigarettenrauch. Es geht mich zwar nichts an, und in Ihrer Wohnung können Sie ja grundsätzlich auch tun und lassen, wozu Sie lustig sind, aber hier gelten die Bestimmungen des Arbeitsschutzes, und das schließt für unsere Firma einen rauchfreien Arbeitsplatz ein. Wenn Sie das Thema Arbeitsschutz für nicht so wichtig halten, dann können Sie in der Fleischzerlegung anfangen, da wird immer gesucht. Sie müssen nichts können, nicht mal Deutsch. Ihr Nachbar? Was hat denn Ihr Nachbar mit Fleischzerlegung zu tun, ist der in der CDU? der raucht? Ja, das kommt schon mal vor, dass das vom Balkon rüberzieht, wenn die Fenster nicht ganz dicht sind. Bauliche Mängel. Ich will mal nicht so sein, aber eigentlich müssten Sie Ihren Vermieter auf die Schadstoffbelastung ansprechen und ihn abmahnen, bevor wir arbeitsrechtliche Schritte unternehmen. Also gegen Sie. Wir sind ja nicht für Ihren Arbeitsplatz verantwortlich, wenn Sie unbedingt im Homeoffice arbeiten wollen. Ja, ich weiß, dass das jetzt gesetzlich geregelt wird, also lassen Sie es mich so ausdrücken: da Sie der Ansicht sind, für uns sozialversicherungspflichtig arbeiten zu müssen, halten Sie sich an die Regeln. Wir machen das ja auch nicht freiwillig.

Das mit der Lärmbelastung ist ein Einzelfall. Das müssen Sie als höhere Gewalt auffassen, die wir nicht abstellen können. Auf der anderen Seite verlangen wir von Ihnen auch nicht, dass Sie die Straßenbaustelle da unten beseitigen. Das wummert ein bisschen, aber Sie lassen die Fenster sowieso am besten geschlossen. Zigarettenrauch, Lärm, und dann gebe ich Ihnen noch mal einen guten Tipp: die Lichteinstrahlung ist für den Bildschirmarbeitsplatz in der Fleischzerlegung, Auftragssachbearbeitung wollte ich sagen, Auftragssachbearbeitung – das ist so eigentlich gar nicht gestattet. Aber wenn Sie den Mund halten, ich habe nichts gesagt.

Seien Sie froh, dass Sie den Stuhl nicht aus dem Büro mitnehmen mussten. Auf so einem Hocker kann man sehr gut sitzen, man lehnt sich nie aus Versehen mal hinten an, gut, Rollen hat er nicht, aber dafür auch keine Armlehnen. Den können Sie bequem unter den Küchentisch schieben, wenn Sie mal etwas Platz für die Aktenordner brauchen, und naja: Ergonomie ist das, was man daraus macht. Ist auch gleich viel wohnlicher, hier gucken Sie auf ein hübsches Panorama mit Straßenbahnhaltestelle, da hinten ist irgendwo der Friedhof, Kaffeemaschine ist in Sichtweite, Telefon, Klo um die Ecke, Sie müssen nicht mit dem Fahrstuhl zur Mittagspause und nicht mit dem Bus nach Hause – meine Herren, so schön wie Sie möchte ich’s auch mal haben!“





Trautes Heim

30 04 2020

„… habe Heil vor, das Recht auf Arbeiten im Homeoffice noch in diesem Jahr gesetzlich zu garantieren. Er werde …“

„… zahlreiche arbeitsrechtliche Problematiken eröffne. Das Arbeitsministerium habe bisher noch keine Berater gefunden, die den Vorschlag prüfen und in einen praxistauglichen…“

„… von den Arbeitgeberverbänden ohne weitere Gespräche abgelehnt werde. Auch aus der Richtung der Gewerkschaften habe Heil nicht besonders viel Unterstützung für seinen Plan zu…“

„… die Heimarbeitsplätze den Anforderungen an Arbeits- und Gesundheitsschutz genügen müssten und regelmäßiger Kontrolle durch die Arbeitgeber unterliegen würden. Die im Auftrag der Berufsgenossenschaften stichprobenartig mehrmals pro Jahr durchgeführten Besuche seien…“

„… dass Nahles dieses Versprechen auch schon gegeben habe. Die SPD betone in diesem Kontext nochmals, dass es sich bei der damaligen Ministerin um ein Versprechen, nicht aber um eine…“

„… könne das Maurerhandwerk sich mit dem Projektpapier Trautes Heim insofern nicht einverstanden erklären, als dass es in einem Rohbau nicht ausreichend Strom, Licht und sanitäre Anlagen gebe, um für die Büroarbeitsplätze der kaufmännischen und…“

„… die Pflegedokumentation vor und nach den inzwischen zwölfstündigen Schichtzeiten erledigen dürfe. Spahn habe sich bereiterklärt, durch diese Regelung der Forderung entgegenzukommen, dass es nach dem Ende der Pandemie keine einfache Rückkehr zur Normalität geben solle, wie sie vor der Krise im…“

„… könne man Heils Aussage daher eventuell auch nur als Ankündigung werten. Dies sei aber nach Einschätzung der SPD-Führung schon mehr als ein Versprechen und müsse daher auch in die…“

„… es auch einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet geben müsse. Da die Bundesregierung hier nur externen Sachverstand aufbringen könne, müsse man diese Entscheidung bis nach dem…“

„… rechtliche Probleme geben könne, falls es sich um Mietwohnung handele, in denen Ausübung einer gewerblichen Tätigkeit untersagt werde. Die Regierung empfehle vor der Kündigung des Arbeitsverhältnisses zunächst, einen Baukredit zur Errichtung eines…“

„… im Lebensmitteleinzelhandel nicht zu schaffen sei. Die Aufteilung der einzelnen Waren auf private Wohneinheiten bedeute vielfach eine Unterbrechung der Kühlkette, was sich negativ auf zahlreiche…“

„… bis zur Ergonomie der Sitzmöbel gehe. Es könne allerdings keine Zuschüsse für Auslegeware und Leuchtmittel geben, auch wenn diese auf Anordnung des Arbeitgebers einheitlich im…“

„… dass aber eine schnelle Internetverbindung zugesichert werden könne, wenn der Standort sich in den bisher als tauglich eingestuften Regionen befinde. Die Kosten seien bis auf Weiteres jeweils von den Arbeitnehmern zu tragen, die auf der anderen Seite diese Anschlüsse nach Dienstschluss auch für private…“

„… aber auch erst mit dem Koalitionspartner abgesprochen werden müsse. Heil lehne eine zu schnelle Diskussion ab, da sonst die gesetzliche Regelung nicht mehr in diesem…“

„… müssten Arbeitnehmer auch mit Kontrollen durch mehrere in der Wohnung installierte Kameras rechnen. Eine Bild- und Tonübertragung aus dem Badezimmer sei zwar nicht gestattet, wohl aber ein unmittelbar vor dem Raum angebrachter…“

„… im Koalitionsausschuss besprochen werden könne, sobald sich die Gelegenheit ergebe. Die SPD habe sich noch nicht darüber abgestimmt, ob sie zum Ausgleich eine Rentenkürzung oder eine erneute Verschärfung der Sanktionspraxis im…“

„… Kundenwünsche berücksichtigt werden müssten. So sei es etwa legitim, die Angestellten in einheitlicher Betriebskleidung bzw. Uniform in der Videokonferenz zu befragen, wer stattdessen in einer Jogginghose vor der Kamera sitze, müsse im Wiederholungsfall mit einer fristlosen…“

„… auch einen sehr großen Schritt in Richtung Arbeitnehmerfreundlichkeit bedeute. Dies wolle die SPD aus Prinzip auf jeden Fall verhindern, da sie sonst zu viele Wähler in der…“

„… dass die Möglichkeit des Homeoffice auch nur einmal in der Woche genutzt werden solle, um den sozialen Kontakt zwischen den Mitarbeitern nicht vollständig zu unterbinden. Ausnahmen seien nur da vorgesehen, wo sich Konzerne wegen der Gewinneinbrüche keine Mieten mehr leisten wollten und durch den Abbau von…“

„… Anreize für den Kauf von Oberklassewagen biete. Die Kraftfahrzeughersteller sähen, dass die Führungskräfte nun viel mobiler sein müssten, um ihre Untergebenen persönlich zu kontrollieren, was sich nur durch mehr hochpreisige…“

„… da Betriebskindertagesstätten geschlossen werden könnten, wenn den Arbeitnehmerinnen zu Hause mehr Zeit zur Betreuung ihrer Kinder zur Verfügung stehe. Es sei für die Arbeitgeber ein richtiger Schritt auf dem Weg zum…“

„… habe die Union versprochen, Heils Vorstoß im Wahlkampf zu unterstützen, wenn das Thema bei den Koalitionsverhandlungen ohne jede weitere Diskussion wieder aus dem…“





Auszeit

1 04 2019

„Man hört jetzt also einfach so auf zu arbeiten?“ „Wer hat das denn gesagt?“ „Die Linken.“ „Naja, das ist eben keine Arbeiterpartei.“ „Interessant ist das trotzdem, ich meine, stellen Sie sich das mal vor: man kann bei einem nicht mehr unterscheiden, ob der gerade Pause macht oder für die Wirtschaft komplett nutzlos ist.“ „Gucken Sie sich das Management an, da ist das normal.“

„Aber die Idee ist gut.“ „Dass man gar nicht mehr arbeitet?“ „Nein, es geht bloß um ein Sabbatical.“ „Um ein was?“ „Sabbatical. Da macht mal zwischendurch einfach mal Pause.“ „Kenne ich, ist bei uns auch so. Dann kommen Sie aus der Pause zurück, der ganze Krempel liegt immer noch herum und Sie dürfen das trotzdem beseitigen.“ „Nein, Sie verlassen Ihren Arbeitsplatz.“ „Ja, das Fachwort heißt Kündigung. Ist den Linken wohl noch nicht so oft passiert, weil die Vögel eh selten zur Arbeit gehen.“ „Nein, das ist eine Auszeit. Sie nehmen sich eine Auszeit und kommen danach an Ihren Arbeitsplatz zurück.“ „So wie Leiharbeiter, die werden zwischendurch für drei Monaten zum Arbeitsamt geschickt, weil die Industrie nicht die Zuschläge zahlen will, und dann müssen Sie zum anderen Betrieb dreißig Kilometer weiter fahre, und wenn Sie einmal zu spät sind, weil unsere tolle Bundesbahn vergessen hat, Waggons für die Züge zu kaufen, dann fliegen Sie raus.“ „Nein, das heißt wirklich so. Sie machen eine Pause und kommen dann wieder.“ „Und wie?“ „Ja, normal halt.“ „Auf welchem Arbeitsplatz?“ „Auf dem alten natürlich.“ „Na toll. Und wie lange dauert das dann so? Zwei Wochen, zwei Monate?“ „Zwei Jahre.“ „Zwei Jahre. Und in der Zwischenzeit bleibt dann das ganze Rechnungswesen liegen und stapelt sich bis zur Decke, weil Sie zwei Jahre lang Selbstfindung betrieben auf Anraten einer kommunistischen Dame mit Artikulationsschwierigkeiten?“ „Nein, das kann man dann sicher schon irgendwie regeln, dass…“ „Na, da bin ich aber mal gespannt. Schießen Sie los, ich tu so, als würde ich Ihnen folgen.“

„Also es ist wie mit der Teilzeitregelung von Nahles.“ „Nahles nur noch in Teilzeit? Halleluja, dass ich das noch erleben darf!“ „Nein, ich meine, das war ihr Vorschlag.“ „Meiner wäre, dass sie ein Sabbatical nimmt, aber eins bis zum Ende ihrer politischen Karriere!“ „Man kann diese Positionen ja durch Umschichtung in der…“ „Super, dass ich darauf noch nicht gekommen bin – Umschichtung der Arbeitskräfte! Wenn uns ein Klempner fehlt, da frage ich mal zwei Bürokaufleute und einen Panzerfahrer, ob sie das eben erledigen können.“ „Aber…“ „Seien Sie froh, dass wir keine Raketen bauen.“ „Ich meine, das ist doch…“ „Oder hier, Kernkraftwerke. Das wird ganz eng.“ „Sie müssen doch die…“ „Ganz eng!“

„Also personalpolitisch müsste man sich da schon auch etwas einfallen lassen, aber das werden wir in der Personalpolitik der Zukunft dann auch lösen.“ „Was macht Sie da so sicher?“ „Dabei haben sich die Politiker doch sicher etwas gedacht, oder täusche ich mich da?“ „Nicht doch, vertrauen Sie denen ruhig. Die müssen sich mit so vielen Sachen gleichzeitig beschäftigen, die haben immer eine Lösung für alle Probleme parat.“ „Na, dann ist es ja gut. Weil, irgendwie muss man ja auch die Posten wieder besetzen.“ „Was Sie nicht sagen!“ „Und wenn die Arbeitnehmer nach so einem Sabbatical den Anspruch auf den alten Arbeitsplatz wieder haben oder auf einen vergleichbaren, was macht man dann in der Zwischenzeit?“ „In einer Behörde ist das ganz einfach, da wird vorher nicht gearbeitet und hinterher auch nicht, also bleibt sich das gleich, wie viele Leute Sie beschäftigen.“ „Naja, aber es ist nicht alles eine Behörde.“ „Das hat Nahles auch festgestellt, als sie mit dem Rechtsanspruch auf Homeoffice gescheitert war. Für einen Staatssekretär kriegen Sie das hin, bei einem Bauklempner wird das schon schwieriger.“ „Dann müsste man das mit einem befristeten Vertrag…“ „Deshalb hatten uns Nahles und die Linken ja auch lang und breit erklärt, dass es in Zukunft viel weniger befristete Arbeitsverträge geben soll. Und dass das alles auf gesetzlicher Grundlage geschieht, hatte ihnen vorher keiner gesteckt, aber das muss man als Ministerin auch nicht wissen.“

„Dann geht das eigentlich nur mit Leiharbeit.“ „Ja, das hatte ich auch so verstanden. Ist ja auch kein Wunder, die Linke war ja schon immer eine Partei, die Leiharbeit fördern wollte und sich öffentlich dafür eingesetzt hat, mehr Arbeit über Entleiher abzuwickeln. Schnell, flexibel und dafür zum Ausgleich sozial unverträglich, also so, wie man die Linken kennt.“ „Ich verstehe es auch nicht, vor allem: was machen denn die armen Leute, wenn die Firma in den zwei Jahren pleite geht und sie dann nicht mehr auf den alten Arbeitsplatz zurück können, weil es den nicht mehr gibt?“ „Was zahlen die Firmen für so ein Sabbatical?“ „65 Prozent des Nettolohns.“ „Fürs Nichtstun? Meine Herren, dagegen ist Hartz IV ja direkt menschenfeindlich.“ „Und wenn jetzt wichtige Fachkräfte fehlen, die die Unternehmen trotzdem Geld kosten, wie soll man denn dann diese Arbeitsplätze überhaupt erhalten können?“ „Wir sammeln.“ „Was?“ „Geld natürlich. Ich bitte Sie, das kriegen wir hin. 65 Prozent sind doch ein Klacks, bedenken Sie nur die Folgen: zwei Jahre lang merken wir nicht, dass bei den Linken nichts folgt, und danach sind sie weg vom Fenster. Ich frage Sie: ist es das nicht wirklich wert?“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CDLIII): Homeoffice

1 03 2019
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Im Mittelalter war die Organisation noch verhältnismäßig schlicht. Einen Teil des Tages hockte der Fleischer, Grob- oder Hufschmied in der Werkstatt, in der restlichen Zeit erklärte er den Bereich einfach zur Wohn-, Schlaf- und Kranken-, Koch-, Wasch- und Lagerräumlichkeit. Hei, was jubilierte da der Sozialismus – kaum aus den Federn, schon konnte der Töpfer in den Ton greifen und die Volkswirtschaft ankurbeln. Kein Stau auf der Gasse zwischen Domplatz und Misthaufen, keine überteuerten Mieten in der City, weil die Patrizier ihren Grund und Boden um harte Taler an die Steuerberatungsgesellschaften zur Pacht gaben, um fünfstöckige Protzbauten aufzustellen mit Büros in bester Lage, groß genug, dass man sich darin um die eigene Achse drehen konnte. Zwischendurch sah man dem Nachwuchs beim Ableben zu, machte zum Ausgleich in der Mittagspause neuen, ließ die Milch sauer werden und führte auch ansonsten ein gottgefälliges Leben. So jedenfalls stand es in der Gebrauchsanweisung der Gesellschaft. Wie gut, dass noch keiner von ihnen das Homeoffice genannt hat.

In der schnöden neuen Welt hängt uns die Möhre vor der Nase: nehmt Euch einfach die Arbeit mit nach Hause, dann kommt der Berg auch zum Propheten, und natürlich sind es wieder die halb sozialistischen Kräfte, die den Rückfall in die Vorwelt als Fortschritt verkaufen will. Da freut’s die Chirurgieschwester und sie jubelt, weil sie sich am Feierabend fürs Wochenende noch mal schnell zwei Patienten in den Kofferraum packen darf, der Chefarzt hat’s abgesegnet. Der Anlagenmechaniker überlegt nicht lang, er sitzt mit Zange und Hanf auf dem Sofa und schraubt Heizungsrohre. Wie genau er den Schmodder in den Flughafenneubau in die Pampa Brandenburgs verlasten soll, hat ihm der Bundesminister für Selbstdarstellung und Arbeit nicht verraten. Aber es ist ja bald Wahlkampf, und da können wir jeden so behandeln, als sei er ein strategischer Einkäufer im Tapetengroßhandel, Eigenheim und Zweitwagen, Schrebergarten, aus.

Allenthalben quarrt die Politik nun nach der quasimessianischen Komplettlösung einschließlich Masern und Feiertag, denn sonntags, grinst der spätkapitalistische Sklavenhalter, gehört Eure Mutti mir. Spätestens wenn die Firma die zuschlagfreie Nachtschicht in der Lohnbuchhaltung als Wellness verkauft, hat sich die Rechtslage leicht nach rechts gelegt, mit der Ausweitung der Arbeitskampfzone auf das Gästeklo gehen dann auch die Betriebsräte sang- sowie klanglos unter, weil es sie nicht mehr geben wird. Allein deren Wahl dürfte zur Monty-Python-Nummer verkommen, weil im ausgeweiteten Teilzeitsyndrom kein Mensch mehr den Kollegen über den Weg gelaufen ist. Vielleicht erkennt er deren sinkende Lider noch über das zwangsangeschaffte Bildtelefon, mit dem nun regelmäßig der Zuchtmeister das Wohlbefinden der Truppe kontrolliert. Aber Zusammenhalt schafft das nicht. Und so war es auch gedacht.

Es ist vielmehr Kontrolle an der langen Leine, die uns verborgen bleibt, denn was dort rechtlich zusammengeschwiemelt wurde, ist nicht mehr als die mit Bausparerabitur und Paketband hastig in Form gequetschte Kostenkontrolle für manchen Unternehmer, der nun keine Büros mehr zahlen muss, keine Fahrtkostenzuschüsse, keine sanitären Anlagen und keine Mitarbeiterküche. Arbeitszeiten lassen sich leichter durchdrücken, das Ausloggen am Firmenlaptop zwecks Gang in die Keramik wird fluffig von der Sollzeit subtrahiert, und in naher Zukunft wird die Fachkraft für Arbeitssicherheit die Nasszellen kontrollieren und Arbeitsunfälle im Vorfeld verhindern, weil auch hier das Private rein politisch wird. Mit dem Homeoffice reißt der Arbeitnehmer (m/w/d) sämtliche Mauern seines Hauses nieder und macht aus der Bude eine Panoptikum, das Foucault die Schuhe ausgezogen hätte. Vermutlich werden bald die ersten Drohnen – die Anschaffung zum vorgeschlagenen Preis ist freiwillig, Zuwiderhandlungen führen jedoch zum Verlust des Arbeitsvertrages – zwischen Küche und Kinderzimmer surren, um die zwischenmenschliche Nähe zu suggerieren, weil der Boss sich immer mal wieder meldet. Meistens, wenn die Blagen krank sind und Vati deshalb nicht von seinem Recht auf Kinderbetreuung Gebrauch machen muss. Es wird keinen Absentismus mehr geben, und wer ein bissel hustet, kann sich gerne von der Couch aus mit dem neuen Finanzkonzept befassen, statt die Abteilung M&A mit seinem Rotz anzuschmieren. Sie lieben doch alle, alle Menschen.

Im Mittelalter wurde der Besuch von Nachbarn und Verwandten nebenbei erledigt, und wenn es hart war, ließ der Schneider die Gesellen schon mal ein Stündchen länger an der Hosennaht zurren, weil sie ohnehin unter der Werkbank pennten. Die Arbeitsbelastung stieg kontinuierlich, an Schlaf war nicht zu denken, aber das war für die Zeitgenossen kein Problem. Schlafen konnten sie, wenn sie tot waren. Als Arbeitszeitmodell für die digitale Gesellschaft eine verlockende Vorstellung, die der Deutsche schnell verinnerlichen wird. Es sei denn, das Internet bleibt so mittelalterlich, wie es ist.





Arbeitskampf

10 05 2018

„… dass häufig erkrankte Arbeitnehmer nicht in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen würden. Die Deutsche Post AG bewege sich damit aber klar innerhalb der gesetzlichen…“

„… es nicht allein um die Häufigkeit von Erkrankungen gehe, sondern auch um die Summe der Fehltage. Dies erlaube dem Unternehmen eine viel differenziertere…“

„… die Neubesetzung der Stellen nicht einfach werde, wenn es nicht ausreichend Insolvenzen wie Air Berlin oder…“

„… immer noch besser sei als eine andere arbeitsrechtliche Lösung. Da die Arbeitnehmer nicht unmittelbar mit einer personenbedingten Kündigung rechnen müssten, sondern bis zum Ende ihrer Vertragsdauer beschäftigt blieben, könne man das Vorgehen nur als sozial und…“

„… habe das Unternehmen aber ausdrücklich berufsbedingte Erkrankungen nicht als Grund für eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses genannt, was im Vergleich der Logistikbranche als sehr…“

„… nur als normalen Vorgang im sozialen Arbeitskampf bezeichnen könne, da sich die Verwendungsfähigkeit für die Mitarbeiter einfach aus den evolutionären…“

„… es gar nicht auf die Arbeitsfähigkeit der Postzusteller ankomme, nur ihre Anwesenheit sei von Belang. Als ehemaliges Staatsunternehmen wolle man keinen…“

„… auch die Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagsfraktion das Vorgehen begrüße. Nicht geklärt sei jedoch, ob die Union nicht bereits bei der ersten Krankmeldung einen…“

„… sich die Deutsche Bahn AG ein Beispiel an der Praxis der Post nehme. Man könne dann auch langjährigen Mitarbeitern kündigen, um endlich eine imagekonforme Verjüngung des…“

„… die Rechtsprechung der Arbeitsgerichte mit Augenmaß umsetzen müsse. Dass der Ausschussvorsitzende darauf für den Deutschen Comedy-Preis nominiert worden sei, habe die Fraktion durchaus…“

„… sollte ein Briefzusteller schon deshalb gut in Form sein, weil er den ganzen Tag an der Außenluft tätig sei. Dadurch könne man auch sämtliche Kosten für die gesundheitliche Prävention der…“

„… nicht einmal Grund hätten, sich über typische Verletzungen wie einen Hundebiss im Vorgarten zu beschweren. Das Personal sei in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich…“

„… den Zustellern geraten werde, sich aus Gründen des Eigenschutzes schnellstmöglich nach einer anderen beruflichen Perspektive umzusehen, wenn sie durch zu häufige…“

„… korrekt, dass das Vorgehen sittenwidrig zu nennen sei. Dies sei jedoch dem Umstand geschuldet, dass die aktuelle Bundesregierung ihre moralischen Maßstäbe noch unterhalb der…“

„… befristete Arbeitsverträge abschaffen wolle, um sich als verantwortungsvoller Konzern zu zeigen, der seine Arbeitnehmer rechts- und sozialverträglich beschäftige. Um künftig ihre Stellen überwiegend mit Minijobs besetzen, wolle die Post auf Schwangerschaftsnachweise und…“

„… es Alleinerziehenden daher leichter gemacht werde, fristlos zu kündigen. Sie müssten wie bei einem Mietverhältnis lediglich einen neuen Arbeitnehmer für die frei werdende Stelle im…“

„… die Kriterien des Entfristungskonzepts seit mehreren Jahren nicht mehr angewendet würden, da die Post bedauerlicherweise nicht mehr genug Personal fände, das nach einer einzelnen Erkrankung wieder im Unternehmen beschäftigt sowie noch in ungekündigter…“

„… sich in starkem Wandel befinde. Die Arbeitnehmer seien dagegen natürlich frei, sich kollektiv gegen eine Beschäftigung bei diesem Konzern auszusprechen, was jedoch für die Steuereinnahmen eine sehr…“

„… dass auch Schwangerschaft als Grund für eine krankheitsbedingte Kündigung anerkannt werde, allerdings nur in Fällen, in denen eine Schwangerschaft mehr als zwanzig Tage oder häufiger als sechsmal pro…“

„… alle Verträge eine Laufzeit von 24 Monaten besäßen. Die Mitarbeiter hätten also volle zwei Jahre Zeit, sich überlegen, ob sie eine Familie gründen, eine Immobilie finanzieren, Angehörige pflegen oder im…“

„… auch im Raum stehe, in den kommenden zehn Jahren auf eine Lohnsteigerung zu verzichten. Eine solche Lösung treffe alle Mitarbeiter und sei daher nicht nur sozial ausgewogener, sondern betriebswirtschaftlich durchaus…“

„… bleibe den Betroffenen immer noch die Möglichkeit, einen neuen befristeten Arbeitsvertrag mit der Deutschen Post AG zu…“