Schnüffler

6 08 2018

„Kostüm ist okay, aber nicht in Schwarz, es sei denn, Sie bewerben sich als Bürokraft bei einem Bestattungsinstitut. Wenn Sie da mit einem blauen Kostüm erscheinen oder in hochhackigen Schuhen oder beides, kürzen wir Ihnen die Bezüge. Wenn Sie die Stelle trotzdem bekommen, streichen wir Ihnen das Arbeitslosengeld komplett, und zwar rückwirkend. Schließlich kennen wir den Arbeitsmarkt besser als Sie.

Und Sie haben Ihre Bluse jetzt ja auch nicht so weit zugeknöpft, das ist für Ihren Beruf – Sie sind Industriekauffrau, da ist das normal, bei den Büro- und Verlagskauffrauen muss noch ein Knopf mehr geschlossen werden, Sie haben ja das Faltblatt dazu bekommen von der Bundesagentur – für den Beruf ist das tolerierbar. Wenn Sie jetzt nämlich noch einen weiter offen lassen, dann signalisiert das dem Arbeitgeber: ich bin im reproduktionsfähigen Alter und finde mich nicht so hässlich, dass ich es nicht versuchen würde. Wer stellt schon eine Frau ein, die bei der erstbesten Gelegenheit wieder schwanger wird und ausfällt und dann Scherereien macht mit Teilzeit und kranken Kindern und Kindergeld und Tarifurlaub immer in den Schulferien und was weiß ich. Denken Sie mal ein bisschen mit, Sie wollen doch nicht unbedingt in der ersten Runde schon eine Absage kassieren, oder?

Die Absage ist erstmal nicht das Problem, also nicht meins, ich kann ja dem Arbeitgeber nicht nachweisen, dass er mehr als genug Bewerberinnen für den Job hatte. Kommt vielleicht noch, aber bis jetzt ist das seine Entscheidung. Aber wir müssen natürlich sehen, dass wir Ihre Bewerbungsstrategie auch mit Ihrem allgemeinen Verhalten abgleichen und Optimierungspotenziale freilegen. Größtenteils für unsere finanzielle Optimierung, wir sparen ja eine Menge Kohle ein, wenn wir Sie als nicht dem Arbeitsmarkt gegenüber offene Person betrachten, sondern als eine Erwerbslose, die sich in ihrer bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend negativ wirkenden Erwerbslosigkeit eingerichtet hat. Sie kennen das als soziale Hängematte. Ist ja auch nicht in Ihrem Sinne als zukünftige Arbeitnehmerin, dass man von Ihrem Gehalt die Faulheit der Findigen finanziert, oder?

Das ist ein Deospray? Nehmen Sie bitte einen Roller, oder wenigstens irgendwas, das nicht so entsetzlich blumig riecht. Furchtbar, das ist ja wie explodierende Maiglöckchen! Seien Sie froh, dass Sie kein Mann sind, der müsste sich jetzt noch mit den Hinweisen zu Bartwuchs und Rasierwasser auseinandersetzen. Die Frisur ist ja an sich schon ganz okay, aber Sie sollten mal an Ihrer Tönung arbeiten, das ist einen Tick zu hell. Das ist Natur? Dann färben Sie gefälligst, das passt nicht zum Kostüm. Wenn Sie unbedingt modische Akzente setzen wollen, malen Sie sich bunt an und schulen Sie um auf Kosmetikerin. Oder bewerben Sie sich im Callcenter. Da sieht man Sie nicht. Aber nicht diese individualistischen Extrawürste, das kommt bei Chefs im mittleren Alter gar nicht gut an. Die haben mit ihren pubertierenden Töchtern gerade genug zu tun. Kaum ist die Frau aus dem Alter raus, dass sie sich so einen Schnickschnack anzieht, oder die Scheidung ist eh schon durch, da kommt so eine Bürokraft, und der ganze Kram geht wieder von vorne los. Sie wollen den Job, also nehmen Sie bitte ein vernünftiges Deo.

Sie dürfen mich gern als Schnüffler bezeichnen, das macht mir nichts aus. Ist ja mein Job. Wir haben von den Niederländern gelernt, die haben einige sehr fortschrittliche Gesetzesänderungen auf den Weg gebracht, damit die Erwerbslosen sich im Bewerbungsprozess besser präsentieren. Wer da nicht den Anforderungen entspricht, muss halt mit Sanktionen beim Existenzminimum rechnen. Das betrifft nicht nur Kleidung und Körperpflege, das betrifft auch das allgemeine Verhalten. Wenn Sie zum Beispiel lange arbeitslos waren, kann man ja annehmen, dass Sie mit einem gewissen sozialen Druck durch die Gesellschaft sowie das JobCenter in den Bewerbungsprozess reingehen, nicht wahr? Und jetzt sind Sie völlig nervös, erscheinen sehr pünktlich, aber verschwitzt zum Termin. Da ist es doch nachvollziehbar, dass wir sanktionieren, oder?

Denken Sie mal nach. Sie wollen den Job unbedingt, schließlich haben Sie lange Zeit nicht gearbeitet. Und jetzt machen Sie durch ein derart widersprüchliches Verhalten, Nervosität und ein pünktliches Erscheinen, die ganzen Bemühungen wieder zunichte. Da müssen wir doch von Ihrer Seite eine Absicht unterstellen dürfen, dass Sie die Bewerbung gar nicht ernst meinen. Wie gesagt, das betrifft jetzt nur Ihr Verhalten. Wenn Sie als Mann zum Beispiel nach längeren Phasen ohne Arbeit eine gewisse körperliche Verwahrlosung zeigen, dann ist das sicher ganz normal, aber doch nur für die Leute, die beispielsweise wegen einer akuten Überarbeitung keine Zeit mehr haben, auf Ihre äußere Erscheinung zu achten. Wenn so einer nicht nebenbei schwarz arbeitet und die Bewerbung aus steuerlichen Motiven torpediert, wer denn dann?

Die Strumpfhose ist okay, die Handtasche lassen Sie bitte im Auto. Sie gehen heute nicht ins Theater, das ist ein Vorstellungsgespräch. Was weiß ich, wie Sie das machen, lassen Sie sich was einfallen. Ist doch nicht mein Job. Wir werden erst wieder aktiv, wenn Sie eine Absage bekommen haben. Also Brust raus, die ist bei Ihnen glücklicherweise vorhanden, und dann viel Erfolg in Ihrem neuen Job als Müllsortiererin!“

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Niedrig qualifiziert

5 12 2016

„… für mehr Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt sorgen wolle. Nahles sehe große Chancen durch noch mehr Lockerungen für die…“

„… die Bedürfnisse der Arbeitnehmer wieder in den Mittelpunkt stellen wolle. Die Möglichkeit, im Homeoffice arbeiten zu können, sei nun auch für Bautischler, Bestatter, Chirurgen sowie kaufmännische…“

„… ein Gesetz geben müsse, das Angestellten in Teilzeit eine Rückkehr in Vollzeit garantiere. Die Arbeitgeberverbände seien zuversichtlich, dass eine garantierte Rückkehr derselben Arbeitnehmer in die Arbeitslosigkeit mit Nahles ohne Probleme…“

„… dass die Arbeitszeit nicht mehr durch Tarifverträge begrenzt werden dürfe. So sei eine 70-Stunden-Woche für Pfleger auch heute schon durch Bereitschaftszeiten sehr gut zu…“

„… durch Überstunden und Überlastung am Arbeitsplatz vermehr erkranken würden. Dies sei nun durch flexibilisierte Krankheiten und…“

„… eine bessere telefonische Netzabdeckung für Arbeitnehmer im Homeoffice zu gewährleisten. So sei es auch für Klempner und Straßenbauer möglich, Aufträge unabhängig vom Standort zu…“

„… dass Zeiten der Nichtbeschäftigung grundsätzlich zu Weiterbildungen genutzt werden müssten. Laut eines Referentenentwurfs plane Nahles in der zu erwartenden Arbeitslosigkeit mit neunzig Prozent Rechtsstreit über Bewilligung und Finanzierung der Weiterbildung durch die Bundesagentur für Arbeit, die dann in den verbliebenen zehn…“

„… einen Anteil von einem Viertel Heimarbeit in Aussicht stellen wolle. In Absprache mit den Arbeitgebern sei dies bereits mit Krankheitszeiten und gesetzlichem Urlaub…“

„… eine Bildungsoffensive für alle in Aussicht stelle. So plane Nahles unbefristet Beschäftigte und Unternehmer präventiv zu Bewerbungskursen zu verpflichten, um nach dem Jobverlust so schnell wie möglich eine…“

„… durch Homeoffice bei den Arbeitnehmern eine bessere Kundenorientierung zu erreichen. Die Servicequalität in der Gastronomie lasse sich laut Nahles dadurch um bis zu fünf Prozent…“

„… nicht zahlen könne. Bereitschaftsdienst sei vielmehr durch eine Aufwandsentschädigung zu vergüten, der sich höchstens auf…“

… Telearbeit zu den Zukunftsmodellen gehöre, die Nahles fördern wolle. Arbeitnehmer in der Süßwaren- oder Klobürstenproduktion seien durch moderne Technologien wie Modem und Router von jedem Ort der Welt aus in der Lage, Maschinen zu programmieren, die ihre Arbeitsplätze komplett überflüssig…“

„… den Stundenlohn in den Pflegeberufen einschließlich der Aufwandsentschädigungen zu mitteln, so dass eine Bruttovergütung von weniger als vier Euro zur Sicherung der Wirtschaft…“

„… könne eine kapazitätsorientierte variable Arbeitszeit auch im Homeoffice genutzt werden. Es stehe Arbeitnehmern selbstverständlich frei, ihre Wohnung außerhalb der Arbeitszeiten im Rahmen des jeweiligen Mietverhältnisses an Dritte…“

„… die Zahl der Aufstocker in Pflegeberufen voraussichtlich zunehmen werde. Nahles wolle gemeinsam mit den Arbeitgebern eine Kürzung der Löhne diskutieren, um mehr Anreize für Arbeitslose und Teilzeitbeschäftigte zu…“

„… sich moderne Telearbeit ohne geeignete Computer nicht verrichten ließe. Die Löhne seien nun so anzupassen, dass sich die Betroffenen ein geeignetes Gerät in weniger als dreißig Monatsraten zu je…“

„… werde die Ausweitung des Homeoffice in den niedrig qualifizierten Berufen sicher dazu führen, dass die Arbeitnehmer mehr Zeit für eigene Interessen bekämen, was zu einer Steigerung der Geburtenrate im…“

„… die Einführung von Nachtschichten in der Pflege Alleinerziehenden zugutekomme, die für die Erziehungsarbeit nur die Tage ganz frei und…“

„… gleichzeitig Homeoffice und die neue Freiheit einer Selbstständigkeit verbinden könne. Dies sorge beispielsweise dafür, dass früher abhängig Beschäftigte nun als Unternehmer einfach ihre Arbeit von ebenfalls mit Werkverträgen in ein Kleinunternehmen mit ebenfalls abhängig Beschäftigten und…“

„… auch den Arbeitsort besser auf die Bedürfnisse von Arbeitnehmern abstimmen solle. Nahles sei sicher, dass die Jobcenter innerhalb eines Jahres für jeden Erwerbslosen einen Arbeitsplatz innerhalb eines Umkreises von wenigen hundert…“

„… dass Homeoffice-Lösungen beispielsweise in manchen Wohnsituationen vertragsrechtlich nicht realisierbar seien. Nahles habe die Idee entwickelt, in diesen Fällen in der Nähe der Arbeitgeber kleine Arbeitsplätze zu schaffen, die die Arbeitnehmer als Mieter mit einer kreditbasierten…“

„… doch Korrekturen geben müsse. Das Bundesministerium gehe davon aus, dass es in einigen wenigen Einzelfällen Erwerbslose gebe, die nicht innerhalb eines Jahres einen Job in ihrem Landkreis finden würden, mit dem sie ihren Lebensunterhalt…“

„… davor warne, dass an den Bedürfnissen der Arbeitgeber vorbei gefördert werde. Da es bereits sehr viele überqualifizierte Arbeitssuchende gebe, müsse man in Zukunft auch vor überflexiblen…“

„… es alternative Jobförderungsmodelle geben müsse. Nahles habe den Jobbus erarbeitet, mit dem Erwerbslose zu Beginn einer Woche in drei zufällig ausgewählte Betriebe in mindestens fünfhundert Kilometern Entfernung gefahren würden, um sich mit ihren Bewerbungsunterlagen…“

„… die Höchstarbeitszeit von 48 Stunden ausweiten und gleichzeitig mehr Teilzeitjobs schaffen werde. Es sei ihrer Partei ja auch gelungen, mehr Teilzeitjobs und gleichzeitig mehr arme, überschuldete und…“

„… dass mehr Flexibilisierung auch mehr Eigenverantwortung mit sich bringe. Eine generelle Lockerung des Arbeitsrechts, von Angestellten auch nicht vertraglich vereinbarte Leistungen ohne Lohnausgleich verlangen zu können, dürfe nicht durch einseitige Besitzstandswahrung der…“

„… Lohnkosten und Lohnnebenkosten künftig wieder gemeinsam zu verrechnen, so dass auch der Nettolohn anteilig mit fünfzig Prozent vom Arbeitnehmer…“





Uns geht’s ja noch gold

4 07 2016

„Super!“ „Da hat sich die jahrelange Arbeit ja echt gelohnt.“ „Wenn wir so weitermachen, dann haben wir es bis zur Wahl ein Stück weit fast geschafft.“ „Und das nennen Sie einen Erfolg?“ „Klar, was denken denn Sie?“ „Uns geht’s gut!“ „Richtig gut sogar!“ „Weil die Arbeitslosenzahlen im Sommer um ein paar Tausend absinken, machen Sie so einen Aufriss? Haben Sie noch alle Latten am Zaun!?“

„Also ich bitte Sie – Arbeitslosenzahlen…“ „Hihi, er ist leicht zu beeindrucken!“ „Hähä!“ „Geht es hier nicht um die Arbeitslosenzahlen?“ „Mein lieber Freund, Sie haben eines vermutlich grundlegend nicht verstanden. Nämlich alles.“ „Worum geht es denn dann?“ „Diese Frage!“ „Ach was, er ist einfach nur nicht vom Fach.“ „Oder war ein paar Jahrzehnte nicht in Deutschland.“ „Oder in einer deutschen Behörde.“ „Und wo ist da der Unterschied?“ „Sie haben doch mit der Verkündung der Arbeitslosenzahlen…“ „Um die geht’s doch gar nicht.“ „Mein Güte, ist der begriffsstutzig!“ „Es geht um die Statistik.“ „Um was!?“ „Es geht hier um die Arbeitslosenstatistik. Wer hier Arbeit hat oder welche Arbeit, was er verdient und warum, das interessiert bei uns doch kein Schwein.“ „Und was machen Sie dann den ganzen Tag?“ „Wir sind sehr engagiert dabei, die Arbeitslosenstatistik für den politischen Erfolg unserer Arbeit zu bearbeiten.“ „Wir legen hier nämlich das Maß aller Dinge fest.“ „Und an dem messen wir dann, wie groß unser Erfolg ist.“ „Sie beurteilen also selbst, ob Sie erfolgreich sind?“ „Natürlich, wir sind da ganz und gar unabhängig.“ „Von der Regierung?“ „Auch. Aber zunächst mal von der Realität.“

„Sie meinen also beispielsweise Erwerbslose über 58, die nicht mehr in der Statistik erscheinen?“ „Richtig, die kann man ja rausrechnen.“ „Man muss doch so eine Erhebung nicht künstlich aufblähen.“ „Und je weniger Arbeitslose es gibt, desto weniger muss man für sie auch einsetzen.“ „Haben Sie eine Ahnung, was man da für eine Mörderkohle sparen kann?“ „Vielleicht würden Sie ja noch mehr sparen, wenn Sie die Arbeitslosen über 58 einfach mal fördern?“ „Damit sie uns die Statistik versauen?“ „Eben, die kriegen doch nur noch Teilzeitjobs.“ „Befristet!“ „Und dann müssen wir denen das Gehalt aufstocken, weil es nicht reicht.“ „Machen Sie uns bloß den Erfolg nicht kaputt, Sie!“

„Gucken Sie mal hier, das ist nämlich ganz neu.“ „Krankheitstage?“ „Sommergrippe.“ „Ist der Abteilungsleiterin schon im Winter eingefallen.“ „Also wenn ein Arbeitsloser einen Tag im Monat krank gemeldet ist, wird er für den ganzen Monat aus den Arbeitslosenzahlen…“ „Sta-tis-tik!“ „Mein Gott, dann eben Statistik! da wird er dann für den ganzen Monat rausgestrichen, wenn er nur einen Tag krank war?“ „Theoretisch hätten wir ihm an dem einen Tag einen Job vermitteln können, aber er musste ja unbedingt arbeitsunfähig sein.“ „Da kann man nichts machen.“ „Dann vermitteln Sie ihm den Job doch einfach einen Tag später?“ „Das ist nicht unsere Aufgabe.“ „Eben, der soll sich selbst eine Arbeit suchen!“

„Und die geförderten Verhältnisse?“ „Da zahlen wir für zwei Jahre den Lohn.“ „Das ist doch ein reiner Mitnahmeeffekt.“ „Deshalb werden solche Leute auch hinterher sofort wieder entlassen.“ „Und dann zählen sie noch mal zwei Jahre lang als nicht arbeitslos?“ „Wir haben zwei Jahre lang kein Arbeitslosengeld für ihn gezahlt.“ „Sie haben sogar noch mehr bezahlt für ihn.“ „Aber er war zwei Jahre lang nicht arbeitslos, da ist er raus, und wir haben kein Arbeitslosengeld bezahlt. Die zählen dann doppelt.“ „Sie rechnen eine Person mehrfach in Ihre Arbeitslosenzahlen ein!?“ „Nein. Wer das behauptet, ist ein Lügner.“ „Gut, in Ihre Statistik.“ „Ja, da kommen wir der Sache schon näher.“

„Das haben wir jetzt nämlich so weit gebracht, dass wir einen ganz neuen Schlüssel entwerfen können. Nehmen Sie mal die Akte hier.“ „Der ist 59 Jahre alt.“ „Sehen Sie?“ „Dann fällt der eh raus.“ „Aber er ist in einer Umschulungsmaßnahme, und das können wir dann auf die Gesamtzahl umlegen.“ „Dann wird einfach jemand anders…“ „Wir haben so viele Arbeitslose, da kann man sich gar nicht mehr um Einzelschicksale kümmern.“ „Sind Sie etwa sozialromantisch veranlagt?“ „Pah, der ist bestimmt in der CDU.“ „Das eine muss das andere ja nicht ausschließen.“ „Und jetzt war er einen Tag lang krank?“ „Sehen Sie, der Mann setzt sich für die Belange der Arbeiterschaft ein: gleich noch einer aus der Statistik raus.“ „Der kriegt dann zur Belohnung einen Ein-Euro-Job.“ „Das bringt doch nichts.“ „Ja, ihm nicht.“ „Aber warum…“ „Uns schon. Da muss er nur eine Woche drinbleiben, aber das rechnen wir nach angefangenen Tagen.“ „Und dann?“ „Können wir noch einen von der Sorte aus der Statistik rauskegeln.“ „Und wenn ihn dann noch der Kollege als schwer vermittelbar einstuft…“ „… oder wenn wir ihn unter Sanktionsandrohungen zwingen können, freiwillig in Rente zu gehen…“ „… dann behalten seine statistischen Kennwerte natürlich bis zum normalen Renteneintrittsalter ihre Gültigkeit.“ „Der wird uns noch zehn Jahre lang den Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt sichern!“

„Also jedes Tief ist für Sie ein ganz neuer, bewundernswerter Rekord, den so keiner für möglich gehalten hätte.“ „Richtig.“ „Exakt so!“ „Und dann, ehe man sich versieht, ist die Zahl noch niedriger.“ „Das dürfen wir…“ „Mit einigem Stolz, mein Lieber!“ „… durchaus so sagen, ja.“ „Und was die Bürgerinnen und Bürger…“ „Sag ich doch: romantische Anflüge, der Bengel.“ „Igitt!“ „Dann habe ich Sie verstanden.“ „Echt?“ „Echt. Im Kern sind Sie wirklich Sozialdemokraten.“





Unkostenpauschale

7 01 2016

„… in Kürze bis zu 100.000 Ein-Euro-Jobs für Flüchtlinge schaffen könne. Nahles wolle damit die vollständige Integration der…“

„… könne nur gelingen, wenn der Mindestlohn wieder gekippt werde. Sinn befürchte, dass viele prekär Beschäftigte sonst neidisch würden auf Einwanderer, die sofort einen Job im…“

„… Kritik aus der Opposition zurückweise. Die Ein-Euro-Jobs seien zwar als politisches Instrument für Langzeiterwerbslose gedacht, diese jedoch könnten die Jobs aber ohnehin nicht annehmen, da sie ja arbeitslos…“

„… allein in Berlin mehr als eine halbe Million Arbeitskräfte fehlten, um Schnee vom den Gehsteigen zu räumen. Westerwelle habe dies als kollegialen Gruß an die Ministerin…“

„… es in Ostdeutschland vereinzelt noch Ortschaften ohne einen Döner-Imbiss gebe. Die dortige Ansiedlung von Betrieben könne nicht nur der Akzeptanz von Ausländern in den neuen Bundesländern einen weiteren…“

„… sich missverständlich ausgedrückt haben könnte. Die Formulierung ‚bis zu‘ sei auch bei zwei bis fünf Arbeitsgelegenheiten zutreffend, weiterhin gehe es sehr wohl um die Integration der Flüchtlinge, wenn auch in das deutsche Hartz-System. Der Sprecher der Arbeitsministerin sehe große Fortschritte in der…“

„… plädiere die Verteidigungsministerin für eine rasche Einbürgerung vor allem der jungen Männer zwischen 18 und 35, die eine zu erwartende Bodenoffensive mit ihren Ortskenntnissen als…“

„… sich der Deutsche Philologenverband gegen die übereilte Integration fremdrassiger Akademiker ausspreche. Solange ein muslimischer Immigrant nicht zwölf deutsche Mittelgebirge sowie die Lebensdaten von Christian Fürchtegott Gellert auswendig hersagen könne, sei seine Beschäftigung im hiesigen Frisörhandwerk ein unerträgliches…“

„… sich Weise in seiner Funktion als Leiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge auch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit schnell und unbürokratisch geeinigt habe, die Flüchtlinge in einem Rotationssystem in Integrationsmaßnahmen, Bewerbungstraining, Deutschkurse und krankheitsbedingte Ausfallzeiten zu verschieben, damit die Arbeitslosenstatistik keine nachweisbaren…“

„… den Einsatz als Berufssoldaten allerdings für nicht möglich halte. Der Wehrbeauftragte habe eigens darauf hingewiesen, dass die aus Syrien stammenden Kämpfer im Gegensatz zur in der Bundeswehr üblichen Praxis mit funktionsfähigen Waffensystemen und…“

„… man die Flüchtlinge dank ihrer Kenntnis der arabischen Sprache als Integrationshelfer einsetzen könne, was jedoch erst möglich sei, wenn sie durch Integrationshelfer Kenntnisse der deutschen…“

„… nicht ausgeschlossen, dass die FIFA-WM 2022 in Deutschland stattfinden könnte, wenn bis dahin ausreichend Arbeitskräfte für einen Umbau der…“

„… allerdings vorerst noch warten. Die zu Integrationshelfern bestimmten Syrer sollten nach Ansicht des BAMF erst dann ausgebildet werden, wenn endgültig geklärt sei, dass die bisherige Integration durch Integrationshelfer, die sie hätten integrieren sollen, so weit gescheitert sei, dass sie jetzt selbst als Integrationshelfer für die…“

„… geistig nicht herausragend ausgestattete Neubürger durch nochmals gezielte Zurückbildung zum Eintritt in die CSU vorzubereiten, deren Personal im Mittelbau nicht besser sein dürfe als an der Spitze der…“

„… den Mindestlohn nicht senken wolle, dafür jedoch die Ein-Euro-Löhne für Zuwanderer in eine für den Arbeitgeber steuerlich absetzbare Unkostenpauschale…“

„… werde wenigstens die Sicherheitsbranche von den Flüchtlingen profitieren. Nicht geklärt sei bisher, ob die als Ein-Euro-Arbeitsgelegenheiten geplanten Jobs auch für Nichtdeutsche…“

„… die im Ausland erworbenen Abschlüsse zwar vorerst nicht anerkennen könne, da die Industrie- und Handelskammern eine Verschlechterung der Qualität von Fußpflegern, Taxifahrern und…“

„… habe der Malerbetrieb Schwörk & Söhne im Mettmann bereits eine Helferstelle ausgeschrieben, diese jedoch wieder zurückgezogen, da sich zu viele einheimische Arbeitslose auf den Job…“

„… um angesichts der aktuellen Spannungen beruhigend auf das Verhältnis einzuwirken. So wolle der Vizekanzler in seiner Eigenschaft als Wirtschaftsminister darauf dringen, dass polnische Erntehelfer bevorzugt im…“

„… habe Nahles ihre Planung verteidigt, Neubürger vorrangig in prekäre Beschäftigung zu vermitteln, da diese so auch nur geringe Ansprüche gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung…“

„… die Einwanderer lieber durch deutsche Leiharbeitsunternehmen in Katar ein setzen wolle. So lasse sich nicht nur an Lohnkosten sparen, die überwiegend syrischen Arbeitnehmer würden auch in einem Kulturkreis beschäftigt, den sie bereits aus eigener Erfahrung…“

„… sich dafür einsetze, die bereits technisch qualifizierten Arbeitskräfte zu Bauingenieuren fortzubilden. Nach konservativer Schätzung sei bereits in der achten Generation der Neubürger mit einer Fertigstellung des Hauptstadtflughafens…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCLXXXVI): Mythos Vollbeschäftigung

8 05 2015
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Sobald die arbeitsteilige Gesellschaft an Fahrt aufgenommen hatte, wurde es unangenehm. Die einen sägten am Stiel, während die anderen mit der Axt noch nicht wirklich fertig waren. Wer wollte denn das Wirtschaftswachstum kontrollieren, den gefällten Baumbestand, die Möbel, Bohlen, Splitter im Auge des Brudervolks. Aus dem Boden fraß sich die Industrie, und Schluss war mit Lustig. Die Bretter kamen aus dem Sägewerk, die Schrankwand vom Discounter. Und da nutzte noch nicht einmal die gute Fee aus dem Märchenwald, Regal ist Regal. Die Industrie wird sich durchsetzen, wer sonst garantiert Vollbeschäftigung.

Was angesichts der globalisierten Wirtschaft und der angegliederten Arbeit für Klarheit sorgen sollte, aber so weit ist diese intellektuelle Elite eben noch nicht: natürlich ist der seit dem 18. Jahrhundert als spezielles Phänomen innerhalb der generelleren Armutsproblematik bekannte Typus virulent, vulgo: ein paar chronische SPD-Wähler sind noch immer nicht nüchtern genug gewesen, um der Vergewaltigung ein Ende zu setzen. Der verschwiemelte Rest lallt immer noch Blasen in die Luft, dass die aus hirnorganischen Gründen betroffenen Betriebe Karnevalströten auspacken und zum großen Lalula rüsten. Der große Traum von Arbeit als Sinnstifter einer bürgerlichen Existenz fräste sich ins Zentrum einer aus Protestantismus und Partikularinteresse geschnitzten Halbweltanschauung, die den Knecht der produktiven Revolution pro forma in den Himmel hob, zugleich ein Wolkenkuckucksheim für kapitalistisches Gewinsel im Auftrag der wahren Mächte, Geld und Gewehre. Von Wohlstand durch Leistung plärrt der Verein, wohl wissend, dass das für mehr als das abgehängte Drittel nicht gelten kann, wenn man selbst ein Stück abhaben will von einem Kuchen, der nicht vom Zusehen und nicht vom Gesundbeten wächst, sondern von der Kernkompetenz der Arbeiterführer: Krieg und Kriegsgeschrei, notfalls Krieg gegen die eigenen Leute, denn wo fühlte sich der Sozialist weniger fremd als im Grabenkampf, solange er nicht selbst bluten muss.

Das Dumme an der Schulbuchweisheit ist die lästige Wirklichkeit, die mit immer neuen Erfindungen für tatsächlichen Wohlstand sorgt, wenn auch nicht bei den Arbeitern. Das durchaus protestantischen Partikularinteresse, Arbeit als Fluch der produktiven Klasse zielgerichtet zu eliminieren, erweist sich letztlich als viel bessere Alternative zum Krieg, wenn auch das eine das andere nicht ausschließen muss. So wirbt das Kapital für sinkende Kosten, was letztlich nur durch die Marginalisierung des Arbeiters geht. Der große Glanz von innen, jenes Versprechen, den Lohnempfänger irgendwann von seiner Mühsal zu befreien, wird immer wieder wahr und sorgt für weiteren Wohlstand.

In einem Zeitalter, in dem von Maschinen gebaute Maschinen Maschinen bauen, die Maschinen bauen, verzichtet eine Gesellschaft nicht freiwillig auf Innovationen, die Backstraße und Brot billiger machen. Der Automat schickt sich langsam an, seine Macht strategisch zu planen. Längst kann er auf den Menschen verzichten – besser als sein Besitzer, der immerhin den Verbraucher für sein Brot eingeplant hat, falls er nicht im Haupterwerb Waffen baut. Da aber diese Gesellschaft sich am Mythos der Vollbeschäftigung weiter wärmt, denn ein anderes Leuchtfeuer ist nur durch leichte Drehung des ohnehin festgerosteten Schädels auszumachen, wird das Paradoxon offenbar: das Brot wird durch den Verzicht auf die Bäcker konkurrenzlos billig, es gibt nur keinen mehr, der es sich leisten kann. Als Rosskur empfiehlt die Kaste der Vorbeter, sämtliche Löhne zu senken, damit die Bäcker wieder in die Fabrik gehen. Sie finden nur keine, in der es noch einen Bäcker bräuchte. Zum Ausgleich essen sie wenigstens keinem mehr das Brot weg.

So bestraft die wirtschaftliche Produktivität sich selbst, weshalb auch die Reichen ungestraft ihren Reichtum genießen; sie machen sich ja auch keiner Produktivität schuldig. Immerhin halten sie zur Befriedung der Massen an der Vollbeschäftigung fest, die dem Schiffschaukelbremser sein karges Brot sichert, stets davon ausgehend, dass er nur halbtags arbeitet, weil er für den Achtstundentag zu faul ist, und nicht etwa, weil keiner genügend Schiffschaukeln zum Bremsen hätte. Hauptsache, er hat Arbeit, wie geistlos sie auch sei. Aber wer würde von einer Religion, die bewusst auf tönernen Füßen stakst, ein in sich geschlossenes logisches Gebäude erwarten, das mehr zu beherbergen vermöchte als eben jene Vorbeter, die ohne das tägliche Hochamt, am Horizont Vollbeschäftigung auszumachen, auch bald arbeitslos wären. Erwartbar ist dies indessen nicht; die Maschine, die diese Maschine baut, die den Job erledigt, muss erst noch gebaut werden. Es gibt viel zu tun. Lassen wir’s liegen.





Social Freezing

30 10 2014

„Suuuper Idee! ganz tolle Sache, das ist mindestens an die, ach was: noch mehr ist das wert – suuuper, das versetzt den Vorstand in Ekstase, und dann das Controlling erst! Die sind ja für Abbau immer zu haben. Sonst würden sie nicht immer diese Hirnschlagopfer bei uns entsorgen.

Das ist natürlich eine geniale Sache, so eine Zeitschrift so ganz ohne verwertbare Inhalte. Das ist echt voll total Kultur und so: nichts reinstecken, aber alles rausholen. Finde ich echt suuuper, das. Und wenn wir das jetzt noch durch alle Bereiche durchdeklinieren, dann kann man das echt zum Modellfall machen. Ist doch das, das liegt ja wohl voll total auf der Hand: keine Redakteure mehr, dann hat man keine Personalkosten mehr, und dann hat man auch nie wieder Personalprobleme! Das ist so voll suuuper, das wird viel besser als erwartet!

Ach so. Gut, wir hatten das schon bedacht. Der eine da, dieser Typ aus dem, nee, nicht aus dem Controlling, der hatte einen Schulabschluss. War wohl ein Praktikant. Der meinte dann so, wenn wir alle Redakteure rauswerfen, haben wir auch keine Redaktion mehr. Haben wir natürlich als linke Hetzpropaganda von Gewerkschaftstypen abgetan. Aber irgendwie müssen wir das transparent machen. Falls die Aktionäre kritische Fragen stellen, muss man doch vorbereitet sein.

Wir haben die Lösung, aber sie ist viel einfacher als erwartet – sage ich jetzt nur, weil das der Vorstand bei solchen Sachen auch immer sagt: wir kaufen die Texte einfach. Ist doch suuuper, was? Finde ich jedenfalls. Finden wir alle. Und das wird voll der Gewinn, weil: wenn man die Texte kauft, dann bestimmt der Markt den Preis! Das doch so suuuper, das ist schon echt voll total suuuper, oder? Oder!?

Das wagen die nicht. Das würden die echt nicht wagen, auf einmal alle arbeitslos zu sein. Ich meine, soziale Verantwortung, das ist keine Einbahnstraße. Nur weil wir diese Arschlöcher alle auf die Straße setzen, werden die doch nicht plötzlich arbeitslos. Das wagen die doch nicht! Ich meine, es gibt doch für alles einen Markt – aber doch nicht für Arbeiter, oder? Die können doch nicht alle arbeitslos sein und dann plötzlich ins Callcenter gehen oder zu Schlecker. Geld ist doch nicht alles im Leben, das müssen die doch wissen!

Wir haben ja schon mal geguckt, aber wo dieser Internet-Oettinger die wieder heißmacht mit dem Urheberrecht, wir werden uns die Texte echt irgendwie besorgen müssen. Schülerpraktika? Kann man machen. Da müssten wir die Rechtsabteilung fragen. Die wird nicht gekündigt, keine Angst. Ohne die wären wir echt aufgeschmissen!

Klar, wir wollen die Vielfalt und Kreativität des modernen Lifestyles irgendwie auch widerspiegeln, und das möglichst auch in medialen Inhalten. Aber das sagt ja noch nichts über die Produktion, da sind wir im Prinzip ja erstmal ohne Vorgaben, oder? Gut, die erwartete Umsatzsteigerung sollten wir nicht unbedingt um fünfzig Prozent unterschreiten, aber das kriegen wir schon hin. Mehr als vierzig, oder sagen wir mal: fünfundvierzig werden es nicht. Vorerst.

Aber suuuper, das machen wir doch sofort! Das mit den Leserreportern ist natürlich eine suuuper Idee, das greifen wir bei uns doch sofort auf! Was die reportieren sollen? Mir doch wumpe, Hauptsache ist doch: kostenlos! Es kostet nichts, das ist der Punkt!

Vielleicht mal eine Kooperation mit so einem Rezeptblog. Beauty. Was die moderne, emanzipierte Frau heute so interessiert. Schminken, Kochen, Schuhe, Kinder. Was man ohne große Aufbereitung halt so hinkriegt, damit es schon jetzt so aussieht wie der Qualitätsjournalismus von morgen.

Aber dafür wird ja die Führungsebene unseres Magazins aufgestockt! Ist das nicht eine Nachricht? Suuuper! Wir schaffen Topjobs im Mediensektor, und damit das klar ist: es liegt nicht am Geld, denn was diese paar Tussen da in der Redaktion nicht mehr reingesteckt kriegen, das reicht doch noch lange nicht, um die Spitzenmanager zu bezahlen, die ab sofort unser Magazin ganz nach vorn in den Auflagenzahlen der – Quote? Sind Sie noch ganz frisch in der Birne!? Wir holen uns doch keine Frauen in die Chefetage, was sollen wir denn mit denen anfangen? Social Freezing? so viele Eier kann man ja gar nicht einfrieren, und am Ende kommt noch eine von den Muttis auf die Idee und adoptiert am Arbeitsvertrag vorbei so ein afrikanisches Baby! Da kriege ich doch die Krätze!

Das ist unerlässlich – wir sind schließlich eine deutsche Zeitschrift. Auf einen Schreiber kommen dann zahlenmäßig zweieinhalb Vorstände. Damit wir eine gute Work-Life-Balance haben. Falls sich einer von denen um die Schreiber kümmern will. Wir sind ja jetzt bei Bertelsmann so sozial, wir stellen das so lange frei, bis wir aus Versehen eine Stiftung dafür gegründet haben. Die kümmert sich dann darum, dass die Honorare der Schreiber kontinuierlich minimiert werden, damit mehr von den Schreibern von ihrem steigenden Einkommen leben können. Suuuper Sache, aber das wollte ich Ihnen eigentlich noch gar nicht… –

Ich!? Aber ich bin doch seit fast zwanzig Jahren bei Ihnen… Sie können mich nicht einfach… Das glaube ich jetzt nicht! Nur, weil ich damals freiwillig die Leitung für das Online-Ressort übernommen habe, wollen Sie mich…“





Wohlstandsmüll

19 11 2013

„… die Überwachung der Arbeitslosen erheblich auszuweiten. Online-Geschäfte seien eine Quelle für Leistungsmissbrauch, wie er täglich…“

„… könne man die Regelung beim Arbeitslosengeld nicht automatisch mit Steuerhinterziehung gleichsetzen. Die meisten Arbeitslosen hätten zuvor etwas geleistet und seien demnach …“

… nur noch über ein verfolgungsoptimiertes Deutschnetz online zu gehen. IM Friedrich habe eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung gefordert, die schon deshalb nötig würde, sobald Deutsche Erwerbslosen ihren Internetzugang zur Verfügung…“

„… fordere CSU-Generalsekretär Dobrindt aus Gründen der nationalen Sicherheit, allen Arbeitslosen sofort die Geschäftsfähigkeit zu entziehen. Nur so sei eine Regelung…“

„… könne man bis zu zehn Millionen Euro an Leistungsmissbrauch durch nicht angerechnete Verkäufe annehmen. Die behördliche Verfolgung würde laut konservativer Schätzungen ungefähr das Doppelte, höchstens aber…“

„… eine Patrouille einzusetzen, die darauf achten solle, ob Arbeitslose im Discounter Markenware kaufen. Dies ließe regelmäßig auf unterschlagene Einkünfte schließen und sei ein Grund für eine sofortige Hausdurchsuchung, um die Verhältnisse der Bedarfsgemeinschaft…“

„… aus logistischen Gründen nicht möglich sei. Die NSA habe das Angebot, die angebliche Überwachung der deutschen Telekommunikation auf die Arbeitslosen auszuweiten, für nicht machbar erklärt, solange man größere Kapazitäten für die Hessische Staatskanzlei und den FC Bayern München…“

„… wolle BKA-Präsident Ziercke bis zu zehn Beamten abstellen, um die neue US-amerikanische Kontaktseite Facebook nach Daten zu durchsuchen, die auf Arbeitlose…“

„… ein deutsches Interwebnetz-Auktionshaus zu gründen, das nur über deutsche Server gelenkt werde. IM Friedrich habe lobend erwähnt, dass bei eKauf teilweise mehrere Auktionen pro Monat…“

„… Flohmärkte zu Sperrzonen zu erklären. Eine erhebliche Hilfe seien die von der Bundesregierung befürworteten Änderungen, die das in den Bundespersonalausweis eingestanzte H als Erkennungsmerkmal für nicht genehmigte Subjekte der freien Marktwirtschaft…“

„… zur Überwachung das von BILD beworbene Volks-Smartphone für einen Euro eingeplant. Der Bundesnachrichtendienst rechne damit, die flächendeckende Installation der Überwachungs-App bis 2029 zu…“

„… habe Westerwelle die Beschränkungen der Bürgerechte für Arbeitslose verteidigt. Wer die Wirtschaftsfreiheit der Leistungsträger gefährde, dürfe als potenzielle Bedrohung für…“

„… seien laut Ziercke drei Beamte ausreichend, da die Interwebnetzseite insgesamt nur eine Größe von 800×600 Punkten…“

„… mit dem Gesetz zur Wiederherstellung des Wirtschaftsbeschleunigungsaufschwungs zu weit gegangen zu sein. Schäuble habe den Entwurf verteidigt; man müsse Personen, die den Anschein der Arbeitslosigkeit erweckten, schon zur Prävention einer Taschenpfändung auf offener Straße…“

„… sei die Bundesagentur fälschlich davon ausgegangen, das Interwebnetz sei nur in sogenannten Datencafés für Privatpersonen verfügbar. Die mit dem BND vereinbarte Observierung aller deutschen Computer sei damit hinfällig, da die personelle Ausstattung…“

„… bundesweit reglementiert. Zu längeren Diskussionen habe geführt, dass Arbeitslose bei öffentlichen Verkaufsveranstaltungen nur noch einen Euro pro Artikel bekommen dürften, der in die Bundesverdienstkarte einzutragen…“

„… fordere Ziercke nun doch zwanzig Beamte, da sich das Interwebnetz als teilweise ausländisch herausgestellt habe, was die Kompetenzen des Führungspersonals erheblich…“

„… sich zuversichtlich geäußert habe. Da die ALG-II-Bezüge noch immer weit unterhalb des soziokulturellen Existenzminimums lägen, sei nicht damit zu rechnen, dass nach dem Verkauf der persönlichen Habe noch weiteres Eigentum…“

„… würden Arbeitslose inzwischen herangezogen, eigenes Eigentum auch gegen ihren Willen im Internet zu versteigern. Diese Art von Ein-Euro-Job werde spätestens nach der Verfassungsänderung durch die Große Koalition vollkommen rechtssicher und im Sinne einer marktkonformen Demokratie…“

„… und sich ganz im Sinne des Bundeswirtschaftsministeriums geäußert habe. Rösler habe betont, auch durch die Zwangsarisierung seien große Kulturschätze wieder in deutschen Besitz übergegangen. Es sei also nicht zu beanstanden, wenn der Wohlstandsmüll nun von überflüssigen materiellen Gegenständen…“

„… zu polizeilichen Übergriffen gekommen. Die arbeitslosen Anwohner hätten darauf bestanden, sich auf einem nicht genehmigten Spaziergang befunden zu haben, die regierenden Sicherheitsbeamten jedoch hätten diese in unmittelbarer Nähe eines Sperrmüllhaufens angetroffen und sogleich…“