Ende Gelände

13 07 2016

„… könne eine Entscheidung für ein Endlager vermutlich nicht in dieser Legislaturperiode getroffen werden, da die Erkundung der Standorte unter geologischen Aspekten viel länger als…“

„… sei das Gestein sämtlicher möglicher Standorte viel zu unsicher, was jedoch von sämtlichen anderen möglichen Standorten als sehr unsichere Aussage…“

„… ein Endlager für die jetzige Menge an Atommüll zwar ausreiche, alle ab jetzt noch anfallenden Materialien nicht mehr berücksichtigt würden, so dass nach der Entscheidung für eine geeignete Endlagerstätte auch der Ausbau der…“

„… weitere dezentrale Lagerstätten theoretisch möglich seien. So sei im Zwischenlager am KKW Gundremmingen Raum für 192 Behälter, von denen jedoch nur 45 Plätze belegt worden seien. Söder habe darauf hingewiesen, dass Bayern zum Betrieb von Kernkraftwerken, nicht aber zu deren…“

„… davon abraten würden, eine als sicher eingestufte Gesteinsschicht durch unterirdische Baumaßnahmen zu…“

„… allerdings so viel wie zwanzig Eurokrisen kosten würde. Dobrindt halte die Einlagerung der Brennstäbe im Marianengraben für eine technisch durchaus…“

„… auch Fracking derart stabile Gesteine erfordere, dass die Endlagerung von Brennstäben gefahrlos in den Mittelgebirgen von…“

„… die Zusage für die Komplettfinanzierung zeitnah geben wolle. Im Gegenzug werde das Land Baden-Württemberg bis zu 95% Prozent des strahlenden Mülls sowie beide AfD-Fraktionen in den…“

„… die Erkundung in Bayern nicht fündig werden könne, da sich der Boden allenfalls für eine Zwischenlagerung von…“

„… habe das Bundesumweltministerium durch Zufall erfahren, dass es weltweit bereits Schäden durch Fracking gebe. Zahlreiche Länder schlössen sich dem Verbot an und seien mit ihren Forderungen nach mehr Kontrolle im…“

„… eine Bürgerinitiative die Frage aufgeworfen habe, ob der Stuttgarter Bahnhof nicht zugleich als geheime Müllkippe für die…“

„… dass das Endlager über eine Rückholoption verfügen müsse. Da sich der bayerische Granit für eine erweiterte Zwischenlagerung eigne, könne man jetzt die…“

„… Planungssicherheit für die gesamte Zeit der Endlagerung geben müsse. Die Kommission sei nicht in der Lage, eine Kostensteigerung innerhalb der veranschlagten…“

„… energisch widersprochen habe. Zwar sei Bayern jederzeit bereit gewesen, ein entsprechendes Gefälligkeitsgutachten zu bezahlen, Seehofer lege jedoch großen Wert darauf, dass sich die sechs Millionen Euro aus seinem privaten…“

„… auch in unterirdischen Bergwerken gelagert werden dürfe. Gabriel sehe keine genügend große Auswahl und fordere daher nochmals, mehr Kohle in die…“

„… habe Sarrazin die Zukunftsperspektive anhand aktuell gefühlter Zahlen interpoliert. So steigere sich die Erdbevölkerung auf 23 Milliarden Personen, von denen allein in Deutschland 89,4 Trillionen Muslime…“

„… und das Rotationsprinzip auch hier zur Anwendung zu bringen wolle. Eine jeweils auf zehn Jahre begrenzte Zwischenlagerung in einem Bundesland mit anschließendem Castor-Transport zum nächsten Standort sei für einen föderalen Umgang mit dem Atommüll der angemessene…“

„… und schließlich auch für den Arbeitsmarkt. Selbstverständlich sei die Wahrscheinlichkeit für neue Kohlefunde in Deutschland sehr gering, Nahles plädiere aber dafür, jeden Asylbewerber mit einem Ein-Euro-Job in der…“

„… zur Chefsache erklärt habe. Um keine öffentlich geäußerte Kritik zu riskieren, habe Merkel den gemeinsamen Ausflug des Kabinetts nach Gorleben erst wenige Minuten vor dem…“

„… es sich bei der Böhmischen Masse um dieselbe Granitformation handele, die allerdings in Sachsen bereits die DDR überstanden habe und dadurch viel robustere…“

„… nur gerüchteweise, dass die SPD Nahles selbst in den probeweise gebohrten Schacht…“

„… fordere die AfD daher, den Prozentsatz der muslimischen Volksanteile stark zu reduzieren, um im Gegenzug den Atommüll in der…“

„… habe Seehofer versichert, dass die in Deutschland ungerecht verteilte geologische Eignung keine Rolle spielen dürfe, da es sich um einen ausschließlich politisch zu entscheidenden…“

„… dass jetzt in Dresden jeden Dienstag Patriotische Europäer gegen Strahlungstransporte einen Abendspaziergang veranstalteten. Die überregional als PEST-Märsche bekannten…“

„… möglichst ein nicht erschlossenes Gelände außerhalb der menschlichen Zivilisation zu nutzen, das weder durch Infrastruktur oder Bodenschätze eine reizvolle Wirkung auf…“

„… die CSU sich einer Teilentsorgung auf bayerischem Grund nicht entziehen wolle. Die Bedingung sei, dass das Endlager in einem von den Grünen regierten Landkreis…“

„… für gut 1,2 Millionen Jahre genutzt werden könne, da sich eine vorherige wirtschaftliche Neuverwendung des Geländes nicht abzeichne. Der Aufsichtsrat habe dem Plan zugestimmt, das Hauptstadtendlager Berlin-Brandenburg Willy Brandt mit Mitteln des Bundes und der…“





Nachhinterhältig

11 10 2012

„Bergmannsche Regel. Kennen Sie? Kennen Sie? Je näher Sie an die Pole kommen, desto größer wird der Körper, weil er dann ein besseres Verhältnis von Volumen und Oberfläche bietet. Braunbär und Eisbär, kennen Sie? Oder eben Altmaier.

Fragen Sie mich nicht, ob er irgendwann mal Röttgen gefrühstückt hat. Jedenfalls ist die Kugel die perfekte Form. Rein ökologisch, umweltmäßig und so. Weniger Angriffsfläche. Für die Wirtschaft ist das doch sehr zu begrüßen, oder? Sämtliche Einflüsse von außen – Wind, Sonne, soziale Gerechtigkeit, Wahlversprechen, Glaubwürdigkeit – das kann man alles minimieren. Es geht viel weniger verloren. Besitzstandswahrung, wenn Sie so wollen.

Man muss ja das Übel auch an der Wurzel bekämpfen. Vor vielen Jahren, damals unter der rot-grünen Regierung, da stieg der Strompreis, weil die Konzerne von Schröders verantwortungslosen Umverteilern in eine nachgerade ungesund zu nennende Geld gier getrieben worden waren. Heute steigt er, weil wir durch den gefährlichen Ökostrom zu erheblichen Mehrausgaben gezwungen werden, die wir unter anderem den Energiekonzernen als Entschädigung für die schlimmen Jahre unter Rot-Grün zahlen. Das ist ein schweres Schicksal für dieses Land!

Diese geistig-moralische Energiewende wollen wir ganz im Sinne der Koalition. Da ist es wirklich sehr bedauerlich, dass wir hier mit unsozialen Fehlanreizen Ökostrom einführen und zusehen, wie die Leistungsträger der Kernkraftbranche einfach ausgebootet werden. Natürlich muss man die Sägewerke im Odenwald von den Stromkosten befreien. Einerseits muss Ihnen ja klar sein, dass es den Odenwald nur in Deutschland gibt, also ist das eine Branche, die nur in Deutschland angesiedelt werden kann – die muss man natürlich erhalten. Klar. Andererseits können wir nicht auch riskieren, dass die Sägewerksbesitzer ihre Baumstämme nach Bangladesch ausfliegen und dort entrinden und das Holz in Kanada zersägen lassen. Da würden uns nämlich viele Arbeitsplätze verloren gehen. Wie bei den Gebäudereinigern. Stellen Sie sich mal vor, die lassen die komplette Frankfurter Innenstadt jeden Freitag Abend zum Staubsaugen nach Indien transportieren. Das ist doch Sozialismus.

Umweltschutz ist für uns doch ein wirklich ganz tief im konservativen Profil der Union verwurzeltes Ziel. Ohne unsere lang gehegten Biotope wäre doch ein vernünftiges Arbeiten gar nicht mehr möglich. Und ohne Artenschutz – wir würden doch nicht unsere Partei aufs Spiel setzen, oder?

Außerdem lassen wir uns auch nicht nachsagen, dass wir unsolidarisch wären. Schauen Sie, jetzt haben wir schon so viel für die Banken getan, für die Versicherungswirtschaft, die Hoteliers haben etwas abgekriegt, die Ärzte haben wir auch in allerletzter Sekunde vor dem Verhungern gerettet, und da soll die Aluminiumindustrie einfach so zuschauen? Denken Sie doch mal an die Leute! Die wären doch sonst arbeitslos, die wüssten gar nicht, wovon sie ihre Stromrechnung bezahlen sollten.

Wir nennen es solidarischen Lastenausgleich. Wir alle wollen doch eine gerechte Verteilung der Lasten. Je niedriger der Strompreis, desto höher fällt die Umlage aus. Im Zuge einer solidarischen Verteilung übernimmt daher die Wirtschaft die Strompreise. Sie als Bürger brauchen sich nur noch um die Umlage zu kümmern. Das ist ein gutes Zukunftsmodell. Geradezu nachhinterhältig.

Ja, auch die Regierung ist solidarisch. Nach EU-Recht können wir jederzeit von den europäischen Nachbarn aufgefordert werden, aus dem Ausstieg auszusteigen. Damit das demokratisch zugeht, haben wir ebenfalls das Recht, unseren Nachbarn eine Laufzeitverlängerung zu empfehlen. Und damit die europäische Einigung voranschreitet, wird auch beides passieren. Auch die Regierung ist solidarisch. Zumindest mit den Regierungen.

Das ist ein genuin umweltpolitisches Ziel. Wir arbeiten nachhaltig. Es geht uns in erster Linie um Ressourcenschonung. Die Industrie hat auch nicht unbegrenzt Kohle, die sie uns rüberschieben kann. Geschäftsklimaneutral, wenn Sie so wollen.

Wir betrachten diese Energiewende genau so wie die Sozialpolitik: es muss dem ganzen Land gut gehen. Denn nur, wenn wir alle ein bisschen für unser Land tun können, geht es uns auch gut. Nein, das sagt nicht Altmaier. Er verschwindet zwar hin und wieder komplett in der Kanzlerin – das muss eine optische Täuschung sein, das schafft der doch gar nicht – aber er spricht nicht so wie sie. Noch nicht.

Deshalb teilen wir die Kosten der Energiewende eben solidarisch auf. 100 Euro für die Industrie entsprechen genau 100 Euro für die Verbraucher. 100 Euro Entlastung für die Industrie entsprechen genau 100 Euro Mehrbelastung für die privaten Haushalte. Und das ganz solidarisch. Die 100 Euro Belastung für die Geringverdiener zahlen natürlich auch die Vorstandsvorsitzenden. Es sei denn, sie bekommen Personalrabatt.

Doch, wir werden das schaffen. Notfalls mit dem Trickle-Down-Effekt: wenn wir der Wirtschaft genügend große Gewinne verschaffen, ist es zumindest theoretisch nicht auszuschließen, dass irgendetwas passiert, wofür wir dann sowieso nicht zuständig sind. Oder nicht mehr. Oder nicht mehr Altmaier. Man spart ja gerne seine Energie.“





Energiewendehals

29 05 2012

„Nein, wir sind uns da ganz sicher. Wir ziehen das durch. Diesmal ziehen wir das aber auch ganz bestimmt durch! Weil die Merkel das nämlich so will. Oder weil sie es nicht will. Dann ziehen wir das nämlich erst recht durch. Wir sind jetzt gerade – also wir sind so gut wie zu allem, oder wenigstens zu den meisten Sachen sind wir doch ein Stück weit ganz entschlossen sind wir. So in etwa. Deshalb wollen wir auch die Energiewende.

Weil wir zur Kontinuität der CDU stehen. Die war schon immer so. So kontinuierlich. Zwar nicht immer durchgängig, auch nicht immer abwärts so wie jetzt, aber es ging immer irgendwie in die eine oder andere Richtung. Und wir haben unseren Partnern in der Wirtschaft immer eins versprochen: Kontinuität. Darum wäre es zu diesem Zeitpunkt in dieser Lage auch völlig verkehrt zu sagen: ja, wir wollen die Energiewende auf jeden Fall.

Das kostet nämlich auch alles. Haben Sie sich schon einmal ausgerechnet, was das alles kostet? Wir auch nicht. Das heißt, wir haben die Wirtschaft gefragt. Also wir haben nicht die Wirtschaft gefragt, aber die hat es uns gesagt. Dass das alles kostet. Und was das alles kostet. Das muss dann nämlich alles die Wirtschaft bezahlen, diese Energiewende. Im Gegensatz zu vorher – da war alles umgekehrt. Da gab’s keine Energiewende, und deshalb hätte das der Bürger bezahlt. Verstehen Sie das? Ich auch nicht. Und deshalb wollen wir die Energiewende.

Wir haben nicht rechtzeitig daran gedacht, die Stromnetze auszubauen. Die ganze Regierung hat geschlafen, das ist das Problem. Wir hatten halt gedacht, die Merkel hätte eine genügend lange Leitung. Sie hat jetzt ja beschlossen, dass die CDU das nicht beschließt, was sie mal zu beschließen beschlossen hatte. Und zum Ausgleich haben wir auch nicht beschlossen, dass wir noch irgendwas beschließen müssen wollen werden. Hätten wir das nämlich nicht jetzt beschlossen, dann hätten wir das mit den Stromnetzen nicht beschließen müssen, beziehungsweise man hätte jetzt beschlossen, es irgendwann mal zu beschließen. Das ist ganz und gar nicht beschlussfähig, und wir wollen darum eigentlich die Energiewende auch gar nicht.

Und schwebt da ein zweistufiges Modell vor – nein, das hat nichts mit Brückentechnologie zu tun. Auch nicht mit mehr Kohlekraftwerken. Stufe 1 wäre, dass wir herausfinden, worum es eigentlich geht. Das ist schon kompliziert genug. Der Röttgen hat es bis zum Schluss nicht herausgefunden, sein Nachfolger sucht noch nach einer Entschuldigung. Stufe 2 wäre dann der Grund, warum es, worum es geht, jetzt noch nicht oder doch nicht geht. Das ist die neue Flexibilität. Also diese neue Flexiquote, da entscheidet die Kanzlerin entweder, dass wir’s nicht machen, weil sie es kapiert hat, oder sie hat’s nicht verstanden, aber dann macht es die CDU. Dann ist sie nicht schuld. Oder die Merkel hat überhaupt keinen Plan, dann machen wir es natürlich alle zusammen. Wie zum Beispiel die Energiewende.

Ist natürlich auch nicht so ganz einfach. Die Merkel an sich, und dann auch noch die Probleme. Die, die wir ohne die Merkel nicht hätten. Und wegen der Energiewende. Und ohne sie. Weil jetzt nämlich immer mehr Solarstrom kommt, auch wenn wir den gar nicht wollten. Der Rösler hatte versprochen, ganz viele Arbeitsplätze aufzubauen – hat er ja dann auch gehalten, allerdings in China. Und die Merkel kriegt jetzt so einen – wegen der Energiewende nämlich. Energiewendehals. Nein, ist sie nicht! kriegt sie! Da kündigt man einmal etwas an und sagt, dass wir das auch ganz bestimmt, und möglicherweise nicht in dieser Legislaturperiode, und wahrscheinlich hält sie sogar ihr Versprechen – das ist doch unlauterer Wettbewerb! Das geht doch nicht! Ich meine, was soll da denn auf Dauer noch alles passieren? Wir müssen da sofort einschreiten, am wenigsten brauchen wir jetzt die Energiewende!

Weil wir nämlich eine konservative Partei sind. Wussten Sie wahrscheinlich. Deshalb haben wir uns auch entschlossen, Werte zu erhalten. Zum Beispiel die Zahlungen an die Energiekonzerne zum Erhalt der Stromnetze. Das geht schon seit 70 Jahren so, das kann nicht verkehrt sein, und es kostet ja auch nichts. Gut, es kostet den Verbraucher etwas, aber nicht uns. Und was nichts kostet, das ist ja auch nichts wert, und deshalb will die Merkel das auch erhalten. Verstehen Sie, das ist wie mit der GEMA. Sie zahlen Gebühren auf Festplatten, weil man da Sachen speichern könnte, und dann werden Sie verklagt, wenn Sie tatsächlich Sachen speichern, und das Geld, um Sie zu verklagen, das bezahlen Sie, indem Sie auf die Festplatten eine Gebühr – Sie haben das Prinzip verstanden? Ja, ist ja auch total logisch. Das gibt Rechtssicherheit, auch für die Zukunft. Darum brauchen wir ja auch unbedingt die Energiewende.

Wir haben nämlich die Zeichen der Zeit verstanden. Doch, haben wir. Ob die Merkel – nein, weiß ich gerade nicht. Aber wir haben das. Wegen der Arbeitsplätze und so. Wir setzen dabei ganz auf Bürgerbeteiligung. Und Transparenz. Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich an einer gemeinsamen Lösung auch beteiligen können wollen. Wie bei den Autofabriken. Da haben wir auch keine Arbeitsplätze gerettet, weil die Bürger in den Vorstandsetagen das ja auch selbst hätten machen können. Wir beteiligen die Bürger. Die können jetzt auch mal schön selbst zur Tankstelle fahren, da halten wir uns raus. Also aus den Kosten. Das ist nicht unser Problem. Weil, wir sind ja nicht verantwortlich für die Bürger. Deshalb ist ja diese Energiewende auch vollkommen überflüssig.

Ach ja, bevor ich’s vergesse: nächste Woche kommen die Eurobonds dran.“





Grüne Gefahr

21 06 2011

„… wetterte Bahnchef Grube, die Ökodiktatur der Landesregierung zeitige verheerende Ergebnisse für die gesamte Entwicklung in Europa. Während unter Hitler wenigstens die Autobahnen gebaut wurden, seien die Grünen nicht einmal in der Lage, den Bahnverkehr zu…“

„… Schützenhilfe von den AKW-Betreibern, die zudem eine Schadensersatzklage gegen die Sonne planten, da nach dem Verursacherprinzip nur sie zur Verantwortung zu ziehen sei für die Pläne einer Energiewende, an deren Ziel die komplette Auslöschung der umweltfreundlichen…“

„… allerdings gegen seine früheren Äußerungen verteidigt. Söder hatte den Atomausstieg zwar als eine Gefahr für die innere Sicherheit und als Terroranschlag auf die deutsche Energiewirtschaft bezeichnet, dies hätte aber natürlich nur für den Ausstieg unter Rot-Grün Geltung gehabt, da die Unionsparteien viel schneller…“

„… der Boom der regenerativen Energien in Deutschland zwar viele Arbeitsplätze schaffen könnte, wodurch allerdings unzählige gut dotierte, nicht mit produktiver Tätigkeit kontaminierter Stellen in Zeitarbeitsverwaltung, Arbeitsvermittlung und christlichen Gewerkschaften nicht mehr…“

„… Rösler sich zur geplanten Steuersenkung für Besserverdienende gar nicht erst…“

„… sich gerade im bürgerlichen Umfeld zusehends Kräfte fänden, die Umweltschutz und Bewahrung der Schöpfung für eine konservative Idee hielten. Bosbach zeigte sich überaus besorgt und empfahl präventiv, alle Killerspiele zu…“

„… das Dosenpfand zwar nicht ganz so tief in die Stabilität der EU eingegriffen habe wie die aktuelle Finanzkrise, aus Sicht der CSU jedoch ein erheblicher Rückschritt in der Selbstverwirklichung jedes bayerischen Alkoholikers…“

„… sich nicht davon täuschen lassen, dass schon Kinder oft Fahrräder und andere nicht motorisierte Verkehrsmittel benutzten oder, man müsse den Tatsachen nun mal ins Auge sehen, sich außerhalb der Behausungen fußläufig fortbewegten, doch könne auch dieser Trend, aus Deutschland eine Nation von Autohassern zu machen, nur als Einschüchterungsversuch der Veganer und anderer Wehrkraftzersetzer gewertet…“

„… als Recht eines freien Mannes bezeichnet, in einem deutschen Gehölz seine ausgedienten Küchengeräte zu entsorgen, ohne sich an rabiate Grundwasservorschriften halten zu müssen. Friedrich nannte die Grünen in diesem Zusammenhang eine von George Orwells Geist durchseuchte Law-and-Order-Vereinigung, die ohne einen Funken wahrer Barmherzigkeit…“

„… weil die Verteidigungsbereitschaft eines Volkes erst rücksichtsloseste Entschlossenheit zum Ausdruck bringe. Niebel wies darauf hin, dass in der guten, alten Zeit, in der man noch den Rhein zum Klo umfunktioniert und den Wald eingesäuert habe, die Bundeswehr in Treue fest zu…“

„… keine Auswirkungen auf den Strompreis; die Sprecher der Energiekonzerne waren sich darin einig, dass den Umweltschutzverbänden allein anzulasten sein werde, wenn fossile Brennstoffe und Uran irgendwann zur Neige…“

„… durchaus keine Notwendigkeit, dass eine Ökodiktatur überhaupt diktatorische Züge tragen müsse, um sie als solche zu bezeichnen. Röttgen hob hervor, dass beispielsweise auch die Christlich-Demokratische Union weder demokratisch noch…“

„… sei es mehr als bedenklich, dass die Grünen mit ihren politischen Ideen auch noch die Mehrheit der Bevölkerung repräsentiere. Westerwelle lehnte dies entschieden ab und betonte, nur eine von sehr viel mehr als einem Prozent der Wähler getragene Partei dürfe sich als demokratisch legitimierte…“

„… dass Özdemir nach Friedrichs Meinung auch ganz persönlich für die Einführung der Energiesparleuchten im Westen verantwortlich sei; ein abendländisches Kulturgut wie die Glühlampe, die nicht in der islamischen Tradition belegt sei, könne nicht einfach durch einen anatolischen Migranten und sein poststalinistische Bombenwerfertruppe aus der deutschen…“

„… dass gerade der Rückhalt der Grünen in der Bevölkerung ein durchaus bedenkliches Zeichen sei. Kauder meinte, gerade in Nordkorea sei eine so blinde Gefolgschaft zu sehen, die das Land ja auch folgerichtig in eine wirtschaftliche Misere…“

„… es als verlogen bezeichnete, dass nun nicht Fleischverzehr und Flugreisen automatisch mit langjährigen Haftstrafen belegt würden, wie man es von einer kommunistischen Sturmtruppe erwarten könne – Lindner lehnte die Diskussion über die ökologische Umgestaltung schon deshalb ab, weil dadurch Bevölkerungsgruppen zu Wohlstand kämen, deren Bestimmung es doch sei, als Prekariat die Renditen der…“

„… müsse man mit aller Entschiedenheit das linkssozialistische Ungeziefer ausmerzen, das dafür verantwortlich sei, die Erderwärmung zum Thema von Bundestagsdebatten gemacht zu haben. Friedrich sprach sich für eine Reinerhaltung der deutschen Politik und die…“

„… forderte Axel E. Fischer höhere Leitzinsen fürs Energiesparen in der…“

„… nahm die Kanzlerin den Rücktritt des ehemaligen Innenministers sichtlich mit großer Freude zur Kenntnis. Beobachter hatten festgestellt, Merkels Annäherung an die Bündnisgrünen sei nun so weit vorangeschritten, dass klare Konturen sichtbar seien. An der geplanten Ökodiktatur interessiere sie weniger das ökologische Moment als vielmehr die Aussicht auf…“





Stressfest

18 05 2011

„… dass von unübersehbaren Preisanstiegen überhaupt nicht die Rede sein könne, vielmehr sei ein heftiger Preisanstieg durchaus absehbar…“

„… begrüßte Röttgen die rational-fachliche Grundlage, nach der man jetzt entscheiden könne, dass möglicherweise sechs Atommeiler…“

„… zwar rechtswidrig, da man die Verfügungen zur Stilllegung nicht einfach während eines Pressetermins verkünden könne, die Bundesregierung sehe aber darin keinen Grund, das Verfahren zu ändern. Merkel betonte, dass sie auch weiterhin am Parlament vorbei…“

„… nach menschlichem Ermessen nicht durch die übermannshohen Schutzzäune, man müsse also schon die Kernreaktoren überfliegen, aber diese Vorstellung sei abstrus und nicht in der…“

„… die Reaktoren nie die Stufe 3, nirgends die Stufe 2 und nicht durchgängig die Sicherheitsstufe 1 erreichen – Röttgen wertete das vollständige Scheitern der deutschen Kernkraftanlagen als einen großen Erfolg, da nun erstmals ein wissenschaftlich und technisch einwandfreies Ergebnis vorliegen, das man komplett ignorieren könne, um die…“

„… aus Sicherheitsgründen den Preisanstieg in einer einzigen Stufe zu vollziehen und bereits jetzt 20 Euro pro Kilowattstunde vom Endkunden zu verlangen, um die Zukunft zu sichern, zumindest die der Vorstände der Energieunternehmen und ihrer…“

„… eine Verstaatlichung der Atomkraftwerke glatt ablehnte. Verluste sowie externe Kosten sozialisieren zu wollen sei der typische Ausweg der Ökostalinisten, die vor nichts zurückschrecken – Schäuble befand, man könne ausschließlich bei Banken, die gegen das Gesetz verstoßen hätten, eine Ausnahme…“

„… begrüßte Röttgen die rational-fachliche Grundlage, nach der man jetzt entscheiden könne, dass möglicherweise fünf Atommeiler…“

„… sind die Erkenntnisse des Stresstests zwar nicht neu und wenig überraschend, man könne jedoch bereits jetzt nach dieser Stresstest-Methode verfahren, um den Stuttgarter Bahnhofsneubau doch noch in eine erfolgreiche…“

„… erwogen, eine Nettokreditaufnahme von 56 Trillionen Euro zuzulassen, um eine Haftpflicht für die Atomkraftwerke nicht zu Lasten des Steuerzahlers…“

„… gab der Bundesverband der deutschen Atomkraftwerksbetreiber zu bedenken, dass es sich beim Ausgangsmaterial für Brennstäbe um natürlich produziertes Uran aus der Erde handelte (ohne Konservierungsstoffe), bei den Flügeln von Windrädern jedoch um Stahl, der mit extrem hohem Energieaufwand…“

„… nannte Bundesinnenminister Friedrich die Fragen der Reporterin unverschämt, sich nach dem Absturz von Sportflugzeugen auf Atomkraftwerke zu erkundigen. Man wisse aus absolut sicherer Quelle, dass Terroristen noch nie zuvor mit Sportflugzeugen in die…“

„… die Entschädigung von 700.000 Euro pro Tag gerechterweise auch nach dem Atomausstieg an die Kraftwerksbetreiber zu zahlen, da diese dann ja keine Chance mehr hätten, weiterhin ein leistungsloses Einkommen zu…“

„… könne ein Überflugverbot islamistischer Meteoriten noch als keine…“

„… dass ein Stresstest das komplette und systematische Versagen eines nur aus Ideologie, Heißluft und entfesselter Geldgier nachweise, die Ergebnisse der Untersuchung allerdings komplett ignoriert würden, so dass die Atomkonzerne mit ihrer Tätigkeit vollkommen ungehindert fortfahren könnten. Rösler zeigte sich sehr interessiert daran, auch die FDP einer solchen Beurteilung zu…“

„… verteidigte Röttgen die Untersuchung, da sie die umfassenden Mängel sehr differenziert aufzeigten. So würde jetzt eine riesige Menge an Chancen sichtbar, beispielsweise die Chance, dass ein wegen seiner antiquierten Notstromversorgung durchbratender Altreaktor wie Biblis A nie durch einen Tsunami beschädigt…“

„… versicherte Ramsauer, über die sichersten Atomkraftwerke der Welt flögen ausschließlich die sichersten Flugzeuge der Welt, so dass von einer Gefahrenlage zu keiner Zeit…“

„… die Kühlsysteme in Fukushima nicht erst nach dem Tsunami ausgefallen seien, was die Kanzlerin als ein sehr wichtiges Moment werte. Da es in Deutschland gar keine Tsunamis geben könne, weil der Pazifik ja viel zu weit entfernt sei, wäre ein Ausfall der Kühlung auch ausgeschlossen und…“

„… begrüßte Röttgen die rational-fachliche Grundlage, nach der man jetzt entscheiden könne, dass möglicherweise vier Atommeiler…“

„… gab Ex-Minister Brüderle zu, dass angesichts der nächsten Bundestagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational…“

„… die Bewertungskriterien bei der zur Verfügung stehenden Zeit nicht auf Basis wissenschaftlicher Grenzbetrachtung generiert, sondern im Wesentlichen nur postuliert werden konnten, ändere die Bundesregierung ihren Zugang zum Glücksspielstaatsvertrag grundlegend, da sie nun selbst die Lottozahlen vorhersagen…“

„… sei ein Zeichen von christlicher Barmherzigkeit und mitfühlendem Liberalismus, dass man die Reaktoren nicht nach objektiven Maßstäben beurteile. Technischen Vollschrott, der sich nicht einmal mehr nachrüsten ließe, ohne Auflagen durch die Prüfung zu lassen, sei vielmehr ein Akt von sozialer Gesinnung, die man nur…“

„… den Privatversicherern, die Summe für den Haftpflichtschutz aus öffentlichen Geldern aufzubringen; die Nachversicherung übersteige den Bundeshaushalt zwar um ein Mehrfaches, sei aber mit einem Schattenhaushalt noch…“

„… noch keine Aussagen über den Stresstest zu machen oder generell über die Gefahren von Atomreaktoren. Man wolle lieber erst das Ende der Kernschmelze in den Reaktoren 2 und 3 abwarten, um die Ergebnisse zu…“

„… sich Rösler, dass ein atomarer Super-GAU in Deutschland gigantisches Wirtschaftswachstum nach sich zöge, da der Wiederaufbau mehrere Jahrhunderte lang die leistungsbereiten…“

„… immerhin noch viel sicherer als Windkraft, sagte der Vorstandssprecher. Noch nie sei ein fliegendes Atomkraftwerk mit einem Vogelschwarm bei einer Kollision…“

„… auf entschiedenen Widerstand bei Friedrich, da Terroristen in Deutschland Weihnachtsmärkte und Flughäfen, niemals aber so gefährliche Objekte wie Kernkraftwerke angreifen würden. Dies sei viel zu gefährlich bei einem Selbstmordattentat, befand der CSU-Minister, ein Aufprall mit dem Flugzug auf ein AKW berge erhebliche Risiken für die durchführenden Personen und sei auch aus versicherungstechnischer Sicht nicht mehr…“

„… kündigte an, die Studie zur Gefährlichkeit des Rauchens nicht mehr von Zigarettenherstellern finanzieren zu lassen. Aus Gründen der Objektivität sei es vielmehr notwendig, diese die Untersuchung gleich selbst durchführen zu…“

„… dass sich nicht der Sachverhalt geändert habe, sondern nur seine Sicht auf den Sachverhalt; Röttgen gab an, ihm sei die Sicherheit deutscher Atommeiler nicht mehr so egal wie vor wenigen Monaten, sie sei ihm inzwischen derart scheißegal, dass es schon…“

„… da eine sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle technisch nicht machbar sei, und schlug vor, die Stromproduktion aus Atomkraft daher ohne Frist wieder zu erlauben, da nur dann…“





Zicke, zacke

4 04 2011

„Moment, ich muss mal eben nachfragen. – Und? Kollegen, wie ist es? Hatten wir… ach so, ja. Gut. – Hallo, hören Sie? Seit kurz nach zehn ist die Frau Bundeskanzlerin doch wieder für Solarstrom. Bis so ungefähr um und bei zwölf, danach ist das alles wieder Merkulatur. Also falsch. Passé. Sie müssen halt wissen, was Sie wo investieren, weil es ja dann irgendwann – Planungssicherheit? Bester Herr, die hätten wir auch gerne!

Wenn Sie mich so fragen: ich weiß es nicht. Wir sind seit Tagen völlig aufgeschmissen. Jetzt klagt schon der erste Energiekonzern, weil sie sich nicht rechtzeitig widersprochen hat. Oder sie hat, und das war dann wieder der Ausstieg vom Widerspruch. Oder umgekehrt, wer kann das schon wissen. Derzeit hält die politische Großwetterlage hier kaum sechs Stunden lang an. Ganz schwierig. Es ging beim letzten, Entschuldigung: vorletzten Schwenk um die gemeinsame Verantwortung, das hatte ich noch behalten. Nein, keine Ahnung. Vermutlich irgendwas mit Opel, aber vielleicht war das auch schon länger her. Man verliert da schnell den Überblick.

Natürlich ist sie gerade gegen den Euro, das heißt, sie ist schon für den Euro, aber gegen die Griechen, also schon für die Griechen, aber gegen eine Umschuldung, genauer gesagt will sie die Umschuldung am besten jetzt sofort, weil sie die nämlich gar nicht will, denn sie ist ja gegen die Griechen, damit sie nicht gegen den Euro sein muss. Es ist, wenn Ihnen das vielleicht aufgefallen sein sollte, etwas kompliziert. Die Frau Bundeskanzlerin hat extra noch einmal betont, dass in der sozialen Marktwirtschaft die Banken eine dienende Funktion haben. Das muss sie gesagt haben, kurz bevor sie den nächsten Rettungsschirm aus Steuermitteln angeregt hat. Oder kurz danach. Keine Ahnung. Es ist normalerweise nicht die Aufgabe des Staates, notleidenden Banken unter die Arme zu greifen. Doch, das hat sie gesagt! Allerdings hat sie auch gesagt, dass man hier von einem Normalfall gar nicht reden kann, dass es keine notleidenden Banken geben kann, weil die alle viel zu groß sind, wegen der Systemrelevanz für die Finanzkrise, und dass es in den Alpen gar keine Tsunamis gäbe. Glauben Sie nicht? Natürlich gibt es keine Tsunamis in den Alpen. Fragen Sie den Ackermann, der muss es wissen. Und den Rest auch.

Immerhin, sie hat es gut gemeint. Das ist doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Sie handelt schnell, sie handelt konsequent, sie handelt erfolgreich. Also jetzt nicht direkt erfolgreich, eher so, dass es sich nur so katastrophal entwickelt, wie man es nicht hätte vorhersehen müssen, wenn man es hätte vorhersehen können. Wegen des Dingsda mit Restrisiko. Sie müssen wissen, die Frau Bundeskanzlerin hat ja keinerlei Erfahrung in politischen Führungsaufgaben; vorher hatte sie ihre Minister, die haben die Politik gemacht, und sie war für die Hosenanzüge zuständig. Die Lage der Situation ist jetzt so, dass ihre Erkenntnisse neue Erkenntnisse gewonnen haben, wenn Sie verstehen.

Atom? War da mal was? Können Sie das präzisieren? Ich würde mich nicht festlegen wollen, was das seit heute Vormittag passiert ist. Röttgen ist für irgendwelche Tests, laut Stundenplan müsste sie dann dagegen sein. War das durchgesickert? Nein, sie hält sich nicht immer an die Tagesordnung. Die Zacke zickt, nein: die Zacke, die Zicke zackt. Zickzack. Zicke, zacke, Hühnerkacke. Und auf jeden Fall wird nach dem Moratorium entschieden, wie wir auf die Klage der Atomkraftwerksbetreiber reagieren, die ohne Moratorium… Kollegen, was war jetzt? Doch keine Abschaltung, weil jetzt klar ist, dass wir die gar nicht vom Netz nehmen können wegen der Versorgungslücke? Das ist dann die Gefahr, die das Moratorium rechtfertigt, und damit nehmen wir die hinterher vom Netz? Kann mir gerade mal jemand erklären, was hier gespielt wird? Es fehlt nicht viel, und wir erfahren aus der Zeitung, dass die Regierung Schwarz-Grün ist!

Das Drama ist ja, dass die politischen Entscheidungsträger nicht mehr an die Frau Bundeskanzlerin herankommen. Ich meine, das ist jetzt alles so willkürlich, man spürt nicht mehr die ordnende Hand, es gibt keinen Konsens, die große Linie fehlt, man weiß nicht, wie es bis zum Ende der Legislatur noch weitergehen – Schäuble? Friedrich? Wieso de Maizière? Hören Sie doch mal hin, es geht um die Entscheider. Die, die Deutschland politisch gestalten. Ich rede hier vom BDI, von den Großbanken und Waffenexporteuren!

Bedaure, aber das geht jetzt zu weit. Ich kann Ihnen nicht verbindlich zusagen, dass die Frau Bundeskanzlerin eventuell einen neuen Herbst der Entscheidungen anleiert, um Stuttgart 21 zu torpedieren, wenn der Volksentscheid doch für den Bahnhof ausfallen sollte. Sie hat vor ein paar Tagen vehement den Baustopp verteidigt (weil sie ihn im Eifer des Gefechts mit dem Elterngeld-Moratorium verwechselt hat, aber sagen Sie das jetzt bitte nicht weiter!), aber das hieße jetzt eher, dass wir sofort nach dem Moratorium und wenn der Volksentscheid tatsächlich mal vorliegt, mit dem Bau beginnen. Obwohl, die Wasserwerfer sind ja schon bestellt. Da müsste sie doch eher Bildungsinvestitionen ablehnen.

Manchmal kann man den Eindruck haben, die Frau Bundeskanzlerin spielt mit uns Stresstest: viel Lärm, aber es wird nur ausprobiert, was im Ernstfall sowieso egal ist.“





Nach Augenmaß

28 03 2011

„Da dürfen Sie mich nicht fragen. Haben Sie eine Bedienungsanleitung? Eben. Ich auch nicht. Alles, was ich weiß, ist, dass man die nicht einfach so abschalten kann. Das Modell ist zu alt, da kriegen Sie ja nicht einmal mehr vernünftige Ersatzteile. Und wenn da mal ein Kleinteil einfach so rausfliegt oder eine ganze Baugruppe ausfällt – ich bin ja auch für den Ausstieg, je schneller, desto besser, aber ich fürchte, wir werden Merkel kontrolliert runterfahren müssen. Einfach ausknipsen lässt sich die Alte jedenfalls nicht.

Schrittweise, haben sie gesagt. Erst Hamburg, jetzt Stuttgart, und irgendwann Deutschland. Aber mit dieser Kanzlerin kriegen Sie das nicht mehr hin, das sieht doch ein Blinder! Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg, oder ist das jetzt schon Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg? Haben Sie da noch Ausblick? Durchblick, meine ich? Ich auch nicht. Hat keiner. Alles ein Chaos. Gut, jetzt sind wenigstens die Reaktoren Mappus und Gönner vom Netz. Dieses verstrahlte Geraffel, hat das überhaupt noch eine Betriebsgenehmigung? Wer entsorgt den Abfall von diesen Klötzen? Und werden die auch irgendwo sicher endgelagert? Oder kommen die zu Guttenberg in die Wiederaufbereitungsanlage? Das muss man doch wissen!

Stresstest hat sie das genannt, die Merkel. Das leuchtet mir nicht ein. Sie macht nur einen Stresstest mit der CDU. Dabei ist ihr der Wähler dazwischengeraten. Ach, dieser Stresstest ist bloß Papierkram? Na, das passt ja. Für die CDU findet die Verfassung ja auch nur auf dem Papier statt.

Die Kühlsysteme, das ist der Schwachpunkt. Wulff, von Beust, Koch, alle havariert – ein paar haben sogar freiwillig den Geist aufgegeben, soweit man bei denen von Geist sprechen kann. Aber dann gucken Sie mal, was Sie da an Ersatzteilen geliefert bekommen! Ahlhaus, das ist ja als Nachbau noch erträglich, aber Bouffier? Den Hongkongschrott baut sich doch kein normaler Mensch ein!

Klar, jetzt merkt man erst, was das DDR-Erbe von der Merkel alles ausmacht. Sie hat ja vor allem Abwickeln gelernt. Also gehen wir mal davon aus, dass die CDU ordnungsgemäß um die Ecke kommt.

Sie meinen, Merkel sei ein Schneller Brüter? Das verstehe ich jetzt nicht. Weil sie ständig Zeugs von sich gibt, das die Bevölkerung spaltet? Herbst der Entscheidungen, Jahr des Vertrauens und solche Sachen? Ach deshalb. Ja, kann man unterschreiben: dass sie mehr Müll produziert, als für die ganze CDU ausreicht. Und Westerwelle? Druckwasser-Überreaktor, typischer Fehlbau. Der Mann macht doch nichts als heiße Luft. So viel kontaminierte Abwärme kriegen Sie sonst nur um die Ohren geblasen, wenn Sie Homburger und Brüderle als Reihenschaltung betreiben. Aus der thermischen Energie kriegen Sie locker eine Resthirnschmelze hin. Leichtwasserreaktor? Westerwelle? Meinten Sie jetzt, den kriegt so ein Leichtmatrose eher geregelt? Da muss ich Sie leider enttäuschen, der kriegt gar nichts hin.

Jedenfalls nicht nach Augenmaß. Doch, das hat sie immer wieder betont: Augenmaß. Leider hat sie uns nicht verraten, ob wir ihren Knick in der Optik berücksichtigen müssen. Heißt denn Augenmaß jetzt, dass wir sie vom Netz nehmen und ausglühen lassen bis 2013? Oder gleich Neuwahlen und dann ab in die Asse mit diesem Verdampferkonzentrat? Oder in den Weltraum? Ich würde das gut finden. Und die ganzen CDU-Landesverbände, wenn man denen sagen würde, wir schießen die Merkel zum Mond – Sie, die würden ihr letztes Hemd hergeben, wenn sie dafür eine deutsche Rakete bauen dürften! Aber das wird nicht passieren, da bin ich mir sicher. Ganz sicher. Denn so sicher ist auch sicher, dass die Sicherheit von Mondraketen nicht sicher genug ist, da können Sie noch so viele Ethikkommissionen einsetzen, die herausfinden sollen, was sie denn nun eigentlich herausfinden sollen. Am Ende geht so eine Rakete beim Start in die Luft, der radioaktive Mist explodiert, und dann haben wir das Zeug auch wirklich überall. Und das geht doch nun wirklich nicht – ich meine, es reicht doch, wenn die Merkel in Deutschland die Atmosphäre vergiftet.

Es wird vermutlich hier so laufen wie in Japan: die Leute, die sich haben verstrahlen lassen, sind am Ende selbst daran schuld und brauchen sich gar nicht erst irgendwelchen Hoffnungen hingeben. Das neoliberale Prinzip halt, alle Tellerwäscher, die es nicht bis zum Millionär geschafft haben, müssen zur Strafe seine Steuern mitbezahlen. Sozialsystem, Bildung, innere Sicherheit, die Kernschmelze hat längst stattgefunden, aber die Quatschköpfe stehen immer noch in der Landschaft und verkünden, dass sie alles unter Kontrolle haben – bis irgendein Brüderle versehentlich das Gegenteil herausfindet. Es steigt ja auch keiner mehr durch in diesen Bedienungsanleitungen. Da steht zum Beispiel, das, was Kohl gesagt hat, sei Illoyalität. Immer, wenn jemand die Wahrheit sagt, dann ist das Illoyalität. Verstehen Sie das? Ich auch nicht. Aber vielleicht hat ja Orwell die Betriebsanleitung geschrieben.

Keine Ahnung, wer die Liquidatoren auf dem Wasserwerfer sein werden. Kauder vielleicht, de Maizière, von der Leyen, Röttgen. Wenn sie sich zum Schluss ganz sicher sind, dass da keiner mehr lebend rauskommt, dann werden sie Pofalla auch noch in die Strahlen schicken. Denn das ist doch das eigentliche Dilemma der CDU: alle wünschen sie sich heimlich, dass die Merkel der Schlag trifft, aber alle wissen sie auch, dass dann auch nichts mehr kommt. Und das ist, im Gegensatz zu den deutschen Kernkraftwerken, todsicher.“





Par Ordre de Mutti

27 03 2011

Sie denkt, es ginge sehr diskret
und ziert sich nicht dabei,
wie sie das Grundgesetz verdreht –
was stört, ist ihr Geschrei.
Als wüsste keiner, wie verkracht
der Laden stolpert.
    Mutti macht.

Wenn auch ihr Traumgebilde platzt,
es stört sie nicht. Sie kennt
die Wirklichkeit nicht mehr. Sie schwatzt
vorbei am Parlament.
Justitia grollt. Germania weint.
Die Nachhut torkelt.
    Mutti meint.

Man hat mit ihr kein Mitleid mehr.
Wer’s kann, steht auf und flieht
und lässt den Hut des Bettlers leer,
eh sie es sich versieht.
Wie sich zum Schluss Fortuna neigt –
na, weg mit Schaden!
    Mutti schweigt.

Der Vorhang fällt. Es ist soweit.
Und niemand ist entsetzt.
Beliebtheit aus Beliebigkeit?
Sie hat sich überschätzt.
Wenn ihr die letzte Glocke schellt,
seht ohne Mitleid:
    Mutti fällt.





Das Beben der Anderen

21 03 2011

„Sie kommen auf Empfehlung?“ „Uns blieb nichts mehr übrig.“ „Na, jetzt werfen Sie mal die Flinte nicht gleich ins Korn, junger Freund. Wir haben schon ganz andere Kühe vom Eis geholt.“ „Aber bedenken Sie, es ist diesmal die CDU.“ „Eben, Sie müssten doch langsam an den Zustand gewöhnt sein. Ihre Partei hat mal wieder einen Störfall.“

„Meinen Sie denn, da ist noch was zu machen?“ „Wie gesagt, nur die Ruhe. Die Erfahrung zeigt, ein bissel was geht immer. Wenigstens nicht total in Verzweiflung versinken.“ „Und das können Sie? Sind Sie so gut?“ „Lieber Freund, wir sind das erste Haus am Platz. Dass Spinat viel Eisen enthält, dass Mülltrennung ökologisch sinnvoll ist, dass Guido Westerwelle den aufrechten Gang beherrscht – alles unsere Arbeit. Wir beherrschen unser Handwerk. Uns glaubt man alles.“ „Und wie machen Sie das?“ „Wir arrangieren Ihr Image neu. Dazu ist es…“ „Vergessen Sie’s. Das hat sich bei der CDU gerade in seine Einzelteile zerlegt.“ „Umso besser. Dann können wir ja auch die Vergangenheit etwas flexibler modellieren.“ „Natürlich. Es ist eine Frage der Argumentationsmuster.“ „Der – was?“ „Eine Frage der Argumentation. Des Blickwinkels. Entweder die Türken nehmen uns die Arbeitsplätze weg und heiraten unsere Frauen, oder die Islamskis schmarotzen sich in die soziale Hängematte und bringen mit ihren muselmanischen Weibern lauter Kopftuchmädchen auf die Welt. Wir beweisen Ihnen alles, was Sie brauchen. Sie müssen uns nur sagen, was rauskommt, den Grund liefern wir.“

„Das Problem ist, dass wir unsere bisherigen Äußerungen über Atomenergie nicht mehr unter Kontrolle bekommen. Die Leute haben den Eindruck, wir würden mit der Fliegenklatsche einen Flächenbrand beseitigen wollen.“ „Sehr gut, dann empfehle ich Reframing. Wir deuten die Sache mal ins Positive um. Zunächst hat die rot-grüne Bundesregierung sich viel zu sehr gegen den scheinbaren Widerstand der CDU gewehrt.“ „Wieso scheinbar? Wir haben diesen linken Spinnern…“ „Unterbrechen Sie mich gefälligst nicht. Wir haben Widerstand geleistet. In Wahrheit wollten wir durch unsere fanatische Unterstützung von Windenergie und Solarstrom ja dem politischen Gegner in die Hände spielen.“ „Aber wir haben doch gar nicht…“ „Meine Güte, Sie sind mir vielleicht begriffsstutzig! Sie haben eine grüne Agenda gefahren, aber so versteckt, dass sie jetzt der Opposition den Wind aus den Segeln nehmen können, kapiert?“ „Das nimmt uns doch keine Sau mehr ab, das geht nun wirklich nicht mehr.“ „Meine Güte, versuchen Sie’s doch wenigstens! Hinterher können Sie immer noch sagen, dass die Opposition schuld ist an dem ganzen Dilemma.“ „Und wenn wir mitmachen, was sagen wir dann über die anderen Ausfälle unserer Klimakanzlerin?“ „Sie wollten den Atommüll im Biosprit verklappen, um Greenpeace in einen Bürgerkrieg zu treiben, der dann ein für allemal nachhaltige Umweltmaßnahmen durchsetzt.“ „Und das ist realistisch?“ „Im Vergleich zu dem, was Sie der Öffentlichkeit jetzt erzählen: allemal.“

„Bisher hat sich die Kanzlerin aufs Atomgesetz berufen und eine Abschaltung wegen einer akuten Gefahr beschlossen. Kann man das hinbiegen?“ „Sie müsste jetzt natürlich einmal ausblenden, dass die Gefährdung vorher gar nicht bestanden hat, und zum zweiten nachweisen, dass die Gefahr, die daher jetzt besteht, nicht durch die SPD bekämpft wurde.“ „Wie sollte die SPD denn eine Gefahr bekämpfen? Und womit?“ „Was weiß denn ich? Möglicherweise schieben sie Kurt Beck zwischen die Brennstäbe.“ „Müssten wir nicht jetzt besser so argumentieren, dass alle, die die atomare Gefahr in Deutschland kleinreden, im Grunde genommen schon immer für Kernenergie waren, weil sie davor gewarnt haben?“ „Das ist zu kompliziert.“ „Wollen wir’s nicht lieber so darstellen, dass man über die Risiken der AKW nicht mehr reden darf, weil das gegenüber Japanern nicht…“ „Das ist die Guttenberg-Masche mit den toten Soldaten. Nicht dran rühren, seien Sie lieber froh, dass Sie den Strahlemann so schnell in die Endablagerung gekriegt haben.“

„Und was müssten wir sonst noch so ändern, um wieder in die Siegerspur zu kommen?“ „Alles. Also wenigstens mal ein bissel rhetorisch aufräumen mit dem ganzen prähistorischen Zeugs. Alternativlos, rechtsfrei…“ „Aber das Internet ist…“ „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Der Luftraum über Libyen. Oder der Stuttgarter Schlossgarten. Das sind rechtsfreie Räume.“ „Das wird jetzt eng.“ „Wir haben da eh kaum Spielraum. Würde es Ihnen notfalls reichen, wenn wir kommunizieren, dass Mappus nicht wegen des Bahnhofs und seiner Wasserwerferorgie, sondern wegen des EnBW-Deals nicht gewählt wird?“ „Was soll das bringen?“ „Dann sagen sich die Leute, er ist halt ein korruptes Schwein, aus dem kann in der CDU noch etwas werden. Man muss auch mal nachhaltig denken.“ „Und wenn wir das Wahlvolk mit ein paar eher versöhnlichen Botschaften ruhigstellen?“ „Sie könnten beispielsweise Seehofer sagen lassen, dass die Muslime auch irgendwie Menschen…“ „Haben Sie noch alle Tassen im Schrank!?“ „Naja, war auch nur ein Beispiel.“ „Und was machen wir dann?“ „Dann haben Sie immer noch die Chance auf die Fundamentalopposition und können in der nächsten Legislaturperiode kritisieren, dass die anderen Parteien enorme Kosten werden aufwenden müssen, um die Folgen Ihres unfähigen Getues zu kurieren.“ „Und das klappt?“ „Ich würde mich nicht darauf verlassen. Am besten wäre immer noch ein Ausstieg mit Augenmaß?“ „Aus der Kernkraft?`“ „Nein, von Merkel. Aus der Regierung.“





Zurück in die Zukunft

17 03 2011

„Wahlkampfbüro Merkel, was darf ich für Sie – schreien Sie doch nicht so! Ja, ich bin nicht taub. Was haben Sie? Die Sicherheitsmängel? Wo sind denn bitte Sicherheitsmängel? Kernkraftwerke sind doch sicher, die werden nur überprüft wegen – bitte nicht so schreien! Das tut in den Ohren weh!

Das ist momentan eine schwierige Situation für uns hier in der Wahlkampfzentrale. Wir müssen ja mehrere Krisenbrennstäbe vor der Kernschmelze bewahren, aber am wichtigsten ist uns natürlich der Kollege Mappus. Schon wegen der Verfassung – in der er sich jetzt befindet. Das geht nicht ganz ohne Reibereien ab, aber wir sind krisensicher. Also fast so krisensicher wie die Kernkraftwerke, die jetzt nicht mehr sicher sind, weil sie… wo war ich? Genau, werden wir das vorübergehend, ich betone: vorübergehend aussitzen, natürlich gemeinsam, und dann werden wir ja sehen. Wir würden es jetzt ja gerne auf die SPD schieben, aber irgendwie klappt das nicht. Die sind für Hartz IV und Mindestlöhne verantwortlich, aber nicht für Plattentektonik. Hoffentlich kriegen wir da noch etwas hin.

Hallo, Wahlkampfbüro… Ja, Sie sind richtig verbunden. Was darf ich Ihnen – Lügenpack? Wieso Lügen? Natürlich haben wir die sichersten Kernkraftwerke der Welt, die sind schon immer ganz sicher gewesen. Deshalb haben wir jetzt ja auch eine ganz neue Situation, die wir neu bewerten müssen, und wenn wir dann feststellen, dass wir in einer – hallo? Wir müssen nun ehrlich diskutieren, ob es… sind Sie noch… Ja klar, wir haben immer schon ehrlich diskutiert, aber jetzt ist es eben so, dass wir uns ganz sicher sind, und da diskutieren wir eben besonders ehrlich, dass wir die sichersten Kernkraftwerke – hallo? Hallo? Auch schon wieder aufgelegt. Man kann mit den Menschen einfach keinen Dialog mehr führen. Ich meine, die rufen doch uns an, nicht ich wir sie – da können die sich doch ruhig mal auf ein vernünftiges Gespräch mit uns einlassen? Das kriegen wir doch sonst nie gut rüber, dass es jetzt ganz wichtig ist, die CDU als Garant von Kontinuität und Stabilität zu – Grün? Schwarz-Grün? Mit diesen Ökoterroristen? Nie!

Das ist nicht nur die Lage – das ist auch diese neue Situation! Und die neuen Erkenntnisse erst! Glauben Sie nicht? Wir können jetzt sogar Dagegen-Partei! Und wir sind noch viel dagegener als die Grünen – damit schafft es Mappus!

Das liegt daran, dass wir das alte Handbuch benutzt haben. Da stand drin: es gibt keine Krise, und die anderen haben sie verursacht, also sollen sie sie gefälligst auch lösen. Wenn wir jetzt noch den Guttenberg hätten – der würde vielleicht Lammert dafür feuern, und dann wäre alles wieder gut, ja? Das muss man dem Bürger in dieser neuen Lage aber auch mal richtig transparent erklären, dass es jetzt auf jede Stimme ankommt. Vorausgesetzt, dass die Bürger nicht immer nachfragen, wenn sie etwas nicht verstehen. Oder wenn sie Dinge verstehen, die sie eigentlich gar nicht… Hallo? Wahlkampfbüro Merkel? Sie haben bei sich auch eine neue Lage bemerkt? Schieflage, sagen Sie? Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Sie haben in den Nachrichten gesehen, dass wir bei einer Abschaltung von sieben AKW riskieren, dass alle Lichter ausgehen? Das war natürlich bis vorgestern auch so, aber da hatten wir noch nicht die Versorgungssicherheit, die wir jetzt durch die Abschaltung – veralbern? Ich Sie veralbern? Das würde ich mich nie trauen!

Diese Kommunikationsprobleme, wissen Sie, es ist schon nicht leicht, das innerhalb der Partei zu klären. Der Kauder hat nicht mitgekriegt, dass Merkel jetzt einen neuen Kurs vorgibt. Als Russenhure hat er sie beschimpft, als Kommunistin, als Terroristenschlampe – ihm ist da entfallen, dass sie sich gegen die Energierevolution ausgesprochen hat, als konterrevolutionäre Kraft! Also immer noch Freiheit statt Sozialismus, das verkaufen wir auch der FDP. Die kippt auch in die richtige Richtung. Wir müssen da irgendwie zurück in die Zukunft, aber machen Sie das mal den Leuten klar, dass wir so einen Umschwung gemacht haben. Nach dem Herbst der Entscheidungen kommt der Frühling der Enthüllungen – das hätten die Leute nie für möglich gehalten! Sie hat ja gesagt, sie sei die Kanzlerin, die auf alle Gegebenheiten reagiere – ich glaube fast, das ist der Fehler: mehr als reagieren hat sie nicht drauf. Und ob Reaktor zu Reagieren passt?

Wahlkampfbüro Merkel, wie darf ich Ihnen – ob der Mappus noch alle Tassen im Schrank hat? Das dürfen Sie mich nicht fragen, der wurde als Politiker gekauft, nicht als Ingenieur, und als solcher macht er einen hervorragenden – teuer? Nein, das Übliche. Warum wir sagen, dass wir die Ängste der Menschen jetzt ernst nehmen? Vorher haben wir – hallo? Sind Sie noch dran?

Dass uns diese parteipolitische Diskussion aber auch so aufgezwungen wurde! Das ist von diesem Wahlkampf aber auch unverantwortlich! Wenn die Bundeskanzlerin jetzt sagt, es gebe bei dieser Sicherheitsüberprüfung keine Tabus, dann heißt das doch nicht, dass es vorher, also für die Sicherheit, verstehen Sie, und zwar auch für Stromkonzerne, weil das ja eine gemeinsame Lösung, wenn man sich – also maximale Sicherheit hat Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen, damit das mal klar ist. Die minimale Sicherheit, die ist nicht so wichtig. Die machen wir nebenbei, wenn’s keiner merkt.

Wahlkampfbüro Merkel, was wollen Sie hören? Ach das – ja, ich bekomme auch gerade die Nachricht, dass das Moratorium gar nicht ernst gemeint war. Wir werden die Laufzeitverlängerung um drei Monate aussetzen, aber es ist keine Stilllegung, und es ist kein Moratorium, sondern es ist ein Moratorium, deswegen ist es ja auch kein Moratorium. Verstehen Sie mich? Hallo?

Machen Sie sich keine Sorgen, alles wird gut. Wir halten uns die Augen zu, dann wird alles gut. Sie müssen nur ganz fest daran glauben: Vorwärts nimmer, rückwärts immer!“