Ende Gelände

13 07 2016

„… könne eine Entscheidung für ein Endlager vermutlich nicht in dieser Legislaturperiode getroffen werden, da die Erkundung der Standorte unter geologischen Aspekten viel länger als…“

„… sei das Gestein sämtlicher möglicher Standorte viel zu unsicher, was jedoch von sämtlichen anderen möglichen Standorten als sehr unsichere Aussage…“

„… ein Endlager für die jetzige Menge an Atommüll zwar ausreiche, alle ab jetzt noch anfallenden Materialien nicht mehr berücksichtigt würden, so dass nach der Entscheidung für eine geeignete Endlagerstätte auch der Ausbau der…“

„… weitere dezentrale Lagerstätten theoretisch möglich seien. So sei im Zwischenlager am KKW Gundremmingen Raum für 192 Behälter, von denen jedoch nur 45 Plätze belegt worden seien. Söder habe darauf hingewiesen, dass Bayern zum Betrieb von Kernkraftwerken, nicht aber zu deren…“

„… davon abraten würden, eine als sicher eingestufte Gesteinsschicht durch unterirdische Baumaßnahmen zu…“

„… allerdings so viel wie zwanzig Eurokrisen kosten würde. Dobrindt halte die Einlagerung der Brennstäbe im Marianengraben für eine technisch durchaus…“

„… auch Fracking derart stabile Gesteine erfordere, dass die Endlagerung von Brennstäben gefahrlos in den Mittelgebirgen von…“

„… die Zusage für die Komplettfinanzierung zeitnah geben wolle. Im Gegenzug werde das Land Baden-Württemberg bis zu 95% Prozent des strahlenden Mülls sowie beide AfD-Fraktionen in den…“

„… die Erkundung in Bayern nicht fündig werden könne, da sich der Boden allenfalls für eine Zwischenlagerung von…“

„… habe das Bundesumweltministerium durch Zufall erfahren, dass es weltweit bereits Schäden durch Fracking gebe. Zahlreiche Länder schlössen sich dem Verbot an und seien mit ihren Forderungen nach mehr Kontrolle im…“

„… eine Bürgerinitiative die Frage aufgeworfen habe, ob der Stuttgarter Bahnhof nicht zugleich als geheime Müllkippe für die…“

„… dass das Endlager über eine Rückholoption verfügen müsse. Da sich der bayerische Granit für eine erweiterte Zwischenlagerung eigne, könne man jetzt die…“

„… Planungssicherheit für die gesamte Zeit der Endlagerung geben müsse. Die Kommission sei nicht in der Lage, eine Kostensteigerung innerhalb der veranschlagten…“

„… energisch widersprochen habe. Zwar sei Bayern jederzeit bereit gewesen, ein entsprechendes Gefälligkeitsgutachten zu bezahlen, Seehofer lege jedoch großen Wert darauf, dass sich die sechs Millionen Euro aus seinem privaten…“

„… auch in unterirdischen Bergwerken gelagert werden dürfe. Gabriel sehe keine genügend große Auswahl und fordere daher nochmals, mehr Kohle in die…“

„… habe Sarrazin die Zukunftsperspektive anhand aktuell gefühlter Zahlen interpoliert. So steigere sich die Erdbevölkerung auf 23 Milliarden Personen, von denen allein in Deutschland 89,4 Trillionen Muslime…“

„… und das Rotationsprinzip auch hier zur Anwendung zu bringen wolle. Eine jeweils auf zehn Jahre begrenzte Zwischenlagerung in einem Bundesland mit anschließendem Castor-Transport zum nächsten Standort sei für einen föderalen Umgang mit dem Atommüll der angemessene…“

„… und schließlich auch für den Arbeitsmarkt. Selbstverständlich sei die Wahrscheinlichkeit für neue Kohlefunde in Deutschland sehr gering, Nahles plädiere aber dafür, jeden Asylbewerber mit einem Ein-Euro-Job in der…“

„… zur Chefsache erklärt habe. Um keine öffentlich geäußerte Kritik zu riskieren, habe Merkel den gemeinsamen Ausflug des Kabinetts nach Gorleben erst wenige Minuten vor dem…“

„… es sich bei der Böhmischen Masse um dieselbe Granitformation handele, die allerdings in Sachsen bereits die DDR überstanden habe und dadurch viel robustere…“

„… nur gerüchteweise, dass die SPD Nahles selbst in den probeweise gebohrten Schacht…“

„… fordere die AfD daher, den Prozentsatz der muslimischen Volksanteile stark zu reduzieren, um im Gegenzug den Atommüll in der…“

„… habe Seehofer versichert, dass die in Deutschland ungerecht verteilte geologische Eignung keine Rolle spielen dürfe, da es sich um einen ausschließlich politisch zu entscheidenden…“

„… dass jetzt in Dresden jeden Dienstag Patriotische Europäer gegen Strahlungstransporte einen Abendspaziergang veranstalteten. Die überregional als PEST-Märsche bekannten…“

„… möglichst ein nicht erschlossenes Gelände außerhalb der menschlichen Zivilisation zu nutzen, das weder durch Infrastruktur oder Bodenschätze eine reizvolle Wirkung auf…“

„… die CSU sich einer Teilentsorgung auf bayerischem Grund nicht entziehen wolle. Die Bedingung sei, dass das Endlager in einem von den Grünen regierten Landkreis…“

„… für gut 1,2 Millionen Jahre genutzt werden könne, da sich eine vorherige wirtschaftliche Neuverwendung des Geländes nicht abzeichne. Der Aufsichtsrat habe dem Plan zugestimmt, das Hauptstadtendlager Berlin-Brandenburg Willy Brandt mit Mitteln des Bundes und der…“





Energiewendehals

29 05 2012

„Nein, wir sind uns da ganz sicher. Wir ziehen das durch. Diesmal ziehen wir das aber auch ganz bestimmt durch! Weil die Merkel das nämlich so will. Oder weil sie es nicht will. Dann ziehen wir das nämlich erst recht durch. Wir sind jetzt gerade – also wir sind so gut wie zu allem, oder wenigstens zu den meisten Sachen sind wir doch ein Stück weit ganz entschlossen sind wir. So in etwa. Deshalb wollen wir auch die Energiewende.

Weil wir zur Kontinuität der CDU stehen. Die war schon immer so. So kontinuierlich. Zwar nicht immer durchgängig, auch nicht immer abwärts so wie jetzt, aber es ging immer irgendwie in die eine oder andere Richtung. Und wir haben unseren Partnern in der Wirtschaft immer eins versprochen: Kontinuität. Darum wäre es zu diesem Zeitpunkt in dieser Lage auch völlig verkehrt zu sagen: ja, wir wollen die Energiewende auf jeden Fall.

Das kostet nämlich auch alles. Haben Sie sich schon einmal ausgerechnet, was das alles kostet? Wir auch nicht. Das heißt, wir haben die Wirtschaft gefragt. Also wir haben nicht die Wirtschaft gefragt, aber die hat es uns gesagt. Dass das alles kostet. Und was das alles kostet. Das muss dann nämlich alles die Wirtschaft bezahlen, diese Energiewende. Im Gegensatz zu vorher – da war alles umgekehrt. Da gab’s keine Energiewende, und deshalb hätte das der Bürger bezahlt. Verstehen Sie das? Ich auch nicht. Und deshalb wollen wir die Energiewende.

Wir haben nicht rechtzeitig daran gedacht, die Stromnetze auszubauen. Die ganze Regierung hat geschlafen, das ist das Problem. Wir hatten halt gedacht, die Merkel hätte eine genügend lange Leitung. Sie hat jetzt ja beschlossen, dass die CDU das nicht beschließt, was sie mal zu beschließen beschlossen hatte. Und zum Ausgleich haben wir auch nicht beschlossen, dass wir noch irgendwas beschließen müssen wollen werden. Hätten wir das nämlich nicht jetzt beschlossen, dann hätten wir das mit den Stromnetzen nicht beschließen müssen, beziehungsweise man hätte jetzt beschlossen, es irgendwann mal zu beschließen. Das ist ganz und gar nicht beschlussfähig, und wir wollen darum eigentlich die Energiewende auch gar nicht.

Und schwebt da ein zweistufiges Modell vor – nein, das hat nichts mit Brückentechnologie zu tun. Auch nicht mit mehr Kohlekraftwerken. Stufe 1 wäre, dass wir herausfinden, worum es eigentlich geht. Das ist schon kompliziert genug. Der Röttgen hat es bis zum Schluss nicht herausgefunden, sein Nachfolger sucht noch nach einer Entschuldigung. Stufe 2 wäre dann der Grund, warum es, worum es geht, jetzt noch nicht oder doch nicht geht. Das ist die neue Flexibilität. Also diese neue Flexiquote, da entscheidet die Kanzlerin entweder, dass wir’s nicht machen, weil sie es kapiert hat, oder sie hat’s nicht verstanden, aber dann macht es die CDU. Dann ist sie nicht schuld. Oder die Merkel hat überhaupt keinen Plan, dann machen wir es natürlich alle zusammen. Wie zum Beispiel die Energiewende.

Ist natürlich auch nicht so ganz einfach. Die Merkel an sich, und dann auch noch die Probleme. Die, die wir ohne die Merkel nicht hätten. Und wegen der Energiewende. Und ohne sie. Weil jetzt nämlich immer mehr Solarstrom kommt, auch wenn wir den gar nicht wollten. Der Rösler hatte versprochen, ganz viele Arbeitsplätze aufzubauen – hat er ja dann auch gehalten, allerdings in China. Und die Merkel kriegt jetzt so einen – wegen der Energiewende nämlich. Energiewendehals. Nein, ist sie nicht! kriegt sie! Da kündigt man einmal etwas an und sagt, dass wir das auch ganz bestimmt, und möglicherweise nicht in dieser Legislaturperiode, und wahrscheinlich hält sie sogar ihr Versprechen – das ist doch unlauterer Wettbewerb! Das geht doch nicht! Ich meine, was soll da denn auf Dauer noch alles passieren? Wir müssen da sofort einschreiten, am wenigsten brauchen wir jetzt die Energiewende!

Weil wir nämlich eine konservative Partei sind. Wussten Sie wahrscheinlich. Deshalb haben wir uns auch entschlossen, Werte zu erhalten. Zum Beispiel die Zahlungen an die Energiekonzerne zum Erhalt der Stromnetze. Das geht schon seit 70 Jahren so, das kann nicht verkehrt sein, und es kostet ja auch nichts. Gut, es kostet den Verbraucher etwas, aber nicht uns. Und was nichts kostet, das ist ja auch nichts wert, und deshalb will die Merkel das auch erhalten. Verstehen Sie, das ist wie mit der GEMA. Sie zahlen Gebühren auf Festplatten, weil man da Sachen speichern könnte, und dann werden Sie verklagt, wenn Sie tatsächlich Sachen speichern, und das Geld, um Sie zu verklagen, das bezahlen Sie, indem Sie auf die Festplatten eine Gebühr – Sie haben das Prinzip verstanden? Ja, ist ja auch total logisch. Das gibt Rechtssicherheit, auch für die Zukunft. Darum brauchen wir ja auch unbedingt die Energiewende.

Wir haben nämlich die Zeichen der Zeit verstanden. Doch, haben wir. Ob die Merkel – nein, weiß ich gerade nicht. Aber wir haben das. Wegen der Arbeitsplätze und so. Wir setzen dabei ganz auf Bürgerbeteiligung. Und Transparenz. Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich an einer gemeinsamen Lösung auch beteiligen können wollen. Wie bei den Autofabriken. Da haben wir auch keine Arbeitsplätze gerettet, weil die Bürger in den Vorstandsetagen das ja auch selbst hätten machen können. Wir beteiligen die Bürger. Die können jetzt auch mal schön selbst zur Tankstelle fahren, da halten wir uns raus. Also aus den Kosten. Das ist nicht unser Problem. Weil, wir sind ja nicht verantwortlich für die Bürger. Deshalb ist ja diese Energiewende auch vollkommen überflüssig.

Ach ja, bevor ich’s vergesse: nächste Woche kommen die Eurobonds dran.“





Stressfest

18 05 2011

„… dass von unübersehbaren Preisanstiegen überhaupt nicht die Rede sein könne, vielmehr sei ein heftiger Preisanstieg durchaus absehbar…“

„… begrüßte Röttgen die rational-fachliche Grundlage, nach der man jetzt entscheiden könne, dass möglicherweise sechs Atommeiler…“

„… zwar rechtswidrig, da man die Verfügungen zur Stilllegung nicht einfach während eines Pressetermins verkünden könne, die Bundesregierung sehe aber darin keinen Grund, das Verfahren zu ändern. Merkel betonte, dass sie auch weiterhin am Parlament vorbei…“

„… nach menschlichem Ermessen nicht durch die übermannshohen Schutzzäune, man müsse also schon die Kernreaktoren überfliegen, aber diese Vorstellung sei abstrus und nicht in der…“

„… die Reaktoren nie die Stufe 3, nirgends die Stufe 2 und nicht durchgängig die Sicherheitsstufe 1 erreichen – Röttgen wertete das vollständige Scheitern der deutschen Kernkraftanlagen als einen großen Erfolg, da nun erstmals ein wissenschaftlich und technisch einwandfreies Ergebnis vorliegen, das man komplett ignorieren könne, um die…“

„… aus Sicherheitsgründen den Preisanstieg in einer einzigen Stufe zu vollziehen und bereits jetzt 20 Euro pro Kilowattstunde vom Endkunden zu verlangen, um die Zukunft zu sichern, zumindest die der Vorstände der Energieunternehmen und ihrer…“

„… eine Verstaatlichung der Atomkraftwerke glatt ablehnte. Verluste sowie externe Kosten sozialisieren zu wollen sei der typische Ausweg der Ökostalinisten, die vor nichts zurückschrecken – Schäuble befand, man könne ausschließlich bei Banken, die gegen das Gesetz verstoßen hätten, eine Ausnahme…“

„… begrüßte Röttgen die rational-fachliche Grundlage, nach der man jetzt entscheiden könne, dass möglicherweise fünf Atommeiler…“

„… sind die Erkenntnisse des Stresstests zwar nicht neu und wenig überraschend, man könne jedoch bereits jetzt nach dieser Stresstest-Methode verfahren, um den Stuttgarter Bahnhofsneubau doch noch in eine erfolgreiche…“

„… erwogen, eine Nettokreditaufnahme von 56 Trillionen Euro zuzulassen, um eine Haftpflicht für die Atomkraftwerke nicht zu Lasten des Steuerzahlers…“

„… gab der Bundesverband der deutschen Atomkraftwerksbetreiber zu bedenken, dass es sich beim Ausgangsmaterial für Brennstäbe um natürlich produziertes Uran aus der Erde handelte (ohne Konservierungsstoffe), bei den Flügeln von Windrädern jedoch um Stahl, der mit extrem hohem Energieaufwand…“

„… nannte Bundesinnenminister Friedrich die Fragen der Reporterin unverschämt, sich nach dem Absturz von Sportflugzeugen auf Atomkraftwerke zu erkundigen. Man wisse aus absolut sicherer Quelle, dass Terroristen noch nie zuvor mit Sportflugzeugen in die…“

„… die Entschädigung von 700.000 Euro pro Tag gerechterweise auch nach dem Atomausstieg an die Kraftwerksbetreiber zu zahlen, da diese dann ja keine Chance mehr hätten, weiterhin ein leistungsloses Einkommen zu…“

„… könne ein Überflugverbot islamistischer Meteoriten noch als keine…“

„… dass ein Stresstest das komplette und systematische Versagen eines nur aus Ideologie, Heißluft und entfesselter Geldgier nachweise, die Ergebnisse der Untersuchung allerdings komplett ignoriert würden, so dass die Atomkonzerne mit ihrer Tätigkeit vollkommen ungehindert fortfahren könnten. Rösler zeigte sich sehr interessiert daran, auch die FDP einer solchen Beurteilung zu…“

„… verteidigte Röttgen die Untersuchung, da sie die umfassenden Mängel sehr differenziert aufzeigten. So würde jetzt eine riesige Menge an Chancen sichtbar, beispielsweise die Chance, dass ein wegen seiner antiquierten Notstromversorgung durchbratender Altreaktor wie Biblis A nie durch einen Tsunami beschädigt…“

„… versicherte Ramsauer, über die sichersten Atomkraftwerke der Welt flögen ausschließlich die sichersten Flugzeuge der Welt, so dass von einer Gefahrenlage zu keiner Zeit…“

„… die Kühlsysteme in Fukushima nicht erst nach dem Tsunami ausgefallen seien, was die Kanzlerin als ein sehr wichtiges Moment werte. Da es in Deutschland gar keine Tsunamis geben könne, weil der Pazifik ja viel zu weit entfernt sei, wäre ein Ausfall der Kühlung auch ausgeschlossen und…“

„… begrüßte Röttgen die rational-fachliche Grundlage, nach der man jetzt entscheiden könne, dass möglicherweise vier Atommeiler…“

„… gab Ex-Minister Brüderle zu, dass angesichts der nächsten Bundestagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational…“

„… die Bewertungskriterien bei der zur Verfügung stehenden Zeit nicht auf Basis wissenschaftlicher Grenzbetrachtung generiert, sondern im Wesentlichen nur postuliert werden konnten, ändere die Bundesregierung ihren Zugang zum Glücksspielstaatsvertrag grundlegend, da sie nun selbst die Lottozahlen vorhersagen…“

„… sei ein Zeichen von christlicher Barmherzigkeit und mitfühlendem Liberalismus, dass man die Reaktoren nicht nach objektiven Maßstäben beurteile. Technischen Vollschrott, der sich nicht einmal mehr nachrüsten ließe, ohne Auflagen durch die Prüfung zu lassen, sei vielmehr ein Akt von sozialer Gesinnung, die man nur…“

„… den Privatversicherern, die Summe für den Haftpflichtschutz aus öffentlichen Geldern aufzubringen; die Nachversicherung übersteige den Bundeshaushalt zwar um ein Mehrfaches, sei aber mit einem Schattenhaushalt noch…“

„… noch keine Aussagen über den Stresstest zu machen oder generell über die Gefahren von Atomreaktoren. Man wolle lieber erst das Ende der Kernschmelze in den Reaktoren 2 und 3 abwarten, um die Ergebnisse zu…“

„… sich Rösler, dass ein atomarer Super-GAU in Deutschland gigantisches Wirtschaftswachstum nach sich zöge, da der Wiederaufbau mehrere Jahrhunderte lang die leistungsbereiten…“

„… immerhin noch viel sicherer als Windkraft, sagte der Vorstandssprecher. Noch nie sei ein fliegendes Atomkraftwerk mit einem Vogelschwarm bei einer Kollision…“

„… auf entschiedenen Widerstand bei Friedrich, da Terroristen in Deutschland Weihnachtsmärkte und Flughäfen, niemals aber so gefährliche Objekte wie Kernkraftwerke angreifen würden. Dies sei viel zu gefährlich bei einem Selbstmordattentat, befand der CSU-Minister, ein Aufprall mit dem Flugzug auf ein AKW berge erhebliche Risiken für die durchführenden Personen und sei auch aus versicherungstechnischer Sicht nicht mehr…“

„… kündigte an, die Studie zur Gefährlichkeit des Rauchens nicht mehr von Zigarettenherstellern finanzieren zu lassen. Aus Gründen der Objektivität sei es vielmehr notwendig, diese die Untersuchung gleich selbst durchführen zu…“

„… dass sich nicht der Sachverhalt geändert habe, sondern nur seine Sicht auf den Sachverhalt; Röttgen gab an, ihm sei die Sicherheit deutscher Atommeiler nicht mehr so egal wie vor wenigen Monaten, sie sei ihm inzwischen derart scheißegal, dass es schon…“

„… da eine sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle technisch nicht machbar sei, und schlug vor, die Stromproduktion aus Atomkraft daher ohne Frist wieder zu erlauben, da nur dann…“





Nach Augenmaß

28 03 2011

„Da dürfen Sie mich nicht fragen. Haben Sie eine Bedienungsanleitung? Eben. Ich auch nicht. Alles, was ich weiß, ist, dass man die nicht einfach so abschalten kann. Das Modell ist zu alt, da kriegen Sie ja nicht einmal mehr vernünftige Ersatzteile. Und wenn da mal ein Kleinteil einfach so rausfliegt oder eine ganze Baugruppe ausfällt – ich bin ja auch für den Ausstieg, je schneller, desto besser, aber ich fürchte, wir werden Merkel kontrolliert runterfahren müssen. Einfach ausknipsen lässt sich die Alte jedenfalls nicht.

Schrittweise, haben sie gesagt. Erst Hamburg, jetzt Stuttgart, und irgendwann Deutschland. Aber mit dieser Kanzlerin kriegen Sie das nicht mehr hin, das sieht doch ein Blinder! Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg, oder ist das jetzt schon Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg? Haben Sie da noch Ausblick? Durchblick, meine ich? Ich auch nicht. Hat keiner. Alles ein Chaos. Gut, jetzt sind wenigstens die Reaktoren Mappus und Gönner vom Netz. Dieses verstrahlte Geraffel, hat das überhaupt noch eine Betriebsgenehmigung? Wer entsorgt den Abfall von diesen Klötzen? Und werden die auch irgendwo sicher endgelagert? Oder kommen die zu Guttenberg in die Wiederaufbereitungsanlage? Das muss man doch wissen!

Stresstest hat sie das genannt, die Merkel. Das leuchtet mir nicht ein. Sie macht nur einen Stresstest mit der CDU. Dabei ist ihr der Wähler dazwischengeraten. Ach, dieser Stresstest ist bloß Papierkram? Na, das passt ja. Für die CDU findet die Verfassung ja auch nur auf dem Papier statt.

Die Kühlsysteme, das ist der Schwachpunkt. Wulff, von Beust, Koch, alle havariert – ein paar haben sogar freiwillig den Geist aufgegeben, soweit man bei denen von Geist sprechen kann. Aber dann gucken Sie mal, was Sie da an Ersatzteilen geliefert bekommen! Ahlhaus, das ist ja als Nachbau noch erträglich, aber Bouffier? Den Hongkongschrott baut sich doch kein normaler Mensch ein!

Klar, jetzt merkt man erst, was das DDR-Erbe von der Merkel alles ausmacht. Sie hat ja vor allem Abwickeln gelernt. Also gehen wir mal davon aus, dass die CDU ordnungsgemäß um die Ecke kommt.

Sie meinen, Merkel sei ein Schneller Brüter? Das verstehe ich jetzt nicht. Weil sie ständig Zeugs von sich gibt, das die Bevölkerung spaltet? Herbst der Entscheidungen, Jahr des Vertrauens und solche Sachen? Ach deshalb. Ja, kann man unterschreiben: dass sie mehr Müll produziert, als für die ganze CDU ausreicht. Und Westerwelle? Druckwasser-Überreaktor, typischer Fehlbau. Der Mann macht doch nichts als heiße Luft. So viel kontaminierte Abwärme kriegen Sie sonst nur um die Ohren geblasen, wenn Sie Homburger und Brüderle als Reihenschaltung betreiben. Aus der thermischen Energie kriegen Sie locker eine Resthirnschmelze hin. Leichtwasserreaktor? Westerwelle? Meinten Sie jetzt, den kriegt so ein Leichtmatrose eher geregelt? Da muss ich Sie leider enttäuschen, der kriegt gar nichts hin.

Jedenfalls nicht nach Augenmaß. Doch, das hat sie immer wieder betont: Augenmaß. Leider hat sie uns nicht verraten, ob wir ihren Knick in der Optik berücksichtigen müssen. Heißt denn Augenmaß jetzt, dass wir sie vom Netz nehmen und ausglühen lassen bis 2013? Oder gleich Neuwahlen und dann ab in die Asse mit diesem Verdampferkonzentrat? Oder in den Weltraum? Ich würde das gut finden. Und die ganzen CDU-Landesverbände, wenn man denen sagen würde, wir schießen die Merkel zum Mond – Sie, die würden ihr letztes Hemd hergeben, wenn sie dafür eine deutsche Rakete bauen dürften! Aber das wird nicht passieren, da bin ich mir sicher. Ganz sicher. Denn so sicher ist auch sicher, dass die Sicherheit von Mondraketen nicht sicher genug ist, da können Sie noch so viele Ethikkommissionen einsetzen, die herausfinden sollen, was sie denn nun eigentlich herausfinden sollen. Am Ende geht so eine Rakete beim Start in die Luft, der radioaktive Mist explodiert, und dann haben wir das Zeug auch wirklich überall. Und das geht doch nun wirklich nicht – ich meine, es reicht doch, wenn die Merkel in Deutschland die Atmosphäre vergiftet.

Es wird vermutlich hier so laufen wie in Japan: die Leute, die sich haben verstrahlen lassen, sind am Ende selbst daran schuld und brauchen sich gar nicht erst irgendwelchen Hoffnungen hingeben. Das neoliberale Prinzip halt, alle Tellerwäscher, die es nicht bis zum Millionär geschafft haben, müssen zur Strafe seine Steuern mitbezahlen. Sozialsystem, Bildung, innere Sicherheit, die Kernschmelze hat längst stattgefunden, aber die Quatschköpfe stehen immer noch in der Landschaft und verkünden, dass sie alles unter Kontrolle haben – bis irgendein Brüderle versehentlich das Gegenteil herausfindet. Es steigt ja auch keiner mehr durch in diesen Bedienungsanleitungen. Da steht zum Beispiel, das, was Kohl gesagt hat, sei Illoyalität. Immer, wenn jemand die Wahrheit sagt, dann ist das Illoyalität. Verstehen Sie das? Ich auch nicht. Aber vielleicht hat ja Orwell die Betriebsanleitung geschrieben.

Keine Ahnung, wer die Liquidatoren auf dem Wasserwerfer sein werden. Kauder vielleicht, de Maizière, von der Leyen, Röttgen. Wenn sie sich zum Schluss ganz sicher sind, dass da keiner mehr lebend rauskommt, dann werden sie Pofalla auch noch in die Strahlen schicken. Denn das ist doch das eigentliche Dilemma der CDU: alle wünschen sie sich heimlich, dass die Merkel der Schlag trifft, aber alle wissen sie auch, dass dann auch nichts mehr kommt. Und das ist, im Gegensatz zu den deutschen Kernkraftwerken, todsicher.“





Zurück in die Zukunft

17 03 2011

„Wahlkampfbüro Merkel, was darf ich für Sie – schreien Sie doch nicht so! Ja, ich bin nicht taub. Was haben Sie? Die Sicherheitsmängel? Wo sind denn bitte Sicherheitsmängel? Kernkraftwerke sind doch sicher, die werden nur überprüft wegen – bitte nicht so schreien! Das tut in den Ohren weh!

Das ist momentan eine schwierige Situation für uns hier in der Wahlkampfzentrale. Wir müssen ja mehrere Krisenbrennstäbe vor der Kernschmelze bewahren, aber am wichtigsten ist uns natürlich der Kollege Mappus. Schon wegen der Verfassung – in der er sich jetzt befindet. Das geht nicht ganz ohne Reibereien ab, aber wir sind krisensicher. Also fast so krisensicher wie die Kernkraftwerke, die jetzt nicht mehr sicher sind, weil sie… wo war ich? Genau, werden wir das vorübergehend, ich betone: vorübergehend aussitzen, natürlich gemeinsam, und dann werden wir ja sehen. Wir würden es jetzt ja gerne auf die SPD schieben, aber irgendwie klappt das nicht. Die sind für Hartz IV und Mindestlöhne verantwortlich, aber nicht für Plattentektonik. Hoffentlich kriegen wir da noch etwas hin.

Hallo, Wahlkampfbüro… Ja, Sie sind richtig verbunden. Was darf ich Ihnen – Lügenpack? Wieso Lügen? Natürlich haben wir die sichersten Kernkraftwerke der Welt, die sind schon immer ganz sicher gewesen. Deshalb haben wir jetzt ja auch eine ganz neue Situation, die wir neu bewerten müssen, und wenn wir dann feststellen, dass wir in einer – hallo? Wir müssen nun ehrlich diskutieren, ob es… sind Sie noch… Ja klar, wir haben immer schon ehrlich diskutiert, aber jetzt ist es eben so, dass wir uns ganz sicher sind, und da diskutieren wir eben besonders ehrlich, dass wir die sichersten Kernkraftwerke – hallo? Hallo? Auch schon wieder aufgelegt. Man kann mit den Menschen einfach keinen Dialog mehr führen. Ich meine, die rufen doch uns an, nicht ich wir sie – da können die sich doch ruhig mal auf ein vernünftiges Gespräch mit uns einlassen? Das kriegen wir doch sonst nie gut rüber, dass es jetzt ganz wichtig ist, die CDU als Garant von Kontinuität und Stabilität zu – Grün? Schwarz-Grün? Mit diesen Ökoterroristen? Nie!

Das ist nicht nur die Lage – das ist auch diese neue Situation! Und die neuen Erkenntnisse erst! Glauben Sie nicht? Wir können jetzt sogar Dagegen-Partei! Und wir sind noch viel dagegener als die Grünen – damit schafft es Mappus!

Das liegt daran, dass wir das alte Handbuch benutzt haben. Da stand drin: es gibt keine Krise, und die anderen haben sie verursacht, also sollen sie sie gefälligst auch lösen. Wenn wir jetzt noch den Guttenberg hätten – der würde vielleicht Lammert dafür feuern, und dann wäre alles wieder gut, ja? Das muss man dem Bürger in dieser neuen Lage aber auch mal richtig transparent erklären, dass es jetzt auf jede Stimme ankommt. Vorausgesetzt, dass die Bürger nicht immer nachfragen, wenn sie etwas nicht verstehen. Oder wenn sie Dinge verstehen, die sie eigentlich gar nicht… Hallo? Wahlkampfbüro Merkel? Sie haben bei sich auch eine neue Lage bemerkt? Schieflage, sagen Sie? Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Sie haben in den Nachrichten gesehen, dass wir bei einer Abschaltung von sieben AKW riskieren, dass alle Lichter ausgehen? Das war natürlich bis vorgestern auch so, aber da hatten wir noch nicht die Versorgungssicherheit, die wir jetzt durch die Abschaltung – veralbern? Ich Sie veralbern? Das würde ich mich nie trauen!

Diese Kommunikationsprobleme, wissen Sie, es ist schon nicht leicht, das innerhalb der Partei zu klären. Der Kauder hat nicht mitgekriegt, dass Merkel jetzt einen neuen Kurs vorgibt. Als Russenhure hat er sie beschimpft, als Kommunistin, als Terroristenschlampe – ihm ist da entfallen, dass sie sich gegen die Energierevolution ausgesprochen hat, als konterrevolutionäre Kraft! Also immer noch Freiheit statt Sozialismus, das verkaufen wir auch der FDP. Die kippt auch in die richtige Richtung. Wir müssen da irgendwie zurück in die Zukunft, aber machen Sie das mal den Leuten klar, dass wir so einen Umschwung gemacht haben. Nach dem Herbst der Entscheidungen kommt der Frühling der Enthüllungen – das hätten die Leute nie für möglich gehalten! Sie hat ja gesagt, sie sei die Kanzlerin, die auf alle Gegebenheiten reagiere – ich glaube fast, das ist der Fehler: mehr als reagieren hat sie nicht drauf. Und ob Reaktor zu Reagieren passt?

Wahlkampfbüro Merkel, wie darf ich Ihnen – ob der Mappus noch alle Tassen im Schrank hat? Das dürfen Sie mich nicht fragen, der wurde als Politiker gekauft, nicht als Ingenieur, und als solcher macht er einen hervorragenden – teuer? Nein, das Übliche. Warum wir sagen, dass wir die Ängste der Menschen jetzt ernst nehmen? Vorher haben wir – hallo? Sind Sie noch dran?

Dass uns diese parteipolitische Diskussion aber auch so aufgezwungen wurde! Das ist von diesem Wahlkampf aber auch unverantwortlich! Wenn die Bundeskanzlerin jetzt sagt, es gebe bei dieser Sicherheitsüberprüfung keine Tabus, dann heißt das doch nicht, dass es vorher, also für die Sicherheit, verstehen Sie, und zwar auch für Stromkonzerne, weil das ja eine gemeinsame Lösung, wenn man sich – also maximale Sicherheit hat Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen, damit das mal klar ist. Die minimale Sicherheit, die ist nicht so wichtig. Die machen wir nebenbei, wenn’s keiner merkt.

Wahlkampfbüro Merkel, was wollen Sie hören? Ach das – ja, ich bekomme auch gerade die Nachricht, dass das Moratorium gar nicht ernst gemeint war. Wir werden die Laufzeitverlängerung um drei Monate aussetzen, aber es ist keine Stilllegung, und es ist kein Moratorium, sondern es ist ein Moratorium, deswegen ist es ja auch kein Moratorium. Verstehen Sie mich? Hallo?

Machen Sie sich keine Sorgen, alles wird gut. Wir halten uns die Augen zu, dann wird alles gut. Sie müssen nur ganz fest daran glauben: Vorwärts nimmer, rückwärts immer!“





Im Land der untergehenden Sonne

14 03 2011

„Schrecklich, wenn man das alles gewusst hätte!“ „Wollen Sie mir ernsthaft verkaufen, Sie seien sich nicht im Klaren darüber, was hier alles droht?“ „Aber das konnte doch keiner vorhersehen – der Mensch ist nun mal in seiner Einsichtsfähigkeit viel zu beschränkt, das zu begreifen.“ „Ja, das wollen sie einem dann immer verkaufen, wenn sie nicht mehr weiterkommen mit ihrem Gewäsch. Alles bloß billige Sonntagsrhetorik, aber das hilft uns auch nicht mehr weiter. Jetzt muss man handeln. Wenn das überhaupt noch geht.“ „Was wollen Sie denn machen? Fukushima ist doch kein Spielplatz, das ist eine gigantische Katastrophe!“ „Wer redet von Japan? Ich rede von Deutschland!“

„Sie meinen doch wohl nicht etwa, man könne die japanischen Verhältnisse auf Deutschland übertragen?“ „Warum nicht? Glauben Sie, nur die japanischen Energiekonzerne arbeiten schlampig? Dank unserer Kanzlerinnendarstellerin wissen wir doch jetzt auch, dass unsere asiatischen Freunde zwar ein hoch technisiertes Land sind wie wir, aber dass in hoch technisierten Ländern die Reaktoren in die Luft fliegen, dass gibt’s natürlich nur in Japan.“ „Sie können ein Erdbebengebiet wie den Pazifik nicht mit Europa vergleichen.“ „Weshalb hat dann die Kanzlerin noch einen weiteren Sicherheitscheck angeordnet, dessen Ergebnisse im Ministerium längst vorliegen? Alles ist sicher, aber man weiß nie, ob sicher ist sicher auch sicher ist – also wird alles noch einmal überprüft, ob es auch so sicher ist, dass man es gar nicht hätte überprüfen müssen.“ „Doppelt hält eben besser.“ „Das wussten sicher auch die Kernkraftwerksbetreiber, die sich ihre angeblichen Nachrüstungen zwar vom Steuerzahler erstatten lassen, aber aus technischen Gründen noch mit den Sicherheitsmaßnahmen warten.“

„Vertrauen Sie doch erst einmal darauf, dass die Politik die richtigen Schlüsse zieht. Die wissen schon, was da zu tun ist.“ „Deshalb hat man die Vergrößerung von Flutbehältern oder die redundanten Sicherheitssysteme auf die lange Bank geschoben.“ „Warum hat man das denn so lange verzögert?“ „Weil die Reaktoren im wahrsten Sinne des Wortes Auslaufmodelle sind, die Sie heute nie mehr durch den TÜV bekämen. Sie lassen auch nicht Ihr Auto frisch lackieren und fahren es danach gleich in die Schrottpresse.“ „Und wozu braucht man größere Flutbehälter?“ „Um das zu verhindern, was in Fukushima als technisch unmöglich beschrieben wurde.“ „Sicher wäre es das ohne Erdbeben sogar gewesen.“ „Alles, was technisch unmöglich ist, wird als technisch unmöglich bezeichnet, weil es höchstens einmal in einer Million Jahre zu passieren hat. Wann war noch mal Tschernobyl?“

„Aber Tschernobyl war doch auch etwas völlig anderes. Die Sowjets hatten kaum geeignete Mittel, um sichere Reaktoren zu bauen, und sie konnten auch die Katastrophe nicht in den Griff kriegen.“ „Wenn das ein Argument für die sicheren Reaktoren in Japan sein sollte, dann habe ich es nicht verstanden.“ „Wir haben doch hier in Deutschland eine total andere Gefahrenlage.“ „Das stimmt, seit Schäuble kräht jeder Innenminister nach der Vorratsdatenspeicherung, um Flugzeugabstürze auf Atomkraftwerke zu verhindern.“ „Ich dachte, die seien sowieso verboten?“ „Warum lässt Röttgen die weitere Vorsorge gegen derartige Risiken, der sich längst im Atomgesetz befand, eigens streichen? Weil Schutz vor Nuklearkatastrophen Geld kostet, das man den Betreibern lieber schenkt.“ „Sie meinen, er habe das Volk heimlich hinters Licht geführt?“ „Heimlich? Nein.“ „Wie soll denn die deutsche Politik reagieren? Wir können ja schlecht innerhalb einer Stunde die Kernkraftwerke herunterfahren. Dazu besteht meines Wissens auch kein Anlass, oder erwarten Sie einen Tsunami in der Mosel?“ „Mit etwas Überblick wüssten Sie, dass die Kernschmelze nicht durch ein Beben ausgelöst wurde, sondern durch den Ausfall mehrerer Kühlsysteme. Und jetzt überlegen Sie sich, warum Röttgen es den Energiekonzernen leichterdings erlaubt hat, gesetzliche Sicherheitsvorkehrungen einfach zu umgehen, wenn sie zu viel kosten.“

„Es spricht also alles dafür, dass die Regierung die Atomkraft in Deutschland nicht im Griff hat.“ „Es spricht einiges dafür, dass diese Regierung nichts mehr im Griff hat. Diese Krückentechnologie ist nur ein Anlass, die eigene Unfähigkeit zu zeigen. Hauptsache, sie klammern sich an die Macht.“ „Halten Sie es für Realitätsverlust?“ „Nein, für planmäßige Vernebelungstaktik, mit etwas Schadensbegrenzungsrhetorik politische Handlungsfähigkeit vorzutäuschen, weil ein paar Landtagswahlen ins Haus stehen.“ „Warum müssen Sie auch gleich eine Grundsatzdebatte vom Zaun brechen!“ „Wenn nicht jetzt, wann dann? Wenn nichts passiert, ist Atomkraft sicher und sauber und preiswert, eine Diskussion findet nicht statt. Wenn aber tatsächlich ein Zwischenfall kommt, plärrt die Atomlobby unisono: ‚Die haben ja bloß darauf gewartet!‘ Ich möchte es einmal erleben, dass bei Sozial- oder Einwanderungspolitik diese Blase nicht bei jeder Boulevard-Schlagzeile sofort eine Generalabrechnung mit dem Grundgesetz fordert. Im Übrigen halte ich es schon nicht für blanken Zynismus, wenn diese Partei jegliche Kritik am Verfassungsbruch als plumpes Wahlkampfmanöver bezeichnet. Das ist neokonservativer Konsens, dass man die Interessen der Wirtschaft auch da verteidigt, wo man selbst dafür büßt.“

„Vielleicht sollten Sie sich erst einmal abregen und nicht bei jeder Politikeräußerung in die Luft gehen.“ „Auf welche soll ich warten? Auf das offene Eingeständnis, dass diese korrupte Truppe sich von einer Umfrage zur nächsten eine Laufzeitverlängerung erschwindelt, während Deutschland für ihre Ideologie zum Land der untergehenden Sonne wird? Wollen wir aus Sicherheitsgründen darauf warten, bis sie die Verfassung in der Asse beerdigen?“ „Röttgen hat doch…“ „Röttgen reicht der Kanzlerin längst nicht mehr aus, sie muss unbedingt noch ihren eigenen Super-GAU produzieren. Nach menschlichem Ermessen, sagt sie, liegen wir also in Gottes Hand? Im Iran würde man einen Kernphysiker nach derlei für unzurechnungsfähig erklären.“ „Wenn Sie eine Debatte über Reaktorsicherheit führen wollen, dann ist es jedenfalls nicht legitim, dafür auf dem Rücken der Opfer…“ „Haben Sie Anstand und Moral auf Lager? Das hat bei Guttenbergs vorgeschobenen Soldaten auch bestens funktioniert. Warum sollten Westerwelle und Röttgen weniger Opportunismus an den Tag legen? Einen Haufen, der aus Angst vor den Lobbyisten panisch seine Sprechblasensammlung neu sortiert, statt überhaupt den Regierungsgeschäften nachzugehen.“ „Sie haben es doch selbst gesagt, Merkel will jetzt die Kernkraftwerke noch einmal prüfen lassen.“ „Sie glauben wohl auch an den Weihnachtsmann, wenn man’s Ihnen nur dreimal sagt. Merkel tut gar nichts und lässt auch nichts tun. Sie lässt höchstens in den nächsten drei Tagen prüfen, ob sie sich einen atomaren Gutti erlauben kann – allerdings hat sie den auch zu lange laufen lassen vor der finalen Abschaltung.“ „Und das reicht Ihnen für eine Wahlkampfinszenierung? Sie unterschätzen die baden-württembergischen Wähler.“ „Eine Regierung mag beunruhigt sein, wenn sich die Bürger selbstständig zu informieren wissen, aber sie bekommt panische Angst, wenn sich die Menschen untereinander austauschen – und sie reagiert mit Brutalität, sobald sie den ersten Verein gründen. Das vor allem haben die Bürger in Baden-Württemberg gelernt, und sie wissen eine Kanzlerin richtig einzuschätzen, die nur aus Opportunismus in die Politik gegangen, weil sie es aus ihrer bis heute bevorzugten Staatsform nicht anders kannte: wenn man an der Macht ist, kommt man an Bananen.“





Strahlende Sieger

7 09 2010

„Pardon, aber habe ich da etwas nicht mitgekriegt? Wovon sprechen die eigentlich? Riesenerfolg? Wo ist da der Riesenerfolg?“ „Wer hat das gesagt?“ „Klaus Breil, dieser energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion.“ „Wenn man derart mit Lobbyismus kontaminiert ist, hält man die Erfolge seiner Geldgeber eben schon für die eigenen. So ist das eben mit dem Atomkompromiss.“ „Und wieso eigentlich Kompromiss? Kompromiss ist, wenn beide Seiten etwas davon haben.“ „Stimmt ja. Die Atomindustrie sackt Milliarden ein und die FDP freut sich demnächst auf Wahlkampfspenden.“

„Großer Wurf für Deutschland – pah!“ „Leider an der Tonne vorbei.“ „Das stinkt doch gewaltig! Da hocken sich diese Nulpen mit dem Merkel an einen Tisch und knobeln aus, wie sie der Industrie noch mehr Kohle in den Hintern schieben können…“ „Nein, falsch. Sie haben vergessen, dass die Atomkraftwerksbetreiber mit am Tisch saßen.“ „Das ist doch grotesk – die dürfen sich jetzt also ihre Gesetze selbst machen?“ „War das bei den Banken anders? Nein, Sie verstehen das falsch. Das ist Merkels Form von Basisdemokratie: das Volk darf sich an der Entscheidungsfindung beteiligen und im Gegenzug vertrauen, dass die Kanzlerin alles tut, um den Willen des Volkes durchzusetzen. Wie in der DDR.“

„Wozu brauchen wir denn diesen Quark? Das soll ein Förderprogramm für erneuerbare Energien sein?“ „Klar. Schauen Sie sich doch das marode Gezumpel an, das die Stromkonzerne da am Netz haben. Da ist so eine Abwrackprämie doch echt angesagt, oder?“ „Beschiss ist das! Reiner Beschiss, wenn Sie mich fragen!“ „Es fragt Sie aber keiner. Die Regierung tut das doch alles nur, um Sie vor Ihrer eigenen kurzsichtigen Meinung zu schützen. Deutschland braucht Atomenergie.“ „Das haben wir ja gesehen. Sechs Atomkraftwerke vom Netz, aber die Lichter gehen nicht aus. Wir exportieren immer noch fleißig Strom. Und die regionalen Versorger werden verschaukelt, weil man ihnen die Zuschüsse für erneuerbare Energien erst verspricht und dann, wenn sie benötigt werden, einfach verweigert. Das nenne ich Beschiss!“ „Ich bitte Sie, diese Regierung hat doch alles getan, was sie im Koalitionsvertrag angekündigt hat. Und sogar noch mehr.“ „Was, noch mehr?“ „Das Bakschisch für die Hotelpagen hatten Sie schon vergessen?“

„Das ist doch alles ein Wahnsinn, was das alles den Steuerzahler kosten wird.“ „Seien Sie froh, dass Sie es nicht mehr erleben. Die Milliarden, die Sie für die Endlagerung brauchen, werden vielleicht Ihre Urenkel zahlen. Und da kommen sie noch gut weg – was meinen Sie, was das bis jetzt schon für ein Schweinegeld gekostet hat.“ „Was war denn daran so teuer?“ „Na, rechnen Sie doch mal nach: die PR-Kampagne mit Oliver Bierhoff, gekaufte Gutachten, Schmiergelder für die Politiker, die Ausfälle, die nach der Brennelementesteuer kommen werden, weil die Verbraucher die Zeche werden zahlen müssen – und dann sollten Sie auch mitrechnen, was das ganze Verfahren an Prozessen und anderen Auseinandersetzungen hinterher kosten wird. So schnell ist das nicht vom Tisch.“ „Wenn man unseren strahlenden Siegern Glauben schenken darf…“ „Wann kann man das schon.“ „… dann ist das eine kinderleichte Sache. Wird einfach so durch den Bundestag gewunken, wenn mal nichts Großes auf der Tagesordnung steht.“ „Blödsinn. Das Gesetz wurde 2002 mit Zustimmung des Bundesrates beschlossen, deshalb wird der Mist auch jetzt durch die Länderkammer und dann direkt in den Vermittlungsausschuss gehen.“ „Das muss Merkel doch aber wissen.“ „Reden Sie im Zusammenhang mit der nicht von Wissen, die ist Physikerin. Die weiß bloß, wie man eine Regierung im Kern spaltet. Und hinterher das Volk.“

„Jetzt mal ehrlich: wissen die denn da oben überhaupt, was die machen? Warum redet dieser Brüderle die ganze Zeit von einem substanziellen Beitrag zum Ausbau von Ökoenergie? Und woher sollen denn bitte seine 30 Milliarden Euro kommen, wenn die Steuer nach allen Abschreibungen mit Ach und Krach mal zehn Prozent davon bringen wird?“ „Dann werden sie am Ende den Ausstieg eben nochmals verschieben, um die erforderliche Summe zusammenzukratzen.“ „Und dann wollen die jetzt Geld in die Sicherheit der Atomkraftwerke investieren. In die Sicherheit! Jetzt! Verdammt, worüber haben wir die letzten 40 Jahre geredet?“

„Sie müssten doch bereits seit 2005 einige Dinge über Merkel gelernt haben: sie ist für die Scheiße, die sie macht, nie selbst verantwortlich. Und immer, wenn irgendjemand auf ihre Weisung diesen Dreck breittritt, kann sie ihn als Abkanzlerin in der Versenkung verschwinden lassen. Die Berater haben ihr auseinandergesetzt, längere Laufzeiten sind Bockmist, Umweltbundesamt, Energieagentur, Umwelt-Sachverständigenrat, alle haben es kapiert. Auch die wissenschaftlichen Gutachter haben das gesagt, mit einem kleinen Schönheitsfehler: diese Gurkentruppe will gar nicht wissen, wie man mit Brüderles Zahlengegaukel die Klimaziele erreicht oder sogar den Aufschwung am Arbeitsmarkt damit hinbekäme. Sie halten sich lieber die Augen zu, dann ist der böse Mann weg.“ „Die Klimakanzlerin macht also aus Gründen neoliberaler Klientelpolitik ihr komplettes Image als Umweltretterin kaputt und verkauft sich für ein paar Milliarden, die sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemals kassiert?“ „Ja. So würde ich das formulieren.“ „Und warum bitte? Warum?“ „Merkel will eben zeigen, dass Westerwelle nicht der einzige Versager in dieser Regierung ist.“





Fliegen

23 08 2010

„Und dann einmal Atomausstiegsausstieg, kommt noch was dazu? Kartöffelchen?“ „Was ist denn in Sie gefahren? Das kenne ich ja gar nicht!“ „So ähnlich wird das wohl geklungen haben, nicht wahr?“ „Das mit dem offenen Brief? Was haben die sich dabei bloß gedacht? Ich meine, das macht man doch nicht. So öffentlich.“ „Wäre es Ihnen lieber, wenn die Atommafia der Kanzlerin ein paar Herren im schwarzen Anzug vorbeischickte?“

„Fest steht jedenfalls, dass hier eine ganze Menge an Wirtschaftselite versammelt ist.“ „Sie meinen, die Lobbyisten fordern öffentlich die Regierung auf, über die Klinge zu springen.“ „Es sind immerhin die, die die deutsche Wirtschaft lenken.“ „Wie Oliver Bierhoff, meinen Sie?“ „Sie müssen wissen, dass sein Vater Vorstandsmitglied bei RWE war.“ „Na, das erklärt ja schon mal seine Kompetenz für Energiekosten und Volkswirtschaft. Sonst noch jemand, den Sie empfehlen können?“ „Auf der Karte wäre da noch Otto Schily.“ „Der ja mit Wirtschaft auch nicht viel am Hut hat, mit der Regierung erst recht nicht.“ „Rüdiger Grube.“ „Der demonstriert in Stuttgart gerade, wie man in die Zukunft investiert: einfach ein Loch in die Erde, die Kohle verbuddeln und formschöne Gucklöcher auf die Sache setzen, damit man immer nachgucken kann, wo das Geld abgeblieben ist.“ „Josef Ackermann.“ „Wie geschaffen, wenn man ein Role model für korrupte Arschlöcher sucht, darf er natürlich nicht fehlen. Hat ja seinerzeit Steinbrück auch schon sehr eifrig in die Feder diktiert, was die Finanzindustrie gerne an Weihnachten auf dem Gabentisch vorzufinden gedachte.“ „Und Hartmut Ostrowski.“ „Bertelsmann – das ist ja sozusagen schon das vorgelagerte Kanzleramt, da sind wieder alle in der Familie.“

„Ich verstehe ja nicht, warum man sich dabei gleich so aufregt. Es ist ja schließlich nur ein Brief. Und sie werben doch auch nur für ihre Position.“ „Mit etwas gesundem Menschenverstand wissen Sie, dass Werbebriefe von Gaunern geschrieben werden und auf den Müll gehören.“ „Aber ich frage Sie: das sind doch auch Wähler? haben nicht auch die Industriellen Rechte, wie sie jeder andere Bundesbürger auch formulieren könnte?“ „Wie jeder andere Bundesbürger auch, der beschließt, seine Einkommensteuer nicht zu zahlen, weil er sonst nicht genug Geld fürs Auto hat?“ „Der Staat soll doch aber vernünftige Rahmenbedingungen schaffen für eine stabile Wirtschaft, oder nicht?“ „Wir könnten es ja umgekehrt machen und diese ganze Bande verstaatlichen. Bahlsen, Metro, Bilfinger-Berger, BASF, ThyssenKrupp, Grillo, Deutsche Bahn, Hochtief, MaschmeyerRürup, HeidelbergCement, Salzgitter und dazu die ganzen Energiefritzen. Wer ständig nach dem Staat jammert, weil er im postindustriellen Zeitalter die Weiterentwicklung der Pferdekutschen verhindern will, der soll sich nicht wundern, wenn der ihm sein unfinanzierbares Wirtschaftsmodell irgendwann um die Ohren haut.“ „Fassen Sie das doch mal als Unterstützung für das Sparpaket auf. Schließlich ist Kernkraft eine der preiswertesten Energieformen.“ „Für die Erzeuger. Sie als Verbraucher zahlen wohl immer noch den Preis der Strombörse. Und da ist es egal, wo Ihre Elektrizität herkommt.“

„Was kritisieren Sie denn immer die Konzerne, die sorgen doch immerhin noch für Arbeitsplätze.“ „Das glauben Sie noch? Es sind Schmeißfliegen.“ „Fliegen?“ „Das Ungeziefer macht sich auf dem Dreck breit, den die Atomkonzerne mit ihrem lächerlichen Erpressungsversuch hinterlassen haben.“ „Weil sie im Interesse ihrer eigenen Profite handeln?“ „Weil sie das erstens als Streben nach Allgemeinwohl verkaufen und zweitens damit eine gesetzliche Regelung kippen wollen, die ihnen nicht in den Kram passt.“ „Das hört sich fast an, als hielten Sie diese Bundesregierung für erpressbar?“ „Würden sie es sonst versuchen? Es ist dasselbe Spiel wie mit der Bankenkrise: an einigen Stellen wird gepfuscht, der Schaden reißt Löcher, ehe man sich versieht, ist die Bescherung passiert – und während Sie und ich die Risiken tragen dürfen, streichen sich die Gewinne einige wenige Konzerne ein, die sich als Leistungsträger aufspielen. Es geht um kurzfristige Gewinne in den nächsten zehn Jahren. Mehr ist das nicht.“

„Ich frage mich nur, warum Merkel dieses Misstrauensvotum nicht stört.“ „Sollte es das?“ „Wenn sie sich damit abfindet, dass man sie an der Nase durch den Ring führt?“ „Ach was. Sie lässt sich erpressen, weil sie ja weiß, was sie dafür bekommt. Sie war informiert und hat den Kopf hingehalten. Dafür hat sie jetzt ein Problem weniger, dass sie ihren Arbeitslosen-Druckmacher nicht herunterfahren muss für die 300.000 Jobs, die außerplanmäßig für alternative Energieformen entstanden wären, und sie ist ihren Röttgen los. Quertreiber braucht sie schließlich nicht.“ „Wenn die Atomlobby jetzt doch aber mit der Kanzlerin zusammenarbeiten will, dann frage ich mich: tun sie es nicht doch für die Allgemeinheit?“ „Aha, deshalb auch die zahlreichen Appelle für eine Endlagerung in sicheren Salzstöcken, richtig?“

„Ach, wo wir gerade von den Schmeißfliegen reden – mir haben da einige gefehlt.“ „Nämlich?“ „Metzger. Und Henkel. Und Raffelhüschen. Und natürlich Sinn. Sind die noch weniger kompetent als Oliver Bierhoff?“ „Das auch. Aber merken Sie sich das, die Maden kommen immer erst später. Wenn die Fliegen satt sind.“