Nachhinterhältig

11 10 2012

„Bergmannsche Regel. Kennen Sie? Kennen Sie? Je näher Sie an die Pole kommen, desto größer wird der Körper, weil er dann ein besseres Verhältnis von Volumen und Oberfläche bietet. Braunbär und Eisbär, kennen Sie? Oder eben Altmaier.

Fragen Sie mich nicht, ob er irgendwann mal Röttgen gefrühstückt hat. Jedenfalls ist die Kugel die perfekte Form. Rein ökologisch, umweltmäßig und so. Weniger Angriffsfläche. Für die Wirtschaft ist das doch sehr zu begrüßen, oder? Sämtliche Einflüsse von außen – Wind, Sonne, soziale Gerechtigkeit, Wahlversprechen, Glaubwürdigkeit – das kann man alles minimieren. Es geht viel weniger verloren. Besitzstandswahrung, wenn Sie so wollen.

Man muss ja das Übel auch an der Wurzel bekämpfen. Vor vielen Jahren, damals unter der rot-grünen Regierung, da stieg der Strompreis, weil die Konzerne von Schröders verantwortungslosen Umverteilern in eine nachgerade ungesund zu nennende Geld gier getrieben worden waren. Heute steigt er, weil wir durch den gefährlichen Ökostrom zu erheblichen Mehrausgaben gezwungen werden, die wir unter anderem den Energiekonzernen als Entschädigung für die schlimmen Jahre unter Rot-Grün zahlen. Das ist ein schweres Schicksal für dieses Land!

Diese geistig-moralische Energiewende wollen wir ganz im Sinne der Koalition. Da ist es wirklich sehr bedauerlich, dass wir hier mit unsozialen Fehlanreizen Ökostrom einführen und zusehen, wie die Leistungsträger der Kernkraftbranche einfach ausgebootet werden. Natürlich muss man die Sägewerke im Odenwald von den Stromkosten befreien. Einerseits muss Ihnen ja klar sein, dass es den Odenwald nur in Deutschland gibt, also ist das eine Branche, die nur in Deutschland angesiedelt werden kann – die muss man natürlich erhalten. Klar. Andererseits können wir nicht auch riskieren, dass die Sägewerksbesitzer ihre Baumstämme nach Bangladesch ausfliegen und dort entrinden und das Holz in Kanada zersägen lassen. Da würden uns nämlich viele Arbeitsplätze verloren gehen. Wie bei den Gebäudereinigern. Stellen Sie sich mal vor, die lassen die komplette Frankfurter Innenstadt jeden Freitag Abend zum Staubsaugen nach Indien transportieren. Das ist doch Sozialismus.

Umweltschutz ist für uns doch ein wirklich ganz tief im konservativen Profil der Union verwurzeltes Ziel. Ohne unsere lang gehegten Biotope wäre doch ein vernünftiges Arbeiten gar nicht mehr möglich. Und ohne Artenschutz – wir würden doch nicht unsere Partei aufs Spiel setzen, oder?

Außerdem lassen wir uns auch nicht nachsagen, dass wir unsolidarisch wären. Schauen Sie, jetzt haben wir schon so viel für die Banken getan, für die Versicherungswirtschaft, die Hoteliers haben etwas abgekriegt, die Ärzte haben wir auch in allerletzter Sekunde vor dem Verhungern gerettet, und da soll die Aluminiumindustrie einfach so zuschauen? Denken Sie doch mal an die Leute! Die wären doch sonst arbeitslos, die wüssten gar nicht, wovon sie ihre Stromrechnung bezahlen sollten.

Wir nennen es solidarischen Lastenausgleich. Wir alle wollen doch eine gerechte Verteilung der Lasten. Je niedriger der Strompreis, desto höher fällt die Umlage aus. Im Zuge einer solidarischen Verteilung übernimmt daher die Wirtschaft die Strompreise. Sie als Bürger brauchen sich nur noch um die Umlage zu kümmern. Das ist ein gutes Zukunftsmodell. Geradezu nachhinterhältig.

Ja, auch die Regierung ist solidarisch. Nach EU-Recht können wir jederzeit von den europäischen Nachbarn aufgefordert werden, aus dem Ausstieg auszusteigen. Damit das demokratisch zugeht, haben wir ebenfalls das Recht, unseren Nachbarn eine Laufzeitverlängerung zu empfehlen. Und damit die europäische Einigung voranschreitet, wird auch beides passieren. Auch die Regierung ist solidarisch. Zumindest mit den Regierungen.

Das ist ein genuin umweltpolitisches Ziel. Wir arbeiten nachhaltig. Es geht uns in erster Linie um Ressourcenschonung. Die Industrie hat auch nicht unbegrenzt Kohle, die sie uns rüberschieben kann. Geschäftsklimaneutral, wenn Sie so wollen.

Wir betrachten diese Energiewende genau so wie die Sozialpolitik: es muss dem ganzen Land gut gehen. Denn nur, wenn wir alle ein bisschen für unser Land tun können, geht es uns auch gut. Nein, das sagt nicht Altmaier. Er verschwindet zwar hin und wieder komplett in der Kanzlerin – das muss eine optische Täuschung sein, das schafft der doch gar nicht – aber er spricht nicht so wie sie. Noch nicht.

Deshalb teilen wir die Kosten der Energiewende eben solidarisch auf. 100 Euro für die Industrie entsprechen genau 100 Euro für die Verbraucher. 100 Euro Entlastung für die Industrie entsprechen genau 100 Euro Mehrbelastung für die privaten Haushalte. Und das ganz solidarisch. Die 100 Euro Belastung für die Geringverdiener zahlen natürlich auch die Vorstandsvorsitzenden. Es sei denn, sie bekommen Personalrabatt.

Doch, wir werden das schaffen. Notfalls mit dem Trickle-Down-Effekt: wenn wir der Wirtschaft genügend große Gewinne verschaffen, ist es zumindest theoretisch nicht auszuschließen, dass irgendetwas passiert, wofür wir dann sowieso nicht zuständig sind. Oder nicht mehr. Oder nicht mehr Altmaier. Man spart ja gerne seine Energie.“





Stressfest

18 05 2011

„… dass von unübersehbaren Preisanstiegen überhaupt nicht die Rede sein könne, vielmehr sei ein heftiger Preisanstieg durchaus absehbar…“

„… begrüßte Röttgen die rational-fachliche Grundlage, nach der man jetzt entscheiden könne, dass möglicherweise sechs Atommeiler…“

„… zwar rechtswidrig, da man die Verfügungen zur Stilllegung nicht einfach während eines Pressetermins verkünden könne, die Bundesregierung sehe aber darin keinen Grund, das Verfahren zu ändern. Merkel betonte, dass sie auch weiterhin am Parlament vorbei…“

„… nach menschlichem Ermessen nicht durch die übermannshohen Schutzzäune, man müsse also schon die Kernreaktoren überfliegen, aber diese Vorstellung sei abstrus und nicht in der…“

„… die Reaktoren nie die Stufe 3, nirgends die Stufe 2 und nicht durchgängig die Sicherheitsstufe 1 erreichen – Röttgen wertete das vollständige Scheitern der deutschen Kernkraftanlagen als einen großen Erfolg, da nun erstmals ein wissenschaftlich und technisch einwandfreies Ergebnis vorliegen, das man komplett ignorieren könne, um die…“

„… aus Sicherheitsgründen den Preisanstieg in einer einzigen Stufe zu vollziehen und bereits jetzt 20 Euro pro Kilowattstunde vom Endkunden zu verlangen, um die Zukunft zu sichern, zumindest die der Vorstände der Energieunternehmen und ihrer…“

„… eine Verstaatlichung der Atomkraftwerke glatt ablehnte. Verluste sowie externe Kosten sozialisieren zu wollen sei der typische Ausweg der Ökostalinisten, die vor nichts zurückschrecken – Schäuble befand, man könne ausschließlich bei Banken, die gegen das Gesetz verstoßen hätten, eine Ausnahme…“

„… begrüßte Röttgen die rational-fachliche Grundlage, nach der man jetzt entscheiden könne, dass möglicherweise fünf Atommeiler…“

„… sind die Erkenntnisse des Stresstests zwar nicht neu und wenig überraschend, man könne jedoch bereits jetzt nach dieser Stresstest-Methode verfahren, um den Stuttgarter Bahnhofsneubau doch noch in eine erfolgreiche…“

„… erwogen, eine Nettokreditaufnahme von 56 Trillionen Euro zuzulassen, um eine Haftpflicht für die Atomkraftwerke nicht zu Lasten des Steuerzahlers…“

„… gab der Bundesverband der deutschen Atomkraftwerksbetreiber zu bedenken, dass es sich beim Ausgangsmaterial für Brennstäbe um natürlich produziertes Uran aus der Erde handelte (ohne Konservierungsstoffe), bei den Flügeln von Windrädern jedoch um Stahl, der mit extrem hohem Energieaufwand…“

„… nannte Bundesinnenminister Friedrich die Fragen der Reporterin unverschämt, sich nach dem Absturz von Sportflugzeugen auf Atomkraftwerke zu erkundigen. Man wisse aus absolut sicherer Quelle, dass Terroristen noch nie zuvor mit Sportflugzeugen in die…“

„… die Entschädigung von 700.000 Euro pro Tag gerechterweise auch nach dem Atomausstieg an die Kraftwerksbetreiber zu zahlen, da diese dann ja keine Chance mehr hätten, weiterhin ein leistungsloses Einkommen zu…“

„… könne ein Überflugverbot islamistischer Meteoriten noch als keine…“

„… dass ein Stresstest das komplette und systematische Versagen eines nur aus Ideologie, Heißluft und entfesselter Geldgier nachweise, die Ergebnisse der Untersuchung allerdings komplett ignoriert würden, so dass die Atomkonzerne mit ihrer Tätigkeit vollkommen ungehindert fortfahren könnten. Rösler zeigte sich sehr interessiert daran, auch die FDP einer solchen Beurteilung zu…“

„… verteidigte Röttgen die Untersuchung, da sie die umfassenden Mängel sehr differenziert aufzeigten. So würde jetzt eine riesige Menge an Chancen sichtbar, beispielsweise die Chance, dass ein wegen seiner antiquierten Notstromversorgung durchbratender Altreaktor wie Biblis A nie durch einen Tsunami beschädigt…“

„… versicherte Ramsauer, über die sichersten Atomkraftwerke der Welt flögen ausschließlich die sichersten Flugzeuge der Welt, so dass von einer Gefahrenlage zu keiner Zeit…“

„… die Kühlsysteme in Fukushima nicht erst nach dem Tsunami ausgefallen seien, was die Kanzlerin als ein sehr wichtiges Moment werte. Da es in Deutschland gar keine Tsunamis geben könne, weil der Pazifik ja viel zu weit entfernt sei, wäre ein Ausfall der Kühlung auch ausgeschlossen und…“

„… begrüßte Röttgen die rational-fachliche Grundlage, nach der man jetzt entscheiden könne, dass möglicherweise vier Atommeiler…“

„… gab Ex-Minister Brüderle zu, dass angesichts der nächsten Bundestagswahlen Druck auf der Politik laste und die Entscheidungen daher nicht immer rational…“

„… die Bewertungskriterien bei der zur Verfügung stehenden Zeit nicht auf Basis wissenschaftlicher Grenzbetrachtung generiert, sondern im Wesentlichen nur postuliert werden konnten, ändere die Bundesregierung ihren Zugang zum Glücksspielstaatsvertrag grundlegend, da sie nun selbst die Lottozahlen vorhersagen…“

„… sei ein Zeichen von christlicher Barmherzigkeit und mitfühlendem Liberalismus, dass man die Reaktoren nicht nach objektiven Maßstäben beurteile. Technischen Vollschrott, der sich nicht einmal mehr nachrüsten ließe, ohne Auflagen durch die Prüfung zu lassen, sei vielmehr ein Akt von sozialer Gesinnung, die man nur…“

„… den Privatversicherern, die Summe für den Haftpflichtschutz aus öffentlichen Geldern aufzubringen; die Nachversicherung übersteige den Bundeshaushalt zwar um ein Mehrfaches, sei aber mit einem Schattenhaushalt noch…“

„… noch keine Aussagen über den Stresstest zu machen oder generell über die Gefahren von Atomreaktoren. Man wolle lieber erst das Ende der Kernschmelze in den Reaktoren 2 und 3 abwarten, um die Ergebnisse zu…“

„… sich Rösler, dass ein atomarer Super-GAU in Deutschland gigantisches Wirtschaftswachstum nach sich zöge, da der Wiederaufbau mehrere Jahrhunderte lang die leistungsbereiten…“

„… immerhin noch viel sicherer als Windkraft, sagte der Vorstandssprecher. Noch nie sei ein fliegendes Atomkraftwerk mit einem Vogelschwarm bei einer Kollision…“

„… auf entschiedenen Widerstand bei Friedrich, da Terroristen in Deutschland Weihnachtsmärkte und Flughäfen, niemals aber so gefährliche Objekte wie Kernkraftwerke angreifen würden. Dies sei viel zu gefährlich bei einem Selbstmordattentat, befand der CSU-Minister, ein Aufprall mit dem Flugzug auf ein AKW berge erhebliche Risiken für die durchführenden Personen und sei auch aus versicherungstechnischer Sicht nicht mehr…“

„… kündigte an, die Studie zur Gefährlichkeit des Rauchens nicht mehr von Zigarettenherstellern finanzieren zu lassen. Aus Gründen der Objektivität sei es vielmehr notwendig, diese die Untersuchung gleich selbst durchführen zu…“

„… dass sich nicht der Sachverhalt geändert habe, sondern nur seine Sicht auf den Sachverhalt; Röttgen gab an, ihm sei die Sicherheit deutscher Atommeiler nicht mehr so egal wie vor wenigen Monaten, sie sei ihm inzwischen derart scheißegal, dass es schon…“

„… da eine sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle technisch nicht machbar sei, und schlug vor, die Stromproduktion aus Atomkraft daher ohne Frist wieder zu erlauben, da nur dann…“





Das Beben der Anderen

21 03 2011

„Sie kommen auf Empfehlung?“ „Uns blieb nichts mehr übrig.“ „Na, jetzt werfen Sie mal die Flinte nicht gleich ins Korn, junger Freund. Wir haben schon ganz andere Kühe vom Eis geholt.“ „Aber bedenken Sie, es ist diesmal die CDU.“ „Eben, Sie müssten doch langsam an den Zustand gewöhnt sein. Ihre Partei hat mal wieder einen Störfall.“

„Meinen Sie denn, da ist noch was zu machen?“ „Wie gesagt, nur die Ruhe. Die Erfahrung zeigt, ein bissel was geht immer. Wenigstens nicht total in Verzweiflung versinken.“ „Und das können Sie? Sind Sie so gut?“ „Lieber Freund, wir sind das erste Haus am Platz. Dass Spinat viel Eisen enthält, dass Mülltrennung ökologisch sinnvoll ist, dass Guido Westerwelle den aufrechten Gang beherrscht – alles unsere Arbeit. Wir beherrschen unser Handwerk. Uns glaubt man alles.“ „Und wie machen Sie das?“ „Wir arrangieren Ihr Image neu. Dazu ist es…“ „Vergessen Sie’s. Das hat sich bei der CDU gerade in seine Einzelteile zerlegt.“ „Umso besser. Dann können wir ja auch die Vergangenheit etwas flexibler modellieren.“ „Natürlich. Es ist eine Frage der Argumentationsmuster.“ „Der – was?“ „Eine Frage der Argumentation. Des Blickwinkels. Entweder die Türken nehmen uns die Arbeitsplätze weg und heiraten unsere Frauen, oder die Islamskis schmarotzen sich in die soziale Hängematte und bringen mit ihren muselmanischen Weibern lauter Kopftuchmädchen auf die Welt. Wir beweisen Ihnen alles, was Sie brauchen. Sie müssen uns nur sagen, was rauskommt, den Grund liefern wir.“

„Das Problem ist, dass wir unsere bisherigen Äußerungen über Atomenergie nicht mehr unter Kontrolle bekommen. Die Leute haben den Eindruck, wir würden mit der Fliegenklatsche einen Flächenbrand beseitigen wollen.“ „Sehr gut, dann empfehle ich Reframing. Wir deuten die Sache mal ins Positive um. Zunächst hat die rot-grüne Bundesregierung sich viel zu sehr gegen den scheinbaren Widerstand der CDU gewehrt.“ „Wieso scheinbar? Wir haben diesen linken Spinnern…“ „Unterbrechen Sie mich gefälligst nicht. Wir haben Widerstand geleistet. In Wahrheit wollten wir durch unsere fanatische Unterstützung von Windenergie und Solarstrom ja dem politischen Gegner in die Hände spielen.“ „Aber wir haben doch gar nicht…“ „Meine Güte, Sie sind mir vielleicht begriffsstutzig! Sie haben eine grüne Agenda gefahren, aber so versteckt, dass sie jetzt der Opposition den Wind aus den Segeln nehmen können, kapiert?“ „Das nimmt uns doch keine Sau mehr ab, das geht nun wirklich nicht mehr.“ „Meine Güte, versuchen Sie’s doch wenigstens! Hinterher können Sie immer noch sagen, dass die Opposition schuld ist an dem ganzen Dilemma.“ „Und wenn wir mitmachen, was sagen wir dann über die anderen Ausfälle unserer Klimakanzlerin?“ „Sie wollten den Atommüll im Biosprit verklappen, um Greenpeace in einen Bürgerkrieg zu treiben, der dann ein für allemal nachhaltige Umweltmaßnahmen durchsetzt.“ „Und das ist realistisch?“ „Im Vergleich zu dem, was Sie der Öffentlichkeit jetzt erzählen: allemal.“

„Bisher hat sich die Kanzlerin aufs Atomgesetz berufen und eine Abschaltung wegen einer akuten Gefahr beschlossen. Kann man das hinbiegen?“ „Sie müsste jetzt natürlich einmal ausblenden, dass die Gefährdung vorher gar nicht bestanden hat, und zum zweiten nachweisen, dass die Gefahr, die daher jetzt besteht, nicht durch die SPD bekämpft wurde.“ „Wie sollte die SPD denn eine Gefahr bekämpfen? Und womit?“ „Was weiß denn ich? Möglicherweise schieben sie Kurt Beck zwischen die Brennstäbe.“ „Müssten wir nicht jetzt besser so argumentieren, dass alle, die die atomare Gefahr in Deutschland kleinreden, im Grunde genommen schon immer für Kernenergie waren, weil sie davor gewarnt haben?“ „Das ist zu kompliziert.“ „Wollen wir’s nicht lieber so darstellen, dass man über die Risiken der AKW nicht mehr reden darf, weil das gegenüber Japanern nicht…“ „Das ist die Guttenberg-Masche mit den toten Soldaten. Nicht dran rühren, seien Sie lieber froh, dass Sie den Strahlemann so schnell in die Endablagerung gekriegt haben.“

„Und was müssten wir sonst noch so ändern, um wieder in die Siegerspur zu kommen?“ „Alles. Also wenigstens mal ein bissel rhetorisch aufräumen mit dem ganzen prähistorischen Zeugs. Alternativlos, rechtsfrei…“ „Aber das Internet ist…“ „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Der Luftraum über Libyen. Oder der Stuttgarter Schlossgarten. Das sind rechtsfreie Räume.“ „Das wird jetzt eng.“ „Wir haben da eh kaum Spielraum. Würde es Ihnen notfalls reichen, wenn wir kommunizieren, dass Mappus nicht wegen des Bahnhofs und seiner Wasserwerferorgie, sondern wegen des EnBW-Deals nicht gewählt wird?“ „Was soll das bringen?“ „Dann sagen sich die Leute, er ist halt ein korruptes Schwein, aus dem kann in der CDU noch etwas werden. Man muss auch mal nachhaltig denken.“ „Und wenn wir das Wahlvolk mit ein paar eher versöhnlichen Botschaften ruhigstellen?“ „Sie könnten beispielsweise Seehofer sagen lassen, dass die Muslime auch irgendwie Menschen…“ „Haben Sie noch alle Tassen im Schrank!?“ „Naja, war auch nur ein Beispiel.“ „Und was machen wir dann?“ „Dann haben Sie immer noch die Chance auf die Fundamentalopposition und können in der nächsten Legislaturperiode kritisieren, dass die anderen Parteien enorme Kosten werden aufwenden müssen, um die Folgen Ihres unfähigen Getues zu kurieren.“ „Und das klappt?“ „Ich würde mich nicht darauf verlassen. Am besten wäre immer noch ein Ausstieg mit Augenmaß?“ „Aus der Kernkraft?`“ „Nein, von Merkel. Aus der Regierung.“