Übertriebene Rücksichtnahme

6 07 2022

„… es wegen eines Gleisschadens zu dem Unfall in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen gekommen sein könnte. Das Bundesverkehrsministerium sei zu der Überzeugung gekommen, dass ein überstürzter Eingriff in den Schienenverkehr keine gute…“

„… vor allem auf den Fahrplan achten müsse. Söder könne zwar nur für die Verbindungen im Freistaat Bayern sprechen, verlange aber von der Bundesregierung eine Sicherstellung sämtlicher in seinem Bereich ablaufenden…“

„… für Wissing keine Rolle spiele, da gerade die Feriensaison in Deutschland beginne, in der die meisten Schulpendlerfahren nicht stattfänden. In der Regel würden die meisten Urlaubsreisenden das Auto nutzen, so dass eine Evaluierung derzeit nicht sinnvoll sei und Ressourcen verschlinge, die an anderer Stelle viel…“

„… stelle sich Scholz vollinhaltlich hinter den Bundesverkehrsminister. Ein Tempolimit sei im Koalitionsvertrag aus Rücksichtnahme auf die FDP nicht beschlossen worden, weshalb auch von einer jetzigen Verlangsamung der Züge keine…“

„… ebenfalls betont habe, dass sehr viele Fahrten mit den Zügen der Deutschen Bahn AG nicht sinnvoll seien. Unter diesen Umständen lohne eine Aufarbeitung des Unfalls nicht, wie Lindner in einer Mitteilung an die Hinterbliebenen des…“

„… dass Unterspülungen des Gleisbetts wie beispielsweise am Neubau des Stuttgarter Projekts S21 durch klimawandelbedingten Starkregen in der Zukunft viel häufiger auftreten würden. Kubicki wolle erst eine weitere Studie des Verkehrsministers abwarten, die den Kausalzusammenhang zwischen Niederschlag und Wasser auf eine eindeutige…“

„… dass man rechnerisch die Wirkung eines Tempolimits auf Straßenfahrzeuge mit nur einem Passagier nachvollziehen könne, während es für ein Gesetz zur Drosselung des Schienenverkehrs bei so vielen Fahrgästen in nur einem Zug keine rechtliche Grundlage gebe, die nicht gegen die Verfassung gerichtet sei. Buschmann werde dies auch bis nach Karlsruhe bringen, wenn er vor seinem…“

„… auch durch Überhitzungen gefährdet seien. Wissing sehe die Gefahr thermischer Schäden nur für Fahrbahndecken, da Züge durch ihren starken Fahrtwind für eine viel schnellere Ankühlung der bodennahen Luftschichten sorgen würden, weshalb es Bundesmittel zu Sicherung der Autobahnen bis spätestens August 2022 in Höhe von etwa…“

„… gerade kein Verständnis für überstürzte Maßnahmen aufbringe. Scholz habe nochmals zum Ausdruck gebracht, nur weil im Bahnverkehr ein solcher Tag sei, ändere man nicht seine…“

„… dass der in früheren Jahren angedachte Deutschland-Takt wegen überwiegend verspäteter Züge bisher nicht realisiert worden sei. Aus dem Bundesverkehrsministerium habe es bisher nur den Vorschlag gegeben, die Verzögerungen durch eine übertriebene Rücksichtnahme auf das marode Netz nicht noch zusätzlich zu…“

„… da die Bahn neben dem Autoverkehr der zweitwichtigste Zubringer zur Luftfahrt sei. Auch unter der Voraussetzung, dass in Zukunft zahlreiche Flüge wegen Personalmangels und technischer Probleme ausfallen würden, könne man mit den Verspätungen nicht schon am Anfang der Reise ansetzen, um den Kunden ein möglichst gutes…“

„… keine Schuldzuweisungen geduldet würden. Wissing wolle erst noch dreißig bis vierzig Bahnunfälle mit Personenschaden abwarten, um eine verlässliche statistische Basis für den Einfluss des mangelhaften Schienennetzes auf die Schwere von Unfällen und die Anzahl der…“

„… die Langsamfahrstellen bei festgestellten Schäden am Gleis durch eindeutige Beschilderung ausgewiesen werden müsse, was aber durch den Mangel an Schildern in der deutschen Verwaltung schon auf den Bundesautobahnen nicht richtig…“

„… sehe Söder die Schuld eindeutig in Berlin. Dass das bayerische Bahnnetz das am schlechtesten gewartete und gepflegte in ganz Deutschland sei, resultiere allein daraus, dass ein Minister, der nicht aus der CSU komme, seit Monaten keine richtigen Maßnahmen für dieses Bundesland und seine sehr zwingend…“

„… nur mit einer erheblichen Verteuerung der Fahrpreise aufgewogen werden könne. Lindner rate daher, auf alle überflüssigen Bahnreisen ab sofort zu verzichten, um die betreffenden Strecken möglichst ganz ohne Zugverkehr zu einer…“

„… eine geplante Umstellung der Bahn auf E-Kraftstoffe statt unzuverlässigen Solarstroms oder nicht planbarer Windenergie möglichst rasch vor sich gehen müsse. Für die FDP bleibe daher nur eine sofortige Umwandlung aller Strecken in Hochgeschwindigkeitstrassen, falls diese nicht zu oft frequentiert würden und sich damit als zu unrentabel für einen…“

„… sei Solidarität für Liberale kein Fremdwort. Da auch der deutsche Autobahnverkehr auf Geschwindigkeitsbeschränkungen verzichte, wolle Wissing die Deutsche Bahn AG bewusst nicht ausnehmen von einem Gesamtkonzept, das für einen einheitlichen Fortschritt in den…“

„… auf Kooperation setze. Söder und Lindner seien sich einig, dass eine Bahnmaut eine wichtige Einnahmequelle für den Bundeshaushalt werden könnte, wenn diese auch nicht zwingend für die Unterhaltung des Streckennetzes der…“





Zugbeeinflussungssysteme

17 01 2018

„… keine Risiken mehr eingehen wolle. Der Bahn-Vorstandsvorsitzende Lutz habe der Presse zu verstehen gegeben, dass die Fernverkehrszüge ab sofort bei Niederschlägen nicht mehr…“

„… es sich um sämtliche Niederschlagsformen handele. So unterscheide der Personenverkehr nicht mehr zwischen Schnee, Hagel, Regen oder…“

„… gerade im Niedertemperaturbereich schnell überfrieren könne. Daher dürfe in extremen Höhen oder Niederungen ab September kein Zug mehr in den jeweils…“

„… physikalischen Bedingungen ausgesetzt seien, die beim Bau nicht vorauszusehen gewesen wären. Dies treffe beispielsweise auf Radreifen zu, deren Legierung bei starker Luftfeuchtigkeit zu Flugrost neige, was sich nachteilig auf die Stabilität und den…“

„… die Buchfahrpläne mit einer weiteren Spalte für witterungsbedingte Eintragungen versehen werden müssten. Das Bundesverkehrsministerium werde dieses Projekt erst nach einer gründlichen Evaluation, die mit höchstens drei Jahren jedoch noch verhältnismäßig…“

„… als Gefahr erkannt worden sei. Bodennebel führe unweigerlich zu einem vorzeitigen Verschleiß von Karosserieteilen, was Fahrten in Gewässernähe zum nicht kalkulierbaren…“

„… auch Zugbeeinflussungssysteme durch stärkeren Nieselregen schon außer Kraft gesetzt worden seien. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die elektrischen Leitungen durch unkontrolliert eindringende Feuchtigkeit dem…“

„… erhöhte Rutschgefahr auf den Trittrasten nicht ausgeschlossen werden könnten. Sollten Fahrgastbegleiter in größerer Zahl im Gleis verschwinden, so sei dies ein äußerst alarmierender und mehr als…“

„… Kurzschlüsse der Bordelektronik zumeist durch eindringendes Kondenswasser verursacht würden. Die Bahn arbeite bereits an einer überwiegend flüssigkeitsresistenten Bauweise der Anzeigeelemente, könne aber aus heutiger Sicht noch keinen endgültigen…“

„… Fenster nicht öffnen könne. Dies werde jedoch auch bei feuchtwarmem Wetter immer wieder versucht und verursache erhebliche Schäden an den inneren…“

„… die Bremsen einer überdurchschnittlichen mechanischen Belastung ausgesetzt seien. Die im Gleis befindlichen Schmutz- und Pflanzenpartikel hätten unter Nässeeinwirkung eine zusätzliche Gleitreibung zur Folge, was wiederum auf die stark herabgesetzte Unfallsicherheit des…“

„… den Fahrgästen einen angenehmen Aufenthalt ermöglichen wolle. Da aber ein erhöhter Anteil der Passagiere bei Regenwetter sich für länger als zehn Minuten im Bordrestaurant aufhalte, sei jeder Versuch zum Scheitern…“

„… in Korrelation zur Personalstärke stehe. Da sich bei Niederschlag messbar mehr Mitarbeiter krank meldeten, müsse die Deutsche Bahn AG die Fehlzeiten durch eine zusätzlich kostenintensive…“

„… vorgekommen sei, dass unter Nässe sich die Türgriffe verzogen und den Schließmechanismus nicht rechtzeitig freigegeben hätten. Da dies durch empfindliche Verzögerungen im Anschluss eine erhebliche Beeinträchtigung der Pünktlichkeit nach sich ziehe, müsse die Bahn schon aus statistischen Gründen eine Einschränkung des…“

„… nicht rekrutiert würde. Mitarbeiter für das Bordrestaurant seien auch trotz nachgewiesen fehlender Sprachkenntnisse, komplett mangelnder Impulskontrolle und moralischem Vollversagen bei nasskaltem Wetter im Praktikumsbetrieb viel zu…“

„… Kurzschlüsse auch an den Signalen auftreten würden. Angesichts der angespannten Lage im Personenverkehrsbereich könne es dem Unternehmen nicht auch noch zugemutet werden, die Schienenwege mit einem zusätzlichen…“

„… vereinzelt Fenster von Regenwasserlecks beeinträchtigt würden. Die technische Leitung des Konzerns kenne dies Problem seit 2009, man werde das Facility Management am Bahntower Potsdamer Platz mit einer erheblichen Klage auf Schadenersatz überziehen, bevor die Kunden der…“

„… zahlreiche Brücken sich in einem nicht mehr befahrbaren Zustand befänden. Bereits kleine Flüssigkeitsmengen reichten aus, um enorme…“

„… dass die klimatischen Bedingungen in Deutschland viel zu sehr auf Marketingaktivitäten der Deutschen Bahn AG und ihrer Aktionäre Einfluss nähmen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Felcht habe vorgeschlagen, ab sofort Werbemittel nur noch in der Dominikanischen Republik oder…“

„… das Preissystem der Deutschen Bahn AG mit einem tages-, dann auch stundenaktuell bekannt gegebenen Modell für wetterbedingte Zuschläge in die entsprechenden…“

„… für den Fernverkehr kompatibel zu machen gedenke. Da die Marketingkampagne mit dem Claim Deutschland – Don’t think about it, we imagine the worst shit ever sich nicht als…“

„… als gegeben hinnehmen müsse. Die reguläre Steigerung im operativen Feld der Vorstandsbezüge sei von Aufgaben der betriebswirtschaftlichen Aufgaben der internen…“





Zugzwang

25 09 2014

„… weitere Millionenverluste bei der Deutschen Bahn AG zu verhindern. Die Streichung von Nachtzügen sei betriebswirtschaftlich angebracht, um eine…“

„… sich besser auf die Zukunft vorzubereiten. Pofalla habe die BahnCard für beendet erklärt und den kommenden Winterfahrplan als eine abolut alternativlose…“

„… sei zu erwarten gewesen. Die Bahn habe den Nachtzugverkehr durch massive Werbung populär gemacht, eine jetzige Abschaffung sei nur die logische Folge aus der Restrukturierung des…“

„… eine Verbesserung der Verkehrsqualität zu erwarten sei. Im Gepäcknetz vergessene Kleidungsstücke würden heute schon die Freude am Zugverkehr merklich schmälern, der komplette Ausbau von Gepäcknetzen in sämtlichen Zügen sei daher eine Steigerung um…“

„… den Autoreisezug als umweltpolitisch völlig falsches Ziel verstehe. Das Zusatzgewicht der Kraftwagen führe zur einer Mehrbelastung der Waggons, die einen starken Abgasausstoß…“

„… wolle man auf gar keinen Fall die Zugfrequenz um die Hälfte ausdünnen, da dies bei einem Transportmittel zu beträchtlichen Verlusten an Fahrgästen führen könnte. Dass die Anzahl der Waggons halbiert werde, erfolge dagegen nur aus wirtschaftlichen…“

„… habe sich das Unternehmen die Entscheidung nicht leicht gemacht. Gerade weil die Nachtzüge im Regelfall gut ausgelastet seien, bedaure man den Schritt, der weitere…“

„… man sich von den Autoreisezügen auch aus Gründen der Imagepflege verabschieden müsse. Man nähme sonst billigend in Kauf, dass Reisende auf den Transport eines Passagierfliegers bestehen oder ihre Fahrräder mit in den…“

„… ergebe sich aus unterschiedlichen technischen Schwierigkeiten. Die Bahn könne nicht ständig mit Zügen fahren, deren Gewicht durch Fahrgäste künstlich erhöht werde, so dass erhebliche Mengen an zusätzlicher Energie in…“

„… vor allem saisonale Probleme. Der Vorstand habe die posttraumatische Belastungsstörung, die winterliche Schneefälle und Sommertage mit Außentemperaturen oberhalb des Gefrierpunktes verursacht hätten, noch nicht ganz verarbeitet, müsse sich aber dem nächsten Schock stellen und Personen, die aus privaten Gründen wie Urlaub oder Verwandtenbesuchen Reisezüge benützten, als eine tatsächliche Gefahr für die…“

„… die Bordbistros zu streichen, um die Zuglaufzeiten zu optimieren. Vor allem Fahrgäste, die in den Restaurants große Portionen konsumierten, würden zusätzliche Transportlast…“

„… ergebe sich die Notwendigkeit, Nachtzüge zu streichen, nicht nur aus den ins Unermessliche steigenden Personalkosten für Lokführer und Zugbegleiter, sondern auch aus den immens hohen Stromkosten, die durch zusätzliche Beleuchtung…“

„… den Liegewagen abzuschaffen, da die horizontale Position der Fahrgäste im Gegensatz zu früheren Vermutungen keinen höheren cw-Wert der Reisezüge…“

„… sich um eine gezielte Ausdünnung handeln werde. Der Bahn-Vorstand erhalte anders als in den internen Papieren dargestellt sein bisheriges Streckennetz, doch würden kleinere Städte wie Erfurt und Paderborn nicht mehr…“

„… die Reisedauer viel zu stark ausgeweitet werde. Die Bahn könne nur noch kostendeckend arbeiten, wenn die Fahrgäste ihre Fahrten in konzerneigenen Hotels unterbrechen würden, die die Mehrkosten eines Nachtzugs…“

„… die Vereinheitlichung des Pendelverkehrs zu einer einfacheren Preisstruktur führen könne. Zwar sei bisher nur die Verbindung Hamburg – München geplant, eine Ausweitung von Pendelzügen auch im ICE-Bereich sei jedoch bis 2021…“

„… die Hotelunterbringung bereits im Preis pauschal enthalten sei, wenn eine mindestens zehn Kilometer lange Fahrt nach achtzehn Uhr…“

„… nicht rechtlich geklärt sei, ob die Deutsche Bahn AG neben ihren Aufgaben als Aktiengesellschaft in Vorbereitung des Börsengangs überhaupt verpflichtet sei, Fahrzeuge zum Transport von Personen bereitzuhalten. Dies setze das Unternehmen in erheblichem Maße unter Zugzwang, was die Verschlechterung der…“

„… und härter gegen Leistungsmissbrauch vorgehen. Die Bahn AG werde nun jeden Fahrgast vor Antritt einer Bahnreise fragen, ob dieser Zusatznutzen wie Sitzen im Zug oder Mitführen von Taschen und Koffern in Anspruch nehme, um das Unternehmen damit möglicherweise gezielt in den Ruin zu…“

„… werde die Hotelpauschale nun schon fällig, wenn die Fahrt nach zwölf Uhr…“

„… das Wegfallen der 1. Klasse erhebliche Kostensenkungen mit sich bringen werde. Man könne jedoch deren Fahrpreise beibehalten, um den Kunden einen hochwertigen Transport…“

„… nichts dagegen spreche, die Hotelpauschale (einheitliche Gruppengröße I für zehn Personen, Doppelzimmer, mindestens drei Übernachtungen) schon beim Betreten des Bahnhofsgeländes…“

„… eine bessere Auslastung garantiert sei. Da durch die Abschaffung der Sitzbänke auch deren Reinigung und Reparatur im Falle von Vandalismus oder Materialermüdung nicht zu Buche schlage, bleibe von der angekündigten Fahrpreiserhöhung ein wesentlich höherer Prozentsatz…“

„… dadurch zu kompensieren, dass die Bahn AG aus Gründen der Effizienz nur noch bergab…“

„… werde bis zur Fertigstellung noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Zwar könne mit dem geplanten Stuttgarter Tiefbahnhof ein erstes Teilstück in Betrieb gesetzt werden, den gesamten Bahnverkehr aus aerodynamischen Gründen unter Tage zu bringen sei jedoch noch nicht ganz…“

„… dass die Bahn nicht mehr wirtschaftlich fahren könne, da ihr durch noch nicht genau analysierte Umstände in den letzten Monaten immer weniger zahlende Fahrgäste…“





Spaßbremse

12 08 2014

„… werde die Deutsche Bahn AG zukünftig noch viel besser auf ihre Fahrgäste eingehen. Vor allem das Unterhaltungsangebot im ICE könne noch viel unterhaltsamere…“

„… sich die meisten Fahrgäste von Fernbus-Verbindungen angenehm überrascht geäußert hätten, dass Fahrkomfort und Preis in einem sehr guten…“

„… müsse sich der Fahrgast zuvor am Bahnhof manuell in die Internetverbindung an Bord des Zuges einwählen, um so schnell und…“

„… habe Bosbach bereits angekündigt, dass er den Konzern als Terrororganisation bekämpfen werde, sobald es frei verfügbare Videospiele in den Zügen…“

„… die Speisekarte des Bordbistros bereits online zu lesen, bevor die Fahrgäste in den…“

„… der Ausschneidebogen Bimmelbahn in Bayern nur auf Streckenabschnitten in Niedersachsen und Thüringen ausgegeben worden sein, zum Ausgleich habe die bestellte Menge aber nur für den ersten Vormittag…“

„… sei der Internet-Empfang in den Reisezügen nicht besser geworden. Vor allem gebe es immer wieder Irritationen, dass wegen der Störerhaftung Reisende ihre Passwörter bereits mit der Buchung der Fahrkarte rechtsverbindlich…“

„… könne man auf einer Busfahrt viel einfach schlafen, da die Tickets bereits vor Antritt der …“

„… auf einer Studie basiere, nach der Jugendliche, die in Hochgeschwindigkeitszügen Computerspiele konsumierten, fast immer als tötungsbereite Scharfschützen aus dem…“

„… habe die Bahn immer darauf bestanden, ein besseres Filmangebot als die Mitbewerber zu liefern. Sämtliche Titel seien in einem Pretest mit sechs bis acht Jahre alten Versuchspersonen sehr gut bewertet worden, wenngleich der Kurzfilm mit Charlie Chaplin in der Nebenrolle als einziger oberhalb einer messbaren…“

„… sei die kostenlos ausgegebene Flüssigkeit von den Fahrgästen nicht eindeutig als Kaffee identifiziert worden. Die ersten Proteste seien jedoch beim Anfahren des Zuges sofort…“

„… aus technischen Gründen nur schriftlich abgegeben werden könne. Die Bahn AG habe dies verteidigt, denn eine Zugfahrt sei weiterhin spontan buchbar, sofern man seine Internetverbindung mindestens sechs Monate vor Fahrtantritt bei der zuständigen Datenleitstelle der Regionaldirektion…“

„… dass auch ausländische Salafisten das Hochgeschwindigkeitsinternet der Bahn nutzen könnten. De Maizière habe daher angekündigt, in jede Sitzlehne eine Webcam zu…“

„… sich eine Gedichtrezitation auf dem Bahnsteig auch mit angereisten Burgschauspielern nicht lohne, wenn dazu die Haltezeiten der Züge keinen ausreichenden…“

„… die Pünktlichkeit der Fernbusse von den meisten Testkunden als vorbildlich und…“

„… dass die Fahrgastzahlen merklich zurückgegangen wären, sobald auf längeren Strecken ausschließlich Filme mit Til Schweiger und…“

„… sich auch Offline-Kommunikation zwischen den vermeintlich nicht miteinander bekannten Internetnutzern an Bord der Züge ergeben könnte. De Maizière wolle daher die Audio-Einheiten durch hochsensible Mikrofone und…“

„… einzelne Teile des Lego-Spielsets Zugbegleiterinnen vor dem Halt in Delmenhorst nicht ordnungsgemäß einsortiert und zurückgegeben worden seien. Das Personal sei in diesem Falle befugt, auch Minderjährige alleine und ohne Aufsichtsperson auf freier Strecke aus dem Zug…“

„… leichte Verletzungen wie Schnitt- und Platzwunden. Es lasse sich zur Stunde nur sagen, dass der Helene-Fischer-Kanal über die Bordlautsprecher während der gesamten…“

„… keinen großen Erfolg prophezeie. Der Busverkehr sei im Gegensatz zur hoch technisierten Bahn eine Spaßbremse, die sich auf dem Markt nicht mehr lange…“

„… ein stabiles Internet noch immer eine Frage der technischen Machbarkeit sei. Dazu biete der Konzern nun WLAN-Kabel an, die vor Antritt der Fahrt im…“

„… den erforderlichen Zuspruch vermissen lasse. Das von Johann Lafer auf der Strecke München – Salzburg – Wien handpanierte Schweineschnitzel Wiener Art sei mit 59,90 € viel zu…“

„… ein schneller Zugriff im Falle des Datenmissbrauchs unerlässlich sei. Für Verdachtsfälle von Grundrechtsmissbrauch wolle de Maizière eine Geleitdrohne pro ICE auf den…“

„… müsse man als Fahrgast auch die Ansprüche herunterschrauben. Pro Triebkopf rechne die Deutsche Bahn AG je ein Exemplar von Spiegel, Capital oder…“

„… als ganzseitige Anzeige geschaltet worden sei. Zwar sei, wie der Konzern bestätigt habe, ein Twitter-Account auch ohne vorherigen Erwerb einer BahnCard möglich, die Verbindung biete sich aber an, um die Generation Facebook wieder in den Schienenverkehr…“

„… von japanischen Fahrgästen für eine Komödiantentruppe gehalten worden sein soll. Die Zugbegleiter seien danach so demotiviert gewesen, dass sie mit mehreren Stunden Verspätung in…“

„… für sehr viel Irritationen, dass die von der Bahn bereitgestellte Highspeed-Flatrate mit einem Datenvolumen von insgesamt 5 MB nicht die nötige…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (CCL): Bahnfahren

25 07 2014
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Des Menschen Wille, häufig eine seltsam strukturierte Angelegenheit voller Widersprüche und nichtlinearer Erscheinungsweisen, schrammt nicht selten direkt am Himmelreich vorbei und landet zielsicher in der Grütze, wie uns schon die ersten, noch zaghaften Versuche der frühen Hominiden zeigten. Zwei Sack Korn und im Schnitt anderthalb Kinder kriegte der frühe Ackermann auf seinen Ochsen. Das Vieh ging gemächlich, so dass man nach dem Transport die Gesamtlast noch gut verbrauchen konnte. Eile kannte der Bewohner von Steppe und Runddorf nicht, seine Uhr war der Jahreslauf, sein Sekundenzeiger der Sonnenstand. Die neumodischen Einwanderer, die schon zwei Jahrhunderte früher vom Baum heruntergekommen waren, überzogen das Tal mit einer Innovation, die nicht bei jedem gut ankam: Ochsenkarren. Vielen galt es als purer Schnickschnack, und doch, man konnte damit richtig etwas wegschaffen. Mehr Korn, mehr Kinder (die Monogamie hatte sich mehr und mehr durchgesetzt und die Erbfolge wurde immer schwieriger), notfalls die Alte, die wegen Kind und Kegel moserte. Es spitzte sich zu. Die Moderne würde nur noch eine Frage der Zeit sein, das begriff der Bekloppte im Nu. Ob er die Eisenbahn vorausgeahnt hat, wissen wir nicht, aber das Bahnfahren wird er sich ganz anders vorgestellt haben.

Eine amorphe Masse ist in Sitze geschwiemelt, die man sadistisch veranlagten Ergotherapeuten zur gepflegten Erheiterung vorführt. Alle halbe Stunde bleibt das Gefährt auf freier Strecke stehen, die Motoren gehen aus, während deutsche Rapmusik mit abgrundtief peinlichen Texten durch die Gänge puckert. Die Steckdosen gewinnen den Deutschen Mimikry-Wettbewerb in der Kategorie „Selbst schuld“. Spackvolle Müllbehältnisse lassen per Geruchsoutput eine leichte Ahnung von Ewigkeit durch die Großraumabteile wehen. Schmerzen hat hier niemand mehr, und die Hoffnung auf einen Anschluss nach Bebra auf Gleis 3 verkrümelt sich leise und hässlich. Zeitgemäße Namen wie ICE oder RegioExpress fallen sowieso nur dem ein, der professionell Kantinenspeisekarten betextet und aus anheimelnd zusammengewucherten Gemüseresten noch einen lockenden Arbeitstitel zu kitzeln vermag. Der Rest schweigt. Und das nicht ohne begleitendes Leiden.

Der Aufenthalt in einem Zug ist die perfekte Analogie zur handelsüblichen Vorstellung von der Hölle. Es ist verdammt heiß, verdammt eng, man ist von widerlichen Gestalten umgeben, es ist die reine Gegenwart der Unerträglichkeit, aber dafür weiß auch keiner, ob und wann dieser Mist je enden wird. Das Inferno mit einem Purgatorium namens Straßenbahn oder Überlandbus zu vergleichen ist nicht zielführend; wer könnte bei einem Zug jemals beherzt auf die Bremse treten, die Insassen an die Frischluft kippen und sie fröhlich ihrer Wege ziehen lassen? Wer sich in einen Waggon begeben hat, sollte mit seiner bisherigen Existenz wenigstens abgeschlossen haben, ob auch im Guten, hängt von Saison, Strecke und Fahrgastaufkommen ab.

Nur ein Schwarzes Loch könnte die Situation zwischen Gepäcknetz und Klapptischchen besser beschreiben. Obwohl alles scheinbar von endloser Dauer ist, passiert exakt gar nichts, da die Zeit sich im Innenraum des Ereignishorizonts blubbernd zusammenkrümmt und nichts aus dem ewig kreisenden Radius nach außen dringt. Das Ding ist von außen nicht weiter gefährlich – immer vorausgesetzt, man fühlt nicht den jähen Drang, es von innen anzusehen – und bringt dabei doch zahlreiche physikalische Paradoxa zustande, die ein an Newton geschulter Naturwissenschaftler nicht leckfrei in die eigene Birne gehievt kriegt. Wie lässt sich eine derartige Masse so in ein Raumkontinuum ballen, dass sich selbst Subquarks quantengleiche Koordinaten teilen müssten? Und wer ist dafür verantwortlich, dass ein Haufen Elementarteilchen einen energetischen Zustand annimmt, gegen den der absolute Stillstand wie eine Orgie auf dem Gaspedal aussähe? Fragen über Fragen. Die Antworten, wie immer, pfeifen im Fahrtwind.

Sicher kann man viele logische Überlegungen zum Bahnfahren anstellen. Es muss einen Grund dafür geben, dass der Zug immer da hält, wo man den weitesten Weg zur Treppe hat. Keiner weiß, warum die Reservierungen immer verschwinden; wo bleiben, weiß eh kein Schwein. Letztlich bleibt man immer im Schwarzen Loch hängen. Die Masse klumpt gnadenlos. Vergessen wir den Anschluss nach Bebra. Man wäre ja froh, käme dieser marode Klumpen Stahl überhaupt dort an.

Die Expedition zu den Sternen, ein beliebtes Gedankenexperiment, fußt auf der generellen Reproduzierbarkeit des Beknackten. Wir betreten feuertrunken das Raumschiff und lassen uns in die Weiten der Galaxie pusten, unsere Kindeskinder werden eines Tages – degenerierte Fachidioten zwar und keinesfalls eine Blaupause der Zivilisation – für uns die Lokale Gruppe bereisen. Der Kostenrahmen entspräche etwa einer Rückfahrkarte Bremen Hauptbahnhof – Durlesbach. Was uns rettet, wird die Tatsache sein, dass wir die genaue Verspätung nie erfahren werden.





Auf der Strecke

23 01 2012

„Was habe ich Ihnen beigebracht? Wie heißt das? Na! – ‚Stehen Sie gefälligst auf, wenn ich mit Ihnen rede!‘ Sehr gut. Und weiter? Na? ‚Informieren Sie sich gefälligst vorher!‘ Sehr gut! Und umdrehen. Gut gemacht. Sehr guter Mann. So wünschen wir uns den Service bei der Deutschen Bahn.

Weiterbildung ist das Zauberwort. Ohne unsere berufliche Fortbildung wären wir doch längst nicht mehr konkurrenzfähig – wettbewerbsfähig, wollte ich sagen. Wettbewerbsfähig. Konkurrenz haben wir glücklicherweise keine zu fürchten, das macht den Wettbewerb für uns ja so angenehm. Und da haben wir dies Jahr damit begonnen, unser Personal auszubilden – fortzubilden, wollte ich sagen.

Bitte hier einmal ganz genau hinsehen, Leute – wir können uns keine Fehler mehr leisten. Die Kundenberatung muss optimiert sein auf das Ziel unseres Unternehmens: wir erhalten den Betrieb aufrecht, falls uns nichts dazwischen kommt, und das entscheidet nicht der Fahrgast. Wir hatten im vergangenen Quartal 30,7% Kunden, die bis zu 60 Euro zu viel bezahlt haben für Zugfahrten mit maximal drei Stunden zu langer Reisezeit und sieben unnötigen Umstiegen. Das sind Belege! Die Bilanz wird mir im laufenden Geschäftsjahr nicht versaut, klar? Sieben unnötige Umstiege – mit dem Bus bekommen Sie so eine Leistung überhaupt nicht hin. Deshalb werden wir uns auch weiterhin gegen jeden Omnibusverkehr in Deutschland zur Wehr setzen. Vor allem gegen die Privatwirtschaft!

Ja, früher war sowieso alles besser. Da mussten wir aber auch nicht diese hohen Managergehälter bezahlen, und die unterirdischen Bahnhöfe waren oberirdisch. Diese Rekordgewinne müssen sein. Damit rechtfertigen wir die ständig steigenden Fahrpreise. Schauen Sie mal, die Sanierung vom Berliner Hauptbahnhof kostet schon ein Vermögen, da können Sie nicht auch noch erwarten, dass wir ständig unsere Kunden mit Service belästigen. Aber wir bessern uns schon. Das werden Sie spätestens in diesem Sommer sehen – die neuen Klimaanlagen gehen nur kaputt, wenn man sie anschaltet.

Die meisten Fahrgäste machen sich ja ein völlig falsches Bild von der Deutschen Bahn. Die sehen nur unfreundliches Personal, das seine Vorschriften nicht kennt, und defekte Zugtoiletten. Dabei sind wir für das marode Schienensystem auch noch verantwortlich. Und für den Fahrzeugmangel außerhalb der Hauptverkehrszeiten in den Randgebieten. Können Sie sich diese Belastung überhaupt vorstellen? Wir können kaum noch gehen vor lauter Selbstachtung, da können wir uns doch nicht auch noch um Kunden kümmern!

Hören Sie auf, uns ständig zu verunglimpfen! Wenn Sie morgens aufwachen und plötzlich vor einer zehn Zentimeter hohen Schneewand stehen, da schaffen Sie es auch nicht bis Bad Salzuflen – aber von einem Zug verlangen Sie das einfach so! Das geht doch nicht! Diese witterungsbedingten Störungen sind manchmal aber auch vollkommen unvorhersehbar, wie sollen wir die denn bitte in den Fahrplan einarbeiten? Sagen Sie uns vielleicht ein halbes Jahr vorher Bescheid, wenn es regnet?

Und wir üben das jetzt noch mal mit den Sitzreservierungen. Was habe ich Ihnen gesagt? Fahrgäste, die ohne Sitzreservierung auf nicht reservierten Sitzen sitzen, müssen auf nicht reservierte Sitze umgesetzt werden, weil die nicht reservierten Sitze auch durch eine Sitzreservierung reserviert werden könnte. Das gilt auch und besonders für gehbehinderte Senioren, Schwangere und Fahrgäste mit oder ohne Sitzreservierungen, wenn im anderen Teil des Zuges reservierte Sitze frei sind. Oder nicht reservierte. Merken Sie sich das. Das brauchen Sie im Fernverkehr täglich. Da setzt sich dann einer auf die Treppe zur 1. Klasse und hat in Wirklichkeit keine Sitzreservierung reserviert, weil es auf der Treppe keine Sitze gibt, die man mit einer Sitzreservierung – wo war ich?

Jetzt regen die sich alle wieder auf wegen dieser Typen aus Italien. Dabei war das gar nicht wegen der Fahrkarten, die sie nicht dabei hatten. Wird in der Presse immer völlig falsch dargestellt. Nein, das war Beförderungserschleichung. Die waren doch gerade schon auf einem sinkenden Schiff, was wollen die jetzt noch in der Deutschen Bahn?

Und jetzt bitte das Verhalten am Kunden. Fahrgast beschwert sich, weil zwei Anschlusszüge ausfallen und der dritte sich um mehrere Stunden verspätet. Antwort A: ‚Seien Sie froh, wenn wir Ihnen den verlängerten Aufenthalt in unseren Verkehrsmitteln nicht extra berechnen.‘ Antwort B: ‚Wir passen uns den Klimaschutzzielen an. Wenn die auf der Autobahn schon kein generelles Tempolimit hinkriegen, dann gehen wir mit gutem Beispiel voran. Bei der Deutschen Bahn kommen Sie viel bequemer zu spät.‘ Na? Richtig!

Also bitte, was wollen Sie denn? Wir setzen uns für Bildung ein, wir vertreten regionale Interessen, bei uns lernen Kinder etwas fürs Leben. Wer sich in unserer komplizierten Welt auskennen will, der muss eben früh genug in Kontakt kommen mit der Wirklichkeit. Setzen Sie mal so ein kleines Kind irgendwo in der Pampa auf dem Bahnsteig aus, das lernt seine Umgebung aber ganz fix kennen! Da staunen Sie, was? Das hat bei uns Methode. Nichts wird dem Zufall überlassen. Mit der Deutschen Bahn bleiben Sie auf der Strecke.“





Die Bahn kommt

10 01 2011

04:45 – Im Bahnbetriebswerk Düren gießt sich Erwin K. (58) einen Pfefferminztee auf. Ein langer Tag an der Schnellfahrstrecke Köln–Aachen steht an. Die Außentemperatur lässt den Betriebsdirektor mit den Zähnen klappern. Es läuft ihm eiskalt den Rücken herunter: +2 °C. Dies wird eine harte Bewährungsprobe sein für Mensch und Maschine. Der Einsatzzug nach Rothe Erde steht bereit. Die Abfahrt verzögert sich wegen einer technischen Störung um zehn bis fünfzehn Minuten.

05:22 – Synergieeffekte kündigen sich in mehreren deutschen Großbahnhöfen an. Weder in Essen noch in Mainz, Heidelberg oder Koblenz sind die Fahrkartenautomaten in der Lage, Fahrkarten zu verkaufen. Eine Planungskommission nimmt sich der Sache an. Erste Ergebnisse werden für April erwartet.

06:42 – Dankbar nimmt Betriebsleiter K. das Angebot des Veteranen Juri Profirjewitsch L. (86) an, den noch immer nicht fahrbereiten Zug in den Bahnhof einzuschleppen. Der russische Bahner, der noch die Munitionstransporte des Vaterländischen Krieges an den Rand des Stalingrader Kessels miterlebt hatte, findet sich auf der Kleinlokomotive Leistungsgruppe II rasch zurecht; bereits elf Minuten nach dem Anwerfen des Dieselaggregats befinden sich zwei komplette Zugeinheiten im Dürener Gleis.

07:16 – Im ZDF-Morgenmagazin gibt Bahnchef Rüdiger Grube neuen Zündstoff in der Diskussion um den Stuttgarter Bahnhofsbau. Er räumt zunächst erhebliche Defizite ein, überrascht dann aber mit einer wirklich tollen Nachricht. Stuttgart 21 werde keinen einzigen Euro kosten. Man werde dazu die baden-württembergische Landeshauptstadt einfach weiträumig umfahren und sich auf diese Art einen Bahnhof ersparen.

08:05 – Das improvisierte Meeting in der Agentur Schräubele Beißling Friends & Partner deckt erhebliche Kommunikationsdefizite auf. Der versehentlich durchgesickerte Entwurf Alle reden vom Wetter. Die Bahn nicht, das wäre auch zu peinlich hat bereits den Kunden erreicht. Köpfe sollen rollen. In aller Eile überlegen sich die Leiter der PR-Abteilung eine Ausrede. Das Fax wird gelesen, abgeheftet und ignoriert. Glück gehabt. Die Deutsche Bahn interessiert sich nicht für das, was Beraterfirmen ihr sagen.

08:28 – Nach knapp dreieinhalb Stunden Wartens auf dem Bahnsteig dürfen die ersten Fahrgäste den Einsatzzug betreten. Betriebsleiter K. hatte sich schon seit einer halben Stunde gefragt, welcher Zug dort Gleis 2 blockiert – Zugchef Klaus O. (34) sah vor einer Aufforderung, die Türverriegelung der Zugeinheiten zu lösen, keine Veranlassung, den Einsatzzug nach Rothe Erde in Betrieb zu nehmen. Nach einer lautstark ausgetragenen Diskussion vor allen Zuggästen, in denen sich beide Mitarbeiter eine weitere halbe Stunde lang übel beleidigen, scheint Bewegung in die Sache zu kommen.

08:41 – Die Konzernzentrale der Deutschen Bahn AG gibt stolz bekannt, dass zum ersten Mal die Hartmut-Mehdorn-Medaille verliehen wird. Bahnchef Grube, der als einziger Kandidat zur Wahl stand, verleiht sich die mit 500.000 Euro dotierte Auszeichnung gleich selbst.

09:03 – Lokführer Jens P. (44) teilt dem übrigen Bahnpersonal mit, dass die Heizung eingefroren sei. Man könne wegen der strengen Minusgrade die Lokomotive nicht in Betrieb nehmen, die Fahrt müsse ausfallen. Zugchef O. macht P. darauf aufmerksam, dass sich die Temperaturanzeige bereits bei +3,5 °C befindet und sich dessen Diagnose auf ein mit Heckleuchte an/aus beschriftetes Messinstrument bezieht. P. korrigiert sofort seinen Fehler. Im Zuge eines guten Betriebsklimas unter den Mitarbeitern einigen sich beide auf eine Verzögerung der Abfahrtzeit wegen technischer Störung um dreißig bis vierzig Minuten.

09:32 – Überraschend haben sich ganz neue Synergieeffekte mit defekten Fahrkartenautomaten und den selten auftretenden Zugverspätungen im einstelligen Stundenbereich ergeben: die Toiletten im Bahnhof Aschaffenburg sind nicht zu benutzen. Die Planungskommissionen haben beschlossen, zur Nutzung von Synergieeffekten ihre Planungen zusammen zu planen.

10:17 – Neuigkeiten aus der Konzernzentrale. Zahlreiche effektive Sparmaßnahmen haben den Bahnkilometer derart verbilligt, dass er brutto nur noch 1,37 € kostet – woran sich der Fahrgast mit bescheidenen 7,82 € (netto) beteiligt. Mehr Kundenfreundlichkeit, so das Gremium, sei dem Verbraucher nicht zuzumuten.

10:33 – Lokführer Jens P. hatte nur die Seite in der Bedienungsanleitung für den 406 x01–x13 verwechselt, doch jetzt laufen die Heizungen auf Hochtouren, wenngleich nur im vorderen Teil des Zuges. Der zweite Halbzug wird nur von der Menge der Fahrgäste gewärmt, die dank eines fehlerhaften Reservierungssystems in anderthalbfacher Menge vorhanden sind und die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges stehend verbringen.

10:44 – Ramsauer tobt. Er will die Schweizerische Staatsbahn wegen unlauteren Wettbewerbs verklagen. Die Züge der SBB fahren, obwohl eine drei Millimeter dicke Eisschicht die Bahnhofsuhren bedeckt. Der Bundesverkehrsminister kündigt an, die Eidgenossen aus der EU zu schmeißen, wenn sie nicht sofort die vielen ausländischen Wörter aus ihrem Fahrplan entfernen.

10:58 – Die Direktion Köln gibt ihre Zustimmung, Erwin K. darf einen neuen Halbzug anfordern, dessen Heizungssystem garantiert gewartet wurde. Direktionsmitarbeiter Stefan W. (41) verschweigt, dass die letzte der halbjährlichen Prüfungen im März 2001 stattgefunden hat. Aber danach war er ja auch nicht gefragt worden.

11:03 – Die gemeinsamen Planungen der synergetisch zusammenarbeitenden Kommissionen werden zur Planung neuer Synergieeffekte jetzt von einer gemeinsamen Planungskommission geplant. Ihr Eintreffen wird sich allerdings um ein bis zwei Stunden verzögern, da sie mit dem Zug anreisen.

11:40 – In Abstimmung mit der Deutschen Bahn spricht sich auch der baden-württembergische Ministerpräsident Mappus ganz objektiv für eine sofortige Fortsetzung von Stuttgart 21 aus, da nur so eine Unabhängigkeit von den katastrophalen Eiszeitbedingungen zu erwarten sei. Wenn wegen der zu erwartenden Streckenstilllegung ohnehin kein Zug mehr Stuttgart werde anfahren können, erspare man sich sämtliche Unterhaltsmaßnahmen für den geplanten Tiefbahnhof. Dadurch verteuere sich der Bau auch nicht, wie zuerst angenommen, auf 88,9 Milliarden, sondern nur auf 88,87 Milliarden Euro.

12:18 – Bahnchef Grube eilt nach Potsdam. Private Ermittler hatten die Überreste eines Schneehaufens ausgemacht. Während sich der Unternehmensleiter vor dem zwanzig Zentimeter hohen Konglomerat aus kristallinem Matsch und Straßenschmutz von einem Kamerateam filmen lässt, arbeitet die PR-Abteilung der Deutschen Bahn AG bereits an der Pressemitteilung: große Schneemengen schmelzen ab, es ist unmöglich, unter diesen Bedingungen den Bahnverkehr aufrecht zu erhalten.

12:21 – Vollkommen unbemerkt synchronisiert das Medienteam den Film neu. Für den Fall, dass Grube im kommenden Winter noch beruflich mit der Deutschen Bahn AG zu tun haben sollte, teilt die Tonspur mit, die enormen Schneemengen seien Vorboten einer interstellaren Klimakatastrophe, die jeden Bahnverkehr unmöglich machten.

12:25 – Kurz vor der endgültigen Order des neuen Zugteils entdeckt Betriebsdirektor K. das Memo, dass nur noch Zugeinheiten oder das zum Betrieb desselben erforderliche Zugpersonal angefordert werden dürfen, da eine doppelte Anforderung mit den Sparzielen des Unternehmens nicht mehr zu vereinbaren sind. Direktionsmitarbeiter Stefan W. bestätigt dies zeitnah. Während der unbeheizte Halbzug sich langsam wieder der Außentemperatur annähert, ist nicht in Erfahrung zu bringen, wie sich das Innere der beheizten Hälfte macht. Die Türen sind nicht mehr zu öffnen.

12:50 – Die Pressemitteilung zur flächendeckenden Einführung der neuen FAB (Fahrkarten-Abreiß-Blocks) aus Recycling-Papier lässt aufhorchen. War man bisher von Mobilendgeräten abhängig, die in Synergie mit nicht funktionierenden Fahrkarten-Ausgabeterminals versagten, so werden ab sofort kleine Pappkärtchen mit Kugelschreiber ausgefüllt, einem Gerät, das sogar von der Bundesregierung höchste Wertschätzung erfährt. Die Deutsche Bahn, so die Deutsche Bahn, sei gut gerüstet für den Wettbewerb: bei weiter voranschreitendem Tempo könne man die für das Jahr 2015 vorgesehenen Entwicklungsschritte tatsächlich schon bis 2027 erreichen und hätte damit knapp Bangladesch eingeholt – falls es nicht zwischendurch regnet.

13:59 – Der reine Wagemut bringt Zugchef Klaus O. dazu, eine seit 2007 zur Wartung der Radreifen ausgesonderte Einheit vom Abstellgleis entfernen zu wollen; es scheitert letztlich daran, dass er sich nicht in der Lage sieht, den Triebkopf in Gang zu setzen. Die Abfahrt dieses Zugteils wird sich wohl aus Gründen auf unbestimmte Zeit verzögern.

14:08 – Eine Planungskommission stellt fest, dass sämtliche Züge mit Elektroantrieb zusätzlich mit Dieselaggregaten ausgerüstet sein müssten, um im Notfall die Stromversorgung für Heizung, Beleuchtung und Klimaanlage sicherzustellen. Der Vorstand greift die Anregung dankend auf. Für den kommenden Winter empfiehlt er den Probelauf einer neuen Serie von Kühlkompressoren, für den übernächsten Sommer eine temperaturgeregelte Hochleistungsheizung. Alternativ wird empfohlen, nur die nötigen Finanzbedarfe zu ermitteln und das Geld in die Fassadengestaltung der Berliner Bahnhöfe zu investieren.

14:21 – Mit einem heiseren Wutschrei drischt O. auf die Armaturen im Führerstand ein. Dabei trifft er versehentlich den mit Hauptschalter beschrifteten Hauptschalter. Rumpelnd schaltet sich das Dieseltriebwerk ein. Verwirrt betätigt der Zugchef freistilmäßig diverse Knöpfe, Hebel und Kippschalter. Ruckelnd fährt der Zug an. Wäre da nicht die Tatsache, dass die Bremsen nicht ganz gelöst sind, alles wäre in Ordnung.

14:28 – Ohrenbetäubendes Kreischen begleitet den Zug, der langsam durch den Bahnhof gleitet. Doch das kann die Fahrgäste auf dem Bahnsteig nicht davon abhalten, die über das Gleisbett kratzende Zugeinheit zu entern – sie besteigen den Zug, denn sie wollen nur eins. Raus aus Düren. Weg von hier.

15:43 – Da in der kompletten ICE-Flotte die Kühlschränke ausgefallen sind, werden die Vorräte in die Bordbistros zwar eingeräumt, die rollenden Gastbetriebe sind jedoch nicht geöffnet. Am Zielbahnhof, so Konzernchef Grube, entsorge man selbstverständlich rückstandsfrei alle Lebensmittel. Ein Unternehmen, das bald zu den modernsten an der Börse gehören werde, so der oberste Führer, dürfe nie ohne ausreichende Verpflegung unterwegs sein. Dies sei unprofessionell.

16:39 – Keiner hatte Erwin K. davon informiert, dass ausgerechnet heute Außenminister und Vizekanzler in seinem Stammland auf Achse ist. Mit einer südkoreanischen Gesandtschaft im Schlepp betritt er den Dürener Bahnhof, Gleis 1, wo sich eine knallheiße, mit keifenden Passagieren vollgepfropfte Blechwurst befindet. Die Gäste können mit Mühe davon abgehalten werden, dies für einen experimentellen Nachbau der Tokioter U-Bahn zu halten.

16:49 – Die Mannschaft, inklusive Sicherheits- und Pressepersonal, besteigt den ausrangierten Zweitzug und bereitet sich auf die versprochene Reise im Hochgeschwindigkeitsexpress vor: die Fenster werden verhängt. Der eilig herbeigeschaffte FDP-Ortsverband Düren ruckelt von unten an den Waggons, um eine Turbo-Fahrt durch Deutschland zu simulieren. Die Hälfte skandiert U-Tschu-Tschu zur Simulation des Fahrgeräuschs, vereinzelte Personen mischen im Sekundentakt mit Ka-takkatakk Schweißstellenstöße ins akustische Panorama. Westerwelle unterhält sich blendend. „They will go on the Germans’ purse“, kündigt der Außenwirtschaftsminister seinen fernöstlichen Gästen an.

17:17 – Auf die Presseanfrage, ob es in den ICE-Zügen wenigstens intakte Kaffeemaschinen gebe, reagiert der Vorstand verschnupft. Man teilt den Journalisten mit, die technischen Schwierigkeiten der Deutschen Bahn seien größtenteils eine Folge der Umweltschützer, die einen zu starken Beschnitt von Baumkronen in Oberleitungsnähe verhindern. Durch die vielen Schneebrüche komme es zu kaum tragbaren Verspätungen, die sich im Laufe der Jahrzehnte aufsummierten. Der Weltuntergang stehe unmittelbar bevor.

17:28 – Die Illusion ist perfekt, der Dürener Bahnhof rauscht inzwischen direkt näher an München heran; Stoibers Vision wird Wirklichkeit. „This have all we from the FDP upbuilt“, informiert Westerwelle die Delegation. „Special I, who am the allgreatest Top-Politician under the Outside Ministers, have maked that here in Germany now all many, many better is! And I speak it out“ Die Südkoreaner sind zu höflich, um die drittklassige Schmierenkomödie zu bemerken, diese ist allerdings so offenkundig, dass Westerwelle sie für wirklich hält. Er beschließt, gleich nach der Ankunft in Berlin, eine Pressekonferenz zu geben, damit die Nation weiß, dass er, Guido Westerwelle, ganz allein mit vielen Ausländern Tut-Zug fährt.

18:00 – Der Vorstand stellt das neue Wellness-Angebot der Deutschen Bahn vor: die BahnCard StehPlatz. Eine Reservierung entfällt ab sofort, so kann sie auch nicht mehr schiefgehen.

19:40 – Die hereinbrechende Dunkelheit verunsichert die Mitarbeiter. Auf Anfrage der Konzernleitung gibt die Münchener Universitäts-Sternwarte bekannt, dies sei ein vollkommen normaler Vorgang, der weder bedrohlich noch sonderlich bemerkenswert sei, sondern immer schon so stattgefunden habe. Bahnchef Grube bezeichnet dies als sozialistische Spekulationen und kündigt juristische Schritte an. Nichtsdestoweniger kann er nicht verhindern, dass dreizehn Züge aus dem Verkehr gezogen werden müssen: die Batterien waren schon vor Tagen als defekt gemeldet worden und versagen der Zugbeleuchtung den Dienst. Die Anweisung von ganz oben, die Zugeinheiten mit der Taschenlampe durch die Lüneburger Heide zu lotsen, lehnen die Zugführer kategorisch ab. Grube droht Konsequenzen an.

21:24 – Beim Versuch, die Stromversorgung mit Bordmitteln zu reparieren, gibt es im ICE 25 kurz vor Augsburg einen Kurzschluss; die Verriegelung löst sich, so dass eine Tür in voller Fahrt abreißt. Die Eisenbahndirektion teilt dem Zugchef mit, dass von den Fahrgästen für die nicht im Preis inbegriffene Spezial-Aircondition ein Aufschlag zu erheben sei.

23:39 – Seit dem Ichenberger Tunnel sind zwei Fahrgestelle aus dem Gleis gesprungen. Der Zug stuckert wie ein mobiler Schüttelrost durch die Nordeifellandschaft, allein er erreicht Rothe Erde nie. Eine festgefressene Weiche im Bahnhofsgleis von Stolberg lenkt die Wagen im Schneckentempo auf Gleis 4. Es hätte nicht schlimmer kommen können.

23:44 – Mit einem dumpfen Stoß, gefolgt von verröchelndem Knirschen und tieffrequentem Gepolter, setzt der Einsatzzug auf dem Ende von Gleis 4 auf. Der Prellbock verhält sich physikalisch durchaus vorschriftsmäßig, er beendet die Fahrt mit einem unelastischen Stoß. Bange Minuten der Stille liegen in der Luft, nächtlich rauchende Trümmer knarzen unter dem eigenen Gewicht, bis sich Zugchef Klaus O. aufrappelt und leicht benommen noch aus dem geborstenen Seitenfenster beugt, um mit zittriger Stimme die Fahrgastinformation ins Dunkel zu rufen: „Meine Damen und Herren, wegen einer technischen Störung endet die Fahrt bis auf weiteres in Stolberg Hauptbahnhof. Ssänk ju for träwwelink wiss Deutsche Bahn!“





Rückwärtsgang

11 11 2010

„… musste der Städtetag feststellen, dass die flächendeckende Privatisierung nicht nur generell teurere, sondern vor allem schlechtere Leistungen zur Folge hatte, so dass nach der Abstimmung, die nur als Formsache galt, ein einstimmiges Ergebnis für die Restitution der ehemaligen Verhältnisse vorlag, ein Ausgang, von dem man nun annimmt, dass er auch für die Landes- und Bundesebene…“

„… konnte der Streudienst der Freien und Hansestadt Hamburg auch ohne zusätzliche Hilfe des FDP-Chefs die notwendigen Hilfskräfte zur Verfügung stellen, da die Stadt eigene Bedienstete in eigenen Fahrzeugen mit Quarzsand und Auftausalz aus eigener Bevorratung entsandte, die das überraschende Glatteis…“

„… sich anlässlich der Wiedereinweihung des Paketamtes Hamburg weigerte, die in Abstimmung mit der Gewerkschaft vorformulierte Rede zu halten. Seitens der ehemaligen Paketzusteller wurde vor allem moniert, dass Postminister Pofalla…“

„… mit dem ICE von Dresden nach Chemnitz die Restrukturierung der Deutschen Bundesbahn als staatliches Transportunternehmen auf der Schiene feierte. Bundesverkehrsminister Mappus betonte, niemand habe die Absicht, einen Börsenkurs zu errichten oder…“

„… dass sozialversicherungspflichtige Arbeit, wie es Guido Westerwelle ausdrückte, per se nur von dekadenten Sozialisten ausgeübt würde, um deren Gier nach spätrömischer Lohnfortzahlung im anstrengungslosen Krankheitsfall zu befriedigen. Das Grünflächenamt Castrop-Rauxel blieb dabei, den Erinpark auch weiterhin von hauptamtlichen Kräften pflegen zu lassen, statt Ein-Euro-Jobber…“

„… auch nicht zu erwarten gewesen, dass die Paketzustellung nun so reibungslos abliefe wie noch vor zwanzig Jahren; die für Innenminister de Maizière bestimmte Rohrbombe, die am Montag explodieren sollte, war so schon am vorangehenden Freitag im Bundesministerium abgeliefert worden und konnte vom Entschärfungskommando der…“

„… darum auch ein erheblicher Rückgang der Niedriglöhner zu sehen war. Erwartungsgemäß wurde der Erfolg getrübt von den 850.000 Kräften, die zuvor als Bewerbungstrainer, Jobvermittler, in Zeitarbeitsfirmen und privaten Kontrollbetrieben für Arbeitslose gearbeitet hatten und nun ohne die vom Steuerzahler finanzierten…“

„… nun auch für den Briefverkehr, der nun dank einer vereinfachten Dienstvorschrift noch mehr auf die Bedürfnisse der Postkunden zugeschnitten werden soll: Briefsendungen, die in Briefkästen eingeworfen oder an Briefpostämtern eingeliefert werden, sollen künftig vom Briefträger an den jeweiligen Empfänger zugestellt werden. Kritiker bemängeln, eine derart komplizierte Vorschrift…“

„… sich die Kommission darauf einigte, eine Gesamtlösung zu errechnen. Trotz der hohen Kosten von fast 90 Millionen Euro könne auf dem Stuttgarter Streckenteil eine Fahrzeitverkürzung um bis zu zwanzig Minuten…“

„… sich über den Missbrauch der Paketdienste beklagte. Dass mit der ansteigenden Nachfrage der Binnenkonjunktur auch das Bruttoinlandsprodukt steigt, hatte dem Wirtschaftsminister bisher keiner verraten, so dass Brüderle ganz alleine…“

„… stellte das Hauptamt Bebra anlässlich einer Rechnungsprüfung fest, dass die beauftragte Firma CityClean gemäß ihren Forderungen mehrere Jahre lang täglich ein Areal von der Größe Grönlands nass durchgewischt zu haben behauptete. Man sei erst stutzig geworden, so Kassenwart Ernst P. (55), als die Personalnummer des Straßenkehrers Lutz W. (23) auch bei der dreimal abgerechneten Untertunnelung der Kasseler Kuppe…“

„… könne nun auch in die Anzahl an Automaten wieder reduziert werden. Postminister Pofalla nahm dies zum Anlass, entschieden zu widersprechen und eine Umschulung von Überwachungskameras zu Postwertzeichenausgabegeräten zu fordern. Eine ungeschnittene Version von Pofallas Bemühungen, eine 55-Cent-Marke aus dem Automaten zu ziehen, wurde trotz ihrer Länge auf einer 3-DVD-Box…“

„… selbstverständlich auch der Müllabfuhr, deren Kenntnisse umweltgerechter Entsorgung die profitorientierten Strukturen der alten Anbieter ausstach. So legte die Abteilung Wert darauf, dass die Mitnahme eines ausgedienten Bettgestells durch einen städtischen Bediensteten schon wegen der bürokratischen Hürden einer arbeitsrechtlichen Maßnahme nicht geahndet…“

„… als technische Sensation gewertet, dass der neue ICE nicht nur über Selbstverständlichkeiten wie WLAN, Schlafsitze, eine Minibar und eine ausgefeilte Neigetechnik jenseits der 475-km/h-Grenze verfügt, sondern um eine Klimaanlage, die auch außerhalb von Labor und Werkstatt…“

„… sich auch die Frage stellt, warum eine Post in Staatseigentum die Produkte einer Mobilfunk- und einer Papierwarenmarke verkaufen müsse. Auf dringendes Ersuchen teilte Postminister Pofalla mit, die Angebote für Hühnerfleisch und Winterreifen mit sofortiger Wirkung aus dem Sortiment zu…“

„… nochmals darauf hingewiesen, dass es sich bei den angekündigten Fahrpreisminderungen nicht um einen Aprilscherz handelte, sondern…“

„…jetzt auch der Telekommunikationszweig der Zustellung anschloss, da die Höhe der Vorstands- und Aufsichtsratsgehälter nicht mehr aus den Unternehmensgewinnen zu bezahlen…“

„… sich der Fahrgastverband Pro Bahn lobend darüber äußerte, das deutsche Schienennetz sei nun bald wieder so gut wie 1970, während die…“





Oben bleiben

4 10 2010

„Das muss man mal ins Auge fassen. Die Medien sind ja auch nicht mehr das, was sie mal waren. Ich meine, warum machen wir erst diesen ganzen Trubel mit dem Staatsfernsehen, und dann kommt da diese Slomka und stellt einfach irgendwelche Fragen, die sie nicht vorher eingereicht hat? Sind wir hier bei den Hottentotten? Hat dieser Frau denn keiner klar gemacht, mit wem sie da redet? Ist das etwa der pflichtschuldige Respekt?

Natürlich müssen jetzt Köpfe rollen, das ist doch klar. Die Polizisten sind auf den Videos für unsere Leute leicht zu identifizieren, da braucht’s keine Nummern auf der Uniform, und dann werden wir einige von denen öffentlich schurigeln. So Disziplinarmaßnahmen eben. Auch mal ein bissel was Strafrecht, kann man machen. Befehlsnotstand? Wenn ich mich aus allem rausreden will, werde ich nicht Polizist, dann gehe ich in die Politik! Nein, wir verhandeln da nicht. Wenn Grube sagt, dass Mappus sagen soll, dass er das so haben will wie Grube, dann macht Mappus das. Woher Mappus weiß, ob Grube etwas gesagt hat? Weiß ich doch nicht. Fragen Sie Grube.

Dieser Öselmir, Öseldings, wie der da heißt, der ist doch einer von denen, oder? Ist der nicht einer von denen? Das müsste man jetzt auch irgendwie einfädeln. Ja, müsste man geschickt einfädeln, also lassen Sie bitte den Innenminister da raus, das ist ihm zu hoch. Also dass der Ösmir einen von denen ist. Dass die gegen alles sind und die Freiheit zerstören wollen, dass man da mit aller Gewalt gegen die… nein, lassen Sie das weg. Das klingt nicht gut. Gewalt, das ist nämlich eine Frage des Gewaltmonopols, das zur Demokratie gehört, und Herr Mappus und die Demokratie in einem Satz, das kann man nicht machen.

Den Ösil – das war der nicht? Wie hieß dieser anatolische Ökostalinist noch gleich? Wenn der Ötzfötz da ankommt, sagen Sie ihm, wir werden das Problem lösen. Der wird sich nach dem Wahlsieg noch umgucken, dass wir ihm nicht automatisch die Mitregierung anbieten. Da kann er aber Gift drauf nehmen, der Ösimir.

Kriegen Sie das irgendwie hin? Sie haben doch Verbindungen da, wenn man irgendein türkisches Wohnhaus abfackeln könnte? Natürlich nur so, dass man hinterher die Mohammedaner auch als linke Chaoten hinstellen kann. Vielleicht wenn man – was? Kastanien aus dem Feuer? Verstehe…

Auf gar keinen Fall, das war ja nur Stuttgart! Dafür war natürlich nur Rech verantwortlich, die Kanzlerin hat sich da komplett rauszuhalten und der Bundesinnenminister auch! Das ist hier eine reine städtebauliche Angelegenheit! Die Merkel soll uns hier nicht ins Zeug pfuschen, Baden-Württemberg kann das alleine regeln. Bundespolitik ist hier ganz falsch, wir lassen uns auch nicht für irgendwelche linken Schmierkampagnen und für irgendeinen Untersuchungsausschuss instrumentalisieren. Wir sind doch keine Kinder!

Nein, das glaube ich nicht. Die Beteiligung des Bundes ist ja nur eine Restfinanzierung. Mafia-Methoden? In den Neckar? Nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass Herr Mappus Feinde hat. Dazu hat er doch viel zu viel mit der Wirtschaft zu tun.

Könnten Sie sich eine Solidarisierung vorstellen mit diesem Chaotenpack? Die Kommunisten haben doch Erfahrung mit feindlicher Übernahme, und unsere Wirtschaftskanzleien machen ja eigentlich den lieben langen Tag auch nichts anderes als das. Ja, ich fände das ganz gut. Die linken Chaoten müssen ja nicht freiwillig an den Verhandlungstisch kommen. Hauptsache, wir können das irgendwie in der Presse lancieren – wie mit den Pflastersteinen, das Dementi interessiert ja hernach auch keinen mehr, wissen Sie. So machen wir das ja auch, wenn der Staatsanwalt – also praktisch immer. Fotos mit Mappus und den Parkschützern und ein ganz entspannter Pressetext, dass die Kritiker ja im Grunde ganz große Fans des Ministerpräsidenten sind und der Landesregierung und der CDU und… Merkel? Die Alte soll bloß in Berlin bleiben, der Herr Mappus hat doch noch viel vor, wenn er erst den Parteivorsitz innehat.

Organisieren Sie das mal mit dem Treffen. Das wird schon klappen, wir haben gute Verbindungen zur Polizei. Wenn die Schwierigkeiten machen… wer, die Polizei? Die macht keine Schwierigkeiten. Die bringt sich höchstens ins welche.

Ja, das hatten wir schon bedacht. Wir sollten da eine gemeinsame Resolution abfassen, denen auch die Projektgegner zustimmen können. Am besten natürlich mit einem griffigen Slogan, wenn Sie da etwas parat hätten. Nicht geeignet? Aber schauen Sie sich doch mal die Beliebtheitswerte von Herrn Mappus an. Der will doch auch um jeden Preis oben blieben.

Auf gar keinen Fall, das war ja Bundespolizei! Dafür war natürlich de Maizière verantwortlich, denn die Bahn ist ein Staatsunternehmen. Deshalb muss der Bundesinnenminister die Verantwortung tragen für den Polizeieinsatz, da es um den Pächter ging und nicht um den Besitzer. Dafür kann man weder die Stadt noch das Land zur Verantwortung ziehen! Außerdem ist das keine Angelegenheit des Städtebaus, das ist ein Bahnprojekt und damit eine Angelegenheit des Bundes. Das werden wir nicht auf Stuttgart schieben lassen, dafür ist natürlich die Kanzlerin zuständig. Wir lassen uns unser schönes Stuttgart nicht kaputt machen durch diese Politik der… Stimmt, Mappus ist ja auch in der CDU. War mir gerade entfallen.

Haben Sie das gelesen? Das ist doch ein klasse Plan! Ja, finde ich auch. Also eine Demonstration aus Studenten, oder machen Sie’s halt so ähnlich. Die Leute könnten unterernährt ja aussehen und abgerissen, wie so das typische Chaotenvolk, dann kauft man denen die Studenten schon ab. Die müssen sich hier im Schlossgarten versammeln, schon so eine ganz große… Nein, mehr als vierzig oder fünfzig müssen es nicht sein. Das wird dann auch zu teuer. Und dann vielleicht noch so ein Lautsprecherwagen, Sie wissen doch, in Duisburg kamen die doch bei Sauerland auch gut an, das könnte man doch machen – teuer? Hmja. Haben denn Jura-Studenten nicht mehr so viel Geld wie früher? Ah, verstehe. Dann müsste man eher die Junge Union aufmarschieren lassen. Aber nicht wieder in die erste Reihe, das wird zu gefährlich!

Richtig Dampf, verstehen Sie? Eine richtige Demo muss das werden, chaotisch, Trillerpfeifen, Luftballons, alles! Die sollen ganz schlimme Sachen sagen, staatsgefährdende Sachen uns so. ‚Böser Mappus‘ und ‚Wir sind hier, um unsere nicht so ganz zufriedene Unzufriedenheit zu artikulieren‘ und ‚Mappus, wir wollen einen Bahnhof von Dir‘. Ja, so radikale Sachen sollen die sagen!

Man müsste dann eben dafür sorgen, dass der Herr Ministerpräsident da ankommt und die Demonstranten direkt anspricht. Wieso auf dem Wasserwerfer? Dass er sie alle… Plastehut? was haben Sie mit dem Plastehut? Wichtig ist doch, dass Mappus theatralisch den Bittstellern nachgibt und ihnen großzügig den geplanten Bahnhof verspricht. Das ist doch mal ein Zeichen von Größe. Das erwartet man auch von einem Landesvater.

Sponsoring? Wenn die alle mit einem Hemd von Wolff & Müller ankommen, wird aber der Herr Föll gar nicht zufrieden sein. Das ist keine Kostenfrage, wir möchten nur Chancengleichheit für die Firmen, verstehen Sie, und wir können das ja so kurzfristig nicht mehr ausschreiben. Nein, bedaure. Nicht auf Landesebene. Das regelt Stuttgart immer direkt, wenn Sie sich wegen eines Preisnachlasses bitte direkt an den Bürgermeister wenden wollen?“