Drohende Gefahr

3 05 2018

„Vor allem weiß man beim neuen Polizeigesetz eins: wenn Sie dagegen sind, dann sollte man Sie so schnell wie möglich abknallen.

Natürlich gibt es da Ausnahmen. Aber generell werden Sie mit staatsgefährdenden Umtrieben, zum Beispiel mit demokratischem Gedankengut, von der bayerischen Polizei als gefährliche Person entsprechend behandelt und jetzt noch effektiver überwacht. Dazu brauchen wir jetzt einige zusätzliche Instrumente, die wir bisher nicht hatten, zum Beispiel die gute alte Handgranate. Sie kennen das vielleicht noch aus dem Terrorismus der Siebziger, da hat die RAF auch zurückgeschossen, und wir haben dazugelernt. Wenn man sich mit den Linken anlegt, dann muss der Staat durchgreifen.

Nehmen wir mal so eine Standardsituation, da hat so ein ungewaschenes Schwein Flugblätter in der Fußgängerzone verteilt, die zum Kampf gegen die christlich-jüdische Leitkultur aufruft, eventuell will so eine Missgeburt auch noch die Kirche verstaatlichen, am Ende ist es selbst ein Kardinal, die Übergänge im linken Spektrum sind heute ja fließend, wir rennen mit dem Schnellfeuergewehr rein, und dann wird dabei ein Kind traumatisiert. Die studiert zehn Jahre später garantiert Soziologie und gründet in Schwabing eine Terrorzelle. Wollen Sie das verantworten? Da reißt man die Tür auf, Handgranate rein, den Rest macht der Hausmeister.

Schon in Vietnam haben unsere amerikanischen Freunde gezeigt, wie man mit militärischen Mitteln Menschenleben rettet. Gut, es waren hauptsächlich amerikanische Menschenleben, wobei das mit dem Menschenleben immer so eine Sache ist. Man muss ja auch nicht alles, was hier wohnt, gleich als Menschen bezeichnen. Da muss man sich dann entscheiden, mache ich irgendwas mit Verfassung und linkem Gutmenschentum, oder werde ich in Bayern Polizist.

Sie brauchen mir jetzt gar nicht mit dem Grundgesetz zu kommen, wir haben das nicht unterschrieben. Überlegen Sie mal, warum nicht.

Oder der Begriff der drohenden Gefahr – was ist in den linken Medien, also alles außerhalb des Bayernkurier, was ist da für eine Hetze losgetreten worden gegen den Freistaat! Natürlich müssen wir gegen alle feindlichen Kräfte eine Drohkulisse aufbauen können, sonst würden wir denen ja nie gefährlich werden. Ist doch nicht so kompliziert, oder? Dass wir die dabei gewonnenen Erkenntnisse auch an Nachrichtendienste weitergeben, ist doch auch nicht neu. Wir sind schließlich nicht die geheime Staatspolizei. Wir sind überhaupt nicht geheim, wir tun dies ganz öffentlich und streng nach Gesetz.

Eine Polizei, die immer erst solange wartet, bis tatsächlich Straftaten begangen werden, die hat doch auch in der Bevölkerung keinen Rückhalt mehr. Die hat diesen Rückhalt ja auch gar nicht mehr verdient, wenn Sie mich fragen. Oder wie stellen Sie sich das vor, Sie wachen eines Morgens auf und sind tot – sollen wir das dann ungeschehen machen? Nein, wir müssen vorher zugreifen, am besten noch vor der Planung einer Straftat, dann ist es auch am einfachsten, einen Täter dingfest zu machen. Der hatte noch keine Zeit, Beweismittel zu vernichten, er kann keine Komplizen warnen, er hat sich möglicherweise schon radikalisiert, im Internet oder in einer öffentlichen Bibliothek oder wo man sonst diese juristischen Fachwerke herkriegt, mit denen man ständige die Staatsregierung angreift, also ein vollkommen unbeschriebenes Blatt, und der kann ihnen nicht beweisen, dass er unschuldig ist, weil er ja wegen einer nicht stattgefundenen oder nicht geplanten Straftat weder ein Alibi noch irgendwelche Belastungszeugen vorbringen kann.

Mir ist auch klar, dass das im Moment noch die Aufgabe des Staatsanwalts ist, aber das kann sich ja jederzeit ändern. Drohende Gefahr und so.

Bis jetzt mussten wir als Polizei ja immer für alles eine Erklärung haben. Hausdurchsuchung, mal ein Fahrzeug kontrollieren, einem Asylanten die Fresse eintreten, alles muss man erklären, konkret begründen, rechtfertigen. Da in Bayern die Polizei eh nie mit dem Grundgesetz unter dem Arm herumläuft, ist das auf Dauer ganz schön lästig. Sie haben wirklich keine Lust mehr, jedes Mal zum Richter zu laufen und sich einen Wisch zu holen, um Deutschland zu schützen. Wir können jetzt einem Gefährder drohen, und dann stecken wir ihn in den Knast. Da kann er dann alle drei Monate überprüft werden, ob er seine drohende Unschuld auch beweisen kann. Also mit den Mitteln, die ihm im Knast zur Verfügung stehen. Das ist wirklich enorm praktisch, diese Regelung. Wir brauchen nicht mal mehr die Psychiatrie, wenn wir jemanden aus dem Verkehr ziehen wollen.

Alle wollen doch immer Leistung aus einer Hand, nicht wahr? Geheimdienst, Armee, Gericht und Strafvollzug und nebenbei auch noch die klassischen Polizeiaufgaben wie besorgte Bürger bei ihrer freien Meinungsäußerung gegen diese von den Kümmeltürken gekauften Kanzlerin schützen, das kommt den Steuerzahler ja wegen der Synergie auch gleich viel preiswerter, und wenn man jetzt in die Kalkulation noch reinrechnet, dass wir dazu ja nicht einmal eine Bürgerwehr brauchen, gegen die wir wegen einiger gesetzlicher Vorschriften ja leider auch wieder vorgehen müssten, dann ist das doch ein ganz passables Ergebnis. Und jetzt überlegen Sie mal, jeder regt sich maßlos auf über die vielen Rüstungsexporte. Deutschland liefert Waffen in alle Welt, wie schlimm! Und jetzt stärken wir damit die Binnenwirtschaft. Da sehen Sie mal, wie intelligent man in Bayern Wahlen gewinnt.“





Ewig und drei Tage

24 07 2017

„Naa, so sind wir Bayern nicht. Wir sind etwas anders als der Rest von diesem Deutschland, weil wir ja nicht dazugehören, aber schauen Sie sich diese Diskussionen an – Haftgrund? Wozu brauchen Sie einen Haftgrund? Muss man immer einen Grund haben für eine Haft? Muss ich einen Grund haben, um zu feiern? Ist nicht eine Maß genug, und daraus ergibt sich dann automatisch der ganze Rest, also auch die Feier? Sehen Sie, so sind wir Bayern!

Wenn ich das schon höre: Unschuldsvermutung! Himmiherrgottsakrament, in einem Rechtsstaat hat es keine Vermutung zu geben, die Justiz beruht auf Beweisen! Und wenn einer seine Unschuld nicht beweisen kann, dann ist die Justiz einmal im Recht! Wollen Sie denn, dass wir einen jeden Einbrecher vor Gericht stellen, der sagt dort: vermutlich bin ich unschuldig, und dann muss der Richter ihm das glauben, weil er nicht beweisen kann, dass der Einbrecher glaubt, er hätte schuldhaft gehandelt? So geht doch Bayern vor die Hunde – und Deutschland gleich mit, wobei: das wäre zu verkraften.

Es ist doch auch nicht so, dass wir jetzt jeden Unschuldigen gleich einsperren, das ist doch wieder eine Schweinerei aus der linken Hetzpresse, von Springer oder wie diese Kommunisten alle heißen, aber die müssten es besser wissen. Die SPD hat sich enthalten, das heißt, es kann gar nicht links gemeint sein. Und bei der SPD ist das Gegenteil ja auch immer richtig, also sind wir im Recht. Es wird hier nicht jeder Unschuldige gleich eingesperrt, das ist eine Verleumdung. Wir sperren nur die ein, die auf Grund mutmaßlich als verdächtig einzustufenden Dinge, die bei näherem Hinsehen grundsätzlich auch als verdächtig einzustufen sein könnten – könnten, verstehen Sie, also selbst da hat der Gesetzgeber in seiner großen Gnade dem Subjekt noch eine Galgenfrist eingeräumt. Wenn bei Ihnen morgens um halb sechs die Polizei mit dem Schlagstock die Wohnung aufräumt, dann muss gar kein dringender Tatverdacht gegen Sie vorliegen. Es könnte auch ein Routineeinsatz sein.

Natürlich verstehen wir Ihre Bedenken. Das ist ja auch durchaus okay, wenn man mal ins politische Ausland guckt, wie da die Polizei gegen kriminelle Elemente vorgeht – aber wir sind da ganz anders. In Hamburg wurden schwere Fehler gemacht, da hat man mit der falschen Taktik agiert, viel zu spontan, zu unüberlegt, versehentlich wurden Rechte die Bürgerrechte beschnitten, weil man sie für linke Chaoten hielt, das geht so nicht. In Bayern ist das freilich vollkommen anders. Hier gibt es keine Überraschungen, wir planen das von langer Hand. Ja Kruzitürken, das müssen Sie doch selbst sehen, wir haben das hier im Griff! Jahrelang hat das ordentlich funktioniert, wir haben damit schon Erfahrungen gesammelt, bevor die Preußen mit ihrer Demokratie ankamen und mit Republik und Grundgesetz, und jetzt kommen die aus Berlin und machen uns das kaputt? Das hat jahrelang geklappt, vielleicht sagt Ihnen der Name Gustl Mollath etwas, und es besteht hier überhaupt kein Anlass, ein gut abgestimmtes Justizsystem mit derlei hektischem Beiwerk zu torpedieren.

Auf der anderen Seite ist es ja auch noch keine Untersuchungshaft. Sie sitzen hier höchstens ewig und drei Tage, wobei zwischendurch sogar neu entschieden wird, was ewig heißt. Da sind wir erheblich flexibler als die katholische Kirche. In Polen mag das vielleicht gerade anders aussehen, aber selbst da handelt es sich nur um Abwehr einer drohenden Gefahr. Zum Beispiel vor der katholischen Kirche.

Sie stellen sich das alles viel schlimmer vor, als es in Wirklichkeit ist. Da wird der Bürger XY in den Knast gebracht, wo er furchtbare Qualen zu erleiden hat, kein Alkohol, nur der Bayernkurier zum Lesen, am Ende gibt’s nicht einmal sonntags einen Schweinsraten, weil man mit zugewanderten Hottentotten einsitzt, und dann diese Geschichten von Gewalt gegen Gefangene. Mühsam, sage ich Ihnen. Dabei sind wir ein echter Rechtsstaat, durch und durch. Es gibt hier in Bayern zum Beispiel keine Zensur. Deshalb ist es in Bayern ja auch verboten zu behaupten, dass es eine Zensur gäbe. Und wenn Sie nach ein paar Jahren entlassen werden, dann erwartet Sie keine Verurteilung. Dann sind Sie ein unbescholtener Bürger, es sein denn, von Ihnen geht möglicherweise der Verdacht einer Gefahr aus. Bei Knastbrüdern sollte ein gesundes Misstrauen immer angebracht sein.

Das ist keine reaktionäre Maßnahme, das sehen Sie ganz und gar falsch. Das ist im Gegenteil eine Strategie zur Modernisierung des Freistaates, das hat schon mit Edmund Stoibers Bürokratieabbau zu tun. Wenn Sie jetzt nicht alle zwei Tage nach einem Richter suchen müssen, der Ihnen einen Haftbefehl unterschreibt, ohne ihn vorher gelesen zu haben, Herrschaftszeiten! da kommen wir aber ein Stückerl voran auf dem Weg in unsere Heil-Welt, heile Welt, wollte ich sagen. Wir leisten uns sogar den Luxus, diese Idee mit den elektronischen Fußfesseln in Bausch und Bogen abzulehnen. Naa, das können wir in Bayern sehr viel besser! Da werden wir mit diesen ganzen Islamisten garantiert fertig. Die Gefährder ins Sicherheitslager, die Frauen in den anderen Knast, und was meinen Sie eigentlich, wozu haben wir die Regensburger Domspatzen?“





Föhn

2 05 2017

„… Seehofer keinesfalls seinen Parteivorsitz aufgeben wolle, obwohl er versprochen habe, nicht mehr als Ministerpräsident zu…“

„… zu spontanen Missfallenskundgebungen geführt habe. Ein Großteil der CSU-Mitglieder unter 40 befürchte, zu Lebzeiten nicht mehr in den Genuss einer…“

„… einen Generationswechsel in der Partei zu organisieren habe. Söder sei damit zwar bereits geistig ausgelastet, er strebe jedoch ein Spitzenamt in der deutschen…“

„… die Neuwahlen des CSU-Vorsitzes nicht mehr abhalten wolle. Seehofer wolle davon absehen, die anderen Kandidaten durch negative Ergebnisse in ihrer Loyalität gegenüber dem Vorsitzenden…“

„… den geordneten Übergang der CSU zu einer Partei, die unter herkömmlichen demokratischen Gesichtspunkten in der Landespolitik tätig sei, zwar versprochen habe, aus Sorge um Bayern jedoch vorerst noch nicht…“

„… eine Aufgabenteilung vorgeschlagen habe. Dobrindt wolle die absolute Mehrheit im Freistaat verteidigen, lasse aber Söder die Spitzenkandidatur für die Wahl zum Deutschen…“

„… in der kommenden Legislatur nackt den Mount Everest besteigen, Chuck Norris krankenhausreif zu schlagen und von der Deutschen Telekom AG wie ein geistig zurechnungsfähiger Mensch behandelt werden wolle. Außerdem wolle Seehofer in seinem Wahlkreis eine ganz neue…“

„… eine Parteifront von Stoiber, Huber und Beckstein geführt werde. Laut Huber habe sich das Bündnis jedoch noch nicht entschieden, ob sie für oder gegen den…“

„… die Basis mit einer Petition an Seehofer herangetreten sei, ihn auf Lebenszeit im Amt des Vorsitzenden zu bestätigen, wenn er dafür nie mehr politische Entscheidungen in der…“

„… eine eigene Autobahnmaut verspreche. Scheuer werde vor der nationalen Lösung in Bayern eine ordentliche, kostenpflichtige…“

„… nicht abschließend geklärt sei, ob die Union Seehofer nicht doch als Bundespräsidenten und…“

„… Wulffs Sesselkleber in einem erneuten Testlauf auf die Marktreife vorzubereiten habe. Die Christsozialen hätten sich als freiwillige.…“

„… fachlich vollkommen ungeeignet, charakterlich untauglich und wenig vertrauensvoll im Hinblick auf die Parteiarbeit sei. Darüber hinaus qualifiziere sich Glos durch lange Zugehörigkeit zum…“

„… es auch Stimmen in der Parteispitze gebe, die bayerische Bevölkerung sei noch nicht reif für eine Landespolitik, die andere Kräfte als die CSU in der…“

„… auch eine Karriere als Bundesaußenminister für möglich halte, falls er in Personalunion weiter im Landtag…“

„… und keinerlei belastbare Kenntnisse des Grundgesetzes vorweisen könne. Damit sei Herrmann der beste Kandidat für eine…“

„… eine Mauer an der fränkischen Grenze errichten wolle. Dies könne für eine absolute Mehrheit im…“

„… einer Umfrage zufolge der am besten geeignete Kandidat für die Nachfolge sei. Dobrindt könne als Vorsitzender der CSU einen…“

„… keine absolute Mehrheit anstrebe. Seehofer wolle auch in diesem Fall eine Alleinregierung im…“

„… dass die Partei notfalls einen Sack Kies aufstellen wolle. Dieser sei innenpolitisch nicht erfahren, habe keine klare Aussage über einen Haushalt gemacht und sei in den Flächenkreisen so gut wie unbekannt, habe aber den großen Vorzug, dass er weder Söder noch…“

„… es ohne Seehofer in der Bundesrepublik Deutschland keinen Föhn mehr gebe. Dies sei schwer vorstellbar, könne jedoch …“

„… schließe Guttenberg eine Rückkehr in die Landespolitik aus, weil er dort noch nie…“

„… auf niedere Weihen verzichten wolle. Bei einer künftigen Papstwahl lasse sich Seehofer jedoch nur aufstellen, wenn der Dienstsitz nach…“

„… eine klare Mehrheit als bestmöglicher Nachfolger in der Partei auf sich vereinige. Die Erhebung habe Scheuer als eindeutigen…“

„… als Nachnominierung starte. Es sei noch nicht geklärt, ob Seehofer im Falle eines Sieges eine Personalunion von Frankreich und…“

„… die Fünf-Prozent-Hürde ganz klar übersprungen habe. Aigner habe die Umfrage zwar selbst…“

„… seine Beliebtheitswerte nicht zu steigern seien. Der Ministerpräsident habe angekündigt, dass er auch als Sieger aus den Wahlen hervorgehen werde, wenn er als Spitzenkandidat der Grünen…“

„… die Parteibasis sich nicht für eine Obergrenze der Laufzeit von Seehofer ausspreche, weil sie damit unweigerlich die Frage nach der Endlagerung des…“

„… die FDP sich mit Seehofer als Parteivorsitzendem arrangieren wollten, solange er ihnen den Einzug in den Bayerischen Landtag…“

„… erstmals in Bayern antreten werde. Merkel habe dem bayerischen Landeschef ihr vollstes Vertrauen für die…“





Weißblauhelme

4 04 2017

„… bewaffnete Ordnungshüter in den Münchener Trambahnen einsetzen wolle. Da die CSU in der bayerischen Landeshauptstadt von steigendem Bedarf an Sicherheitskräften ausgehe, müsse man schon jetzt erhebliche…“

„… vollkommen unsinnig sei. Die aktuelle Sicherheitslage biete für die Stadtverwaltung keinen Anlass zum…“

„… fühle sich die Bevölkerung nicht bedroht, da es im ÖPNV nur selten zu Straftaten komme. Die einzige Unzufriedenheit sei in Bezug auf die ständig steigenden Fahrpreise des…“

„… könne eine Ausrüstung mit Kurzwaffen nur der erste Schritt sein. Man müsse langfristig für jeden Bus der Münchener Verkehrsgesellschaft einen bis drei…“

„… dass eine Finanzierung der zusätzlichen Straßenbeleuchtung nicht mit den Plänen der CSU-Rathausfraktion vereinbar sei. Mit mangelhafter Ausleuchtung sei jedoch die flächendeckende Videoüberwachung der Innenstadt nicht mehr…“

„… die auch gegen mögliche Gefahren durch Fremde vorgehen wolle. Die MVG habe jedoch strikt abgelehnt, die Planung eigenverantwortlich für die Christsozialen…“

„… exponentiell explodierende Kriminalität der Hauptstadt eingedämmt werden müsse. Um die stetig steigenden Zahlen bei Delikten wie Einbruch und Steuerhinterziehung wieder auf ein normales Maß zu…“

„… offen getragene Schnellfeuergewehre einen wirksamen Schutz gegen Taschendiebe darstellen könnten. Notfalls müsse man auch im Vorfeld eines rein theoretischen Verdachtsfalles schon einen…“

„… dass das Reizgas sämtliche Passagiere einschließlich des Busfahrers betroffen habe. Die Verdächtige, eine 87-Jährige, die provokativ in fränkischem Dialekt auf die beiden…“

„… könne ein angemessenes subjektives Sicherheitsgefühl für bessere Umfragewerte sorgen, zumindest für die kommenden Kommunalwahlen in der…“

„… schnellstens abrüsten müsse. Das martialische Auftreten der Sicherheitskräfte habe dazu geführt, dass neben ihnen nur noch selten andere Fahrgäste in den…“

„… das Gewaltmonopol beim Staat bleiben müsse. Die CSU lehne dies allerdings vehement…“

„… teilweise die Fahrgäste schon im Wartehaus belästigt habe. Das Alkoholverbot sei von den meisten nicht durchsetzbar, unbayerisch und…“

„… den Kunden nur noch nach einer ausführlichen Sicherheitsüberprüfung Zutritt zu den Bussen gewähren wolle. Problematisch sei dies für Berufspendler, die sich wegen des Andrangs bereits am Abend vor Fahrtantritt in die betreffende…“

„… dass Panzerabwehrwaffen aus Platzgründen nicht in den Straßenbahnzügen transportiert werden könnten. Angesichts der kontinuierlich wachsenden Terrorgefahr in Sendling und Trudering-Riem müsse allerdings eine bedingungslose Abwehr auch im Stadtgebiet weiterhin für…“

„… eine öffentlich-private Partnerschaft zur Verwaltung der Weißblauhelme schließen wolle. Die Polizei sei laut CSU nicht in der Lage, ausreichend Personal für eine vollständige…“

„… möglichst schwere Waffen tragen sollten. Bei Pistolen bestehe immer noch die Gefahr, dass sie von potenziellen Straftätern entwendet oder gegen die Wachmannschaft…“

„… Langzeitarbeitslose eine Chance erhielten, da zahlreiche Sicherheitsfachkräfte für den Aufbau der Schutztruppe…“

„… situationsflexibel die Quote der Wachleute zu erhöhen. Während des Oktoberfestes könne dies jedoch zu Transportengpässen führen, da dann mindestens hundertzwanzig Prozent der Plätze in den Verkehrsmitteln mit Waffen ausgestattetes…“

„… zu einem großen Andrang gekommen sei, der das Zehnfache der benötigten Personalstärke ausgemacht habe. In Kooperation mit dem Freistaat Sachsen wolle Bayern nun sämtliche abgelehnten Bewerber, die nicht als Hilfspolizisten in der…“

„… die Videoüberwachung einzelner Sitzplätze in den Bussen für eine Wahnvorstellung halte. Sie sei weder technisch machbar noch für eine…“

„… für eine ‚linkslinke Schwuchtelrotte‘ halte, die ‚mit Sicherheit von den Salafisten bezahlt werde‘, um ‚das christliche Bayern auszulöschen‘. Der Polizeipräsident weise die Anschuldigungen auf das Schärfste zurück, er habe bereits rechtliche Schritte gegen die christsoziale Fraktion im…“

„… bis Bogenhausen gefahren sei. Er habe bereits wegen seiner Hautfarbe verdächtig gewirkt, die spätere Obduktion habe jedoch keine Hinweise auf einen…“

„… könne aber keine Rücksicht mehr auf die Verfassungskonformität der Planungen nehmen. Die Christsozialen hätten den Einsatz mehrerer Nacktscanner am Münchener Hauptbahnhof vertraglich bereits vollständig unter…“

„… nicht gewusst habe, dass der ständige Anblick schwer bewaffneter Sicherheitskräfte die Münchener noch unsicherer machen würde. Da das subjektive Sicherheitsgefühl sich messbar nach unten bewege, habe die CSU empfohlen, die Anzahl der bewaffneten Wachleute nochmals zu…“





Odeldiplom

27 03 2017

„Daran hatten wir hier noch nicht gedacht bei der Planung. Das kommt in der CSU öfter vor, dass die etwas planen und nicht denken, da müssen Sie jetzt nicht überrascht sein, aber die Idee ist gut. Haben Sie denn schon einmal Jodelkurse gegeben?

Weil wir ja das Heimatmuseum… Ministerium, wollte ich sagen, Heimatministerium, das soll die original bayerische Leitkultur und unser Brauchtum pflegen. Der Pflegegrad wächst bekanntlich mit den Aufgaben, und wir haben da viel vor uns. Weil wir eben noch nicht wissen, ob da nicht doch einer an zu denken fängt. Das macht einem dann die ganze Planung kaputt. Was andererseits hier im Freistaat nicht viel zu bedeuten hat, hier wird das dann ganz schnell wieder über den Haufen geworfen. Also das Denken, nicht der Plan.

Und Sie haben auch schon Jodelkurse gegeben? Das hört sich vielversprechend an. Für Planungen in der CSU ist das ein ganz großes Plus. Wenn es sich vielversprechend anhört, dann versprechen wir viel. Größtenteils uns, aber das muss ich Ihnen ja nicht erklären. Das stärkt den Standort und sorgt für gute Kommunikation. Die meisten Besucher sind ja nicht mehr so sicher, warum sie noch nach Bayern kommen sollen, es gibt mittlerweile ein Dutzend Alpendörfer in Japan, die Chinesen machen jede Woche ein neues Angebot für Neuschwanstein, die Koreaner bauen das bald im Maßstab 1:1 nach, man weiß gar nicht, ob man noch in Passau ist oder doch schon in Pjöngjang, aber dann fahren Sie so schön am Chiemsee entlang, und dann sehen Sie die CSU-Plakate, Ausländer raus, oder eben sinngemäß, jede rechte Partei nutzt ihre eigene Formulierung, da sehen Sie dann: hier bin ich richtig.

Ich könnte mir vorstellen, dass wir die ganze Bandbreite unserer Landesleitkultur zum Tragen bringen. Sie müssen als Dozent nicht unbedingt mehr als ein Fachgebiet abdecken – wäre schon angenehm, aber manchmal schließt sich das auch aus – wichtig ist nur, dass wir den Landsleuten ein sehr abwechslungsreiches Angebot machen können. Für Menschen, die sich nicht entscheiden wollen zwischen Laptop und Lederhose. Immer alle ganz extremen Positionen unter einem Markennamen vereint. Wie die CSU halt.

Kombi-Angebote. Für die moderne Frau, den modernen Mann. Ganzheitliche Bildungsangebote für alle. Abschieben und Dirndlschneidern, das ist Integration und Volksverhetzung. Dafür kriegen Sie eine halbe Stunde Applaus im Parteibierzelt. Gut, nüchtern betrachtet ist das schwer durchzuziehen, aber wer betrachtet irgendetwas in der CSU? und dann noch nüchtern? Kombi-Angebote, da geht der Weg hin. Das ist auch viel einfacher zu verkaufen, wenn man als Bildungsträger von den Gemeinden Geld holen will. Je mehr man für die Menschen tun kann, desto besser wird ein Angebot dann auch wahrgenommen. Wenn Sie jetzt noch ein wenig die ländliche Kultur im Freistaat propagieren mögen, mit etwas konservativem Touch, gerne auch so in der ökologischen Richtung gegen ein zu streng gehandhabtes Gentechnikverbot gerichtet, dann haben wir da ein Drittel mehr Interessenten. So als Odeldiplom, beispielsweise. Da könnten Sie sogar Agrarsubventionen aus Brüssel bekommen.

Natürlich bieten wir auch wissenschaftliche Kurse an. Bayern ist als Standort ohne Wissenschaft nicht vorstellbar. Zum Beispiel der ganze Bereich Wirtschaftswissenschaften, da kommt man um die traditionellen praktischen Wertschöpfungsverfahren der bayerischen Gesellschaft gar nicht herum. Den Hoeneß, den könnten wir uns schon als Dozenten für den Bereich Steuern und Finanzen vorstellen. Nein, da sehe ich keine Interessenkonflikte. Wir achten selbstverständlich immer darauf, dass jeder Verdacht gleich im Vorfeld ausgeräumt wird. Die Kurse lassen wir die Hypo Real Estate bezahlen, da gibt’s keine Vetternwirtschaft. Alles bombensicher.

Doch, wir sehen uns schon in der Tradition des Humboldt’schen Bildungsideals. Sehr umfassend, die Geschichte fortschreibend, die eigenen Wurzeln unserer Kultur immer im Gedächtnis wahrend – in diesem Sinne können Sie die Maut eigentlich schon als historisch gewachsenes Leitkulturgut in den Unterricht bringen. Dass die noch in ferner Zukunft ein Gesprächsthema in der Bevölkerung unseres Landes sein dürfte, darüber sollten wenig Zweifel herrschen. Aber wir müssen eben an die einfachen Leute denken, die haben auch einen Anspruch auf Brauchtum. Sie können sich mit der Haderthauerin zusammentun, die macht bestimmt Modellbau für Fortgeschrittene. Und dann gibt’s ein Kombi-Paket mit der Merk in bayerischem Strafprozessrecht für Anfänger. Das schafft ganz schön Lokalkolorit!

Überlegen Sie sich das mit dem Kurs. Noch ist Söder Heimatminister für Bayern, aber wenn wir das in der ganzen Bundesrepublik installiert haben, dann könnte es zu einem Verdrängungswettbewerb kommen. Sie kennen das aus der Geschichte: wenn man mit der Leitkultur ernst macht, bleibt weder das eine noch das andere übrig. Und dann braucht man natürlich auch eine gewisse Planung. Womit wir wieder ganz am Anfang wären. Aber irgendwann wird es sicher so sein, dann werden wir als Bayern unser Brauchtum mit allem, was für eine gute Zukunft im geeinten Europa mit den postiven traditionellen Kräften, die den… Die CSU abschaffen? Ja, das klingt logisch. Das ist wirklich Heimatschutz.“





Kini

11 04 2016

„Und dann die goldene Kutsche, Herr von und zu Durchlauchtigkeit, ja gewiss doch. Wünschen der Herr Eminenz zwischendurch die Huldigungen des gemeinen Volkes entgegenzunehmen, weil, dann müssten wir es am Stachus etwas aufstauen, damit der Herr Ministerpräsident es huldvoll begrüßt.

Das ist ja noch gar nichts, Sie sollten erst mal die Tage mit richtig Föhn erleben. Dann redet er von sich grundsätzlich in der dritten Person. Fehlt nur noch, dass er sich mit Ludwig verwechselt. Und da ist es dann auch Tagesform, ob Ludwig II. oder Ludwig XIV. Naja, er findet sich selbst herrlich.

Jetzt hat er die Absetzung von de Maizière als Bundesinnenminister befohlen, wir arbeiten gerade an dem Gutachten, das die mangelnde Kompetenz und die staatsrechtliche Nichtzuständigkeit für die Außengrenzen beweisen soll. Also bei de Maizière. Als letztes Mittel wird er dann wahrscheinlich vors Bundesverfassungsgericht ziehen, oder er wird es wenigstens ankündigen. Aber wir erfahren das ja immer erst unmittelbar vorher, während er seinem Volk die Entscheidungen des Ministerpräsidenten…

Ein kleines Frühstück für den Hofstaat, Herr Hoheit, gerne, und sofort. Ich weiß nicht, ob wir einen Mastochsen im Kühlschrank haben, aber ich werde höchstpersönlich nachsehen. Darf ich den Herrn Majestät daran untergebenst erinnern, dass der Herr heute den Maibaum aufstellen wollte vor der Staatskanzlei? Ja, ich weiß sehr gut, dass es noch nicht Mai ist, aber wenn der Herr Fürst das so befohlen haben, dann machen wir das natürlich. Ja, wir werden das zurückstellen. Juni ist wunderbar, Herr Freiherr, da haben die Leute nichts zu tun und das Oktoberfest hat auch noch nicht angefangen. Das kommt ganz nach Ihrem Wunsch erst im Juli.

So geht das den ganzen Tag, Mastochse, dann möchte er Neuschwanstein auf der grünen Wiese in Garching nachbauen, nur haben wir da nicht mehr genug grüne Wiese, und dann dieser Fimmel mit goldenen Kutschen – ekelhaft. Herrschaftszeiten, als ich hier angefangen habe, da haben wir hier noch Verwaltungsarbeit gemacht, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen. Beim Strauß, da ging’s wenigstens immer nur um Enzian, ab und zu eine Brotzeit und ein Schweinsbraten, aber wenn ich mir das heute ansehe, es ist doch kein Wunder, dass wir unmittelbar vor dem Staatsversagen sind. À propos Schweinsbraten, kennen Sie das mit dem Münchener Frühstück? Drei Maß Bier, eine Flasche Enzian, ein Paar Weißwürstl und ein Dackel. Jetzt werden Sie fragen, wozu braucht’s den Dackel, aber einer muss doch die Weißwurst…

Jetzt sofort, Herr Höchstwürden? Ich frage wegen der Ausgehuniform, die hat seit gestern einen Fleck. Der Hermelinkragen ist auch nicht aus der Reinigung zurück. Herr Präsidentissimus mussten ja unbedingt die Landesgrenze nach Baden-Württemberg persönlich verbarrikadieren und den Schlagbaum über die Autobahn legen, damit von Norden aus keine Südländer in den Freistaat hereinfluten. Sollen wir da jetzt noch was machen oder warten wir auf weitere Befehle?

Also warten wir auf weitere Befehle, der Herr Ministerpräsident wird sich irgendwas einfallen lassen. Wir dürfen ja nicht vergessen, es handelt sich um die innere Sicherheit, und für die ist der Bundesinnenminister zuständig, aber wenn der etwas macht, dann geht das nicht, weil, das ist eben so. Stellen Sie sich mal vor, ein Bundesminister hat eine Idee und macht das dann einfach – unglaublich in Bayern. Und jetzt sind die Flüchtlingszahlen auch noch rückläufig, was in anderen Worten heißt, der Bundesminister hatte recht, und es sind meines Wissens noch keine terroristischen Anschläge in Bayern gewesen, wenn man mal von den Nazis absieht, die hier ständig irgendwas anzünden, aber man muss doch der Bevölkerung ihre Sorge lassen, weil, was wäre ein besorgter Bürger ohne die? Die meisten Dinge tut man ja, weil man Angst hat – Ängste, besonders irrationale, die sind Triebfedern für das Handeln. Söder, verstehen Sie? Da würde ich ja eher Angst haben von Gespenstern, oder dass der Dobrindt eines Tages erwachsen wird.

Aber der bayerischen Wirtschaft geht’s ja noch gut. Zumindest, solange der Seehofer jede Woche eine neue Kutsche bestellt und einen Pelzmantel und einen Krönungsornat und massenweise letzte Patronen zur Grenzsicherung. Und dann dauert das immer, wenn die Kanzlerin mal nach München kommt – sie muss ja immer erst durch die Personenkontrolle, weil sie nicht die bayerische Freistaatsbürgerschaft besitzt. Erinnern Sie mich, wenn er das nächste Mal anruft, ich wollte ihn nach den Richtlinien fragen für eine offizielle bayerische Leitkultur. Sie wissen, dieses christlich-jüdische Abendland, oder wie auch immer. Neulich war er in der Kirche, er wollte, dass der Herrgott vor ihm die Knie beugt. Vermutlich, weil der ein gebürtiger Araber ist. Das ist der sogenannte Katholizismus, der hat mit Christentum nicht mehr so viel am Hut. Und wir brauchen das jetzt zum Nachlesen, weil, sonst kann man das nicht in die Integration integrieren.

Eine Ansprache ans Volk? Jetzt sofort? Das ließe sich einrichten, uns gehört ja schließlich der Bayerische Rundfunk. Wollen der Herr Oberstkönig sich jetzt doch zum Kaiser ausrufen lassen, oder ist das eine Kriegserklärung an die – Starkbieranstich? Ja, schon recht. Also die goldene Kutsche?“





BKK

8 03 2016

„… man den Amtsverzicht des Zornedinger Pfarrers als gutes Zeichen werte, das die nationale Erneuerung der Kirche befördere. Die CSU freue sich außerdem auf einen…“

„… zu Protesten durch die oberbayerische Bevölkerung gekommen sei. CSU-Generalsekretär Scheuer habe anlässlich einer Demonstration in Ebersberg erklärt, es handle sich um eine demokratische Minderheit, die sich keinesfalls als das Volk bezeichnen oder daraus Rechtsansprüche ableiten…“

„… habe man nichts gegen Oppositionelle, auch wenn diese sich auf die Verfassung bezögen. Herrmann habe bestätigt, Ndjimbi-Tshiende sei ein ganz wunderbarer Neger, mit dem ihn vieles…“

„… rufe das Erzbischöfliche Ordinariat München und Freising zu einer Einheit von Kirche und Gesellschaft auf. Einmischungen in die Diözesanangelegenheiten von Seiten der Politik seien weder erwünscht noch…“

„… sich die Kritik von Papst Franziskus entschieden verbitte. Seehofer habe den Heiligen Vater auf dem CSU-Sonderparteitag als parasitären Armutsimmigranten aus einem Drittweltland bezeichnet, der einem akademisch hoch qualifizierten Bayern einfach den Job…“

„… seien die Morddrohungen gegen den aus dem Kongo stammenden Geistlichen eine logische Folge der Einwanderungspolitik der Kanzlerin. Wenn diese rechtzeitig die syrischen Invasoren gestoppt hätte, müsste sich die bayerische Bevölkerung auch nicht gegen den Import von Theologen aus dem Urwald…“

„… nur zuvorgekommen sei. Kirchenrechtlich sei die Exkommunikation des Papstes durch Seehofer zwar nichtig, da der Ministerpräsident keine Bischofsweihe empfangen habe, der Ausschluss Seehofers durch den Vatikan hingegen durchaus…“

„… lege die Gemeinde St. Martin großen Wert darauf, dass sie nicht durch die CSU vertreten werden wolle. Die Christsozialen selbst sagten dazu, sie seien inzwischen in der Lage, auch ohne ein dazugehöriges Volk ihre Entscheidungen als demokratisch legitimiert zu…“

„… durch die Ausrufung der Bayerisch-Katholischen Kirche den endgültigen Bruch mit Rom besiegelt habe. Seehofer werde dies in seiner Inthronisationsansprache zum Papst nicht thematisieren, da der derzeitige Bischof von Rom seine Weihen nicht von einem bayerischen…“

„… ein Toleranzedikt erlassen habe. Söder habe anlässlich der Inthronisation verkündet, dass im Freistaat Bayern auch Farbige und Angehörige nichtchristlicher Rassen Aufnahme fänden, sofern sie unter sich blieben und nicht die seit vielen Jahrhunderten erfolgreich praktizierte Inzucht durch unbefugtes Eindringen in die…“

„… es sich verfassungsrechtlich nicht um einen Staatsvertrag handle, auch sei durch das Bayerische Konkordat die BKK nicht einfach durch eine Rechtsnachfolgerin zu…“

„… wolle Herrmann alle farbigen Einwohner des Freistaats in die Restrepublik emigrieren lassen (mit Ausnahme von Sachsen), falls die anderen Länder sich zu einer Kopfpauschale für die…“

„… durch das Fortbestehen des Konkordats ein Zugriff auf die Kirchensteuern zu keiner Zeit gegeben sei. Seehofer habe daher alle Mitarbeiter des Bundesfinanzministeriums einschließlich des Ministers Schäuble mit einem Kirchenbann…“

„… ein erstes Wunder vollbracht habe. Wie der Neue Bayernkurier berichte, habe Scheuer am Grab von Franz Josef Strauß versprochen, nie mehr zu lügen. Er sei nach seiner unmittelbar danach erfolgten spontanen Selbstentzündung ins Kloster…“

„… die apostolische Sukzession nicht gegeben sei, die Bischofsweihen in den Sprengeln Schwabing und Marklkofen folglich ungültig seien. Die Bayerische Glaubenskongregation habe dazu aufgerufen, Markus Kardinal Söder mit sofortiger Wirkung aus der Kirche zu…“

„… für den Übertritt zur BKK und als päpstliche Nuntia den Titel Heilige Mutterhorstes sowie eine Ehrendoktorwürde der Bayerisch-Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt erhalten habe. Schavan werde sich neben der Bekämpfung aufklärerischer Schriften im Schulgebrauch vor allem der Förderung der Kernkraft in sämtlichen…“

„… sich die Römisch-katholische Kirche weder von ihrem Vermögen noch von ihren Immobilien trennen müsse. Seehofer habe in einer ersten Stellungsnahme auf das Karlsruher Urteil von einer fortgesetzten Herrschaft des Unrechts im…“

„… aus verwaltungstechnischen Gründen eine Verschmelzung der beiden Ämter von Papst und Ministerpräsident zum Papstkönig von Bayern beschlossen habe. Damit sei Seehofer nicht nur faktisch, sondern auch theoretisch Führer des…“

„… die Position des Heiligen Vaters von Bayern schwäche, wenn sich die Gemeinschaft nicht in Königlich-Katholische Kirche umbenennen würde. Andererseits hege man eine gewisse Skepsis, mit der Abkürzung auch international auf ausreichend wohlwollende…“

„… einen Kirchenzins nur noch von denen zu fordern, die sich aufgrund ihrer Eigenschaften nicht für zur Mitgliedschaft in der BKK eigneten, weil sie die Bibel weniger als das Grundgesetz, die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, das Strafgesetzbuch, die…“

„… in ganz Bayern ein FKK-Verbot erlassen habe. Die Fränkisch-Katholische Kirche habe neben der Frauenordination auch ausdrücklich das Priesteramt für Nichtbayern…“





Unter Strom

26 05 2015

„… werde Seehofer der geplanten Stromtrasse in den Süden nicht zustimmen. Die Leitungen seien zwar notwendig, müssten jedoch über Hessen und Baden-Württemberg verlegt werden, um nicht quer durch die Vorgärten unbescholtener bayerischer Bürger zu…“

„… erhebliche Mehrkosten auf die anderen Bundesländer zukämen. Aigner habe dies als unerlässlich bezeichnet, da es unsolidarisch wäre, sich finanziell nicht an der Entwicklung einer modernen Stromversorgung zu…“

„… könne man schließlich nicht die gesamte bayerische Industrie in den Norden verrücken. Söder fordere daher eine sofortige Verlegung der Nordsee in den alpinen…“

„… von Aigner verteidigt worden sei. Da Seehofer die Trassenführung selbst mitentschieden habe, sei es doch klar ersichtlich, dass er sie hinterher auf gar keinen Fall…“

„… könne man die Trassen nicht durch die wunderschöne bayerische Landschaft führen. In Hessen, das traditionell von Zuhälterfressen mit Pferdegebiss regiert werde, falle ein alle hundert Meter das Auge beleidigender Schandfleck in der Gegend gar nicht mehr so stark ins…“

„… die Pläne in Bayern einer Volksbefragung zu unterwerfen. Dobrindt sehe dies jedoch sehr skeptisch; er fürchte, die Bevölkerung könne sich vorab durch unabhängige Medienberichte zu sehr mit dem Thema beschäftigen und am Ende eine viel zu objektive Sicht der bestehenden…“

„… habe Seehofer nach dem Reaktorunglück von Fukushima sehr wohl Anweisung gegeben, die alternativen Energieformen auszubauen. Er sei jedoch falsch zitiert worden, so Aigner; der Landesvater habe nur vorgehabt, die Energiegewinnung außerhalb Bayerns…“

„… den hessischen Ministerpräsidenten des bandenmäßigen Betrugs bezichtigt habe. Da bei einer veränderten Trassenführung bayerischen Tiefbauunternehmen große Aufträge verloren gehen würden, fordere Seehofer, dass die Gewinne sofort an den Freistaat…“

„… wolle Bayern bei einer unbefriedigenden Lösung lieber in den Bau neuer Kernkraftwerke investieren, da diese bis auf die Rückbau- und Entsorgungskosten viel preiswerter für die Betreiberformen…“

„… habe die CSU widersprochen. Man habe sich nicht entschieden, die Strommasten abzubauen, um dem drohenden Elektrosmog der Landbevölkerung vorzubeugen. Durch die Politik der Christsozialen seien diese Gemarkungen längst derart verstrahlt, dass es keine weiteren…“

„… habe Dobrindt eine Expertenkommission einberufen, um die Kosten einer Stromübertragung via WLAN-Kabel in die…“

„… dass die Strompreise für Verbraucher wegen der Weigerung Seehofers erheblich ansteigen würden. Der Ministerpräsident habe angekündigt, die linksgrün-versiffte Elektrizität, die die völkische Identität des Bajuwarengaus zu durchmischen drohe, bis zur letzten Patrone zu…“

„… könne Söder es nicht gutheißen, wenn in den Netzen des Bayernlandes derselbe Strom wie aus den Steckdosen ostischer Fremdrassen…“

„… die wunderschöne Landschaft nicht mit Strommasten zu verschandeln. Aigner habe daraufhin versprochen, die Verschandelung der wunderschönen Landschaften nur durch ein halbes Dutzend neuer Kohlekraftwerke…“

„… in Bayern eigene Windräder zu bauen. Die seit mehreren Jahren indoktrinierte Bevölkerung, die in regenerativen Energien ein Werk des Satans sehe, sei noch nicht überzeugt, dass dies ohne den Zorn Gottes und die Erdstrahlen der Jungfrau Maria zu bewältigen wäre, man wolle aber in einer groß angelegten PR-Kampagne und mit Hilfe mehrerer Millionen Euro aus der Parteienfinanzierung für die Modernisierung des…“

„… und der Standort im Kreis Rendsburg-Eckernförde einer Auswanderung nach Rumänien vorzuziehen sei. Dass ausgerechnet die Bayerischen Motorenwerke ihre energieintensive Produktion schnell genug in EU-Randzonen mit besserer Wirtschaftsförderung als im…“

„… betrachte sich die CSU zwar auch als regeneratives Projekt, da selten ein Kabinettsmitglied nach der Verstrickung in strafrechtlich relevante Tatbestände (mit oder ohne Verurteilung zu langjährigen Haftstrafen) endgültig von der politischen Bühne…“

„… das neue BMW-Modell unter dem Arbeitstitel Red Horst Killer in den…“

„… dass bayerische Windräder längst in der Lage seien, die norddeutsche Fischfangflotten mit Elektrizität zu versorgen, wenn Schleswig-Holstein sich nicht weigerte, Strom aus Franken und dem Alpenvorland in die eigenen…“

„… täglich 20.000 Lkw mit wiederaufladbaren Batterien nach Bayern zu schicken. Dobrindt habe vorgerechnet, dass alleine durch die zu erwartenden Mehreinnahmen durch die Autobahnmaut eine erhebliche Entlastung der…“





Trassismus

5 03 2015

„Sie schreiben jetzt gefälligst, dass es in München gar keinen Stromausfall gegeben hat, klar!? Das war bloß ein Spannungsabfall, ein vollständiger. Das schreiben Sie jetzt, verstanden? Wir haben immer noch die Pressefreiheit – wir Bayern können frei entscheiden, was die Presse so schreiben darf.

Das war doch auch alles ein Zufall. An der Nordsee hat der Wind ein bisserl zu stark geweht, da muss es die Umspannwerke getroffen haben, und der Strom, der hier gar nicht erst in unsere Leitungen eingespeist wurde, der ist natürlich nicht nach Bayern geflossen. Weshalb er auch keinen Stromausfall verursacht haben kann, gell?

Überhaupt, was wollen wir Bayern denn mit Windkraft aus SPD-regierten Ländern? Das ist artfremde Energie! Sie, damit zersetzen Sie noch die traditionelle Wirtschaft im Entwicklungsraum Bayern! Damit können Sie aber keine fränkische Brauerei betreiben, der Betrieb liefert Ihnen doch sofort Berliner Weiße!

Außerdem war es ja nur ganz kurz. Das fing am Montag in der Früh an, und bedingt durch den Stromausfall hat es unser Ministerpräsident schon am darauffolgenden Mittwoch erfahren. Wenn Sie schon mal neben der Bundeskanzlerin gestanden haben sollten, in Mecklenburg wäre das auch nicht viel schneller gegangen. Wir wollten ja schon darüber berichten, dass die Landesregierung für die Situation ganz und gar Entwarnung gibt und dass wir überhaupt keine Befürchtungen zu befürchten haben, aber so ganz ohne Strom? Das Technische Hilfswerk kann auch nicht zaubern. Schon gar nicht, wenn sie auf Thüringen kommen und wegen des Stromausfalls keine Grenzkontrollen mehr möglich sind.

Jetzt hören Sie aber mal auf mit Ihrem Gehetze! Wir sind selbst schuld? Das ist doch Trassismus! Wir werden uns das von Ihrer Redaktion nicht länger gefallen lassen, und wir werden dafür sorgen, dass Ihr Blatt – erscheint in Frankfurt? Das ist vernünftig. Da soll’s ja gute Autobahnen geben.

Unsere Vision ist ja klar: Gas geben. Wir werden den ganzen Freistaat, und das ist mal klar, das schreiben Sie jetzt gefälligst, und zwar im Fettdruck, weil das ist eine richtige Schlagzeile! Bayern hat die Energiezukunft gesichert!

Nein, nicht von Bayern. Von Seehofer.

Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass wir mit fremdtrassigen – Sie brauchen gar nicht so zu lachen! – Gasleitungen unseren Freistaat zubauen, um Strom für irgendwelche Computernerds zu erzeugen? Die sollen sich ihren Akku ruhig irgendwo in Berlin aufladen, aber nicht bei uns! In Bayern geht es noch sauber zu!

Denn schauen Sie mal, so eine Kuh, in die geht ja nicht nur etwas rein, aus der kommt manchmal auch etwas heraus. Und da muss man dann auch mal wirtschaftlich denken – wir haben das auch gleich an eine ausländische Firma outgesourct, weil das schneller geht – und dann fragt man sich früher oder später: wenn wir dieses Bundesland seit Jahrzehnten mit naturbelassener Scheiße regieren, warum kann man dann nicht auch unsere Zukunft damit in den Griff kriegen? Gut, auf den ersten Blick klingt das jetzt etwas peinlich, und wir haben das auch sehr schnell begriffen: den Söder kann man mit so einer Message nur schwer in den Wahlkampf schicken. Das beziehen die Wähler auf den Söder, und der Söder dürfte der einzige sein, der das wieder nicht mitkriegt. Aber sonst?

Schreiben Sie, dass wir unsere wirtschaftliche Expansion zur Gasgewinnung starten. Wir sind nicht mehr scharf auf die großen Energiereserven der Pufferstaaten, uns liegt die Auseinandersetzung um fossile Rohstoffe fern – wir brauchen nur Platz für gut siebenhundert Milliarden Kühe. Wenn wir schon die Ukraine annektieren, dann wenigstens nicht aus schnöden territorialen Besitzansprüchen.

Außerdem schreiben Sie mal, dass die CSU damit die Finanzen des Freistaats gerettet hat. Weil durch die Leitungen, die gar nicht erst gebaut werden, der Strom viel knapper wird, und dann wird er teurer, und wenn wir keinen teuren Strom mehr verbrauchen, und dann keine Leitungen mehr bauen, durch die der teure Strom nach Bayern transportiert werden muss, dann sparen wir doppelt. Ich habe das mal für Sie ausgerechnet, hier: dreitausend Jahre Stromausfall, dann können wir uns endlich die Infrastruktur leisten. Für die Infrastrukturabgabe von Dobrindt.

Aber die soll ja sowieso von selbst laufen. Also nicht finanziell, und juristisch – egal,aber wenn wir schon Autos fotografieren, dann müsste man die Energie, die sie auf den Autobahnen erzeugen, auch wieder reinholen können. Wir wissen zwar noch nicht, wie das funktioniert, aber die CSU hat schon mal angekündigt, dass wir die Beschlussvorlage im September fertig haben. Und dann machen bei uns die ausländischen Autos den Strom für die Verkehrsampeln in der –

Stromtrassen? gut, da müsste man jetzt neben jede Autobahn einen Strommast stellen. In jeder Richtung und so ungefähr alle hundert Meter. Aber das bedeutet ja auch Arbeitsplätze für Bayern und Subventionen des Bundes für sicherheitspolitisch notwendige Maßnahmen. Natürlich ist das eine sicherheitspolitisch durchaus notwendige Maßnahme – wenn wir das nicht machen, dann dreht uns am Ende noch der Seehofer durch.

So schreiben Sie das. So und nicht anders. Und könnten Sie gleich unten im Foyer vielleicht noch eine Stunde auf das Trimmrad steigen, ja? Wir können uns sonst die Herdprämie nicht leisten.“





Unvergesslich

19 08 2014

„Und Sie sind?“ Die Dame machte gar nicht den Eindruck von Geistesabwesenheit; vermutlich war sie nur den ganzen Vormittag schon so in ihre Arbeit vertieft gewesen, dass sie mich nicht mehr erkannte. Ich reichte ihr noch eine von meinen Visitenkarten. „Ah ja.“ Sie rückte die Brille zurecht. „Sie kamen mir gleich so bekannt vor.“

Das Institut im Alpenvorland war geräumig, dazu lag es unmittelbar an der Schnellstraße. „Wir müssen manchmal ganze Ortsgruppen behandeln“, bekannte die Leiterin, „dafür haben wir extra die Parkplätze ausgebaut – man kommt da ja gerne individuell, und die Limousinen mit Fahrer nehmen schon etwas Raum ein.“ Ich verstand. Man hatte mir schon bedeutet, dass sich bis hinab zum dritten stellvertretenden Hilfskassierer das Personal gerne den Habitus höherer Führungskräfte gab, solange es sie selbst nichts kostete. Sie lächelte verschmitzt. „Deshalb können wir uns diese gute Ausstattung ja auch leisten, Herr äh…“

Die Behandlungszimmer sahen aus wie in einer kosmetischen Praxis. „In gewisser Weise haben Sie durchaus recht“, bestätigte sie. „Nur betreiben wir diese Techniken mehr im psychisch-mentalen Bereich.“ Die Liegen waren bequem, das Licht ließ sich unmerklich dämpfen. Knapp oberhalb der Hörschwelle tönte ein vertrauter Laut durch die Flure. „Der Bayerische Defiliermarsch?“ Sie nickte. „Ein wenig müssen sich die Herrschaften schon heimisch fühlen, dann sind sie offener. Es erhöht den Therapieerfolg.“ Vermutlich waren auch die in Weiß und Blau gehaltenen Gardinen diesem Ziel geschuldet. „Unsere Auftraggeber wissen das zu schätzen, sie fühlen sich sehr wohl. Und sie können es auch erwarten, so oft, wie sie unsere Dienste in Anspruch nehmen.“ Ich blätterte nochmals den kleinen Prospekt durch, den ich mit der Post bekommen hatte. „Sie programmieren Gedächtnis und Erinnerungsvermögen?“ Sie nickte wieder. „In gewisser Weise, ja. Allerdings nicht so, wie Sie sich das denken.“

Zwei Pfleger waren gerade damit beschäftigt, einem Minister bei den Entspannungsübungen zu assistieren. „Das Bier ist auf Kosten des Hauses“, informierte mich die Prinzipalin. „Man säuft sich hier den Verstand weg?“ Sie lächelte säuerlich. „Abgesehen davon, das selten viel davon vorhanden ist, dafür reicht Bier nicht aus. Und die meisten sind Mengen gewohnt, bei denen ich an meine therapeutischen Grenzen käme.“ Ich sah auf das Klemmbrett an der Tür. „Die Justizministerin?“ Ich hatte richtig gelesen. „Sie sehen hier eine Nachsorgeuntersuchung. Sie erinnern sich an die Affäre Mollath? Wir beseitigen die letzten Spuren. Die meisten Kabinettsmitglieder können sich schon nicht mehr an den Namen der ehemaligen Kollegin erinnern.“

Schräg gegenüber lief sich ein Staatssekretär warm. Ein Staatssekretär? „Wer will das wissen?“ Eine weitere Visitenkarte half ihr ein. „Bedaure, ich muss so viel verdrängen, da sind Sie irgendwie dazwischengerutscht.“ Er keuchte ein bisschen auf dem Laufband, wenngleich sich seine Anstrengung in Grenzen hielt. „Er bereitet sich ja auch erst vor“, beruhigte sie mich. „Das ist eine Routineaufgabe, wir leisten turnusmäßig eine Grundreinigung, und die richtige Krisenintervention kommt immer nur auf Anfrage.“ „Er bereitet sich vor, obwohl es noch keine Krise gibt?“ Vermutlich hatte ich es nicht richtig verstanden. „Doch, Sie haben es schon richtig verstanden. Wir handeln momentan noch den Preis und die Personalkapazitäten aus, damit wir beim Eintreten der Krise das Management unverzüglich anlaufen lassen können.“ Den Notizen auf dem Schreibblock entnahm ich, dass es sich um eine ehemalige Sozialministerin handelte, die im Moment noch das volle Vertrauen der Regierung besaß. „Alles eine Frage der Zeit“, wandte die Leiterin ein, „alles eine Frage der Zeit. Es kann sich um ein paar Wochen handeln oder um Stunden, dann müssen die politisch Verantwortlichen so tun, als übernähmen sie die politische Verantwortung.“ Die Hausdame im Trainingszimmer drückte auf eine Fernbedienung; geräuschlos glitten blau-weiße Jalousien vor die mattierten Fenster. „Recht kostspielig“, bemerkte ich. Sie nickte abermals. „Wir haben gut verdient an diesem Guttenberg.“

Zwei Visitenkarten später hatten wir die Behandlungsräume hinter uns gelassen und saßen in ihrem Büro. „Unsere Personaldecke wird dünn“, befand sie. „Früher oder später werden sie uns anrufen, und dann muss eine ganze Partei eine ihrer Funktionärinnen vergessen. Komplett aus dem Gedächtnis streichen, nicht nur verdrängen – vergessen.“ „Also eine Intensivbehandlung mit der Landesregierung, die sich nicht mehr erinnern soll, ihre Ministerin jemals verteidigt zu haben, als die Affäre anfing?“ Sie nickte. „Und es muss sehr schnell gehen. Je eher die Führungskader aus voller Überzeugung sagen können, dass sie ihr schon immer zutiefst misstraut haben, desto besser.“ Ich kalkulierte und reichte ihr den Bogen über den Tisch. Sie schüttelte den Kopf. Heftig. „Das Doppelte“, sagte sie bestimmt, „mindestens das Doppelte, Herr äh…“ Ich stutzte. „Wir müssen ja irgendwann im nächsten Jahr auch diese ganze Mautgeschichte stemmen.“