Historisches Erbe

14 12 2021

„Natürlich wird sich Herr Kretschmer nicht von den Mordplänen dieser Rechtsterroristen beeindrucken lassen. Die sind zwar auf sein Privatgrundstück gelangt, haben ihn antisemitisch beleidigt und ihm den Tod seiner ganzen Familie angekündigt, aber bisher ist davon noch nichts passiert. Da können Sie mal sehen, wie stabil dieses Demokradings hier im Reichsgau Sachsen ist.

Dann eben Freistaat, das ist doch dasselbe, oder wollen Sie sich an irgendwelchen ideologischen Propagandabegriffen aufhängen? Da hat Herr Kretschmer ausnahmsweise mal recht: man muss als Landesvater die Ruhe bewahren, solange noch nichts passiert ist. Das hat sich in den deutschen Ostgebieten seit 1990 bewährt, das muss man nicht ändern. Und solange keine größeren Werte zerstört werden – so ein Scheinasylantenheim hat ja keinen besonders hohen Brennwert, wenn Sie wissen, was ich meine – muss man den Volkswillen auch mal akzeptieren, auch wenn er mit der aufgezwungenen Verfassung nicht ganz so viel zu tun hat. Wir sind ja für Frieden und Freiheit, aber wir verstehen das aus unserer Perspektive. Es ist unsere Freiheit.

Nein, das ist in Ordnung. Herr Kretschmer hat sich entschieden, den inneren Frieden des Volks der Sachsen nicht zu stören. Das ist sehr löblich, denn das Volk der Sachsen kann notfalls auch anders, und da Herr Kretschmer gerne bei der nächsten Wahl noch mal antreten will – wenn man Glück hat, kann man auch im Rollstuhl eine große politische Karriere machen, aber dann muss er schon sehr viel Glück haben, wenn er noch im Rollstuhl sitzt, wenn Sie wissen, was ich meine – sollte er schon ein bisschen Verständnis für die Befindlichkeit seiner Wähler haben. Das hat doch bei PEGIDA auch gut geklappt, da musste man auch nicht bei jedem Hakenkreuz die Polizei rufen, und wenn man die trotzdem gerufen hat, bekam man von denen eben die Denunziantenfresse poliert.

Wir Sachsen nehmen unsere Angelegenheiten nun mal gern in die eigenen Hände. Das ist es doch, was die Politik von uns immer wieder fordert: mehr Eigenverantwortung. Wir warten eben nicht, bis die Regierung sich mal entscheidet, irgendetwas zu tun, wir handeln selbsttätig, und wir warten auch nicht ab, bis uns irgendjemand eine Rechtsgrundlage für unseren Volkswillen zur Verfügung stellt. Das Volk sind ja wohl immer noch wir, also warum sollte der Souverän hier die Entscheidungen akzeptieren, die die Systemvertreter im Auftrag der Hintermänner treffen? Noch sind wir in der Lage, das Schicksal unseres Volkes selbst zu bestimmen.

Herr Kretschmer zeigt sich nämlich durchaus geschichtsbewusst, weil es schon vor der konkreten Gefahr der Umvolkung seit 2015 eine deutliche Neigung gab, die national geprägten Gefühle der Sachsen nicht zu kriminalisieren, sondern als Teil des historischen Erbes anzuerkennen. Das kann auch schon mal unangenehm werden, aber kriegt man als Deutscher ja sowieso schnell Probleme, oder sie werden einem wenigstens nahegelegt, wenn Sie wissen, was ich meine. Deshalb hat Herr Kretschmer bisher auch immer gut daran getan, die politischen Initiativen gegen den Volkswillen, wo er als verfassungswidrig angesehen wird, mit seiner Regierungspartei und mit der vermutlich nächsten Regierungspartei gemeinsam zu verhindern. Wo soll das denn hinführen, wenn man nicht mehr seine Meinung sagen darf?

Wir zum Beispiel sind der Meinung, dass Herr Kretschmer sich bisher immer anständig verhalten hat. Er tut, was man ihm sagt. Das ist bei Politikern nicht mehr selbstverständlich, im Westen muss man da auch immer sehr viel Geld anlegen oder genau wissen, welche Leichen im welchem Keller stinken. Was seine geistige Grundausstattung betrifft, kann man ihm natürlich schnell beibringen, dass er Teil des Problem ist und nicht mehr aus der Nummer rauskommt, wenn er nicht mitspielt. Auf Dauer wird das die Gesellschaft spalten, und daran will man als Ministerpräsident sicher nicht schuld sein.

Haben Sie übrigens gehört, dass sich Herr Kretschmer für ein entschiedenes Durchgreifen der Polizei gegen die Rechtsextremisten entschieden hat? Ich auch nicht. Wie gesagt, er ist ein durchaus geschichtsbewusster und folgsamer Politiker, dem man in jeder Lage vertrauen kann. Außerdem muss man zugeben, dass die bisherigen Appelle aus dem Bundesinnenministerium kamen, seitdem wir da wieder eine Bundesinnenministerin haben, die nicht nur den Stuhl warm sitzt. Die darf alles sagen, sie ist ja nicht zuständig. Wir warten einfach etwas ab, bis sie ein Gesetz fordert, dass illegale Sachen verboten werden, und dann ist auch gut. Dann loben wir mal die gesunkene Gewaltbereitschaft der Polizei gegenüber den militanten Äußerungen des gesunden Volksempfindens durch die freiheitlichen Kräfte, wenn Sie wissen, was ich meine, und dann kommen wir bestimmt schnell ins Gespräch, wie wir das sonst auch immer machen. Miteinander zu reden ist da schon ein guter Schritt, und dann ist auch bald schon wieder Ruhe.

Lassen Sie sich nicht irritieren, wenn in den nächsten Tagen bei Herrn Kretschmer versehentlich Brandsätze ins Haus geworfen werden, wir kennen unsere Sympathisanten nicht alle persönlich und können ihnen keine Vorschriften machen, da wir uns als freie Sachsen verstehen. Wir gehen davon aus, dass Herr Kretschmer das nicht so schlimm finden wird, weil ja noch mal alles gut gegangen ist, es sei denn, es ist nicht alle gut gegangen, aber das fänden wir auch nicht so schlimm. Wenn Sie wissen, was ich meine.“





Krise

9 11 2021

„Es ist im Grunde schon fünf nach Zwölf.“ „Das darf aber doch nicht heißen, dass wir die Hände in den Schoß legen und zuschauen.“ „Das Leben ist in Gefahr, das ganze gesellschaftliche Leben!“ „Vor allem die Mittelschicht, wir haben in den letzten Jahrzehnten so viel aufgebaut, dass uns…“ „Diese Krise wird uns alles nehmen!“ „Sie reden hier aber schon von Corona?“ „Ich dachte, wir besprechen die Lage der CDU?“

„Man darf jetzt nicht verallgemeinern.“ „Ich finde das auch.“ „Wir müssen auch mal die Krise im Dorf lassen.“ „Auf der anderen Seite erwarten die Menschen doch, dass wir eine Entscheidung treffen.“ „Wir sollten erst mal abwarten, ob wir alle notwendigen Fakten haben.“ „Außerdem sind die Folge ja nicht absehbar.“ „Die Wahl sollte von der Basis getroffen werden.“ „Was hat das mit dem Klima zu tun?“ „Mir ist das unheimlich.“ „Wissen Sie, ich bin so alt, ich erlebe das nicht mehr.“ „Das geht mir mit der Verjüngung der CDU genau so.“ „Aber die Langzeitwirkungen können wir ja noch nicht absehen.“ „Wenn wir den Falschen wählen, gibt es gar keine mehr.“ „Und das spaltet die Gesellschaft!“ „Bleiben Sie mal ruhig, wir müssen uns auf ein Thema konzentrieren.“ „Sie haben gut Reden!“ „Ich höre es jeden Tag im Wahlkreis, wenn wir die Pandemie nicht in den Griff kriegen, dann trauen uns die Leute den Klimawandel auch nicht mehr zu.“ „Wenn wir uns als CDU nicht erneuern, dann können wir bei allen anderen Sachen auch einpacken.“ „Also ich bekomme wenigstens mein Gehalt weiter, auch wenn…“ „Was?“ „Was?“

„So schlimm ist es gar nicht, wir müssen halt schauen, ob die neue Bundesregierung erfolgreicher ist als wir.“ „Und dann?“ „Boykottieren wäre eine Lösung.“ „Wir haben doch im Wahlkampf selbst angekündigt, dass wir mehr Klimaschutz für…“ „Was wir im Wahlkampf sagen und was wir in der Opposition machen, das muss noch lange nicht dasselbe sein.“ „Außerdem reden wir gerade über die Pandemie.“ „Sagen Sie das doch!“ „Ich dachte, er spricht schon wieder über den CDU-Vorsitz.“ „Das würde ich nicht als Krise ansehen.“ „Naja, das Klima ist auch eher eine Katastrophe.“ „Wir würden Sie es denn nennen, wenn Sie dreißig Jahre lange denken, es läuft doch alles gut, und plötzlich wachen Sie auf und stellen fest, dass Sie in der Scheiße sitzen?“ „So schlimm ist Corona nun auch wieder nicht.“ „Sie meinen Afghanistan, richtig?“

„Jetzt konzentrieren Sie sich bitte mal, wir müssen Prioritäten setzen.“ „Haben wir gemacht.“ „Unsere Wähler sind im Durchschnitt alte, weiße Männer, die die Verfassung hassen und alle Linken an die Wand stellen wolle, weil das im Grundgesetz so vorgesehen ist.“ „Davon kriegen wir das mit dem Klima auch nicht hin.“ „Die Demonstranten sind ja meist Frauen und Linke.“ „Dann sollte man denen mal ein paar Coronaleugner vorbeischicken, damit die sich infizieren und auf der Intensivstation landen.“ „Hähähä!“ „Das macht die Pandemie auch nicht erträglicher.“ „Es sind nur ein paar Wochen, dann haben diese Kommunisten aus der SPD den ganzen Kram an der Backe!“ „Dann berichten die Medien natürlich nur noch über den noch nicht abgeschlossenen Erneuerungsprozess in der CDU.“ „Wozu sollen wir uns erneuern?“ „Damit die Leute denken, dass die Krise vorbei ist.“

„Wir sollten uns auch darüber im Klaren sein, dass die Wirtschaft tief getroffen ist von den Folgen der Pandemie.“ „Gibt es diese Chips immer noch nicht?“ „Ich dachte eher an die Hyperinflation.“ „Das ist doch keine Hyperinflation!“ „Das haben die Sozialisten sauber hingekriegt!“ „Dass es keine Chips mehr gibt?“ „Kaum bricht in Deutschland der Stalinismus aus, übernehmen die Linken von der Vorgängerregierung eine Hyperinflation!“ „Das ist ein bisschen Teuerung, aber keine Krise.“ „Wenn in Deutschland die Löhne steigen, dann ist das eine Krise!“ „Malen Sie nicht den Teufel an die Wand!“ „Kann man das nicht wegignorieren wie das mit dem Klima?“ „Das ist menschengemacht, aber die Inflation hat keiner kommen sehen.“

„Und wenn wir einfach so weitermachen?“ „Die nächste Welle kommt bestimmt.“ „Das ist aber noch keine Lösung.“ „Naja, man könnte sich schon auf einer der nächsten Konferenzen für den wirksamen Schutz vor Treibhausgasen und…“ „Wir sprechen gerade über den Parteitag.“ „Stand da irgendwas anderes zur Debatte als ‚Weiter so‘?“ „Stimmt auch wieder.“ „Dann müssten wir das ja nicht unbedingt als Krise bezeichnen.“ „Erst wieder in vier Jahren.“ „Was ist in vier Jahren?“ „Nach der nächsten Wahl zum Bundestag.“ „Und?“ „Dann haben wir sicher ein noch beschisseneres Ergebnis, wir haben das bis zum Erbrechen durchgekaut, jeder hat über nichts anderes geredet, und alle sind kollektiv überrascht, dass wir komplett am Arsch sind.“ „Ach, das ist bei Corona gerade ähnlich.“ „So kann man das mit dem Klima aber nicht lösen.“ „Ich würde sagen, das Aussitzen dauert dann halt ein bisschen länger.“

„Was würde eigentlich passieren, wenn wir uns doch in einer Bundesregierung…“ „Nein!“ „Das meinen Sie doch nicht ernst?“ „Also Lösungen haben wir schon vorher nicht gehabt.“ „Dann wäre das jetzt auch nicht schlimmer, als hätten wir die Wahl gewonnen.“ „Wir müssen bloß nicht den Kanzler stellen.“ „Das wäre doch die Lösung!“ „Ich könnte dem etwas abgewinnen.“ „Super!“ „Das ist für die Grünen interessant.“ „Rufen Sie an oder soll ich?“ „Weg mit der Krise!“ „Bis auf die CSU.“ „Wieso?“ „Haben Sie mal überlegt, was passiert, wenn Söder weiter an allem herummeckert, obwohl wir an der Regierung sind?“ „Das nennen Sie Krise?“ „Also wenn Sie das Klima meinen…“





Faschistischer Schutzwall

2 11 2021

„… als leuchtendes Beispiel für den Willen zur Freiheit gelten dürfe, so Sachsens Ministerpräsident Kretschmer. Aus diesem historischen Bewusstsein sei eine Abschottung gegen Osteuropa eine der logischen Folgen des jahrzehntelangen…“

„… auf vehementen Protest aller westlichen CDU-Landesverbände stoße. Da es sich um eine außenpolitische Frage handele, werde man die Entscheidung allerdings der nächsten Regierung überlassen, sobald diese sich…“

„… werbe die AfD für baldige Koalitionen mit den Christdemokraten, um eine migrationssichere Politik in den mitteldeutschen Gauen zu…“

„… zu einer verfassungsrechtlich schwierigen Frage werde, da durch eine physische Abschottung die Möglichkeit eines Asylantrages nicht mehr gewährleistet sei. Zur Vorbeugung habe Kretschmer vorgeschlagen, das Bundesverfassungsgericht so schnell wie möglich abzuschaffen, um nicht dem Missbrauch von Grundrechten Vorschub zu…“

„… Merz von den Deutschen mehr Solidarität im Umgang mit Flüchtlingen fordere. Jeder Erwerbslose könne mindestens zehn Migranten bei sich wohnen lassen, damit die anständigen Bürger nicht mehr mit der Überfremdung konfrontiert und zu Gewaltverbrechen gezwungen würden, die sich aus der ständigen…“

„… dass wir schon mit dem Klimaschutz im eigenen Land ausgelastet seien und nicht auch noch für andere Staaten Verantwortung übernehmen könnten. Lindner wolle lieber warten, bis deutsche Ingenieure Erfindungen gemacht hätten, die sich gewinnbringend in den afrikanischen und…“

„… nicht zu den aktuellen Gefährdungen für Volk und Heimat gekommen wäre, wenn sich die Wehrmacht entschiedener für die nationale Einheit mit den Siedlungsgebieten ostischer Ethnien in einem Diktatfrieden zwischen dem Führer und dem Genossen Stalin eingesetzt hätte. Gauland sei sehr besorgt, dass dieses Versäumnis sich nun auf die…“

„… schlage Söder eine Brandmauer zwischen den beiden Freistaaten Bayern und Sachsen vor. Diese diene letztlich viel mehr der Integration der rechten Kräfte in die CDU, die sich nach einer Trennung der beiden Unionsparteien für die…“

„… sei eine rasche, nachhaltige Lösung dieses Konflikts auch heute machbar. Gauland empfehle einen sofortigen Einmarsch in Polen, der für die Sicherung der EU-Außengrenze gegenüber den…“

„… beste Kontakte in die USA pflege. Für Merz sei der Bau einer Mauer auch als wirtschaftlicher Impuls geeignet, Arbeitsplätze für unqualifizierte Bürger zu schaffen, die eine nationale Aufgabe für ihre Pflicht hielten und die…“

„… dürfe man der Zuwanderung überwiegend rechtskonservativer, streng religiöser und stark frauenfeindlicher Männer nicht tatenlos zusehen, wenn es keine Deutschen seien. Kretschmer sei kein Rassist, aber…“

„… gemeinsame europäische Werte finden könne, indem sich auch die Polen als christliches Abendland bezeichnen dürften. Laschet wolle sich bis zur Abwahl als CDU-Vorsitzender um eine Verständigung auf katholischer Ebene mit den…“

„… und in Absprache mit der sächsischen Landesregierung den Schießbefehl durchsetzen wolle. Das Bündnis rechter Kleinparteien sehe in der Übertragung der Grenzverteidigung in ihren Aufgabenbereich den Auftrag, einen faschistischen Schutzwall zwischen den …“

„… in Sachsen den 9. November symbolisch zum Tag der Freiheit von Zuwanderungsterror und Umvolkung einführen werde. Kretschmer sehe Demokratie und Menschenrechte als politisches Privileg, das man vor fremden Völkern schützen müsse, um das wirtschaftlich erfolgreiche…“

„… sich die Linke im Sächsischen Landtag gegen die Abschottungspläne der CDU gewandt habe. Merz fühle sich dadurch in seiner Auffassung bestätigt, dass die Mauerpartei noch immer in der Vergangenheit lebe und für politische Ideen wie Völkerverständigung oder Frieden viel zu viele…“

„… Gespräche mit dem belarussischen Diktator vorgeschlagen habe. Gauland stehe dem skeptisch gegenüber. Solange man Menschen jagen und mit Waffengewalt bekämpfen könne, sei Diplomatie ein zu einfaches Mittel zur Durchsetzung des…“

„… dass kein EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen das Bundesland angestrengt werden könne. Das Parlament könne sich allerdings vorstellen, die Gelder für einen Zaun rund um Sachsen mit einfacher Mehrheit zu…“

„… warne Kretschmer vor einer hybriden Taktik. Die Feinde Deutschlands seien inzwischen auch in der Lage, Flüchtlinge nach Nordirland zu schleusen, um den EU-Beitritt und damit die Flucht in die Bundesrepublik zu organisieren. Nur ein Westwall sei noch geeignet, die Verteidigung im…“

„… habe man in Europa nicht bürgerliche Freiheiten und wirtschaftliche Sicherheit aufgebaut, um diese jetzt mit Nichtariern teilen zu müssen. Die AfD werde ihr Versprechen erneuern, als Bollwerk gegen Migration gemeinsam mit der Union ein…“

„… fordere Kretschmer angesichts der aktuellen Lage, Polen mit sofortiger Wirkung aus der EU zu entfernen. So könnten alle Flüchtlinge gefahrlos die belarussische Grenze überschreiten, würden sich aber immer noch nicht innerhalb der Europäischen Union befinden und hätten somit auch kein Recht auf ein Asylverfahren im…“

„… als nationalen Auftrag sehe, der Einheit und Freiheit sichere und die Not durch historisches Handeln beende. Der Mauerbau an der deutschen Grenze sei für Polen ein unvermeidliches…“





Bundesvizekanzleramt

1 11 2021

„Eine ganz normale Telefonanlage, Herr Scholz. Da ist der Knopf für die Gegensprechverbindung, Sie können auch von hier aus die Türen öffnen, und da sind die hundert wichtigsten Geheimnummern im Kurzwahlspeicher. Hat Ihnen Frau Merkel schon gezeigt? Dachte ich mir.

Also wir haben kein Problem damit, dass Sie als zukünftiger Bundeskanzler hier schon mal die Räumlichkeiten inspizieren. Frau Merkel ist ja bis zum Schluss geschäftsführend im Amt und hat noch jede Menge zu tun, aber offensichtlich hat sie schon einige Informationen an Sie weitergegeben. Sie sind ja offiziell heute auch als Finanzminister hier im Bundeskanzleramt, da wir erst im Laufe der Woche die Umbenennung in Bundesvizekanzleramt als provisorische Regierungsbehörde durchhaben. Herr Söder hat sich so sehr dafür ausgesprochen, dass das reibungslos über die Bühne geht, wir konnten also damit rechen, dass er das intern torpediert.

Der Posteingang ist momentan ein bisschen viel, die FDP schickt alle paar Stunden ein Fax, weil sie verlangt, dass Herr Lindner als offizielles Mitglied der nächsten Regierung auch zu allen Terminen der geschäftsführenden Bundeskanzlerin mitgenommen wird. Er war Spitzenkandidat, seine Partei ist nicht auf dem letzten Platz gelandet, also meint er, dass er für den Fall einer Minderheitenregierung mit der Union rein theoretisch noch Bundeskanzler werden könnte, weil er ja als einziger immer alles besser weiß, dass er alles besser kann. Wir ignorieren das, falls er Sie während der Koalitionsverhandlungen darauf ansprechen sollte, Sie wissen von nichts. Frau Merkel schmeißt das ungelesen in den Müll.

Da hinten ist die Teeküche, wir haben eine neue Mikrowelle angeschafft, falls es doch mal später wird, und hier ist der Kühlschrank. Nein, andere Seite. Das sind die beiden Getränkeschränke. Wir haben immer eine gewisse Auswahl guter Weine in angemessener Temperatur vorrätig, da Frau Merkel einen guten Tropfen durchaus zu schätzen weiß. Für Sie sicher keine Umgewöhnung, sie mag Rote. Das ist schon ein bisschen länger da. Am Anfang hatten wir noch Aktenordner mit Aufklebern wie ‚Diverse Dokumente‘ oder ‚Notfälle‘, die kamen teilweise noch aus der Ära Kohl, und Herr Schröder hatte in dem einen immer einen vernünftigen Bordeaux und eine Zigarre griffbereit. Frau Merkel hat das dann beibehalten, bis Leute wie Herr Scheuer, Herr Seehofer und Herr Spahn gleichzeitig im Kabinett saßen. Das kriegen Sie mit einer Flasche nicht weg.

Das wird noch ausgebessert, der Maler kommt nächste Woche. Es sind nur ein paar Schrammen im Anstrich, aber da ist noch Metallabrieb drin vom Rollstuhl. Herr Schäuble wollte das Amt nicht ohne Kampf aufgeben. Wir dachten zuerst, er hätte hier noch Teile seiner Altersvorsorge hinter der Tapete versteckt, aber er hat sich einfach nur am Geländer angekettet. Frau Merkel hat dann den Hausmeister angerufen, der hat ihr den Bolzenschneider aus dem Keller geholt, und sie hat selbst eine gemeinsame Lösung gefunden. Sie hat so eine pragmatische Art, die wir alle noch sehr vermissen werden. Aber Sie werden hier natürlich eigene Akzente setzen.

Hiermit müssen Sie vorsichtig sein, Frau Merkel hat das täglich benutzt. Die Dosierung steht auf der Dose, es wirkt ganz hervorragend. Ja, direkt aus der Weltraumforschung, das beste Imprägnierungsspray der Welt. Teflon ist nichts dagegen. Sie können mit dem Zeug machen, was Sie wollen, an Ihnen bleibt nichts hängen, gar nichts. Frau Merkel war von dem Zeug begeistert. Sie haben selbst so etwas? Das ist bekannt, Herr Scholz. Das ist bekannt.

Noch mal ein kleiner Tipp: melden Sie sich bloß nicht mit Namen am Telefon. Am Ende rutscht Ihnen dabei ‚Finanzminister‘ raus. Machen Sie das nie, das kann zu schweren Verwicklungen führen, es sei denn, Sie wollen Herrn Lindner ärgern. Dann machen Sie es natürlich extra, Sie sind dann ja der Bundeskanzler. Andererseits, jetzt kann er gar nicht mehr zurück, sonst wird er als welcher Minister auch immer bei jeder Auslandsreise mit Schlag in den Nacken begrüßt. Ich kann mir nicht helfen, aber das hat Frau Merkel bestimmt mit einkalkuliert. Wäre ihr jedenfalls zuzutrauen.

Die Sicherheitsmaßnahmen für den G20-Gipfel wurden in diesem Zusammenhang übrigens noch einmal extra verstärkt, damit es nicht plötzlich zu unvorhergesehenen Zwischenfällen kommt. Die vorhersehbaren Zwischenfälle bei solchen Gipfeln kennen Sie ja bereits, und Frau Merkel war der Ansicht, dass Sie das gerne alleine regeln. Für den Fall einer erfolgreichen Wahl möchte sie Sie auch nochmals daran erinnern, dass Sie dann einen Innenminister haben. Das waren in letzter Zeit nicht unbedingt die besten Kräfte, aber Sie wissen ja, wie schwierig man gutes Personal bekommt. Schauen Sie nach Hamburg.

Wir schätzen das als Signal der Kontinuität, das hat es vorher nicht oft gegeben. Wer sich da sonst aus der Union angeboten hätte, entzieht sich unserer Kenntnis. Herr Söder vermutlich nicht. Der hätte sich wahrscheinlich auch nicht das Kanzleramt von innen angeguckt, sondern Frau Merkel durch die Bayerische Staatskanzlei geführt. Wenn ansonsten Probleme auftauchen sollten, wir haben jederzeit ein offenes Ohr für Sie. Das Vertrauen, das Frau Merkel in Sie setzt, werden wir auch haben. Eine sozialdemokratische Kanzlerin, die die Fortsetzung ihrer Umverteilungspolitik für eine finanziell bessergestellte, strukturkonservative Schicht von Fortschrittsverweigerern mit pseudoemotionalem Gelaber in eine Weiter-so-Zukunft, in Altersarmut und Klimakatastrophe führt – Herr Scholz, wem sollte sie da mehr vertrauen als Ihnen?“





Meine Mitte, Deine Mitte

25 10 2021

„Nein!“ „Meine Güte, man kann sich aber auch anstellen!“ „Wir wollen aber nicht!“ „Vor ein paar Wochen haben Sie noch bei jeder sich bietenden Gelegenheit herausposaunt, dass eine Regierung nur mit Ihrer Partei…“ „Wir wollen aber nicht!“ „Gut, dann eben nicht.“ „Und eine Regierung unter Ihrer Partei wird das Land in eine sozialistische Diktatur verwandeln, in der jeder islamistische Einwanderer ein bedingungsloses Einkommen für den Drogenkonsum kriegt!“ „Sind Sie schizophren oder einfach nur ein dummes Arschloch?“ „Wir sind die Christlich-Demokratische…“ „Das liegt ja ungefähr dazwischen.“

„Deutschland wird vor die Hunde gehen!“ „Dann regieren Sie halt mit.“ „Dieses Land hat uns gar nicht verdient!“ „So ähnlich hat sich Hitler im Führerbunker auch geäußert.“ „Frechheit!“ „Wir machen Ihnen ein letztes Angebot: diese Lackaffen um den Hilfsschulversager Lindner haben sich mit den Grünen in die Haare gekriegt, die Grünen haben weder Lust auf FDP noch auf Ihren Laden, uns bleibt nur noch die nächste Große Koalition.“ „Wir werden den Kanzler stellen!“ „Das klingt nach Arschloch.“ „Sie nutzen es doch nur aus, dass wir gar keinen Kanzler haben!“ „Also doch nur ganz normale Schizophrenie.“ „Was sollen wir denn jetzt machen, wir haben nicht einmal einen Vorsitzenden, den man ernst nehmen kann.“ „Wir haben unsere ja von der Basis wählen lassen.“ „Aber wir sind die CDU!“ „Dann lassen Sie doch Ihre Basis den Wunschkandidaten wählen, Sie wissen ja schon, wer es unbedingt werden will.“ „Das wird unser Untergang.“ „Er wird Ihnen eine Menge Spenden in die Parteikasse spülen.“ „Dieser Drecksack kennt nur zwei Sorten Mensch: sich selbst und den Rest.“ „Mehr Profil braucht die CDU auch nicht.“

„Solange wir das mit den Vorsitzenden und den Kanzlerkandidaten und den Posten nicht geklärt haben, können wir einfach nicht in die Regierung.“ „Wir haben ja seinerzeit der Öffentlichkeit etwas von staatspolitischer Verantwortung erzählt, dann ging’s schon irgendwie.“ „Aber die Leute haben Aufbruch gewählt, Veränderung, wir können uns da nicht einfach in die Regierung setzen und etwas machen, was die Wähler nicht wollen!“ „Wieso, wir machen das doch auch.“ „Aber in der SPD ist das Tradition, und die Partei ist schon ziemlich alt.“ „Wir sind bisher ganz gut gefahren damit, ja.“ „Sie sind in der Regierung immer so konservativ.“ „Sie nicht, die CDU wird ziemlich schnell reaktionär.“ „Eben, und deshalb brauchen wir jetzt erst mal ein paar Jahre, damit wir die Wähler von dem Kurs überzeugen können.“ „Also einen Kurs haben Sie bisher noch nicht entwickelt?“ „Wie denn, ‚Weiter so‘ hat uns Ihr Scholz doch geklaut!“

„Wir könnten es mit dem alten Versuchsaufbau weitermachen.“ „Wie stellen Sie sich das vor?“ „Sie reißen die Klappe auf, die SPD macht die politische Arbeit.“ „Das hat allerdings ganz gut geklappt.“ „Für die CDU.“ „Das heißt doch nicht, dass wir es jetzt nicht noch mal so versuchen könnten.“ „Wenn Sie einen von Ihren Hampelmännern als Kanzler in die Manege stellen wollen, würfeln Sie einen aus.“ „Frechheit!“ „Ihr Vorsitzender soll ja Fachmann für solche Entscheidungsprozesse sein.“ „Das ist eine infame Unterstellung!“ „Und durch eine Kündigung seines Dienstherrn bestätigt.“ „Mit Ihnen teilt die CDU nicht die Regierung!“ „Dann gibt es eben Neuwahlen, und Sie hocken noch tiefer in der Scheiße.“ „Mit Ihnen nicht!“ „Vielleicht sind dann auch die Linken klug geworden und es reicht für Rot-Grün-Rot?“

„Hören Sie mal, man kann doch über alles mit uns reden…“ „Also nehmen Sie jetzt doch langsam mal Vernunft an?“ „… solange wir als Partei der Mitte die linken Kräfte in der SPD…“ „Tut mir leid, das war vermutlich eine optische Täuschung.“ „Aber die Mitte sind doch wir?“ „Ihr Laden kippt nach schräg rechts, vielleicht hält sich da jemand an der Mitte fest, aber das war’s dann auch schon.“ „Es ist unsere Mitte!“ „Nö.“ „Die Mitte sind wir!“ „Dann wird es Ihnen ja nicht schwer fallen, eine bürgerliche Koalition mit politischen Freunden zu organisieren!“ „Wir sind das, nicht die SPD!“ „Also viel Vergnügen noch, und wir werden jetzt mal auf einzelne Abgeordnete zugehen, um die rot-grün-rote Minderheitenregierung für politische Vorhaben der Zukunft parlamentarisch zu…“ „Wir haben es gleich gesagt, Sie wollen den Linksruck!“ „Meine Güte, nehmen Sie endlich Ihre Medikamente.“ „Das wird die Wirtschaft ruinieren!“ „Bestimmt.“ „Wer nicht gendert und nicht Lastenrad fährt, wird von der linksgrünen Stasi verfolgt!“ „Und wer als CDU-Abgeordneter oder Bundesminister an überteuerten Schutzmasken kräftig mitverdient hat, darf die Hacken vor dem Staatsanwalt zusammenhauen.“ „Das ist nicht Ihr Ernst?“ „Mit der linken Mehrheit bekommt man so ein Transparenzgesetz und ein Lobbyregister bestimmt schnell durchs Parlament.“ „Das ist unser Untergang!“ „Dann müssten wir auch mit dem Klimaschutz ernst machen.“ „Nein!“ „So ein Tempolimit wäre Formsache.“ „Hören Sie auf!“ „Und wenn ich mir vorstelle, dass wir die Braunkohle innerhalb von…“ „Aufhören!“ „Wären Sie jetzt eventuell zu Sondierungsgesprächen mit der SPD als der stärksten Fraktion im Deutschen Bundestag bereit?“ „Egal, legen Sie uns einen Koalitionsvertrag hin – wir unterschrieben alles!“ „Sehen Sie, wir wussten immer, dass es Ihnen in Wahrheit nur um die Demokratie geht.“





Insolvenzmasse

19 10 2021

„Stellen Sie sich locker, wir kriegen das hin. Diese Firma hat die Postkutschenindustrie abgewickelt, wir haben die Schreibmaschinenfirmen beseitigt, wir hatten Aufträge von der FDP und von der SPD, und jetzt sind Sie an der Reihe. Wir schaffen das.

Es ist ganz normal, dass Sie noch nicht loslassen können. Coaching, die Vergangenheit beschwören, die Konkurrenz beschimpfen, noch mehr Coaching, das ist alles ganz normal. Sie werden jetzt langsam die Wirklichkeit zulassen, und dann werden Sie sich eingestehen, dass die CDU komplett im Arsch ist. Der Laden ist für die Tonne, und wir treten ihn jetzt gemeinsam rein, okay?

Das ist sehr schön, dass Sie sich noch einmal Gedanken gemacht haben, wie Sie einen Neuanfang wagen wollen, aber lassen Sie es mich so sagen: mit einem toten Huhn würde ich nicht mehr bei einem Flugwettbewerb antreten. Und nein, Friedrich Merz ist kein Neuanfang. Das ist das tote Huhn. Das sieht originell aus. Wenn Sie mit voller Hose in den Bus einsteigen, sieht das auch originell aus. Und das wird nicht besser, wenn Sie sich hier alle reihum die Fresse polieren, wer das tote Huhn sein darf. Wir machen den Laden jetzt zu.

Wieso Neuerfindung? Was wollen Sie denn an der Partei neu erfinden? Moderne Lösungen für alte Probleme, die Sie anderthalb Jahrzehnte erfolgreich auf der vollen Hose ausgesessen haben? Jetzt ist Schicht im Schacht, der letzte Affe macht das Licht aus und die Klappe zu, Sie haben fertig. Wie lange wollen Sie denn den Ringelpiez noch veranstalten? Friedrich Merz will Vorsitzender werden, damit Jens Spahn nicht Vorsitzender wird, Jens Spahn will Vorsitzender werden, damit Norbert Röttgen nicht Vorsitzender wird, Norbert Röttgen will unbedingt Vorsitzender werden, damit nicht schon wieder Friedrich Merz seinen frühmittelalterlichen Summs hochkotzt, und Ralph Brinkhaus will Vorsitzender werden, weil er schon Fraktionsvorsitzender ist und meint, der Parteivorsitz stünde ihm ebenso zu wie der CDU das Kanzleramt. Wie lange wollen Sie die Pleite denn noch vor sich herschieben? Friedrich Merz hat ja vollkommen recht, wenn er die CDU als insolvenzgefährdeten Sanierungsfall bezeichnet. Er hat ja auch mit allen Mitteln dafür gesorgt, dass dem so ist.

Sie haben das nicht ganz richtig verstanden, ihre Dienstwagen behalten Sie natürlich nicht, wenn Sie nichts mehr mit der Bundesregierung zu tun haben. Auch die anderen Statussymbole sind jetzt für die anderen da. Das geht alles in die Insolvenzmasse, aus der Sie Ihre Wähler nach der Abwicklung mal mehr oder weniger werden befriedigen können. Viel ist da nicht, aber es zählt der gute Wille. Gehen Sie jetzt mit gutem Beispiel voran, Sie repräsentieren ja den Konservatismus als bürgerliche Attitüde des Wohlanständigen, und suchen Sie sich irgendeinen Beruf, für den Sie qualifiziert tun können, und wenn Sie dafür auch nicht qualifiziert genug sind, dann bekommen Sie bald schnell und unkompliziert Bürgergeld. Das ist eine tolle Idee, die ist nur leider nicht Ihnen eingefallen. Obwohl das bescheuert genug klingt. Die Dienstwagen? Wie kommen Sie denn darauf, dass Sie Ihre Dienstwagen mitnehmen können? Aufsichtsratsposten? Was glauben Sie eigentlich, was unsere Auffanggesellschaft Ihnen anbietet?

Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, Sie fit zu machen für die Zukunft und Sie neu aufzustellen. Da nützt es Ihnen nichts, wenn Ihre einzige Sorge ist, ob Armin Laschet oder Markus Söder schuld sind an der Scheiße. Wir stellen die Probleme nicht nur fest, wir analysieren auch die Gründe, und dann beseitigen wir sie. Das soll in der Wirtschaft sogar schon erfolgreich geklappt haben. Fragen Sie einen, der was davon versteht. Also nicht Friedrich Merz. Und wenn Sie dann noch jemanden von seinem Sessel losfräsen müssen, weil er nicht kapiert hat, was Verantwortung ist, dann können Sie wieder mit Markus Söder und Armin Laschet kommen.

Wir könnten uns ja auch mal überlegen, ob Sie nicht die Reste dieser Partei verkaufen wollen. Für eine Fusionierung ist nicht mehr genug da, und die FDP kann offensichtlich auch alleine Müll erzählen und sich die Taschen auf Kosten der Steuerzahler voll stopfen. Es dürfte also schwierig werden, das an einer neuen Regierung ohne CDU anzuprangern. Vielleicht fällt ihnen ja auch mal etwas anderes ein als ‚Gendern verbieten‘, dann könnten Sie nämlich Ihr Geschäftsziel ändern, als Kleinbetrieb wieder auf den Markt zurückkehren, Kunden gewinnen und wachsen. Natürlich können Sie auch mit ‚Ausländer raus‘ weitermachen, aber das Geschäftsmodell ist ungefähr so zukunftsfähig wie ‚Steuergelder in Privatvermögen verwandeln‘. Wenn Sie bei dem Image bleiben wollen, dann machen Sie Ihre Bude lieber dicht. Da gibt es nichts mehr zu sanieren.

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, machen Sie ab sofort Werbung mit dem Plakat ‚Neu: Jetzt ohne Merkel‘. Das ist ein überzeugendes Konzept, wenn man daran glaubt. Lassen Sie sich da nichts anderes einreden. Das ist besser als jedes Programm für Wähler, die irgendwelche Zukunftsthemen wie Rente oder Digitalisierung haben wollen. Da merkt keine Sau mehr, dass der Nachwuchs längst graue Haare hat. Ohne CDU wäre Deutschland am Ende, das traut sich bestimmt nur keiner zu sagen. Wenn das Ihrer festen Überzeugung entspricht, dann muss das auch richtig sein. Und wenn irgendwann mal irgendwo irgendwas passiert, weshalb die Wähler sich an die Regierung wenden: immer ignorieren, kleinreden, alle anderen sind schuld, weil Sie nicht die CDU sind. Ach, und denken Sie bitte daran: der Letzte macht das Licht aus.“





Opposition ist Mist

13 10 2021

„Was schätzen Sie, wann ist der Sack zu?“ „Zwei bis maximal drei Wochen, dann sollte die Ampel auf dem Weg sein.“ „Verdammt!“ „Ach, ich finde es ganz okay.“ „Entschuldigen Sie mal, Sie sind CDU-Hinterbänkler!“ „Sie etwa nicht?“

„Diese zugesoffene Scheißbande hat uns um die Regierung gebracht!“ „Ja, das kann man so sagen.“ „Das muss Sie doch genau so ärgern wie mich, oder sehe ich das falsch?“ „Naja, ein bisschen ärgerlich ist es schon, aber die Hauptsache ist doch, dass wir uns in die Opposition gerettet haben.“ „Bitte!?“ „Es ist doch noch mal gut gegangen, für uns beide ist ein Sitz im Bundestag rausgesprungen, ein paar von den Kollegen müssen Lohnarbeit ausprobieren oder fallen gleich in die soziale Hängematte, die sie noch vor wenigen Monaten komplett abschaffen wollten, und jetzt schauen wir mal, dass wir die Sache über die Bühne kriegen.“ „Wie reden Sie eigentlich, wir haben hier Katastrophe, und Sie…“ „Wir sind jetzt Opposition.“ „Opposition ist Mist!“ „Stimmt, aber für die anderen.“ „Was soll das denn jetzt schon wieder heißen?“ „Meine Güte, jetzt haben Sie doch mal ein Vertrauen in die politischen Entwicklungen, das war doch sonst auch immer Ihre Stärke.“

„Wir stehen vor riesigen Herausforderungen!“ „Was Ihren Baukredit angeht, da haben Sie recht.“ „Ich rede nicht von meinem Haus, ich rede hier von Deutschland!“ „Schon gut, es stimmt ja – dass das Klima für Preisanstiege sorgt, ist schon krass.“ „Ist das alles, was Sie interessiert?“ „Gucken Sie sich an, was wir an Klimafolgen haben: Holz, Energie, die Lebenshaltungskosten, es trifft alle.“ „Das Land wird vor die Hunde gehen!“ „Ist das nicht genial?“ „Bitte!?“ „Meinen Sie ernsthaft, diese Knalltüte aus Aachen würde das kapieren?“ „Sie denken, wir sind für die Probleme nicht zuständig, also müssen wir auch nichts machen?“ „So langsam scheinen Sie zu begreifen.“ „Die SPD wird in der Ampel die Preise für Holz und Öl nicht senken…“ „… weil das Öl nichts mit dem Klima zu tun hat und den Rest die Chinesen verursachen.“ „Das heißt, Scholz muss da tatenlos zusehen?“ „Wie wir auch hätten tatenlos hätten zusehen müssen, aber wir sind Opposition.“ „Wir dürfen also die Regierung kritisieren?“ „Das ist in einer parlamentarischen Demokratie unsere Aufgabe.“ „Wir müssen von uns aus keine Art der Zusammenarbeit anbieten?“ „Von Sonntagsreden abgesehen nicht.“ „Dazu müssen wir unsere Politik aber nicht ändern, oder?“ „Konservative Politik ist, wenn man wegen der Nebenjobs nicht genug Zeit hat, sich vernünftige Lösungen auszudenken.“

„Ich kann mir nicht helfen, ich habe bei der Sache ein ungutes Gefühl.“ „Ach, das gibt sich.“ „Wir müssen immerhin den Klimawandel und die Folgen für die jüngeren Wähler bekämpfen.“ „Das ist eine immens schwere Sache, daher überlassen wir sie auch den Linken.“ „Glauben Sie denn, dass das gelingt?“ „Möglicherweise, und wir werden die Einschnitte, die das bedeutet, nicht zu verantworten haben.“ „Das klingt zynisch.“ „Sie sagen das so, als wäre es schlecht.“ „Wir haben doch jetzt schon die reale Gefahr der Hyperinflation vor Augen, was ist denn, wenn diese Regierung innerhalb der ersten Monate zerbricht?“ „Lächerliche vier Prozent, weil der Markt das regelt – das ist keine Hyperinflation, nicht einmal, wenn Sie den Effekt der normalen Umsatzsteuer rausrechnen.“ „Die Springerpresse wird Scholz zum Abschuss freigeben!“ „Das tut sie auch, wenn Scholz atmet.“ „Sie meinen, wir hätten auch nicht besser reagieren können?“ „Eben, und unsere Klientel kriegt von der Inflation nichts mit, weil die ihr Vermögen in Aktien und Immobilien steckt.“ „Während Scholz’ Wähler…“ „… reale Einbußen haben.“ „Großartig!“

„Warten Sie’s ab, die Pflege wird denen auch um die Ohren fliegen.“ „Das liegt aber auch an der Tarifautonomie und an den Klinikkonzernen.“ „Wir hätten diese Linie halt nicht weiter durchziehen und verschärfen können, jetzt erntet die Ampel, was wir gesät haben.“ „Sie könnten höchstens Pfleger aus dem Ausland anwerben.“ „Da müssen wir schweren Herzens wieder eine Hetzkampagne gegen Wirtschaftsasylanten anstimmen, die deutschen Fachkräften die Arbeitsplätze wegnehmen.“ „Das ist widerlich!“ „Aber wirkungsvoll.“

„Und die ganzen anderen Sachen, die der SPD das Leben schwer machen?“ „Das geht alles seinen Gang: wenn die Autobranche freiwillig aus den Verbrennern aussteigt, lastet Springer das Scholz als Volksverrat an.“ „Und sonst?“ „Schauen Sie, wir haben die Digitalisierung ausgebremst, wir haben im Windschatten der Pandemie Steuergelder in unappetitlicher Höhe verbrannt, den Rechtsruck durch einen Faschisten als Verfassungsschutzchef befördert, ausschließlich Kasperletheater gegen den internationalen Terrorismus veranstaltet – jetzt gucken wir uns in Ruhe an, wie die Linken das alles wieder aufräumen.“ „Bedenken Sie, ein CDU-Kanzler wüsste, wie man die Fehler beseitigt.“ „Ein SPD-Kanzler muss sie erst mal finden.“

„Das einzige Problem ist, wir können nicht wie sonst Angstgeheul vor den Roten anstimmen, wenn das Volk sie nun mal gewählt hat.“ „Ach was, wir müssten nicht einmal unsere Haltung ändern.“ „Aber das…“ „Konservative müssen immer alles ablehnen, aber wir hatten halt im Wahlkampf nur dieses Genderdings.“ „Und jetzt?“ „Jetzt haben wir eine ganze Regierung, die unsere Arbeit macht.“ „Und Sie meinen, das klappt?“ „Ich bin mir absolut sicher.“ „Wirklich?“ „Wirklich. Oder was meinen Sie, warum Söder gerade so scharf auf Opposition ist?“





Paralleluniversum

12 10 2021

„… und den Weg für personelle Erneuerungen frei machen wolle. Das bedeute jedoch nicht, dass er seinen Rücktritt als Parteivorsitzender vor der Wahl eines anderen Bundeskanzlers anbieten oder in…“

„… im Augenblick nur schwer zu vermitteln sei. Spahn rate daher zu einigen Tagen Ruhe, in denen er innerparteiliche Sondierungen zur Frage der Nachfolgeregelung für das Amt des…“

„… habe es nach Ziemiaks Auffassung keine Ankündigung eines Rücktritts gegeben, sondern nur ein Rücktrittsangebot, das jedoch bisher noch nicht von den anderen Mitgliedern des…“

„… dass Laschet der beste Kanzler sein werde, den die CDU je gehabt hätte. Möglicherweise habe dies sogar positive Auswirkungen für Deutschland. Polenz habe in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass die Union über eine Mehrheit im Bundesrat verfüge. Wenn die CDU nicht die Macht bekäme, dann solle keiner in der BRD ein…“

„… halte Laschet eine Trennung der beiden Positionen für denkbar. Er wolle bis auf Weiteres als designierter Kanzler zur Verfügung stehen, der er auch weiter bleiben werde, falls ein Bündnis aus SPD, Grünen und Liberalen nicht die gesamte Wahlperiode überstehe, und daher auch als Chef der Christdemokraten seine bisherige Rolle in der…“

„… nicht an einer Person festgemacht werden dürfe. Merz sei sich völlig sicher, dass eine erneute Koalition mit den Sozialdemokraten auf Bitten der Partner unter seiner Kanzlerschaft gelingen könne, sobald der Weg dazu frei sei. Er werde dies aber erst vorschlagen, sobald er von der Basis um den Vorsitz gebeten werde und seine eigenen Akzente für eine politische Erneuerung der…“

„… die Partei sich darüber verständigen solle, dass weder im Wahlkampf noch danach Fehler begangen worden seien, weder von ihm noch von den anderen Politikern, die ihn unterstützt hätten. Laschet werte seine Aufforderung nach einer Erneuerung nun dahingehend, dass er selbst für mehr Kontinuität an der Spitze und in den…“

„… sei Spahn zwar erfahren, aber viel zu jung, um an der Spitze einer großen Volkspartei Wahlen gewinnen zu können. Merz sehe bei den Grünen, dass eine unerfahrene Parteiführung keine Chance habe, sich erfolgreich in der Regierung zu…“

„… eine konsensuale Lösung für die nächsten Schritte anstrebe, die eng mit der Partei abgestimmt werden müsse. Ziemiak habe zwar keine Ahnung, was das bedeute, er unterstütze es aber vollkommen und werde dies auf dem Parteitag auch genau so…“

„… dass Laschet fest davon ausgehe, bei einer Abstimmung von der Basis im Amt des Parteichefs bestätig zu werden. Er halte das Votum daher für verzichtbar und werde sich ganz auf die Funktion als Verhandlungsführer in der Jamaika-Koalition konzentrieren, die sich bestimmt in der nächsten…“

„… die Nachfolge selbst moderieren wolle. Er gehe davon aus, dass der aktuelle Vorsitzende die Wahl in Form einer Multimedia-Show im Internet veranstalten möchte. Spahn habe sich offen gezeigt für neue Formate, werde diesmal aber nur antreten, wenn er der einzige Kandidat aus der vorherigen…“

„… eine Verjüngung nicht bedeute, dass der Altersschnitt der Gesamtpartei halbiert werde. Amthor sei wegen seiner demokratiefeindlichen Tendenzen, wegen Verstrickung in Korruption und staatsgefährdende Geschäfte durchaus für als CDU-Chef geeignet, dürfte aber keine Chance bei der…“

„… sich Laschet auch weiterhin in einem Paralleluniversum aufhalte, in dem er als CDU-Vorsitzender zurückgetreten sei und gleichzeitig in Personalunion als Kanzler und Parteichef den Prozess der Regeneration voranbringe. Röttgen sei über den Gesundheitszustand seines Kollegen durch ein Gutachten der…“

„… es mehr als vertrauensbildende Maßnahmen bedürfe, um die Geschlossenheit der CDU während der personellen Erneuerung zu sichern. Merz sehe es mehr und mehr als wichtigen Schritt, wenn der bisherige Ministerpräsident sich jede weitere Äußerung in der Öffentlichkeit sowie bei den…“

„… sei es Laschet als dem besten Kanzler, den die CDU gehabt habe oder nicht haben werde, sowohl möglich, Parteichef zu sein oder auch nicht zu sein. Polenz wisse, dass der beste Kanzler, der als der beste Kanzler auch gleichzeitig der beste Kanzler der CDU sein könne, durch die besondere Gabe der Bilokation sowohl gleichzeitig der beste Kanzler der…“

„… stehe Spahn für einen sehr konservativen Kurs bei gleichzeitiger Modernisierung, während Merz eine Modernisierung bei sehr konservativem Kurs angekündigt habe. Ob diese Forderungen sich auf inhaltliche oder personelle Schritte bezögen, könne die Partei vor der Wahl des neuen Vorsitzenden allerdings nicht genau…“

„… erweise sich das Moderationsmodell als nicht geeignet mit dem Wunsch nach transparenter Entscheidung durch die Basis. Es herrsche durchaus Einigkeit, dass eine interne Gesprächsrunde unter den bisher genannten Kandidaten schneller zu einem Ergebnis führen werde, das länger als die…“

„… Söder sich in einer Videobotschaft gemeldet habe. Es sei ihm vollkommen egal, wer unter ihm nicht zum CDU-Kanzler gewählt werde, ansonsten konzentriere er sich auf die nächste Landtagswahl im Freistaat Bayern und verfolge einen Kurs des…“

„… für einen stabilen Kurs in schwierigen Zeiten durch Geschlossenheit und verlässliche Positionen stehe. Laschet habe sich entschlossen, seinen Rücktritt als Vorsitzender erst 2025 in Erwägung zu ziehen, falls seine Wahl zum Bundeskanzler auch dann nicht die…“





Hölle

6 10 2021

„Das klingt, sagen wir mal: interessant. Wirklich, das klingt sehr interessant. Allerdings muss ich Sie dahingehend enttäuschen, dass wir unsere Wähler ein bisschen länger kennen, und da muss ich Ihnen sagen, dass das nicht funktionieren wird. Den Deutschen können Sie nicht mit Zukunft begeistern, der will Angst. Nackte Angst.

Deshalb haben wir ja auch nicht begriffen, warum die CDU diesen inkohärenten Wahlkampf macht – auf der einen Seite Panik vor den bösen Linksfaschisten schüren, die einen an die Wand stellen, wenn man seine Bratwurst nicht gendert, auf der anderen Seite von Zukunft reden. Zukunft, meine Güte – das ist fast schon wieder so schlimm, dass der Deutsche davor auch Angst kriegt. Das hat die Partei ordentlich versemmelt.

Den Vertrauensverlust können Sie doch nur in den Griff kriegen, wenn Sie den Menschen zeigen, dass Sie ihn vor den großen Gefahren in Schutz nehmen. Dass das deutsche Volk bald nicht mehr existiert, weil innerhalb der nächsten Jahrzehnte Millionen islamistischer Afrikaner Deutschland überfluten und uns zur Minderheit degradieren, das muss man den Menschen plausibel machen. Das werden sie auch glauben, denn wenn es dann nicht eintritt, dann haben Sie als Regierung einen guten Job gemacht. Es ist nicht so einfach, das mit den Masken und den Corona-Infektionen ging etwa in dieselbe Richtung, und zum Schluss waren alle sauer, weil sie sich nicht angesteckt haben. Da muss ein bisschen kommunikatives Feingefühl her, das kriegen Sie nicht mit diesen Schießbudenfiguren. Aber der Ansatz ist richtig.

Es ist ja auch kompliziert, wenn die Menschen plötzlich merken, dass es reale Gefahren gibt, die sie bisher nicht wahrgenommen haben. Da säuft ein ganzer Landstrich ab, obwohl die Partei den Leuten vorher gar keine Angst davor gemacht hat. Sie sehen, das stellt uns plötzlich vor die Aufgabe, dass wir politisch handeln müssen – politisches Handeln, wer hat denn das vorhersehen können? Das ist eine der Ängste, mit denen man sich in dieser Partei beschäftigen muss. Die Bürger ahnen ja gar nicht, was das für uns heißt. Wie soll man sich so seinen Kernaufgaben stellen?

Es ist ja ein bisschen so wie mit der Religion. Da wissen Sie nicht genau, ob es diese Hölle auch wirklich gibt, aber die Schilderungen sind schon mal konsistent und inhaltlich so schlüssig, da ist ein Beweis schon nicht mehr notwendig. Die Religion bietet Ihnen jetzt die Versicherung vor der Hölle, vorausgesetzt, Sie tun alles, was man Ihnen sagt. Das ist ein verhältnismäßig fairer Deal, denn wenn Sie hier auf die Religion verzichten, können Sie es in der Hölle nicht mehr so einfach korrigieren und müssen mit den Konsequenzen Ihrer Entscheidung leben. Gut, leben… – Sie wissen, was ich meine. Das Prinzip ist aber klar, selbst wenn Sie uns völlig umsonst gewählt haben, weil es die Hölle gar nicht gibt, das Ergebnis ist dasselbe, und wenn nicht, können Sie uns das Gegenteil nicht mehr beweisen.

Wir haben uns extra einen Kandidaten besorgt, der glaubt, dass es nach dem Tod irgendwie weitergeht, und deshalb machen wir andere Politik als zum Beispiel ein Kommunist, der bis zum Lebensende dringend mit allen Mitteln das Paradies auf Erden schaffen will. Das ist dann eine typisch linke Forderung, die ist irgendwann erfüllbar, dann haben Sie das Paradies, und dann gucken Sie blöd aus der Wäsche, weil Sie Ihren Wählern nicht mehr versprechen können, dass noch irgendwas kommt. Da nützt Ihnen auch keine Weiter-so-Rhetorik, das merken die Menschen. Sie müssen zumindest Angst erzeugen, dass irgendjemand das Paradies kaputt machen will. Oder dass jemand die paradiesischen Zustände ausnutzt, obwohl ihm das nicht zusteht. Und dazu brauchen Sie dann Feindbilder.

Wobei die möglichst diffus sein sollten, um die Forderungen zu formulieren. Mit ‚Ausländer raus‘ können Sie im Grunde nicht verkehrt machen, da ist noch nicht entschieden, wen Sie als ausländisch betrachten und wen sie wo raus haben wollen. Dass das verfassungsrechtlich nicht geht und technisch sowieso nicht, das ist ja völlig zweitrangig. Aber es ist eine Forderung, die können Sie jahrzehntelang auf jedes Wahlplakat schmieren. Einmal haben wir in Deutschland den Fehler gemacht, so eine wirre Hoffnungs- und Zukunftskampagne zuzulassen, mit der Botschaft, dass wir das schaffen können. Dass wir das ernsthaft schaffen! Sie sehen es doch selbst, wie das die öffentliche Wahrnehmung vergiftet hat, wir konnten mit ‚2015 darf sich nicht wiederholen‘ diesen staatszerstörerischen Populismus gar nicht mehr einhegen. Wenn Sie Angst säen wollen, muss sie zwingend auf fruchtbaren Boden fallen.

Ab da kann man die Bürger auch wieder sich selbst überlassen, Stichwort: Eigenverantwortung. Wenn sie dann alles falsch machen, sind wenigstens nicht wir schuld. Wir können zwar die Folgen als bedauerliche Einzelfälle abarbeiten, und das war’s auch schon. Mehr ist von uns nicht zu erwarten. Sie haben recht, man müsste den Menschen viel mehr Entscheidungsfreiheit wegnehmen, aber das ist in dieser Demokratie nicht ganz einfach. Sie ahnen ja nicht, was wir da schon alles versucht haben. Angst vor Corona anheizen – ging nicht, da Merkel. Mehr von diesem Digitaldings versprechen, das wäre nur wieder Hoffnung gewesen. Wenigstens werden wir als Partei jetzt in der Opposition mal sehen, was wir an Ängsten bewältigen können. Hoffentlich nicht zu viel, man soll sich ja nicht von seinen Wählern entfernen. Melden Sie sich gerne, wenn Sie wieder Ideen haben, aber bitte nichts mit Zukunft. Wir sind mit dem Thema durch. Endgültig.“





Permanente Revolution

5 10 2021

„… dass sich die Union inhaltlich erneuern müsse, um mit einem erkennbar konservativen Programm eine Koalition mit den Grünen und der…“

„… müsse nun auf einem schnell einberufenen Sonderparteitag ein Wahlprogramm beschlossen werden, das die Sondierungen für eine Jamaika-Koalition erleichtere und danach auch nachträglich an die Wählerinnen und Wähler der…“

„… habe Laschet versprochen, seine Partei auch als eigentlicher Sieger der Wahlen hinter der SPD, die wegen ihres geringen Stimmanteils kein Recht habe, sich als richtiger Sieger zu bezeichnen, nicht im Stich zu lassen, da er die Verantwortung, die die SPD, die nämlich überhaupt nicht richtig die Wahl gewonnen habe und sich deshalb auch nicht für die Regierungsbildung verantworten dürfen, als der…“

„… es auch eine personelle Neuausrichtung der CDU geben müsse. Kuban sehe sich selbst als den geeigneten Mann, der die Partei in eine neue…“

„… sei es an der Zeit, Deutschland mit neuen Konzepten wie einem Zukunftsplan oder einer 10-Punkte-Strategie wirtschaftlich und technologisch viel besser aufzustellen, als es die bisher im Land verantwortliche Regierung mit ihrem…“

„… vertrete die Junge Union den Ansatz, die neue politische Führung mit politischen Kräften aus der zweiten Reihe neu zu gestalten. Es bedürfe dazu allerdings erst einer Kommission, die in Ruhe nachsehen müsse, ob es unter Merkel in der zweiten Reihe noch nennenswerte…“

„… eine personelle Neuausrichtung der CDU stattfinden müsse. Spahn betrachte sich als den optimalen Kandidaten, der der Partei eine neue…“

„… biete Laschet an, einen neuen Wahlkampf für die nächsten Abstimmungen auf Bundes- und Landesebene bereits jetzt zu starten. Man werde an der inhaltlichen Auseinandersetzung sehen, ob es sich bei den von der CDU angebotenen Inhalten um Inhalte im Sinne von ‚Inhalten‘ handle, die die Wähler erreichen würden, um so langfristig genau die richtigen Inhalte für einen Sieg der Partei zu…“

„… die personelle Neuausrichtung der CDU unausweichlich sei. Röttgen halte sich nach wie vor für einen integrativen Anführer, dem die Partei in eine neue…“

„… bedürfe es einer offeneren Haltung. Laschet wolle ein fluktuierendes Brückenzukunftsteam in den Dauerwahlkampf einbringen, das sich an der Ablehnung durch die Wähler orientiere. So könne gleichzeitig eine neue Bundesregierung personell bestimmt werden, deren Mitglieder dann als offene und flexible Experten auch Politikfelder betreten würden, von denen sie keine Ahnung hätten, um eine möglichst kontinuierliches System von…“

„… sich nicht an den Wahlprogrammen anderer Parteien orientieren werde. Es sei für spätere Koalitionsverhandlungen im Laufe der Legislatur eine schlechte Empfehlung, nur die SPD oder die Grünen zu ersetzen, da so das inhaltliche Profil der Union nicht mehr in die…“

„… schnell die personelle Neuausrichtung der CDU einleiten werde. Merz verfüge als einziger über ausreichend Erfahrung, um die Verjüngung der Partei so radikal wie möglich in einen…“

„… die Zuordnung zu Lagern nicht an den Äußerlichkeiten festzumachen. So gehöre Amthor zwar optisch zu den jüngeren Kräften in der CDU, sei aber ansonsten einer der…“

„… eine rotierende Doppelparteispitze mit den Kandidaten vorschlage, die jeweils aus der Wahl der Basis hervorgingen. Dies könnten Laschet und Spahn, Spahn und Laschet, Merz und Laschet, nicht aber Spahn und Merz ohne…“

„… habe Söder nicht vor, sich zu den Querelen innerhalb der Schwesterpartei zu äußern. Er habe den Wahlausgang längst akzeptiert und verfolge die Sondierungsgespräche der Ampelparteien mit der Absicht, sich erst wieder als Oppositionsführer mit anderen Gruppierungen außerhalb der…“

„… wolle Laschet schnellstmöglich Experten in eine Brückenübergangszukunftskommission holen, die mit ihm neue Konzepte wie ‚Entfesselung der Wirtschaft‘ oder ‚Weiter so‘ zu…“

„… lehne ein großer Teil der CDU bisherige Überlegungen zu den umfrageorientierten Plänen der aktuellen Parteiführung ab. Merz sehe in den Plänen Ansätze zu einer permanenten Revolution, die die Union letztlich in eine sozialistische…“

„… der Parteibasis mitgeteilt habe, dass das Präsidium Abstimmungen über personelle Fragen nur dann umsetzen wolle, wenn es der Führung passe. Damit werde eine Traditionslinie verfolgt, die einen wesentlichen Anteil am Erfolg der…“

„… eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den politischen Mitbewerbern Vorteile für die Bildung einer Koalition berge. Laschet sehe in der bisher oft genannten Forderung nach Steuersenkungen ein sehr gutes Thema zum…“

„… nach einer internen Äußerung die CDU als einen Haufen denkfauler, unfähiger Arschlöcher betrachte, deren einziges Ziel es sei, sich auf illegalem Wege die Taschen voll zu stopfen. Merz halte sich für den einzigen Führer, der diese Partei in eine glorreiche…“

„… dass eine personelle Neuausrichtung der Christdemokraten nicht ohne seine Beteiligung stattfinden werde, da er um einzelne Verflechtungen innerhalb der verschiedenen Parteiflügel besser wisse als alle anderen. Schäuble stehe für einen…“

„… sich für mehr Nachhaltigkeit einsetze. Das Votum der Parteibasis sage ganz klar aus, dass die CDU vorsorglich die Bundestagswahlen 2025 für verloren erklären wollten, um jetzt in Ruhe eine inhaltliche und personelle Neuausrichtung der…“