Impfschaden

11 05 2021

Ich war unverzüglich zu ihm gefahren. Er saß am Küchentisch und massierte seine rechte Hand. „Es fühlt sich ganz taub an“, murmelte Herr Breschke und bewegte die Finger. „Und es zieht schon bis hier oben in den Ellenbogen.“ Besorgt sah ich ihn an. Sein Gesicht schien normal, er konnte auch ohne Schwierigkeiten aus der Teetasse trinken, also war ein neurologischer Zwischenfall nicht sehr wahrscheinlich.

„Gestern fing es an“, berichtete Frau Breschke. „Er war kurz mit Bismarck vor der Tür, einmal bis zum Briefkasten Ecke Uhlandstraße und zurück, und als er sich den Mantel wieder ausziehen wollte, da hatte er so ein komisches Gefühl in der Hand.“ „Und im Arm“, ergänzte er. „Im ganzen Arm, ich habe ja die Strickjacke zuerst gar nicht anziehen können, weil das mich so geärgert hat.“ Ich kratzte mich am Kopf. „Normalerweise passiert das, wenn man sich einen Nerv eingeklemmt hat, eventuell auch ein beginnendes Karpaltunnelsyndrom.“ Er riss sofort die Augen auf. „Das kann gar nicht sein“, ächzte der pensionierte Finanzbeamte. „Ich habe ja immer für ausreichend Vitamine gesorgt und seit mindestens fünfzig Jahren nicht mehr geraucht.“ „Nun“, beruhigte ich ihn, „das ist sicher durchaus der Gesundheit zuträglich, aber helfen wird es bei einem Karpaltunnelsyndrom nicht. Tippen Sie denn ab und zu mal?“ Er sah mich verständnislos an. Frau Breschke beugte sich zu ihn herunter. „Hast Du nicht neulich die alte Schreibmaschine aus dem Keller geholt?“ Er nickte. „Tadellos, funktioniert wie am ersten Tag – nur leider finde ich nirgends mehr ein Farbband dafür.“

Nachdem diese Art der Beanspruchung damit auszuschließen war, begutachtete ich seine Haltung, wie er leicht schräg auf dem Stuhl saß. „Leiden Sie etwa unter Rückenschmerzen?“ „Er hatte vor gut zwanzig Jahren mal Probleme mit der Bandscheibe, aber das hat ihn Doktor Klengel eingerenkt.“ Die Gattin nickte entschieden dazu. „Und Sie sind nicht bei seiner Nachfolgerin gewesen?“ Seitdem vor Jahren die junge Kollegin die hausärztliche Praxis des altgedienten Allgemeinmediziners übernommen hatte, war er nur selten mit seinen Wehwehchen dort vorstellig geworden. „Sie ist ja auch gerade im Urlaub“, informierte er mich, „das Schild hängt im Fenster – und die Vertretung ist im Ärztehaus am Stadtpark, aber da müsste ich ja eine halbe Stunde zu Fuß hinlaufen!“

Vormittags hatte Herr Breschke über leichtes Kopfweh geklagt, dies war mittlerweile verflogen. „Schwindlig ist Ihnen aber nicht?“ Er schüttelte den Kopf. „Mir geht es sehr gut“, bekräftigte er, „nur eben diese Schmerzen in der Hand und im Arm. Ich hatte erst einen Schreibkrampf angenommen, aber ich habe zuletzt am Mittwoch das Formular für die jährliche Beitragszahlung im Beamten-Sparklub mit dem Kugelschreiber ausgefüllt, etwa eine Seite, und ich habe keine Pause dabei gemacht, aber das kann es nicht gewesen sein.“ Frau Breschke nickte. „Er sitzt manchmal den ganzen Nachmittag an einem Kreuzworträtsel – so anstrengend kann das ja nicht sein.“ Langsam wurde die Sache mysteriös. Mit welcher Hand er schrieb, auf welchen Arm gestützt er am Tisch saß, das alles waren Hinweise, doch worauf nur? Meine detektivischen Künste waren ja sonst nicht von schlechten Eltern, doch hier hatte ich keinen Erfolg. „Sie sprachen ja schon von Vitaminen“, überlegte ich. „Sie sind nicht plötzlich zur vegetarischen Lebensweise übergegangen?“ Die Art, wie er seine Augenbrauen lüpfte, überzeugte mich umgehend vom Gegenteil.

Wir kamen der Sache nicht näher. „Die Schulter schmerzt auch schon ein bisschen“, quengelte der Alte, „wissen Sie was? Das wird sicher eine Folge der Impfung sein.“ „Der Impfung?“ Er nickte. „Wir beide waren nämlich vorgestern im Ärztehaus am Stadtpark, mit dem Auto natürlich, und da haben wir uns beide impfen lassen.“ Man hatte sie über die Nebenwirkungen aufgeklärt, und mir schwante, dass die Auflistung der möglichen Effekte eine für labile Gemüter übliche Folge genommen hatte. „Ich fürchte, dass der Arm sich entzündet hat.“ Wie zum Beweis drehte er das Handgelenk und schnitt eine schmerzliche Grimasse dazu. Frau Breschke hatte das Vakzin offensichtlich gut verkraftet. Nun war guter Rat teuer. Einen Arzt zu rufen wäre kaum sinnvoll gewesen, andererseits erweckte Horst Breschke langsam den Eindruck eines sich rapide verschlechternden Gesamtbefindens. „Warten Sie einen Augenblick“, sagte ich. „Vielleicht haben wir Glück, und er ist gerade in der Stadt.“

„Ziehen Sie mal das Hemd aus“, sagte Doktor Klengel, der seinen ehemaligen Patienten mit einem kurzen, wissenden Blick eingehend voruntersucht hatte. Halb ängstlich vor den Folgen der drohenden Diagnose, doch auch halb beruhigt angesichts der vertrauten Fachkompetenz des Mediziners kam er dem Wunsch nach. „Können Sie einen Impfschaden wirklich ausschließen?“ Der Hausarzt nahm den Arm, hieß den Patienten auf dem Küchenstuhl das Gelenk gänzlich lockern und drehte es ein wenig hin und her. „Ach ja“, stellte er fest. „Das werden Sie mit ein paar Hausmittelchen sicher ganz gut in den Griff bekommen, mein Lieber – heiße Duschen, Heublumensäckchen, eventuell Wärmesalbe, und es ist morgen schon viel besser.“ Damit zog er sich die Gummihandschuhe von den Fingern. Wir blickten ihn ratlos an. Er wandte sich an Frau Breschke. „Auf welchem Arm schläft er immer?“ Da ging auch mir ein Licht auf. Nur Herr Breschke war’s nicht zufrieden. „Können Sie einen Impfschaden so ganz und gar ausschließen?“ Doktor Klengel schob die Brille zurecht. „Sie haben noch das Pflaster auf der Schulter kleben“, antwortete er mit seinem spitzbübischsten Lächeln, „und zwar auf der linken.“





Arbeitsquarantäne

5 05 2021

„… müsse eine sofortige Rückgabe sämtlicher Grundrechte für Geimpfte erfolgen. Die FDP habe bereits eine Organklage vor dem…“

„… auch andere Politiker sich anschließen würden. Nur durch schnelle Lockerungen für die geimpften oder genesenen Personen wolle man in Bayern einen Binnentourismus und Umsätze wie in der vergangenen…“

„… sich die angefragten Gastronomiebetriebe nicht zu einer raschen Öffnung entschließen würden, da sie angesichts einer zu geringen Zahl an potenziellen Kunden noch keine Perspektive für ein sich tragendes Geschäft sähen. Scholz wolle daher zunächst über Sonderregelungen für Biergärten und eine bundesweite…“

„… auch nicht jede Branche gleichermaßen berücksichtigen könne. Es sei für Spahn durchaus plausibel, Nagelstudios und Diskotheken wieder zu eröffnen, er sehe aber insbesondere in Shishabars ein aerosolbedingtes Hochrisikogebiet, das sich nicht mit den Regierungsstrategien der…“

„… wolle Altmaier auch den Tourismus wieder fördern. Vorerst sei dies nur durch subventionierte Flugreisen gedacht, wozu eine Finanzspritze in Höhe von weiteren fünf Milliarden Euro an die…“

„… sei es nicht notwendig, über Arbeiter und Angestellte nachzudenken, deren Wohnungen oft in den infektionsgefährdeten sozialen Brennpunkten lägen. Laschet sehe keine Notwendigkeit, da diese Personengruppe sowieso nie in Küchenstudios oder Opernhäuser gingen und deshalb auch nicht…“

„… für soziale Gerechtigkeit sorge. Lindner habe vorgeschlagen, dass die Leistungsträger auf Privilegien wie den Besuch im städtischen Freibad oder einem Abend in der Eckkneipe freiwillig verzichten könnten, wenn man ihnen dafür massive Steuersenkungen sowie eine straffreie…“

„… das Einkaufen für Geimpfte attraktiver machen wolle. Aus Sicht des Infektionsschutzes sei es zwar ratsam, wenn sich diese Personengruppe wie bisher mit Mundschutz in den Ladengeschäften bewege, man wolle aber keinen Unfrieden im…“

„… würden bei immer mehr Grundrechten auch immer weniger Intensivbetten belegt, so dass es ein gesetzliches Verbot von Tempolimits geben könne. Scheuer werde dies noch vor der Wiederwahl in…“

„… schlage Altmaier vor, nur Geimpfte ohne Mundschutz zu bedienen. Dem Einzelhandel stehe es selbstverständlich frei, nachts sowie an Sonn- und Feiertagen die Geschäfte für die übrigen…“

„… es keine einheitlichen Bescheinigungen über eine erfolgreich ausgestandene COVID-19-Erkrankung gebe. Spahn wolle dies zunächst mit den Gesundheitsämtern klären, sehe die Aufgabe aber eher bei den Hausärzten, die dafür eine zuvor ausgestellte einheitliche Bescheinigung über…“

„… halte Lindner besondere Einkaufstage für privilegierte Personen für eine gute Idee. Er sehe großes Potenzial, wenn Erwerbslose, zu bestimmten Tageszeiten auch Arbeiter und Angestellte keinen Zutritt mehr zu den…“

„… ein bundeseinheitliches Corona-Attest plane. Der Pass könne bei den Gesundheitsämtern beantragt werden, Spahn rechne bereits im zweiten oder dritten Quartal 2027 mit den…“

„… dürfe es keine Impfungen außerhalb der Reihe geben, wenn Hausangestellte betroffen seien. Für Merz widerspreche dies dem Gedanken der erdienbaren Lockerungen, die man sich nicht nur durch Selbstverständlichkeiten wie Erwerbsarbeit sichere. Im Falle einer Erkrankung erwarte der designierte Vizekanzler, dass Leiharbeitsfirmen mit preisgünstigen Polinnen aushelfen würden, die man auch in Arbeitsquarantäne halten oder in einem…“

„… warne Lindner vor einer Neiddebatte. Nur weil viele Arbeitslose einen besseren ökologischen Fußabdruck vorweisen könnten, da sie nicht mehr als fünfzig Kurzstreckenflüge pro Jahr machten, sei es eine geradezu sozialistische Unverschämtheit, mit Forderungen an die Leistungsträger in den…“

„… zwar zu Lockerungen führe, die aber in Bayern nicht die Personen gefährden würden, die von den Lockerungen profitierten. Söder könne das durchaus verstehen und wolle daher die bisherigen Grundrechtsrückgaben auf freiwilliger Basis in den Geschäften und Betriebsstätten weiterführen, da sie sonst im Widerspruch zu seiner eigenen…“

„… nicht fälschungssicher sei. Da auf einen Corona-Pass inzwischen zehn bis zwölf falsche Dokumente kämen, rufe die FDP zur solidarischen Öffnung auf, die alle Bürger mit einem Einkommen von mindestens hunderttausend Euro pro…“

„… bereits zehn Prozent geimpft worden seien. Daher werde in der Modellregion Tübingen ein QR-Schlüsselanhänger an alle verteilt, die nicht mehr auf eine Impfung warten würden, um möglichst schnell eine einheitliche…“

„… den digitalen Pass nicht anerkenne. Ob es ein Verbundsystem gebe oder jedes der 16 Länder eine eigene Lösung erarbeite, werde von der MPK und Spahn zeitnah, spätestens aber nach der…“

„… der Inzidenzwert innerhalb einer Woche um 255% angestiegen sei. Palmer habe nicht bedacht, dass der Anhänger besonders bei Coronaleugnern nachgefragt sei, die damit sofort die Geschäfte und Restaurants in der…“

„… den Ausbruch aber nicht habe vorhersehen können. Der Standort des Impfstoffproduzenten sei vorübergehend stillgelegt, bis geklärt worden sei, wie eine vollständig durchgeimpfte Belegschaft durch einen einzigen Fall, der offenbar aus einer Grundschule im…“





Anzünden

19 04 2021

„… als sehr bewegend und beeindruckend erlebt hätten. Bundespräsident Steinmeier habe zwar den Amtssitz nicht verlassen, um sich die vielen Kerzen in den Fenstern der Menschen draußen im Land anzusehen, er sei aber davon überzeugt, dass die Aktion eine richtige und wichtige…“

„… müsse es regelmäßige Wiederholungen der Lichtfenster geben, um die Bevölkerung auf ein Leben mit dem Virus einzustimmen. Dazu plane die Ministerpräsidentenkonferenz in Absprache mit der Bundesregierung Maßnahmen, die die Teilnahme erleichtern und ihre…“

„… sich der Einzelhandel mit vermehrten Angeboten von Stumpenkerzen und Teelichten an die Verbraucher wende. Scholz habe frühzeitig signalisiert, den Umsatzsteuersatz auf diese Artikel bis einschließlich Dezember 2022 um…“

„… auch die anderen Bereiche des öffentlichen Lebens nicht vergessen dürfe. Spahn wolle jedem Beschäftigten im Pflegesektor eine Kerze pro Monat finanzieren, die er durch den zufälligen geschäftlichen Kontakt seines Mannes mit einem taiwanesischen Hersteller zum Preis von…“

„… sich mehr Motivation für die Betroffenen erhoffe. Parallel zu den Kerzen rege Laschet an, für die Küchenbauer und Autohändler in den am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Regionen zu applaudieren, die die Wirtschaft als wichtigsten Bestandteil Deutschlands auch in verzweifelter…“

„… sich die Deutsche Bischofskonferenz von der Idee distanziere. Die Kirche rate ausdrücklich davon ab, Kerzen zum Gedenken an Politiker in die Fenster zu…“

„… könne Spahn durch den guten Kontakt eines langjährigen Freundes, der nach einer Karriere in der Süßwarenindustrie zufällig seit wenigen Tagen als Abteilungsleiter im Bundesministerium für Gesundheit arbeite, hochwertige Schokolade in Kleinstpackungen beschaffen. Die empfohlene Tagesdosis von 0,25 Gramm pro Person sei nicht zu hoch, so dass sich für Beschäftigte im Einzelhandel ein monatlicher Anspruch auf etwa…“

„… sei die Operation nicht als Pendant zu den historischen Pestkerzen zu betrachten, mit denen die Familien die Abholung verstorbener Personen vom örtlichen Abdecker in Auftrag gegeben hätten. Der Bundesverband Deutscher Bestatter distanziere sich daher ausdrücklich von den…“

„… eine staatliche Lotterie für Beschäftigte in sozialen Berufen plane. Die Ministerpräsidenten würden auf diese Art mit Geldbeträgen von bis zu einhundert Euro die systemrelevanten Bürger berücksichtigen, die die Lose zum Vorzugspreis von fünf Euro pro Woche, abbuchbar für die folgenden zwölf…“

„… habe Laschet die vielen Lichtaktionen gerade in Nordrhein-Westfalen als bewegenden und beeindruckenden Ausdruck der Stimmung in der deutschen Bevölkerung empfunden. Er sehe dies als deutliches Zeichen, wie viel die Menschen in seinem Bundesland auch in Zukunft noch zu ertragen bereit seien, und werde nun nach einer längeren Phase des Nachdenkens über den…“

„… lehne die AfD die Lichtfenster für eine nicht existierende Pandemie vollständig ab. Weidel habe den Brauch als von der Merkel-Junta inszeniertes Opferfest als Schlussstein der Islamisierung des…“

„… auch Sonderauslosungen bei der Lotterie zulassen wolle. Spahn lehne allerdings Preise wie Neuwagen oder Kreuzfahrten für Pflegepersonal ab und wolle diese ausschließlich an Ärzte, Manager und Aktionäre von Klinikkonzernen sowie…“

„… wenn überhaupt, dann nur für deutsche Tote Kerzen in die Fenster zu stellen. Gauland wolle den Parteigenossen nicht dazu raten, weitere Kerzen als Freudenfeuer über die Tilgung parasitärer Rassen zu entzünden, da dies einer Partei der bürgerlichen Mitte, wie es die AfD für sich in Anspruch…“

„… vielfach zu Missverständnissen gekommen sei. Als Steinmeier die Bürger darum gebeten habe, als Zeichen gegen die Auswirkungen der Pandemie etwas anzuzünden, habe er nicht gemeint, dass sie das Kanzleramt oder die Staatskanzleien in…“

„… seien für die Beschäftigten in der Pflege auch zahlreiche Gutscheine in der Bundeslotterie vorrätig. So könnten die Teilnehmer etwa einen Restaurantbesuch oder einen Kurs im Sportstudio gewinnen. Aus Kostengründen habe Spahn die Coupons nur mit einer Gültigkeit bis maximal vier Wochen ausgestellt und wolle dies auch steuerlich als geldwerten…“

„… habe sich Laumann entschuldigt. Er wolle die Kerzen eindeutig als Mahnmal für die durch Versagen der Politik bereits verstorbenen Menschen empfehlen, nicht für diejenigen, die auch in Zukunft durch die Landespolitik in…“

„… ihre neue Erfindung vor allem durch Influencer bekannt machen wollten. Der elektrisch betriebene Pinky Booster könne wie eine Lichterkette in jedes Fenster gehängt und per WLAN gesteuert werden. Das Produkt habe durch die Teilnahme an der TV-Show mindestens…“

„… lasse sich durch die Kerzen kontrollieren, ob die im Bundesnotbremsengesetz verankerten Ausgangssperren eingehalten würden. Seehofer erwarte, dass nicht erleuchtete Wohnungen zum Schutz der inneren Sicherheit durch einen Einsatz von Bundeswehr, Heimatschutz und…“

„… habe er den Fackelzug vor den nordrhein-westfälischen Landtag zunächst für eine Huldigung der werktätigen Bevölkerung gehalten. Auch beim Anblick der aufgespießten Köpfe von Gebauer und Laumann habe Laschet mit ‚Helau, Ihr lieben Leut‘ in die Menge gegrüßt, bis die ersten Brandsätze…“





Verdunkelungsgefahr

15 04 2021

„… müsse ein Lockdown, auch in Teilen der Bundesrepublik, durch nächtliche Ausgangssperren begleitet werden, um die Akzeptanz bei der Bevölkerung für weitere Maßnahmen nicht zu…“

„… sich nur auf normale Fußgänger beziehe. Wer beispielsweise nach zwanzig Uhr einen Hund ausführen müsse, könne dies auch ohne behördliche Genehmigung tun und werde bei Kontrollen nicht mit einem Bußgeld in Höhe von…“

„… dass nach wissenschaftlichen Erkenntnissen durch Ausgangssperren nur eine Verlagerung der Infektionen stattfänden. Die Ministerpräsidenten hätten darauf hingewiesen, dass eine Kontrolle von Privatwohnungen leider mit verfassungskonformen Mitteln nicht…“

„… den öffentlichen Personennahverkehr ab spätestens zwanzig Uhr einzustellen. Ungeklärt sei bisher, ob es Zügen und Bussen erlaubt sei, nach Betriebsschluss eine Haltestelle anzufahren, oder ob nach dem Halt auf der Strecke die Fahrgäste sich innerhalb bzw. außerhalb des jeweiligen…“

„… wolle man Kinder, die ohnehin nicht als Überträger gelten würden, durch eine nächtliche Sperre innerhalb der eigenen Wohnungen lassen, wo sie ungestört die von den Eltern erworbenen Infektionen ausschließlich untereinander in…“

„… die im Sozialismus gepflegte Tradition des Hausbuchs für Besuche in den Wohnungen nicht mit dem bundesdeutschen Recht zu vereinbaren sei. Seehofer wolle die Entscheidung aus Karlsruhe allerdings nicht akzeptieren und habe angekündigt, durch einen befristeten Ausnahmezustand die…“

„… sei es aus dienstrechtlichen Gründen nicht entschieden worden, ob das Zugpersonal nach der Einfahrt in einen Zielbahnhof sich während der nächtlichen Zwangspause aus dem Zug entfernen und den Heimweg antreten dürfe, wenn dies nur mit Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs im…“

„… dass mehrere Ministerpräsidenten sich für die Beibehaltung der Öffnungszeiten im Handel ausgesprochen hätten. Eine Einschränkung der Wirtschaft sei in dieser Lage kontraproduktiv, auch wenn dies täglich mehrere Stunden ohne Kunden in den Geschäften des…“

„… zahlreiche Personen, die im Schichtbetrieb arbeiten würden, regelmäßig von der Polizei aufgegriffen und mit Bußgeldern belegt worden seien. Die Bundesregierung sehe das Problem und appelliere an die Bereitschaft der Menschen, sich durch ein bisschen mehr Flexibilität an den Folgen der Pandemie zu…“

„… dass Ausnahmen in der Zeit nach achtzehn Uhr nur für einen Besuch im Lebensmittelgeschäft erteilt werden könne, der als ein- bis zweimalige Genehmigung in einem Zeitfenster bis Mitternacht den wöchentlichen…“

„… einen Ersatzverkehr nur dann geben dürfe, wenn dieser an den Haltepunkten von Bussen und Zügen ausschließlich auf das Transportpersonal warte. Fahrgäste hingegen müssten bereit sein, in eigenverantwortlichem Warten auf den ersten Zug oder Bus des Folgetags eine möglichst…“

„… müssten in städtischen Gebieten sämtliche Straßenbeleuchtung, die Lichtzeichenanlagen sowie ähnliche Leuchtmittel in öffentlichem Besitz nach Einbruch der Dunkelheit ausgeschaltet werden. Die Sicherheitsbehörden würden sich davon mehr Anreize versprechen, dass die Menschen nachts freiwillig in ihren…“

„… keine Rechtssicherheit gebe. Demnach sei es möglich, sich von jedem Einzelhändler eigene Bescheinigungen ausstellen zu lassen, so dass wöchentlich beliebig viele Besuche während der Ausgangssperre ganz legal und…“

„… nicht für private Kraftwagen gelte. Diese seien sicher nicht in der Absicht unterwegs, die Ausgangssperren zu ignorieren, und müssten ihr verfassungsmäßig garantiertes Recht, überall und zu jeder Zeit in Deutschland mit einem Auto fahren zu dürfen, unter allen Umständen auch…“

„… auch Fenster, zumal straßenseitige, in den Wohnhäusern abzuschirmen seien. Eine zu helle Lichtemission würde sich auf die Bereitschaft der Bevölkerung, den Überlegungsergebnissen der Ministerpräsidenten vorbehaltlos zu vertrauen, nur negativ auswirken und im schlimmsten Falle als…“

„… selbstverständlich nicht für den Fernverkehr gelte. So sei eine Busfahrt von Hamburg nach Buxtehude legal, wenn man auf der A7 über Hildesheim bis nach Göttingen, von dort über Leipzig auf der…“

„… es Schwierigkeiten für Autofahrer gebe, die aus dem vollständigen Beleuchtungs-Shutdown resultieren würden. Der Bundesverkehrsminister habe als Experte für Verdunkelungsgefahr daher das Verbot von Kraftfahrzeugscheinwerfern wieder…“

„… die Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle um den Faktor 300 angestiegen seien. Nach Angabe des Bundesinnenministeriums wolle man zunächst abwarten, ob sich die Zahl als echtes exponentielles Wachstum bestätige oder ob nur durch eine zu schnelle Meldung an die Polizeidienststellen die…“

„… habe sich auch der Bundespräsident an die Bevölkerung gewandt. Steinmeier erwarte, dass die Deutschen die Nacht zu rechtssicherer Erholung im Kreise ihrer vertrauten Bezugspersonen nutzen würden, um sich tagsüber noch mehr gegen die Gefahr einer Infektion mit dem…“





Lockerungsübung

12 04 2021

„Als erstes die Hotels.“ „Und die Kinos.“ „Aber dann auch die Frisöre.“ „Haben die nicht sowieso schon wieder geöffnet?“ „Stimmt, man kommt ganz aus dem Konzept.“ „Haben Sie noch eins?“ „Und dann natürlich die Schulen, oder müssen wir da noch warten?“ „Wenn der Nahverkehr noch fährt, dann kann man die Schulen auch offen lassen.“

„Die Argumentation erschließt sich mir nicht.“ „Erschließt, haha!“ „Wenn die Kinder mit dem ÖPNV in die Schule fahren, dann kann man doch schlecht die Schulen schließen.“ „Das klingt schon mal logisch.“ „Warum müssen die überhaupt mit dem ÖPNV fahren?“ „Es hat eben nicht jeder ein Auto.“ „Oder die Eltern müssen mit dem Auto zur Arbeit.“ „Dann können die doch den Nahverkehr nehmen.“ „Aber der hat ja sowieso offen.“ „Wieso das denn?“ „Weil die Eltern damit zur Arbeit fahren können.“ „Dann kann man den ja auch gleich offen lassen.“ „Wenn die Kinder damit zur Schule fahren, dann verstehe ich nicht, wieso man die Schulen schließen sollte.“ „Vielleicht wegen der Kitas.“ „Das ist doch nun egal.“ „Eben, Hauptsache ist doch, dass die Kinder in der Schule sind.“ „Oder in der Kita.“ „Weil die Eltern sonst nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren.“ „Richtig.“

„Man könnte doch zum Ausgleich die Kinos zulassen.“ „Die sind ja zu.“ „Wieso sind die zu?“ „Wegen der Verhältnismäßigkeit.“ „Sie meinen, verhältnismäßig viele Menschen fahren mit dem Auto ins Kino?“ „Vermutlich eher ins Autokino.“ „Nein, anders: in so einem Kino sind doch viel mehr Menschen als in einer Schulklasse.“ „Und das lässt sich nicht so gut lüften.“ „Und wenn man nur die Hälfte reinsetzt?“ „Also ungefähr so viel, wie man in einem Bus hat?“ „Dann müsste man wegen der Verhältnismäßigkeit auch die Busse verbieten.“ „Dann können die Kinder ja immer noch im Auto zur Schule fahren.“ „Aber die Eltern kommen dann nicht mehr mit dem Bus ins Kino.“ „Dann sollen sie doch zur Arbeit fahren.“ „Und wenn einer nun im Kino arbeitet?“ „Jetzt machen Sie’s doch nicht komplizierter, als es ist!“

„Wenn wir jetzt mal von den Frisören ausgehen, dann haben wir doch für die Kinos und die Hotels auch ein gutes Hygienekonzept.“ „Weil das ja auch Arbeitsplätze sind.“ „Richtig.“ „Moment, da komme ich nicht mehr mit.“ „Irgendjemand muss ja auch im Kino arbeiten.“ „Also war jetzt nicht der Frisör gemeint?“ „Da gehen die Leute ja nicht in ihrer Arbeitszeit hin.“ „Ins Kino aber auch nicht.“ „Jetzt machen Sie doch hier nicht immer solche Schwierigkeiten!“ „Ich meine ja nur, wir sollten für jede Tätigkeit ein vernünftiges Hygienekonzept in Erwägung ziehen.“ „Das würde zumindest neue Möglichkeiten eröffnen.“ „Eröffnen, haha!“ „Lassen Sie doch mal diese Albereien!“ „Kann man denn nicht den Kinos helfen?“ „Zum Beispiel, indem man Unterricht in den großen Kinosälen stattfinden lässt?“ „Wie soll das denn gehen?“ „Wenn man die als Klassenräume benutzt, dann kann man auch die Kinos wieder öffnen.“ „Aber da ist doch die Infektionsgefahr viel zu hoch.“ „Aber nicht in Klassenzimmern, sonst würde man ja nicht die Schulen öffnen.“ „Richtig.“

„Man könnt zum Beispiel die Museen schließen, nachdem sie geöffnet sind.“ „Dazu müssten sie erst mal öffnen.“ „Wieso?“ „Damit man sie wieder schließen kann.“ „Dann könnte man zum Ausgleich die Regeln für Erntehelfer noch mal anpassen.“ „Was haben die mit Museen zu tun?“ „Überlegen Sie mal, wer braucht Museen?“ „Was hat das…“ „Dann müssten wir auch die Schlachthöfe wieder vollständig öffnen.“ „Waren die mal geschlossen?“ „… mit Museen zu tun?“ „Die schließen wir als Ausgleich.“ „Als Lockerungsschließung.“ „Und warum nicht die Museen zum Ausgleich wieder öffnen?“ „Also bitte, nicht jeder, der Spargel kauft, geht auch ins Museum.“ „Und da arbeitet so gut wie keiner.“ „Jedenfalls weniger als beim Frisör.“ „Wir könnten das ja als Lockerungsübung für die Schulen einführen.“ „Also nicht mehr Kinos?“ „Wer mit dem Nahverkehr zur Schule ins Kino fährt, kann ja nicht gleichzeitig ins Museum.“

„Gleichzeitig haben wir immer noch diese Ausgangssperren.“ „Haben wir die?“ „In manchen Städten kombiniert man die bereits mit dem öffentlichen Nahverkehr.“ „Da fährt dann nachts kein Bus?“ „Ist doch okay, die Kinos sind eh zu.“ „Aber es gibt Leute, die dann zur Arbeit fahren.“ „Die müssen dann schon tagsüber fahren.“ „Und wie kommen die zurück?“ „Eigenverantwortung.“

„Gut, also Frisöre und Kinos, dazu Museen zu und Hotels teilweise.“ „Ich müsste nächste Woche in den Heimwerkermarkt.“ „Kann man das auch auf Landesebene lösen?“ „Dann öffnen wir die und ziehen nach drei Tage wieder die Notbremse.“ „Aber bitte nicht mit dem Bus hinfahren!“ „Wenn man da arbeitet, dann kann man sich aber kein Auto leisten.“ „Es geht uns ja erst mal nur um Kunden.“ „Nicht um die Wirtschaft?“ „Also das kann man ja nun wirklich nicht verwechseln!“ „Deshalb kann man doch trotzdem die drei Tage lang die Museen aufmachen!“ „Erzählen Sie das doch Ihrem Frisör!“ „Jetzt beruhigen Sie sich mal, das kriegen wir alles hin.“ „Eine Light-Lockerung wäre eventuell auch möglich.“ „Also im Hotel nur essen, aber nicht die Zimmer nutzen?“ „Dann kann man zum Ausgleich die Restaurants geschlossen lassen.“ „Oder öffnen.“ „Das wäre kein Ausgleich.“ „Aber eine Öffnung.“ „Vorausgesetzt, man fährt mit dem Nahverkehr ins Restaurant.“ „Und ins Hotel?“ „Die meisten nehmen das Auto.“ „Weil die Kinder schon mit dem Nahverkehr ins Kino zur Schule fahren.“ „Gut, dann haben wir’s ja.“ „Nächstes Thema: Büros.“





Klausurtagung

29 03 2021

„Richtig abgebrochen?“ „Richtig abgebrochen. Sie scheint sich dabei sogar ein bisschen weh getan zu haben.“ „Naja, es war immerhin für einen guten Zweck.“ „Und die Frau ist hart im Nehmen.“ „Man müsste sich jetzt natürlich überlegen, wer die dann zum Schluss wieder befreit.“ „Wieso?“ „Naja, das halbe Bundeskabinett und sechzehn Länderchefs im Reichstagskeller hinter einer Stahltür, das ist schon neu.“ „Irgendwann ist immer das erste Mal.“

„Kriegen die noch Luft?“ „Die Tür hat einen Schlitz, damit sie das Maßnahmenpapier darunter durchschieben können.“ „Sichtverbindung?“ „Nein, darauf hat die Bundeskanzlerin keinen gesteigerten Wert gelegt.“ „Hätte ich nach dem ganzen Theater wohl auch nicht.“ „Was ich nicht verstehe, wie sind die alle nur so bereitwillig mitgekommen.“ „Frau Merkel hat ihnen erzählt, sie bekämen Geld.“ „Ah, das ist gut. Die weiß, wie man solche Leute bei der Stange hält.“ „Sie haben sogar eine Extrazahlung in Aussicht gestellt bekommen, wenn sie ihre Telefone abgeben.“ „Und sie haben…“ „Ja, alle.“ „Warum wundert mich das nicht?“ „Weil es keinen mehr wundert.“ „Da ist was dran.“ „Sie hat den Termin als Klausurtagung einberufen.“ „Das ist geschickt, da fühlen sich alle Teilnehmer wichtig.“

„Haben die Teilnehmer eine Sprechverbindung nach draußen?“ „Nein, aber sie haben als erstes nach einer gesucht.“ „Wollten Sie verhandeln?“ „Spahn und Laschet wollten ihre vorbereiteten Statements vorlesen und ein paar von diesen Ossis mussten unbedingt eine Pressekonferenz abhalten.“ „Es war doch sonst keiner da?“ „Es ist auch sonst keiner da, der das Gewäsch ernst nimmt.“ „Gut, dann warten wir jetzt also auf die erste schriftliche Botschaft.“ „Auf die Botschaft, ja.“ „Sie gehen doch nicht davon aus, dass die sich beim ersten Mal auf einen Beschluss einigen, den die Kanzlerin ohne Änderungen durchgehen lässt.“ „Es wird ihnen nichts anderes übrig bleiben, sie haben ein Blatt Papier.“ „Mehr nicht?“ „Mehr nicht.“ „Das wird kompliziert, vor allem ohne die Möglichkeit, sich die zur Entscheidung notwendigen Fakten zu besorgen und sie in einen Plan einfließen zu lassen, der nun auch wirklich…“ „Sie hatten ein ganzes Jahr Zeit, ein paar hundert Wissenschafterinnen und Wissenschaftlern zuzuhören. Wenn jetzt kein Blatt Papier für den Plan ausreicht, dann haben sie sich halt für eine andere Lösung entschieden.“

„Da wummert irgendwas.“ „Vermutlich haut einer gegen die Tür.“ „Das hört sich eher an, als ob die einen gegen die Tür hauen.“ „Damit habe ich kein Problem.“ „Aber…“ „Die Tür ist stabil.“

„Hat die Bundeskanzlerin denn Sanktionen im Falle der Arbeitsverweigerung angekündigt?“ „Bis jetzt wissen nur ein paar Mitarbeiter, wo sich die Bande aufhält.“ „Das heißt, keiner holt sie da aus dem Keller?“ „Gegenfrage: fällt Ihnen zu jedem Kabinettsmitglied jemand ein, der ihn vermissen würde.“ „Das eine gute Frage.“ „Ich weiß.“ „Und Sie sollten sich überlegen, wer sich diese Frage ein paar Tage, vielleicht auch Wochen vor der Aktion gestellt haben könnte.“ „Ja.“ „Gut. Einer von ihnen hat einen Schokoladenriegel in der Anzugtasche, aber er weiß nicht, dass das nicht nur er weiß.“ „Wäre es für eine Klausurtagung nicht wesentlich klüger gewesen, wenn nur er es wüsste?“ „Stellen Sie doch mal die guten Fragen.“ „Ja, woher wissen es denn die anderen?“ „Interessiert Sie also nicht, wer es denen gesagt haben könnte?“ „Und warum wissen es alle?“ „Wissen es alle?“ „Sie meinen, der mit dem Schokoladenriegel in der Anzugtasche…“ „Richtig.“ „Warum?“ „Haben Sie die Anatomie dieser Partei jemals durchschaut?“

„Da läuft auch irgendwas unter der Tür durch.“ „Bestimmt der, den sie gegen die Tür gehauen haben.“

„Ich würde trotzdem gerne mal wissen, was passiert, wenn die weiter da drin sitzen bleiben.“ „Schlimmer als bisher kann’s ja nicht werden.“ „Aber besser.“ „Das hängt davon ab, ob irgendwer sie wieder rauslässt.“ „Warum das denn? Belgien hatte anderthalb Jahre lang keine Regierung, und im Rückblick war daran nur schlecht, dass sich die korrupten Arschlöcher ohne offiziellen Haushalt nicht mehr gegenseitig die Schmiergelder auszahlen konnten.“ „Nun hat Deutschland ein föderales System.“ „Das war jetzt aber nicht als Vorteil für Deutschland gemeint?“ „Das heißt, wenn diese Pappnasen nicht da sind, fällt das nicht auf?“ „Zumindest nicht unbedingt negativ.“

„Was ist eigentlich, wenn einer von denen rein zufällig infiziert sein sollte?“ „Einer von ihnen hat ja schon die richtige Marschrichtung vorgegeben: wenn es Frühling wird, verschwinden die Kranken wie durch Zauberhand.“ „Ich frage mich gerade, ob man wirklich unbedingt Mitleid mit ihnen haben muss.“ „Wir sollten da auf Eigenverantwortung setzen. Die Lösung sieht nicht immer so aus, wie man das erwartet hat, aber das Problem ist weg.“ „Das klingt nach einem pragmatischen Lösung.“ „Schwierig könnte es nur werden, wenn ein Teil der Bevölkerung das jetzt konsequent zu Ende denkt und die Regierung für abgesetzt erklärt.“ „Da muss man in Deutschland nichts befürchten. Wer sich als Reichsbürger zu erkennen gibt, wird ja auch von der Polizei beschützt oder in Ruhe gelassen.“ „Dann sollte das ja einigermaßen friedlich über die Bühne gehen.“ „Ohne Anführer kriegt dieses Volk keinen Generalstreik hin.“ „Sehen Sie mal!“ „Das ist das Papier?“ „Hat den Anschein.“ „Wir sollten sofort nachschauen.“ „Ach, das hatte ich erwartet.“ „Was steht drauf?“ „Bis Merkel zurücktritt, werden sie die Luft anhalten.“





Intelligente Lösung

25 03 2021

„Die Frisöre sind aber nicht so stark betroffen.“ „Deshalb muss man sie ja zumachen.“ „Am besten macht man die gar nicht mehr auf.“ „Das wird den Frisören aber die Läden kaputt machen.“ „Um so besser, dann muss man die nicht mehr schließen.“

„Jedenfalls brauchen wir diese beiden…“ „Es sind ja eigentlich nur anderthalb.“ „Das bezieht sich nicht auf den Lebensmittelhandel.“ „Das heißt, wer am Donnerstag nicht einkaufen kann, der geht am Samstag einkaufen?“ „Die Läden haben zu.“ „Das bezieht sich nicht auf den Lebensmittelhandel.“ „Es sind ja nicht mehr Kunden, es…“ „Das bezieht sich aber nicht auf den Lebensmittelhandel!“ „Da sind es doch auch nicht mehr Kunden.“ „Dann könnte man ausnahmsweise längere Ladenöffnungszeiten für die verbliebenen Tage…“ „Warum denn?“ „Wir dürfen die psychische Gesundheit der Kunden nicht gefährden.“ „Wie kommen Sie denn jetzt bitte auf psychische Gesundheit!?“ „Irgendwer labert doch immer irgendwas von psychischer Gesundheit, damit wir hinterher sagen können, wir haben auch an die psychische Gesundheit der Mitarbeiter…“ „Hä?“ „Wohl verrückt geblieben, der Kollege.“ „Also der Wirtschaft, meine ich.“ „So!“ „Gut, dann haben wir den Rotz auch abgehakt.“

„Und die Feiertagsregelung?“ „Naja, ist doch nur ein Ruhetag.“ „Gibt es nicht.“ „Dann erfindet die Bundesregierung den eben.“ „Das ist dann die intelligente Lösung?“ „Schätze, ja.“ „Das muss aber dann aber auch mit den entsprechenden Zulagen für Feiertagsarbeit…“ „Wieso?“ „Das steht doch so im Arbeitszeitgesetz.“ „Wir müssen doch nicht jede gesetzliche…“ „Doch, wir sind hier in Deutschland, da müssen die Menschen, die hart arbeiten, mehr haben als Menschen, die…“ „Sonst ist aber alles klar bei Ihnen, oder?“ „Wir können die Arbeit aber auch gleich ausfallen lassen.“ „Das geht aber ganz klar zu Lasten der Wirtschaft.“ „Und warum macht man dann den Lockdown?“ „Damit die Wirtschaft nicht gestört wird, sonst müsste man ja mehrere Wochen lang auf Arbeit verzichten.“ „Das ist dann nicht gut für die psychische…“ „Hatten wir schon.“

„Haben wir das mit den Rentnern besprochen?“ „Nein.“ „Gut, dann ist das Thema also auch vom Tisch.“ „Welches Thema?“ „Dass die Rentner am ersten Tag im Monat nicht einkaufen gehen können.“ „Sie meinen den ersten Einkaufstag.“ „Nein, ich meine…“ „Was machen Sie, wenn der erste Tag auf einen Sonntag fällt?“ „Dann kann man am Tag vorher schon einkaufen.“ „Und wenn das ein Feiertag, beispielsweise Ostermontag?“ „Dann haben die Rentner ihre Bezüge schon am letzten Werktag vorher bekommen.“ „Da sehen Sie mal, wie wichtig eine kapitalgedeckte Altersvorsorge sein kann.“ „Aber…“ „Gute Idee, ich schaue gleich mal, ob wir das in der MPK ansprechen können.“

„Im Prinzip verlagern wir jetzt ja die Einkäufe auf den Samstag.“ „Stimmt, das ist aber vor Ostern schon fast Brauchtum.“ „Das heißt, wir machen das Einkaufserlebnis noch kundenfreundlicher.“ „Und die Wirtschaft hat einen richtig umsatzstarken Tag.“ „Aber die Läden sind doch geschlossen.“ „Dann stärken wir damit den Lebensmittelhandel, der von uns bisher nur Applaus bekommen hat.“ „Im Grunde ist das doch auch eine gute Gelegenheit für die Pflege.“ „Stimmt, die Kliniken machen ein enormes Umsatzplus, daran habe ich noch gar nicht gedacht.“ „Wenn sich wieder einmal Pflegepersonal verabschiedet: sie verlassen eine der lukrativsten Branchen des Landes.“ „Naja, da muss man dann kein Mitleid haben.“ „Ist da nicht irgendwann wegen Überfüllung geschlossen?“ „Dann wartet man eben, bis ein paar Leutchen vor der Tür den Löffel abgegeben haben, und dann geht’s heiter weiter.“ „Ich meinte jetzt nicht die Schlange vor dem Supermarkt.“ „Kollege, ich auch nicht.“

„Man könnte über die Ostertage die Restaurants öffnen.“ „Das Infektionsrisiko ist viel höher als in einem Supermarkt.“ „Aber niedriger als in einem Büro.“ „Deshalb haben am Ostersonntag und am Ostermontag ja auch die Büros geschlossen.“ „Man könnte dann ja die Gastronomie ersatzweise…“ „Sie meinen, wegen der psychischen Gesundheit?“

„Trotzdem brauchen wir eine Notbremse, wenn es irgendwie schiefgeht.“ „Das heißt, wenn es zu hohen Inzidenzzahlen kommt?“ „Wenn die gefühlte Unzufriedenheit der Bürger plötzlich sehr klar über ein erträgliches Maß ansteigt, dann brauchen wir schnelle Öffnungen.“ „Wollen Sie über Ostern die Restaurants und die Kinos wieder aufmachen?“ „Eher die Büros.“ „Unsinn, man kann sich dann wieder im privaten Rahmen treffen.“ „Also nur ein Haushalt, aber mit einem weiteren, und die Kinder zählen nicht mit?“ „Natürlich zählen die nicht mit.“ „Weil das Virus meist in der Schule weitergegeben wird.“ „Das heißt, man kann Ostern wenigstens im eigenen Haushalt feiern?“ „Überlegen Sie mal, wenn wir die Durchseuchung in den Büros starten, dann kriegen wir das über die Supermärkte direkt in die Familien hinein.“ „Und da ist dann der Punkt erreicht, an dem wir eine Marktsättigung mit dem Virus erreichen können?“ „Das wäre der Punkt, an dem wir nicht weiter für die Impfungen bezahlen müssen.“ „Nein, das kommt am Dienstag.“ „Was ist denn Dienstag?“ „Überlegen Sie mal. Da machen die Schulen wieder auf.“





Störmanöver

10 03 2021

„Das ist ein gastronomischer Betrieb, und die sind momentan leider noch nicht wieder geöffnet. Da würden wir widerrechtlich handeln, wenn wir Ihr Eiscafé dazu benutzen, das geht nicht. Erst dann, wenn die Impfungen so weit vorangeschritten sind, dass wir gastronomische Betriebe öffnen können, sind in Ihrem Eiscafé Impfungen möglich.

Hier ist wirklich was los, kann ich Ihnen sagen – die Stadtverwaltung hat sogar eine Faxnummer für unsere Dienststelle freigeschaltet. Wir haben zwar kein Papier, das Faxgerät ist auch nicht mehr funktionsfähig, aber rein theoretisch sollte man uns auf diesem Weg erreichen. Damit wären wir dann exakt so effektiv wie das Gesundheitsamt, und wir könnten dann montags sofort die Faxe vom Sonntag lesen. Wie gesagt, rein theoretisch. Bis dahin haben wir diese 24-Stunden-Hotline, die drei Tage in der Woche jeweils von acht bis sechzehn Uhr besetzt ist. Also insgesamt 24 Stunden, nicht wahr?

Impfverteilungssicherstellungsamt, was kann ich für Sie tun? Nein, für Schnelltests sind wir nicht zuständig. Also das heißt, für Schnelltests sind wir schon zuständig, aber nur offiziell. In Wirklichkeit hätten wir die Informationen letzte Woche aus dem Bundesgesundheitsministerium bekommen müssen, aber der Bundesgesundheitsminister hatte keine Lust, sich darum zu kümmern. Er kriegt nächste Woche Besuch von ein paar Freunden aus der Finanzindustrie und muss vorher sein Schlafzimmer aufräumen. Ich gebe Ihnen gerne die Durchwahl, dann können Sie sich persönlich anpöbeln lassen.

In den anderen Ländern geht das natürlich viel schneller, aber da können wir in Deutschland nicht mithalten. Neuseeland zum Beispiel ist eine Insel, die haben überhaupt keine Probleme mit Grenzen, und was noch wichtiger ist: die haben überhaupt keine Probleme mit irgendwelchen durchgeknallten Suffköppen, die behaupten, dass wir Probleme mit Grenzen hätten. Oder England, da liegt es daran, dass sie die Störmanöver der EU nicht haben. Klar, wenn man nicht mehr in der EU ist, dann kann man so langsam impfen, wie man will, man landet nie an letzter Stelle. Oder man ist in der EU wie wir, dann muss es eben einen treffen, und es liegt dann ja an der EU und nicht an Deutschland.

Impfverteilungssicherstellungsamt, was kann ich für Sie tun? Sie können gerne für uns tätig werden, aber schätzungsweise erst im August. Bis dahin sollen sämtliche Betriebsärzte die Senioren und die Selbstständigen versorgen, dann werden die restlichen Deutschen unter 65 geimpft, und dann sind Sie als Hausärzte dran. Wobei wir laut unserem Zeitplan bis Ende Juli mit den Impfungen fertig sein wollen, das heißt, wir nehmen Ihre Adresse gerne auf, aber gehen Sie bitte davon aus, dass wir uns erst im Dezember wieder bei Ihnen melden, wenn uns hier die Scheiße bis zum Hals steht.

Sie müssen hier eine pragmatische Einstellung mitbringen, sonst wir das nichts. Beispielsweise die Logistik, die wollen wir möglichst zentral und sehr gründlich organisieren – wenn Sie die Impfdosen an die unterschiedlichen Kommunen liefern, dann geht das zu schnell. Das ist der Deutsche nicht gewohnt, damit kommt er nicht zurecht. Außerdem kriegen wir dann auch mehr Anrufe von irgendwelchen Interessenten, die uns ihre Räumlichkeiten für die dezentrale Impfung vorschlagen wollen, und dann sind wir ja noch überforderter. Wir müssen das ganz gründlich machen, sonst plant diese Eingreiftruppe im Bundesgesundheitsministerium eine neue Welle, und wir sind in der Zwischenzeit schon fertig mit den Impfungen. Das wäre katastrophal.

Außerdem wäre das ein Eingriff in die föderale Struktur, wenn wir als Bundesland einfach besser sind und die anderen überholen. Wir müssen im Prinzip langsamer sein aus Solidarität, damit die in den anderen Bundesländern gar nicht merken, wie beschissen es bei denen läuft. Das ist auch nicht so einfach, aber wir sehen das inzwischen auch als nationale Aufgabe.

Impfverteilungssicherstellungsamt, was kann ich für Sie tun? Ach, Sie sind es. Nein, wir können Sie als freiwillige Impfhelfer nicht beschäftigen, wenn Sie nicht dauerhaft arbeitslos sind. Jetzt sind Ihre Einkünfte ja erst mal weg, da Sie als Künstler keine Ansprüche auf Hilfsgelder haben, das heißt, Sie haben schon Ansprüche auf Hilfsgelder, aber gehen Sie mal davon aus, dass die nicht bewilligt werden oder die Aufforderung zur Rückzahlung mit derselben Post kommt. Wenn wir davon ausgehen könnten, dass Sie nur eine befristete Beschäftigung suchen, dann würden wir Sie einstellen, aber wir können ja vorher noch nicht wissen, wie lange die Impfungen dauern, verstehen Sie? Sie müssten also davon ausgehen, dass die befristete Beschäftigung befristet ist. Wir könnten die verlängern, aber das fällt dann wieder nicht in unsere Zuständigkeit.

Neulich wollte einer mobile Impfteams durch ländliche Regionen schicken. Wir haben uns nicht getraut, das dem Bundesgesundheitsministerium vorzuschlagen. Dass das teuer wird, ist klar, aber das muss ja auch jemand organisieren, und wenn die Bundeskanzlerin das mitkriegt, dann haben wir bald die nächste Eingreiftruppe am Hals. Scheuer organisiert vermutlich zwanzig Kleinwagen und Spahn einen Container für je hunderttausend Dosen zum Hinterherziehen. Auf dem Papier klappt das unter Garantie.

Impfverteilungssicherstellungsamt, was kann ich für Sie tun? Wen wollten Sie sprechen? Das deutsche Gesundheitswesen? Bedaure, das ist im Moment leider schwer erkrankt. Darf ich etwas ausrichten?“





Organversagen

8 03 2021

„Wer genau bestellt die Dinger jetzt eigentlich?“ „Welche Dinger?“ „Ist doch egal.“ „Wer die bestellt?“ „Nee, welche Dinger jetzt gemeint sind.“ „Leute, hier muss es mal ein bisschen strukturiert zugehen – jeder sollte doch wissen, wofür er nicht zuständig ist.“ „Sorry, ist unsere erste Pandemie.“

„Bin ich denn dann jetzt für die Impfdosen oder für Schnelltests zuständig?“ „Was haben Sie denn bisher gemacht?“ „Nichts.“ „Schon klar, aber in welcher Abteilung?“ „Keine Ahnung, deshalb frage ich ja.“ „Waren Sie im Verkehrsministerium?“ „Ich muss mal auf meinem Türschild nachgucken.“ „Die Ministerien haben sich aber jetzt geändert.“ „Ab wann?“ „In vier Wochen.“ „Also ist das bisher noch gültig?“ „Erst dann, wenn die Task Force mit der Einschätzung fertig ist.“ „Was schätzen die denn ein?“ „Ob die schnelle Eingreiftruppe eventuell zu spät kommt.“ „Nein, ob die überhaupt da ist.“ „Wo ist?“ „Das müssen Sie die schnelle Eingreiftruppe fragen.“ „Ich verstehe jetzt gar nichts mehr.“ „Deshalb haben wir ja die Task Force.“ „Ach so.“

„Warum müssen wir das denn alles machen?“ „Keine Ahnung, vielleicht, weil wir der Staat sind?“ „Das klingt schon mal logisch.“ „Andererseits wäre das privat viel preiswerter.“ „Für den Staat?“ „Für die Wirtschaft natürlich.“ „Solange es nicht unnötig preiswert wird für den Bürger, geht’s ja eigentlich.“ „Das verhindert schon die Task Force.“ „Ich dachte, die müssen erst warten?“ „Wahrscheinlich warten die, bis das Geld weg ist.“ „Oder die Tests gar nicht mehr gebraucht werden.“ „Das wäre natürlich echt eine Menge Geld.“ „Für die Impfung.“ „Eher für die Rentenkasse.“ „Ach so.“ „Soll ich mich darum kümmern?“ „Haben Sie Ahnung davon?“ „Nicht so wirklich.“ „Dann machen Sie mal.“ „Sie können ja fragen, wenn Sie etwas nicht verstehen.“ „Was denn zum Beispiel?“ „Woher soll ich das denn wissen?“

„Haben wir einen Finanzplan?“ „Leute, das muss doch jede Abteilung selber wissen!“ „Also eher nicht.“ „Wir haben einen, aber es ist zu teuer.“ „Das heißt, wir machen es trotzdem?“ „Bisher war das immer so.“ „Aber jetzt müsste man das Geld ja direkt an den Bürger zahlen.“ „Man könnte das der Wirtschaft…“ „Gut, die Friseure haben ja schon ein bisschen was gekriegt.“ „Das ist aber doch nicht die Wirtschaft?“ „Egal, das ziehen wir ab.“ „Wovon?“ „Was wir für die Tests ausgeben.“ „Ich dachte, die müssen wir erst besorgen?“ „Bezahlen wir diesmal erst hinterher?“ „Das sehen wir ja dann.“ „Gut, ich weiß aber nicht, wen ich fragen soll.“ „Was denn?“ „Keine Ahnung, deshalb frage ich ja.“

„Haben wir das eigentlich bei der Bankenkrise damals auch so gemacht?“ „Nee, da ging es ja um etwas.“ „Stimmt auch wieder.“ „Können wir das jetzt nicht einfach wieder so machen?“ „Und was schwebt Ihnen da vor?“ „Jeder sagt, wie viel Geld er will.“ „Und dann kriegt er das einfach so?“ „Manchmal auch mehr.“ „Und das funktioniert?“ „Nee, aber wir könnten das ja wieder so machen.“ „Das kennen die Leute.“ „Das ist allerdings ein Argument.“ „Gut, das lasse ich gelten.“

„Und wer macht jetzt diese Strategie?“ „Welche Strategie nun schon wieder?“ „Meinen Sie den Plan oder das Konzept?“ „Da hatten wir auf jeden Fall noch eine Blaupause, ich weiß aber nicht mehr, wofür die genau war.“ „Wir können ja erst mal die nehmen.“ „Das war irgendwas mit Fußball.“ „Das können wir!“ „Die letzte WM war nicht so der Hit.“ „Dann eben die, die wir hier in Deutschland…“ „Das war das mit der Bestechung?“ „Ich sage doch, das können wir.“ „Dann lassen Sie uns doch die Planung für die Tests gleich mit der Beschaffung zusammenlegen, das ergibt Synergieeffekte!“ „Was hat das jetzt damit zu tun?“ „Sagt man das nicht?“ „Das kostet ja Arbeitsplätze.“ „Sagt man das nicht auch?“ „Meine Güte, jetzt mal ein bisschen flott!“ „Nicht so schnell, wir müssen die Kompetenzen erst noch klären.“ „Genau, in Deutschland muss das Regierungsversagen ordentlich organisiert werden.“ „Dafür regiert momentan das Organversagen.“

„Und wenn wir jetzt auch am Wochenende und nachts impfen würden?“ „Nachts wäre ja okay, aber am Wochenende?“ „Was das kostet!“ „Die anderen machen das doch auch.“ „Welche anderen?“ „Ich habe gelesen, die Leute gehen jetzt sogar rund um die Uhr zum Friseur.“ „Dann denken Sie doch mal nach: wenn die Leute rund um die Uhr zum Friseur gehen, wann sollen sie sich denn dann noch impfen lassen?“ „Wie gesagt, am Wochenende.“ „Das gibt unschöne Bilder, wenn die ganzen Demonstranten demonstrieren, weil man ihnen das Wochenende nimmt.“ „Wann sollen die denn demonstrieren?“ „Keine Ahnung, am Wochenende?“ „Planen Sie da mal was.“ „Dass die Impfungen…“ „Für die Demos am Wochenende, wir müssen das irgendwie aus dem Fernsehen rauskriegen.“ „Bis Ende März ist uns da sicher irgendwas eingefallen.“ „Machen Sie das selbst, oder fragen Sie jemanden, der sich damit auskennt.“ „Wen denn?“ „Weiß ich auch nicht.“

„Koordiniert das denn einer?“ „Wer denn?“ „Und was?“ „Das war jetzt eine rhetorische Frage, richtig?“ „Das hatte ich nicht mitgekriegt.“ „Kein Problem, keiner weiß hier, worum es geht.“ „Dann ist ja gut.“ „Ich muss aber noch mal nachfragen: das hier ist eine Absichtserklärung.“ „Haben Sie etwa ein Problem damit?“ „Als Politik müssen wir wissen, was am Ende herauskommen soll.“ „Im besten Fall natürlich.“ „Das heißt, wir machen das hier alles mit Absicht!?“ „Jetzt regen Sie sich mal nicht so auf, das hat sich bestens bewährt.“ „Wie das denn?“ „So kann uns wenigstens niemand Fahrlässigkeit vorwerfen.“





Höchste Priorität

3 03 2021

„… wolle die Bundesregierung die Impfreihenfolge lockern, um mehr Patienten unter 80 Jahren mit einem wirkungsvollen Schutz gegen das Virus zu versehen. Die Entscheidung werde vermutlich auf der nächsten Konferenz der…“

„… alle Pflegekräfte sofort an die Spitze der Reihenfolge zu setzen, beginnend mit dem Personal in Kliniken unter besonderer Berücksichtigung der Intensivpfleger. Dazu allerdings habe der Deutsche Caritasverband eine andere Meinung, wenn damit auch die Bevorzugung nichtkatholischer Pfleger oder anderweitig dem Leitbild des Verbandes in…“

„… gelte es vor allem, angebrochene oder auf Halde liegende Impfdosen schnellstmöglich zum Einsatz kommen zu lassen. Spahn plädiere dafür, eine öffentliche Liste der nicht genutzten Vakzine zu veröffentlichen, die dann wöchentlich an die Gesundheitsämter gefaxt werden könne, um pro Quartal eine Zahl von bis zu…“

„… den Abstand zwischen der ersten und der zweiten Dosis strecken könne, um mehr Personen in die Herdenimmunität aufzunehmen. Laschet fordere, mit der zweiten Impfung so lange wie möglich zu warten, notfalls auch bis zur Infektion mit Corona, um eine bessere Auslastung der…“

„… müssten Polizisten unbedingt vorgezogen werden. Wendt habe betont, dass kaum eine andere Berufsgruppe so oft mit Rechtsradikalen in engem Kontakt stehe, die während der Demonstrationen gegen das linksextremistische Merkel-Regime von Bill Gates mit multifunktionalen 5G-Chips und Impfaerosolen vergiftet würden, so dass eine…“

„… mit multiplen Rastern arbeiten werde. So könne die Prioritätsgruppe der Lehrer mit Eltern in Pflege oder Friseurhandwerk und Partner in einem systemrelevanten Einzelhandelsberuf gleichwertig mit der intensivmedizinisch betreuter Gatten von Zahnärzten, Profifußballern oder unter Quarantäne stehenden Erzieherinnen je mit einer chronischen Krankheit, einem Kind und einer…“

„… zunächst Hotspots in Bayern und Sachsen für alle volljährigen Personen zulassen, um die Verbreitung innerhalb lokaler Zentren unterbinden zu können. Die AfD habe dies ausdrücklich gelobt, da die deutsche Politik damit vor allem die Bürger belohne, die gegen den linksfaschistischen Terror des Merkel-Lockdowns verstoßen würden, der ein gar nicht existierendes Virus und die…“

„… lobe Spahn vor allem die Aktivität seiner Parteifreunde. Der in der Union und anderen rechten Gruppierungen entstehende Trend, sich als Politiker vorbildhaft aus Eigenverantwortung selbst einen Impftermin zu besorgen, sei ein gutes Signal, dass Deutschland auf dem besten Weg in die…“

„… widersprochen habe. Kretschmer sehe das Problem eher bei einer permanenten Einschleppung der Infektionen aus Tschechien, weshalb er für eine bevorzugte Impfung der Grenzpendler, die aus…“

„… dass kein Hygienekonzept vorliegen müsse, es deshalb also berufsbedingt ein besonders hohes Infektionsrisiko geben müsse. Laschet wolle Ärzte erst dann höher priorisieren, wenn auch der letzte Küchenbauer in Nordrhein-Westfalen unter seinem persönlichen Schutz stehe. Als künftiger Kanzler wisse er genau, dass das Vertrauen in die…“

„… das Kita-Personal unbedingt vorgezogen werden müsse, um die Betreuung für berufstätige Eltern sicherzustellen. Die heiße jedoch nicht, dass auch andere Personen im Umgang mit Kindern ein Anrecht auf schnelle Impfung hätten, da das Virus nach Ansicht der Kultusminister von Kinder gar nicht übertragen werden könne und deshalb eine…“

„… fordere inzwischen auch Bild, dass alle Impfungen gestoppt werden müssten, solange sich die Bundeskanzlerin nicht in einer Live-Übertragung mit einem von ihr nicht als erste Wahl bezeichneten Vakzin habe impfen lassen. Die von Springer veröffentlichte Pressemitteilung, man werde Merkel verklagen, da sie sich außerhalb der Reihe eine Impfdosis erschlichen und ins Fernsehen gedrängelt habe, sei versehentlich zu früh in den…“

„… könnten aus Gründen der Datensicherheit und wegen der schlechten technischen Ausstattung in den Ämtern derzeit angebrochene Dosen nicht an Personen in den Fußgängerzonen verimpft werden. Da der Plan jedoch attraktiv erscheine, habe Spahn weitere 1,8 Millionen Stück bestellt, damit die Lager nicht durch zu hohe Nachfrage…“

„… Personen mit Demenz altersunabhängig in die Prioritätsgruppe 1 aufnehmen wolle. Gauland habe sich noch nicht entschlossen, ob er seine vom Impfzentrum Potsdam ausgesprochene Einladung als völkerrechtlichen Verstoß gegen die…“

„… vor Infektionen am Arbeitsplatz schützen müsse, da die Öffnung der Betriebe die höchste Priorität in der Impfkampagne besitze. Lindner habe es als Sozialismus bezeichnet, unter diesen Umständen auch nur daran zu denken, Erwerbslose in den Genuss einer kostenlosen medizinischen…“

„… sei die AfD strikt gegen eine Schließung der Grenze zu Tschechien. Zwar stehe man zu der von Höcke ausgegebenen Anweisung, allen denen den Impfstoff zu verweigern, die Kontakt zu rassisch minderwertigen Personen des Ausbreitungstyps pflegen würden, die Tschechei sei aber als künftiges Beitrittsgebiet zu einem großdeutschen Staat für seuchenmedizinische Versuche nicht besonders…“

„… eine Ausnahme gemacht werden müsse, um die Subventionen für die TUI AG auch nachträglich rechtfertigen zu können. Das übrige Personal der Hotel- und Gaststättenbetriebe sei jedoch bereits für das kommende Jahr vorgemerkt, nachdem die Autobauer, mehrere Banken sowie…“