Extrawurst

3 08 2021

„Haben wir überhaupt so viel Bratwurst auf Lager? sonst müssen wir uns hier irgendetwas anderes einfallen lassen, belegte Brote oder Tankgutscheine oder Autogrammkarten von Armin Laschet. Wobei man da ja nie ganz sicher sein kann, ob der nicht irgendwo abschreibt.

Jetzt bleiben Sie mal geschmeidig, ich habe mir die Aktion ja nicht ausgedacht. Wenn die CDU sieht, dass in Thüringen etwas braun aussieht und den Leuten gefällt, dann wollen sie es natürlich sofort nachmachen. Die Idee ist so bescheuert, die muss einfach funktionieren. Sagt sich zumindest die Bundesregierung, und wenn sich jemand mit total bescheuerten Ideen auskennt, dann ja wohl die.

Wir haben auch den Denkansatz aus München in unseren Überlegungen berücksichtigt, das ist ja eine nicht zu unterschätzende Wählerschicht. Die CSU-Landesgruppe hat gleich die Auflagen prüfen lassen, wie man die Theresienwiese zum Impffest infektionssicher kriegt. Die Infrastruktur ist da, die wird jedes Jahr genutzt, Personal ist vorhanden, aber bringen Sie das mal dem Bayern bei, dass er aus medizinischen Gründen nur alkoholfreies Bier bekommt. Das müsste man nicht unbedingt auch so kommunizieren, das macht die Partei mit anderen politischen Inhalten sonst auch immer, und im Zweifel passiert dann hinterher das Gegenteil von dem, was geplant war, und dann sind alle zufrieden und brauchen nicht einmal jemanden, dem sie die Schuld geben können.

Der Lockdown hatte ja den Alkoholausschank unterbunden, also mussten die Leute zu Hause saufen und haben dadurch weniger Verkehrsunfälle produziert. Das war argumentativ erst mal schwer zu kontern, wir wären sonst innerhalb kürzester Zeit in einer Debatte um Tempolimit und Alkoholverbot im Straßenverkehr gelandet, und dann hätten drei Viertel aller CSU-Politiker ihren Job an den Nagel hängen können. Momentan fällt das in Bayern nicht so auf, weil diese Ersatzflüssigkeitsnazis mit dem Impfgegner-Hubsi für den groben Unfug zuständig sind, aber irgendwann ist der Wahlkampf auch mal vorbei, und dann fangen die Leute wieder an zu denken. Manche zumindest.

Dass Jens Spahn ein privates Bratwurstessen für Gäste für unter zehntausend Euro anbietet, hatte ich auch schon gehört. Man wird aber nur zugelassen, wenn man schon geimpft ist.

Alternativ könnte man im innerstädtischen Bereich auch mit einer mobilen Braterei arbeiten, eine Art Wursteinsatzkommando. Einer hält in der Fußgängerzone den Leuten die Wurst unter die Nase, einer hat die Nadel im Anschlag. Bestimmt wird das nichts, weil wir das nicht ordentlich dokumentieren können. Mobiles Fax ist ja noch nicht erfunden. In ländlichen Gebieten müsste man das Konzept sowieso noch mal modifizieren. Da könnte man in die Dorfkneipe gehen und den Stammtisch durchimpfen. Ich stelle mir das so vor, dass man sich online registrieren kann, die Daten liegen dann für die Bratwurstnachbestellung der zweiten Dosis gleich vor, oder man richtet da eine Telefonhotline ein, damit die Leute ihre Bratwurst reservieren können. Eine App wäre sicher auch echt klasse, die kriegen wir auf die Schnelle nicht mehr hin, aber dafür haben die Leute auf dem Land halt auch keine ausreichende Netzabdeckung.

Das mit den Steuersenkungen haben wir nicht weiter verfolgt. Das kam aus der FDP, deshalb war das nicht automatisch bekloppt, aber da kapieren die Wähler ausnahmsweise mal: wenn die Liberalen von Steuersenkungen reden, dann sind nicht sie damit gemeint.

Wir müssen nur sicherstellen, dass die Leute sich nicht nur wegen der Wurst anmelden und dann die Impfung verweigern. Man könnte vielleicht die Wurst erst gegen Vorlage der Impfbescheinigung aushändigen, aber das erfordert wieder eine genaue Abstimmung innerhalb des Bratwurstzentrums. Und dann haben wir noch die Konkurrenz der Impfzentren, bei denen man keine Bratwurst kriegt, aber auch keinen Termin reservieren muss. Das ist möglicherweise geeignet, unsere ganzen Pläne über den Haufen zu werfen – alle lassen sich impfen, aber wir können das nicht für unsere politischen Zwecke nutzen. Das ist wie eine Flutkatastrophe, bei der man keine Fernsehinterviews führen kann.

Das Problem ist nur, dass wir möglicherweise eine gewisse kritische Zielgruppe nicht erreichen. Ich meine jetzt nicht wegen datenschutzrechtlicher Bedenken, weil da bestimmt irgendwas wieder schiefläuft. Aber wenn das rauskommt, dass die Fleischmafia sich einen Kanzlerkandidaten gekauft hat, um für ein paar Millionen Euro Schlachtabfälle unter die Leute zu bringen, damit sich Wähler impfen lassen, die eigentlich weder CDU wählen noch sich impfen lassen wollten – meinen Sie, das kriegt man mit einer Bratwurst wieder weg?“





Katastrophenhilfe

21 07 2021

„… schon Tage vor der Jahrhundertflut davon in Kenntnis gesetzt worden seien. Merkel sehe nun die Einrichtung einer schnellen Eingreiftruppe gegen die Folgen der Katastrophe als notwendigen Schritt auf dem Weg in eine…“

„… lasse sich Laschet nicht von Meteorologen sagen, wie er als zukünftiger Kanzler zu regieren habe. Er werde die Ergebnisse des Krisenstabes aus Nordrhein-Westfalen in einer…“

„… mehrere Jahre dauern werde. Politische Beobachter aus dem Ausland seien nicht überzeugt, dass bis zum Ende der Aufbauarbeiten einer der deutschen Politiker noch auf freiem Fuß, geschweige denn in ihren Ämtern als…“

„… sei der Staatskanzlei nicht bekannt, dass es einen Krisenstab gebe, geschweige denn, dass dieser wegen der Überflutung tage. Möglicherweise habe der Ministerpräsident einen seiner Späße gemacht, um die Unwichtigkeit dieses Gremiums auf deutliche Art in der Öffentlichkeit zu…“

„… dass Scheuer möglicherweise nicht wegen seiner Zuständigkeit für die Verkehrsinfrastruktur zum Leiter der Taskforce berufen worden sei. Es habe Hinweise gegeben, dass er noch über externe Beratungsleistungen im Wert von 600 Millionen Euro verfüge, die bereits bezahlt, aber noch nicht in Anspruch genommen worden seien für eine weitere Klage vor dem…“

„… den Ausfall den Mobilfunknetzes in den betroffenen Gebieten für nicht gravierend halte. Laschet empfehle stattdessen, das Internet zu Hause zu nutzen, sobald die Stromversorgung wieder…“

„… natürlich sofort als Vorsitzender eines nationalen Krisenstabes zur Verfügung stehen werde, wenn dies mit Bundesmitteln für NRW verbunden sein sollte. Andernfalls werde Laschet den Vorsitz eines solchen Arbeitskreises nicht in…“

„… habe Spahn erklärt, er sei mit den letzten beiden Aufträgen zum Management der Testzentren sowie zum Komplettversagen des Managements der Testzentren sehr zufrieden gewesen, da er dort gar nicht erst mitgearbeitet habe. In ähnlichem Maße könne er sich jetzt eine leitende Funktion in der Hochwasser-Taskforce vorstellen, falls sich dies in seinem Gehalt unabhängig von der wirklichen…“

„… die Eindämmung von Hochwassern nur durch konsequente Überbauung aller Flussläufe im Rheinland zu erreichen sei. Scheuer habe die Pläne für ein Netz von 20-spurigen Autobahnen und Schnellstraßen bereits mit einigen gerade neu gegründeten Beratungsagenturen für…“

„… die Abtragung alter Siedlungsgebiete in NRW außerdem eine gute Übungsmöglichkeit sei, wenn Einsatzkräfte gerade keine Jugendlichen verprügeln oder Dörfer niederreißen könnten. RWE hoffe, dass sich unter den Flutgebieten schon in wenigen Jahrmillionen abbaubare Kohle für den…“

„… halte Laschet den Vorschlag Scheuers für ein gutes Konzept. Er werde dafür sorgen, dass der Autobahnbau großen Gewerbeflächen zugute komme, auf denen Küchenstudios und…“

„… stelle die Union ihren Wahlkampf um auf Et hätt noh emmer jot jejange för us, da man mit den Stimmen einiger hundert Todesopfer nicht mehr rechne und daher nicht mehr in ihrem Namen…“

„… die Gesetzeslage in Nordrhein-Westfalen keine Katastrophenhilfe für Privathaushalte mehr zulasse. Obwohl die Landesregierung die Gelder bereits fest versprochen habe, werde man sich an die gesetzlichen Vorgaben halten, um nicht wie die linksgrünen Parteien einen Raubbau an den…“

„… die Binnenschifffahrt mit Schiffsdiesel auf den Autobahnen zu ersetzen. Nach Scheuers Plan sei der Duisburger Hafen dann zwar nur über die Luft zu erreichen, da ein Luftfrachttaxiterminal die Güter auf die Schiffe bringe, von wo aus sie an den neuen unterirdischen Bahnhof und die…“

„… dass Laschet gegen seine eigenen Gesetze verstoßen müsse, wenn er der Bevölkerung die versprochenen Gelder zur Verfügung stellen wolle. Die Landes-CDU gehe jedoch davon aus, dass er sich in diesem Fall aus wahlkampftaktischen Gründen für ein Festhalten an der juristischen…“

„… eine Befragung der Wähler ergeben habe, dass die Mehrheit keinen Wert auf die Taskforce lege. Etwa 95% der Einwohner meinten zur Katastrophenhilfe, dass die meisten Katastrophen nur mit Hilfe der Landesregierung stattgefunden hätten, weshalb sie keine weitere…“

„… die Kosten des Infrastrukturprogramms bis 2080 jährlich 400 Milliarden Euro benötigen würden. Scheuer habe die Finanzierung bereits sichergestellt, da er fest mit den Einnahmen aus der Autobahnmaut sowie einer Wiedereinführung des Solidaritätszuschlages für Zuwanderer und…“

„… für mehr Vertrauen der Bürger in die Maßnahmen der Taskforce werbe. Laschet wolle auch weiterhin nicht, dass Flutwarnungen an die Bevölkerung weitergegeben würden, da nur der mehrmalige Wiederaufbau in den kommenden Jahrzehnten die Mittel für die geplanten Steuersenkungen in der…“

„… der Straßenbau technisch nicht mehr zu bewerkstelligen sei, da auf lange Sicht nicht mit einer ausreichenden Energieversorgung zu rechnen sei. Scheuer habe in Absprache mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung beschlossen, den Bürgern zum Trost eine Verschrottungsprämie für Elektroautos zu spendieren, wenn diese die Fahrzeuge nicht bewegen, sondern statt ihrer alten Kraftwagen auf den geplanten Parkplätzen im…“





Bildungsverständnis

7 07 2021

„Homeoffice ist ja zum Glück bald vorbei, man kann wieder ganz normal mit dem Auto zur Arbeit fahren. Das ist auch ganz gut so, uns fehlen ja nicht nur die Einnahmen aus der Mineralölsteuer, es sind auch die leeren Autobahnen. Wir können doch nicht ständig neue Autobahnen bauen, wenn keiner mehr darauf fährt.

Kommen Sie mir nicht mit Bahnen, die sind viel zu voll – das auch daran, dass die Menschen sich nicht genug Autos kaufen. Deshalb müssen wir die Autos billiger machen, dann lohnt sich ja auch der billige Kraftstoff, und dann haben wir auch einen richtigen Investitionsanreiz, um mehr Autobahnen zu bauen, um den Stau zu vermeiden, der aus der vermehrten Anzahl an Autos resultiert. Das müssen Sie mir nicht vorrechnen, oder denken Sie etwa, die Bundesregierung sei bescheuert?

Haben Sie eigentlich eine Ahnung, was so eine Eisenbahnbrücke kostet? Oder ein Meter Schiene? Das sind enorme Summen, vor allem auch, weil die letzte Bundesregierung die anderen davor nicht im Auge behalten hat, was die Instandhaltung kostet. Wenn man da jahrelang kein Geld ausgibt, muss man irgendwann richtig viel Geld ausgeben. Das ist ein politischer Grundsatz. Das ist so grundsätzlich, damit müssen wir uns noch nicht mal beschäftigen. Und deshalb setzen wir auf den Autoverkehr, weil der viel wirtschaftlicher ist – über so eine Brücke oder diesen Schienenmeter kann ja immer nur ein Zug gleichzeitig fahren, aber über eine Autobahn, da kommt es immer darauf an, wie viele Spuren die hat. Und man kann leichter eine dreispurige Straße fünfspurig ausbauen als eine Eisenbahnbrücke, das muss ich Ihnen doch nicht erklären?

Die Kosten sind übrigens auch viel höher, das kommt noch dazu. Wenn Sie einen Meter Schiene instand halten wollen, müssen Sie auch für Ersatz sorgen. Bei einer Autobahn gibt es einfach eine Umleitung. Und dann haben Sie noch diese Züge, die sind ja auch ganz schön teuer, das kostet den Steuerzahler jede Menge Geld, während so ein Auto der Wirtschaft eine Menge Geld einbringt und ganz nebenbei über die Unternehmenssteuern und die Umsatzsteuer den Steuerzahler netto sogar entlastet. Das entlastet den so sehr, wir könnten eine von den Steuern sogar senken. Dass keine Bundesregierung bisher auf solche Ideen gekommen ist, das wirft nun wirklich ein schwaches Bild auf dies Land.

Wir kommen Sie auf den Gedanken, dass das Auto die Haushalte belastet? Das ist überhaupt kein Thema für den Staatshaushalt, das kaufen Sie sich als mündiger Bürger doch schließlich selbst. Oder erwarten Sie jetzt, dass wir allen Menschen ein Auto kostenlos vor die Tür stellen, nur weil wir ihnen die Autobahnen auch schon kostenlos bis genau an die Anschlussstellen gebaut haben? Sind wir hier im Sozialismus?

Und jetzt kommen Sie mir nicht auch noch mit diesem linksradikalen Tempolimit! Wenn wir das in Deutschland einführen, dann können wir nämlich bald den Laden dichtmachen. Tempo 100 im ICE, da kommen Sie ja nie an! Ich frage Sie ganz direkt, wenn Sie mit dem Bummelzug zum Flughafen fahren, weil Sie nach Mallorca wollen, wie lange wollen Sie denn dann in der Bahn sitzen? Da kann ich ja gleich mit dem Taxi fahren, das ist im Zweifel sogar noch preiswerter als der Zug, weil ich da für den Strom nicht ständig diese unglaublich teuren Windräder in die Gegend bauen muss!

Überhaupt, Windräder – Sie regen sich doch sonst auch immer über Zersiedelung auf und noch mehr versiegelte Flächen, aber haben Sie schon mal darüber nachgedacht, dass man im Umkreis von einem Kilometer um so ein Windrad überhaupt gar nichts mehr bauen darf? Oder ist das für Sie als Verbotsfetischisten dann okay, wenn man dadurch den Verstädterungsprozess fördert, der wieder mehr Straßenbaumaßnahmen in der Stadt erfordert? Das sind alles Folgekosten, oder wie wollen Sie denn bis zur Anschlussstelle kommen? In der Umwelt hängt eben allen mit allem zusammen, aber so weit denkt ja bei Ihnen keiner. Das überlassen Sie wohl lieber der Bundesregierung, die Sie ja ansonsten total ablehnen.

Sie reden doch die ganze Zeit davon, dass diese Klimasache ein globales Problem ist, wieso soll die Bundesregierung sich denn auf eigene Kosten mit regionalen Lösungen daraus verabschieden? Oder gibt es in Ihrer Physik irgendein Modell, bei dem das Abschmelzen der Polkappen durch Windräder in Nordrhein-Westfalen verhindert werden kann? Wobei ich ja eher nicht glaube, dass Sie in Physik irgendwas gelernt haben. Aber das passt ja bestens zu Ihrem Bildungsverständnis, dass Sie die Jugend lieber zu Berufsdemonstranten umerziehen wollen, statt sie etwas Vernünftiges lernen zu lassen, wovon wir diesen ganzen Spaß bezahlen. Oder wollen Sie in Ihrer unendlichen Gnade Ihr Auto verkaufen, um davon ein Windrad zu finanzieren?

Jetzt seien Sie mal nicht gleich eingeschnappt, man kann doch vernünftig über alles reden. Nur halt nicht mit jedem. Wenn Sie ein bisschen mehr Kompromissbereitschaft zeigen würden, wären wir vielleicht auch bereit, uns einen sozialverträglichen Weg zu überlegen, wie man Deutschland ein wenig ökologischer gestalten könnte. Da kommen Sie mit Wissenschaft nicht weiter, das muss man auch für die Zukunft gestalten, und Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass Sie jetzt schon wüssten, was die Wissenschaftler in der Zukunft erzählen. Das wäre ja so, als würden Sie einer Wettervorhersage für nächstes Jahr glauben. Nein, lassen Sie uns das gemeinsam anpacken. Jetzt sofort. Uns hält nichts auf, die Pandemie ist ja zum Glück vorbei.“





Nicht mehr vermittelbar

6 07 2021

„… auch von führenden Unionspolitikern scharf kritisiert worden sei. Der Kanzlerkandidat sei für die Aufgabe als Regierungschef nicht geeignet, wenn er nicht einmal in der Lage sei, seine eigene Partei für einen vernünftigen…“

„… aber nur auf demokratische Weise geregelt werde. Laschet habe nach längerem Nachdenken erklärt, dass er sich selbst auf demokratische Weise für den einzigen geeigneten Kandidaten der…“

„… halte auch Maaßen am CDU-Chef fest. Der Wechsel eines Kandidaten kurz vor der wichtigsten Wahl seit 1933 könne nur durch eine von jüdischem Kapital finanzierte Revolution linkslinker…“

„… notwendig sei, da Laschet beim Verlassen des Ministerpräsidentenamtes auch der Verlust der parlamentarischen Indemnität drohe, was angesichts der staatsanwaltschaftlichen Ermittlung in mehreren Fällen von Unterschlagung und Steuerhinterziehung die Wahl zum Bundeskanzler erschwere. Das CDU-Präsidium zeige sich für neue Verhandlungen mit der bayerischen Schwesterpartei daher wieder…“

„… stehe Söder jetzt für eine Übernahme der Spitzenkandidatur nicht mehr zur Verfügung, da er sich um seine Aufgabe als Ministerpräsident zu kümmern habe. Er wünsche seinem ehemaligen Kontrahenten einige angenehme Wochen im Amt, bevor dieser sich an der Realität gründlich den…“

„… vertraue Laschet auf die Umfrage, die die CDU-Basis durchführen werde. Er rechne fest mit einem überragenden Sieg, der seine politischen Positionen nochmals auf eine…“

„… sei das Rechtsverständnis des jetzigen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen in zahlreichen Fällen klar verfassungswidrig. Auch der Wirtschaftsflügel halte ihn für nicht geeignet, die kommende Bundesregierung anzuführen, da der Ruf Deutschlands als zunehmend undemokratischer Staat negative Einflüsse auf Investoren aus…“

„… sich nur drei Prozent der Mitglieder für Laschet als geeigneten Kandidaten ausgesprochen hätten. Der Parteichef sehe darin einen von den Grünen und fremdländischen Geheimdiensten inszenierten Wahlbetrug, bei dem Zehntausende von Briefkästen mit nicht nachweisbaren Strahlen beschossen worden seien. Er erkenne das Ergebnis nicht an und halte weiterhin an seiner…“

„… das Management geschlossen zurücktrete. Mit den von persönlichen Beleidigungen und Lügen geprägten Äußerungen des Kandidaten sei kein Erfolg versprechender Wahlkampf für die Union mehr zu führen, weshalb sich eine sofortige…“

„… fürchte das Präsidium, dass Kompromat in nicht mehr handhabbarer Menge über ausländische Kanäle an die deutschen Medien geliefert werde, mit denen der Kandidat Laschet der bürgerlichen Mitte nicht mehr vermittelbar sei. Es sei noch nicht zu spät für eine deutliche und klar entschlossene…“

„… habe Merz für den Fall eines vorzeitigen Scheitern der Regierung Laschet angeboten, als Kanzler und Führer sämtlicher Bundesministerien die deutsche Nation gegen den…“

„… ein Großteil der Bundestagsfraktion den Parteiausschluss von Maaßen fordere. Wie das ARD-Hauptstadtstudio berichte, würden zahlreiche Abgeordnete von der Haltung des Vorsitzenden abhängig machen, ob in diesem Zusammenhang auch gegen ihn ein…“

„… habe Söder in einem Sommerinterview über seine politischen Pläne gesprochen. Er wolle nach der erfolgreichen Zeit als Ministerpräsident des Freistaates gemeinsam mit seinen Parteifreunden das Fernziel seines großen Vorbildes Franz Josef Strauß verwirklichen und die Christlich-Soziale Union auf ganz Deutschland ausdehnen, um in den künftigen Bundestagswahlkämpfen kein bestenfalls fünftklassiges Personal in den…“

„… sich der Vorstand des Bundesverbandes der Deutschen Industrie gegen eine Kanzlerschaft von Laschet ausgesprochen habe. Das öffentliche Auftragswesen werde bei einem Regierungschef, der auch an guten Tagen nicht an die intellektuelle Leistung eines Grundschülers heranreiche, nicht in erforderlichem Maße zu…“

„… dass sich Söder einen Wechsel nach Berlin gut vorstellen könne. Voraussetzung sei, dass er nach seiner Zeit als CSU-Chef die Wahl das Amt des Bundespräsidenten der…“

„… durchgestochen worden sei. Das Layout der BILD-Titelseite mit der Schlagzeile EINEN TAG NACH DER TAT GRINST DIE DRECKSAU SCHON WIEDER sei ohne einen bestimmten Anlass entworfen worden, um flexibel auf die Anforderungen von Verlag und…“

„… drohe Ziemiak jedem Parteimitglied, das im Wahlkampf über Inhalte sprechen wolle, den sofortigen Parteiausschluss an. Wer sich mit linkem Populismus wie der Forderung nach einem CDU-Wahlprogramm gegen den nächsten Bundeskanzler stelle, der werde die volle Härte der deutschen…“

„… habe Laschet gedroht, dass er im Falle einer erfolglosen Kanzlerwahl im Bundestag die Höhe der Nebeneinkünfte für alle Abgeordneten der…“

„… ihn nie gemocht, weshalb er eine künftige Zusammenarbeit ausschließe. Lindner sei als…“

„… sich mit einer Strumpfhose zu strangulieren versucht habe. Da es sich um Kinderbekleidung gehandelt habe, könne man ein Versehen oder eine unsachgemäße Anwendung beim Anziehen so gut wie ausschließen. Der CDU-Vorsitzende befinde sich derzeit in der…“

„… sich um eine Falschmeldung handle. Die Grünen seien keinesfalls daran interessiert, Habeck zum Spitzenkandidaten zu küren und würden auch weiterhin mit Baerbock als der einzigen…“





Das All ist deutsch

28 06 2021

„… wie vor der Wahl angekündigt ein Weltraumgesetz beschließen wolle, das gründer- und mittelstandsfreundlich sei. Bundeskanzler Laschet rechne mit hohen Steuereinnahmen aus…“

„… natürlich noch keine konkreten Vorgaben für die Ausschöpfung von Bodenschätzen auf anderen Planeten machen könne. Dies müsse erst durch Erkundungsflüge einer deutschen…“

„… präzisiert habe. Wirtschaftsminister Merz rechne jeden zum Mittelstand, der eine eigene Rakete für den Flug auf die private Station im…“

„… gehe es Laschet um Innovationen. Er werde dafür eintreten, dass technische Neuerungen wie ein flächendeckendes Mobilfunknetz zuerst auf dem Mars getestet würden, bevor man mit dem Bau von Sendemasten eines ganz neuen Typs in…“

„… ein 1967 in Kraft getretenes internationales Weltraumgesetz rechtsverbindlich alle notwendigen Regelungen getroffen habe. Die Regierung sei sich sicher, dass Deutschland dies als wichtigstes Exportland der Welt durch neue Verhandlungen noch einmal zugunsten seiner…“

„… sich noch nicht entschieden habe, ob er die bereits geplanten Flugtaxis oder den Weltraumlift zum Bau einer Mondbasis einsetzen werde. Scheuer habe für den Bau eines Prototypen drei Millionen Euro veranschlagt, die als Entwicklungshilfe und Wirtschaftsförderung strukturschwacher…“

„… könne sich Merz nicht mehr mit Hilfen für die Gastronomie oder die Veranstaltungsbranche beschäftigen, da Raumfahrt als Schlüsselindustrie nun von höherem Interesse sei. Selbstverständlich müsse man nun alle Investoren und Aktionäre mit Steuersenkungen und…“

„… setze sich Laschet persönlich dafür ein, dass das Wasserstoffauto noch vor 2025 zum wichtigsten Exportprodukt in der EU werde. Daher sei es aber unerlässlich, dass deutsche Forscher sich auf der kommenden Mars-Mission um flüssiges Wasser auf dem roten Planeten…“

„… habe Umweltministerin Klöckner die Entsorgung von Atommüll außerhalb des Orbits als kostengünstige Lösung vorgeschlagen. Da in der Zukunft ohnehin mit häufigen Raketenstarts vom umfunktionierten Weltraumbahnhof BER zu rechnen sei, könne man die Nutzlast der Flugkörper auch mit Castor-Behältern und…“

„… keine Auskunft geben wolle. Es treffe zwar zu, dass Scheuer Beraterhonorare von insgesamt 500 Milliarden Euro aus den noch nicht geflossenen Steuereinnahmen für Rohstoffeinnahmen aus dem Weltraum in den Bundeshaushalt…“

„… hätten sich die USA und die UdSSR bereits 1985 auf gegenseitige Militärhilfen geeinigt für den Fall eines Alienangriffs auf die Erde. Außenminister Spahn wolle dies mit den transatlantischen Partnern neu diskutieren, um die deutsche Führung zu …“

„… den Anschluss des Erdtrabanten an das deutsche Autobahnnetz vorbereite. Mehrspurige Autobahnen seien ein wirksames Mittel gegen den Stau im deutschen Straßenverkehr, außerdem müsse man viele Kraftfahrzeuge mit Verbrennungsmotor irgendwo für den klimaneutralen Einsatz in der…“

„… habe Laschet verfügt, dass im Weltraum keine Maskenpflicht herrschen dürfe. Der Kanzler spreche sich auch gegen Corona-Tests aus, da sie die Personaldecke des Weltraumprogramms unter Umständen gefährden würden, was zu Einbrüchen am Aktienmarkt und auf der…“

„… besondere Regelungen für Nebeneinkünfte aus der Weltraumindustrie und den Zulieferern gelten müssten. Da Projekte von hohem nationalem Interesse betroffen seien, müsse man die Gelder als Abgeordneter des Deutschen Bundestages künftig nicht mehr melden, um nicht aus der Höhe der Zahlungen Rückschlüsse auf den Fortschritt des…“

„… Ansiedlungen auf dem Mond mittelfristig machbar seien. Bundesinnenminister Söder halte die Idee von Asylbewerberzentren auf neutralem Territorium für einen Fortschritt, der den EU-weiten Zusammenhalt stärke und nicht zulasten der deutschen Sozialsysteme…“

„… sei auch die Erde Teil des Weltraums. Merz habe angeregt, mit einer Sonderregelung für sehr hohe Gewinne aus Wertpapierverkäufen eine dem Raumfahrtgesetz angepasste Steuerrückerstattung in das deutsche Recht zu…“

„… dass der Verfassungszusatz Das All ist deutsch keine besondere Wirkung entfalte, aber bei Wähler sehr gut ankommen werde. Laschet bestehe darauf, dass der entsprechende Artikel so schnell wie möglich in das…“

„… ein eigenes Gesetz haben wolle. Spahn sei davon überzeugt, dass überstaatliche Mächte sein Villengrundstück regelmäßig überflögen, um davon Bildmaterial anzufertigen. Die Regierung wolle nun klären, ob das Überflugsrecht auch auf Satelliten und andere Objekte außerhalb der…“

„… könne sich Söder auch vorstellen, dass bei strittigen Abschiebungsfällen, in denen das Land der Herkunft keine diplomatischen Beziehungen zu Deutschland aufweise oder in denen es keinen gesicherten Staatsbürgerschaftsnachweis gebe, eine Abschiebung auf den Mond erfolge. Dies sei für die deutsche Verwaltung gut zu organisieren und biete den daran beteiligten Polizisten eine sehr attraktive Erweiterung ihres beruflichen…“

„… jedem ein Arbeitsplatzangebot unterbreiten werde. Der nachhaltige Abbau von Rohstoffen auf dem Mond sei eine auf Generationen angelegtes Programm, mit dem Laschet in die Geschichte eingehen und im internationalen Maßstab als der größte Deutsche des…“





Amt und Würden

17 06 2021

„Alter, habt Ihr eigentlich noch alle Rillen auf der Erbse!? Wir reden uns seit Jahren Fransen ins Gesicht, dass Ihr Deutschen Euren Laden langsam mal wieder in den Griff kriegt, rein disziplinarisch gesehen, und dann kommt Ihr mit dieser Knalltüte angekrochen? Ob Ihr uns verarschen wollt, hatte ich gefragt!?

Meine Güte, die Kollegen sind gerade erst mit der Erzdiözese Köln fertig geworden, und die sind richtig durch. Wenn ich mir vorstelle, was die sich für Schmutz ansehen mussten, ich würde hinterher unter Waschzwang leiden. Keine Ahnung, seit wann sich der ganze Krempel da aufstapelt, aber es ist mittlerweile bis Rom zu riechen. Und kaum haben wir hier einmal halbwegs Geschlossenheit und Handlungsfähigkeit gezeigt, fallt Ihr Flitzpiepen uns mit Anlauf in den Rücken. Was habt Ihr Euch eigentlich bei dem Theater gedacht? Nein, anders: was habt Ihr Euch überhaupt gedacht? Und womit?

Ihr habt doch nun wirklich ein paar halbwegs vernünftiger Leute, auch wenn Eure Parteispitze zum größten Teil aus Vollidioten besteht. Ich will nicht ungerecht sein, die haben wir auch, vor allem in der Chefetage haben die Typen bei uns auch alle einen mittelschweren Schatten. Aber wie kommt Ihr auf das schmale Brett, dieses komplett verstrahlte Funkenmariechen erst zum Vorsitzenden zu machen und dann auch noch zum Kanzlerkandidaten? Ballert Ihr Euch jetzt den Messwein schon vor dem Frühstück in die Birne? Oder seid Ihr alle einfach nur bescheuert? Der Mann hat doch das Charisma von einer Rolle Müllbeuteln, merkt Ihr denn gar nichts mehr?

Die Peinlichkeit ist doch, es hat sechzehn Jahre lang wunderbar funktioniert, was sage ich: es war die perfekte Symbiose aus Ethik und Verantwortung für den Staat, und wer hat den ganzen Zauber auf die Reihe gekriegt? Ein Frau! Eine Frau, und die ist auch noch Protestantin! Pastorentochter, das ist wie feindliche Übernahme der Konkurrenz! Gegen die Beliebtheitswerte und das internationale Renommee hat ja sogar Ratzinger massiv abgestunken! Unsere treuen bayerischen Bazis haben sich die Taschen vollgestopft und die Verfassung demoliert, wie man das von diesem Egozentrikerverein erwartet hatte, und sie, das preußische Moralengelchen, die Angela hat nicht einmal die Hand aufgehalten, wenn man ihr ein paar Millionen angeboten hat oder einen Sitz im Aufsichtsrat. Die hat sogar allen ernstes an die christliche Empathie als bürgerliche Tugend der Deutschen appelliert, und das größte Wunder ist, dass sie es auch fast geschafft hätte, wenn Ihr degenerierten Deppen im Osten diese Nazibrut mit hochgepäppelt hättet, weil Ihr feigen Arschgeigen dachtet, damit kriegt man kirchenfern sozialisierte Massen dauerhaft unter Kontrolle. Weil Ihr zu doof seid zum Denken, deshalb! Und jetzt kommt Ihr mit diesem Rumpelclown? Was man mit Weihrauch nicht machen sollte, habt Ihr Hilfsministranten aber schon gelernt?

Was rede ich hier eigentlich, über moralische Untragbarkeit hat hier jedenfalls noch niemand ein Wort verloren. Der fälscht mal eben Klausurnoten und kehrt das dann unter den Teppich, und dann hat diese geistige Abrissbirne noch nicht mal den Arsch in der Hose, sich öffentlich dafür zu entschuldigen? Ich dachte, der ist katholisch und weiß halbwegs, wie das mit Beichte und Absolution funktioniert? Jedenfalls nicht so, dass man fröhlich sündigt und dann dem Pfarrer einen vom Pferd erzählt und seine zehn Vaterunser wegbetet und dann fröhlich weiter sündigt. Das mit den Geschäften vom eigenen Sohn und den Buchhonoraren – das war jedenfalls kein Weihnachtsgeld von der Partei – und dann die Auflösung der Stabsstelle Umweltkriminalität, das geht offensichtlich klar? Kamel, Nadelöhr, sonst ist hier alles okay?

Nehmt Euch gefälligst ein Beispiel an Kardinal Marx! Der hat es gar nicht nötig gehabt, seinen Rücktritt anzubieten. Schuld auf sich zu nehmen, wenn man in einer verantwortungsvollen Position ist und für die Verfehlungen an Schutzbefohlenen geradesteht, weil man sein Wort gegeben hat, das man nicht nach Gutdünken einfach mal bricht – schon mal gehört? Ja, das hatte ich erwartet. Mir hätte es gereicht, das als Leitbild demokratisch gewählter Regierungschefs zu verstehen, aber man kann nicht alles haben. Vielleicht kommt Ihr jetzt noch mit der üblichen Predigt, wenn man den Karren schon in die Scheiße gefahren hat, dann darf man auf keinen Fall zurücktreten, weil das ja nicht verantwortungsvoll genug wäre. Also bleibt Ihr alle hübsch in Amt und Bezahlung. Von Würde möchte ich in Eurem Fall lieber gar nicht erst anfangen.

Das mit dem Splitter im fremden Auge, das will ich in Zukunft auch nicht mehr hören. Wenn man als Anbieter für ein ethisches Fundament derart in der allgemeinen Kritik steht, und dann sind an allem immer nur die anderen schuld, vor allem für den ganzen Scheiß, den man nachgewiesenermaßen jahrelang selbst verursacht und sogar noch unter den Teppich gekehrt hat: das ist der beste Weg, um noch mehr Menschen endgültig für seine Sache zu verlieren. Bei uns ging das gut, dann reagierte der Markt, wir hatten millionenfach Anbieterwechsel, und jetzt stellen die Menschen fest, dass man auch ohne uns an irgendwas glauben kann, aber nichts glauben muss. Und dann muss man sich überlegen, ob man das alles immer so weiter machen will, ob man noch jeden Idioten in seinem Namen weiter mit durchfüttern will, wie ein Großkonzern, dem es wurst ist, wofür er seine Lizenzen hergibt. Also kurz und gut: das C ist ab sofort endgültig weg. Die Messe ist gelesen.“





Vorbildliche Unterstützung

12 05 2021

„Also ich finde das ganz großartig. Endlich haben wir in der Politik wieder eine Chance, die richtigen Ziele zu verfolgen und dabei auch das umzusetzen, was die Bürger wirklich von uns verlangen. Gerade im Wahlkampf ist das super. Ob Sie’s glauben oder nicht, wir sind dem Bundesverfassungsgericht sehr, sehr dankbar.

Sie dürfen das jetzt nicht verwechseln: die Ziele der Bundesregierung werden von Karlsruhe nicht in Zweifel gezogen, nur unsere Gesetze. Also sagt das Bundesverfassungsgericht nur, dass wir beschissen arbeiten, aber nicht, dass unsere Absichten schlecht seien. Daher haben wir jetzt die einmalige Chance, mit guter oder zumindest nicht ganz so beschissener Arbeit und, sagen wir mal, erkennbarer Zielsetzung ein verfassungskonformes Gesetz hinzukriegen. Ich sehe darin eine Stärkung unserer politischen Ziele, die ja nicht bestritten wurden, mehr noch: das ist ein klarer Regierungsauftrag, natürlich auch über diese Legislaturperiode hinaus.

Weil wir ja als Regierung immer diese Gesetze machen, müssen wir uns auch mit anderen Kräften in der Gesellschaft auseinandersetzen, etwa mit der Wirtschaft. Also vor allem mit den Vorgaben, die die Wirtschaft uns in der Politik macht, denn wir in der Politik können das ja lediglich umsetzen. Das wird von den Bürgern immer unterschätzt, dabei sind wir da sehr eingeschränkt. So werden in einer Marktwirtschaft die Gesetze gemacht, und ich kann Ihnen sagen, das ist eine ganz große Ernüchterung für viele, die in die Politik gehen, um endlich mal das umzusetzen, was die Wähler schon so lange von der Regierung und dem Parlament fordern.

Deshalb ist es ja jetzt auch so eine tolle Chance, dass wir in der Kürze der Zeit bis zum Ende dieser Legislaturperiode wenigstens anfangen, ein Gesetz in die Wege zu leiten, das den Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts genügt. Wir haben uns seit Jahren in der Situation befunden, dass wir die gesetzlichen Regelungen gegen scharfe Kritik von Wählern und Aktivisten verteidigen mussten, und dann kamen auch noch die externen Entwicklungen dazu: erst die anderen EU-Staaten, teilweise haben einzelne Wirtschaftsunternehmen ihre eigenen Ziele formuliert und sind uns in den Rücken gefallen, und jetzt haben wir auch noch die USA als traditionellen Partner verloren. Aber das hier, das ist jetzt unsere Rettung. Wir müssen uns dem Diktat aus Karlsruhe beugen – nicht meine Worte, man gewöhnt sich das schwer ab, wenn man jahrelang mit der Wirtschaft zu tun hatte – und dürfen ein Klimaschutzgesetz machen, das seinen Namen auch verdient. Und die Wirtschaft kann es uns nicht mehr verbieten!

Wissen Sie, man muss die unterschiedlichen Kräfte im politischen Zusammenspiel auch richtig einschätzen, wie sie miteinander kooperieren und zu nachhaltigen Entwicklungen beitragen können. Wir haben in der Vergangenheit viele Gesetze zu den unterschiedlichsten Dingen verabschiedet – Vorratsdatenspeicherung, die Hartz-Gesetze, jetzt eben der Klimaschutz – und das war alles nicht mit dem Grundgesetz zu vereinbaren. Natürlich ist man da nicht zufrieden, wenn man nur die Interessen der Geldgeber vertreten darf, und glauben Sie mir, wenn man dafür einen Aufsichtsratsposten, zehn Millionen Euro und eine Eigentumswohnung in Mitte bekommt, ist das nur ein schwacher Trost. Da muss doch mehr sein! Wenn wir jetzt aber das Bundesverfassungsgericht auf unserer Seite haben und zum Handeln verpflichtet werden, dann können wir nicht anders, und wie bei den Hartz-Gesetzen oder der Vorratsdatenspeicherung haben wir freie Hand. Das Bundesverfassungsgericht leistet hier vorbildliche Unterstützung, weit über die juristische Fragestellung hinaus. Ich würde sogar sagen, das ist Teil unserer Staatlichkeit und der Erfolgsgeschichte des Grundgesetzes. Da hat man jeden Grund zur Freude, finden Sie nicht?

Übrigens hat das Gericht uns nicht gesagt, was wir in das Gesetz reinschreiben sollen. Das werten wir auch als ganz großes Vertrauen in Regierung und Parlament. Vorher hatte es da die einen oder anderen Kommunikationsschwierigkeiten gegeben, zum Beispiel zwischen dem Wirtschaftsminister und dem Vizekanzler, die beide nicht wussten, was da ins Gesetz rein soll, wie teuer das wird und wie lange es dauert. Das Bundesverfassungsgericht hat uns jetzt aber wenigstens noch einmal ganz klar zu verstehen gegeben, dass das alles kompletter Müll ist. Ich finde, das erleichtert uns die Arbeit, denn jetzt wissen wir: alles, was wir vorher gemacht haben, war kompletter Müll, jetzt müssen wir nur noch ein Gesetz auf den Weg bringen, das eine gute und müllfreie Regelung des Klimaschutzes schafft.

Zum Beispiel haben wir jahrelang über den Atomausstieg diskutiert, der dafür irrelevant war, was wir natürlich auch wussten, aber jetzt hat uns das Bundesverfassungsgericht noch einmal ganz unmissverständlich erklärt: das ist irrelevant. Wenn das nicht unser Vertrauen in die Staatlichkeit stärkt, dann weiß ich auch nicht. Natürlich müssen wir die erneuerbaren Energien und die Minderungsziele für den Ausstoß schädlicher Gase und überhaupt einen verlässlichen Rahmen für… – Hören Sie mir noch zu? dann ist ja gut, ich hatte sowieso gerade den Faden verloren. Was wir jetzt brauchen, das sind zuverlässige und planbare Ziele, da lassen wir uns auch nicht von irgendwelchen Aktivisten oder von der Wissenschaft reinquatschen, denn sonst haben wir keine Zeit, vernünftige Kompromisse mit dem Koalitionspartner auszuhandeln. Sagen Sie mal, hätten Sie nicht Lust, uns auf die Schnelle noch zu verklagen? Dann könnten wir die Digitalisierung bis 2021 vielleicht gerade eben wuppen.“





Eröffnungsbilanz

6 05 2021

„Heilige Muttergottes, wie kann ein einziger Mann so eine Scheiße reden!“ „Da haben Sie recht, es ist wirklich ganz großartig.“ „Hören Sie mir überhaupt zu?“ „Selbstverständlich.“ „Ich rede von Laschet, dem Kanzlerkandidaten der Union!“ „Ich auch.“

„Sie haben das nicht ganz verstanden, dieser Mann fährt gerade ein komplettes Bundesland an die Wand und hat schon angekündigt, dass er die Bundesrepublik genau so zerstören wird, wenn man ihn lässt.“ „Doch, und ich denke, dass die meisten das auch kapieren.“ „Der Typ ist eine Katastrophe!“ „Ich würde Ihnen nicht widersprechen.“ „Wer auch immer auf den Gedanken kommt, diesen Idioten zu wählen, muss geistig zurückgeblieben sein!“ „Das ist eine starke Meinung, aber ich bin da wirklich ganz bei Ihnen.“ „Sie stimmen mir zu!?“ „Aber ja doch, ich bin vollkommen Ihrer Ansicht, mit dem kleinen Unterschied, dass ich diesen Mann für die letzte Rettung halte, die unserer Partei noch bleibt. Wenn wir ihn nicht hätten, würde das alles in einem gewaltigen Desaster enden.“ „Sie meinen, wenn wir nach sechzehn Jahren mit Merkel wieder in der Opposition landen?“ „Schlimmer – wenn wir mit diesem hirnverbrannten Arschloch an der Spitze regieren müssten.“

„Also ist es die Rettung, wenn Laschet nicht zum Bundeskanzler gewählt wird?“ „Noch besser, wenn die Union gar nicht erst in die Nähe einer Regierungsbeteiligung gelangt.“ „Ich verstehe – die Aufarbeitung der aktuellen Situation wäre in der Regierung sicher schwierig, und man weiß auch nicht, wer da wieder in welchen Ministerämtern sitzen würde.“ „Ganz kalt.“ „Sondern?“ „Denken Sie an den ganzen Dreck, den unsere Partei in den vergangenen sechzehn Jahren angehäuft hat.“ „Das müsste man mal aufarbeiten.“ „Sie sind lustig, das wird einen furchtbaren Kassensturz geben für die Grünen, und nach der Eröffnungsbilanz kann sich die neue Bundeskanzlerin eigentlich gleich einen Strick nehmen.“ „Schrecklich!“ „Finden Sie? also für die Union ist das doch ganz komfortabel.“ „Was soll denn daran komfortabel sein?“ „Überlegen Sie mal und deklinieren Sie die Sache durch alle Felder der Politik durch, dann stellen Sie fest, dass uns gar nichts Besseres passieren kann.“

„Also Sie stellen sich vor, dass alle Schulden, die wir in der Coronalage machen mussten, den Grünen auf die Füße fallen.“ „Das ist der übliche Standard, den wir bei jedem Regierungsverlust als Bonuspunkt verbuchen konnten.“ „Nur mussten da bisher immer die Sozen den Karren aus dem Dreck ziehen.“ „Richtig, und da nur Esoteriker und völlig außerhalb der Realität lebende Knalltüten an einen Kanzler Scholz glauben, haben die Grünen das an der Hacke.“ „Aber ist das wirklich so gut?“ „Wir haben ja noch mehr zu bieten, denken Sie nur mal an Ressorts wie Verkehr und Infrastruktur.“ „Wir haben das bisher nur mit Vollidioten besetzt, jede Menge Geld in sinnlose Projekte versenkt und jede Innovation von langer Hand versemmelt.“ „Genau, und das haben wir auch mit der Digitalisierung getan.“ „Au weia!“ „Jetzt denken Sie doch nur mal, was diese arme Frau mit ihren Ministern vorfindet und was sie alles in einer Legislaturperiode tun müsste, um nur die gröbsten Fehler zu beheben.“ „Das schafft man nicht in einer Legislaturperiode.“ „Schön, dass Sie es auch merken.“ „Das heißt, sie kann machen, was sie will…“ „… und wird doch nichts hinkriegen.“ „Genial!“ „Aber das ist ja nur die halbe Miete, sie wird einiges anleiern und auf den Weg bringen, was mindestens eine zweite oder eine dritte Amtszeit bräuchte.“ „Und da kommen dann wir und sagen, dass wir uns die Lösung aus dem Ärmel schütteln, während sie vorher nur noch mehr Baustellen verursacht hat.“ „Sie haben es erfasst.“ „Großartig!“

„Und dann überlegen Sie mal, welche Folgen die Coronalage für die Wirtschaft hat und für die Privathaushalte.“ „Es gibt Hilfen, aber die jetzigen werden bestimmt bis zur Wahl nicht ausgezahlt.“ „Exakt. Und überlegen Sie sich, wie viele Betriebe dann auch offiziell insolvent sind, obwohl sie ihre Pleite jetzt schon vor sich herschieben.“ „Der ganze Sozialbereich wird explodieren.“ „Der Arbeitsmarkt wird in sich zusammenfallen.“ „Man muss wohl mit bürgerkriegsähnlichen Zuständen rechnen, wenn die Grünen ernst machen.“ „Und gehen Sie davon aus, wenn sie auch nur eines der Klimaschutzziele, die sie im Wahlprogramm genannt haben, angehen, dann wird man ihnen den Schädel einschlagen, weil es viel Wichtigeres gibt als erneuerbare Energien.“ „Andererseits, wenn sie es nicht machen…“ „… werden wir die ersten sein, die die Grünen als reine Mogelpackung beschimpfen, die von ihren Wahlversprechen sowieso nie etwas umsetzen wollte.“ „Das ist epochal!“ „Es wird den politischen Diskurs nachhaltig verändern.“ „Nach einer oder zwei Legislaturperioden sind die Grünen dann nicht mehr in der Lage, die Bundesrepublik zu regieren.“ „Darauf richten sich unsere Hoffnungen.“

„Und wenn sich die Wähler nun aus reiner Angst für die Partei entscheiden, die sie eh immer schon gewählt haben?“ „Wir haben einen schweren Soziopathen am Start, einen chronischen Lügner, der nicht nur seine eigene Korruption vertuscht, sondern auch noch die dreckigen Geschäfte seiner Familie. Ein Wissenschaftsfeind, der sich mit seiner Blödheit sogar noch brüstet.“ „Und das hilft?“ „Es ist absolut sicher.“ „Und wie werden wir dann in vier Jahren Baerbock los?“ „Meine Güte, das ist eine Frau, die hat Kinder und war noch nie vorher in einer Regierung – sie kann’s einfach nicht!“





Die Zukunft beginnt jetzt

29 04 2021

„Die Zukunftsfähigkeit ist ein entscheidender Teil von Markus Söders Politik. Deshalb hat er sich früh entschlossen, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit in seine Agenda zu integrieren, und das passt gut zu einer Partnerschaft mit den Grünen auf Bundesebene. Außerdem muss man als Christsozialer natürlich in den jungen Milieus der progressiven Bevölkerung präsent bleiben, aber das ist nur ein angenehmer Nebeneffekt.

Sie dürfen das nicht als Anbiederung verstehen, Markus Söder ist nun mal ein Politiker mit einem gut funktionierenden Gespür für Menschen, denen er Verantwortung zutraut und die er für geeignet hält, hohe Staatsämter auszuüben. Wenn er sich für jemanden ausspricht, dann meint er das ernst und kann sich da eine konstruktive und zielführende Zusammenarbeit zum Wohle des ganzen Volkes gut vorstellen. Genau deshalb begrüßt er ja auch die Kandidatur von Annalena Baerbock.

Wie gesagt, Zukunft spielt hier eine große Rolle. Für Markus Söder ist es deshalb auch relativ egal, wer unter ihm gerade Kanzlerkandidat der Union ist. Er hat sich für einen progressiveren Ansatz von Bundespolitik entschieden und wird das auch bis zur Wahl deutlich kommunizieren. Das wird dem Anspruch der Union auch gerecht, ein Ergebnis von mindestens dreißig Prozent zu erzielen – sollte das nicht der Fall sein, müsste man natürlich dann noch mal überlegen, ob der Kanzlerkandidat wirklich für die Zukunftsziele der Union geeignet ist. Wenn nicht, dann kann man die Personaldebatte ja noch einmal neu beginnen, Markus Söder jedenfalls ist dazu gerne bereit.

Aber so weit muss es auch gar nicht kommen, denn wenn wir uns die Ziele seiner Regierung mal ansehen – jetzt nur mal rein theoretisch, er ist ja nicht der Kanzlerkandidat der Union – dann ist da zum Beispiel die paritätische Besetzung der Ämter mit Frauen und Männern vorgesehen, und für ihn muss ein Bundeskabinett die Realität der Migration abbilden. Das ist mit den derzeitigen Anwärtern auf das Kanzleramt nicht zu machen, am wenigsten mit Armin Laschet. Aber sehen Sie, Markus Söder ist zukunftsorientiert, er sieht schon eine Chance für die Union, wenn man nach der Wahl Armin Laschet als Kanzlerkandidat ablöst. Oder möglicherweise schon vor der Wahl. Die Zukunft beginnt ja jetzt, das machen sich manche politischen Vertreter nicht so ganz klar. Und da ist es doch gut, wenn man die Verantwortung einem überlässt, der das begreift.

Denn man muss sich mal überlegen, warum so viele Menschen, gerade die jüngeren, plötzlich grün wählen. Armin Laschet hat auch nur zehn Jahre gebraucht, um festzustellen, dass auf einmal alle über den Klimawandel reden. Markus Söder war sogar noch ein bisschen schneller, der hat als erster in der CDU gemerkt, dass der plumpe Populismus von Alexander Dobrindt gegen die Grünen und ihre Umweltschutzziele vor allem eins ist: plumper Populismus. So ein Nachdenktempo haben Sie in der Union sonst nur in Ausnahmesituationen, wenn zum Beispiel Armin Laschet sich neue Namen für irgendeinen Lockdown einfallen lässt. Das ist jetzt ein bisschen ungewöhnlich – ein Politiker kriegt etwas mit, und dann reagiert er nicht nur, er will sogar etwas unternehmen – und das passt auch gar nicht ins politische Profil der Union, aber wenn er nun mal sieht, dass die Grünen das tatsächlich so machen können und auch noch Erfolg damit haben, integriert Markus Söder das in sein zukunftsfähiges Programm. Damit ist er sogar dann noch politisch anschlussfähig, wenn sich irgendwann die Wähler gegen andere populistische Kräfte wie die FDP oder die AfD entscheiden.

Mit den richtigen Entscheidungen und richtigen politischen Kalkül könnte es ja durchaus so sein, dass die Grünen sich an die Union annähern, und dann wäre mittelfristig eine Koalition mit ihnen möglich, die Markus Söder als Wunschkandidat der Naturschützer anführt. Dazu muss man eben auch strategisch denken können, und das kann Markus Söder mit seinen Zukunftsplänen jetzt schon in die Wege leiten. Deshalb hat er jetzt ja schon eine neue Kandidatur als außerordentlich unwahrscheinlich bezeichnet, und Sie wissen, was das für Markus Söder bedeutet: er geht davon aus, dass Annalena Baerbock ein bisschen länger im Amt bleibt, denn mal ehrlich, können Sie sich Armin Laschet als Bundeskanzler vorstellen?

Dieser Realismus, mit dem Markus Söder seine Zukunftsvisionen gleichzeitig wieder politisch als durchführbar und glaubwürdig macht, diese Art ist es, die ihn langfristig für die Union unverzichtbar macht. So einen Regenerationsprozess, wie ihn die Partei nun durchlaufen muss, den kann man nur mit einer klaren Vorstellung von Zukunft planen und durchführen. Wenn das bedeutet, dass die Union in viel mehr Strukturen nachhaltig und modern wird, mehr wagt, mehr auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht und deren Lebenswirklichkeit als Basis für ein tragfähiges Programm nimmt, dann ist das doch eine großartige Perspektive. Ist es nicht durchaus vorstellbar, dass in der Union jetzt mehr junge Menschen sich an Markus Söder als Vorbild für eine gute Zukunft der Partei orientieren, dass auch junge Menschen erst in die Partei eintreten, um sich für Deutschland und die Zukunft zu engagieren, weil sie diese Hingabe, dieses Commitment als Ansporn sehen?

Okay, Markus Söder findet auch, dass Armin Laschet eine gottverdammte Arschgeige ist, die sich den Absturz in die endgültige Bedeutungslosigkeit mehr als verdient hat. Aber das hat doch nichts mit Politik zu tun, oder?“





Krisenmanager

27 04 2021

„Das wissen wir aus absolut sicherer Quelle, ja. Sofort nach der Wahl werden die Grünen die Kirche verstaatlichen, aber die wird dann sowieso islamisiert, weil das in der multikulturellen BRD ab sofort gesetzlich vorgeschrieben ist. Außerdem werden die Einfamilienhäuser abgerissen, außer Sie nehmen pro Quadratmeter einen Flüchtling auf.

Politische Aufklärung gehört bei einer wichtigen Richtungs-, was sage ich: bei einer Schicksalswahl gehört die einfach dazu. Die Wähler müssen doch vorher wissen, was sie bekommen, wenn sie die wählen, die sie nicht wählen sollen, damit sie das auch nicht bekommen. Wenn wir das erst mal so weit durchgekriegt haben, dann können wir immer noch mit unserer eigenen Politik anfangen, ob es die Leute jetzt interessiert oder nicht.

Wählerberatung, womit kann ich Ihnen helfen? Das ist richtig, Ihre Steuern werden unter einer linksextremistischen Bundesregierung mindestens verzehnfacht. Natürlich auch unter einem SPD-Kanzler – linksextremistisch, ich sagte es ja schon. Sie haben keine hohen Steuern? Das wird sich unter der SPD sofort ändern, die sind für Sozialismus. Das bedeutet, dass alle an allem teilhaben sollen, also Steuern, Abgaben, Niedergang des Landes in eine von Ausländern überflutete Diktatur. Also nie SPD wählen, wenn Sie die Grünen verhindern wollen. Immer nur die richtigen Parteien.

Angst war schon immer ein ganz wichtiges Instrument im Unionswahlkampf. Seit dem Krieg, den unsere ehemaligen Parteigenossen über dieses Land gebracht hatten, haben wir das Volk immerzu gewarnt: die anderen wollen den Krieg. Das hat so gut wie jedes Mal funktioniert. Wenn Sie sich die durchschnittliche Intelligenz der Deutschen mal bei Licht betrachten, dann sollte Sie das nicht wundern. Zum Marschieren braucht man halt kein Hirn.

Das Problem ist, wir haben jetzt selbst Angst, dass es existenziell werden könnte. Es ist nicht so angenehm, wenn man die Zahlen sieht und erleben muss, dass von Woche zu Woche die Zustimmung sinkt. Es fehlt die Grundlage einer erfolgreichen Unionspolitik, es fehlen uns die nötigen Mandate. Mehrheit, gut und schön, aber die Leute müssen ja alle irgendwie versorgt werden. Sonst setzt sich doch keiner mehr in den Bundestag.

Wählerberatung, womit kann ich Ihnen helfen? Als erstes werden Sie freitags kontrolliert, und wenn die Beamten der Geheimpolizei in Ihrem Haushalt auch nur ein Molekül Fleisch finden, werden Sie auf der Flucht erschossen. Sollte sich das wiederholen, kommen Sie ins Umerziehungslager, wo Sie die Segnungen der vegetarischen Ernährung gründlich kennenlernen dürfen. Wir rechnen damit, dass Ihnen der Bundesumweltpropagandaminister persönlich das Schnitzel verbietet. Spargel können Sie sich dann sowieso nicht mehr leisten, weil die osteuropäischen Erntehelfer unbefristete Verträge mit einem Stundenlohn von fünfzig Euro kriegen, und den Spargel verschenkt die Regierung dann an afrikanische Waisenkinder. So haben Sie das gute Gefühl, dass Sie Ihre Schuldkomplexe als deutscher Staatsbürger jeden Tag voll ausleben dürfen. Ist das nicht großartig?

Wir sind schon die besseren Krisenmanager, das wissen die Leute schon. Wir brauchen halt nur eine Krise dazu, und wenn die irgendwann abflaut oder wenn die Wähler plötzlich das rein subjektive Gefühl entwickeln, dass es besser wird – Obacht. Der Deutsche neigt da zu extremen Handlungen. Das ist erst mal nicht schlecht, wenn man es im richtigen Kontext instrumentalisieren kann, aber es bedarf der Führung. Wenn eine linke Regierung den Bürgern glaubhaft machen kann, dass sich die Verbesserung der Lebensumstände auf ihr Handeln zurückführen lässt – also das der Regierung – dann haben wir den Salat. Solche Regierungen werden am Ende wiedergewählt. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, wir haben nicht nur noch eine Kanzlerin, sondern die ist dann auch noch grün, also Rosa Luxemburg mit Pinkeltaste, dann sehnen sich die Leute bald die DDR wieder her, damit sie mal ein bisschen Freiheit erleben können.

Wählerberatung, womit kann ich Ihnen helfen? Das ist so nicht vollständig, auch bei einer grünen Kanzlerin müssen Sie natürlich rund um die Uhr rote Socken tragen. Ob es einem linken Kanzler grüne Socken vorgeschrieben sind, wissen wir noch nicht, aber da es sich um zwei Verbotsparteien handelt, gehen wir davon aus, dass Sie immer eins von beiden Gesetzen übertreten und damit dauernd bestraft werden. Gehen Sie vorsichtshalber vom Schlimmsten aus, Sie werden arbeitslos und dann in Marxismus-Leninismus geschult. Ziemlich sicher in Moskau. Es tut uns furchtbar leid, aber so sind nun mal die Regeln im Koalitionsvertrag. Wir wollten es auch erst nicht glauben, aber es steht wörtlich so drin. Sie können uns vertrauen, wir würden das mit Ihnen niemals machen. Wir haben von Marxismus ja überhaupt keine Ahnung.

Wir müssen allerdings ein bisschen aufpassen. Wenn die Wähler plötzlich so eine Angst vor dem quasi unausweichlichen Linksruck kriegen, dass sie ihr Hab und Gut verkaufen und auswandern wollen, oder noch schlimmer: wenn die uns dann gar nicht mehr wählen, weil es ja sowieso zu spät ist, dann war das hier alles umsonst. Dann gehen wir baden, Deutschland versinkt in schuldenfinanziertem Wohlstand, der Letzte macht das Licht aus. Mit denen koalieren? Ja, das wäre natürlich möglich. Aber jetzt mit denen Regierungsverantwortung, ganz ehrlich – davor haben wir am meisten Angst.“