Original und Fälschung

16 10 2017

„Können wir die rechte Flanke denn jetzt endlich mal schließen?“ „Wir müssen viel breiter aufgestellt sein!“ „Also mehr Angriffsfläche?“ „Aber die…“ „Wir können keine Toleranzgrenze für Intoleranz tolerieren.“ „Aber eine Obergrenze für…“ „Das ist mir jetzt zu viel.“ „Dann brauchen wir weniger.“ „Toleranz, oder wie jetzt?“

„Wieso wollen Sie denn die Alternative rechts überholen?“ „Wo denn sonst, etwa links?“ „Da ist im Moment wenigstens noch Platz.“ „Aber nicht für uns.“ „Wir dulden keine linken Spinnereien.“ „Und rechte?“ „Solange es nicht unsere eigenen sind, könnten wir uns in der Beziehung tolerant zeigen.“ „Und das heißt?“ „Im Wahlkampf wird doch auch viel gelogen.“ „Sie meinen, die Alternative macht ihre Politik grundsätzlich als Wahlkampf…“ „Sie inszeniert ihn als solchen.“ „… und deshalb müssen wir das auch?“ „Solange wir nicht unsere eigenen Spinnereien hinterher aufgeben müssen, ist das doch tolerierbar, oder?“

„Ich wäre für die maximale Provokation.“ „Wen sollen wir denn provozieren?“ „Die Alternative vermutlich.“ „Die doch nicht, die wissen, dass eine Provokation bloß eine Provokation ist.“ „Aber der Wähler, der weiß das nicht.“ „Deren Wähler oder unserer?“ „Da das dieselben sind, brauchen wir uns darüber keine Gedanken zu machen.“ „Wir müssten eher sehen, wie wir danach die Situation wieder in den Griff kriegen.“ „Das wäre mal eine positive Entwicklung, da gebe ich Ihnen recht.“ „Weil wir uns damit von der Alternative abgrenzen?“ „Weil wir das bisher nicht wirklich konnten.“

„Wir sollten eher herausarbeiten, dass unsere bayerischen Werte denen der Alternative sehr ähneln.“ „Das sehe ich anders.“ „Aber die…“ „Wenn etwas etwas ähnelt, dann ähneln die Werte der Alternative unseren bayerischen Werten.“ „Sie meinen das historisch gesehen?“ „Er meint das eher in Bezug auf die Zukunft.“ „Wo sehen Sie da einen Widerspruch?“ „Wenn man so eine Geschichte hat, wozu braucht man dann…“ „Bleiben Sie mal sachlich, meine Herren!“ „Vielleicht kann man das auf unser politisches Führungspersonal beziehen?“ „Ich sehe da vor allem ungebildete, arrogante Arschlöcher, korruptes Scheißpack und widerliche Stammtischnazis, bei denen ich spontan Brechreiz bekomme.“ „Naja, die Alternative hat auch keine besseren Leute zu bieten.“

„Beispielsweise die Familienpolitik.“ „Was ist mit der?“ „Die muss grundgesetzlich gestaltet werden, damit wir den Ausländern nicht zu viel Geld in den Hintern schieben.“ „Dazu müsste man sie aber wieder nicht grundgesetzlich gestalten.“ „Kann man nicht irgendwie eine Obergrenze für Grundgesetzlichkeit…“ „Aber die…“ „Das hat beim Formelkompromiss auch geklappt, und wenn man die Merkel mit irgendwas wegkriegt, schaffen wir die Alternative auch.“ „Wie, wir haben Merkel rechts überholt?“ „Also bei der Familienpolitik schon.“ „Beziehungsweise ist wieder links an uns vorbeigezogen.“ „Und das war grundgesetzlich so in Ordnung?“ „Wenn man uns überholt, ist das nie in Ordnung, merken Sie sich das!“

„Könnten wir nicht etwas von ihr lernen?“ „Ich verstehe, Sie wollen den politischen Gegner am Ende totkoalieren.“ „Die CSU ist nicht die CDU, merken Sie sich das!“ „Aber die…“ „Genau da sehe ich aber das Problem.“ „Wir müssten sonst auf die Alternative inhaltlich zugehen.“ „Eher eingehen.“ „Wenn wir auf die Alternative zugehen, gehen wir also ein?“ „Das habe ich jetzt nicht gesagt.“ „Wir können uns an die Inhalte inhaltlich…“ „Wie denn auch sonst?“ „Wie gesagt, nicht die CDU!“ „Dann müssen wir uns um Inhalte sowieso keine Sorgen machen, oder was wollten Sie damit sagen?“

„Lassen Sie uns das praktisch durchspielen.“ „Als Provokation oder inhaltlich?“ „Kirchtürme statt Minarette!“ „Wie gesagt, inhaltlich oder als Provokation?“ „Kirchturmpolitik können wir doch viel besser.“ „Mit uns gibt es kein Minarett in den bayerischen Dörfern!“ „Kirchtürme haben wir doch schon, wo wollen Sie da neue bauen?“ „Ohne uns würde es nur noch Minarette…“ „Aber die…“ „Übrigens rechte Flanke: dass die Alternative den Anschein erwecken will, sie sei die bessere CSU, das können wir aber auch nicht dulden.“ „Da brauchen wir eine Toleranzuntergrenze.“ „Aber die…“ „Der Wähler wird das denen nie durchgehen lassen.“ „Stimmt, weil er Original und Fälschung unterscheiden kann?“ „Die Alternative jedenfalls versucht wie eine bürgerliche Partei zu wirken – das können wir aber besser!“ „Wie eine bürgerliche Partei wirken?“ „Jetzt machen Sie es doch nicht komplizierter, als es nicht ist!“ „Die Alternative hat doch bisher immer versagt.“ „Und das können wir auch besser?“ „Also jetzt wird’s langsam komisch.“ „Finde ich gar nicht.“ „Wir können uns nicht ständig mit dieser Partei messen, die ist in ein paar Jahren weg vom Fenster.“ „Dann können wir von denen vielleicht noch etwas lernen.“

„Können wir uns jetzt doch auf etwas einigen?“ „Müssen wir?“ „Sollten wir schon.“ „Man könnte jetzt nach außen kommunizieren, dass die Sozen die Alternative groß gemacht haben.“ „Aber die…“ „Und wenn es sie nicht geben würde, dann müssten wir nicht so sein.“ „Wie die Sozen?“ „Das macht schon die Kanzlerin.“ „Weshalb wir auch nicht sein wollen wie die CDU.“ „Weil die Sozen wie die CDU ist.“ „Eher umgekehrt.“ „Da soll noch einer durchblicken!“ „Gut, dann haben wir’s jetzt?“ „Sagen Sie das der Presse: die Christsozialen lassen sich nicht von kurzfristigen politischen Ideen beeinflussen. Wir bleiben eigenständig.“

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Machen wir selbst

11 10 2017

„Wir haben das alles sehr genau aufgeschlüsselt, was würde Sie denn interessieren? Stammdaten gibt es immer gratis, damit Sie die Zuordnung besser vornehmen können, und dann bieten wir die unterschiedlichen Datenpakete an. Alles schnell, zuverlässig, verlustfrei – Sie werden begeistert sein!

Die Partei hatte schon einmal ein paar Tausend Euro ausgelobt, um diese linken Volksverräter zu schnappen, die Adressen herausgegeben hatten, aber bis auf die Vorsitzende kam niemand in Frage. Ein besseres Qualitätsmerkmal können Sie sich doch für den Adresshandel gar nicht vorstellen, oder sehe ich das falsch? Das ist hochfeines Material, beste Ware, topaktuell, sehr gut sortiert und daher sehr gut sortierbar. Sie werden daran bestimmt recht lange Ihre Freude haben.

Politische Gesinnung ist zum Beispiel so ein Suchkriterium. Hier können Sie sich alle Mitglieder des rechtsextremen Flügels ausspucken lassen, da sind die typischen Wutbürger, hier haben wir die Überschneidungen zum Pegida-Lager, Sie kriegen die einzeln oder auch als eigene Dateien. Im rechtsextremistischen Spektrum gehen die meisten Organisationen ja meist nach gewisser Zeit unter, da wird dann derselbe Dreck unter anderem Namen wieder nach oben gespült, und diesmal können Sie enorm viel Zeit sparen, indem Sie Ihr bevorzugtes Klientel gleich anschreiben. Kombinieren Sie das auch gerne mit dem Vorstrafenregister – einzeln als Datensatz zubuchbar, klar – dann wissen Sie auch schon, wie Ihre Führungsebene aussehen sollte. Oder wer als Ordner für Ihren Gründungsparteitag in Frage käme.

Wenn Sie jetzt tatsächlich eine Konkurrenz zur Konkurrenz der Partei aufbauen wollen, dann sind Sie gut beraten, die Führungszirkel zu analysieren. Wer in der alten Ordnung immer nur in der zweiten Reihe war – man kriegt ja auch raus, wer da wem was gezahlt hat, um eben nicht mehr in der zweiten Reihe zu sitzen – der wird in der neuen politischen Organisation möglicherweise sehr viel mehr Input geben. Oder auch Geld, wer weiß das schon. Sie haben dann ja alles in der Hand, nicht wahr?

Wo wir gerade bei den Geldströmen sind, Sie werden sich ja sicher nicht nur um die Bundespartei kümmern wollen, sondern auch um unsere Landesverbände. Die einzigen Regelmäßigkeiten sind da die Unregelmäßigkeiten, und dann haben Sie diverse Wahllisten, und was Sie daraus machen, das steht schon nicht mehr in unserer Macht. Wir haben auch keine gesteigerte Lust, uns über Untreue oder ähnliches zu unterhalten, das müssen Sie schon selbst tun.

Natürlich haben wir auch noch jede Menge anderes Material. Alles bestes Kompromat, teils unter Mitwirkung des Verfassungsschutzes erstellt, aber absolut gerichtsfest. Wenn Sie gute Freunde fürs Leben suchen, hier werden Sie schnell fündig.

Sie könnten sich allerdings auch nur für die Vermögensverhältnisse unserer Parteigenossen interessieren. Wenn man da sieht, wer trotz überschaubarer Qualifikation plötzlich sehr schnell zu einem erquicklichen Haushaltsnetto kommt, der wäre für Sie sicher auch attraktiv. Sie haben doch noch Boote im Portfolio, oder? Ich meine, wenn man sich irgendwann mal das zweite Haus gebaut hat oder endgültig aus der Privatinsolvenz raus ist – die Reihenfolge ist da ja sehr individuell – dann will man mit der Knete auch etwas anfangen. Für später, wenn die Partei schneller im Eimer ist als die Karriere. Kann man ja nie ausschließen.

Wenn Sie als Versicherungskonzern gleichzeitig eine vernünftige Beratung leisten wollen, sollten Sie eine Kombination aus Vorstrafen, Position und eventuell drohenden juristischen Konsequenzen ins Auge fassen. Aus so einer Quersumme kann man ein Rechtsschutzangebot besser individualisieren, und das dürfte bestimmt in Ihrem Sinne sein. Ob im Sinne Ihrer Kunden, das lasse ich jetzt mal offen.

Wir sind aber als gesetzestreue Bürger auch nicht abgeneigt, unsere Daten an die Behörden zu geben. Sie kennen das sicher auch, da hat man auf einmal sehr viel Geld, das dann auf einmal gar nicht mehr da ist, wo man es versteuern müsste. Unsere Spitzenkandidatin ist da leider ein bisschen wenig kooperativ, außerdem nimmt sie gerne das Bankgeheimnis der Schweiz für sich in Anspruch, da müssen wir uns die nötigen Erkenntnisse schon selbst verschaffen.

Wir verkaufen aber auch nicht alle Daten, das müssen Sie auch wissen. Es gibt gewisse ethische rote Linien, die wir nicht überschreiten würden, nur weil die Partei sie schon überschritten hat. Da war ja geplant, eine Anschriftenliste sämtlicher Juden in Deutschland zusammenzustellen. Falls Sie sich fragen, ob es dazu gekommen ist: nein, und wir halten die betreffenden Daten nicht vorrätig. Aber wir können Ihnen gerne die Liste der Anschriften derer zur Verfügung stellen, die diese Daten damals sammeln wollten.

Gut, dann einmal Stammdaten und das große Paket. Das ist wie eine Art Gebrauchsanweisung für den rechten Rand, das verschafft Ihnen genau die Einblicke in nationalistische Kreise, die Sie wollen, und vor allem: absolut idiotensicher, selbst der größte Depp findet sich spielend darin zurecht. Sie werden zufrieden sein, Herr Dobrindt.“





Offen gestanden

27 09 2017

„Das ist noch nicht entschieden. Wir halten uns jede Entscheidung offen, wir sind ja eine offene Partei, hier kann ja jeder, und immer vorausgesetzt, dass er die Meinung unseres Vorsitzenden, aber dann ist hier auch manches möglich. Das Grundgesetz muss man hier nicht fürchten, wenn Sie das meinen.

Bayern darf man nicht mit der Bundesrepublik verwechseln. Wir haben ein eigenes Empfinden von Links und dem, was andere fälschlicherweise als Rechts bezeichnen. Das ist eine ganz andere Struktur als in den demokratischen, von einem Mehrparteiensystem verunsicherten Gebieten des deutschen, also der deutschen Staatsrepublik. Diese Verwechslung hat schon zu vielen politischen Fehlurteilen geführt, beispielsweise als dieses Volk als Wählerschaft den Strauß und den Stoiber aus vordergründig demokratischen Motiven nicht als Kanzler wollten. Wir haben da unsere eigene Herangehensweise, und wir werden die von der CDU in der Presse gestreuten Deutungen nicht einfach so stehen lassen.

Wir müssen jetzt erst einmal die offene Flanke auf der linken Seite schließen. Da dringen immer wieder neue christlich und soziale Ideen ein, mit denen wir letztlich inhaltlich und ideologisch überfordert sind – ideologisch geht das schnell, wir haben das Personal gar nicht so rasch auswechseln können – und dann verwechselt das noch einer mit dem Wahlkampf der Opposition, wo wir doch jetzt, obwohl nein: Opposition sind wir noch nicht, nur innerparlamentarisch, also innerhalb der Regierung. Wie eigentlich immer.

Jetzt müssen wir auch menschlich miteinander umgehen, das hat unser Vorsitzender betont. Nach Wahlniederlagen ist es ganz selbstverständlich, dass wir dieses Thema wieder in den Blickpunkt rücken, schließlich geht es um viele bedeutsame Dinge: den Lebensunterhalt für viele Spitzenpolitiker, ihre unterhaltsberechtigten Angehörigen, die Freunde aus den wirtschaftlichen Netzwerken und ein immer größer werdendes Netz an Partizipation. Da darf sich eine bürgerliche Minderheit nicht auf ihre sozialistischen Denkstrukturen zurückziehen.

Die Partei muss jetzt liefern, und da dachten wir zuerst an die Wähler. Das ist ja ein Modell der direkten Demokratie, das heißt, wir könnten uns letztlich ganz darauf verlassen, dass das Volk, also die Bevölkerung, dass die uns die politischen Themen vorgeben, und dann müssten wir nur noch bestimmen, ob wir uns auch daran halten. Also alles wie immer, nur mit demokratischem Anstrich. Kann man das so sagen?

Wir haben ja vor allem die kleinen Leute im Blick, denen es wirtschaftlich nicht gut geht, die sich sozial ausgegrenzt fühlen, kulturell abgehängt, also alles das, was einem in Bayern niemals nicht passieren würde, weshalb wir auch seit vielen Jahren eine so stabile Mehrheit haben, weil es sie gar nicht gibt. Da kann man schon viel tun mit einer Ausländermaut, wo der Landesherr spricht: Euch geh es schlecht, aber ich sage Euch, wenn wir die Sache in die Hand nehmen, so geht es Euch richtig beschissen, auf dass es ein paar Ausländern ohne jeden Grund noch ein kleines bisschen schlechter gehe, es sei denn, sie bringen Geld ins Land, dann leckt uns am Arsch. Man muss es dem Volk ja nur ordentlich kommunizieren, dann verstehen sie es auch. Und dann haben sie keinen Grund, sich um einen Identitätsverlust in unserem Land zu sorgen, weil wir ja eine Leitkultur haben.

Die Parteibasis realisiert ja gerade, dass wir ein ganz besonderes Verhältnis zu ihr entwickelt haben. Der Vorsitzende hat ganz recht, jeder darf sich da einbringen – es darf nur keiner erwarten, dass wir den Schmarrn ernst nehmen. Gerade diese nach allen Seiten offenen Flanken, dass wir nicht ganz dicht sind, das hat uns über die Jahre so beliebt gemacht im bayerische Volk. Nach drei, vier Maß handelt der Bayer einfach mit dieser Art der Konsequenz, und da muss ein echter Parteichef auch keine Sekunde an den Rücktritt denken. Der Kuschelkurs zu den Linksextremen in der CDU ist ja bei uns taktisch, das weiß man, wenn man uns ein paar Mal beobachtet hat, und der andere in Richtung Volksgemeinschaft, das heißt, wir werden auch da mit brutalster Verwaltung durchgreifen, wo wir nicht zuständig sind. Das werden sich die Fremdländer merken, die noch einmal nach Bayern kommen wollen!

Jetzt schauen wir erstmal in die Zukunft, und das heißt, wir werden die Privilegien für die vielen Geflüchteten, die wir auch in Bayern integrieren wollen, die wollen wir auf gar keinen Fall anerkennen. Kostenlose Deutschkurse, kostenlose Schlafplätze in Turnhallen, Sammelunterkünften und Industriebrachen, kostenlose Bewachung durch NPD-Ortsverbände in Bürgerwehrkluft – das hat man dem anständigen Mann auf der Straße noch nie kostenlos zur Verfügung gestellt, und dann dürfen Sie nicht vergessen: das kostet und alle, obwohl der Bayer dafür Steuern an den Bund bezahlt! Wir sind davon überzeugt, dass wir mit dem Ansatz eine neue Wählerschicht gewinnen können, ohne die bereits gefährdete endgültig zu verlieren. Denn eine Partei, die sich der Regierungsverantwortung stellt, kann einfach auf keine Stimme verzichten. Erst recht nicht aus dem Präsidium. Oder was meinen Sie, wie man konservative Politik macht?“





Leistungsbilanz

13 09 2017

„Als Justizminister kann ich mir den aber nicht vorstellen.“ „Es geht natürlich noch dümmer.“ „Als Justizminister?“ „Nein.“ „Ich meinte doch: dümmer als der Justizminister.“ „Nein!“ „Was denn dann?“ „Er meinte vermutlich: dümmer als Guttenberg.“

„Irgendein Gedönsdings kriegt man doch für den Typen hin, oder?“ „Als SPD-Frau kann man wenigstens Multitasking, aber was erwarten Sie von dem Schleimpfropfen?“ „Frisurmäßig ist er schon mal besser aufgestellt als die anderen CSU-Leute.“ „Das sind Sie als Zahnbürste nach sechs Monaten Einsatz auch.“ „Mehr fällt Ihnen nicht ein?“ „Eine Zahnbürste hat mehr Ahnung von Wirtschaft.“

„Außenminister wäre doch okay.“ „Meinen Sie nicht, wir waren mit Westerwelle genug gestraft?“ „Das ist doch jetzt pure Polemik!“ „Mehr hätte das Freiherrchen auch nicht zu bieten.“ „Aber der Adel ist doch international vernetzt, oder?“ „Wenn Sie die Verwandtschaft zum amerikanischen Adel auf dem Schirm haben sollten, viel Spaß.“ „Aber…“ „Er meint das nicht so, wahrscheinlich meint er die Atlantik-Brücke.“ „Die dem Binde-Strich?“ „Ist ja auch ein Frei-Herr.“ „Hähähä!“ „In New York hat er doch eine gute Figur gemacht.“ „Wenn Sie sich seine Lebensleistung ansehen, wird er vermutlich als Fake News aussortiert.“ „Wenn Sie sich die Interpretation seine Lebensleistung ansehen, wird man ihn als alternatives Faktenmaterial in den Himmel loben.“ „Gibt es da keinen Unterschied?“ „Kommt darauf an, welches Parteibuch Sie haben.“

„Dann schließen wir irgendeinen Posten im Finanzministerium schon mal kategorisch aus?“ „Er hatte doch bisher nur bei der Wirtschaft versagt?“ „Und Entwicklungshilfe?“ „Wir können notfalls etwas aus den Überresten der anderen Ministerien zusammenrühren.“ „Sie meinen so ein Verfahren wie das, bei dem seine Dissertation entstanden ist?“ „Ein bisschen niveauvoller könnte es schon sein, es geht nicht nur um Bayern.“ „Ministeriumssprecher könnte ich mir vorstellen.“ „Auf keinen Fall, da muss man doch Ahnung haben!“ „Solange er einigermaßen weiß, worüber er redet, kann er doch auch im…“ „Vergessen Sie das am besten schnell wieder.“ „Ja, warum denn nicht?“ „Ganz schnell!“

„Gucken Sie sich doch mal die Leistungsbilanz von Dobrindt an.“ „Das hätte ein lernbehinderter Pinscher an einem Wochenende geschafft!“ „Na, an einem verregneten Sonntagvormittag.“ „Anständige Leute gehen da in die Kirche!“ „Eben.“ „Und das wollen Sie mit dem Guttenberg verhindern?“ „Nö.“ „Aber wieso…“ „Wir haben doch nicht vor, das zu stoppen. Wir toppen das.“ „Hä!?“ „Je dümmer, desto CSU. Mit einem vielseitig minderbemittelten Heißluftdackel setzen wir nachhaltige Maßstäbe für eine unionsgeführte Führung der äääh… Union.“ „Klingt hochpolitisch.“ „Ansatzweise kompetent, wenn Sie mich fragen.“ „Jaja.“ „Super. Echt jetzt.“ „Und wenn die Rechten dann mit Halbakademikern punkten wollen?“ „Was meinen Sie wohl, warum wir Guttenberg ausgegraben haben?“ „Genial!“

„Was ich jetzt nicht ganz verstanden habe, ist Guttenberg die Schadensbegrenzung der CSU oder braucht er erst noch eine?“ „Wo ist denn da der Unterschied?“ „Zu wem?“ „Er meint: zu Dobrindt.“ „Also nicht zu Seehofer?“ „Wegen Begrenzung?“ „Nein, wegen… ach, egal.“

„Und wenn man ihm einfach nicht sagt, in welchem Ministerium er ist?“ „Infradigitales und Außenhandelshilfe?“ „Zum Beispiel.“ „Das ist gar nicht schlecht. Er würde dort jede Menge kreative Ideen entwickeln.“ „Sie meinen, das Gefasel wäre täglich der Brüller in den Abendnachrichten, und der Rest der Christsozialen könnte in seinem Windschatten alle Knalldeppen von der Leine lassen?“ „Guter Plan!“ „Genial!“ „Moment, das ist nicht abgesegnet. Wir haben Dobrindt draußen, der hat ältere Rechte als Cheftrottel.“ „Wenn Sie dem sagen, er könne Söder gewaltig in den Hintern treten, dann tut der alles.“ „Auch wieder wahr.“ „Das hat ja auch nichts mit Bayern zu tun.“ „Was?“ „Was!?“

„Nur mal als Frage: hat das etwas mit dem Adel zu tun?“ „Haben Sie jetzt etwas gegen seine Frau Gemahlin?“ „Nichts, was wirkt.“ „Hallo, ist das nicht…“ „Es gab doch seinerzeit diese Demos, die kann man doch nicht einfach ignoriert haben?“ „Sonst alles klar?“ „Dem geht’s gut, der ist doof.“ „Aber…“ „Der Mann hat bei der Truppe mehr Schäden angerichtet als die Alliierten.“ „Das kann man so nicht…“ „Doch.“ „Ich würde…“ „Nein!“ „Lassen Sie es gut sein, die Stimmung ist gegen ihn.“ „Er hat niemanden als wunderbaren Neger bezeichnet!“ „Sie sehen, so viel Einfluss hat er auch wieder nicht in der CSU, dass er sich das erlauben könnte.“

„Aber Forschung?“ „Alles, wo man noch keine Ahnung hat, kann man als Forschung durchlaufen lassen, oder?“ „Finde ich jetzt etwas weit gefasst.“ „Rechtswissenschaft immer ausgenommen.“ „Da kommen wir uns schon näher.“ „Oder hat ihn die Union schon als Abschreibungsobjekt geholt?“ „Sie kommen sich wohl besonders witzig vor?“ „Gar nicht mal – so im Vergleich mit Seehofer.“ „Ich sehe das als schweren Fehler.“ „Bitte?“ „Was waren denn dann Dobrindt, de Maizière und diese Uschi im Kriegsministerium.“ „Trotzdem.“ „Schäuble, diese korrupte Dumpfnulpe!“ „Egal.“ „Haben Sie überhaupt einen groben Überblick, was die Union den Bürgern in den letzten Jahren alles zugemutet hat an Vollidioten?“ „Selbstverständlich. Aber das sagt man doch nicht vorher!“





Schützenhilfe

28 08 2017

„Wir wollten eigentlich erstmal nur den Termin verschieben, so aus Servicegesichtspunkten. Sie beobachten uns ja schon ein bisschen länger, da wollten wir nicht, dass Sie das Interesse an uns verdienen, und wir sind auch echt ganz schön dicht dran, aber vorerst wird das wie gesagt nichts mit dem Banküberfall. So aus der organisatorischen Richtung und so.

Was soll man denn machen, wenn der Kumpel den Job verliert – der war nur Produktionskraft bei Schlump & Söhne, aber mit den Schichtzulagen hat das immer gereicht für die Übungsmunition, und irgendwie muss man im Geschäft bleiben. Und da kam uns dann die Idee, dass wir auf eine erprobte deutsche Tradition setzen. Subventionen. Wenn es ohne nicht geht, geht es eben mit. Das ist bei den Banken nicht anders, eine Fluggesellschaft hatten wir auf die Schnelle nicht pleitegehen lassen können, ohne sie vorher zu gründen – man muss ja seit Jahren bis zum Hals in der Scheiße stecken, um für so eine Fusion grünes Licht zu kriegen – und da haben wir uns einen Trick überlegt: nichts tun. Gar nichts. Einfach die Füße still halten, die drohende Insolvenz in eine massive Verschleppung abgleiten lassen, und wenn die Justiz kommt, sind natürlich die anderen schuld. Alle anderen. Wie gesagt, wir haben uns als Familienunternehmen seit 1973 auf Bankraub spezialisiert, wir bilden auch selber aus, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, und trotzdem sind wir bei der aktuellen Auftragslage echt machtlos. Da geht gar nichts mehr.

Da kam uns organisatorisch so viel dazwischen. Und finanziell. Und dann musste Hotte wegen der Sache mit dem Typen mit Migrationshintergrund, also eine Prügelei war es nicht direkt, er hatte ja ein Messer dabei, aber er ist jetzt nicht mehr dabei. Das Arbeitsamt schickt einem da nicht die Leute mit den richtigen Qualifikationen, und dann haben wir überlegt, ob wir das privatisieren oder eventuell als öffentlich-rechtliche Partner, oder wie das heißt, und dann könnten wir… – Autobahn? Nee, wir sind doch keine Nazis!

Ach so. Das geht? Also das ist noch nicht ganz klar, ob das rechtlich überhaupt möglich ist? Naja, wenn die Bürger dagegen sind, dann… – Ja, ist bei Bankraub auch so, da haben Sie recht. Im Zweifel handelt es sich beim Kapital zwar um die Kohle der Kapitalisten, aber ohne Parteibuch und Thermomix sind es ja meist auch Bürger. Und wenn wir jetzt eine Aktiengesellschaft, oder reicht das, wenn es mit Maut, ach so. Das geht? Dann machen wir das, und wenn das die Idioten bei der CSU schaffen, ist das für uns sicher kein Problem. Wir haben ja schon etwas länger Erfahrung mit der Wirtschaft und mussten nicht immer jahrlang im Parlament üben.

Klagen können wir, das ist leicht. Wir müssen auf die Freuden des Alltags verzichten, um das Bier und die Schnitzel – ach, das war anders gemeint? Kein Problem, wenn Dobrindt meint, wir klagen, klagen wir eben. Wir haben uns an die Vorgaben des Bundes gehalten, vielleicht haben wir auch ein paar Vollidioten beschäftigt – wenn man Waffen für den Regionaleinsatz kauft oder Aushilfspersonal rekrutiert, kann man nicht immer darauf achten, ob die Leute vorher mal bei einem Bundesministerium eingestellt waren – sonst haben wir immer alles korrekt gemacht. Deshalb können wir heute auch Schützenhilfe verlangen.

Das heißt, wir verlegen jetzt unser Unternehmen in die Branche Straßenraub? Und dann gründen wir eine Partnerschaft und lassen uns finanzieren, um zu beweisen, dass wir viel kostengünstiger sind als die bisher bekannten Finanzierungsmodelle ohne Straßenraub? Verstehe. Und dann drohen wir mit Konkurs, richtig? Aber dafür müsste unsere Firma ja erst mal pleite sein, wie kriegen wir denn das hin? Macht alles Dobrindt? Das klingt gut.

Und unsere Rechtsabteilung schließt dann einen Vertrag? Gut, das bekommen wir vielleicht auch noch hin. Und wir sind vertraglich verpflichtet, uns nicht an den Vertrag zu halten? Also wenn uns der Vertrag nicht mehr passt, weil wir die Einnahmen in der Zwischenzeit alle verjubelt haben, wollen wir mehr Geld haben? rückwirkend? Unter Berufung auf den Vertrag? Ich will ja nicht meckern, aber wir sind ja damals in den Bankraub gegangen, weil das ein sauberes Geschäft ist. Da macht man sich nicht die Finger schmutzig, es ist mit einer gewissen Ehre verbunden, und der Erfolg war verhältnismäßig gut planbar. Meinen Sie, das kriegt man mit so einem Business-Modell auch auf die Reihe?

Wir müssen nur unsere Erwartungen etwas in die Höhe schrauben? Also eine Verdoppelung von jetzt auf gleich? Das hat Ihnen auch der Dobrindt erzählt, ja? Und das unternehmerische Risiko ist gleich null, weil wir immer dann, wenn wir keinen Straßenraub, ich meine: keine Einnahmen, dann wird uns alles vom Staat gezahlt? Das ist clever. Das ist so bescheuert, darauf muss man erst mal kommen. Ich frage am besten gar nicht nach, wer sich das ausgedacht hat. Oder nein – lassen Sie mich raten!“





Vollbremse

23 08 2017

„Kennzahlen haben wir gerade keine, aber ich kann Ihnen zusichern, Deutschland ist auf einem sehr guten Weg. Ja, das hat die Kanzlerin uns selbst noch gesagt, ich weiß gar nicht mehr, wann das war, aber von uns war sowieso keiner dabei, darum müssen Sie mir das einfach mal glauben. Ist ja eh Wahlkampf, nicht wahr?

Natürlich nehmen wir das mit der Demokratie sehr ernst. Wir sind immer für den Föderalismus, auch dann, wenn es mal nicht den Bund betrifft. Da dürfen die Länder und Gemeinden gerne auch mal ihre eigenen Vorstellungen entwickeln. Es soll da vereinzelt Unternehmen geben, die sehen sich trotz guter Konjunktur schlechter als vor drei Jahren. Wir hatten es vor der Wahl schon gesagt: für die Konjunktur können wir nichts. Aber wir sind trotz allem lernfähig, und deshalb sagen wir heute das Gegenteil dessen, was wir, und das sage ich aus tiefster Überzeugung, damals natürlich auch auf einer sehr guten argumentativen Basis… wo war ich? Ach so, ja.

Das sehen Sie an Dingen wie Reaktorlaufzeiten oder Pkw-Maut oder Wehrpflicht, die Kanzlerin ist sich da treu, weil sie sich ändert.

Man muss das den Wählern anders beibringen, anders als noch vor fünfzig Jahren. Damals hatten wir den Russen, der stand irgendwo in der Zone und wollte uns mit der Planwirtschaft fertigmachen, aber wir hatten auch Coca-Cola und Pershings, und da machte die Sache so einfach. Keine Coca-Cola, kein Fortschritt. Jetzt hat der Russe das Gas, da müssen wir mit einer breiteren Argumentation auf die Wähler zugehen, da wir sonst auf eine Vielzahl schlüssiger Einwände reduziert werden könnten, so wahlkampftechnisch gesehen. Wir haben uns mit den Fachkräften aus dem Innenministerium und den anderen ungeschulten Helfern im Kanzleramt auf eine dreiteilige Taktik geeinigt. Angst, Unsicherheit, Zweifel.

Mal so ganz direkt gefragt, wollen Sie in einem Deutschland leben, in dem Ihr Nachbar Ausländer ist und ein Elektroauto fährt? Ah, tun Sie schon. Wenn Sie mir vorher verraten hätten, dass Sie Unternehmer sind, hätte ich natürlich… ach, egal.

Nein, Sie müssen das mal aus der Perspektive Ihrer Angestellten… woher soll ich denn wissen, wie Sie Ihre Angestellten bezahlen? Gut, also der durchschnittliche Wähler, aber nicht vorbestraft. Der fragt sich natürlich: woher kriegt der da nur ein Luxusauto, der ist doch gar nicht integriert, sieht man doch an der Hautfarbe? Das hat mit Neid nichts zu tun, das ist ganz einfach die Einstellung für ein Deutschland, in dem erstmal dieser Wähler gut und gerne leben möchte, und dann schauen wir mal weiter, klar!? Das ist doch legitim, dass man den Ehrgeiz erstmal für sich selbst produktiv macht, oder sehe ich das so falsch?

Wir arbeiten hier in einer konzertierten Aktion. Das mit den Elektroautos haben wir gemacht, damit die FDP denkt, wir wollen die Grünen ärgern, und das mit dem Breitbandausbau machen wir, damit die Grünen denken, wir wollen der FDP vors Knie treten. Unsere Kanzlerin ist da strategisch äußerst flexibel aufgestellt, sie ist für Koalitionen mit allen zu haben, zeigt es aber keinem. Wenigstens nicht vor der Wahl.

Sie müssen das konzentriert, nein: konzertiert zusammendenken, wir wollen das Elektroauto doch nur als Motivation für die Bevölkerung. Wenn wir da die Vollbremse in Brüssel machen, dann haben wir möglicherweise in ein paar Jahren Wähler, die sehr zufrieden sind, weil die Kanzlerin sich in einem Akt plötzlicher Meinungsvergessenheit total um sich selbst dreht und alles wegdieselt, was vorher noch nach Autoindustrie aussah. Man muss mit der Wirkung von Angst, Unsicherheit und Zweifel arbeiten, dann kriegt man die Wähler auch auf seine Seite.

Wieso wir dann so hohe Subventionen an die Industrie zahlen? Ich habe gerade keine Ahnung, worauf Sie sich beziehen.

Aber wenigstens wirkt es. Die Industrie ist mit der Arbeit der Bundesregierung so unzufrieden, die wollen glatt den Breitbandausbau selbst stemmen, weil sie wissen, dass sie nach noch mal vier Jahren Dobrindt international endgültig am Arsch sind. Angst, Unsicherheit, Zweifel. Wenn wir nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft in die Tonne treten, dann entwickelt sich hier eine Art sozioökonomischer Widerstand, verstehen Sie? Das ist eine Art Hartz IV für die Großkonzerne – Fordern, Fordern, Fordern, und irgendwann fangen die an, sich selbst zu fördern. Wir werden blühende Landschaften haben, Windparks, Solaranlagen, Stromautos, Gewerkschaften – und dann machen wir das Netz mit den Ladestationen kaputt, weil das mit irgendwelchen Wohnraumförderungen nicht mehr hinhaut, wenn vor jeder zehnten Haustür eine Stromzapfsäule stehen muss, und dann haben wir lauter Elektroautos und keinen Strom dafür, und dann sind die Dieselfahrer wieder glücklich, und die Grünen, und die FDP, und die… –

Klar bedeutet das Stillstand. Das haben wir nie geleugnet. Aber dann erklären Sie mir mal: wie soll man denn ohne ausreichend langen Stillstand den Wählern erklären, dass es in den nächsten vier Jahren aber endlich mal Bewegung gibt!?“





Amnesie International

1 08 2017

„… nicht weiter verfolgen wolle, um so kurz vor der Wahl den inneren Frieden der Bundesrepublik zu erhalten. Die Christsozialen hätten dabei an eine vollständige Straffreiheit aller Beteiligten in sämtlichen Automobilkonzernen des…“

„… neu überdenken müsse. Das Auto sei auch ein deutsches Kulturgut, deshalb müsse die Politik mehr tun, um Fahren unter dem Einfluss des deutschen Kulturgutes Alkohol nicht mehr als…“

„… keinesfalls als politisch motivierte Tat anzurechnen sei. Seehofer habe betont, dass sich sein Vorstoß nicht nur auf Bayern, sondern auf ganz Deutschland…“

„… Devisengeschäfte immer strafrechtlich unangetastet bleiben sollten. Im Gegensatz zu Ladendiebstählen seien die Täter vor der Tat meist nicht vorbestraft, weshalb ihnen eine Strafe auch weiterhin nicht…“

„… den Straftatbestand der Steuerhinterziehung zumindest auf Landesebene sofort ersatzlos streichen wolle. Bayern werde natürlich mit gutem Beispiel vorangehen und alle…“

„… dürfe es zwar keine generell Straffreiheit für Dividendengeschäfte geben, die Bundesregierung und sei jedoch auf Wunsch der Banken gerne bereit, Nichtanwendungserlasse sehr individuell und grundrechtsschonend zu…“

„… eine bundeseinheitliche Regelung der Fahrtauglichkeit ausgedient habe. Seehofer lehne insbesondere für Bayern jede Obergrenze ab, da die Bevölkerung hier schon immer sehr viel vertrage und sich nicht zimperlich mit den…“

„… sei auch mit einer Verbesserung der Kriminalstatistik verbunden. Der große Anteil an Steuerstraftaten führe in gewissen Kreisen der Gesellschaft zu einem Makel, den zur Wahrung der sozialen Stabilität kein…“

„… Kombinationsdelikte einführen wolle. So sei nach Dobrindts Wunsch schwere, cyberähnliche Computerkriminalität, die mit einem Interwebnetz ausgeführt werde, automatisch dann straffrei, wenn sie in einem Kraftfahrzeug mit einem Alkoholpegel von mehr als…“

„… die Leistungserschleichung ausdrücklich von den Reformbestrebungen ausgenommen sei. Wer sich kein eigenes Kraftfahrzeug leisten könne, der begehe in Bussen und Bahnen schwerste Straftaten, die zulasten der Allgemeinheit und…“

„… die Wissenschaft seit Einstein verstanden habe, dass jede Geschwindigkeit relativ sei. Daher müsse die Beurteilung vor allem innerstädtischer Tempolimits endlich auf eine physikalische Basis umgestellt werden, die von Bayern aus…“

„… es sich außerdem um eine weit verbreitete und daher menschlich absolut nachvollziehbare Tat handele, die nicht auch noch durch moralisierende Vorwürfe erschwert werden dürfe. Scheuer und Hoeneß seien davon überzeugt, dass niemand besser als sie…“

„… zu den gefährlichsten Substanzen gehöre, deren Erwerb, Besitz und Gebrauch viel härter betraft werden müssten. Beispielsweise habe die Bundesregierung noch nicht genug getan, um den Cannabismissbrauch von Radfahrern, die jährlich mehr als…“

„… dass Grapschen auch außerhalb von Festzelten endlich als Kulturtechnik gewürdigt werden müsse. Zwar wolle Scheuer die generelle Straflosigkeit vorerst nur für deutsche Täter garantieren, er erhoffe sich davon aber eine rasche Versachlichung der…“

„… schwere und gefährliche Körperverletzung oder versuchter Mord noch immer eine zu große Rolle in der Statistik spielten. Aktionen, die aus Liebe zu Volk und Vaterland etwas aus dem Ruder gelaufen seien, könne man ab sofort mit mehr Toleranz und christlicher Barmherzigkeit als…“

„… sich Ampelphasen zum Beispiel durch die Rotverschiebung erst nach dem Quantensprung als Ordnungswidrigkeit herausstellten. Der zügige Abbau der Bußgeldverfahren sei für Seehofer ein Anliegen, das den Wissenschaftsstandort Bayern nachhaltig und…“

„… jeder Bürger des Freistaates das Recht auf eine Doktorarbeit habe. Die rechtlichen Hürden, so Hermann, müssten unverzüglich…“

„… nur dann verfolgen wolle, wenn der Grapscher objektiv den Eindruck gewonnen habe, durch seine Tat sei eine Frau sexuell belästigt worden. Dies könne für eine erheblich größere Rechtssicherheit im…“

„… Strafverschärfungen immer als sehr gut geeignet erschienen seien. Die Landespolitik wolle jedoch deutsche Fabrikate, auch wenn sie im absoluten Halteverbot…“

„… Diebstahl auch oberhalb gewisser Summen straffrei zu stellen, wenn es sich um den Träger eines politischen Mandats oder einen kirchlich…“

„… mit dem Tragen einer Polizistenuniform eine berufsbedingte Amnesie einsetze, die sich auf die Grundrechte sowie alle daraus abgeleiteten gesetzlichen Bestimmungen beziehen dürfe. Der Freistaat werde in enger Kooperation mit Sachsen eine Testphase für den…“

„… im Regierungsbezirk Oberfranken weiterhin gültig sei. Die aus Tunesien stammende Frau habe sonntags vorsätzlich ein frisch gewaschenes Laken in der Öffentlichkeit aufgehängt. Die Abschiebung müsse laut Scheuer sofort geschehen, um allen Einwanderern deutlich zu zeigen, dass in Bayern ohne Ausnahme Recht und Gesetz…“