Verstörungsstelle

17 04 2018

„… ein Hilfegesetz einführen wolle, nach dem alle Patienten psychiatrischer Einrichtungen erfasst werden sollten, um keine weiteren…“

„… nur für Bayern gelte. Da im Freistaat eine andere Definition von geistiger Gesundheit gelte, müsse man keine schlimmeren Folgen als den…“

„… als niederschwelliges Serviceangebot angesehen werde. Bereits eine Erstberatung bei der psychosozialen Hilfe könne mit einem Eintrag in die Liste unterstützt werden, die ihrerseits dann an die anderen Überwachungsbehörden Im…“

„… klar sein müsse, dass die Eintragung in der Liste der Verstörungsstelle nicht kostenlos sei. Ein offizieller Gebührenbescheid werde daher umgehend an die Verdächtigen geschickt, es sei aber nicht geplant, damit auch Ansprüche auf therapeutische Leistungen gemäß des…“

„… von einer schweren psychischen Störung befallen würden, wenn sie bereits vorher eine ausgeprägt antisoziale Persönlichkeit besäßen. Die CSU-Spitze sei geradezu mustergültig für diese Kombination, die im Zusammenspiel mit Drogen eine weitere…“

„… bekannt sei, dass zahlreiche Gewalttäter zuvor vergeblich in therapeutischer Behandlung gewesen seien. Eine Katalogisierung der geistig und seelisch auffälligen Personen diene daher ausschließlich der öffentlichen…“

„… in einer weiteren Stufe des Gesetzes auch Verdachtsfälle aufgenommen werden könnten. Diese seien jedoch zunächst nur von autorisierten Personen aus den Behörden sowie den zuständigen Abschnittsbevollmächtigten zu erstatten, die Nachbarschaft der betroffenen Personen könne erst nach einer Übergangsfrist im nächsten…“

„… dass es bei der Sicherheitsfrage vorwiegend darum gehe, die Patienten vor sich selbst zu schützen. So wolle man Suizid damit zwar nicht verhindern, könne aber im Nachgang eine leichtere Einordnung des…“

„… nur fünf Jahre lang gespeichert werden sollten. Danach habe sich das Problem in den meisten Fällen…“

„… die gesetzlichen Krankenversicherungen nicht freiwillig herausgeben würden. Da sie aber durch das Gesetz gezwungen würden, die Daten an den Freistaat Bayern zu überlassen, würden sie dies auch mit einem gewissen Betrag für die…“

„… sofort den Führerschein zu entziehen habe. So dies den Verlust des Arbeitsplatzes zur Folge habe, müsse man direkt mit einer Schutzhaft des…“

„… nicht jeder, der gewalttätig sei, auch unter einer psychischen Störung leide, was man daran sehen könne, dass die meisten Gewalttäter vorher nicht in einer psychiatrischen…“

„… die Liste der Diagnosekriterien dringend überdacht werden müsse. So seien endogene Depressionen und Burnout-Syndrom enthalten, nicht aber vorsätzlich linke Gesinnung, absichtliches Fernbleiben von der Heiligen Messe und eine…“

„… zu einem spürbaren Rückgang gekommen sei. Allein in München hätten drei Fachärzte für klinische Psychiatrie ihr Praxen verloren, da es keine diagnostizierten…“

„… das Gesetz rechtfertigen könne. Der fehlende Vorrat an Patienten in den kommunalen und Landeskrankenhäusern sei jedoch durch die Vereinfachung von Zwangseinweisungen mehr als ausreichend und könne sich wirtschaftlich sehr positiv auf die…“

„… den Straftatbestand der vorsätzlichen oder fahrlässigen Selbstgefährdung schaffen wolle, der aber nur auf Landesebene gelte. Damit sei es möglich, volksschädliche Elemente auch ohne geheimdienstliche…“

„… vereinzelt nachgewiesen habe, dass sich bayerische Patienten wegen einer depressiven Störung in Baden-Württemberg hätten therapieren lassen. Dies widerspreche natürlich der sicherheitstechnischen Grundausrichtung des…“

„… psychisch auffällige Kinder bereits vor der Strafmündigkeit in den Jugendmaßregelvollzug überführen könne. Da dies nicht als Haftstrafe gelte, sondern der Erhaltung der psychischen Gesundheit diene, sei ein unbegrenzter Aufenthalt bereits im Alter von…“

„… noch zu klären sein solle, ob eine freiwillige Einweisung sich positiv oder strafverschärfend auf die…“

„… nur für Alkoholabhängige gelte. Anderer Substanzmissbrauch, der verboten sei, da es sich um illegale Substanzen handele, müsse auch in der Neuregelung als…“

„… diene die Aufzeichnung auch der Erstellung von belastbarem Forschungsmaterial über die Auswirkungen psychischer Erkrankungen. So sei ein Zusammenhang zwischen Autismus und Bankraub noch vollkommen unerforscht, auch etwaige Korrelationen von Multipler Sklerose, Atheismus und…“

„… ein Abgleich der Listen mit Facebook und Amazon nicht vorgesehen sei. Lediglich die Bundesagentur für Arbeit könne sich eine regelmäßige…“

Advertisements




Integralberechnung

2 04 2018

„Und diese Konzentrations…“ „Bitte!“ „Naja, für die Ausländer, die wir nicht mehr in…“ „Herr Kollege, das ist doch nun nicht so schwierig, oder?“ „Rückführung?“ „Fast.“ „Repatriierung?“ „Jetzt müssten Sie’s ja gleich haben.“ „Abschiebelager?“ „Na also. Geht doch.“

„Man könnte das doch in Bayern organisieren, das hätte sogar noch einen wirtschaftlichen Vorteil für die Länderfinanzen.“ „Bloß nicht. Fremdrassen bei uns aufnehmen, nur weil’s Geld bringt, das tut der Bayer nicht.“ „Und warum nicht?“ „Weil wir das nur tun, wenn es sehrt, sehr, sehr viel Geld bringt. Darunter haben wir moralische Zweifel.“ „Ah, verstehe. Das ist ja wie mit der Atomkraft.“ „Was hat jetzt unsere deutsche Atomkraft mit diesen dreckigen Kameltreibern zu tun?“ „Weil die Bayern sich erst dann leise Zweifel an der Ungefährlichkeit von Kernkraft geleistet haben, als wir plötzlich überlegten, den Atommüll auf ihrem Grund und Boden zu verbuddeln.“ „Du blutest wohl gerne aus Deiner…“ „Für Sie Herr Staatssekretär. Wir wollen doch bitte die Form wahren.“

„Merkwürdig, dass sich die alternde Garde Ihrer Chefalkoholiker nicht mehr um Vorteile kümmert, die den Geschäftsfreunden des…“ „Politische Weggefährten, mein Lieber. Wir haben politische Weggefährten, Geschäftsfreunde hat mal als Linker, der den Staat nur gebraucht, um nicht mit seiner eigenen Hände Arbeit seinen Lebensunterhalt verdienen zu müssen. Das merken Sie an den Hartz-Gesetzen, das alimentiert diese spätrömischen Arbeiter, die nicht in der Leistungsgesellschaft angekommen sind.“ „Meinetwegen, aber warum muss man dann ein Abschiebezentrum in Gießen planen?“ „Weil das seit Jahrzehnten ein widerliches Kommunistennest ist, das endlich mal eins auf die…“ „Dass Hessen immer noch eine unionsgeführte Landesregierung hat, war Ihnen schon bekannt?“ „Aber nicht christlich-sozial! Wir werden diesen islamistischen Kuschelkurs bekämpfen, und zwar bis zur letzten Patrone!“

„Für mich klingt das ja eher nach einem Sankt-Florian-Prinzip: verschon mein Haus, zünd andere Häuser an.“ „Das passt schon. Wir haben die ganzen Musel ja hier, da kann auch ein jeder sehen, wie er den Dreck wieder loskriegt.“ „Unter der Führung der Bayerischen Landesregierung.“ „Moment, wir sind Teil der Bundesregierung, dafür haben wir schließlich den Kompromiss geschlossen und sind nie bundesweit angetreten.“ „Und wenn das nicht mehr hält?“ „Dann treten wir halt im ganzen Bundesgebiet an und werden die Merkel, diese russische Stasidreckschlampe, mal so richtig in den verdammten…“ „Mit anderen Worten, beim nackten Gedanken an die AfD bekommen Sie Schweißausbrüche.“ „Herr Staatssekretär, das ist doch nun leicht übertrieben, wenn ich mir diese Bemerkung erlauben dürfte.“

„Sie legen doch sonst immer größten Wert darauf, dass im Freistaat Recht und Ordnung gilt und das Gesetz auch angewendet wird.“ „Das ist auch so, aber das kostet ja auch.“ „Und bis jetzt haben Sie immer gesagt, dass in die Integration in Bayern viel erfolgreicher verliefe als in den anderen Bundesländern.“ „Das ist auch so, aber noch mehr Integration können wir den Bürgern einfach nicht mehr zumuten. Wie stellen Sie sich das denn vor, irgendwann gibt’s keine Bayern mehr, sondern nur noch Integrierte.“ „Das bayerische Erfolgsmodell der Integration wird einfach so preisgegeben?“ „Wir integrieren schon noch, aber eben anders. Wir integrieren jetzt in die Abschiebezentren, in denen wir die Integrationswilligen von Anfang an aufnehmen, behandeln und dann wieder in ihre Heimatländer abschieben.“ „Ach, deshalb wollte Seehofer Heimatminister werden?“ „Jetzt werden Sie mal nicht komisch, das können wir besser.“ „Komisch werden?“ „Nein, die Sonderbehandlung dieser Situation ist für Bayern auch eine Frage der Mehrkosten. Deshalb müssen wir uns da eine neue Form des Kostenmanagements einfallen lassen.“ „Eine Integralberechnung, nehme ich an.“ „Ja, in der Art. Irgendwas in der Art.“

„Bliebe die Bundespolizei.“ „Was ist mit der?“ „Die wollen keine Knastbetreiber sein.“ „Sondern?“ „Naja, Polizeiaufgaben halt. Gefahrenabwehr oder Strafverfolgung.“ „Jetzt passen Sie mal auf, jeder einzelne mutmaßliche Scheinasylant ist eine große Gefahr!“ „Für die absolute Mehrheit der CSU.“ „Auch, aber in erster Linie für das Heimatgefühl der konservativen Wähler.“ „Und Strafverfolgung?“ „Wer als illegaler Asylant am Abschiebezentrum, der kommt im Grunde vom Münchener Bahnhof, und da ist schon strafbar, dass die meisten, die hier nur in die Sozialsysteme…“ „Geben Sie sich keine Mühe, ich habe es schon verstanden.“

„Wenn Sie alles besser wissen, dann schlagen Sie halt etwas vor.“ „Diese Konzentrationslager sind verfassungsrechtlich mit der heißen Nadel gestrickt.“ „Da Seehofer in Berlin ist, muss uns das nicht kümmern.“ „Hier sind sowieso wir vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zuständig.“ „Und wo hocken Sie? in Franken, damit fängt doch ganze Theater an!“ „Wissen Sie was? Ich habe da eine Idee.“ „Und dann kommen Sie mir wieder mit dem Sankt Florian.“ „Nicht ganz.“ „Sondern?“ „Wir machen das in Sachsen, am besten mit Freigang. Wenn die das als erstes von Deutschland sehen, dann hauen die alle wieder ab. Freiwillig.“





Wurst und Diesel

21 03 2018

„Wurst geht noch. Die ist zwar eigentlich aus dem Mittelmeerraum, aber Wurst geht gerade noch. Bei Döner wäre ich da schon skeptischer. Ja, ich weiß, Sie mögen mich nicht, weil ich Ihnen gerade das Bier verboten habe, aber was soll ich denn machen? Das ist nun mal mein Job hier beim Heimatschutz.

Seien Sie froh, dass die Christsozialen sich nicht durchgesetzt haben, sonst hätten wir jetzt eine ganz andere Koalition und ein Bundesministerium gegen Volkstod. Da müssten Sie dann Woche für Woche glaubhaft versichern, dass Sie wenigstens ein rassefremdes Element von deutscher Heimaterde vertrieben haben. Wie das gehen soll, wenn im Regierungsprogramm gleichzeitig steht, dass sofort nach der Machtübernahme alle Ausländer aus dem Reich ausgewiesen werden, das fragen Sie mich nicht. Aber gegen Widersprüche sie die halt immun.

Wie gesagt, Bier geht gar nicht. Mesopotamisch und damit nicht gestattet. Ist auch etwas schwierig zu erklären, aber Wirtschaftsgüter aus Regionen, die heute zur islamischen Welt gehören, und das Zweistromland ist ja da gewissermaßen doppelt die Wiege der Kultur, die gehen halt gar nicht. Das hat die CSU im Kabinett ganz locker durchgekriegt, ganz easy, so wie die Pkw-Maut, und nachgedacht hat vorher auch keiner. Jetzt haben sie den Salat, in Bayern hat die eine Hälfte der Brauereien schon zugemacht, die andere arbeitet nur noch für die ausländischen Kunden, und Söder verkauft den Schmarrn als Stärkung der Exportwirtschaft. Und das ohne Alkohol, weil sonst jeden Moment die Islamisierung anfangen könnte.

Brot dürfen Sie natürlich noch essen, das lässt sich gar nicht mehr zurückverfolgen. Das gehört zu den interkulturellen Kulturgütern, die sich nicht an einem Heimatland festmachen lassen. Beim Reis ist noch eine Expertenkommission dran, den gibt’s ja noch keine tausend Jahre im deutschen Sprachraum, also wäre ich damit schon ein bisschen vorsichtig. Ach ja, und Sushi können Sie natürlich auch in die Tonne treten. Sushi, Suzuki, Toyota, Sayonara. Sie haben Wurst und Diesel, das muss genügen.

Das ist nämlich auch so ein Missverständnis, dass die Leute meinen, man könne die deutsche Leitkultur nicht an solchen Erfindungen wie dem Dieselmotor festmachen. Was können wir denn dafür, dass die Amis den auch nutzen? Also lassen Sie sich da nicht verunsichern, auf ein paar Dinge können wir verzichten – diese Nietenhosen geben Sie am besten gleich in die Altkleidersammlung, und diese amerikanischen Unterhemden wollen wir auch nicht mehr sehen, Sie können ja ein Leibchen tragen wie alle anderen auch – und beim Rest benötigen wir einige Argumentationshilfen. In jede Richtung übrigens.

Übrigens, Richtung – den Buchdruck haben wir dann auch als deutsch eingestuft. Das ist ein klares Bekenntnis zu Deutschland als führender Nation der innovativen Informationstechnologie, die mit ihren revolutionären Schöpfungen die Welt prägen und geradezu verbessern kann. Der Satz ist total hirnrissig, aber der kommt ja auch nicht von mir. Den kriegen wir direkt aus dem Ministerium, das noch ein Gutachten abwarten will, bevor es die arabischen Ziffern abschafft. Na egal. Auf jeden Fall hat die Bundesregierung noch mal erklärt, dass ein Leistungsschutzrecht für Suchmaschinen in diesem Online-Internet den Buchdruck schützen müsse vor schädlichen Auswirkungen durch die Nutzer. Wir fördern Kultur, wo wir sie erkennen.

Käse ist erlaubt, den haben zwar die Römer erfunden, aber die Skandinavier haben sich das Verfahren von uns abgeguckt, deshalb gilt es als deutsche Kulturtechnik. Wobei wir jetzt nur über das Verfahren mit Kälberlab reden, alle anderen sind bereits von der Bezeichnung her als rein ostische Konkurrenzprodukte entlarvt. Quark, typisch polnische Zersetzung der Volksgesundheit durch Spaltpilze. Gut, das wird den Sachsen nicht ins Konzept passen, aber das ist doch dem Seehofer egal, was die fressen. Da geht’s halt ums Prinzip!

Das ist manchmal etwas schwierig zu erklären, und da sind wir schon beim nächsten Punkt. Den losen Tee, den schütten Sie bitte auch in die Tonne, die braune ist für Bioabfälle, Sie wissen ja, dass Mülltrennung auch zur Leitkultur gehört, und es tut mir auch ganz furchtbar leid, dass es sich um echten Ostfriesentee handelt, aber es ist eben ein Import, und wir sind ja eine Exportnation. Schade. Die gute Nachricht ist, im Beutel dürfen Sie den trinken. Der Teebeutel ist eine deutsche Errungenschaft, die ihren Siegeszug um die ganze Welt angetreten ist. Und bitte auch hier wieder trennen, den Beutel in die braune Tonne, das Schildchen in den Papiermüll und den… –

Die Zahnpasta lasse ich mal gelten, die Marke ist egal, hier geht es dem Gesetzgeber um die Sache an sich. Sie dürfen sich meinetwegen sogar einen Wohnwagen kaufen, das ist ja befreundetes Ausland und bis auf… tatsächlich? Schau mal einer an. Dass der aus Deutschland kommt, wusste ich noch nicht einmal. Man lernt nie aus. Das finde ich jetzt doch sehr erstaunlich.

Ihr Bonusheft haben Sie? Gut. Dann komme ich demnächst mal wieder bei Ihnen vorbei und sehe nach, wie Sie sich entwickeln, so leitkulturell und als heimatbewusster Staatsbürger. Da haben Sie auch die Liste, wie Sie Ihre Verfehlungen wieder ausgleichen können. Zehn Jahre Döner, Dosenbier, wissen Sie was? Kaufen Sie sich am besten eine Motorsäge.“





Digitale Lederhosen

12 02 2018

„Wenn Sie nicht anständig jodeln können, wie wollen Sie dann im Ministerium arbeiten? Sie müssen sich den Führungskräften doch irgendwie verständlich machen können, oder?

Also in der Stellenausschreibung stand: Kenntnis moderner Kommunikationsmethoden. Das heißt bezogen auf Bayern, dass Sie schon mal eine Schreibmaschine gesehen haben sollten. Bedienen müssen Sie keine, das macht das technische Personal, die können auch die Farbbänder wechseln, aber gesehen haben ist immer schon mal gut. Fernsprecher müssen Sie auch keinen bedienen, wir machen das im Heimatministerium größtenteils im persönlichen Gespräch, das kann man auch ohne Zeugen erledigen, wenn es sich mal um eine Verschlusssache handeln sollte. So Dinge halt, die den Minister nichts angehen, weil man sie ihm sonst vorher erklären müsste.

Ihre Abteilung wäre dann vorwiegend damit betraut, die Landeshymne zu kontrollieren, dass sie auch in jedem staatlichen, staatsnahen oder anderweitig staatlich beeinflussten Betrieb innerhalb der geschlossenen Staatsobergrenzen zu Betriebsbeginn gesungen wird. Bei Betrieben mit Schichtbetrieb gilt der Schichtbeginn gleichlautend als Betriebsbeginn, dann müssen die Kontrollen je zweimal oder dreimal pro Betriebstag wiederholt werden, um eine patriotische Ausrichtung des Betriebes beziehungsweise der Schicht in vollem Umfang zu gewährleisten. Das Aufziehen der deutschen Flagge, wahlweise Schwarz-Weiß-Rot oder die von den Alliierten dem deutschen Volk zur Verwendung übergebene Trikolore, die die Linken schon gegen den Führer in Stellung gebracht haben, damals, das Aufziehen der Flagge ist nicht zu kontrollieren, das ist der Bereich der Anarchie, den diese Liberalinskis aus Karlsruhe uns eingebrockt haben. Aber das bestimmen wir!

Natürlich die Bayernhymne, was dachten denn Sie? dass wir dieses Studentenliedchen da absingen lassen, am besten noch die dritte Strophe!? Das ist hier ein deutsches Heimatministerium und keine islamistische Betriebskita! Wenn Sie maoistische Wunschvorstellungen haben, dann wandern Sie gefälligst nach Kanada aus, aber die nehmen inzwischen auch nicht mehr jeden Kanaken. Aber vielleicht haben Sie als Gutmensch mit Diplom in Flüchtlingsversteherei ja noch Chancen.

Ja, natürlich die Bayernhymne. Glauben Sie, wir können das in Berlin durchgesetzt kriegen? Die lachen sich doch kaputt. Der Seehofer traut sich gar nicht mehr in den Reichstag, seitdem sie ihm in München abgesägt haben. Jetzt haben Sie ihm die Eisenbahn in den Keller gestellt, läuft alles prima, er merkt gar nichts mehr. Gut, der hat bisher auch nicht viel mitgekriegt. Aber jetzt ist er komplett durch, und wir arbeiten hier größtenteils für uns selbst. Mehr ist hier glücklicherweise nicht mehr.

Söder funkt natürlich auch hier dazwischen. Wir haben ihn mit der Fachleitung der Oktoberfeste für den Planungsbereich München ausgelastet, mehr ist da auch nicht möglich. Er kümmert sich um den Preis für eine Maß, das erfordert lange Gespräche mit den zuständigen Stellen, und dann haben wir auch die Abteilung Public Relations, da müssen wir darauf achten, dass die Drogenstraftaten und die Verbrechen gegen die sexuelle Selbstbestimmung in eine andere Statistik überführt werden. Irgendwas mit Ausländern, da sind wir dann nämlich nicht mehr zuständig. Höchstens für digitale Lederhosen.

Außerdem haben wir das Bildungsressort ins Ministerium integriert, Strickliesel und Blasmusik als eigenständige Schulfächer, der Dobrindt hat schon versprochen, dass er keine Prüfung ablegen will, ist ja auch klar, wir können uns damit nicht komplett den Schnitt versauen, jedenfalls ist so ein Bildungsbereich natürlich die beste Waffe gegen das Erstarken anderer rechtsradikaler Parteien. Gut, ich würde es jetzt nicht gleich als konservative Revolution sehen, aber wenn Sie das intellektuelle Niveau von diesen Nachtmützen sehen, dann wissen Sie, wo das alles herkommt. Und wo wir hinwollen.

Dirndlverordnung, können Sie sich auch mal durchlesen. Ist zwar nicht wirklich relevant, aber wenn wir irgendwelche Frauen ins Ministerium reinkriegen sollten, brauchen wir da auch so eine Quotenabteilung. Oder können Sie sich vorstellen, dass sich die Aigner irgendwelche Zehn-Punkte-Pläne zur Einbayerung fränkischer Migranten aus dem hohlen Bauch leiert? Herdschutzverordnung, also Herdprämiengewährungsdurchführungsgesetz und verwandte Maßnahmen, und dann müssen wir nur noch rechtssicher dafür sorgen, dass man in ganz Deutschland keinen Job mehr kriegt, wenn man abtreibt. Und natürlich keine Sozialleistungen, wenn man absichtlich als alleinerziehende Mutter sich den Erfordernissen eines auf Vollbeschäftigung ausgelegten Arbeitsmarktes verweigert.

Warten Sie, da kommt gerade eine Rohrpost aus der Staatskanzlei, das ist dringende Verschlusssache und muss sofort erledigt werden. Vom Horst persönlich. Durchsetzung des bundesweiten Knödeldienstag in allen Kantinenbetrieben. Sonst unterschreibt der keinen Koalitionsvertrag, wetten?“





Väter der Klamotte

8 01 2018

„… die geistig-konservative Wende in Deutschland durchführen wolle. Dies gelinge unter der Führung der Christsozialen, wenn sich große politische Gestalter, eine kompetente Spitze, erfahrene Parteimitglieder sowie Alexander Dobrindt zum…“

„… dass noch immer keine Leitkultur im Grundgesetz verankert worden sei. Dies sei der deutliche Beweis, dass seit Staatsgründung eine rote Junta über die nationalen Belange des…“

„… es faktisch keine Staatsmacht mehr in Deutschland gebe, da diese überall längst von anarchistischen Strukturen durchsetzt sei. Vor allem das nach stalinistischen Vorbildern installierte Bundesverfassungsgesetz müsse endlich in die…“

„… sich nicht mit SPD-Vorstellungen aus der Klamottenkiste auseinandersetzen wolle. Nur die Christsozialen dürften dies als Väter der…“

„… dass die Herbeiführung einer Wende der politischen Kultur durch die CDU-Schwesterpartei mindestens 360 Grad, wenn nicht noch…“

„… davon ausgehe, dass sämtliche links orientierten Medien in Deutschland Fake News verbreiten würden, um die Durchsetzung einer stalinistischen…“

„… bereits frühzeitig erkannt hätten, dass die Republik sich in einen DDR-ähnlichen Staat verwandelt habe, der die konservativen Kräfte zu zerstören versuche. Mit Helmut Kohl habe der Sozialismus seinen entschiedensten Verfechter in eine für Deutschland sehr…“

„… es in Deutschland keine rechtsfreien Räume mehr geben dürfe. In Sachsen und Thüringen sei man bereits sehr weit gekommen und werde die guten Ergebnisse auch auf andere…“

„… nicht in der politischen Philosophie der deutschen Geschichte vorkommende Konstrukte wie Ökologie oder Islamismus auch nicht in einen Koalitionsvertrag mit konservativen Kräften des…“

„… mit marxistischen Ideen wie der Ehe für alle vergewaltigt werde. Es dürfe nicht sein, dass die Vergesellschaftung der Produktionsmittel ohne eine staatliche Kontrolle das…“

„… zunehmend Neger aus afrikanischen Staaten importiert würden, die eine lange Tradition mit sozialistischen Diktaturen hätten. Dies werde in wenigen Jahren zu einer Umvolkung sozialistischer deutscher Bürger mit schwarzer…“

„… überhaupt mit dem Marxisten Bismarck schon angefangen habe, der die Verstaatlichung der Ehe verfügt und damit das Primat der Kirche über die Fortpflanzung der aufständigen Arbeiter im damaligen…“

„… den Feminismus als politische Strategie der Gesellschaftsumwälzung einschränken werde. Durch zahlreiche Negativbeispiele wie Clara Zetkin oder Rosa Luxemburg habe die antideutsche Bewegung so viel Unheil angerichtet, dass nur eine Gleichberechtigung für Männer, die auch in der Verfassung als wichtigstes…“

„… linksextremistische Verhaltensweisen wie Antirassismus längst im Mainstream angekommen seien. Die Vorreiterrolle der CSU, sich gegen derartig kulturfremde und dem deutschen…“

„… durch trotzkistische Experimente wie den Mindestlohn schon fast zum Entwicklungsland geworden sei. Die Wirtschaft müsse wieder eine ethisches Perspektive haben, in der nicht jede autistische Transe ihre Vorstellungen von…“

„… aus sicherer Quelle wisse, dass durch die Einführung linker Strukturen das deutsche Volk atheistisch geworden sei. Die Kirche sei kurz vor dem finanziellen Ruin und könne daher kaum noch ihre Rolle als Betreiber von Krankenhäusern, Kindergärten und…“

„… zahlreiche aus dem Ausland gesteuerte Linke aktiv versucht hätten, dem Ansehen Deutschlands in der Welt schweren Schaden. Nicht nur Willy Brandt sei mit seiner eigenmächtig im internatonalen Kontext…“

„… die Umwandlung Deutschlands in eine Räterepublik unmittelbar bevorstehe. Nur große bürgerliche Politiker wie Dobrindt könnten die drohende…“

„… könne man die Freiheit nur dann dauerhaft verteidigen, indem man sie für immer mehr Menschen immer weiter einschränke. Dies sei für eine bürgerliche Gesellschaft, wie die CSU sie verstehe, eine unerlässliche…“

„… die Überfremdung über die Balkanroute gesteuert werde, da der ehemalige Ostblock noch voll von Altlinken sei, die nur darauf warten würden, ganz Europa im Auftrag deutscher Kommunisten in eine neomarxistische…“

„… in den vergangenen zwölf Jahren eine DDR-Kanzlerin regiert habe, was für eine linke Wende in Deutschland gesorgt habe. Dies müsse jetzt durch eine neue Westintegration und die Übernahme eines christlichen Wertekanons im…“

„… dass Frauen inzwischen nur noch dann dieselben Gehälter wie ihre männlichen Kollegen bekämen, wenn sie sich für einen gesellschaftlichen Umsturz entschieden, der letztlich zu militanten Protesten, Linksterrorismus und…“

„… es in der Restaurationsphase unter Adenauer auch vereinzelt Flüchtlinge gegeben habe, diese seien aber deutschstämmig und damit für das Volk als Menschen zu akzeptierende Personen gewesen. Die heute unter der linksextremistischen Merkel-Junta zur Zerstörung der Blutreinheit importierte Asylantenflut sei nur geeignet, gleichmacherische Ideologien wie Islam, Leninismus, Pädophilie oder…“

„… eine konservative Revolution sehr begrüße und ideologisch voll mittragen werde, wenn auch eine Regierungsbeteiligung der Christsozialen eher illusorisch sei. Die AfD werde sich unter der Führung des künftigen…“





Gnadenlos

30 11 2017

„Bei einer Kohleausstiegsaufhebungsquote oder so, da hätten wir diskutieren müssen, aber so!? Bazis, das wollen wir doch nicht. Das müssen wir aus der Schusslinie räumen. Sonst geht diese Regierung genau so den Bach runter wie alle anderen davor!

Wenn wir als Christsoziale schon andere Parteien neben uns in einer Koalition dulden, dann müssen wir auch dafür Sorge tragen, dass wir die Zügel in der Hand behalten. Und da hat der Schmidt Christian alles richtig gemacht, verstehen Sie? Man kann nicht immer nachfragen, sonst ist es doch auch kein Alleingang mehr.

Also abgesprochen war es schon, nur mit Seehofer eben. Wir können nicht auch noch mit der SPD koordinieren, wo wir der Kanzlerin vors Knie treten. Das führt jetzt wirklich zu weit. Das läuft nicht mal als Sorge um Deutschland durch. Und das ist das Letzte, was wir gerade gebrauchen können.

Ein generelles Dieselfahrgebot außerhalb Bayerns, auf solche Ideen muss man erst mal kommen! Dafür braucht es die CSU! Wenn das die Sozen akzeptieren, dann sind sie einfach zu heiß gebadet, und wenn sie es nicht akzeptieren, dann läuft alles nach Plan. Wir brauchen hier eine Emser Depesche, sonst landen wir wieder in einer Konstellation, in der wir von Berlin aus regiert werden und nicht aus München. Das können wir uns nicht bieten lassen, damit wäre zumindest die nächste Landtagswahl vergeigt.

Das ist doch eine traumhafte Situation für den Schmidt Christian. Der hat eigentlich keine große Amtsbefugnis mehr, weil er seine politische Zukunft größtenteils hinter sich hat, fachlich hat er eh nichts zu melden, rausschmeißen kann man ihn nicht, es würde aber auch nichts bringen, weil der Schaden bereits entstanden ist, und jetzt warten alle gemeinsam, bis er vom Stuhl kippt. Also Seehofer ohne die Modelleisenbahn, wenn Sie so wollen. Und jetzt müssen Sie sich das mal praktisch vorstellen: der Schmidt Christian ist unsere absolute Allzweckwaffe. Mit dem kriegen Sie alles weg, was nach vernünftiger Regierungsarbeit aussieht. Und das ist derzeit eine Menge.

Den können Sie natürlich gegen das deutsche Reinheitsgebot einsetzen, aber jetzt stellen Sie sich mal vor, der fährt auf einmal dem Steinmeier in die Parade. Oder Gabriel, jedenfalls außenpolitisch. Also überall da, wo nicht Bayern ist, wir definieren die Außengrenze ja ein bisschen anders als der Rest des Landes. Jetzt stellen Sie sich mal vor, jemand wie der Schmidt Christian ruft bei der EU an und sagt zu denen: Buam, sagt er, seid‘s nicht bös, aber wir würden auch gerne raus. Bayxit oder so. Das ist nicht mit der Kanzlerin abgesprochen, welche Meinung sie da vertritt, dürfte auch klar sein, aber wenn das Vertrauen in die Bundesrepublik erst mal ordentlich angeknackt ist, was meinen Sie, was da in Brüssel passiert? Die werden sich alle auf den Bauch schmeißen vor dem Schmidt, in Wehklagen werden die ausbrechen, allesamt, und wenn sie uns dann richtig sauer sind, weil es nur Theaterdonner war, da wird Gabriel das ausbaden müssen, und wir sind fein raus.

Sie müssen ja wissen, der Mann ist eigentlich Experte für Außen- und Sicherheitspolitik. Der weiß, wie er sie aus dem Gleichgewicht bringt. Und das nutzen wir natürlich gnadenlos aus. Gnadenlos an die Macht – eigentlich ein Titel für einen guten Wahlkampfschlager, finden Sie nicht? Der ist so gut, damit könnte sogar der Söder Ministerpräsident werden. Dobrindt eher nicht, aber für Söder würde es reichen. Wahrscheinlich sogar für Aigner.

Im Verteidigungsministerium war der Schmidt Christian übrigens auch, und jetzt überlegen Sie sich mal, was man da theoretisch alles rausholen könnte. Diplomatische Verwicklungen, Irrungen und Wirrungen, und er ist als evangelischer Franke ins Kabinett gekommen. Der genießt derart viel Minderheitenschutz, den können Sie sogar auf Trump hetzen. Das ist immer ganz angenehm, wenn man sich die Leute zu verpflichten weiß. Man muss ihnen dann nicht immer alle Aufgaben diktieren, man gibt ihnen einmal kurz die Direktive, und dann drehen die Deppen durch. Wir haben den Schmidt dazu gebracht, die Grünen wegen des veganen Schnitzels anzupöbeln. Wahrscheinlich würde er auch in den Abendnachrichten erzählen, dass er sich nie die Füße wäscht, wenn man ihn nur deutlich genug an die Belange der Partei erinnert. Wir könnten ihn auch losschicken, dass er in der Öffentlichkeit behauptet, die SPD habe Lindner geschmiert, weil sie unbedingt in eine Koalition mit Merkel will. Dann kriegt er hinterher einen netten Aufsichtsratsposten oder wird in den Rundfunkrat entsorgt. Das muss ja auch nichts Schlechtes sein, wenn man so wie der Chef für die Landespolitik keine große Rolle mehr spielt.

Wie meinen Sie das, die SPD findet das klasse? weil eine geschäftsführende Regierung auf keinen Fall rechtlich bindende Entscheidungen für die Nachfolgerin trifft? Und die Sozen verlangen jetzt von der Kanzlerin, dass sie den Schmidt Christian kurz vor dem Ende noch zum Rücktritt drängt, was er aber nicht tun wird, weil er sonst ein Problem mit der Partei bekommt, und wenn sie es nicht tut, dann verlangen sie eine Kompensation von ihr? Am Ende noch auf Kosten der Christsozialen? Weil das den Preis nach oben treibt? Kann ich das mit den Grünen noch mal sehen!?“





Original und Fälschung

16 10 2017

„Können wir die rechte Flanke denn jetzt endlich mal schließen?“ „Wir müssen viel breiter aufgestellt sein!“ „Also mehr Angriffsfläche?“ „Aber die…“ „Wir können keine Toleranzgrenze für Intoleranz tolerieren.“ „Aber eine Obergrenze für…“ „Das ist mir jetzt zu viel.“ „Dann brauchen wir weniger.“ „Toleranz, oder wie jetzt?“

„Wieso wollen Sie denn die Alternative rechts überholen?“ „Wo denn sonst, etwa links?“ „Da ist im Moment wenigstens noch Platz.“ „Aber nicht für uns.“ „Wir dulden keine linken Spinnereien.“ „Und rechte?“ „Solange es nicht unsere eigenen sind, könnten wir uns in der Beziehung tolerant zeigen.“ „Und das heißt?“ „Im Wahlkampf wird doch auch viel gelogen.“ „Sie meinen, die Alternative macht ihre Politik grundsätzlich als Wahlkampf…“ „Sie inszeniert ihn als solchen.“ „… und deshalb müssen wir das auch?“ „Solange wir nicht unsere eigenen Spinnereien hinterher aufgeben müssen, ist das doch tolerierbar, oder?“

„Ich wäre für die maximale Provokation.“ „Wen sollen wir denn provozieren?“ „Die Alternative vermutlich.“ „Die doch nicht, die wissen, dass eine Provokation bloß eine Provokation ist.“ „Aber der Wähler, der weiß das nicht.“ „Deren Wähler oder unserer?“ „Da das dieselben sind, brauchen wir uns darüber keine Gedanken zu machen.“ „Wir müssten eher sehen, wie wir danach die Situation wieder in den Griff kriegen.“ „Das wäre mal eine positive Entwicklung, da gebe ich Ihnen recht.“ „Weil wir uns damit von der Alternative abgrenzen?“ „Weil wir das bisher nicht wirklich konnten.“

„Wir sollten eher herausarbeiten, dass unsere bayerischen Werte denen der Alternative sehr ähneln.“ „Das sehe ich anders.“ „Aber die…“ „Wenn etwas etwas ähnelt, dann ähneln die Werte der Alternative unseren bayerischen Werten.“ „Sie meinen das historisch gesehen?“ „Er meint das eher in Bezug auf die Zukunft.“ „Wo sehen Sie da einen Widerspruch?“ „Wenn man so eine Geschichte hat, wozu braucht man dann…“ „Bleiben Sie mal sachlich, meine Herren!“ „Vielleicht kann man das auf unser politisches Führungspersonal beziehen?“ „Ich sehe da vor allem ungebildete, arrogante Arschlöcher, korruptes Scheißpack und widerliche Stammtischnazis, bei denen ich spontan Brechreiz bekomme.“ „Naja, die Alternative hat auch keine besseren Leute zu bieten.“

„Beispielsweise die Familienpolitik.“ „Was ist mit der?“ „Die muss grundgesetzlich gestaltet werden, damit wir den Ausländern nicht zu viel Geld in den Hintern schieben.“ „Dazu müsste man sie aber wieder nicht grundgesetzlich gestalten.“ „Kann man nicht irgendwie eine Obergrenze für Grundgesetzlichkeit…“ „Aber die…“ „Das hat beim Formelkompromiss auch geklappt, und wenn man die Merkel mit irgendwas wegkriegt, schaffen wir die Alternative auch.“ „Wie, wir haben Merkel rechts überholt?“ „Also bei der Familienpolitik schon.“ „Beziehungsweise ist wieder links an uns vorbeigezogen.“ „Und das war grundgesetzlich so in Ordnung?“ „Wenn man uns überholt, ist das nie in Ordnung, merken Sie sich das!“

„Könnten wir nicht etwas von ihr lernen?“ „Ich verstehe, Sie wollen den politischen Gegner am Ende totkoalieren.“ „Die CSU ist nicht die CDU, merken Sie sich das!“ „Aber die…“ „Genau da sehe ich aber das Problem.“ „Wir müssten sonst auf die Alternative inhaltlich zugehen.“ „Eher eingehen.“ „Wenn wir auf die Alternative zugehen, gehen wir also ein?“ „Das habe ich jetzt nicht gesagt.“ „Wir können uns an die Inhalte inhaltlich…“ „Wie denn auch sonst?“ „Wie gesagt, nicht die CDU!“ „Dann müssen wir uns um Inhalte sowieso keine Sorgen machen, oder was wollten Sie damit sagen?“

„Lassen Sie uns das praktisch durchspielen.“ „Als Provokation oder inhaltlich?“ „Kirchtürme statt Minarette!“ „Wie gesagt, inhaltlich oder als Provokation?“ „Kirchturmpolitik können wir doch viel besser.“ „Mit uns gibt es kein Minarett in den bayerischen Dörfern!“ „Kirchtürme haben wir doch schon, wo wollen Sie da neue bauen?“ „Ohne uns würde es nur noch Minarette…“ „Aber die…“ „Übrigens rechte Flanke: dass die Alternative den Anschein erwecken will, sie sei die bessere CSU, das können wir aber auch nicht dulden.“ „Da brauchen wir eine Toleranzuntergrenze.“ „Aber die…“ „Der Wähler wird das denen nie durchgehen lassen.“ „Stimmt, weil er Original und Fälschung unterscheiden kann?“ „Die Alternative jedenfalls versucht wie eine bürgerliche Partei zu wirken – das können wir aber besser!“ „Wie eine bürgerliche Partei wirken?“ „Jetzt machen Sie es doch nicht komplizierter, als es nicht ist!“ „Die Alternative hat doch bisher immer versagt.“ „Und das können wir auch besser?“ „Also jetzt wird’s langsam komisch.“ „Finde ich gar nicht.“ „Wir können uns nicht ständig mit dieser Partei messen, die ist in ein paar Jahren weg vom Fenster.“ „Dann können wir von denen vielleicht noch etwas lernen.“

„Können wir uns jetzt doch auf etwas einigen?“ „Müssen wir?“ „Sollten wir schon.“ „Man könnte jetzt nach außen kommunizieren, dass die Sozen die Alternative groß gemacht haben.“ „Aber die…“ „Und wenn es sie nicht geben würde, dann müssten wir nicht so sein.“ „Wie die Sozen?“ „Das macht schon die Kanzlerin.“ „Weshalb wir auch nicht sein wollen wie die CDU.“ „Weil die Sozen wie die CDU ist.“ „Eher umgekehrt.“ „Da soll noch einer durchblicken!“ „Gut, dann haben wir’s jetzt?“ „Sagen Sie das der Presse: die Christsozialen lassen sich nicht von kurzfristigen politischen Ideen beeinflussen. Wir bleiben eigenständig.“