Schutzmännchen

15 02 2017

„Irgendwie kann man es aber auch verstehen, dass Polizisten jetzt besser geschützt werden.“ „Wovor denn?“ „Die armen Beamten müssen doch die total verfehlte Politik ausbaden, die diese Regierung macht.“ „Also etwa ein Gesetz, das Polizisten besser schützt?“

„Wir sehen doch, das ist statistisch bestätigt!“ „Was stört Sie eigentlich an der aktuellen Kriminalstatistik?“ „Nichts, die ist schließlich wahr, weil sie offiziell ist.“ „Dann haben Sie gelesen, dass Angriffe gegen die Polizei seit Jahren zurückgehen, oder?“ „Das ist Ihre Interpretation.“ „Das sind die nackten Zahlen.“ „Wir haben aber immer mehr Widerstand gegen die Staatsgewalt!“ „Den Begriff gibt es nicht mehr.“ „Im Strafgesetzbuch heißt es aber immer noch so.“ „Es heißt: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.“ „Das ist dasselbe.“ „Ich darf kurz aus dem Paragrafen zitieren: ‚Die Tat ist nicht nach dieser Vorschrift strafbar, wenn die Diensthandlung nicht rechtmäßig ist. Dies gilt auch dann, wenn der Täter irrig annimmt, die Diensthandlung sei rechtmäßig.‘“ „Keiner mag Klugscheißer, klar!?“ „Ein Polizeischutz für die Schutzpolizei ist also plötzlich auch dann strafbar, wenn sich nicht vollstreckende Vollstrecker auf einmal mit Widerstand konfrontiert sehen?“ „Das ist mal wieder eine ihrer linken Nebelkerzen!“

„Sonst hatten Sie für den Justizminister auch nicht immer viel übrig.“ „Der ist ja auch gelernter Nichtjurist. Aber hier macht er ausnahmsweise mal etwas richtig.“ „Das Gesetz kommt doch eigentlich aus dem Innenministerium.“ „Aha, Sie meinen, de Maizière macht Männchen?“ „Schutzmännchen.“ „Jetzt lassen Sie mal Ihre Spitzfindigkeiten, der Innenminister hat’s auch nicht leicht. Der ist für die innere Sicherheit zuständig, dem darf man nicht mit der Verfassung kommen.“

„Warum wurde dieses Gesetz nur so plötzlich durchgepeitscht?“ „Weil sich eine große Mehrheit dafür ausgesprochen hat, dass man unsere Polizei endlich schützt!“ „Welche Mehrheit?“ „Also die der Gewerkschaften!“ „Welcher Gewerkschaften?“ „Die Polizeigewerkschaften, verdammt noch mal!“ „Es reicht in Deutschland, wenn ein Berufsverband lustige staatsrechtliche Ideen hat, und dann landet er nicht in der Psychiatrie, sondern in Karlsruhe?“ „Die Debatte um das gesellschaftliche Klima muss ja auch widergespiegelt werden. Wir brauchen ein Recht, das die Wirklichkeit abbildet!“

„Und wenn man beispielsweise Lehrer besser gegen Angriffe schützen würde?“ „Lustig, wie Sie Ihre Bildungslücken hier als Gutmenschengefasel verkaufen wollen.“ „Weil?“ „Bildung ist nun mal Ländersache, da können Sie als linker Schreihals nicht punkten.“ „Was hat das damit zu tun?“ „Der Schutz unseres Staates beruht auf Bundesgesetzen.“ „Man dürfte also einen Ministerpräsidenten straffrei abschlachten?“ „Was ist denn das für…“ „Ach nichts. Ich hatte nur gerade versucht, mich Ihrem Niveau anzunähern, aber die Kopfschmerzen sind es nicht wert. Vielleicht Busfahrer? oder Bahnschaffner?“ „Arbeiterpack? dieser Dreck ohne akademische Ausbildung kann gerne als Kandidat bei der Stalinistenpartei antreten, ansonsten sollen diese Parasiten die Fresse halten und meine Rente verdienen!“ „Immerhin ist die Deutsche Bahn ein Unternehmen in Staatsbesitz.“ „Deshalb geht auch bei denen nichts mehr! Dieser ganze Staat gehört doch hinter Schloss und Riegel, Gerichte und Finanzamt gleich mit, und die in Dresden lassen sich von diesen Linkschaoten gefallen, dass man einen…“ „Also sollten die Vertreter der öffentlichen Ordnung besonders geschützt werden?“ „Wer rettet uns denn, wenn der Islam Deutschland zerstören will? Es geht doch hier um humanitäre Werte!“

„Wen würden Sie besser vor einer Aushöhlung des geltenden Rechts schützen? Investmentbanker oder…“ „Mein Abteilungsleiter sagt, die braucht keiner, aber unser Chef, der Chef von dem Chef von dem Abteilungsleiter, der ist schon der Ansicht, da müsste man mal nichts tun.“ „Und was denken Sie?“ „Wir brauchen schon Gerechtigkeit für den kleinen Mann auf der Straße – deswegen ja!“ „Und deshalb muss man beispielsweise Erzieher nicht besser behandeln als Investmentbanker?“ „Soll ich das jetzt als Beleidigung auffassen?“ „Würde das Ihrem Bildungsstand entsprechen?“ „Ich sage es Ihnen mal ganz deutlich: es wird keiner gezwungen, diesen Beruf zu ergreifen!“ „Man könnte also auch auf das Pflegepersonal in den Krankenhäusern und Heimen und…“ „Die sollen einen ordentlichen Schulabschluss machen und zur Bundeswehr gehen, ist das denn zu viel verlangt?“

„Außerdem ist Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte im Polizeidienst nur ein marginales Thema.“ „Warten Sie mal ab, bis wir hier alles voller Flüchtlinge haben.“ „Die typischen Täter sind Deutsche. Beispielsweise Fußballfans, Neonazis, die Flüchtlingsheime anzünden…“ „Anders kriegt man die ja gar nicht mehr weg hier aus Deutschland!“ „… und dann die Feuerwehr am Löschen hindern. Oder wo wir gerade beim Thema Dresden sind: Demonstranten fallen auch in das Ressort.“ „Eben, immer drauf! Anders lernen es diese Chaoten ja nicht.“ „Dass Straferschärfungen immer helfen, wissen wir alle, und dass Sie dies PEGIDA-Pack in den Knast schicken wollen, das macht Sie ja regelrecht sympathisch.“ „Ja, das nun nicht gleich, aber Sie müssen doch den rechtlichen Vorgang mal würdigen – so ein Gesetz, das hat Symbolkraft.“ „Dass das Symbolgesetzgebung ist, war klar.“ „Das hat Symbolkraft, weil wir in einer Zeit des Umbruchs sind. Mit Demokratie kommen wir nicht mehr weiter, deshalb müssen wir jetzt den gesellschaftlichen Wandel einläuten. Es muss sich doch etwas drehen in diesem Land!“ „Mit Gesetzen gesellschaftliche Veränderungen durchsetzen, wo war das zuletzt noch mal erfolgreich?“





Asylindustrie

14 11 2016

„… de Maizière gerettete Flüchtlinge so schnell wie möglich wieder zurück in ihre Heimatländer schicken wolle. Dies sei ein starkes Signal an die anderen EU-Länder, dass sich die Gemeinschaft an ihre christlichen Werte…“

„… zwar schwierig sei, jedoch mit etwas gutem Willen zur Verständigung mit den Einwanderern führen könne. Die Grünen seien im Hinblick auf eine nicht auszuschließende Koalition eher…“

„… eine weit gehende Entbürokratisierung des Asylverfahrens anstrebe. Der Asylbewerber habe entweder Papiere im Original einschließlich beglaubigter deutscher Übersetzung bei sich, die standardmäßig als Fälschung bezeichnet würden, oder er führe gar keine Papiere mit sich, was sofort zur Ausweisung aus dem…“

„… lehne die Bundesregierung eine Mauer ganz entschieden ab. Dies sei absurd, so der Bundesinnenminister, da die einmalig gebaute Mauer nur punktuell Arbeitsplätze schaffe, eine Rückführung aber dauerhaft für die Stabilität auf dem deutschen Arbeitsmarkt…“

„… entspreche der kriminalistischen Erfahrung des Bundesinnenministers. Wer so viel Bargeld bei sich habe, um die unmittelbar nach dem Eintreffen beginnenden Zwangskurse in Deutsch und Staatsbürgerkunde zu belegen, sei nur aus wirtschaftlichen Gründen aus dem…“

„… dass sich Leistung wieder lohnen müsse. Gabriel befürworte den Gedanken, dass nur die Flüchtlinge, die lebend das europäische Festland betreten könnten, auch lebend zurück nach…“

„… seit Jahren vom Bundesinnenminister so bestätigt worden sei. Kein Bargeld mitzuführen, obwohl der Pflichtkurs in Staatsbürgerkunde und Deutsch unmittelbar nach der Einweisung in die Unterkunft beginne, sei ein Indiz dafür, dass nur wirtschaftliche Gründe zur Flucht aus dem…“

„… die von Peter Hartz entwickelten Asylum-Floater-Plattformen, auf denen Geflüchtete noch im Schockzustand spontan zu ihren Chancen und Wunschvorstellungen im Kapitalismus befragt werden sollten, nicht aufzubauen, da die vom Ministerium freigegebenen 850 Milliarden Euro nur teilweise auf dem Konto von Peter Hartz…“

„… eine deutsche Asylindustrie durch die Umstellung auf eine Rückführungsbranche nicht nur einen national befriedeten Arbeitsmarkt schaffen könne, sondern auch zur Integration der Rechtsradikalen in den politischen…“

„… auch das Mittelmeer selbst als sicheren Herkunftsort deklarieren wolle, da die auf der Passage zu Tode gekommenen Flüchtlinge nicht aus politischen Gründen ertrunken oder wegen mangelhaft kontrollierter Menschenrechte erfroren seien. Steinmeier habe das…“

„… sich bei einem erhöhten Risiko für die Bleibeperspektive die Schlepper aus dem Geschäft zurückziehen würden. Der Regierungssprecher habe berichtet, er wisse aus seiner Lebenserfahrung, dass kein Straßenfeger Laub aufkehren wolle, wenn er doch wisse, dass bereits am nächsten Tag alles wieder voller…“

„… vor allem Toleranz zeigen müsse. So wolle de Maizière auch die jüngsten Brandanschläge auf deutsche Synagogen als prinzipielle Zustimmung zur neuen Fremdrassenbereinigung der…“

„… eine Asylprüfung per Post stattfinden könne. Zwar obliege es den Antragstellern, die Unterlagen in einer Behörde auf deutschem Hoheitsgebiet vorzulegen, es sei aber nicht Aufgabe der Bundesregierung, derartige Verfahrenswege kostenfrei oder ohne bürokratische…“

„… mehrere Todesopfer bei einem Anschlag mit einer Rohrbombe zu beklagen habe. Da sich Sachsen nach Angaben der Landesregierung als nicht mehr sicher bezeige, wolle Ulbig die zehn übrigen Betroffenen aus Syrien und dem Senegal nach Herstellung ihrer Transportfähigkeit von der Bundeswehr in die afghanische…“

„… es mit der Abschaffung des Asylrechts nicht getan sei. Scheuer bestehe auf die Ein- und Ausfuhr ministrierender Neger, um Deutschlands Ruf als weltoffenes Land weiter im Ausland zu…“

„… verhandle der Bundesinnenminister mit mehreren deutschen Technologiekonzernen, um die Rückführungsinseln im Mittelmeer als…“

„… es für Schlepper auch lukrativ sein könne, die Flüchtlinge direkt auf die Rückführungszentren zu verschiffen, um als Kooperationspartner der EU-Behörden für einen vereinfachten Vorgang im…“

„… sei allerdings eine grundgesetzkonforme Einzelfallprüfung auf deutschem Boden nicht zu gewährleisten. Man könne die Rückführungsinseln zum exterritorialen Gebiet erklären, Maas lehne es aber ab, das Bundesverfassungsgericht für zwei Tage in der Woche auf den…“

„… alle Verfahren an der nordafrikanischen Küste bündeln wolle, um der Gründung einer internationalen Gewerkschaft von Schleppern zuvorzukommen. Gabriel habe vorgeschlagen, den Schleppern aus EU-Subventionstöpfen eine großzügige Stilllegungsprämie…“

„… die Digitalisierung in Deutschland noch nicht weit genug vorangeschritten sei, um die Asylanträge zeitnah zusammenzuführen. Die Bundesregierung werde daher gezwungen sein, weiterhin Kriegsflüchtlinge mit notwendigen Berufsqualifikationen auszuweisen, um den Facharbeitermangel nicht mehr als nötig…“

„… mehr Opfer zu beklagen seien, da Syrer und Libanesen jetzt nach Afrika fahren müssten. Die EU plane deshalb, den Etat für Frontex um bis zu zehn Prozent zu…“

„… auch als genossenschaftlich finanzierte Organisationen denkbar seien. De Maizière begrüße es außerordentlich, dass die Asylzentren nun als selbstverwaltete Dienststellen in den als sicher eingestuften…“





Schweigepflicht

15 08 2016

„Dann schlagen wir de Maizière doch einfach ein Gesetz vor, dass alle illegalen Sachen ab jetzt verboten sind, und fertig.“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Das ist so bescheuert…“ „Hören Sie, ich wollte nur…“ „… dass er auf den Gedanken schon selbst gekommen ist. Mehrmals.“

„Jedenfalls braucht ein Sicherheitskonzept auch Maßnahmen, die wirklich greifen.“ „Und da hatten Sie natürlich als erstes an die Burka gedacht?“ „Das wäre mal eine sinnvolle Maßnahme.“ „Eben, was meinen Sie, wie leicht man ein Gewehr unter eine Burka kriegt.“ „Oder eine Panzerfaust.“ „Das halte ich jetzt aber für übertrieben.“ „Das Gewehr?“ „Nein, das mit der Panzerfaust.“ „Sprengstoffgürtel wäre sowieso viel realistischer.“ „Macht doch keine Frau.“ „Wieso denn nicht?“ „Was soll denn eine Attentäterin mit 72 Jungfrauen?“ „Auch wahr.“ „Aber rein theoretisch könnte eine Frau mit Burka doch schon eine Terroristin sein.“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Dann haben wir eben das Problem, dass wir ohne Burka keine Terroristinnen mehr erkennen.“ „Und wenn sich eine als Nonne verkleidet?“ „Ist das verfassungsmäßig erlaubt?“

„Jedenfalls ist das ganze Konzept irgendwie noch nicht rund.“ „Das mit der Burka ist ja auch eher so eine Schnapsidee. Das lässt sich überhaupt nicht kontrollieren.“ „Kann man Frauen, die in der Burka erwischt werden, einfach ausziehen?“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Das könnten auch arabische Touristinnen sein.“ „Dann bräuchte man als Frau nur einen ausländischen Ausweis.“ „Gut Idee, dann ist das Burkaverbot wenigstens nicht so ausländerfeindlich, wie die Opposition behauptet.“ „Trotzdem, dann sind wir hier in Deutschland wieder frauenfeindlich, und das kommt gar nicht gut an.“ „Wir könnten das Gesetz so machen, dass die Frauen nur in Begleitung eines Mannes Burka tragen dürfen.“ „Ausländische Frauen.“ „Sehr gut, das ist die Lösung.“ „Und die ziehen sich dann in Begleitung des Mannes aus?“ „Klingt auch nicht so ganz verfassungskonform.“ „Aber bei Nonnen?“

„Überhaupt, das mit der Schweigepflicht.“ „Die bei den Nonnen? die heißt Beichtgeheimnis.“ „Das müsste man auch irgendwie abschaffen können.“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Mir ist nicht bekannt, dass Nonnen als Terroristinnen…“ „Jetzt hören Sie doch mit Ihren Spitzfindigkeiten auf! Es geht hier nicht um Nonnen, es geht ums Prinzip!“ „Ach so.“ „Und ich frage Sie, wo begegnet man denn einer Nonne im normalen Straßenbild?“ „Sie meinen außerhalb von Bayern?“ „Das ist nun mal das Problem, Sie können nicht gleichzeitig das Grundgesetz einhalten und für Sicherheit sorgen.“ „Das sagt de Maizière?“ „Nein, da hält er sich wohl an die Schweigepflicht.“

„Wir müssen doch den Tatsachen auch mal ins Auge blicken: die meisten Terroristen sind immer noch Männer.“ „Sie meinen, die SPD besteht hier bis zur Bundestagswahl auf eine Quotenregelung?“ „Schwesig kriegt auch das hin.“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Und was ist, wenn sich männliche Terroristen nun diskriminiert fühlen?“ „Dann kann es eher sein, dass sich Terroristinnen diskriminiert fühlen, weil man sie nicht verdächtigt.“ „Oder beim Gegenteil.“ „Wir müssten so ein Gesetz machen, das Bärte verbietet.“ „Natürlich bei Ausländern.“ „Und wenn man nun Terrorist ist und keinen Bart trägt?“ „Dann sind Sie Hipster.“ „Das ist doch das Gegenteil.“ „Weil die was im Bart verstecken?“ „Dann könnte doch zum Beispiel ein Hipster als Terrorist sich unter einer Burka verstecken und zur Tarnung mit einem Mann…“ „Sie arbeiten zu lange hier, machen Sie mal ein paar Monate Urlaub.“

„Hat denn jemand schon mal nachgedacht über Sympathiewerbung?“ „Für de Maizière?“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Nein, für Terrorismus.“ „Das sind diese TV-Spots im Vorabendprogramm, damit man nachts nicht immer raus muss, oder?“ „Oder das mit den Autoscheiben.“ „Nee, das ist Werbeterror.“ „Ganz sicher keine Terrorwerbung?“ „Jedenfalls macht es nicht sympathisch.“ „Dann könnte man ein Gesetz gegen Terrorwerbung in den Bundestag einbringen.“ „Erstmal müssten Sie bitte erklären, was Terrorwerbung ist.“ „Erst das Gesetz, dann können wir ja immer noch gucken, was wir damit bekämpfen.“ „Ich vergaß, wir arbeiten ja für de Maizière.“

„Sikhs könnte man doch auch irgendwie in eine Kartei aufnehmen.“ „Wegen der Bärte?“ „Die haben immer ein Messer im Turban.“ „Aber der ist doch erlaubt.“ „Weil das keine Islamisten sind.“ „Das heißt, wir müssten keine Hassprediger von denen ausweisen?“ „Was soll denn das jetzt schon wieder bedeuten?“ „Wir sollten uns doch mal über die ausländischen Hassprediger Gedanken machen. Die Ausweisung muss viel schneller erfolgen.“ „Und was machen wir mit diesen komischen Weihnachtsmännern da aus Köln?“ „Das sind doch Deutsche.“ „Denen könnte man ja nicht mal die doppelte Staatsbürgerschaft entziehen.“ „Klar, kann man alles.“ „Noch alle Tassen im Schrank!?“ „Die sind doch nebenher beim Islamistischen Staat, oder wie das heißt?“ „Das ist aber verfassungsmäßig…“ „Dann machen wir ein Hasspredigerregister, für Deutsche reicht das.“ „Guckt sowieso keine Sau rein.“ „Eben.“ „Und Moscheebau?“ „Kein Fass aufmachen, das reicht jetzt echt mal!“ „Und die Meldepflicht für depressive Iraner…“ „Deutsch-Iraner!“ „Meine Güte, das ist doch wieder ein…“ „Das kapiert er eh nicht.“ „Ich seh’s kommen.“ „Können Sie das noch mal eben rüberreichen?“ „Was?“ „Das vom Anfang. Das mit dem Verbot. Das ist bescheuert.“ „Ja, aber…“ „Oder glauben Sie etwa, man erwartet noch mehr von uns?“





Sauberkünstler

27 07 2016

„Und dann könnte man natürlich die Waffengesetze verschärfen.“ „Wie denn?“ „Irgendwie verschärfen halt, ich weiß auch nicht.“ „Gute Idee.“ „Aber wenn wir zu fünfundneunzig Prozent sowieso illegale Schusswaffen in Privatbesitz haben, was soll dann eine Gesetzesverschärfung.“ „Dann haben wir noch mehr illegale Schusswaffen.“ „Und das verbessert dann genau was?“ „Dann brauchen wir eben mehr Überwachung.“

„Unser Auftrag war doch jetzt eindeutig, oder?“ „Klar, wir sollen eine Reaktion auf die aktuelle Terrorlage…“ „Haben wir schon wieder eine?“ „Nein, aber es kann jederzeit wieder eine kommen.“ „… erarbeiten, die den Sicherheitsbedürfnissen der Bevölkerung Rechnung trägt.“ „Sehen Sie, das ist doch mal eine Ansage.“ „Wer hat denn bitte das Bedürfnis nach mehr Sicherheit?“ „Der Bürger.“ „Sagt wer?“ „Das muss man als Politiker eben auch mal antizipieren, dass so eine Forderung, wenn man die den Wählern vorlegt, dass sie die eventuell auch befürworten. Oder zumindest nicht ablehnen.“

„Also ganz wichtig sind jetzt für mich diese Gewaltdarstellungen.“ „Verbieten!“ „Gute Idee.“ „Und zwar sofort und mit aller Konsequenz!“ „Das heißt, wir haben keine Fernsehnachrichten mehr?“ „Was hat das denn damit zu tun?“ „Die Medien zeigen Bombenattentate in epischer Breite.“ „Also das halte ich ja für übertrieben.“ „Jetzt neulich in Bagdad, das waren keine dreißig Sekunden, man hat kaum Leichen gesehen.“ „Sie kriegen diese Aufnahmen an jeder Ecke im Internet, und Sie müssen nur einmal eine…“ „Da haben wir’s doch schon, wir müssen das Internet mal genauer unter die Lupe nehmen!“ „Für die Verbreitung von Nachrichten?“ „Nachrichten, Nachrichten – das ist doch schlimm genug, dass das passiert, das muss man sich nicht auch noch im Internet ansehen.“ „Sie wollen also ein ganzes Medium zensieren, nur weil die Inhalte…“ „Wer sagt Ihnen denn, dass die Täter nicht genau das bezwecken wollen?“ „Die Zensur westlicher Medien?“ „Gute Idee.“ „Quatsch, dass Sie ins Internet gehen und da durch Ihren Medienkonsum sittlich verrohen. Da geht man doch gleich gegen den vor, der diesen Schweinkram in Umlauf bringt.“ „Der Täter hatte entsprechende Bücher bei sich zu Hause.“ „Sehen Sie, wohin das führt? erst radikalisiert man sich im Internet, und dann fangen die Leute auch noch an zu lesen!“

„Halten wir mal fest, wir gehen jetzt einerseits multimedial vor, und dann haben wir juristische Maßnahmen geplant.“ „Und das Internet wollen Sie unjuristisch verbieten, oder wie jetzt?“ „Gute Idee.“ „Machen Sie doch nicht so ein Theater, wir sind erst im Überlegungsstadium.“ „Vielleicht sollte man sich mit dem konkreten Einzeltäter befassen, das könnte hier ganz zielführend sein.“ „Einzelfälle sind normalerweise nicht so gut.“ „Wir haben es auch mit so vielen Sachen zu tun, da können wir nicht für jeden Einzelfall ein Gesetz machen.“ „Es gibt halt nicht für jeden einen Therapieplatz, das ist traurig.“ „Sie werden das nicht ändern können.“ „Lassen Sie uns lieber nach den Gemeinsamkeiten von diesem Täter und den…“ „Dieser Täter hat jedenfalls Sympathien für die AfD gehabt.“ „Gott, ist halt eine demokratische Partei.“ „Wir wollen jetzt keinen Wahlkampf, verstehen Sie?“ „Das war außerdem ein Ausländer, also halbausländisch, ein quasi halbausländischer Halbdeutscher.“ „Ein depressiver Jugendlicher mit eindeutig rassistischen Gewaltfantasien.“ „Meine Güte, wir können doch Integration nicht auch noch negativ sanktionieren!“ „Ein rassistischer Ausländer, da sehen Sie es doch: typisch verwirrter Einzelfall!“

„Wir könnten jetzt auch mal gucken, ob wir die Meldepflicht bei gewissen psychischen Krankheiten einführen.“ „Gute Idee.“ „Dieser Kinomörder aus Amerika, der war doch auch schizophren?“ „Nein, der hatte Autismus.“ „Ach so.“ „Dann kriminalisiert man jetzt schon Krankheiten?“ „Der war halt ein bisschen abartig, seelisch gesehen.“ „Sie müssen mal sehen, was der für Killerspiele gespielt hat!“ „Die werden sowieso jetzt als erstes verboten!“ „Gute Idee!“ „Und dass Ego-Shooter auch nur ein Symptom sozialer Dysfunktionalität sind, ist Ihnen noch nicht in den Sinn gekommen?“ „Das muss man eben verbieten.“ „Die Sicherheitsbedürfnisse der Bevölkerung, Sie verstehen.“ „Jetzt machen Sie nicht so einen Lärm, das ist wie bei einer Erkältung. Da bekämpfen Sie auch zuerst den Husten, damit sich da keiner ansteckt.“

„Also Killerspiele…“ „Sind durch, da müssen wir nicht wieder ein Fass aufmachen.“ „Und ich kümmere mich mal um dieses Internet.“ „Der Täter war doch Schiit.“ „Ist das jetzt so wichtig?“ „Wir müssten eruieren, ob sich das mit einem generellen Islamverbot verträgt oder ob wir Sonderregelungen brauchen.“ „Vielleicht widerspricht ja ein Teil des schiitischen Korans gegen das Grundgesetz.“ „Dann sollten wir den ganzen Koran verbieten.“ „Gute Idee.“ „Dass der Täter nicht religiös war und andere Muslime umgebracht hat, war schon bis zu Ihnen durchgesickert?“ „Wir wollen das ja auch nicht direkt verbieten, sondern nur einschränken.“ „Wie das Internet.“ „Oder Smartphones.“ „Dieses Monsterspiel, das jetzt alle spielen.“ „Da soll man ja Leichen finden.“ „Empörend!“ „Sie reden hier über einen nicht vorbestraften deutschen Staatsbürger mit…“ „Der hatte einen deutschen Pass?“ „So richtig deutsch?“ „Ja, warum?“ „Menschenskinder, warum sagen Sie das nicht gleich? Hallo? Stellen Sie mal durch – hallo? Herr de Maizière wir haben da einen sehr interessanten Durchbruch erzielt für Ihr Sicherheitskonzept.“





Statt Sicherheit

22 06 2016

„Also nur für das eigene Umfeld?“ „Es ist auch nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie sich in den entlegeneren Bezirken Ihrer Heimatstadt einmal gründlich umschauen.“ „Und wenn das auffällt?“ „Dann gehen Sie eben nachts. Wenn Bürgerwehren das können, können das Hilfspolizisten auch.“

„Die Dienstanweisung sieht vor, dass wir über potenziell verdächtige Elemente Informationen sammeln.“ „Dann wird das wohl vom Ministerium als sinnvoll erachtet.“ „Von de Maizière?“ „Keine Ahnung, aber wenn er nicht widersprochen hat, wird das wohl so sein.“ „Was sind denn bitte potenziell verdächtige Elemente?“ „Das müssen Sie schon selbst herausfinden.“ „Verdächtige Leute?“ „Die Leute, bei denen sich der Verdacht ergibt, dass sie möglicherweise verdächtig werden könnten.“ „Das ist ja Konjunktiv dreieinhalb.“ „Wenn Sie den Eindruck haben, jemand könnte rein theoretisch…“ „Nach welcher Theorie denn bitte?“ „… unter Umständen verdächtig werden, dann melden Sie den dem DDR.“ „Es heißt: der DDR. Es ist die…“ „Das ist die Abkürzung für das Deutsche Denunziations-Register.“ „Wie!?“ „Sie haben ja in gewisser Weise recht. Wir melden halt, bevor wir einen Verdacht haben. Das ist für die Bürger in den neuen Bundesländern ein schönes nostalgisches Moment an der Sache.“

„Mal ganz praktisch gefragt: wie radikalisieren sich denn die Nachbarn?“ „Naja, das kommt darauf an.“ „Jetzt sagen Sie nicht, ich soll einen melden, nur weil der keinen schwarzen Fußballspieler neben sich wohnen haben will.“ „Quatsch, das hat doch keiner behauptet.“ „Ist es nicht vielmehr so, dass die Leute sich heimlich mit Bombenbasteln und Schusswaffen beschäftigen?“ „Das ist ein Klischee, die meisten sind in Moscheen oder…“ „Keiner meiner Nachbarn oder Verwandten ist Muslim, keiner von denen geht in eine Moschee.“ „Auch nicht heimlich?“

„Das ist doch wieder nur eine der üblichen Nebelkerzen, um rechtsterroristische Gewalt zu verharmlosen.“ „Wo sehen Sie denn Rechtsterror?“ „Den Nationalsozialistischen Untergrund und seine guten Beziehungen zum Verfassungsschutz haben Sie anscheinend schon vergessen.“ „Ach so. Das waren aber tragische Einzelfälle.“ „Da haben die Nachbarn also bloß nicht mitgekriegt, dass die sich radikalisiert haben?“ „Nein, das sehen Sie falsch. Die waren schon radikalisiert, da war dann schon nichts mehr zu sehen. Manchmal ist man eben als Staat auch mal machtlos.“

„Und dieses Denunziations-Register, da melde ich dann jeden, der plötzlich eine Hakenkreuzfahne im Wohnzimmer aufhängt?“ „Da müssen Sie schon ein bisschen mehr niedrigschwellig denken.“ „Wie bitte?“ „Also einfach, ganz einfach.“ „Auf dem Niveau von de Maizière?“ „Unterbrechen Sie mich jetzt nicht. Sie müssen der Gefahr schon auf die Schliche kommen, bevor sie entsteht.“ „Bevor sie zu entstehen drohen könnte?“ „Ich glaube, Sie haben das langsam kapiert.“ „Wenn mein Nachbar beispielsweise Verständnis für Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte äußert?“ „Eher, wenn Sie so ein komisches Bachgefühl haben.“ „So eins wie die Bundeskanzlerin, wenn sie mit dem Grundgesetz konfrontiert wird?“ „Nein, eher sicherheitsmäßig. Wenn die Leute im Hausflur immer freundlich grüßen und trotzdem so wirken, als ob sie etwas zu verbergen hätten.“ „Ich habe auch einiges zu verbergen.“ „Aber Sie sind nicht der Typ, der im Hausflur freundlich grüßt. Bei Ihnen mache ich mir da keine Sorgen.“

„Und dann kommen die Hilfspolizisten vorbei, oder wie soll ich mir das vorstellen?“ „Ach was, das dauert. So viele kann man gar nicht einstellen, außerdem sind die für Wohnungseinbrüche gedacht. Man kann sich auch nicht um alles kümmern.“ „Sagt die Hilfspolizei?“ „Sagt de Maizière.“ „Auch nicht besser.“ „Bevor da irgendwas passiert, müssen sämtliche Daten erst einmal gründlich ausgewertet werden. Das nimmt einige Zeit in Anspruch, denn es sind mehrere Behörden damit beschäftigt.“ „Und wann passiert mal etwas?“ „Nicht so schnell, wir sind schließlich immer noch in einem Rechtsstaat.“ „Noch immer?“ „Dann kommt erst unser Analyse- und Auswertungstruppe. Die Statsi.“ „Von Stasi oder von Statistik?“ „Weder – noch. Die Statsi ist zuständig für alle Aktivitäten statt Sicherheit.“ „Also doch Staatssicherheit.“ „Nein, hören Sie doch mal zu! Statt Sicherheit – wir können ja objektiv keine Sicherheit garantieren, stattdessen verbreiten wir halt subjektive Unsicherheit.“

„Meinen Sie nicht, dass der Mann mit seinem Amt völlig überfordert ist.“ „Ach was.“ „Und warum macht er dann so eine…“ „Ich meine, nicht mit seinem Amt. Dass er überfordert ist, da gebe ich Ihnen recht.“ „Und dieses Theater hier? dies ständige Geschnüffel, ob man nicht irgendjemanden verleumden kann? Diese permanente Angst, dass man in unserer entsolidarisierten Gesellschaft selbst zum Opfer irgendeiner Rufmordkampagne wird?“ „Das entspricht doch nur dem aktuellen Trend.“ „Ich weiß nicht, ob ich das Trend nennen würde.“ „Gucken Sie doch in die Lifestyle-Zeitschriften: alles redet ständig von vermehrter Achtsamkeit.“ „Entschuldigung, aber Sie haben einen Knall.“ „Bitte, so nehmen Sie doch Vernunft an!“ „Ich will von dem Murks nicht mehr hören!“ „Aber unser Bundesinnenminister möchte doch einfach nur ein bisschen beliebter sein.“ „Was!?“ „Er setzt sich doch ein. Er liebt doch alle Menschen.“





Auswanderungsgesetz

4 04 2016

„Und Würstchen!“ „Sehr gut!“ „Hä?“ „Hier ist Deutschland, da isst man gefälligst Würstchen, und zwar Schweinewürstchen!“ „Und dass man damit die Fleischindustrie zerstört, die Dumpingpreise für das billige Zeug…“ „Egal, ob wir Deutschland in die Scheiße reiten – diese Scheißausländer sollen richtig eins aufs Maul kriegen!“ „Sehr gut!“

„Und dann kommen wir jetzt alle mal wieder runter, und dann machen Sie ein paar konstruktive Vorschläge, wie wir die Kontrolle über Integration und Asylbegehren aufrecht erhalten können.“ „Wir sollten auf dem Verwaltungswege viel mehr…“ „Da ist schon viel Schönes dran, wir haben im Moment nur nicht genug Personal, noch mehr Papierkram zu leisten.“ „Sehr gut!“ „Denken Sie einfacher. Wir müssen denen helfen, die wir…“ „… die wir nicht loswerden, so sieht’s doch aus!“ „Können wir uns auf eine staatsrechtlich einigermaßen vernünftige Art der Problemlösung einigen?“ „Die brauchen keine Hilfe, die sollen sich wieder verziehen!“

„Gut, dann wollen wir noch einmal das Problem umreißen.“ „Sehr gut!“ „Fest steht ja nun, dass wir ein Einwanderungsgesetz…“ „Wir brauchen kein Einwanderungsgesetz!“ „Hä?“ „Was wir brauchen, das ist ein Auswanderungsgesetz! raus mit den Scheißausländern!“ „Vielleicht sollten wir doch auf den Verwaltungsweg noch einmal zurückkommen, es sind immer noch fast eine halbe Million ohne einen Antrag auf Asyl in der Bundesrepublik, also sollten wir eine Einwanderungspolitik erst dann mit rechtlichen Rahmenbedingungen umreißen, wenn wir wissen, um wie viele Personen es eigentlich geht.“ „Gehen, gutes Stichwort!“ „Sehr gut!“ „Die Vorgabe aus dem Innenministerium ist klar, wir wollen eine ganz klare Regelung, so dass das, ich meine, das muss ja dann ganz klar geregelt sein. Also werden, jetzt.“ „Hä?“

„Der Punkt ist doch, dass der Innenminister bisher noch nichts Sinnvolles unternommen hat, um diese staatsrechtlich einigermaßen vernünftigen Problemlösungen auch nur anzufangen.“ „Sie müssen das verstehen, es handelt sich schließlich um den Bundesinnenminister. Der Mann ist ja nicht in seinem Amt, um irgendwas Sinnvolles zu tun.“ „Sondern?“ „Ja Gott, den ganzen Tag zu Hause herumsitzen ist auch nichts, wenn er jetzt schon in Pension ginge, würden die Leute auch meckern.“ „Sehr gut!“ „Bevor ich Flüchtlingen vorschreibe, dass sie in einem Landkreis bleiben müssen, weil sie sonst ihren Asylstatus verlieren, muss ich doch erstmal wissen, wer wo einen Antrag stellt.“ „Ist doch scheißegal, die kann man jetzt schon alle rausschmeißen! Das ist doch nicht relevant, wo die Scheißausländer sind, Hauptsache raus!“ „Und wenn ich die in irgendwelchen strukturschwachen Regionen unterbringe, ist es doch vollkommen sinnlos, dass ich ihnen vorschreibe, innerhalb einer festgelegten Frist einen Arbeitsplatz zu finden.“ „Die wollen doch gar nicht arbeiten, deswegen sind die doch hier!“ „Wir müssen aber nun mal dem Wunsch des Bundesinnenministeriums entsprechen, als dem Innenminister: klare Vorgaben, wer sich wann wie integriert.“ „Sehr gut!“ „Und der Mann weiß, dass es diese ganzen Deutschkurse, die die Leute absolvieren sollen, gar nicht gibt? und ihm ist klar, dass das Nichtbestehen einer Sprachprüfung als Grund für eine Abschiebung von Karlsruhe im Eiltempo kassiert würde?“ „Sprachkurse – wir bezahlen den Scheißausländern Sprachkurse! zahlt dieser linksgrüne Terrorstaat von Fatima Merkel uns etwa Sprachkurse?“ „Hä?“ „Haben Sie damals auf der Förderschule etwa keinen gehabt?“ „Werden Sie mal nicht komisch, Bürschchen!“ „Sehr gut!“

„Vor allem, was soll man mit einem halben Deutschkurs anfangen, wenn man hinterher sowieso abgeschoben wird?“ „Das fragen Sie mal besser den Innenminister, der…“ „Und was ist das für eine hirnverbrannte Idee, die Leute erst durch Kurse zu schicken, bevor man sie auf den Arbeitsmarkt lässt, wo sie sich vermutlich viel schneller integrieren würden?“ „Hä?“ „Die nehmen uns doch nur die Arbeitsplätze weg, diese Scheißausländer! die müssen so schnell wie möglich raus!“ „Und das wollen Sie ernsthaft als Integrationspolitik bezeichnen?“ „Mir ist das doch egal, aber wenn wir die nicht schnell wieder rausschmeißen, dann kommen immer mehr, und die letzten Wahlen waren ja schon schlimm genug für uns.“ „Sehr… nee, also das ist jetzt ja…“ „Dann muss man eben einen Forderungskatalog aufstellen, den die meisten eventuell sogar erfüllen können, und dann sehen wir schon, wer von denen die Integration wirklich will.“ „Wie stellen Sie sich das denn vor?“ „Die sollen sich zuallererst mal an Recht und Gesetz halten, wir sind hier ein Rechtsstaat! Wer ständig gegen die Verfassung verstößt oder unseren Staat auszuhöhlen versucht: gleich raus!“ „Aber das gilt doch für die anderen auch?“ „Und ich will hier keinen haben, der in irgendwelchen kriminellen Organisationen tätig ist! solche Leute können wir hier schon glich gar nicht gebrauchen!“ „Hm.“ „Und die sollen sich verdammt noch mal anpassen an Deutschland! Wenn ich das schon höre, die wollen unsere Kultur bereichern: geschenkt, das haben wir nicht nötig!“ „Aber…“ „Wollen Sie, dass der nächste Bundeskanzler Ötzfötz heißt?“ „Sehr gut!“ „Und das reicht Ihnen als Beschlussvorlage?“ „Für den Anfang schon.“ „Dann versuchen wir’s mal. Hallo? Herr de Maizière? Ich habe zwei Nachrichten für Sie, eine gute und eine schlechte.“





Feinste Rezepturen

22 11 2015

für Kurt Tucholsky

Herr Plitschlich, seines Zeichens Koch,
rührt eifrig in der Suppe.
Was drin ist, sollt er wissen, doch
es ist ihm reichlich schnuppe.
Der Küchenjunge speit schnell aus,
die Kaltmamsell läuft fluchend raus,
doch Plitschlich ficht das gar nicht an.
Wenn’s einer kann, dann dieser Mann.
  „Ihr sollt mich nie befragen,
    was sich da drin verbirgt –
      glaubt Ihr etwa im Ernst,
        ich würd’s Euch
          sagen?“

Frau Schnurr frisiert die halbe Welt,
sie wellt und schneidet trocken.
Wer etwas auf sein Köpfchen hält,
dem dreht sie feine Locken.
Doch manchen juckt die Lauge sehr,
die Schwarte brennt, das Auge mehr.
Das ist der Dame höchst egal,
sie nimmt die Plempe allemal.
  „Ihr sollt mich nie befragen,
    was sich da drin verbirgt –
      glaubt Ihr etwa im Ernst,
        ich würd’s Euch
          sagen?“

Herr de Maizière, ein blasses Licht
im Abglanz der Regierung,
weiß alles lückenlos meist nicht,
dafür fehlt ihm die Führung.
Wie gut, dass er für alle denkt,
dass alle ohne ihn beschränkt
und dumm und schrecklich vorlaut sind.
Man hört doch gerne auf ein Kind.
  „Ihr sollt mich nie befragen,
    was sich da drin verbirgt –
      glaubt Ihr etwa im Ernst,
        ich würd’s Euch
          sagen?“