CARE

26 11 2018

„Hier oben dann mal bitte ankreuzen für normale Menschen oder Sonderbedarfe. Veganer, Stillzeit, jüdische, Moment: islamistisch motivierte Invasion, das kann man schon mal verwechseln. Seit dem letzten Ruck in die bürgerliche Mitte hat die SPD ein paar Wahrnehmungsprobleme.

Wenn wir als Sozialdemokraten in der SPD die Zukunft des Sozialstaates noch mitbestimmen wollen, dann müssen wir natürlich in dieser Phase des Umbruchs auch die Probleme ansprechen, die wir mit der Einführung der Hartz-Gesetze und des Raubtierkapitalismus auf Parteiführungsebene zu wenig thematisiert haben. Es ist natürlich richtig, dass sich diese neoliberalen Turbokapitalisten, diese parasitären Heuschrecken eine goldene Rosette an der Zerstörung des deutschen Sozialstaates verdient haben. Es ist auch richtig, dass diese Schmarotzer Schröder und Clement heißen. Bis heute.

Wir haben zu viel Neoliberalismus in dieses soziale Konstrukt einfließen lassen, das haben wir ja jüngst bei der FDP erlebt: bevor sie sich von ihrem eigenen Anspruch überfordert fühlen, nicht ständig die geistig minderbemittelte Kackscheiße von diesem dauerläufigen Polyesterdreitagebart anzuhören, schalten sie auf Durchzug und stopfen sich gegenseitig die Kohle in den Schornstein. Bis zum Ellenbogen. Falls Sie wissen, was ich meine.

Neoliberalismus, das haben wir jedenfalls der Vorsitzenden in einem ihrer seltenen nüchternen Momente beigebracht, ist die Eigenverantwortung für das eigene Leben, und zwar ohne Rücksicht auf Verluste, zumindest in Bezug auf deren eigenes Leben. Wenn das Scheißpack schon nicht arbeiten will, muss es wenigstens demokratisch aussehen.

Deshalb ja auch das neue 360-Grad-Programm. Das ist nämlich das Consumer Aid Restrictive Empowerment, verstehen Sie? Wir helfen den Arbeitsscheuen, das wird man nach so langen Jahren schon mal sagen dürfen, die Gewerkschaften geben uns lustigerweise recht, und dafür müssen die halt mit unseren Bonusmodellen zurechtkommen. Fordern und fordern. Von nix kommt nun mal nix, abgesehen von Sanktionen.

Gucken Sie, hier haben wir den Jahresbescheid, sich vom Gasanbieter abzumelden, der wird dann abgestempelt, dann suchen Sie sich als staatlich akkreditierter Arbeitsverweigerer einen neuen Anbieter, und dann dürfen Sie innerhalb der nächsten zehn Monate einen neuen Gasvertrag abschließen. Nur mal nebenbei, etwaige Witze mit Gasvertrag und so, die können Sie sich sparen. Wir haben das abklären lassen. Die SPD darf das, die war in der fraglichen Zeit verboten und muss sich wegen solcher Verbrechen nicht mehr rechtfertigen. Wenn Sie keinen Gasanbieter haben, ist das ein Problem, aber nicht unseres. Sie können in der Zeit ihre Elektroheizung selbstverständlich weiter betreiben, auf wessen Kosten auch immer. Wir zahlen dann, wenn wir es für passend halten. Das ist in der Marktwirtschaft auch nicht anders.

Montags sind immer diese Prospektausgaben, ab acht können Sie sich die regionalen Drucksachen der Discounter holen, um die jeweiligen Aktionen des Einzelhandels in Erfahrung zu bringen. Sie sollten nicht auf eigene Faust vorgehen, das wirkt sich negativ auf Ihren Leistungsbezug aus – als Einzelhaushalt ohne Bedarfsgemeinschaft ein nicht entsprechend farbig markiertes Kalbsgulasch zu kaufen könnte den Regelsatz des nächsten Monats erheblich einschränken. Oder hier, Gurken – seit wann isst man im Winter Gurken? Der Staat hat für Sie die Finanzierung übernommen, wir können uns nicht alles leisten.

Deshalb ja auch die Speisepläne von Sarrazin, so schlecht waren die gar nicht. Gut, wir sind danach immer noch an die Pommesbude gefahren, aber wir waren ja auch nie in der SPD. Da kam uns dann auch die Idee mit den einzeln verpackten Aufschnittscheiben, damit sich diese gierigen Scheißschmarotzer nicht ein Pfund Bierschinken in die Fresse pfropfen, nur weil der Sachbearbeiter wegen dieser komplett überflüssigen Verfassung immer noch keinen Haustürschlüssel hat. Ich sage Ihnen, daran arbeiten wir auch noch!

Wo waren wir? Ach ja, die Anspruchshaltung der Wirtschaftsasylanten – Hartz war ja auch eine Zusammenführung aus sozial Benachteiligten und parasitären Dreckschweinen zu parasitären Dreckschweinen, die wir sozial benachteiligen können – wer aus der deutschen Volksgemeinschaft bewusst austritt oder irgendwie zu erkennen gibt, dass es Gründe gibt, ihn gar nicht erst in diese mit einzurechnen, muss schon mit den Konsequenzen rechnen. Dann gibt es auch warme Winterkleidung, aber eben aus der staatliche Sammlung. Die SPD möchte Ihnen die Daseinsvorsorge abnehmen, die Vorsorgte machen wir, ob Sie danach noch da sind, geht der Vorsitzenden am Steiß vorbei, und wenn Sie jetzt noch Alarm machen, weil wir für Sie extra als Zeichen der eingeforderten internationalen Solidarität für sozial unerwünschte Personen einen formschönen Stern auf der Vorderseite angebracht haben, dann haben Sie es einfach nicht besser verdient. Dann gibt’s eben auf die Fresse, so leid es uns tut. Sie haben ein Komplettpaket, fakultative Zusatzleistungen wie die Sozialgerichtsbarkeit trägt sowieso der Staat, wenn Sie obdachlos werden, haben Sie automatisch ein Anrecht auf das Mitleid der Rechtsextremisten – es sei denn, Sie halten sich auf der Straße auf, dann werden Sie aufgeklatscht und angezündet, kann man nix machen – und ansonsten wissen Sie ja: wir leben hier in einer parlamentarischen Demokratie. Wählen Sie. Das kann alles ändern.“

Advertisements




Eine Frage der Ehre

14 11 2018

„Wir können jetzt davon ausgehen, dass diese Partei im politischen System der Bundesrepublik angekommen ist?“ „Sie selbst würden zwar nie etwas derart Demokratisches wie Bundesrepublik sagen, aber: ja. Der Parlamentarismus ist hier ja nicht tangiert.“

„Und warum tut die AfD das?“ „Opferhaltung.“ „Opferhaltung?“ „In einem Rechtsstaat gibt es nun mal kein besseres Mittel als einen Gesetzesverstoß, um verfolgt zu werden.“ „In letzter Konsequenz würde das ja tatsächlich bedeuten, dass diese Nationalsozialisten sich mit Absicht eine Reihe von notorischen Verbrechern ins Parlament und in die Partei setzen.“ „Da ist was dran. Wenn man wenig zu verlieren hat, handelt man meist ohne Rücksicht auf Verluste.“ „In juristischer Hinsicht?“ „Auch, aber in allererster Hinsicht natürlich unter moralischen Gesichtspunkten.“ „Sie meinen, dass sich hier eine kausale Verbindung feststellen ließe?“ „Allerdings. Wer lügt, stiehlt auch.“ „Also keine Verbrecher aus verlorener Ehre.“ „Verwechseln Sie hier bitte nicht Ursache und Wirkung und vor allem lassen Sie sich nicht täuschen, was den Vorsatz betrifft.“

„Wenn die Vorsitzende nun illegale Parteispenden angenommen hat, ist sie also in den Umgangsformen der politischen Klasse angekommen.“ „Richtig. Den Holocaust relativieren oder die Wehrmacht für ihre Verbrechen feiern können die anderen Soziopathen aus der Parteispitze auch, aber ein Spendenskandal, den man trotz offensichtlicher Beweise leugnet und für den man jede personelle Konsequenz ausschließt, das ist schon eine Frage der Ehre.“ „Ganovenehre?“ „Beleidigen Sie mir die Ganoven nicht. Mit diesem Schachzug hat sich Weidel ein hervorragendes Zeugnis als künftige Bundeskanzlerin ausgestellt, zumindest nach den Maßstäben dieses rechtsextremistischen Haufens.“ „Weil sie sonst keinen nennt, der an den Spenden beteiligt gewesen ist?“ „Das muss sie hier gar nicht, im Gegensatz zu dem Dicken aus Oggersheim sind hier die üblichen Verdächtigen belanglos.“ „Wobei es interessant ist, dass Weidel als Vertreterin der Überlegenheit des Deutschtums gemäß faschistischer Rassentheorie sich von einem Fremdvolk aushalten lässt.“ „Das entspricht ihrem Berufsbild.“ „Dass sie sich aushalten lässt. Im Übrigen hatten auch ihre Vorgänger wenig Probleme damit, Fremdvölker für sich arbeiten zu lassen und in ihren Ländern zu leben wie die Made im Speck. Noch wissen wir ja nicht, wie die Geschichte diesmal ausgeht, Anschluss oder Reichsprotektorat.“

„Der problematische Faktor ist hier also eher, dass Weidel nicht zurücktritt.“ „Für die Stellung im Parteiensystem ist das natürlich von großem Vorteil.“ „Das müssen Sie mir erklären.“ „Laut nationalsozialistischer Propaganda sind die Altparteien, das heißt die bisherigen Akteure der parlamentarischen Demokratie, zutiefst korrupt.“ „Gut, das ließe sich fallweise überprüfen.“ „Ihr Handeln wird nicht durch das Interesse am Wohl des deutschen Volkes geleitet, es orientiert sich ausschließlich am Eigennutz.“ „Das ist ersichtlich.“ „Indem die Altparteien das politische System auf diese Art stabilisieren, machen sie sich selbst unangreifbar.“ „Das hieße in letzter Konsequenz, dass diese Partei vorsätzlich ihrer Bereicherungsabsicht nachgeht, damit sie irgendwann in die Regierungsverantwortung gelangt.“ „So kann man es sehen.“

„Was ich nicht begreife, ist die Weigerung, für die illegale Spende die Verantwortung zu übernehmen und von allen Mandaten und Ämtern zurückzutreten.“ „Geben Sie mal einen Tipp ab.“ „Ich glaube auch nicht, dass sie damit demonstrative Nähe zu Seehofer oder Solidarität mit Maaßen zeigen will. Oder umgekehrt.“ „Sicher nicht. Diese Partei ist ja nicht angetreten, um sich ins Rechtssystem der Bundesrepublik zu integrieren. Sie ist angetreten, um es mit Füßen zu treten.“ „Und die Opferhaltung?“ „Spielt eine nicht unwichtige Rolle, schließlich will sich dieser gärige Haufen ja partout als akut von der Vernichtung bedroht gerieren. Da ist es schon ganz praktisch, wenn die eigene Klientel die kriminelle Energie juristisch nicht so ganz nachvollziehen kann.“

„Was spricht für die Möglichkeit, dass es sich um eine Falle handelt?“ „Sie meinen, die ganze Partei sein planmäßig ins offene Messer gelaufen? Das müssen Sie mir erklären.“ „Wenn ich vorher schon weiß, dass diese Partei nach dem Grundsatz der Selbstbereicherung funktioniert und alle rechtlichen Bedenken vom Tisch winkt, sogar bei eindeutig illegalen Spenden aus dem Ausland, dann ist das doch wie Fische fangen mit der Flinte in einem Fass.“ „So einfach würde ich es mir nicht machen. Die meisten Verschwörungstheorien haben ein höheres Komplexitätsniveau, und sehen Sie es mal realistisch: wer hat so viel Geld und will der AfD schaden? Die jüdische Weltverschwörung?“

„Andererseits, könnte es nicht sein, dass Weidel einfach ein bisschen übertrieben hat?“ „Wegen ihrer unverhohlen nationalsozialistischen Äußerungen? Weil sie im Sinne ihrer eigenen Partei eine parasitäre, gemeinschaftsschädigende Existenz ist, die man aus dem Volkskörper ausmerzen sollte?“ „Ach nein, nicht deshalb. Trotzdem.“ „Trotzdem?“ „Jeder weiß, dass sie so reagieren würde. Die Partei hat bis jetzt immer die Führung abgesägt, solange sie keinen richtigen Führer hatte.“ „Und sie meinen, das würde die Partei jetzt einfach so machen, ohne mit der Wimper zu zucken?“ „Selbstverständlich. Das ist eine Frage der Ehre.“





Kulturhoheit

22 10 2018

„… sich hinter den Veranstalter stelle. Das Konzert der überregional bekannten Band Zyklon B dürfe nicht medial dramatisiert werden, da es sonst zur Instrumentalisierung der…“

„… ebenso unproblematisch sei, dass der Auftritt durch das Militärhistorische Museum der Bundeswehr eine historisch vorbelastete Bühne erhalte. Der Bau sei schon seit fast anderthalb Jahrhunderten eine prominente Location für die…“

„… Proteste der EKD sowie der Deutschen Bischofskonferenz hier nicht angebracht seien. Es stehe den Institutionen nicht an, sich in ein von säkularen Trägern organisiertes Konzert zu …“

„… könne es nicht ausschlaggebend sein, dass zwei der vier Musiker zahlreiche Vorstrafen wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen hätten. Man müsse immer sehr genau zwischen dem Musiker und dem privaten Bürger unterscheiden, der keine Verantwortung im juristischen Sinne des…“

„… die Musiker und das Publikum nur durch eine Glasfront von demonstrierenden Demokraten getrennt seien. Die Sicherheitsvorkehrungen habe man bewusst in der Vordergrund gerückt, um keine Gefährdung für die…“

„… als Diskriminierung bezeichnet habe. Die sächsische Landesregierung halte an der Einladung fest und werde die einschlägig Vorbestraften nicht von einem Auftritt abhalten. Dieses könne sonst als Zensur gewertet werden, da die Musiker nicht…“

„… das Zeigen des Hitlergrußes auf der Bühne als künstlerische Freiheit gewertet werden müsse. Da auch andere Darsteller mit erhobener Rechter straffrei geblieben seien, gebe es keinen Grund, die Band anders zu…“

„… müsse man aber auch würdigen, dass das Ensemble bereits seit 1987 in unterschiedlichen Besetzungen zusammenspiele und damit ein Stück greifbarer nationaler Musikgeschichte repräsentiere. Die Veranstaltung könne zu einem Brückenschlag zwischen den Generationen werden und eigne sich deshalb besonders für die…“

„… dass sich der Text des Stücks Gas geben nicht eigne, den Vorwurf zu untermauern, Mitglieder der Band leugneten den Holocaust. Vielmehr sei dieser ein klares Bekenntnis zum Völkermord und könne so eine entschuldigende Wirkung auf den…“

„… wehre sich die Landsregierung gegen den Verdacht, eine Band wegen der politischen Ansichten der Mitglieder zu diskriminieren. Es dürfe in Deutschland keine Berufsverbote mehr geben, zumindest nicht, solange das Grundgesetz noch für einen demokratischen…“

„… dass eine reale Umvolkung, wie von den Musikern in einem anderen Stück behauptet werde, gar nicht stattfinde, weshalb dieses Postulat auch nicht strafrechtlich zu ahnden sei. Insgesamt dürfe man den oft metaphorisch anmutenden Charakter der Texte nicht außer acht lassen, um keinen der…“

„… die Entscheidung der Landesregierung nicht in Zweifel gezogen werden dürfe. Die Kunstfreiheit sei weiterhin ein hohes Gut, und was Kunst sei, entscheide dank der nationalen Kulturhoheit neben der Landesregierung nur die…“

„… eine unmittelbare Gefahr nur von einer Protestdemo ausgehen könne, wenn die teilweise linksextremistischen Demokraten mit einer mitgeführten Taschenausgabe des Grundgesetzes schwere Schnittverletzungen durch Papier herbeiführten. Man müsse polizeilicherseits sofort auf diese erhebliche…“

„… nicht von Auschwitzinsassen die Rede sei, weshalb es keinen Grund zu vorauseilendem Gehorsam gebe. Die Bundeswehr sei außerdem frei in ihrer Entscheidung, da sie bisher noch in keinem negativen Verhältnis zu nationalsozialistischen…“

„… es regelmäßig auch zum Hitlergruß durch große Teile des Publikums komme. Dies sei nach Auskunft des sächsischen Innenministers allerdings tief im Volk verwurzeltes Brauchtum, man fürchte eine gewaltsame Protestwelle, wenn die Politik der Bevölkerung ihr Brauchtum verbiete oder auch nur durch gesetzgeberische…“

„… sei auch die Bundeswehr frei in ihrer Entscheidung. Zwar gebe es enge Grenzen, zum Beispiel finde die Regierung einen Auftritt von Helene Fischer in einer Institution des Staates nicht angemessen und würde dies auch gegen den Widerstand der…“

„… die Ambivalenz von Veranstaltungsort und Künstlern gerade als sehr spannend empfinde. Der Innenminister könne sich weitere Konzerte dieser Art vorstellen, was sich letztlich auch positiv auf die Akzeptanz der sächsischen Landesregierung bei gewissen Kreisen in der…“

„… sofort eingreifen werde, falls die Band verfassungsfeindliche Texte singe. Da ihre Darbietungen jedoch größtenteils von Fangesängen übertönt würden, könne man nicht davon ausgehen, dass sie auch verständlich seien, so dass eine politische Straftat so gut wie nicht…“

„… politisches Asyl angeboten habe. Für weitere Fälle, in denen es Kritik an einem Auftritt im Freistaat Sachsen gebe, werde sein Land gerne Konzerte, Festivals und Kundgebungen ausrichten, wenn dies nicht mit aktuellen Wahlkampfaktivitäten kollidiere oder sich zumindest einbinden lasse. Die CSU stehe auch weiterhin für die Freiheit der Kunst als Menschenrecht und bürgerliche…“





Publikumsbeschimpfung

11 10 2018

„Der Wähler ist schuld!“ „Das hört sich jetzt fast so an, als hätten wir hier demokratische Verhältnisse.“ „Ich bitte Sie, in Bayern?“ „Guter Witz!“ „Aber der Wähler macht nun mal das Wahlergebnis.“ „Das ist korrekt, aber für einen korrupten Haufen Dreck wie die CSU klingt das wie die Machtergreifung der homosexuell-veganen Linksfaschisten.“

„Der Wähler ist schuld, diese linksversiffte Sau! und wenn wir die absolute Mehrheit haben, werden wir diese kommunistischen Volksverräter in die…“ „Erste Nachricht: es sind keine Kommunisten, die Leute wählen SPD?“ „Die wollen doch seit diesem faschistischen Maulwurf die katholische Kirche als volkseigenen Betrieb weiterführen! Der hat extra eine Ausländerin geheiratet!“ „Was hat Donald Trump damit zu tun?“ „Er meint Brandt.“ „Ach so.“ „Guter Witz!“ „So gut war der nun auch wieder nicht.“ „Willy?“ „Ach, hören Sie doch auf!“

„Zweite Nachricht: Sie werden keine absolute Mehrheit mehr haben.“ „Wann denn?“ „Ab sofort.“ „Also Fake News, typisch für so eine linke Zecke, die immer nur mit ihren eigenen…“ „Ich meinte nicht, dass Sie ab sofort die absolute Mehrheit haben, ich meinte: ab sofort werden Sie keine mehr haben.“ „Und wann…“ „Gar nicht. Nie mehr.“ „Aber das ist technisch unmöglich.“ „Warum?“ „Weil wir immer eine hatten.“ „Aha. Stand das im Mietvertrag für den Freistaat, als Sie ihn damals übernommen haben?“

„Es kann sich nur um islamistischen Terror handeln, das ist sicher!“ „Jetzt kommt er wieder mit der beschissenen Kruzifix-Nummer.“ „Guter Witz?“ „Naja. Geht so.“ „Wenn jemand, und er steigt ein in der Staatskanzlei, dann…“ „Gleich holt er wieder sein Kreuz raus.“ „Glaube ich nicht.“ „Damit hat er ja eh ein Problem.“ „Dabei betrifft es ihn selbst.“ „Sagt wer?“ „Der Erzbischof von München und Freising.“ „Der steht nicht auf der Payroll von irgendwelchen Waffenherstellern, der hat nichts zu melden.“ „Sagt wer?“ „Die Staatskanzlei.“ „Deshalb erklären die ja auch, was christlich ist.“ „Und was sozial ist?“ „Wir wollen es mal nicht übertreiben.“ „Ich werde diese Verräter des christlichen Abendlandes in die…“ „Was will er jetzt mit dem Kreuz?“ „Vermutlich will er uns zeigen, wie das Christentum bedroht wird.“ „Also am praktischen Beispiel?“ „Das haben Sie gesagt.“ „Guter Witz!“ „Jedenfalls ist für ihn alles, was seine Hysterie um christliche Symbole angeht, die er als hysterische Symbole ohne christliche Bedeutung verwendet, direkt vom Islam gesteuert.“ „Sie meinen von Islamisten?“ „Nein.“

„Gestern hatte er noch gesagt, dass die Grünen sich als unzuverlässige Koalitionspartner im…“ „Da hatte ihm jemand gesteckt, dass die vielleicht mehr Stimmen bekommen könnten als die CSU.“ „Und die waren durch Zuwanderung gespeist?“ „Sicher.“ „Hören Sie, wie hoch waren in Bayern die Wahlergebnisse der SPD?“ „Das tut doch jetzt nichts zur Sache!“ „Warum nicht?“ „Ich würde das auch gerne wissen.“ „Die sind ungefähr gleich geblieben.“ „Dann waren es vermutlich Schwaben, die zur Begrünung Bayerns ausgewandert sind.“ „Ich dachte immer, dieser Teil der Umvolkung hätte nur in Berlin stattgefunden?“ „Die sind bestimmt über Berlin gekommen und haben unseren Freistaat zu einer sozialistischen Kloake gemacht, in der alle nur noch Linke wählen!“ „Und wie erklären wir uns dann das mit der AfD?“ „Wahrscheinlich hat die Steinbach einmal im Leben recht gehabt mit ihrer These, dass Nationalsozialisten auch nur Sozialisten sind.“

„Wenn der Wähler schuld ist, was machen wir denn dann?“ „In anderen Kulturkreisen mit noch weniger Respekt für die Demokratie könnte der amtierende Ministerpräsident schon mal vorsorglich klarstellen, dass er nur ein Wahlergebnis akzeptiert, das ihm in den Kram passt.“ „Und alles andere ist dann gleich Wahlfälschung?“ „So schlimm muss man es ja nicht gleich ausdrücken.“ „Kann man aber.“ „Guter Witz!“ „Selbst wenn der Wähler an der Sache schuld ist, er muss doch einen Grund gehabt haben.“ „Wofür, so zu wählen?“ „Klar.“ „Ich wiederhole mich ungern, aber das hier ist Bayern. Hier braucht man zum Wählen selten einen Grund. Deshalb hat die CSU hier ja auch eine absolute Mehrheit.“ „Obwohl die Leute eigentlich anders hätten wählen wollen?“ „Obwohl sie anders hätten wählen können. Aber die meisten haben ja nicht gewählt, die haben einfach Kreuzchen gemacht.“ „Ach, und das unterscheidet sich für Sie von einer Wahl?“ „Das ist doch eine ganz andere Motivation, finden Sie nicht?“ „Dann ist Kreuzchen machen keine politische Legitimation?“ „So sieht das in einem nicht besonders demokratisch regierten Staat nun mal aus.“ „Und diese Kreuzchenmacher, die sind dann auch nicht aus Begeisterung für die Politik der CSU zur Wahl gegangen?“ „Wie es der Stoiber gesagt hat, die haben die Errungenschaften dieser großartigen Partei überhaupt nicht verstanden und reagieren deshalb auch nur aus Unkenntnis so.“ „Also sind die Bayern einfach zu blöde?“ „Er hat es immer noch nicht verstanden?“ „Ja Kruzifix, wie erklären wir es dann!?“ „Wenn Kreuzchen machen eben keine Wahl ist…“ „Ja?“ „Guter Witz!“ „… dann haben wir’s doch: Bayern wird zerstört durch die vielen Nichtwähler.“ „Na endlich!“ „Ja, das macht Sinn.“ „Perfekt!“ „Dass das so einfach ist mit der Politik, das hätte ich nicht gedacht!“ „Na, dann ist ja alles wieder gut. Die Wahl kann kommen!“





Antifaschistischer Schutzwall

11 09 2018

„Plattenbau!? Bei Ihnen piept’s wohl! Das ziehen wir doch nicht mit Platten hoch, das werden echte Mauersegmente, guter deutscher Beton, nachhaltig erzeugt, dauerhaft verarbeitet. Den Mist mit den Platten haben wir einmal gemacht, wobei das ja gar nicht wir waren, und wie lange hat das gehalten?

Eben. Wenn Sie sich auf eins verlassen können, dann auf deutsches Bauhandwerk. Fahren Sie durch die Bundesrepublik, gucken Sie sich die Häuser und Wohnungen an. Gut, es könnten mehr sein, billiger auch, aber sehen Sie einfach mal auf die Substanz. Das ist Weltniveau. Deutsches Bauhandwerk, die Ingenieurskunst, dazu der Gedanke, dass man eine nationale Anstrengung schafft, wenn man wirklich will, damit werden wir schaffen, was wir beim letzten Mal nicht geschafft haben. Die Mauer muss her, höher als beim letzten Mal, besser als beim letzten Mal.

Den Baugrund kennen Sie ja, wir nehmen einfach wieder den alten. Hat sich einfach bewährt, und beim zweiten Mal macht die Bezeichnung auch endlich Sinn. Ein antifaschistischer Schutzwall, der seinem Namen alle Ehre macht, von der Ostsee bis nach Bayern. Gut, Bayern könnte man jetzt auch in die Diskussion mit einbeziehen, da müsste man die nächste Wahl abwarten, aber wenn Sie da Pfarrer sind und zufällig aus Afrika stammen, da heben die Glaubensbrüder des Kreuzfeuerteufels auch gerne mal den rechten Arm im vorschriftsmäßigen Winkel zum Gebet. Bayern ist noch nicht raus aus der Nummer, aber sonst kriegen wir das hin.

Überlegen Sie mal, was das für ein fantastisches Konjunkturprogramm ist. Da kann die AfD mit ihren feuchten Träumen vom Reichsarbeitsdienst sich ihr Parteiprogramm in eine Körperöffnung nach Wahl stopfen. Ist ja egal, kommt aus allen dieselbe Scheiße. Wir sorgen wenigstens für eine ordentliche Konjunktur, das sollen uns diese verkoksten Jammerlappen erstmal nachmachen. Aber damit wir uns da richtig verstehen, wir beschäftigen auch das Volk aus der Ostzone für den Bau. Immer vorausgesetzt, die bleiben hinterher nicht, denn mal ehrlich: Arbeitsmigration, das ist doch für die am eigenen Leib gar nicht zu ertragen, ohne zu implodieren.

Andererseits machen wir diesmal die Grenze durchlässig. Wer in den demokratischen Sektor übersiedeln will, ist herzlich willkommen. Kleiner Einbürgerungstest, Verfassungstreue, Check auf Hakenkreuztattoos, so Sachen halt. Sie dürfen dann halt nicht mehr in den Osten einreisen, aber das dürfte für die meisten eh kein Problem sein. Im Gegenzug erfüllt sich quasi über Nacht die Vision der Konservativen: endlich kann man alle Straftäter abschieben, auch die Deutschen. Rein in den Flieger, über Zwickau abwerfen, Ende Gelände. So einfach geht innere Sicherheit.

Und das Schöne ist doch, hier wird Integration endlich mal gelebt. Die reden von Spurwechsel, dass Zuwanderern schneller der Aufenthalt gestattet werden soll, wenn sie einen Job finden, wie auch immer – wir reden nicht, wir machen das einfach. Klar, wir machen das einfach mal, wir sind ja nicht die SPD oder wollen uns irgendeinen Flughafen in den Vorgarten klatschen. Also ordentliche deutsche Wertarbeit, angeleitet von, nee, kuratiert muss das ja heutzutage heißen, kuratiert von der Wirtschaft. Kein Politiker sitzt im Aufsichtsrat, weil es keinen gibt. Die Projektmanager waren vorher nicht in der Hauptstadt für Müll und Finanzen zuständig, die haben das tatsächlich gelernt, und wenn die eine Mauer bauen, dann wird das eine Mauer. Darauf gebe ich Ihnen mein Ehrenwort. Weil ich das noch kann, im Gegensatz zu manch anderen.

Die Gefahr besteht natürlich, dass im Osten erst recht ein rassistischer Terrorstaat entsteht. Da wird dann ja kein Ausländer mehr leben, kein Mensch mehr mit Migrationshintergrund, und da geht’s bei den meisten los. Wenn die nie einen Ausländer zu Gesicht bekommen, dann können Sie denen ganz locker einreden, sie seien längst eine Minderheit im eigenen Land. Fahren Sie mal in so ein sächsisches Dorf, wo Sie erst nach der ärztlichen Untersuchung sicher seien können, ob das vor Ihnen Mann, Frau oder Hund ist – es soll da Überschneidungen geben, aber so genau will ich das gar nicht wissen – und sagen Sie denen, in der Stadt hätten die Leute alle schon mal eine Schule von innen gesehen. Den Witz können Sie denen vortanzen, da haben Sie keine Chance.

Wenn wir das jetzt noch schaffen, hier etwas gegen Dumpinglöhne auf dem Bau zu tun und die Arbeitskräfte von Anfang an mit einer soliden Ausbildung an den Beruf zu binden, dann haben wir etwas erreicht, was als Vorbild für Erziehung und Pflege herhalten kann. Das dürfte ein bisschen länger dauern, aber es ist auch noch nicht aller Tage Abend. Wenn wir hier in Deutschland nicht immer nur meckern und Sündenböcke suchen und für alles eine einfache Erklärung parat haben, die sich nicht einmal realisieren lässt, dann kommen wir auch voran. Dieses ganze Befindlichkeitsgefasel, das geht mir jedenfalls schon lange auf die Nerven – hier zählt doch letztlich, ob jemand Verantwortung übernehmen will. Wir haben das selbst in der Hand. Das stärkt jedenfalls die Demokratie mehr als so ein paar politische Sonntagsreden. Und wissen Sie was? Das deutsche Bauhandwerk ist so gut, die nächste Mauer ziehen wir in der mexikanischen Wüste hoch. Einer muss doch diese armen Menschen schützen – gegen Trump!“





Bombenkaterstimmung

9 08 2018

„… der Klage stattgegeben habe. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts sei Deutschland als unsicheres Herkunftsland einzustufen und dürfe daher seine Staatsbürger nicht mehr im…“

„… sich die Bundesregierung klar von dem Urteil distanziert habe. Allein Wirtschaftlich ginge es Deutschland so gut wie nie zuvor, was ein eindeutiges Zeichen für den…“

„… dass auch der Freistaat Bayern das von Bürgerinitiativen erstrittene Urteil gänzlich ablehne. Es sei zwar inhaltlich vollkommen korrekt, dass die Bundesrepublik unter Merkel ein Unrechtsregime geworden sei, in dem das Grundgesetz mehr gelte als das christlich-abendländische…“

„… die Meinungsfreiheit in Deutschland quasi abgeschafft worden sei und die Wahrheit brutal unterdrückt werde. Höcke sehe den Richterspruch als wegweisendes…“

„… sich das Urteil eigentlich auf die vermehrten Bombenfunde aus dem Zweiten Weltkrieg beziehe, die die Bevölkerung so gut wie jederzeit…“

„… seien sich Seehofer und Weidel einig, dass in einem unsicheren Herkunftsland allen fremden oder von der Mehrheit in Übereinstimmung mit dem gesunden Volksempfinden als fremd empfundenen Personen der Aufenthalt nicht mehr zugemutet werden könne. Eine sofortige Abschiebung aller Ausländer sei deshalb ein humanitärer Akt, der im Einklang mit der verfassungsmäßigen…“

„… keinen Anlass gebe, von einem Polizeistaat zu sprechen. Das Bundeskriminalamt weise in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Polizisten so gut wie nie für Straftaten verurteilt würden, die sie in Ausübung ihres…“

„… auch auf die Folgen der verfehlten Klimaschutzpolitik Bezug nehme. Deutschlands geografische Lage führe zu immer mehr negativen Folgen, die durch die Erderwärmung und den…“

„… ein bedrohtes Volk sei. Solange jeden Tag die theoretische Möglichkeit für eine Übernahme der Macht durch den Islam bestehe, könne Meuthen das Land nicht als…“

„… zu Wiederherstellung der Eigenschaft eines sicheren Einreiselandes gehöre, dass nur noch die reinblütigen Volksteile in ihm dauerhaft lebten. Söder könne eine Obergrenze für Abschiebungen daher zahlenmäßig nicht…“

„… dem Tourismus völlig neue Impulse zu verleihen geeignet sei. So wie die Bundesbürger gerne in Erdbebenregionen reisten, könne man nun auch Deutschland international als attraktivsten Krisenherd Europas…“

„… die Bayerische Landesregierung in ein Dilemma gerate. In dem Maße, in dem durch konsequente Abschiebungen der Freistaat wieder zu einem sicheren Einreiseland werde, müsse auch wieder mit einer vermehrten Einwanderung gerechnet werden, die jedoch dann legal und…“

„… keine Kritik zu hören sei. Die sächsische CDU mache sich nicht den Wortlaut der besorgten Bürger zu eigen, die stolz darauf seien, das unsicherste Herkunftsland aller Zeiten für sämtliche Ausländer zu werden, wolle inhaltlich aber nicht…“

„… vereinzelte Stimmen in der SPD zu hören seien, die den Umgang mit Diktatoren für die innerdeutsche Gefährdungslage verantwortlich machten. Nahles habe diese aber mit einem Machtwort in die…“

„… dass Leistungsträger in Deutschland immer mit Übergriffen staatlicher Organe rechnen müssten. Nur eine Abschaffung sämtlicher Steuern, so Lindner, könne verhindern, dass wohlhabende Bürger schon morgens in der Warteschlange im…“

„… differenziert betrachtet werden müsse. Wenn beispielsweise an der Unfallstelle, an der ein ausländisches Kind zu Tode gekommen sei, ein Hakenkreuz aufgesprüht werde, so sei das kein Anzeichen eines unsicheren Landes. Meuthen weise darauf hin, dass die Gefährdung in Deutschland ausschließlich den Deutschen gelte, die sich durch die Überfremdung der von Merkel und ihren jüdisch gesteuerten Vasallen zur Zerstörung des…“

„… die Rüstungsindustrie im vermehrten Export von Waffensystemen zur Destabilisierung der lokalen Regierungen eine national wertvolle Aufgabe sehe. Einerseits könne die Bundesrepublik dabei in Relation zu den anderen Ländern erheblich weniger unsicher werden, andererseits reagiere auch die Börse positiv auf einen…“

„… müsse als unsicheres Herkunftsland auch die Annexion fremder Gebiete als legal ansehen. Gauland betrachte den Anschluss an Österreich als eine politisch notwendige Maßnahme, da dort das Deutschtum noch in einer angemessenen Weise das Handeln von Regierung und…“

„… aber nicht an den Deutschen liege, da die Weltkriegsbomben dem Volk von den Alliierten aufgezwungen worden seien. Höcke wolle diese Verfälschung der Geschichte, die von der Bundesregierung und international organisierten Interessengruppen zur Unterdrückung der…“

„… sich die Gefahr statistisch durch den Fund von Sprengkörpern stetig verringere. Söder habe die Suche in Bayern mit sofortiger Wirkung gestoppt, da eine zu große Sicherheit sich schlecht auf die Wahlergebnisse der…“

„… von der Bundesregierung als sicheres Herkunftsland definiert worden sei. Die Entscheidung stärke das Vertrauen von Investoren in Deutschland nachhaltig und werde sich auf die Attraktivität für den internationalen Arbeitsmarkt sehr…“





Lauäugig

1 08 2018

„Versetzen Sie sich doch mal in unsere Lage. Es gibt in Deutschland dreißig, ach was: mindestens fünfunddreißig linksextremistische Attentäter, die sind so geheim, dass man von den Tausenden von Attentaten, die sie täglich, was sage ich: Tausende pro Stunde, und das kriegen wir gar nicht mit! Die muss man doch erstmal aufklären, diese ganzen Morde, und dann können wir immer noch schauen, ob wirklich alle Holocaustleugner in diesem Land kriminell sind.

Vielleicht hatten die nur eine schlimme Kindheit oder eine posttraumatische Belastungsstörung. Ist doch möglich, so kriegsbedingt. Um die muss man sich auch kümmern, aber wir leben schließlich in einem Rechtsstaat, und da kann man doch mal vom Guten in einem Menschen ausgehen, oder? Sehen Sie, das hatte ich erwartet. Und Sie müssen auch wissen, das sind ja nicht alles Deutsche. Also nicht alle, ein paar Polacken und Russen sind dabei, und sagen Sie selbst: wenn da so ein Ostvolk steht, das kann doch kein Nazi sein. Die haben vielleicht ein bisschen zu viel patriotisches Gefühl, aber das ist doch gut, wenn die das für Deutschland ausleben, statt Propaganda für die Ostgebiete zu machen.

Oder Islamisten zu werden. Stellen Sie sich das mal vor. Als könnten Spinnen auch noch fliegen. Und das ist der Knackpunkt, es gibt eben Gebiete, auf denen können wir einfach nicht erfolgreich ermitteln. Da können Sie sich einen Rauschebart wachsen lassen und sehen immer noch aus wie der Weihnachtsmann. Oder wie die Scharia-Polizei. Naja, ist ja so gut wie dasselbe. Aber wir haben unsere natürlichen Grenzen, und innerhalb derer müssen wir unsere Erkenntnisse gewinnen, um die Sicherheit der Bundesrepublik zu gewährleisten. Und dann ist es natürlich immer auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung, ob wir unseren Aufwand mit Augenmaß betreiben. Nehmen wir nur mal den NSU, was da während der juristischen Aufarbeitung alles nicht gefunden wurde – man kann doch in so einen Untergrund keine V-Männer reinschicken, das ist wie Treibsand. Die sehen wir nie wieder! Wenn Sie sich hingegen das linke Spektrum ansehen, den antifaschistischen Sympathisantensumpf, da kennt jeder jeden, teilweise können Sie als Ermittler da Ihre Familie gründen, Kinder kriegen, das machen die mit, und das Schöne ist, es kann quasi jeder ein Antifaschist sein. Das reicht ja auch schon als Vorwurf, und dann haben Sie quasi freie Hand.

Aber mal im Ernst, dass wir die Beobachtung der AfD verhindert haben sollen, das ist doch ein schlechter Scherz. Wir haben mit denen auch nicht kooperiert, also jedenfalls nicht so, wie Sie sich das vorstellen. Dazu waren noch viel zu viele Mitarbeiter an die NPD gebunden, und bis man da die entsprechende Glaubwürdigkeit aufbaut, das kann schon mal dauern. Es bringen zwar etliche Mitarbeiter schon ein entsprechendes Vorwissen mit und die Szene ist auch recht impulsiv, aber geplant wird doch eher von langer Hand.

Das mit Höcke müssen Sie in einem ganz anderen Licht betrachten. Wir schützen ja unsere Verfassung, und wenn man die von einem schützen muss, dann ja wohl vor dem. Gucken Sie sich den mal ganz genau an. Schwerer Dachschaden, und was die Glaubwürdigkeit angeht, der ist nicht mal Reichsbürger. So einer tendiert in jede Richtung, das ist für eine Partei, die sich als Alternative zum demokratischen, nein, als deutsche demokratische, wieder falsch – also jedenfalls als Alternative, und da kann dann nicht jeder mitmachen. Da sehe ich in der Partei schon eine gewisse Lauäugigkeit. Blau ist da ja genug, Höcke auch, aber wenn der schon das Parteiprogramm nach rechts vertreten will, dann doch bitte auch konsequent.

Da sehen Sie auch mal, dass wir uns heute viel mehr in der Rolle der Politikberatung verstehen. Was gestern noch als radikal galt, ist morgen schon ein alter Hut. Sehen Sie beispielsweise an der SPD. Und wir halten uns vorwiegend in der Gegenwart auf und sorgen für ein harmonisches Miteinander der gesellschaftlichen Kräfte. Mehr kann man doch nicht erwarten. Und wenn wir das nicht für jeden tun, dann zeigt das doch andererseits auch, wie ausgewogen wir sind. Man kann ja nicht immer die Vergangenheit der NPD ohne die Zukunft der Linken verstehen, das gehört politisch immer auch zusammen. Wenn die NPD eine Zukunft hätte, dann wären die Linken in Deutschland jedenfalls schon mal Vergangenheit.

Und dann muss man ja auch mal sehen, wenn eine Partei in unserem offiziellen Bericht erscheint, dann ist das für manche Leute ja regelrecht ein Ritterschlag. Das muss man auch verhindern, denn so bekommen die immer mehr Zulauf, gewinnen die Kontrolle über parlamentarische Gremien – wir können davon ein Lied singen, wir haben immer vermieden, mit parlamentarischen Kontrollgremien zu kooperieren. Die ahmen die Strukturen nach, die wissen offiziell von nichts, und plötzlich ist der Schaden eingetreten. Stellen Sie sich mal zehn bis fünfzehn Prozent Nazis im Bundestag vor. Mehr dürfen das aber auch nicht werden.

Wieso Haushalt? Ja, der andere Geheimdienst bekommt natürlich auch ein bisschen mehr. Und das Bundeskriminalamt, aber offiziell dürfen wir mit denen nicht… – Jetzt verstehen Sie uns doch auch mal: bei unserem Budget und der personellen Ausstattung, und dann wird die AfD zum Abschuss freigegeben. Ich frage Sie, wo sollen wir denn da überhaupt noch arbeiten!?“