Themenwoche Gerechtigkeit

12 11 2018

„Ja, was denn!? Das darf man doch wohl noch sagen? Außerdem hat sich unser Ministerpräsident nicht zu konkreten Tatvorwürfen geäußert, sondern ganz allgemein gesprochen. Dass es diese randalierenden Horden gibt, ist ja immerhin möglich , und deshalb ist das auch keine rechte Hetze. Wir müssen nur langsam sehen, dass die Grünen im gesellschaftlichen Mainstream angekommen sind, und da geht’s nun mal robust zu.

Im Grunde wollte Kretschmann auch nur anmerken, dass man nicht immer so auf den üblichen Verdächtigen herumhacken sollte. Wenn Palmer etwas zu Feinstaub sagt, hören Sie dann automatisch weg, weil es Palmer ist? Das muss eine in Ruhe geführte Debatte werden, sonst gleitet das ganz schnell in rechte Fahrwasser ab, und das können wir uns als Grüne nicht erlauben. Wollen wir auch gar nicht. Diese scharfe Kritik an dem Mann, das muss doch nicht sein. Überlegen Sie mal, der war beim Parteitag gar nicht erst dabei. Vermutlich hat er Angst gehabt, dass er mit Kritik, ach was: dass er mit bösartigen Anfeindungen ohne eine tatsächliche Grundlage angefeindet wird. Und was das mit Spitzenpolitikern macht, das haben wir ja jüngst im Fall eines anderen hochrangigen Ministerpräsidenten gesehen. Wochenlang hat sich Seehofer nicht gerührt, und trotzdem hatte er diese sagenhaft schlechte Presse. Wenn man jetzt in den Medien so eine Themenwoche über Gerechtigkeit fährt, aber auf der anderen Seite so eine üble Kampagne fährt, als ich bitte Sie – das geht ja mal gar nicht!

Wir haben rechtzeitig darauf hingewiesen, dass wir uns radikalisieren wollen, weil die Probleme unserer Zeit und noch viel wichtiger: weil die Probleme der Zukunft uns dazu zwingen. Die SPD kann da gerne mitmachen, wenn ich mich erinnere, haben die sich bis heute nicht von diesem Experten für größere Finanzlöcher getrennt; der war noch eine ganze Zeit lang in Berlin tätig, inzwischen hat er ja meistens Finanzlöcher in seinem eigenen Haushalt gestopft, ist ja auch legitim, weil er das Buch schließlich als Privatperson geschrieben hat, das eine, das andere wohl auch, und da muss die SPD tolerieren, dass man Meinungsfreiheit für sich nutzt. Nutzt, nicht ausnutzt, man kann Grundrechte nicht ausnutzen und nicht missbrauchen, beim Asyl gehen die Meinungen etwas auseinander, das ist dann Meta-Meinungsfreiheit – seitdem Schily sich nicht mehr bei den Grünen befindet, haben wir ja auch offiziell einen Beitrag dazu geleistet, dass die Sicherheit wieder als Staatsziel ins Grundgesetz aufgenommen wurde. Die haben so viel gestrichen, da passte die Sicherheit einfach noch dazwischen.

Und es ist ja auch gar nicht richtig, dass wir als Partei jetzt auch offiziell am rechten Rand fischen wollen. Das sind dann nämlich gleich mehrere Falschbehauptungen in einem Satz, und das lassen wir als Partei nicht auf uns sitzen. Es ging nicht um diese Migrantenhorden, es ging darum, dass wir in den Großstädten nicht mehr mit ihnen konfrontiert werden wollen. Die Ballungsräume mögen ja auf sie attraktiv wirken, da ist Arbeit, da kann man wohnen, es finden genug Deutschkurse statt, man integriert sich auch durch soziale Kontakte mit der deutschen Bevölkerung. Da bleibt doch für den durchschnittlichen Schwaben nicht mehr viel übrig! Gucken Sie sich alleine mal an, wie schwer die es noch in Berlin haben, eine der größten türkischen Metropolen überhaupt, und das auch und vor allem sprachlich. Bald spricht der normale Asylant besser Ostdeutsch als die Binnenzuwanderer. Dann findet der natürlich leichter einen Job, eine Wohnung, die nicht sofort wieder weggentrifiziert wird, weil den Asylbetrüger stören doch die kriminellen Clans aus dem Libanon nicht, der spricht möglicherweise genau seine Sprache, auch im übertragenen Sinne – denkt denn keiner an die Deutschen?

Wir haben ja gar nicht vor, die Zuwanderer in den Städten zu konzentrieren, in Anker-Zentren und hinter Schloss und Riegel, da nützten uns die gar nichts mehr. Aber auf dem Land sind die halt viel besser aufgehoben, da kommt die Feuerwehr auch, wenn man ein Brandanschlag sein sollte, man kann sich die schöne Alblandschaft erobern – andere Leute, zum Beispiel die Berliner! die machen da Urlaub, die fahren auf eigene Kosten hin, genießen die leicht weltabgeschiedene Lage der Fildern und der Bodenseeregion, die freuen sich schon auf den großen Tiefbahnhof und auf die Anbindung an die Balkanroute, die sicher noch vor dem Flughafen in Brandenburg kommt. Wir machen den Menschen, ich nenne sie jetzt einfach mal so, denen machen wir ein großes Geschenk. Da darf man auch eine gewisse Dankbarkeit erwarten. Die gehört auch zur deutschen Leitkultur. Nicht nur die Diesel.

Und schließlich haben wir bei dem Fall am Bodensee ja auch einen deutschen Verdächtigen. Das sollte uns zu denken geben, das müssen wir auf jeden Fall berücksichtigen. Jetzt jeden Deutschen, nur weil er männlich ist, als potenziellen Straftäter, also als vorsätzlichen Gewalttäter hinstellen, damit ist ja auch keinem gedient. Sie müssen das ganz klar abgrenzen. Wenn Sie sich die Partei angucken, auch und gerade jetzt im Wahlkampf, vor dem Hintergrund einer drohenden Konfrontation mit der CDU und anderen nationalsozialistischen Kräften, wenn Sie sich die Parlamente anschauen, dann sehen Sie es doch, was das Problem ist: testosterongesteuerte Männerhorden!“





Ganzheitliche Gesprächskreise

20 06 2017

„… um eine schwarz-grüne oder grün-schwarze Koalition handeln sollte. Die Bündnisgrünen würden im Fall einer Regierungsbeteiligung auch für das Innenressort…“

„… als erste Amtshandlung den Freistaat Bayern zum unsicheren Herkunftsland erklärt habe. Angesichts einer Landesregierung, die das Grundgesetz nun auch offen…“

„… müsse eine grüne Innenpolitik vor allem die Polizei stärken. Die Zusammenarbeit von Bund, Ländern und EU, wie sie heute schon durch digitale Instrumente der gemeinsamen…“

„… ob ein Anti-Terrorismus-Tag pro Woche die gewünschten Ergebnisse zeitigen könnte. Da die Partei vorerst auf eine freiwillige Teilnahme setze, sei eine mehrjährige Evaluierung des…“

„… dankend abgelehnt habe. Schily sei trotz seiner Ministerkarriere für die SPD im Innenressort nicht mehr…“

„… zu ganzheitlichen Gesprächskreisen einladen wolle. Die Einsatzkräfte sollten durch ein wertschätzendes Führungskonzept im Rahmen von ungefähr fünf bis acht Stunden pro Woche mit den Gefahren, die sich durch eine personelle Unterbesetzung im gesamten…“

„… mit dem Slogan Deutschland den Deutschen – Blutsfremde raus auch innerhalb der Partei auf wenig Verständnis gestoßen sei. Palmer habe gedroht, die Grünen noch während der laufenden Legislatur zu…“

„… V-Personen weiter zu beschäftigen, aber die beschatteten Bürger vorher durch eine schriftliche Einladung zu einem aktivierenden Gespräch in ganzheitlicher Atmosphäre wieder in den…“

„… die Polizeiuniformen wieder grün machen wolle. Dies schaffe zusätzlich neue Arbeitsplätze und sei geeignet, das Vertrauen der Bevölkerung in die gewohnte…“

„… ein liebevolles, gewaltfreies Miteinander gestalten werde. Der rechtliche Rahmen für die Abschiebung nach Afghanistan sei in enger Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt, dem Bundeswirtschaftsministerium und den…“

„… an den Uniformen scharfe Kritik geübt habe, da sie nicht der Verpackungsverordnung für…“

„… eine Einschränkung von Menschenrechten als Terrorismus anzusehen, den sie nicht mit der laut Koalitionsvertrag vorgesehenen Einschränkung von Menschenrechten bekämpfen könnten. Özdemir habe um eine einstweilige Unterbrechung der Bundesregierung gebeten, um sich vorerst eine juristische…“

„… die Erhöhung der Mineralölsteuer zur Finanzierung der Terrorbekämpfung als sozial sehr ausgewogenes Ziel bezeichnet habe. Da nicht alle Deutschen rauchten, mehrheitlich aber Autos und Krafträder besäßen, könne man eine gleichmäßig auf die Bevölkerung…“

„… und mehr Kita-Plätze mit Kontaktbereichsbeamten ausrüsten wolle. So sei einerseits die vom Koalitionspartner gewünschte Beobachtung von Kleinkindern auf Anzeichen einer potenziellen Radikalisierung bereits ab dem ersten…“

„… mit der Konzentration auf den Bereich Sport auch keine sicherheitsrelevanten Leistungen erbringen könne. Das Bundesministerium habe aber zugesichert, bei den Dopingkontrollen nicht so genau zu…“

„… der Datenschutz verstärkt werde müsse. Bei einer konsequenten Anwendung der bestehenden Gesetze müssten die Sicherheitsbehörden nach einem Anschlag nicht mehr sagen, ob und wie lange sie den Täter bereits…“

„… auch die Durchsetzung der Elektromobilität in Deutschland abwarten könne. Mit einer Erhöhung des Strompreises sei eine weitere Quelle zur Finanzierung der inneren Sicherheit…“

„… sich gegen die Weiterführung der Vorratsdatenspeicherung ausspreche. Ein Bundesparteitag müsse dies jedoch zuvor mit einfacher Mehrheit als Beschlussvorlage des…“

„… das Bundesinnenministerium den Ausstieg aus der Kohleenergie fördere, da mit dem Rückbau von Kraftwerken auch weniger Angriffsziele für terroristische…“

„… mit der sicherheitspolitischen Agenda 2020 bereits jetzt beginnen wolle. Solange Merkel nicht abgeneigt sei, die Erfolge für sich zu reklamieren, würden die Grünen ihre Zustimmung zu den…“

„… die Terrorismusbekämpfung der Polizei überlassen wolle. Hier müsse der Bundesminister auch nicht so genau hinschauen, weshalb eine rechtskonforme Auslegung des…“

„… die Videoüberwachung im öffentlichen Raum besser ausgeschildert werden solle. Durch gezielte Hinweise werde man eine gesteigerte Akzeptanz für die…“

„… eine komplette Erneuerung des Verfassungsschutzes zur Diskussion stellen wolle. Damit sei keine schnelle Veränderung gemeint, es biete jedoch für die kommenden Wahlkämpfe ein ausreichendes…“

„… dem Bereich Cyberkriminalität durch eine Ausweitung des Jugendschutzes begegnen wolle. Die größtenteils jungen Hacker müssten durch gezielte integrative Maßnahmen in die Mitte der…“





Die Revolution recycelt ihre Kinder

8 03 2017

„Vielleicht liegt es an den Frisuren.“ „Ich glaube eher, es liegt an den Klamotten.“ „Nee, an der Meinung.“ „Gehst Du da nicht ein bisschen sehr weit?“ „Man ist das von uns nicht gewohnt, dass wir so anpassungsfähig sind.“ „Aber guck mal, Meinung – wir sind doch hier in der Politik, da interessiert das doch sowieso keinen.“

„Sieben Prozent sind total alarmierend, oder?“ „Schon, aber ich wüsste jetzt auch nicht, was wir so konkret falsch machen.“ „Ich würde gerne mit Dir darüber diskutieren, aber nur gewaltfrei.“ „Hattest Du wieder was im Dinkelschrot?“ „Er hat immer was im Dinkelschrot. Langsam müsstest Du das mitgekriegt haben.“ „Solange wir sieben Prozent haben, sind wir zwar noch im Bundestag, aber es nützt uns nichts mehr.“ „Bei sieben Prozent bleibt Merkel Kanzlerin.“ „Wenn wir zwanzig Prozent haben, bleibt sie auch.“ „Aber wenn sie mit uns koaliert, wird das total anders, glaub mir.“ „Mit einer sehr starken SPD und einer, naja, also wenn die Linken auch wieder reinkommen, das wäre doch denkbar.“ „Du hast auch von seinem Dinkel genascht, oder?“ „Mensch, Ihr müsst mal wieder Utopien entwickeln! Das hat unsere Partei groß gemacht – wir müssen da wieder hin!“ „Wie jetzt, make Grüne great again!?“ „Entschuldige, aber das ist doch ein Himmelfahrtskommando. Die wenigen Leute wählen uns doch nur, weil wir das mit den Utopien gelassen haben und jetzt in der Realität angekommen sind.“ „Ja, mit Realpolitik von den Fundamentalisten.“

„Das liegt wohl daran, dass wir die falschen Prioritäten setzen.“ „Die Frauenquote war doch so gut, die hat uns die SPD aus der Hand gerissen.“ „Aber nur mit Veggie-Day können wir keinen Wahlkampf machen.“ „Meiner Ansicht nach haben wir nichts falsch gemacht. Unsere Partei hat die richtigen Akzente gesetzt, und das in der Mitte der Gesellschaft.“ „Finde ich so aber auch noch nicht richtig gelungen.“ „Wir können doch auch keinen Bio-Rübenacker aus Deutschland machen, weil wir nur für nachhaltige Landwirtschaft sind.“ „Können schon, aber es bringt halt nichts.“ „Vielleicht ist unsere Politik ja ganz einfach scheiße?“ „Ich würde das gerne gewaltfrei ausdiskutieren!“ „Also jetzt reißt Euch aber mal zusammen, so kommen wir ja nun wirklich nicht weiter!“ „Wir haben doch den Sprung ins bürgerliche Lager geschafft, was ist denn daran nun verkehrt?“ „Eben, er hat recht! Wir sind nach längeren Experimenten mit rot-grünen Mehrheiten in der Mittelschicht angekommen.“ „Und das mit elitärem Bonus.“ „Das meinst Du nicht ernst!?“ „Na klar, sonst wäre ich sicher bei den Linken und nicht hier.“

„Alle sagen, wir hätten ein soziales Problem.“ „Oder ein soziologisches.“ „Ist das nicht dasselbe?“ „In diesem Fall schon.“ „Müsst Ihr schon wieder über Hartz IV reden?“ „Macht das doch wenigstens gewaltfrei!“ „Werd jetzt nicht ungerecht, wir sind doch an den Themen dran!“ „Genau, wir lehnen eine Steuererhöhung für Reiche nicht generell ab, wenn wir wissen, wie wir das gegenfinanzieren.“ „Und das mit den Feinstaubwerten ist jetzt auch unfair.“ „Ich habe doch nicht damit angefangen, das ist…“ „Ganz unfair!“ „Du willst mir doch jetzt nicht erzählen, wir verzögern die Gesetzgebung in Baden-Württemberg, damit wir der Autoindustrie nicht die vielen Arbeitsplätze…“ „Ganz, ganz unfair!“ „Hör mal, was macht Ihr Idioten eigentlich mit dem Dinkelzeugs? Rauchen!?“ „Gewaltfrei!“ „Ganz, ganz…“ „Du willst doch auch in die obere Mittelschicht, oder warum bist Du hier? da muss man der Industrie helfen und der finanzstarken Elite, die schaffen doch die Arbeitsplätze für die Bevölkerung!“ „Das kann man auch mit Windkraft, und wenn man innovative Technologien fördern will, dann verschiebt man die Feinstaubverordnung eben nicht mal locker um ein Jahr, damit man damit ein paar Wählerstimmen von der CDU abgreifen kann, kapiert!?“ „Du Faschist!“ „Das muss ich mir nicht vorwerfen lassen von einer Zonenschlampe, die außer einem misslungenen Religiotenstudium noch nichts im Leben gerissen hat!“ „Gewalt…“

„Jetzt kommt man beide wieder runter, das führt doch zu nichts.“ „Ach, und jetzt habe ich wieder Schuld!“ „Ich sagte, Ihr kommt jetzt mal runter. Beide.“ „Das ist wieder so typisch, wenn man Dich argumentativ nicht mehr erreicht, dann…“ „Hältst Du jetzt vielleicht endlich mal die Fresse!?“ „Was wollt Ihr eigentlich, er hat doch recht. Die CDU zu kopieren, um Schwarz-Grün im Bundeskabinett zu schaffen, führt nur dazu, dass mehr Wähler sich für das Original entscheiden.“ „Halte ich für falsch. Wir müssen uns doch als Partei auch offen halten für eine…“ „Was Du offen hältst, ist mir schnurz. Jedenfalls funktioniert es nicht.“ „Deine Meinung.“ „Dann ist die AfD ja auch nur so stark geworden, weil Seehofer ihr überall rein kriecht.“ „Moment, das müssen wir jetzt mal ausdiskutieren.“ „Aber gewaltfrei!“ „Wegen Marktlücke und so?“ „Das wäre doch irgendwie nutzbar.“ „Steuererhöhungen, aber nur so, dass sie unsere Wähler nicht treffen?“ „Und brutale Verteuerungen von Flugreisen, aber zahlen müssen die Hartzmexikaner!“ „Hallo!?“ „Ist mir so rausgerutscht. Sorry.“ „Einer muss doch die Prinzipien unserer Gesellschaft wahren, die bis jetzt noch staatstragend sind.“ „Und nachhaltig!“ „Klingt sehr gut!“ „Und gewaltfrei!“ „Wenn wir als Ersatz-FDP etabliert sind, dann haben wir’s geschafft!“ „Fast.“ „Wieso fast?“ „Wir verleihen uns erst noch einen Öko-Aufkleber. Aber dann…“





Wir schaffen das

6 02 2017

„Aber wie wollen Sie die Parteibasis dazu bringen, mit dieser Chaotentruppe zu koalieren?“ „Gut, die sind wirklich recht weltfremd.“ „Und sie labern ständig über Befindlichkeiten, anstatt sich mal mit der staatsrechtlichen Realität zu befassen.“ „Und ihr Spitzenpersonal sind echt…“ „Ja, jetzt wissen wir’s ja. Aber das werden die Grünen schlucken müssen, wenn sie mit der CDU koalieren wollen.“

„Man müsste überhaupt viel realistischer sein.“ „Glauben Sie etwa, Merkel würde einen Grünen als Innenminister zulassen?“ „Würden denn die Grünen einen Innenminister von Merkel akzeptieren?“ „Solange er nicht die Bevölkerung verunsichert?“ „Die Grünen sind inzwischen ja sogar offen für Abschiebungen nach Afghanistan.“ „Die sind noch ganz woanders offen, wenn Sie mich fragen.“ „Nun seien Sie mal konstruktiv!“ „Die wollten doch sonst immer Integration.“ „Kriegen sie doch. Zumindest der rechtskonservative Flügel…“ „Steinbach? die ist doch weg?“ „… der Grünen könnte sich in die Union integrieren.“ „Und das klappt?“ „Warum denn nicht?“ „Auf der anderen Seite könnten die Grünen dann nicht mehr so mit Menschenrechten herummachen.“ „Dafür wählen sie dann rechte Menschen.“ „Auch wieder wahr.“

„Haben die denn schon gesagt, wie sie die abgelehnten Asylbewerber abschieben wollen?“ „Sie setzen auf freiwillige Rückkehrer.“ „Das ist ja ein total ausgeklügeltes Konzept.“ „Das wäre nicht mal der SPD eingefallen.“ „Und wie wollen sie das durchsetzen?“ „Ich schätze mal mit freiwilligem Zwang.“ „Also man bevormundet die Antragsteller, enthält Ihnen Rechte vor, erklärt die Missachtung von verfassungsmäßig garantierten Rechten aus nationalem Interesse und gießt das in ein Gesetz?“ „Bevormundung durch einen paternalistischen Maßnahmenkatalog, das würde ich ja noch unterschreiben, aber das andere?“ „Ohne die Hartz-Reformen hätten sie bis heute nie in einer Bundesregierung gesessen.“

„Ein Hauptproblem dürfte der Waffenhandel sein.“ „Richtig, Gabriel ist auch seit Jahren schwer depressiv wegen der Umsatzsteigerungen.“ „Als Grüne würde ich auf Biowaffen umsteigen.“ „Sehr witzig.“ „Man muss da mit der richtigen Motivation rangehen. Immer alles kritisieren ist auch nicht so toll.“ „Zum Beispiel mehr Arbeitsplätze in der Waffenindustrie?“ „Munitionsrecycling, Roboter mit Streumunition aus deutscher Forschung und Entwicklung – und wenn man die als Dual-Use-Produkte möglicherweise in der Dritten Welt noch in der Landwirtschaft einsetzen könnte, dann haben wir doch letztlich alle was davon.“ „Verstehe, wir machen mehr Umsatz und können davon dann mehr Flüchtlinge aufnehmen, die wegen der zusätzlichen Kriege nach Europa kommen.“ „Was gleichzeitig wieder mehr Wirtschaftswachstum bedeutet.“ „Super!“ „Der Friedensnobelpreis dürfte damit nur noch eine Frage der Zeit sein.“ „Das nenne ich mal Motivation!“ „Wir schaffen das!“ „Klasse!“

„Nun mal nicht so schnell.“ „Haben Sie wieder eine unentschlossene Zielgruppe entdeckt?“ „Die Hessen.“ „Ach nee!“ „Meint die Schröder, das sei nicht gerecht gegenüber denen, die sich den Dienstporsche fürs Kindermädchen von der Partei bezahlen lassen?“ „Seit wann kümmert sich die CDU um das intellektuelle Prekariat?“ „Was hat die AfD mit der Schröder zu tun?“ „Inhaltlich sehe ich da eine Menge Überschneidungen.“ „Ethisch auch.“ „Die Union kommt nicht mehr nach.“ „Weil jetzt Kretschmann und Palmer Bouffier rechts überholen?“ „Da kann er mal sehen, wie das ist, wenn man immer nur die Argumentation feindlicher Parteien übernimmt.“

„Aber ein paar Mentalitätsunterschiede müssen sicher schon noch bereinigt werden.“ „Wie kriegt man das denn in der Landwirtschaft hin?“ „Die werden sich sicher einigen, sobald sie das mit der Kernkraft und den erneuerbaren Energien in den Griff gekriegt haben.“ „Das ist dann gleich nach der Entscheidung, ob wir den Schwerlastverkehr noch mehr auf die Straße verlagern oder doch wieder die Schiene nehmen.“ „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich die beiden auf einen gemeinsamen Nenner einigen werden.“ „Nämlich?“ „Dass Machterhalt jede inhaltliche Verbiegung rechtfertigt.“

„Bliebe noch Seehofer.“ „Kann ich Ihren Plan für die Waffenexporte noch mal sehen?“ „Das ist möglicherweise der Knackpunkt, wenn die CSU aus der Regierung aussteigt.“ „Wie bitte!?“ „Haben Sie das etwa nicht auf dem Radar?“ „Wie könnten denn die Grünen ohne die CSU in die Regierung kommen?“ „Eben weil die CSU weg ist.“ „Und die ist weg, weil die Grünen an der Regierung sind.“ „Mensch, großartig!“ „Das ist ja klasse!“ „Also ich versteh’s noch nicht.“ „Was hat die CSU gemacht, als sie im Bund in der Opposition saß?“ „Gegen die Regierung gestänkert?“ „Das machen sie auch, wenn sie gerade an der Regierung sind.“ „Stimmt auch wieder.“ „Sie haben massiv zugelegt und sind in Bayern unschlagbar geworden.“ „Und das macht Seehofer jetzt auch?“ „Wenn er wirklich eingesehen hat, dass Söder und Scheuer und dieser ganze Rest aus fünftklassigen Kläffern die Partei zermarmelt, dann muss er etwas unternehmen.“ „Also hofft er inständig, dass die Grünen eine Koalition mit der CDU hinkriegen, weil er dann nicht mehr regieren muss.“ „Großartig!“ „Jetzt verstehe ich auch den grenzenlosen Optimismus der Kanzlerin. Das ist ja tatsächlich eine historische Chance für Deutschland als moderne EU-Führungskraft.“ „Jetzt weiß ich auch, weshalb sie das damals gesagt hat.“ „Was gesagt hat?“ „Wir schaffen das.“





Nachhaltigkeitsoffensive

18 05 2015

„… das Profil der Grünen wirtschaftsfreundlicher zu gestalten. Kretschmann wolle seine Partei damit für die nächste Bundesregierung…“

„… habe der Landesverband beschlossen, dass immerwährendes Wirtschaftswachstum zwar praktisch ausgeschlossen sei, man wolle es jedoch im nächsten Wahlprogramm ausreichend…“

„… halte es die Partei der Bündnisgrünen nicht für legitim, in diesem Zusammenhang über Steuersenkungen zu…“

„… man den Veggie-Day ideologiefreier betrachten müsse. Künast habe versprochen, die Sponsorengelder der Fleischindustrie nur dann anzunehmen, wenn diese im Gegenzug am vegetarischen Tag ein kostengünstiges Fleischgericht…“

„… für mehr Zuwanderung. Gleichzeitig habe Kretschmann vorgeschlagen, Flüchtlinge und Migranten in Stadtteilen mit besonders hohem Anteil an Erwerbslosen und sozial Schwachen unterzubringen, um ihnen ein Heimatgefühl in der deutschen Gesellschaft schon von Anfang an…“

„… die Banken gegenüber der Realwirtschaft zu bevorzugen. So könne eine möglichst ressourcenschonende Wertschöpfung zur Erreichung der Klimaziele…“

„… dass Steuersenkungen in diesem Zusammenhang für die Grünen kein Diskussionsthema…“

„… wenn sich die Finanzdienstleister bereiterklären würden, ihre Unterlagen nur noch auf Recyclingpapier auszudrucken. Kretschmann wolle damit eine Nachhaltigkeitsoffensive für den…“

„… den Freihandel mit den Vereinigten Staaten als große Chance sehen müsse, die Leistungsträger der deutschen Wirtschaft zu entlasten, da diese bisher zu geringe Renditen…“

„… sei Kretschmann sicher, dass deutsche Ingenieure bald ein Verfahren zum Bio-Fracking erfinden könnten, um die Schäden an der Umwelt möglichst gering und erst für kommende Generationen…“

„… man TTIP nicht grundsätzlich verteufeln dürfe. Biologisch-dynamisch aufgezogene und mit genfreiem Mais gefütterte Chlorhühnchen seien sehr wohl unbedenklich in Bezug auf den…“

„… wolle Kretschmann Regierungsbündnisse mit der CDU nur dann eingehen, wenn der Partner sich in Zukunft weniger progressiv…“

„… lehne es die Partei derzeit kategorisch ab, im Wahlkampf eine Diskussion über Steuersenkungen zu…“

„… werde Kretschmann die Entwicklung weiterhin positiv begleiten. Steinkohle sei ein unverfälschtes Naturprodukt, weshalb die grüne Energiegewinnung ohne sie einfach nicht…“

„… sich die Grünen stark von der Linkspartei absetzen würden. Erfolge in der globalen Wirtschaft, so der baden-württembergische Ministerpräsident, seien nur mit seiner Partei…“

„… allen Befürchtungen entgegentreten wolle, dass er die Nachteile der Globalisierung kleinreden wolle. Da Konzerne zunehmend genauso wichtig würden wie Parteien, so Kretschmann, sei es ein gutes Zeichen, wenn die Grünen sich auch weiterhin als Juniorpartner der globalen Konzerne im internationalen…“

„… CO2-Zertifikate auch für Kraftwagen einzuführen. So sei es der Bundesrepublik möglich, erheblich mehr SUVs und Sportwagen zu bauen, während die umweltschonende Wirkung der Drittweltländer, die bereits jetzt über keine eigene Automobilindustrie verfügten, sich im…“

„… und den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Kernenergie weiter voranzutreiben. Als Naturwissenschaftler begreife Kretschmann sehr wohl, dass sich Uran wieder aufbereiten lasse, was mit dem Gedanken einer nachhaltigen Energiewende absolut zu…“

„… einen Einstieg grüner Spitzenpolitiker nach der kommenden Legislaturperiode ausschließen könne. Dennoch zeige sich der Energiekonzern für eine neue Personalentwicklung mit politischen Berührungspunkten sehr viel…“

„… man Steuererhöhungen nur da akzeptieren, wo sie durch gleichzeitige Steuersenkungen, beispielsweise für die Besserverdienenden, im gerechten…“

„… es zwar erhebliche verfassungsrechtliche Probleme mit der Vorratsdatenspeicherung gebe, aber eine Erfolg versprechende wirtschaftliche Entwicklung, die die deutsche IT-Industrie nicht verpassen dürfe, weshalb die Grünen sich ganz klar für den Erhalt von Arbeitsplätzen in Abmahnkanzleien…“

„… bei Dinkelvollkornbrötchen und fair gehandeltem Kaffee weitere Steuervergünstigungen beim Hotelfrühstück durchaus im Bereich des Möglichen…“





Zigeunersoße

22 09 2014

„Nee, können Sie knicken. Wir machen uns doch hier nicht zum Affen, nur weil Sie einer sind. Das können Sie voll vergessen. Sie kriegen jetzt ein beschleunigtes Asylverfahren – drei, zwo, eins, raus – und dann bleiben Sie gefälligst da, wo Sie hingehören, Kretschmann. Nämlich überall da, wo nicht Berlin ist.

Das ist nun mal das Wesen des Kompromisses, das müssen Sie als ehemaliger Hoffnungsträger doch verstehen. Die einen haben nicht gewonnen, dafür verlieren die anderen. Haben Sie ein Problem damit? dann ist ja gut, dann ist es wenigstens nicht meins. Sie wollten diesen Deal, gute Ausländer, schlechte Ausländer, und jetzt haben Sie ihn. Also Fresse halten, wenn Sie mit mir reden. Meckern können Sie immer noch im Wahlkampf, falls Sie den jemals erleben sollten. Die Chancen stehen jedenfalls sehr gut, schließlich ist Stuttgart total gut aufgestellt. Sagen Sie doch selbst immer. Dann bleiben Sie halt da, Kretschmann, und jedem ist gedient.

Dafür könnten Sie natürlich rein theoretisch arbeiten, wenn man Sie einreisen ließe, nicht wahr? Es muss zwar für jede zu besetzende Stelle erstmal kein Berliner da sein, und wir haben sowieso für jede Stelle ein Dutzend Berliner, und außerdem haben wir gar keine zu besetzenden Stellen, aber Sie dürfen gerne mitmachen. Dürften. Sie kommen hier ja nicht rein.

Doch, raus dürfen Sie jederzeit. Falls die in Bayern etwas für ein katholischen Dumpfschädel frei haben, reisen Sie ruhig ein. Wie Sie ein Visum kriegen, das ist mir allerdings völlig wumpe. Wenn Ihnen Ihre Vergangenheit als Kaderkommunist auf die Füße fallen sollte, berufen Sie sich ruhig darauf, dass das in einem freien Land kein Hindernis sein dürfe. Auf dem Papier ist ja Bayern ein Rechtsstaat, genau wie Berlin. Aber wenn Sie nun mal den Radikalenerlass am Hals gehabt haben, dann werden wir Sie keinesfalls aufnehmen können. Schließlich haben Sie sich nach anderswo und damals geltendem Recht strafbar gemacht oder zumindest falsch verhalten. Für Sie als gelernten Ethiker sicher einzusehen, nicht wahr?

Rein theoretisch bekämen Sie jetzt auch mehr Geld und weniger Sachleistungen. Statt pro Mann am Monatsanfang eine Palette Eier auszuhändigen kriegen Sie jetzt sechs Euro dreißig. Wenn Sie sich das Mehl, einen Esslöffel Salz, Küchenmaschine und Kochtopf und Herd und Geschirr und Besteck dazudenken, ist eine vierköpfige Familie davon eine Woche lang versorgt. Eine Handvoll Spätzle, Kretschmann, mehr braucht doch einer wie Sie nicht. Armut, die fängt doch für Sie wesentlich darunter an.

Sie müssen uns aber auch mal verstehen. Dieses ganze Multikulti und so, das ist gescheitert. Ihr Maultaschenfresser gehört einfach nicht hierhin, ist doch klar. Ihr könnt Euer Brauchtum, Kehrwoche und Bahnhöfe verbuddeln und so, das könnt Ihr doch alles schön zu Hause machen. Werdet Ihr zu Hause von den Nachbarn ethnisch verfolgt? Seid Ihr auf wirtschaftliche Unterstützung durch den Sozialstaat Berlin angewiesen, weil Eure Kinder sonst verhungern? Und jetzt kommen Sie mir nicht damit, dass Sie im Winter frieren müssen. Den Schlossplatz haben Sie ohne fremde Hilfe abgeholzt.

Sehen Sie es ein, Baden-Württemberg ist ein sicheres Herkunftsland. Wenn Ihnen da die Polizei mit dem Wasserwerfer die Augen raus schießt, dann ist das folkloristisch gemeint. Und Sie sind meines Wissens auch ein weißer, heterosexueller Katholik mit akademischem Hintergrund, oder? Sehen Sie, was wollen Sie da groß auswandern. Von der Sorte haben wir in Berlin schon genug. Und die können sogar Hochdeutsch!

Nein, das gilt hier nicht, Kretschmann. Ihre Eltern können meinetwegen aus der Mongolei eingewandert sein, Sie können sich hier nicht als Heimatvertriebener durchmogeln. Ihnen ging’s im Schwabenland immer gut, Sie waren politisch geduldet, und jetzt wollen Sie urplötzlich raus? Nach Ihrer Theorie kann das doch nicht sein, Sie gehören doch per Definition zu den nicht verfolgten Personen? Jetzt bitte keine Wortklaubereien, Kretschmann. Sie müssen unbedingt einwandern können, damit von denen, die Ihres Erachtens nach überhaupt nicht einwandern sollen, mehr durch das beschleunigte Abweisungsverfahren fallen? Machen Sie sich doch nicht noch lächerlicher als sonst, Kretschmann. Ist doch alles dieselbe Zigeunersoße. Wir haben eben dieses Verfahren, weil Sie und Ihre Kumpels keine Einzelfallentscheidungen mehr wollten, sondern eine wahlkampfkompatible Tür-zu-Regelung. Und jetzt jammern Sie mir die Ohren voll, weil Sie unter Ihrer eigenen Entscheidung zu leiden haben? Demokratie heißt also bei Ihnen, Hauptsache, der eigene Arsch ist gerettet?

Für die Ossis, die sich regelmäßig beschweren, weil man ihnen mit parlamentarischer Demokratie auf den Sack geht, für die haben Sie doch Platz? Das ist ab jetzt so, wenn die einmal den Luftraum überm Ländle betreten haben, dann kriegen Sie die nicht mehr los. Schengen und so. Arschkarte, Kretschmann. Das haben Sie jetzt von Ihrer Bananenrepublik. Übrigens, nach Gelb kommt Braun. So, und dann schieben Sie mal ab, hier wollen noch ein paar andere in den Genuss staatsrechtlicher Instrumentarien kommen. – Der nächste, bitte!“





Alternativlosmedizin

18 06 2013

„… sich die Grünen im Falle eines Wahlsieges dafür einsetzen würden, Homöopathie und andere alterativmedizinische Verfahren …“

„… endlich einen Beweis für die Wirksamkeit von Homöopathie, denn eine Regierungspartei würde sich bestimmt nicht für einen Zweig der Medizin einsetzen, wenn dessen Effizienz nicht…“

„… habe Künast betont, dass homöopathische Medikamente auch für gesetzlich Versicherte mit niedrigem Einkommen verfügbar sein sollten. Sie plane einen Gesetzesentwurf zur Herstellung von Globuli mit herabgesetzter Wirkstoffkonzentration, die an Patienten mit…“

„… wolle Trittin die Kirlianfotografie nur als diagnostisches Verfahren zulassen, wenn sie zur Visualisierung von mit Ökostrom erzeugten Spannungen…“

„… eine diskriminierungsfreie Neue Deutsche Heilkunde gefordert. Özdemir habe gefordert, dass auch Personen mit Migrationshintergrund Kurse im…“

„… die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung mit einem Forschungsauftrag zum Informationsgehalt in belebtem Wasser zu…“

„… setze die Fraktion der Bündnisgrünen auf therapeutische Vielfalt. Kuhn habe betont, er verstehe selbst nichts von dem Thema, wolle es aber im Bundestagswahlkampf vor allem als Verhandlungsmasse für eine schwarz-grüne Koalition…“

„… habe Claudia Roth zugegeben, dass sie einen Großteil ihrer Warzen durch Reiki…“

„… dafür Sorge zu tragen, dass Heilsteine nicht durch Kinderarbeit…“

„… müsse mit weiteren Einschränkungen bei der zahnmedizinischen Versorgung gerechnet werden, um holotrope Atemarbeit für breitere Bevölkerungsschichten …“

„… habe sich die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens dafür ausgesprochen, sämtliche Heilmethoden, die den Bedürfnissen der Patienten entsprechen, aus den Mitteln der Krankenversicherung…“

„… die tiergestützte Therapie auch in neuen gesellschaftlichen Zusammenhängen irgendwie ein Stück weit zuzulassen. Antje Vollmer wolle für Delfine, die beim Schwimmen mit verhaltensauffälligen Kindern besserverdienender Familien psychische Schäden davontrügen, ein kostenloses Angebot mit Katzenbildern und…“

„… seien jedoch bei der Cranio-Sacral-Therapie entstandene Schäden nur durch Vokalatmung zu heilen, worauf der Bundesverband Deutscher Handaufleger seinen Austritt aus der…“

„… vor dem Bundesverwaltungsgericht wie zu erwarten eine Niederlage kassiert habe. Der Versicherungsträger müsse daher auch die von der Klägerin entwickelte Watumba-Schreitanz-Therapie erstatten, bei der die Heilerin fehlsichtige Säuglinge und Asthmatiker mit gekauten Karotten und Streusand…“

„… dürfe rhythmische Massage nur dann angewandt werden, wenn die Rhythmik unterhalb der schulmedizinischen Nachweisgrenze…“

„… fordere Höhn eine völlige Freigabe der Drogen. So sollen Bach-Blütentherapeutika wie die Heckenrose nicht nur bei krankhafter Schicksalsergebenheit verschrieben werden dürfen, sondern auch bei leichten Fällen von…“

„… bundesweit einheitliche Qualitätsstandards einzufordern. Beck habe daher eine verbindliche Leistungsprüfung für Warzenbesprecher und…“

„… sich herausstellen werde, ob Kretschmann mit einer Volksabstimmung die Ausrichtung des Stuttgarter Bahnhofsneubaus nach Feng Shui…“

„… setze die Verkehrspolitik der Grünen vornehmlich auf die Anschaffung und Lagerung großer Mengen von Schüßler-Streusalz, da sich…“

„… nach einer Übergangsfrist ausschließlich Ohrkerzen nach der EU-Norm zu…“

„… gehöre es zum Konsens, dass die Wirkung zum größten Teil auf der Wunschvorstellung von Wirksamkeit beruhe. Trittin wolle daher mit homöopathischen Mitteln auch die Finanzkrise…“

„… nur bei anthroposophisch begründeten Indikationen zu verabreichen. Die Mehrheit der niedergelassenen Allgemeinärzte hätte sich allerdings dafür ausgesprochen, Aspirin auch weiterhin als Schmerzmittel zu…“

„… schwierige Fragestellung der forensischen Medizin. So müsse man nach homöopathischem Recht Autofahrern, die Rescue-Tropfen eingenommen hätten, die Fahrtauglichkeit absprechen, da diese hochwirksam alkoholisiert…“

„… die Ausrichtung grüner Finanzpolitik viel mehr auf das feministische Tarot zu…“

„… dass Heilpraktikern, die mit nicht in der EU zugelassenen Ohrkerzen arbeiteten, der sofortige Entzug der Zulassung…“

„… ob bei Personen, die von Lichtnahrung lebten, die ALG-II-Regelsätze automatisch um die Lebensmittelkosten vermindert…“

„… zu einem Kompromiss, dass auch importierte Ohrkerzen verwendet werden dürften, falls es nicht gleichzeitig zum Einsatz von Klangschalen…“

„… obwohl Göring-Eckardt angekündigt habe, auch Gesundbeten als anerkannte Therapieform in den Kanon der Pflichtleistungen aufzunehmen. Der Bundesvorstand von Bündnis 90/Die Grünen habe dies vehement abgelehnt, da in einem säkularen Staat nicht einfach Hokuspokus mit staatlichen Subventionen…“





Ausnahmeregelung

28 02 2013

„Nein.“ „Sie sollten nicht vorschnell…“ „Nein!“ „… urteilen, schließlich könnten Sie durch uns wieder in die Regierung…“ „Nein! Die Basis will das nicht, die Wähler wollen das nicht. Nein.“ „Ach Gottchen, die Wähler? Sie sind mir ja einer – Sie interessieren sich ernsthaft für die Wähler? Denen ist das völlig wurst, ob es Schwarz-Grün gibt.“

„Wir haben uns da klar positioniert, es wird mit uns keine Unterstützung für die Politik von Merkel geben.“ „Welche Politik?“ „Hä!?“ „Selber hä. Die Politik von Frau Merkel werden Sie doch wohl nicht gemeint haben. Oder Sie haben eine ganz schön niederschwellige Auffassung, was man als Politik bezeichnen kann.“ „Deshalb werden wir das trotzdem nicht unterstützen.“ „Damit kommen Sie nicht durch. Die Kanzlerin wird sich unter Ihnen wegdrehen, während Sie noch ihren Standpunkt suchen.“ „Wie soll ich das bitte verstehen?“ „Sie können so viel gegen die Kanzlerin protestieren, wie Sie lustig sind. Am Ende holt sie Sie doch ein.“ „Mit ihrem Standpunkt?“ „Sie Witzbold, denken Sie doch mal nach. Standpunkt? sie hat doch gar keinen!“ „Und das soll uns jetzt davon überzeugen, eine Regierungskoalition mit ihr einzugehen?“ „Es wird Ihnen gar nichts anderes übrigbleiben.“ „Wie denn das?“ „Erinnern Sie sich an Fukushima?“ „Vage. Da war irgendwas mit Atomkraft.“ „Das war irgendwann mal Ihr Thema, wenn ich mich recht entsinne.“ „Falsche Perspektive! der Atomausstieg ist doch wohl viel zu wichtig, um ihn nur als innerparteiliche Machtperspektive…“ „Ah, ich sehe schon, Sie haben bereits aufgegeben. Wer mit dieser Einstellung gegen Merkel kämpfen will, kann’s nämlich auch gleich lasen.“

„Warum sollten wir eigentlich gegen Merkel kämpfen? Sie sagen doch, sie wollte mit uns koalieren?“ „Sie werden kämpfen, weil Sie kämpfen müssen. Ihnen bleibt gar nichts anderes übrig.“ „Und wenn nicht?“ „Dann überleben Sie die Legislaturperiode nicht. Sehen Sie sich doch an, in welchem Zustand Merkel die FDP überlassen hat.“ „Na gut, die sind auch selbst schuld. Man macht nicht so ein Theater, nur um ein paar Lobbyisten mit Wahlgeschenken zu…“ „Und die SPD.“ „Okay, das überzeugt mich.“

„Sie werden kämpfen, und wenn Sie nicht alles in die Waagschale werfen, werden Sie assimiliert.“ „Das heißt, wir werden Teil der CDU?“ „Erst im zweiten Schritt.“ „Und im ersten?“ „Da nehmen wir Ihnen die Eigenständigkeit.“ „Die Eigenständigkeit nehmen, wie soll das denn funktionieren?“ „Es funktioniert schon. Die Anfänge sind längst gemacht, denken Sie nur an Fukushima.“ „Aber wir haben in der letzten Bundesregierung auch klare Akzente gesetzt für den Atomausstieg mit den Sozialdemokraten.“ „Als Grüne.“ „Natürlich als Grüne, als was denn sonst?“ „Jetzt setzt die Kanzlerin die Akzente, und zwar nicht erst im Wahlkampf.“ „Sondern?“ „Es gibt eine Ausnahmeregelung.“ „Ausnahme? wovon?“ „Sie werden ausgenommen, zwar wie eine Weihnachtsgans. Schauen Sie sich heute die SPD an – Mindestlohn, höhere Spitzensteuersätze, Bankenregulierung, Finanztransaktionssteuer, Kita-Plätze, gleichgeschlechtliche Ehe, Abschaffung der Wehrpflicht, Atomausstieg, das ist jetzt alles Merkel.“ „Ich glaube kaum, dass die CDU…“ „Obacht, ich sagte: Merkel. Sie wollen mir doch nicht weismachen, dass die CDU freiwillig irgendetwas für Kinder und Schwule täte?“

„Und im zweiten Schritt?“ „Da wird’s dann ernst. Da regieren Sie mit, und dann brauchen Sie jeden Fußbreit, auf dem Sie stehen können.“ „Sie sagten, wir werden Teil der CDU?“ „Allerdings. Und das stellen Sie sich mal nicht zu angenehm vor.“ „Ach, wieso? Man ist Teil einer großen, traditionellen Volkspartei, die ein festes Weltbild aus konservativen Werten vertritt.“ „Man sitzt vor allem an einem Kabinettstisch mit realitätsfremden Populisten, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit gefährlichen Unsinn verzapfen. Das färbt ab.“ „Sie meinen, wir werden auch so balla-balla?“ „Das nun nicht, aber wann immer einer von denen etwas äußert, wird es heißen: die Regierung.“ „Und?“ „Die Regierung sind dann Sie.“ „Aber das hieße ja, wir müssten für diesen Mist mit geradestehen!?“ „Nicht ganz. Sie kriegen das in die Schuhe geschoben.“ „Das ist ungerecht!“ „Das funktioniert wie die Bankenrettung. Verluste werden geteilt.“

„Wir werden diese Politik nicht unterstützen, sie zielt letztlich nur darauf, die linken Kräfte in Deutschland zu schwächen.“ „Wenn Sie mir noch verraten würden, wer damit gemeint sein könnte? Die Grünen oder die SPD ja wohl ganz bestimmt nicht.“ „Wir werden auf gar keinen Fall Merkel strukturell dabei unterstützen, eine neoliberale Politik der sozialen Ungerechtigkeit…“ „Hartz.“ „Hä!?“ „Das war nicht die Erfindung von Merkel, also kriegen Sie sich mal wieder ein.“ „Wir waren damals nur der Juniorpartner von Schröder, das ging nicht anders.“ „Sie waren im vergangenen entschieden gegen ein Sanktionsmoratorium.“ „Das hat nichts damit zu tun, aber die Idee kam von den Linken, das konnten wir nicht mitmachen.“

„Richten Sie sich darauf ein, dass Sie früher oder später in der Falle sitzen.“ „Vergessen Sie’s. Wenn wir uns weigern, wird die CDU inhaltlich und personell ganz einfach zu Boden gehen. Da passiert doch nichts mehr, seitdem Merkel alles wegbeißt, was intelligenter ist als Sägemehl.“ „Sie werden sich daran gewöhnen, dass ihre Moral flexibel und ihre Wertvorstellungen dehnbar sind.“ „Sicher, am besten noch mit der CSU zusammen.“ „Sie werden ihre strukturkonservative Seite zu schätzen lernen.“ „Pff!“ „Sie sind Außenminister.“ „Wann geht’s los!?“





Volksaufstand

6 02 2013

„… wolle sich der baden-württembergische Ministerpräsident für ein generelles Verbot von Alkoholkonsum unter freiem Himmel aussprechen. Damit verfolge Kretschmann nicht nur die zahlreichen jugendlichen…“

„… Protest der Winzer. Ohne Weinfeste sei die schwäbische Tourismusindustrie nicht mehr in der Lage, die zahlreichen…“

„… sei die Auflösung der NPD damit unmittelbar zu…“

„… schwerpunktmäßige Kontrollen durchzuführen. Dabei habe die Polizei etliche Jugendliche au freien Fuß setzen müssen, da diese nicht alkoholisiert gewesen seien, sondern nur Cannabis…“

„… sei Schünemann bei dem Versuch implodiert, gleichzeitig die Jugend als stalinistisch infiziertes Schmarotzerpack zu bezeichnen und die rot-grüne Landesregierung als totalitäres Regime, das den Nachwuchs durch undemokratische Zwangsmaßnahmen in die…“

„… dass eine Einschränkung des Alkoholgenusses die Lebenserwartung erhöhen könnte. Die Rentenversicherungen seien bereits aus anderen Gründen verzweifelt, wie unter diesen Umständen eine Finanzierung der…“

„… zu einem bedauerlichen Zwischenfall. Die Weinprobe im Innenhof der Residenz sei nur deshalb durch ein Überfallkommando gestürmt worden, da nicht ausreichend Sonnenschirme…“

„… stehe nun das Veranstaltungsangebot der Jungen Union vor dem…“

„… biete die Kommune nach dem Vorbild der Fixerstuben nun Trinkhallen an, in denen Jugendliche mitgebrachte Alkoholika…“

„… führe das Alkoholverbot zur Kriminalisierung breiter Bevölkerungsschichten. Uhl sei darüber genauso erfreut wie über…“

„… pflichte Witthaut dem Regierungschef bei. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei warne, eine einzige Glasscherbe genüge, um mehrere Millionen Polizisten tödlich zu…“

„… billige die baden-württembergische Regierung nicht den Verlust von Arbeitsplätzen in der Brauereiwirtschaft, könne aber auch keinen…“

„… habe keine gesetzliche Ausnahme vorgelegen. Die Schiffstaufe habe nicht in einem überdachten Gebäude stattgefunden, so dass ein Strafverfahren unausweichlich…“

„… fordere IM Friedrich die sofortige Einführung der Vorratsdatenspeicherung, da nur so eine Terrorisierung durch angetrunkene…“

„… einen empfindlichen Umsatzverlust verzeichne. Die Tankstellen seien wegen der Kraftstoffpreise ohnedies nicht mehr in der Lage, die notwendigen…“

„… zu einer Schnelltrinkerszene im Kassenbereich der Spätsupermärkte gekommen. Die Kunden konsumierten große Schnapsmengen noch vor dem Verlassen der…“

„… Routine-Kontrollen in den Innenstädten. Dabei stelle es sich als zunehmend schwierig dar, angeheiterten Bürgern nachzuweisen, dass sie Alkoholika zuvor legal in Gaststätten konsumiert hätten und erst später unter freiem Himmel…“

„… mache Sarrazin die Regelung für eine Zunahme von Straftaten unter muslimischen Einwanderern schuldig, da sich diese durch gezielte Alkoholabstinenz den Polizeikontrollen entzögen und so völlig unbehelligt in der Öffentlichkeit…“

„… die Freiluftmesse nicht mehr stattfinden zu lassen. Der Besuch des Heiligen Vaters werde in Flensburg zwar ungewohnt erscheinen, könne jedoch auf den vollen Rückhalt der…“

„… könne die wiederbelebte Deutsche Biertrinker Union in Baden-Württemberg laut einer Forsa-Umfrage mit bis zu 56% der Erststimmen…“

„… das Problem nur verlagert, da der angekündigte Volks-Aufstand sich als Volk-Saufstand…“

„… laut Rechtsgutachten nicht durch das Tragen eines zwei Quadratmeter großen Hutes…“

„… werde das Alkoholverbot ausländischen Besuchern gegenüber gelockert, um Deutschlands Ruf als weltoffenes Land zu festigen. Die aktuelle Auswanderungswelle sei sicher nur eine zufällig…“

„… kein Problem, das Freilufttrinken endgültig zu unterbinden. Die Allianz Arena zu überdachen sei kostspielig, technisch aber durchaus zu…“

„… als peinlich zu werten. Kretschmann jedoch verteidige seinen Vorstoß, das Sommerfest des Bundespräsidenten wegen des Sektausschanks im Schlossgarten als nicht genehmigte…“

„… müsse eingeschränkt werden, das Alkoholverbot nur nachts zu verfolgen. Das Justizministerium könne jedoch nicht nur auf Grund der Dunkelheit eine Regelung treffen, sondern habe auch saisonale Bedingungen zu …“

„… könne nicht ausgeschlossen werden, dass Kretschmann den Gesetzentwurf im volltrunkenen Zustand…“





Wildwechsel

19 11 2012

„Moment, Sie wollten doch…“ „Das war vor dem Parteitag.“ „… wegen der Sanktionen beim ALG II und überhaupt, da hatten Sie ja…“ „Vor dem Parteitag, ja?“ „Wollen Sie mich veralbern? Sie hatten auch vor, die Sanktionen abzuschaffen, weil die nicht mit dem Grundgesetz…“ „Hallo? Erde an Basis? Das war vor dem Parteitag, klar!?“

„Also sind die Grünen jetzt nach links gerückt?“ „Sagt wer?“ „Sagt Trittin.“ „Wer ist das denn? Hat der was zu melden?“ „Den hat die Basis immerhin in der Urwahl zum Spitzenkandidaten…“ „Das war vor dem Parteitag.“ „Sie wollen mir doch jetzt nicht ernsthaft erklären, dass die Grünen diesen ganzen Zirkus mit der Urwahl veranstalten, um hinterher das Ergebnis nicht anzuerkennen?“ „Kollege, das ist Demokratur.“ „Demowas?“ „Demokratur. Sie dürfen frei wählen, und dann machen wir, was wir für Sie am besten finden.“ „Dann ist die Partei nach rechts gerückt.“ „Sagt wer?“ „Das sieht man doch.“ „Das sieht nur so aus. Die anderen sind nach links gerückt, wir waren schon immer so.“

„Was wird dann aus dem Bekenntnis zu Rot-Grün?“ „Aus welchem?“ „Ja, eben aus dem…“ „Vor dem Parteitag?“ „Meinetwegen.“ „Dann war das vor dem Parteitag.“ „Aber Sie haben doch alle auf dem Parteitag…“ „Alle?“ „Naja, Roth und der Özdemir und…“ „Also nicht alle.“ „Aber die Roth ist doch als Parteivorsitzende…“ „Aber nicht als Spitzenkandidatin.“ „Meine Güte, die haben doch für die ganze Partei gegen den Sozialabbau und für die Rente in…“ „Das war…“ „Nicht vor dem Parteitag, Freundchen! nicht vor dem Parteitag!“ „… vor der Wahl.“

„Und was ist das jetzt mit der Energiewende?“ „Läuft.“ „Und Sie wollten das Asylrecht auch mal reformieren.“ „Machen wir gerade, wir schieben in Schleswig-Holstein keine Sinti und Roma mehr ab.“ „Aber in Baden-Württemberg sind doch…“ „Das sind Zigeuner, die gehören sowieso nicht nach Deutschland.“ „Was ist denn sicherheitsmäßig von Ihnen zu erwarten?“ „Natürlich Grüne Politik. Die Nacktscanner sind biologisch abbaubar und den Bescheid zur Abschiebung bekommen Sie auf Recyclingpapier ausgehändigt.“ „Man hat manchmal fast den Eindruck, als sei Ihnen völlig egal, was aus Ihren Wahlversprechen mal wird.“ „Stimmt.“ „Wie jetzt, Sie sind…“ „Das ist uns völlig wurst.“ „Sagen sie mal, haben Sie irgendwas geraucht?“ „Würde ich nie machen.“ „Lassen Sie mich raten: Sie sind so strikt für die Freigabe weicher Drogen, weil…“ „Erraten. Irgendwer muss ja auch Kanzler werden. Und wir brauchen das ganz bestimmt nicht.“

„Wobei – eine Unsicherheit haben Sie immer noch.“ „Dass die Wähler den Schwindel merken? Vergessen Sie’s. Die sind derart chloroformiert, das merken die erst, wenn es zu spät ist.“ „Nein, das meine ich gar nicht.“ „Dass sich die Basis plötzlich gegen die Parteispitze wendet? Lächerlich, die paar Männerchen kriegen eins auf die Nase, und fertig.“ „Das meine ich gar nicht!“ „Was denn dann? Steinbrück entdeckt plötzlich sein Herz für die Linke und koaliert gleichzeitig mit der FDP? Sie Utopist, das grenzt ja schon an…“ „Das meine ich nicht! Ich meine die Merkel!“ „Ach so. Hm. Kann ich mir nicht vorstellen.“ „Sie will auf jeden Fall mit den Liberalen weitermachen.“ „Also erstens ist diese Partei nicht liberal, und zweitens sind wir das auch nicht, also wo ist der Unterschied?“ „Nein, ich meine: sie will den Mythos mit Steuersenkungen und Wirtschaftswachstum noch mal vier Jahre lang vorturnen.“ „Und? Unsinn erzählen können wir auch. Was meinen Sie, warum wir Claudia Roth wiedergewählt haben?“ „Aber Ihre Rolle in der Eurokrise ist doch mehr als problematisch.“ „Nö, wir haben das von der FDP gelernt: rechtzeitig und in die richtige Richtung umkippen, dann klappt’s auch mit der Regierung.“ „Sie verwechseln sich nicht zufällig mit den USA?“ „Wir setzen geradezu auf den Wechsel.“ „Wechselstimmung?“ „Auch. Meinungswechsel. Richtungswechsel. Wir wollen die Entscheidung im Wechsel.“ „Klingt doch danach, als wollten Sie Deutschland zum Swing State machen.“ „Das klingt nach Wildwechsel.“ „Egal. Alles ist besser als die Wildsau aus Bayern.“

„Sie hoffen noch?“ „Wir sind voller Hoffnung, dass das ein voller Erfolg wird für unsere politische Langzeitstrategie.“ „Also hoffen Sie auf einen gesellschaftlichen, sozialen, technologischen und wirtschaftlichen Wandel?“ „Wir hoffen jetzt erst einmal, dass auch alles so bleibt, wie es ist.“ „Aber Sie sind doch eine Ökologie-Partei? und sozial und nachhaltig und…“ „Wir sind nachhaltig, deshalb werden wir garantiert jetzt keine Anstalten machen, diese beschissene Energiewende vor dem Aus zu retten.“ „Aber – Sie sind doch die Grünen!?“ „Wir sind nachhaltig. Das heißt, wir wollen auch in zwanzig Jahren noch gewählt werden.“

„Also Schwarz-Grün?“ „Das habe ich so nicht gesagt.“ „Aber dieses Neue-Mitte-Gerede ist doch inzwischen nicht mehr mit der SPD möglich.“ „Mit denen schon, nur nicht mit Steinbrück.“ „Weil der zu weit rechts ist.“ „Deshalb sehen wir ja so links aus, schon vergessen?“ „Jetzt habe ich’s, Sie wollen die Nachfolge der FDP antreten!“ „Richtig. Wir verhindern die große Koalition.“ „Na, da bin ich mal gespannt.“ „Und dann suchen wir uns einfach aus, wer Kanzler wird.“ „Aha.“ „Wie die FDP.“ „Na gut.“ „Ja, wirklich!“ „Glaube ich Ihnen ja, Sie werden den Weg der Freidemokraten nehmen. Zumindest für vier Jahre.“