Wohlstandsverlust

31 08 2022

„Haben Sie noch irgendwelche Ideen, wie wir den Wohlstandsverlust aufhalten können?“ „Moment, welcher Wohlstand?“ „Naja, was man so hat.“ „Das heißt also, wenn man den Wohlstand erhalten will, muss man das, was man noch hat, verkaufen?“ „Das könnte kommen.“ „Aber dann hat man ja erst recht keinen Wohlstand mehr.“

„Wir könnten ja Wohlstand neu definieren.“ „Im Sinne der längst fälligen Neugewichtung von Besitz und Einkommen, nehme ich an.“ „Ich dachte eher an ein bisschen mehr Dankbarkeit.“ „Wenn Sie am Morgen in Ihrer unbeheizten Wohnung aufwachen, dann sind Sie dankbar, dass Sie nicht auf der Straße erfroren sind?“ „Sie sehen das viel zu ideologisch.“ „Dann lassen Sie uns doch besser über Besitz und Einkommen reden.“ „Es gibt ja Menschen, die gar nicht so hohe Einkommen haben, wie Sie sich das vorstellen.“ „Wenn ich einen entsprechen hohen Besitz hätte, würde ich auch nicht unbedingt ein hohes Einkommen brauchen.“ „Man kann doch von den Menschen, die viel besitzen, nicht erwarten, dass sie ihren Besitz nur deshalb veräußern, weil andere nichts besitzen.“ „Es sei denn, es handelt sich um eher geringeren Besitz wie beispielsweise eine Altersvorsorge, die man aufbrauchen muss, weil man zwischenzeitlich kein Einkommen mehr hat.“ „Erwarten Sie dann auch, dass jemand, der viel besitzt, einen Teil davon verkauft, nur damit jemand, der wenig Einkommen hat, seinen Besitz davon vergrößern kann?“ „Was stört Sie daran?“ „Wenn Sie einen größeren Besitz wollen, sollten Sie sich doch eher um ein höheres Einkommen bemühen.“ „Deshalb erwarte ich ja auch, dass die, die viel Besitzen, davon die Steuern zahlen, die mein Einkommen weniger beschneiden würden.“ „Und Sie halten das für machbar?“ „Da die, die über hohe Einkommen verfügen, derzeit schon ihre Steuern vermeiden, eher nicht.“

„Wenn Sie mal ein bisschen konstruktiv denken würden, würden Sie sich eher dafür interessieren, wie Sie ein Vermögen aufbauen können.“ „Durch Erben?“ „Dann übernehmen Sie ja einfach nur ein Vermögen, aber Sie bauen keins auf.“ „Sie haben sich also bereits damit beschäftigt, wie Vermögen entstehen.“ „Das kann ja auch in kleinem Umfang beginnen.“ „Zum Beispiel, indem man möglichst schuldenfrei bleibt.“ „Wenn Schulden etwas weiter anwachsen, findet sich meist auch ein Weg, sie aus der Welt zu schaffen.“ „Immer vorausgesetzt, man besitzt ein entsprechendes Vermögen.“ „Als Bank braucht man schließlich auch Sicherheiten.“ „Zum Beispiel staatliche Rettungsprogramme.“ „Deshalb müssen wir jetzt ja sehen, dass wir ohne staatliche Hilfe den Wohlstand erhalten können, damit der Staat genug Geld hat, um solche Programme auch weiterhin anzubieten.“ „Und dann zu hoffen, dass sie nicht in Anspruch genommen werden.“

„Vielleicht könnten mehr Leute einen Nebenjob annehmen.“ „Sie meinen, wer im Schichtbetrieb in der Fabrik steht, hat sicher noch Zeit, nachts Taxi zu fahren.“ „Das ist ein blödes Beispiel, aber Sie haben recht.“ „Dann bräuchten wir nur noch genug Nebenjobs.“ „Eigentlich sollte das auch schon eine Wohngeldreform regeln, damit die Menschen mehr Geld zur Verfügung haben.“ „Wissen Sie, wie lange man auf die Bewilligung so eines Antrags wartet?“ „Dann suchen Sie sich einen Nebenjob in einen Amt für Wohngeld, damit tun Sie Ihren Mitbürgern auch noch etwas Gutes.“ „Das klingt bürgernah, ungefähr wie der Vorschlag, dass sich Hartz-IV-Empfänger gegenseitig die Haare schneiden.“

„Das ist ein gutes Stichwort, wir könnten doch die eigentliche Idee dieser Reform mal wieder in den Fokus nehmen und uns mehr auf unsere wahren Talente besinnen.“ „Ich beispielsweise habe ja die Veranlagung, für ausreichende Löhne zu arbeiten.“ „Das hilft uns aber nicht weiter.“ „Das war klar, das hilft nur der Wirtschaft.“ „Mit der Haltung werden Sie nie ein Vermögen aufbauen.“ „Je weniger Einkommen man akzeptiert, desto schneller wird man reich?“ „Nein, aber es geht doch um geringes Einkommen oder gar kein Einkommen.“ „Das ist wie mit dem Mindestlohn, der ja bekanntlich schon dreimal die Wirtschaft komplett zerstört hat.“ „Ich verstehe ja Ihren Unmut…“ „Das bezweifle ich.“ „… aber diese schockartigen Veränderungen sind nicht zu bewältigen.“ „Deshalb soll jetzt der Bürger den Gürtel enger schnallen, damit die Wirtschaft nicht plötzlich doppelt so hohe Dividenden kassiert statt dreimal so hohe.“

„Ich glaube, Sie haben auch ein vollkommen falsches Bild von Wohlstand.“ „Verstehe, ich bin vermutlich zu materialistisch eingestellt.“ „Das würde ich noch gar nicht mal sagen.“ „Sie kommen jetzt bestimmt gleich mit der sozialen Nummer.“ „Es könnte doch mehr ehrenamtliche Tätigkeiten in der Pflege geben.“ „Das hilft bestimmt vielen von uns, immer vorausgesetzt, sie besitzen eine Klinik oder wenigstens Aktien von so einem Konzern.“ „Vielleicht haben wir dann ja mehr Menschen, die sich für dieses Berufsbild interessieren.“ „Da reicht sicher ein bisschen Applaus auf dem Balkon, da es sich nicht um professionelle Pflege handelt, für die man ein angemessenes Einkommen beanspruchen kann.“ „Haben Sie denn keinen Vorschlag für eine nachhaltige Rettung des Wohlstands?“ „Spielen Sie Lotto?“ „Was ist das denn für eine Frage?“ „Dann gründen ich eben einen Gaskonzern.“ „Und dann!?“ „Dann zünde ich mir die Kippen am Geldschein an und pfeife darauf, was aus Ihrem verschissenen Wohlstand wird, Sie bürgerlicher Parasit!“





Finanzspielraum

30 08 2022

„… es keine verfügbaren Mittel gebe, um den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland vor dem Ende der Gaskrise voranzubringen. Lindner werde auch weiterhin die Schuldenbremse im…“

„… die Förderung von Gasheizungen auch als Instrument zur Friedenssicherung verstehe. Wenn man gegenüber der Russischen Föderation den weiterhin steigenden Bedarf an Erdgas offen kommuniziere, rege man den Handelspartner unter Umständen dazu an, seine militärischen Ziele zu überdenken und sich gegen eine dauerhafte…“

„… sich nicht vergleichen lasse. Buschmann habe darauf hingewiesen, dass die Regierung zwar die Umsatzsteuer auf Gas, aber nicht auf Sonne senken könne, da sich dies technisch gar nicht…“

„… dass die Bundesregierung keine Umrüstung von Privathaushalten mit Wärmepumpen mehr bezuschusse. Der akute Fachkräftemangel in den Heizungsbaubetrieben mache die Ausgabe der Fördergelder sehr volatil, so dass es sich letztlich um eine Vergabe von zinslosen Krediten an die Bürger handele. Dies sei jedoch mit der aktuellen Haushaltssituation nicht zu…“

„… habe es ergebnisoffene Gespräche mit den Gaskonzernen gegeben, in deren Verlauf theoretisch auch eine Umsatzbeteiligung der Solarbranche hätte beschlossen werden können. Für die Liberalen habe jedoch eine genau entgegengesetzte Konstruktion eher den bisherigen Gegebenheiten des Marktes entsprochen, wie es auch die Gewohnheiten der Wähler aus Mittelstand und…“

„… Luft für drei weitere Monate Tankrabatt sehe, wenn die Besteuerung von Fotovoltaikanlagen durch eine Solidaritätsabgabe durchgesetzt werden könne. Das sekundäre Ziel sei es, die Rentabilität der Kohleverstromung durch gezielte Verhinderung von Marktverzerrungseffekten, die Solarenergie und Windkraftanlagen auf den…“

„… dass die Einspeisevergütung um mindestens 300% erhöht werden müsse, wenn Elektrizität aus traditioneller Herstellung nicht ganz vom Markt verdrängt werden solle. Der Bundeshaushalt müsse durch dauerhafte Subventionen von zehn Milliarden Euro für Benzin und Diesel eine Entlastung der…“

„… habe die Politik bisher zahlreiche sinnvolle Ratschläge zum Einsparen von Haushaltsenergie gegeben. Deshalb müsse es nach Kubickis Meinung auch genug teure Energie geben, damit sich das Sparen für die Bürger, die sich das sowieso nicht leisten können, auch wirklich…“

„… als Kohleverstromungsverhinderungsgesetz wirke. Dies sei allerdings in hohem Maße wirtschaftsfeindlich, da auch fossile Brennstoffe an der Börse eine relevante…“

„… es erste Versuche gebe, die Produktion von Fotovoltaikanlagen in Deutschland anzusiedeln. Im Gegensatz zur Bundesregierung sei Merz nicht von der Machbarkeit überzeugt. Er erwarte von dem Plan keine schnelle Lösung und schlage stattdessen vor, durch den Bau von zehn bis zwanzig neuen Kernreaktoren eine zügige…“

„… auch am Stellenabbau liege, dass in den Verwaltungen die Genehmigungsverfahren zur Nutzung privater Dachflächen für die Fotovoltaik von erheblicher Dauer seien. Buschmann habe sich zufrieden gezeigt und erwarte auch durch den coronabedingten Anstieg der Erwerbsunfähigkeit vieler Mitarbeiter eine Verlängerung der…“

„… die deutsch-chinesischen Beziehungen beim Bezug von Solarpanels eine bedeutende Rolle spielen würden. Söder habe insbesondere auf die Möglichkeit von Nebenbeschäftigungen für Bundestagsabgeordnete hingewiesen, die bereits mit Masken aus dem…“

„… dass Mieter, die in einem Haus leben würden, das sich eine Gasheizung leisten könne, auch genug Finanzspielraum für den Gasverbrauch hätten, da man dem Bürger eine vorausschauende Wahl ihrer Wohnung zumute. Merz sehe allerdings bei Privatflugzeugen eine Schieflage, da sich die ohnehin hohen Kosten für Kerosin, die durch die Steuerbefreiung kaum aufgewogen würden, durch die aktuelle Inflation so gut wie…“

„… da der Energieverlust durch das Lüften von Klassenräumen erheblich teurer sei als der Strom, der von Luftfiltern verbraucht werde. Auch hier sehe Stark-Watzinger erhebliche Defizite für die Braunkohleverstromung, wenn durch unbedachte Einspeisung von zu viel Solarenergie plötzlich eine nicht vorhersehbare…“

„… schlage Lindner vor, die Fördermittel für Wärmepumpen ausschließlich an Spitzenverdiener zu vergeben, auch wenn diese die Gelder nicht in eine technische Anlage, sondern in einen SUV oder eine Kreuzfahrt investieren würden. Dies sei durch die Diversifikation der Umsätze besser geeignet, die wirtschaftliche Stabilisierung der…“

„… habe sich Deutschland nun einmal für eine Kooperation mit Russland entschieden und sei gut beraten, nicht in Verhandlungen mit Partnern wie Iran oder Myanmar zu treten. Neben den fehlenden Transportwegen sei es für Kubicki auch notwendig, die Stabilität der politischen Verhältnisse in den Erzeugerstaaten zu berücksichtigen, um keine…“

„… würden Windenergiekonzerne die Not der Wirtschaft ausnutzen, die oft ohne Elektrizität keine Möglichkeit hätten, Waren herzustellen. Um diesen Umstand schnellstmöglich zu beenden, werde Lindner die gesetzlichen Grundlagen für eine Übergewinnsteuer auf sämtliche Umsätze der…“





Eiertanz

28 03 2013

„Ich hab’s!“ „Was?“ „Den Grund.“ „Welchen Grund, bitte?“ „Na den für die Benzinpreise.“ „Was für Benzinpreise?“ „Die Benzinpreise doch. Weil die vor Ostern doch immer ansteigen.“ „Und was ist der Grund?“ „Ich würde sagen, es muss da wohl vermutlich einen Zusammenhang geben.“ „Ach.“

„Nein, echt!“ „Aber sie haben doch im letzten Jahr gesagt, es läge an der politischen Situation in Syrien.“ „Das ist doch logisch.“ „Wieso ist das logisch?“ „Weil es doch in Syrien so viel Öl gibt.“ „Und weil es da so viel Öl gibt, haben wir zu Ostern kein Benzin?“ „Richtig. So muss es sein.“ „Und es liegt auch nicht daran, dass sie trotzdem genug Öl gefördert haben?“ „Das weiß ich jetzt gerade nicht.“ „Und möglicherweise haben sie das Öl auch exportiert.“ „Natürlich, das macht man doch mit Erdöl so, oder?“ „Und es wird sicher auch etwas außerhalb Deutschlands verkauft worden sein.“ „Das würde ich jetzt nicht direkt abstreiten.“ „Weshalb es da auch nicht so einen Engpass gegeben hat.“ „Natürlich nicht, weil die ja das viele Öl importiert haben. Und deshalb gab es eben in Deutschland keins, und deshalb hatten wir zu Ostern kein Öl, und deshalb wurde zu Ostern auch das Benzin knapp und es gab keins mehr.“ „Es gab allerdings genug Benzin in Deutschland.“ „Aber es wurde doch vor Ostern viel weniger getankt?“ „Weil das Benzin teurer wurde.“ „Das ist doch ganz klar. Es gab halt weniger, da steigt dann der Preis eben an.“

„Was war der Grund vor zwei Jahren?“ „Vermutlich Libyen.“ „Also gab es vor zwei Jahren zu wenig Öl, weil die libysche Erdölproduktion nicht die ausreichende Menge fördern konnte.“ „Das klingt logisch.“ „Und deshalb wurde das Öl auch wieder nicht nach Deutschland exportiert.“ „Sicher.“ „Und wo kam da das Öl her?“ „Keine Ahnung. Vermutlich aus Syrien.“ „Und die Mengen waren durch den Ausfall des libyschen Erdöls auch wesentlich stärker eingeschränkt.“ „Aber sicher doch, immerhin ist Libyen eins der wichtigsten Erdöl fördernden Länder der Welt. Ohne deren Produktion würde der Markt hier in Europa ja glatt zusammenbrechen.“ „Das liegt sicher an der enormen Fördermenge.“ „Sicher.“ „Und deshalb sind auch die Preise weniger abgesackt als in dem Jahr, in dem Syrien nicht liefern konnte.“ „Nein, das muss irgendwie – also – das lag dann am Preis. Oder an Ostern. Richtig, das muss an Ostern gelegen haben, weil die Leute da immer so viel tanken. Genau, das ist der Grund.“

„Schön, dann haben wir jetzt ein Jahr, in dem die Produktion nicht so ganz zusammenbrach, weil der wichtigste Lieferant ausfiel.“ „Das werden sicher so Grenzwertberechnungen sein.“ „Und dann hatten wir ein Jahr, in dem der wichtigste Lieferant wieder dabei war, mehr produzierte als vorher, und dann hatten wir mehr Erdöl als vorher, und deshalb stieg der Ölpreis sehr viel stärker an als im Jahr zuvor.“ „Das muss an, Moment mal, ich glaube, das war dieser Koeffizient, das muss es sein.“ „Welcher Koeffizient?“ „Dass das alles umgekehrt war.“ „Wieso umgekehrt?“ „Naja, weil das dann ja mehr gewesen sein muss, und deshalb war das weniger, und darum ist der Preis, und deswegen, und außerdem war das ja dann auch vor Ostern, und da steigt der Preis ja immer. Ich hatte doch gesagt, es gibt für alles eine logische Erklärung.“

„Gut, dann eben so: warum ist der Preis für Benzin vor zehn Jahren in der Woche vor Ostern angestiegen?“ „Ich habe das nicht mehr so genau in Erinnerung, das muss der Golfkrieg gewesen sein. Also eine von diesem Golfkriegen, ich weiß nicht mehr, welcher, irgendwas ist da ja immer.“ „Und im Jahr davor?“ „Das war ja unmittelbar nach dem 11. September, da sind die Ölpreise gestiegen.“ „Und ein Jahr vorher?“ „Das war unmittelbar vor dem – also vor Ostern. Irgendwie. So halt.“

„Jetzt bin ich schon fast überzeugt.“ „Na, dann hat sich das ja gelohnt.“ „Fast. Kann es sein, dass Syrien auch Gas fördert?“ „Ja, aber davon sind wir wesentlich weniger abhängig.“ „Warum denn?“ „Weil so viel Erdgas auch aus Libyen kommt.“ „Warum ist dann der Gaspreis nicht angestiegen, als die Öllieferungen aus Libyen ausgeblieben sein sollen?“ „Weil die Russen immer noch genug Gas haben.“ „Verstehe, das leuchtet mir ein. Deshalb wird also auch der Ölpreis von dem russischen Gas stabil gehalten.“ „Genau.“ „Je mehr russisches Gas, desto stabiler der Ölpreis.“ „Bis auf Ostern.“ „Moment mal!“

„Letzter Versuch: Ostereier.“ „Wie, Ostereier?“ „Vor Ostern steigen die Eierpreise.“ „Logisch, in Libyen werden keine… verdammt, was soll denn der Quatsch!?“ „Nein, ist ja in Ordnung. Vor Ostern steigen die Preise, weil die Nachfrage steigt.“ „Aha.“ „Und das liegt am erhöhten Verbrauch.“ „Logisch.“ „Und man kann ja nicht plötzlich Hühner aus dem Boden zaubern, wie man mehr Öl fördern könnte.“ „Selbstredend.“ „Also kann das Angebot nicht die Nachfrage befriedigen.“ „Klingt einleuchtend.“ „Und darum steigen die Eierpreise.“ „Exakt.“ „Gut, wir haben nur ein Problem. Man kann die Erdölförderung steuern.“ „Aber die Eierproduzenten wissen, dass Ostern kommt.“ „Die Mineralölkonzerne werden am Gründonnerstag von einem Kreuz im Kalender überrascht?“ „Ich habe keine Ahnung.“ „Und das Öl, das zu Ostern als Benzin vertankt wird, wie lange ist das schon gefördert, verschifft, gecrackt, raffiniert, gelagert und spekuliert, bis man es tankt?“ „Vielleicht war das – ich meine, das war ja mal gewesen gehabt, also so letztes Jahr davor, dass da was war.“ „Und jetzt wird das Öl als Produktionsausfall etwas im Preis angehoben.“ „Weil das mit dem Koeffizienten so ist.“ „Schon klar.“ „Aber ich kann doch auch nichts dafür!“ „Ich sage ja gar nichts.“ „Gut, dann wäre das also geklärt?“ „Ja.“ „Okay.“ „Ach, eine Frage hätte ich doch noch.“ „Aber…“ „Wie ist das mit dem Strompreis?“





Nachhinterhältig

11 10 2012

„Bergmannsche Regel. Kennen Sie? Kennen Sie? Je näher Sie an die Pole kommen, desto größer wird der Körper, weil er dann ein besseres Verhältnis von Volumen und Oberfläche bietet. Braunbär und Eisbär, kennen Sie? Oder eben Altmaier.

Fragen Sie mich nicht, ob er irgendwann mal Röttgen gefrühstückt hat. Jedenfalls ist die Kugel die perfekte Form. Rein ökologisch, umweltmäßig und so. Weniger Angriffsfläche. Für die Wirtschaft ist das doch sehr zu begrüßen, oder? Sämtliche Einflüsse von außen – Wind, Sonne, soziale Gerechtigkeit, Wahlversprechen, Glaubwürdigkeit – das kann man alles minimieren. Es geht viel weniger verloren. Besitzstandswahrung, wenn Sie so wollen.

Man muss ja das Übel auch an der Wurzel bekämpfen. Vor vielen Jahren, damals unter der rot-grünen Regierung, da stieg der Strompreis, weil die Konzerne von Schröders verantwortungslosen Umverteilern in eine nachgerade ungesund zu nennende Geld gier getrieben worden waren. Heute steigt er, weil wir durch den gefährlichen Ökostrom zu erheblichen Mehrausgaben gezwungen werden, die wir unter anderem den Energiekonzernen als Entschädigung für die schlimmen Jahre unter Rot-Grün zahlen. Das ist ein schweres Schicksal für dieses Land!

Diese geistig-moralische Energiewende wollen wir ganz im Sinne der Koalition. Da ist es wirklich sehr bedauerlich, dass wir hier mit unsozialen Fehlanreizen Ökostrom einführen und zusehen, wie die Leistungsträger der Kernkraftbranche einfach ausgebootet werden. Natürlich muss man die Sägewerke im Odenwald von den Stromkosten befreien. Einerseits muss Ihnen ja klar sein, dass es den Odenwald nur in Deutschland gibt, also ist das eine Branche, die nur in Deutschland angesiedelt werden kann – die muss man natürlich erhalten. Klar. Andererseits können wir nicht auch riskieren, dass die Sägewerksbesitzer ihre Baumstämme nach Bangladesch ausfliegen und dort entrinden und das Holz in Kanada zersägen lassen. Da würden uns nämlich viele Arbeitsplätze verloren gehen. Wie bei den Gebäudereinigern. Stellen Sie sich mal vor, die lassen die komplette Frankfurter Innenstadt jeden Freitag Abend zum Staubsaugen nach Indien transportieren. Das ist doch Sozialismus.

Umweltschutz ist für uns doch ein wirklich ganz tief im konservativen Profil der Union verwurzeltes Ziel. Ohne unsere lang gehegten Biotope wäre doch ein vernünftiges Arbeiten gar nicht mehr möglich. Und ohne Artenschutz – wir würden doch nicht unsere Partei aufs Spiel setzen, oder?

Außerdem lassen wir uns auch nicht nachsagen, dass wir unsolidarisch wären. Schauen Sie, jetzt haben wir schon so viel für die Banken getan, für die Versicherungswirtschaft, die Hoteliers haben etwas abgekriegt, die Ärzte haben wir auch in allerletzter Sekunde vor dem Verhungern gerettet, und da soll die Aluminiumindustrie einfach so zuschauen? Denken Sie doch mal an die Leute! Die wären doch sonst arbeitslos, die wüssten gar nicht, wovon sie ihre Stromrechnung bezahlen sollten.

Wir nennen es solidarischen Lastenausgleich. Wir alle wollen doch eine gerechte Verteilung der Lasten. Je niedriger der Strompreis, desto höher fällt die Umlage aus. Im Zuge einer solidarischen Verteilung übernimmt daher die Wirtschaft die Strompreise. Sie als Bürger brauchen sich nur noch um die Umlage zu kümmern. Das ist ein gutes Zukunftsmodell. Geradezu nachhinterhältig.

Ja, auch die Regierung ist solidarisch. Nach EU-Recht können wir jederzeit von den europäischen Nachbarn aufgefordert werden, aus dem Ausstieg auszusteigen. Damit das demokratisch zugeht, haben wir ebenfalls das Recht, unseren Nachbarn eine Laufzeitverlängerung zu empfehlen. Und damit die europäische Einigung voranschreitet, wird auch beides passieren. Auch die Regierung ist solidarisch. Zumindest mit den Regierungen.

Das ist ein genuin umweltpolitisches Ziel. Wir arbeiten nachhaltig. Es geht uns in erster Linie um Ressourcenschonung. Die Industrie hat auch nicht unbegrenzt Kohle, die sie uns rüberschieben kann. Geschäftsklimaneutral, wenn Sie so wollen.

Wir betrachten diese Energiewende genau so wie die Sozialpolitik: es muss dem ganzen Land gut gehen. Denn nur, wenn wir alle ein bisschen für unser Land tun können, geht es uns auch gut. Nein, das sagt nicht Altmaier. Er verschwindet zwar hin und wieder komplett in der Kanzlerin – das muss eine optische Täuschung sein, das schafft der doch gar nicht – aber er spricht nicht so wie sie. Noch nicht.

Deshalb teilen wir die Kosten der Energiewende eben solidarisch auf. 100 Euro für die Industrie entsprechen genau 100 Euro für die Verbraucher. 100 Euro Entlastung für die Industrie entsprechen genau 100 Euro Mehrbelastung für die privaten Haushalte. Und das ganz solidarisch. Die 100 Euro Belastung für die Geringverdiener zahlen natürlich auch die Vorstandsvorsitzenden. Es sei denn, sie bekommen Personalrabatt.

Doch, wir werden das schaffen. Notfalls mit dem Trickle-Down-Effekt: wenn wir der Wirtschaft genügend große Gewinne verschaffen, ist es zumindest theoretisch nicht auszuschließen, dass irgendetwas passiert, wofür wir dann sowieso nicht zuständig sind. Oder nicht mehr. Oder nicht mehr Altmaier. Man spart ja gerne seine Energie.“





Strahlende Sieger

7 09 2010

„Pardon, aber habe ich da etwas nicht mitgekriegt? Wovon sprechen die eigentlich? Riesenerfolg? Wo ist da der Riesenerfolg?“ „Wer hat das gesagt?“ „Klaus Breil, dieser energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion.“ „Wenn man derart mit Lobbyismus kontaminiert ist, hält man die Erfolge seiner Geldgeber eben schon für die eigenen. So ist das eben mit dem Atomkompromiss.“ „Und wieso eigentlich Kompromiss? Kompromiss ist, wenn beide Seiten etwas davon haben.“ „Stimmt ja. Die Atomindustrie sackt Milliarden ein und die FDP freut sich demnächst auf Wahlkampfspenden.“

„Großer Wurf für Deutschland – pah!“ „Leider an der Tonne vorbei.“ „Das stinkt doch gewaltig! Da hocken sich diese Nulpen mit dem Merkel an einen Tisch und knobeln aus, wie sie der Industrie noch mehr Kohle in den Hintern schieben können…“ „Nein, falsch. Sie haben vergessen, dass die Atomkraftwerksbetreiber mit am Tisch saßen.“ „Das ist doch grotesk – die dürfen sich jetzt also ihre Gesetze selbst machen?“ „War das bei den Banken anders? Nein, Sie verstehen das falsch. Das ist Merkels Form von Basisdemokratie: das Volk darf sich an der Entscheidungsfindung beteiligen und im Gegenzug vertrauen, dass die Kanzlerin alles tut, um den Willen des Volkes durchzusetzen. Wie in der DDR.“

„Wozu brauchen wir denn diesen Quark? Das soll ein Förderprogramm für erneuerbare Energien sein?“ „Klar. Schauen Sie sich doch das marode Gezumpel an, das die Stromkonzerne da am Netz haben. Da ist so eine Abwrackprämie doch echt angesagt, oder?“ „Beschiss ist das! Reiner Beschiss, wenn Sie mich fragen!“ „Es fragt Sie aber keiner. Die Regierung tut das doch alles nur, um Sie vor Ihrer eigenen kurzsichtigen Meinung zu schützen. Deutschland braucht Atomenergie.“ „Das haben wir ja gesehen. Sechs Atomkraftwerke vom Netz, aber die Lichter gehen nicht aus. Wir exportieren immer noch fleißig Strom. Und die regionalen Versorger werden verschaukelt, weil man ihnen die Zuschüsse für erneuerbare Energien erst verspricht und dann, wenn sie benötigt werden, einfach verweigert. Das nenne ich Beschiss!“ „Ich bitte Sie, diese Regierung hat doch alles getan, was sie im Koalitionsvertrag angekündigt hat. Und sogar noch mehr.“ „Was, noch mehr?“ „Das Bakschisch für die Hotelpagen hatten Sie schon vergessen?“

„Das ist doch alles ein Wahnsinn, was das alles den Steuerzahler kosten wird.“ „Seien Sie froh, dass Sie es nicht mehr erleben. Die Milliarden, die Sie für die Endlagerung brauchen, werden vielleicht Ihre Urenkel zahlen. Und da kommen sie noch gut weg – was meinen Sie, was das bis jetzt schon für ein Schweinegeld gekostet hat.“ „Was war denn daran so teuer?“ „Na, rechnen Sie doch mal nach: die PR-Kampagne mit Oliver Bierhoff, gekaufte Gutachten, Schmiergelder für die Politiker, die Ausfälle, die nach der Brennelementesteuer kommen werden, weil die Verbraucher die Zeche werden zahlen müssen – und dann sollten Sie auch mitrechnen, was das ganze Verfahren an Prozessen und anderen Auseinandersetzungen hinterher kosten wird. So schnell ist das nicht vom Tisch.“ „Wenn man unseren strahlenden Siegern Glauben schenken darf…“ „Wann kann man das schon.“ „… dann ist das eine kinderleichte Sache. Wird einfach so durch den Bundestag gewunken, wenn mal nichts Großes auf der Tagesordnung steht.“ „Blödsinn. Das Gesetz wurde 2002 mit Zustimmung des Bundesrates beschlossen, deshalb wird der Mist auch jetzt durch die Länderkammer und dann direkt in den Vermittlungsausschuss gehen.“ „Das muss Merkel doch aber wissen.“ „Reden Sie im Zusammenhang mit der nicht von Wissen, die ist Physikerin. Die weiß bloß, wie man eine Regierung im Kern spaltet. Und hinterher das Volk.“

„Jetzt mal ehrlich: wissen die denn da oben überhaupt, was die machen? Warum redet dieser Brüderle die ganze Zeit von einem substanziellen Beitrag zum Ausbau von Ökoenergie? Und woher sollen denn bitte seine 30 Milliarden Euro kommen, wenn die Steuer nach allen Abschreibungen mit Ach und Krach mal zehn Prozent davon bringen wird?“ „Dann werden sie am Ende den Ausstieg eben nochmals verschieben, um die erforderliche Summe zusammenzukratzen.“ „Und dann wollen die jetzt Geld in die Sicherheit der Atomkraftwerke investieren. In die Sicherheit! Jetzt! Verdammt, worüber haben wir die letzten 40 Jahre geredet?“

„Sie müssten doch bereits seit 2005 einige Dinge über Merkel gelernt haben: sie ist für die Scheiße, die sie macht, nie selbst verantwortlich. Und immer, wenn irgendjemand auf ihre Weisung diesen Dreck breittritt, kann sie ihn als Abkanzlerin in der Versenkung verschwinden lassen. Die Berater haben ihr auseinandergesetzt, längere Laufzeiten sind Bockmist, Umweltbundesamt, Energieagentur, Umwelt-Sachverständigenrat, alle haben es kapiert. Auch die wissenschaftlichen Gutachter haben das gesagt, mit einem kleinen Schönheitsfehler: diese Gurkentruppe will gar nicht wissen, wie man mit Brüderles Zahlengegaukel die Klimaziele erreicht oder sogar den Aufschwung am Arbeitsmarkt damit hinbekäme. Sie halten sich lieber die Augen zu, dann ist der böse Mann weg.“ „Die Klimakanzlerin macht also aus Gründen neoliberaler Klientelpolitik ihr komplettes Image als Umweltretterin kaputt und verkauft sich für ein paar Milliarden, die sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemals kassiert?“ „Ja. So würde ich das formulieren.“ „Und warum bitte? Warum?“ „Merkel will eben zeigen, dass Westerwelle nicht der einzige Versager in dieser Regierung ist.“





Fliegen

23 08 2010

„Und dann einmal Atomausstiegsausstieg, kommt noch was dazu? Kartöffelchen?“ „Was ist denn in Sie gefahren? Das kenne ich ja gar nicht!“ „So ähnlich wird das wohl geklungen haben, nicht wahr?“ „Das mit dem offenen Brief? Was haben die sich dabei bloß gedacht? Ich meine, das macht man doch nicht. So öffentlich.“ „Wäre es Ihnen lieber, wenn die Atommafia der Kanzlerin ein paar Herren im schwarzen Anzug vorbeischickte?“

„Fest steht jedenfalls, dass hier eine ganze Menge an Wirtschaftselite versammelt ist.“ „Sie meinen, die Lobbyisten fordern öffentlich die Regierung auf, über die Klinge zu springen.“ „Es sind immerhin die, die die deutsche Wirtschaft lenken.“ „Wie Oliver Bierhoff, meinen Sie?“ „Sie müssen wissen, dass sein Vater Vorstandsmitglied bei RWE war.“ „Na, das erklärt ja schon mal seine Kompetenz für Energiekosten und Volkswirtschaft. Sonst noch jemand, den Sie empfehlen können?“ „Auf der Karte wäre da noch Otto Schily.“ „Der ja mit Wirtschaft auch nicht viel am Hut hat, mit der Regierung erst recht nicht.“ „Rüdiger Grube.“ „Der demonstriert in Stuttgart gerade, wie man in die Zukunft investiert: einfach ein Loch in die Erde, die Kohle verbuddeln und formschöne Gucklöcher auf die Sache setzen, damit man immer nachgucken kann, wo das Geld abgeblieben ist.“ „Josef Ackermann.“ „Wie geschaffen, wenn man ein Role model für korrupte Arschlöcher sucht, darf er natürlich nicht fehlen. Hat ja seinerzeit Steinbrück auch schon sehr eifrig in die Feder diktiert, was die Finanzindustrie gerne an Weihnachten auf dem Gabentisch vorzufinden gedachte.“ „Und Hartmut Ostrowski.“ „Bertelsmann – das ist ja sozusagen schon das vorgelagerte Kanzleramt, da sind wieder alle in der Familie.“

„Ich verstehe ja nicht, warum man sich dabei gleich so aufregt. Es ist ja schließlich nur ein Brief. Und sie werben doch auch nur für ihre Position.“ „Mit etwas gesundem Menschenverstand wissen Sie, dass Werbebriefe von Gaunern geschrieben werden und auf den Müll gehören.“ „Aber ich frage Sie: das sind doch auch Wähler? haben nicht auch die Industriellen Rechte, wie sie jeder andere Bundesbürger auch formulieren könnte?“ „Wie jeder andere Bundesbürger auch, der beschließt, seine Einkommensteuer nicht zu zahlen, weil er sonst nicht genug Geld fürs Auto hat?“ „Der Staat soll doch aber vernünftige Rahmenbedingungen schaffen für eine stabile Wirtschaft, oder nicht?“ „Wir könnten es ja umgekehrt machen und diese ganze Bande verstaatlichen. Bahlsen, Metro, Bilfinger-Berger, BASF, ThyssenKrupp, Grillo, Deutsche Bahn, Hochtief, MaschmeyerRürup, HeidelbergCement, Salzgitter und dazu die ganzen Energiefritzen. Wer ständig nach dem Staat jammert, weil er im postindustriellen Zeitalter die Weiterentwicklung der Pferdekutschen verhindern will, der soll sich nicht wundern, wenn der ihm sein unfinanzierbares Wirtschaftsmodell irgendwann um die Ohren haut.“ „Fassen Sie das doch mal als Unterstützung für das Sparpaket auf. Schließlich ist Kernkraft eine der preiswertesten Energieformen.“ „Für die Erzeuger. Sie als Verbraucher zahlen wohl immer noch den Preis der Strombörse. Und da ist es egal, wo Ihre Elektrizität herkommt.“

„Was kritisieren Sie denn immer die Konzerne, die sorgen doch immerhin noch für Arbeitsplätze.“ „Das glauben Sie noch? Es sind Schmeißfliegen.“ „Fliegen?“ „Das Ungeziefer macht sich auf dem Dreck breit, den die Atomkonzerne mit ihrem lächerlichen Erpressungsversuch hinterlassen haben.“ „Weil sie im Interesse ihrer eigenen Profite handeln?“ „Weil sie das erstens als Streben nach Allgemeinwohl verkaufen und zweitens damit eine gesetzliche Regelung kippen wollen, die ihnen nicht in den Kram passt.“ „Das hört sich fast an, als hielten Sie diese Bundesregierung für erpressbar?“ „Würden sie es sonst versuchen? Es ist dasselbe Spiel wie mit der Bankenkrise: an einigen Stellen wird gepfuscht, der Schaden reißt Löcher, ehe man sich versieht, ist die Bescherung passiert – und während Sie und ich die Risiken tragen dürfen, streichen sich die Gewinne einige wenige Konzerne ein, die sich als Leistungsträger aufspielen. Es geht um kurzfristige Gewinne in den nächsten zehn Jahren. Mehr ist das nicht.“

„Ich frage mich nur, warum Merkel dieses Misstrauensvotum nicht stört.“ „Sollte es das?“ „Wenn sie sich damit abfindet, dass man sie an der Nase durch den Ring führt?“ „Ach was. Sie lässt sich erpressen, weil sie ja weiß, was sie dafür bekommt. Sie war informiert und hat den Kopf hingehalten. Dafür hat sie jetzt ein Problem weniger, dass sie ihren Arbeitslosen-Druckmacher nicht herunterfahren muss für die 300.000 Jobs, die außerplanmäßig für alternative Energieformen entstanden wären, und sie ist ihren Röttgen los. Quertreiber braucht sie schließlich nicht.“ „Wenn die Atomlobby jetzt doch aber mit der Kanzlerin zusammenarbeiten will, dann frage ich mich: tun sie es nicht doch für die Allgemeinheit?“ „Aha, deshalb auch die zahlreichen Appelle für eine Endlagerung in sicheren Salzstöcken, richtig?“

„Ach, wo wir gerade von den Schmeißfliegen reden – mir haben da einige gefehlt.“ „Nämlich?“ „Metzger. Und Henkel. Und Raffelhüschen. Und natürlich Sinn. Sind die noch weniger kompetent als Oliver Bierhoff?“ „Das auch. Aber merken Sie sich das, die Maden kommen immer erst später. Wenn die Fliegen satt sind.“