Christlich-fossiler Strom

18 01 2023

„… dass die Christdemokraten das alleinige Anrecht besäßen, sich als Partei des Klimaschutzes bezeichnen zu dürfen. Alle weiteren Maßnahmen werde Merz bereits vor der Abwahl der jetzigen Bundesregierung, die er noch in diesem…“

„… eine Koalition mit den Grünen kategorisch ausschließe, da diese einen aggressiven Atheismus sowie große Sympathien für die Islamisierung des christlichen Abendlandes gezeigt hätten. Czaja sehe hier keine Schnittmengen und werde sich lieber auf eine Verständigung mit Kräften, die auch in den ostdeutschen Landesverbänden für eine stabile…“

„… sich Klöckner für eine starke Hinwendung zum Katholizismus ausspreche. Wenngleich sie die Forderungen ihrer Parteifreunde ausschließe, allen Protestanten den Verbrauch von Energie gesetzlich zu verbieten, sei sie für Kompromisse offen, die auch für Industrie und Handwerk eine…“

„… den Verbrauch an fossiler Energie ab sofort an das Haushaltsnettoeinkommen koppeln werde. Merz schlage vor, dass nur noch Leistungsträger in den Genuss von CO2-Emissionen kommen dürften, um die von der Vorsehung nicht berücksichtigte Schicht nicht auch noch für ihre Faulheit künstlich zu…“

„… dass es sich bei Uranerz wie auch bei Öl, Kohle oder anderen Bodenschätzen um eine von Gott gegebene Gabe handele, die daher moralisch nicht schlecht sein könne. Klöckner werde in ihrem Amt als designierte Ministerin für Schöpfung und Umwelt daher Kernkraft als für Christen unter allen Umständen akzeptable Form von nicht fossiler Energieerzeugung fördern und enge Verbindungen zu den Konzernen im In- und Ausland aufbauen, um eine gerechte Verteilung der Gewinne für…“

„… auch in der CSU Unterstützung finde. Es sei für Söder durchaus denkbar, dass jeder Zähler, der für christlich-fossilen Strom oder Gas laufe, mit einem Kruzifix ausgestattet werden müsse, um die Rechtmäßigkeit des Verbrauchs in einem…“

„… die Veränderungen im Erdklima nicht durch wissenschaftliche Vorhersagen belegbar seien, da es sich ja nur um Vorhersagen handele. CDU-Experte Spahn (Teilchenphysik, Homiletik, bipolare Störungen) weise außerdem darauf hin, dass in der Bibel nicht nur eine Erwärmung der Erdatmosphäre um 1,5 °C nicht vorkomme, sondern auch jede andere Art von…“

„… gelte Flugzeugtreibstoff, insbesondere für die Verbrennung in privaten Kleinmaschinen, nicht mehr als fossil. Merz wolle damit Neiddebatten unter den Leistungsträgern vorbeugen, da diese sich sonst den Besitz ihrer einzelnen Flugzeuge als…“

„… eine Pressemitteilung der korrigiert habe, in der Klöckner als Umweltschützerin bezeichnet worden sei. Die ehemalige Weinkönigin werde in ihrer Aufgabe die Schöpfung, nicht aber die Umwelt schützen, da dieser Begriff durch eine von linksextremistischen Feministinnen unterwanderten Partei eindeutig falsch benutzt und zum…“

„… sei früher schon mit ähnlichen Problemen konfrontiert gewesen. Gesteigerte Vulkanaktivität und geringere Sonneneinstrahlung seien während vieler Jahrhunderte der Grund für eine sinkende Temperatur gewesen. Merz halte es in der aktuellen Situation ebenfalls für richtig, Bußprozessionen zur Bewältigung der…“

„… den interkonfessionellen Dialog suchen werde. Für Kretschmer sei gemeinsame christliche Friedenssehnsucht, die er auch mit Russland teile, ein Grund, Panzer zu liefern, um die Versorgung der anständigen Deutschen gegen die Widerstände der judäofaschistischen Mordbrenner auch in Zeiten des apokalyptischen Gasmangels und der…“

„… den Fusionsreaktor als Wunder ansehe, an das die Christenheit nur fest genug glauben müsse, damit der Klimawandel nicht eintrete. Der CDU-Experte für Okkultismus, Rübenzucht und tropische Darmerkrankungen Spahn werde sofort nach dem ersten erfolgreichen Versuch einer Umwandlung von Metall in Gold, von dem Energiekonzerne sich genug Strom kaufen könnten, mit dem sie die…“

„… mit ihrem Unglauben den vom Satan gegen die Schöpfung geplanten Klimawandel befördern würden. Liminski fordere ein Bundesgesetz, das es erlaube, Klimaaktivisten, insbesondere Frauen, die wegen ihres minderwertigen Geschlechts generell als schuldig gelten würden, zum höheren Ruhm des Herrn und der Gottesmutter auf dem Scheiterhaufen zu…“

„… sich die Freidemokraten im Falle einer Regierungsneubildung einverstanden erklären würden, die Pläne zu unterstützen. Wissing habe Merz zugesichert, unter der Voraussetzung, dass ein Tempolimit ausgeschlossen bleibe, werde sich das Verkehrsministerium mit religiöser Raserei und…“

„… ohne einen genauen Herkunftsnachweis entstehe, so dass nie geklärt werden könne, ob der zur Energieerzeugung verwendete Wind auch göttlichen Ursprungs sei. Klöckner wolle mit der Wirtschaft eine Energieampel entwickeln, die den Verbrauchern auf der Stromrechnung erkläre, ob es sich dabei um 100% von himmlischen Kindern produzierte Winde aus reinem…“

„… die Strompreise künftig nach Konfession gestaffelt gestalte. Die WerteUnion wolle dabei für die ostdeutschen Kunden keine Ausnahmen dulden, da sich dort bereits die AfD mit einem Nachlass für arische Kunden in vierter Generation und…“

„… aus heiterem Himmel geschehen sei. Es sei über Lützerath während der Messe nur ein einziger Blitz eingeschlagen. Nach übereinstimmenden Augenzeugenberichten sei lediglich Merz getroffen worden, der auch sofort…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXXXV): Heilpraktiker

7 10 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Rrts Schwager hätte ein unspektakuläres Ende haben können, wäre da nicht der angeblich so kluge Schwiegersohn gewesen, der ihn höchst elegant um die Ecke gebracht hat. Der Alte hatte sich an einer Buntbeere verschluckt, er rang nach Luft, wedelte mit den Armen um sich und lief nach und nach erst rot, dann bläulich an. Das störte den Pfiffikus nicht, denn er musste das bei seinem eigenen Bruder sehen, der kurz danach in den Bereich Biomasse überführt wurde. Statt dem verdienten Jäger mit Schmackes zwischen die Schultern zu klopfen, gab er ihm zwangsweise Nachschub und spülte alles mit einem kräftigen Schuss Wasser nach – was jedoch beim Wunsch blieb, denn alsbald kippte der also Verunfallte auf die Seite, stellte die Atmung ein und nahm die Umgebungstemperatur an. Der Versuch einer alternativen Fremdkörperbeseitigung aus dem Kehlkopfbereich war gescheitert. Schwund, sagte sich der Schlaukopf, gibt’s ja immer, und somit war sein Berufswunsch geboren: in Ermangelung der Zulassung zum Medizinmann wurde er einfach Heilpraktiker.

Womit das Berufsbild hinreichend beschrieben sein dürfte: mit dem Verständnis eines nur halbwegs ausgebildeten Helfers, der vor allem diagnostische Methoden auf Laienniveau beherrscht und sich auf subjektive Symptomschilderungen seiner Kunden verlassen muss, darf jeder Feuchtbeutel an Kranken herumhobbydoktern und nach Belieben abrechnen, was seine staatlich anerkannte Talentdetonation an Wehwehchen zu erkennen glaubt – abgesehen von Geschlechtskrankheiten, aber die sind eh selten. Die Ausübenden tatsächlicher Heilberufe, Logopäden, Pfleger und Ergotherapeuten, sind gegenüber dem haltlos zusammengeschwiemelten Gepopel in Ausbildung und Prüfung fachlich weit überlegen, aber sie dürfen nicht einmal invasiv behandeln, sie machen aus gutem Grund um jeden Tumor einen großen Bogen und halten vernünftigerweise bei der Anamnese die Klappe, wo sie keine Ahnung haben. Man stelle sich einen Wasserrohrbruch vor, bei dem ein freiberuflicher Experte für Raumdekoration und Blumenschmuck mit allerlei Frühblühern im Tontopf die negativen Schwingungen der leckenden Fäkalien bannt, während der Klempner gerade mit dem Schraubenschlüssel über dem Motorraum einer Limousine wedelt, die aus Bosheit nicht mehr fährt. Die Wahl der praktischen Mittel wird zwischen dem Schamanen und seinen Patienten ausgehandelt, die grundsätzlich an dasselbe glauben sollten wie der ausführende Magier, weil sonst die Überzeugung an den Heilerfolg nicht stattfinden kann. Bachblüten- und Feng-Shui-Fraktion bekämpfen sich sowohl in herzlicher Abneigung gegenseitig als auch in trauter Eintracht mit Ohrkerzenmafia und Homöopathen. Wer heilt, plärrt’s aus naivem Munde, hat recht.

Wobei derart Geheilte nicht selten zum richtigen Arzt gehen, der zusätzlich zu der verschleppten Krankheit auch noch die experimentellen Therapie- und Vertuschungsversuche der bekittelten Trolle in den Griff kriegen muss, wenn die Patienten nicht gleich über die Wupper schwuppen – es existiert nicht einmal eine Statistik über die tatsächliche Anzahl an zugelassenen Alternativdeppen, die auf fadenscheiniger Rechtsgrundlage in einem der vielen untereinander zerstrittenen Berufsverbände ohne Approbation alles tun und lassen dürfen, was zumindest die Gefahr für das wehrlose Opfer nicht noch mindestens fahrlässig vergrößert. Das aus diesem Grund unter dem Bettnässer aus Braunau erlassene Gesetz, dass die sogenannte jüdische Schulmedizin – die antisemitische Komponente ist nach dem Ende der NS-Zeit in Ungnade gefallen, wird aber durch Querdullis und andere Braunalgen jüngst wiederentdeckt – zurückdrängen sollte, um die wehrhaften Selbstheilungskräfte des arischen Volkskörpers zu stärken, gilt mit Änderungen bis heute. Immerhin kriegen die Scharlatane es nicht durch, auch noch die Kassen für ihren Hokuspokus zahlen zu lassen oder die Schweigepflicht für sich in Anspruch zu nehmen. Aber auch so profitiert dies Gewerk von der Leichtgläubigkeit verzweifelter Menschen, die von einem Wissenschaftsmediziner zum nächsten ziehen, da sie Wundertaten erwarten, die die Natur nicht bieten kann, bis sie endlich im Hinterhof des Henkers landen: mehr Heil als Kunst, womit es für Geprellte und Geschädigte nochmals schwieriger wird, einem Kompetenzimitat Versagen nachzuweisen. Wer den Schaden hat, der hat länger etwas davon.

Immerhin füllen die Therapieclowns eine Lücke im Gesundheitssystem: aus immanenter Neigung, professionell und gelahrt zu wirken, steigen sie in der Tat zu vielen echten und eingebildeten Kranken hinab, nehmen sich ein Viertelstündchen für die Klagen des Verschnupften und weichen nicht, wie es das Praxiswesen der Allgemeinmediziner will, in die Masse aus, aufgerieben zwischen Fallpauschale und betriebswirtschaftlicher Berechnung. Jeden Sums hört sich der Ersatzbankarzt an, bietet Trost an und gelobt Linderung. Er hört Kränkelnden zu und erquickt die mühselig Beladenen, ganz ohne Priester zu sein. Wobei es für die Volksgesundheit auch ein Frisör getan hätte. Oder eine Parkuhr. Das sind Therapien, die halten, was sie versprechen.





Stoßgebete

11 07 2022

„… kaum vorhersehbar gewesen sei. Da der Durchbruch des Stausees dreihundert Tote gefordert habe, wolle der Bundespräsident eine…“

„… die Kurse der börsennotierten Unternehmen auf individuelles Versagen keine Rücksicht nehmen würden, um die Gewinne der Shareholder nicht zu gefährden. Lindner sehe die Schuld eindeutig bei den Anwohnern, denen es trotz eines vierzig Jahre andauernden Prozesses nicht gelungen sei, den Bau der Staumauer des…“

„… sich für eine Schweigeminute in den Landesparlamenten ausgesprochen habe, die von den jeweiligen Regierungen organisiert werden müsse. Scholz habe zwar eine Antwort, wolle diese aber ohne einen konkreten Anlass nicht im…“

„… eine Aufarbeitung der Wohnsituation der Geflüchteten aus Syrien und Nordafrika zunächst nicht dringlich sei. Die Lage ihre Unterkunft in der direkten Nähe eines leerstehenden Wohnblocks habe für die Kreisverwaltung keine besondere Rolle gespielt, solange die Sanierung der Staumauer sich im Wahlkampf nicht als großes…“

„… grundsätzlich ablehne. Söder könne nur einer bayerischen Schweigeminute zustimmen, die auf Initiative der CSU im Landtag beschlossen und dann durch die Landesgruppe im Reichstag als eine bundesweite Initiative des Konsenses einer starken christlichen und…“

„… auch zahlreiche Opfer aus dem christlich geprägten Kulturkreis zu beklagen seien. Für die CDU-Fraktion im Deutschen Bundestag sei dies Anlass genug, vor einer politischen Entscheidung ein verpflichtendes Fürbittegebet sämtlicher Abgeordneten zu…“

„… aus dem Katastrophengebiet gemeldet worden sei. Die von evangelikalen Verbänden aus dem In- und Ausland gesandten Gebetstrupps hätten teilweise die Arbeiten der Einsatzkräfte behindert und sie genötigt, in improvisierten Feldkirchen an Veranstaltungen des…“

„… sich die Deutsche Bischofskonferenz nicht mit den Befindlichkeiten ihrer Mitglieder befassen werde. Liminski wolle in seiner Fürbitte keinesfalls die jüdischen, homosexuellen, weiblichen oder aus anderen Gründen minderwertigen Teile der…“

„… zu lösen versuche. Da Merz den inneren Zwiespalt zwischen Christen und Ausländern in eine parteipolitisch wirksame Formel zu überführen versuche, die auch eine Folge von Wahlkämpfen zu überstehen vermöge, habe er sich nach Rücksprache mit der CDU-Basis für eine moderate Hetze gegen Andersdenkenden entschieden, die vom…“

„… von der Landesregierung nicht gutgeheißen werde. Allerdings spreche Liminski als Privatmann und Christ, wenn er betone, dass das Unglück eine Folge der vielen Abtreibungen sei, die nicht mit der katholischen Tradition des…“

„… die Ampelkoalition aufgefordert habe, ein Bundesgedenkgesetz auf der Grundlage der jüdisch-christlichen Traditionen zu erarbeiten. Merz sei empört, dass die Sozialdemokraten dies in mehr als zwölf Jahren als Regierungspartei nicht einmal in Erwägung gezogen hätten, weil sie lieber aktiv an der Zerstörung des Glaubens in…“

„… es jetzt nicht die Zeit sei, über vorschnelle Maßnahmen im Baurecht zu diskutieren. Steinmeier erhoffe sich zunächst eine Zeit der Einkehr und der Besinnung, die mit einer Woche der kirchlichen Veranstaltungen im Gedenken an die mittlerweile vierhundert Opfer des…“

„… nach drei Tagen als offizielle Gemeinschaft für ein Gebet zusammengefunden habe. Zunächst sei die CSU-Landesgruppe nicht überzeugt, dass ihr live in den Abendnachrichten ausgestrahltes Gebet für den Seelenfrieden der Toten sich mit weltlichen Ansichten in Polizei, Feuerwehr und…“

„… sei eine öffentliche Mahnwache vor dem Reichstag aus Gründen der inneren Sicherheit nicht möglich. Zudem sei die von der AfD initiierte Demonstration unter dem Motto Wir beten, bis die letzte Fremdrasse tot ist für Faeser zu nah an einer Straße geplant, was zu Staus und…“

„… die religiösen Gefühle der Deutschen ernst nehmen müsse. In einer konzertierten Aktion die Stoßgebete für ein Personalwunder in deutschen Flughäfen durchzuführen sei auch trotz der Kritik der EKD ein legitimes…“

„… habe Scholz angeblich Regierungsgeschäfte als Grund vorgetäuscht, um nicht an Gebetskreisen in den Landtagen teilnehmen zu müssen. Merz sei vom Bundeskanzler menschlich tief enttäuscht, da er selbst dank seines Privatflugzeugs in der Lage gewesen sei, bei allen Veranstaltungen zu…“

„… da die Deutschen überwiegend nicht mehr kirchlich gebunden seien. Liminski fordere eine katholische Zwangstaufe für Nichtchristen, die zur Erhaltung des…“

„… den interreligiösen Dialog der Kirche nicht mittragen werde. Merz wolle im Hinblick auf die kommenden Neuwahlen die Verbindung von Union und Christentum auch ohne ideologisches…“

„… unterstütze Göring-Eckardt die Einführung des verpflichtenden Religionsunterrichts bis zum Abitur. Die Grünen würden im Gegenzug auf die Reduzierung der Klimaschutzziele verzichten, um regelmäßige Gebetsveranstaltungen auch in der bald einsetzenden Klimakatastrophe als gute…“

„… als Missbrauch von Religion bezeichnet habe. Eine Gebetsgemeinschaft sei angesichts der nachlassenden Börsenkurse blasphemisch, Lindner fordere eine umgehende Unterstützung notleidender Aktionäre durch eine Sondervermögen in Höhe von mehreren hundert Milliarden…“





Technologieoffen

4 07 2022

„… auf die deutsche Forschung setze, die einen neuartigen technischen Ausweg zur Lösung der aktuellen Energieproblematik finden werde, wenn sie ohne grüne Denkverbote arbeiten könne. Zum jetzigen Zeitpunkt bevorzuge Lindner den Ansatz des Perpetuum mobile, das sich bisher nicht als…“

„… mindestens einem thermodynamischen Hauptsatz widerspräche und folglich nicht zu realisieren sei. Die Präsidentin der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt sehe die Diskussion damit als beendet an und wolle keine weiteren…“

„… für eine erste Erforschung des Prinzips jährlich 600 Milliarden Euro bereitstellen wolle, mit denen das Prinzip der energieunabhängigen Bewegung für einen Prototypen sowie erste…“

„… sich Denz gemeinsam mit zahlreichen anderen Physikern dafür ausgesprochen habe, das von den liberalen entworfene Programm an keiner der deutschen Hochschulen durchzuführen, um die für Themen wie Klimawandelfolgen und Energiesicherheit benötigten Ressourcen nicht mit esoterischem…“

„… auch nicht bei einer Erhöhung der Mittel an der Auftragsvergabe interessiert sei. Da sich der Bundesverband der Deutschen Industrie bereits eingehend mit regenerativen Energien beschäftigt habe und einen Wiederaufbau der Fotovoltaik in der EU unterstütze, gebe es keinen Anlass für die …“

„… fordere Kubicki die fristlose Kündigung aller deutscher Forscher, um einen Neuanfang in der deutschen Physik schnellstmöglich mit der auf zehn Jahre ausgelegten Studienreihe einzuleiten. Er nehme die an Wehrkraftzersetzung grenzende und erkennbar ideologisch motivierte Verweigerung der Spacken aus dem…“

„… dass sich der Geltungsbereich der bisher in der Thermodynamik geltenden Regeln nachweislich nicht auf die Bundesrepublik erstrecke. Um dies auch zukunftssicher festzuschreiben und zugleich einen Investitionsschutz für zahlreiche Start-ups zu bieten, werde Buschmann in einem handwerklich sehr, sehr gut gemachten Gesetzentwurf alle…“

„… Unterstützung aus der Querdenkerszene erhalten habe. Lindner könne mit Verstärkung für sein Forschungsvorhaben rechnen, sobald das in der neu gegründeten Universität für Freies Denken in Unterbreizbach (Wartburgkreis) ansässige Institut für Alternatives Realitätsdesign eine eigene…“

„… mit einem Pendelkolbenmotor in einem in Sachsen gebauten Wagen vorfahren wolle. Der laut seinem Erfinder ca. drei Millionen Kilometer hohe Pendelmechanismus müsse allerdings erst noch aus magnetischen Kupferatomen gelötet werden, was angesichts der Lieferketten aktuell kaum im…“

„… plädiere Stark-Watzinger für eine rasche Umstellung des naturwissenschaftlichen Unterrichts an den deutschen Gymnasien. Durch eine vermehrt an individualistischen Konzepten ausgerichtete Lehre werde möglicherweise schneller eine neue Form der Physik entdeckt, die sich wie seinerzeit Einsteins Relativitätstheorie klar von den bisher benutzten Modellen…“

„… bei der Anwendung elektromagnetischer Strahlung zu einem ersten Durchbruch gelangt sei. Die alternativen Forscher hätten beim Drehen mehrerer Tesla-Turbinen eine zwar geringe, aber messbare Menge an freier Energie erhalten, die sich nur noch durch die Gleichrichtung von Photonen auf der intrakosmischen Ebene im…“

„… die Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in einem Dossier darauf hingewiesen habe, dass keine der angeblich durch Schwerkraft, Gaskinetik oder thermische Wirkung beruhenden Maschinen den von ihnen erzeugten Energieüberschuss in einer physischen Form hätten speichern können. Damit sei das Problem der Energieerzeugung nicht in…“

„… in einer parteiinternen Sitzung für ein Festhalten an der Konstruktion des Perpetuum mobiles plädiert habe. Kubicki sei der festen Überzeugung, mit dem Durchgriff der von Lindner nachfinanzierten Forschungsgruppe komme alles in Ordnung und sei bereit für einen zügigen…“

„… mit einem Sonderpreis für revolutionäre Forschungsergebnisse auszeichnen wolle. Lindner habe sich selbst von der Antriebsart überzeugt, die in einem Kleinwagen eine Geschwindigkeit von bis zu zehn Kilometern pro Stunde erlaube, was ohne äußere Energiezufuhr bisher noch keinem…“

„… die Weltraumfahrt in die Energieerzeugung integreren wolle. Buschmann halte angesichts der messbaren Expansionsgeschwindigkeit des Weltalls die Nutzbarkeit von Dunkle Energie für sehr viel wahrscheinlicher als die Installation zehntausender Windräder, die dann keinen Platz mehr für neue Einfamilienhäuser oder…“

„… versehentlich sichtbar geworden sei. Das angebliche Null-Energie-Auto habe seine Antriebskraft aus tausenden von Knopfzellen in der Karosserie bezogen, die nach wenigen Minuten…“

„… in einem nächsten Schritt versuchen müsse, die aus freiem Magnetismus, Wasserverbrennung oder Erdrotationsluftdruck gewonnene Energie in E-Fuels umzuwandeln. Bisherige Konzepte würden noch davon ausgehen, dass etwa der Gegenwert von mehreren tausend Litern Benzin gebraucht würde, um einen Wagen einen Meter weit rollen zu lassen, wobei die Kraftstoffzufuhr über einen Tank mit einem Fassungsvermögen von…“

„… sich Lindner zuversichtlich zeige, dass auch die Erderwärmung durch eine deutsche Erfindung und die daraus resultierenden Patente eine für die Wirtschaft überaus erfolgreich verlaufende…“





Arish

27 04 2022

„Haben Sie Ihr Attest dabei? Wir brauchen schon den Nachweis, dass Sie ungeimpft sind, sonst kann es unter Umständen zu Zwischenfällen kommen, das werden Sie sicher verstehen. Ein bisschen muss man auch als Querdenker für seine Sicherheit tun.

Haben Sie denn gut hergefunden? Das freut mich, dass Sie ein Navigationsgerät hatten. Nein, nicht: haben, Sie hatten das. Damit so ein Ding funktioniert, braucht man eine Reihe geostationärer Satelliten, die es ja gemäß Ihrer Überzeugung gar nicht geben kann, weil die Erde eine flache Scheibe ist. Und die Funksignale können Sie nicht mit dem Gerät empfangen, das ist Ihnen ja jetzt auch klar. Aber machen Sie sich keine Sorgen, hier brauchen Sie das gar nicht. Es ist alles gut ausgeschildert, Sie müssen eigentlich nur den einsprachigen Hinweisen folgen. So ein Auto brauchen Sie nur draußen, und da sich unsere Mitglieder überwiegend als stark technikfeindlich bezeichnen, nehmen wir Ihnen das auch ab. Doch, bei uns gilt Mehrheitenschutz. Das ist in Ihren Augen sicher die richtige Interpretation von Basisdemokratie, oder?

Das ist überhaupt nicht ideologisch gemeint, ich bitte Sie – selbstverständlich können Sie hier mit dem Fahrrad verkehren. So eine Kraftübertragung per Tretkurbel ist eigentlich Wissenschaft, aber das wollen wir mal nicht so eng sehen. Außerdem ist das hier eine diktaturfreie Zone, so wie Sie sich das beispielsweise von Russland gewünscht haben. Wir bestimmen, was hier gemacht wird, und wenn wir sagen, das hier ist keine Diktatur, ist das auch keine.

Elektrogeräte? gehen wir doch mal logisch an die Sache heran. Kann man diesen elektrischen Strom sehen? Also ich kann das nicht. Natürlich bewegt sich so ein Elektromotor, aber können wir ausschließen, dass es sich dabei um eine von den Eliten ausgehende Verschwörung handelt? Denken Sie mal nach, wem gehören denn die Fabriken und die Konzerne, in denen die solche Elektromotoren herstellen? Motoren, selbstverständlich – aber ist es wirklich so, dass die sich durch elektrischen Strom bewegen und nicht nur mit elektrischem Strom? Sie müssen das mal ganz genau überlegen, eigentlich ist das doch gar nicht nachweisbar. Wenn Sie ein Kabel in die Hand nehmen, und da fließt dieser elektrische Strom durch, dann können ja nur Sie selbst sagen, dass Sie etwas merken. Meinen Sie nicht, dass das genau so von denen geplant wurde, dass man dieses subjektive Gefühl von elektrischem Strom überhaupt nicht messen kann? Das ist eine nur zu diesem Zweck erfundene Technologie, die eigentlich gar nicht existiert. Und wenn die wirklich existieren würde, dann müssten ja alle sterben, die einmal unter Strom gesetzt wurden, weil man ja mit einfachen wissenschaftlichen Methoden nachweisen kann, dass elektrischer Strom tödlich ist. Deshalb muss der auch für alle verboten werden.

Wieso Unsinn? bei Impfungen ist das doch auch so, oder wollen Sie das etwa bestreiten?

Außerdem können Sie Ihren Fernseher gleich vor dem Tor lassen, den brauchen Sie hier auch nicht. Ja, weil er einen Stecker hat, gut mitgedacht. Aber das ist auch wegen der Lügenmedien, die wir hier nicht wollen. Das hat nichts mit Diktatur zu tun, schließlich wollen wir das ja alle nicht – sind Sie jetzt doch nicht mehr für Mehrheitenschutz? Das ist unsere Definition von Demokratie, wenn Sie sich damit nicht abfinden können, dann haben wir kein Problem damit, dass Sie uns verlassen. Das ist ja eine freie Gemeinschaft hier, deshalb nehmen wir uns auch die Freiheit, jeden rauszuschmeißen, der uns nicht passt.

Sie haben doch sicher auch Verständnis, dass wir Ihre mitgeführten Medikamente gründlich unter die Lupe nehmen. Es mag ja sein, dass Sie von den Kopfschmerztabletten keine bleibenden Schäden haben, aber Sie sollten sich nur einmal diese Liste anschauen. Lauter Nebenwirkungen. Nach einer für uns vernünftigen Logik, die Sie auch erst zu uns in diese Gemeinschaft geführt hat, sollten Sie wissen, dass das Chemikalien eines Industriekonglomerats sind, das weltweit nach denselben Geheimnissen arbeitet und sicher nur eins im Sinn haben kann: mit millionenfachem Leiden und Tod unschuldiger Menschen an diesen sogenannten Nebenwirkungen riesige Summen zu verdienen, und das im vollen Einverständnis mit den diktatorischen Systemen, die Arzneimittel offiziell zulassen und als harmlos deklarieren, um durch Umsatzsteuern daran ihren Anteil abzukriegen. Zusätzlich reglementieren diese Staaten auch die Ärzteausbildung, so dass keiner nach dem millionenfachen Tod von Menschen in Kliniken, Krankenhäusern und Hospitalen tödliche Medikamente wird nachweisen können. Ich möchte Sie nicht beleidigen, aber wenn Sie sowieso schon in Besitz eines Fernsehers sind, liegt es doch nah, dass Sie bisher ausschließlich der Feindpropaganda aufgesessen sind und gar nicht wirklich wissen, wie Sie von der linksfaschistischen Merkeldemokratur in ein dummes Schlafschaf verwandelt wurden?

Sie wollten zu den Arish People, jetzt passen Sie sich hier auch an, sonst können Sie gleich wieder gehen. Dass Sie als rassereine Weiße mit deutscher DNA aufgenommen wurden, sollte Ihnen doch zu denken geben, oder nicht? Hier hält man sich an die Regeln, hinterfragt sie nicht, und es gibt auch keine Diskussionen, warum das so ist. Wenn Sie alles das rückhaltlos unterstützen, was wir für Sie viel besser wissen, als Sie das jemals besser wissen könnten, dann sind Sie hier richtig. Im Lager und in unserer angeschlossenen Kampfgruppe, die uns vor dem Volkstod schützt.

Sagen Sie mal, ist das ein Smartphone? Haben Sie da etwa 5G eingeschleppt!?“





Abwasser

20 04 2022

„Sie können mir ja gleich die Tür aufhalten“, schnaufte der Mann und hob zwei Flaschenträger in den Flur. „Vielleicht möchten Sie auch probieren?“ Luzie sprang wie angestochen hinter dem Tresen auf. „Ich hatte mich doch klar genug ausgedrückt, wir wollen Sie hier nicht mehr sehen!“ Keuchend stellte er seine Fracht auf den Boden. „Das sagt mir Ihre Chefin vielleicht am besten selbst.“

Eigentlich hatte ich nur einen Umschlag in der Kanzlei abgeben wollen, und so hatte ich gar nicht gefragt, ob Anne überhaupt da sein würde. Was den Vertreter anging – als solcher war der unangenehme Zeitgenosse ja hinlänglich zu erkennen – so teilte er mir sofort mit, dass er einen Freund des Hauses, nämlich Staatsanwalt a.D. Husenkirchen, sehr gut kenne. Ich blickte auf die billige Visitenkarte. „Und er kennt Sie auch?“ Unbeirrt packte er sein Dutzend Flaschen aus und baute sie vor Luzie auf. „Sie werden sich wundern“, frohlockte er, „es gibt allein in Deutschland an die 800 Sorten Wasser, und bei mir finden Sie genau das richtige Getränkt für Ihren Bedarf.“ „Machen wir das kurz und schmerzlos“, unterbrach sie ihn. „Sie packen Ihr Gesöff wieder ein, und dafür bekommen Sie garantiert alle Ihre Flaschen wieder heil hier heraus.“ Mit geradezu bewundernswerter Ignoranz zeigte er mir das ganze Sortiment. „Wie bevorzugen Sie denn Ihr Wasser?“ Ich blickte ihn und seine Batterie an. „Heiß“, gab ich zurück, „über einen auf Stufe 8 gemahlenen Robusta gefiltert, ohne Milch, ohne Zucker.“

Immerhin hatte der Knilch, der sich auf seinem Kärtchen hochtrabend als Sommelier bezeichnete, auf levitiertes Informationswasser in strukturierter Vollmondabfüllung verzichtet. Aber er ließ sich von nichts und niemandem beirren, hebelte vermittels des Flaschenöffners einige Flaschen auf und goss ein paar der Gläser auf dem Beistelltischchen neben dem Tresen voll. „Ihre Kunden brauchen natürlich vor allem eine gesunde Alternative, deshalb haben wir einen ganz besonderen Tropfen mit viel Eisen.“ „Wir haben keine Kunden“, knurrte Luzie, „wir haben Mandanten, und unser enteisenter Sprudel aus dem Supermarkt hat noch keinen von denen vergiftet.“ Ich schob ihm das Glas zu. „Wir können das bei Ihnen aber gerne ausprobieren.“ „Natürlich ist auch eine Anreicherung mit lebenswichtigem Sauerstoff problemlos möglich.“ Wie zum Beweis, dass er an alles glauben würde, was er da von sich gab, nahm er einen großen Schluck aus einem anderen Glas. „Dieses Wasser speichert ungefähr 100 Milliliter reinen Sauerstoff pro Liter, meinen Sie nicht, dass das ausgezeichnet zu einem sportlich durchtrainierten Mann wie Ihnen passt?“ Ich wies auch das zweite Glas ab. „Passen Sie auf“, begann ich milde, „wenn ich ganz in Ruhe vor mich hin atme, nehme ich bis zu 300 Milliliter Sauerstoff aus der Luft auf, wenn ich Holz hacke oder mit der Axt hinter Ihnen herlaufe, dann steigert sich das um das Dreifache, und das muss noch nicht mal durch den Magen-Darm-Trakt, wo es sowieso ganz woanders wieder zum Vorschein kommt.“

Der Schlüssel knackte kurz im Schloss, schon stand Anne in der Kanzlei. „Was machen denn Sie hier schon wieder?“ Keck reichte er ihr ein Glas. „Wonach sieht es denn aus?“ Ihr Blick war schon vorher nicht übermäßig freundlich, hatte aber noch genug Potenzial, sich zu verfinstern. „Sie packen jetzt Ihr ganzes Abwasser zusammen und sind in zehn Sekunden auf der Straße, oder ich stopfe Sie mit Ihrem Sammelsurium in den Altglascontainer.“ „Alles in der Pfandflasche“, krähte er, „als moderne und nachhaltige Rechtsanwältin setzen sie natürlich auf umweltschonende Verpackungen und tun damit Ihren Kunden…“ „Ich habe keine Kunden“, zischte Anne. „Ich habe Mandanten, und Sie sollten sich schon mal einen Kollegen suchen, der Sie aus einer Anklage wegen Hausfriedensbruchs raushaut.“

Sie griff sich die Karte, die ich auf den Tresen gelegt hatte. „Wassersommelier“, las sie. „Was es nicht alles gibt, was man alles nicht braucht.“ „Das ist eine anerkannte Bezeichnung“, antwortete er mit gekränktem Unterton. Sie ging gar nicht darauf ein. „So weit ich weiß, kümmert sich ein Sommelier um Güter, die zwecks Veredelung im Keller aufbewahrt werden – vielleicht hat es sich nur nicht bis zu mir herumgesprochen, warum man Wasser einlagern muss, und dann auch noch unterirdisch.“ Er schmollte. „Er gibt ja auch Brotsommeliers.“ Anne schob eine Flasche nach der anderen wieder in die Träger hinein. „Wenn Sie mal nichts Besseres zu tun haben, setzen Sie sich in den Keller und denken nach. Wasser und Brot dürften Sie ja genug haben.“

Doch so leicht wollte er sich anscheinend nicht geschlagen geben. „Ich verkaufe Ihnen hier ja keine esoterischen Getränke“, erklärte er. „die anderen haben ja Edelsteinwasser im Programm oder eine spezielle Anreicherung mit Naturstoffen, wobei ich das sogar verstehen kann, wenn man die richtigen Mikroelemente reindosiert.“ „Lieber Freund“, sagte Anne mit einer ganz gefährlichen Sanftmut, „Sie dosieren sich Ihren Kram jetzt gerne sonstwo rein, und dann dürfen Sie gehen, ohne jemals wieder zu uns zu kommen.“ Sie drückte ihm das verbliebene Glas vom Tresen in die Hand, das er in einem Zug hinunterstürzte. Vielleicht war er etwas gekränkt, oder es war das Wetter, jedenfalls ging es ihm gar nicht mehr gut, als er hastig die Tür hinter sich ins Schloss zog. „Ich muss noch die Blumen gießen“, sagte Anne und griff nach dem Kännchen auf dem Tresen. Luzie leerte die letzte halbe Flasche stillen Brunnenquells in das Kupfergefäß. „Vielleicht hat er ja recht“, antwortete sie, „und eine moderne und nachhaltige Rechtsanwältin hat für jeden Anlass das passende Wasser.“





Sternstunden

29 03 2022

Sorgfältig schnitt Herr Breschke die Rasenkante. Wie mit dem Lineal gezogen verlief ein sauberer Saum am Rosenbeet. „So ein herrliches Wetter“, begrüßte er mich im Vorgarten. „Wir können gleich anfangen, die Säcke mit dem Strauchschnitt liegen im Keller.“

Vieles hatte ich erwartet, denn der Hausherr war ja nicht mehr der Jüngste. Eine fiebrige Erkältung, plötzlich einsetzende Gelenkschmerzen, leichter Schwindel durch eine verhobene Bandscheibe, alles das war schon einmal der Grund gewesen, ihm im Haus zu helfen, da plötzlich ein Rollo herabgefallen war oder eine Schublade sich verklemmt hatte. „Sie hatten doch gesagt, Sie könnten gerade nicht aus dem Haus?“ Er nickte. „Deshalb bleibe ich ja auch hier, nur bis zum Zaun – man soll sein Schicksal nie herausfordern.“ Er legte die Schere beiseite und zog die Handschuhe aus. Offenbar fehlte ihm nichts. Was mich sonst gefreut hätte, machte mich stutzig. „Ihnen bereiten zwei kleine Beutel mit Gartenabfall doch keine Schwierigkeiten?“ Breschke schüttelte energisch den Kopf. „Ich bitte Sie“, antwortete er, fast trotzig. „Die trage ich Ihnen eben herauf, und Sie stellen die bloß an den Bordstein, weil morgen früh Abfuhr ist.“ Jetzt begriff ich gar nichts mehr. Würde er sich beim Transport ernstliche Schäden zuziehen? Müsste ich fürchten, er verliefe sich auf dem Rückweg zur Haustür? „Sie werden das sicher für unnütze Vorsicht halten“, beharrte er, „aber ich bin nun einmal wachsam, was Gefahren angeht.“

Kurz war er in den Hauseingang getreten und hatte eine Illustrierte aus dem Postkörbchen neben der Tür gefischt. „Sehen Sie“, sagte er und blätterte das Heft auf. „Im Straßenverkehr lauern Gefahren, die ich nicht unterschätzen soll.“ Das also stand auf der Doppelseite von Linda, dem neuen Organ für Backrezepte und Hysterie, im Horoskop. „Herr Breschke“, stöhnte ich, „Sie wollen mir doch jetzt nicht weismachen, dass Sie auf Ihre alten Tage anfangen, an diesen Hokuspokus zu glauben?“ Er zog missbilligend die Augenbrauen in die Höhe.

Vor Jahren hatte der pensionierte Finanzbeamte durch ein Mitbringsel seiner Tochter die chinesische Tradition in Taiwan gefertigter Plastikarmbänder entdeckt, die seit Jahrtausenden mit magnetischem Kupfer und automatisch übersetzten Anleitungen an fitnessbewusste Europäer geliefert werden, um die Volksgesundheit bei schrumpfendem Geldbeutel zu stabilisieren. Da die Urlaubsvertretung von Doktor Klengel mit ihrem Versuch gescheitert war, seine rheumatischen Anfälle durch Zuckerkügelchen zu therapieren – genauer gesagt war es ihr schon nicht gelungen, ihn zur Einnahme dieser Süßwaren zu bewegen – hielten sich die Ausflüge ins Esoterische also in Grenzen. Was konnte nur geschehen sein? „Das Hundemagazin ist dreimal nicht gekommen“, erklärte er. „Irgendetwas muss ich ja nachmittags beim Tee lesen, und da meine Frau immer die Hefte hat…“ Deshalb also musste Horst Breschke nun in diesem als Sternstunden bezeichneten Unfug sein unabänderliches Los suchen. „Lieber Freund“, begann ich, „Sie werden sicher die Güte haben, mir zu erklären, warum Sie die Säcke nicht selbst hinaustragen.“ „Lesen Sie doch“, zeigte er auf den Abschnitt. „Straßenverkehr – alles vor dem Gartenzaun ist Straßenverkehr, deshalb muss ich auf dem Grundstück bleiben.“ Das erklärte einiges.

„Herr Breschke“, gab ich zurück, „Sie glauben daran, dass ein Zwölftel der Menschheit sich eine Woche lang zu Hause aufhalten soll, weil sonst ein gefährliches Übel ihnen droht? allen gleichzeitig?“ Er sah mich ungläubig an. „Ich habe mich doch bis jetzt daran gehalten, und es ist nichts passiert.“ Ich stöhnte auf. „Gibt’s keine Gefahren, so stimmt das Horoskop, weil man sich in Sicherheit gebracht hat, und passiert tatsächlich etwas, haben die Sterne ja ausdrücklich gewarnt.“ Möglicherweise war er ein bisschen gekränkt, aber darauf konnte ich nun keine Rücksicht mehr nehmen. „Übrigens stimmt diese ganze Berechnung sowieso nicht mehr.“ Er sah auf das Heft. „Es wird doch aber immer wieder neu berechnet, Woche für Woche?“ „Was sagt Ihnen denn der Begriff ‚Präzession‘?“ „Natürlich ist das sehr genau“, nickte Breschke, „das machen die ja beruflich.“ So kamen wir offenbar nicht weiter. „Es ist ein 2500 Jahre altes Modell, das den Himmel in zwölf Abschnitte teilt und ihnen Namen gibt wie Stier, Wassermann oder Widder, aber unsere Erde bewegt sich nun mal, die Erdachse neigt sich im Laufe der Zeit hin und her und der Frühlingspunkt verschiebt sich.“ „Sie wissen doch aber, dass ich im Winter Geburtstag habe?“ Wie sollte ich dem noch beikommen? „Die Jahreszeiten verschieben sich, und in diesen 2500 Jahren sind die Sternzeichen um eine Stelle weiter gewandert. Wären Sie nach dieser Aufteilung Wassermann, so sind Sie astronomisch korrekt nun eigentlich Steinbock.“ Verzweifelt sah Breschke mich an. „Um die ganze Sache genauer zu machen, eigentlich sind es dreizehn Sternzeichen, aber für die Astrologen in Babylon war die Zwölf eine heilige Zahl. Und einfacher zu berechnen.“

Herr Breschke drehte sich wortlos um, betrat den Flur und schritt auf die Kellertür zu. Ich ging ihm schnell nach. Gerade eben noch sah ich, wie einer der beiden Beutel mit Blattwerk, mit denen er die Treppe empor kam, mit scharfem Rauschen riss, so dass die Abfälle die Stufen hinab purzelten. „Wie ist das möglich“, keuchte er. „Das kann doch nicht sein?“ „Sie hätten dies Präzisionshoroskop besser lesen sollen“, erklärte ich. „Vielmehr das Datum, es ist das Heft der letzten Woche.“ Ich zog die neue Linda hervor. „Die Sterne empfehlen Ihnen, den Frühling bei einem Stadtbummel zu genießen. Das klingt doch vernünftig, oder nicht?“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCI): Spiritualitätsmarketing

11 02 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Eigentlich war die Sache für Uga recht einfach, da die transzendenten Bedürfnisse der Sippe sich auf zwei Bereiche konzentrierten: die einen hofften auf Jagdglück, die anderen nahmen nicht mehr an der Nahrungsaufnahme teil und mussten zeitnah im Wald entsorgt werden. Dass für jede Seite des Stoffkreislaufs eine einzelne Kraft zuständig war, die alsbald einen eigenen Namen erhielt, eigene Riten zur Anbetung, eigene Aufgaben und eigenes Brauchtum, verwirrte nicht nur die Mitglieder der Gemeinschaft. Auch die für Schamanismus und Totenkult zuständigen Fachkräfte sahen sich schnell in fundamentaltheologische Diskurse verwickelt, zumal mit dem beginnenden Ackerbau auch die Geister der Fruchtbarkeit in der mythologischen Rangfolge aufstiegen und sich mit den in anderen Sippen verehrten Ahnen- und Feuerkulten zu einer durchaus logischen Vorstellung verbanden, die über den Augenblick hinaus Identität stiftete. Gerne nahmen Besucher der Trolodyten an der westlichen Felswand dickliche Statuetten mit, die hinfort als Mondgöttin, Große Mutter oder schlicht Schöpferin der Welt in der Zentralsteppe fungierten. Die Frage begann die Menschen zu interessieren, wo sie denn herkämen, und es gab mehr als genug Antworten.

Das heutige Sakralgulasch aus Jesus-Yoga und Mahayana-Kabbala ist das Ergebnis der üblichen Sinnsuche, die mit der eigenen Sterblichkeit startet, sich über bildhafte Mythen zu geistig vorstellbaren Gottwesen hangelt und schließlich aus dem Quark ein systematisches Gebäude schwiemelt, das in der organisierten Welt natürlich verwaltet, geführt und nicht zuletzt kostenpflichtig vertrieben wird, um den inneren Frieden der Schafherde zu sichern. Aus allerlei Erweckungs- und Feinstofftrallala strickt der jeweilige Teilzeitguru eine nach traditioneller Schulphysik absurde Weltvorstellung, die für jedes Problem eine Antwort aus dem Ärmel zieht, den meist in privater Mission zur Weisheit gekommenen Erleuchtungsträgern die Taschen füllt und dafür den Jüngern die einzig wahre Wahrheit verschafft, die es so noch nie gab. Zwar folgen den Meistern nur ein paar Auserwählte, die sich nicht unbedingt wundern, warum das Wesen, das ganz allein das Universum erschaffen hat, die Errettung der Erde unbedingt einem wegen Scheckbetrug und Fahren ohne Führerschein mit fünf Halben in der Rübe vorbestraften Schiffschaukelbremser aufgetragen hat, der bisher nicht über das Weichbild von Bad Gnirbtzschen hinausgekommen war, wenn man von den drei JVA-Sitzgelegenheiten absieht, aber sei’s drum – Buddha soll nicht einmal ein Auto gehabt haben. Und man muss ja auch dran glauben.

Schon die Einführung neuer Religionen ist nicht immer von Erfolg gekrönt, wie Amenophis IV. bei der Umgestaltung der ägyptischen Götterwelt zum Monotheismus Priester wie Laien vors Knie trat und auf wenig Verständnis stieß. Und das, obwohl die Sonnenverehrung von Kelten, Inuit und Inka, Assyrern und Phöniziern als Allroundglaube für die ganze Familie angeboten wurde und sich in Gestalt des Sol Invictus bis heute als Convenience-Produkt des bürgerlichen Christentums kommerziell gut ausschlachten lässt, auch wenn die meisten nicht ahnen, dass er der wahre Weihnachtsmann ist. Die brillante Idee eines gut konsumierbaren Glaubens, der sich problemlos in den Lifestyle der Leute integrieren und je nach Bedürfnis sanft oder radikal ausleben lässt, hängt also nicht allein vom Angebot ab, sondern vor allem von der Nachfrage, und die kann man bekanntlich steuern. Wozu es Marketing ja schließlich gibt.

In der Gegenwart ballert sich jeder Honk seinen individuellen Mix aus Zen und Zarathustra zurecht, kreiert zur Tao-Tantra-Taufe im Thortempel mit Hare-Maria-Rebirthing sein evangelikales Voodoo-Mantra, mit dem er jederzeit auch Heilhüpfen in konzentrischen Kreisen um das Feuer der Venus vollführen kann, ohne gegen gnostische Dogmen zu verstoßen – wie in jeder anständigen Esoterikblase glaubt jeder den eigenen Schmodder, singt bis zum Frühstück Psalmodien und schwenkt danach auf den Edlen Achtfachen Pfad um, verzichtet bis auf Schnaps auf alle Drogen und rezitiert zur Vorsicht sämtliche Sutren nur in Landessprache. Irgendwann hat er das Gefühl, er müsse zur Abwechslung mal wieder in die Kirche; meist kommt das zu Ostern, dessen Bedeutung ihm auch nur noch vage geläufig ist, oder beim zufälligen Blick auf den Lohnzettel, der immer noch eine steuerpflichtige Konfession aufführt. Ansonsten aber ist der moderne Mensch glücklich und zufrieden, wenn er sich von einem größenwahnsinnigen Dummklumpen vorschreiben lassen darf, wie er sich ernähren, die Fortpflanzung gestalten und kleiden soll, immer dessen eingedenk, dass er für die wesentlichen Grenzsituationen wie Geburt oder Tod nicht auf sozialkompatible Formen der geistigen Vereinigung hoffen darf, und dann geht’s schnell zurück zum Pastor. Das Verfahren ist von Alternativmedizinern und richtigen Ärzten aus dem durchschnittlichen Ernstfall bestens bekannt. Jäh fragt sich dann der Bekloppte, wohin denn er nun gehe, und siehe, es gibt auch da keine ansatzweise befriedigende Antwort. Man muss halt daran glauben. Wem kaufen wir das nur ab.





Moronen

5 11 2020

„… als gottesdienstliche Handlung eingestuft worden sei. Die Beamten seien durch ihre übliche Dienstpraxis, die auch die Gottesfurcht als Ziel des Freistaates Bayern ansähe, nicht auf den Gedanken gekommen, dass es sich bei den rechtsnationalen Demonstranten um eine…“

„… nicht mit dem römischen Ritus zu vereinbaren seien. Die Deutsche Bischofskonferenz habe angekündigt, jeden Teilnehmer an einer dieser Kundgebungen mit der Exkommunikation als Tatstrafe zu überziehen und die sofortige…“

„… sich verwaltungsrechtlich nicht einfach untersagen lasse. Die Teilnahme von anerkannten Priestern sei nicht erforderlich, da es sich nicht auf christliche Glaubensgemeinschaften oder…“

„… sich auf Nachfrage der Polizei als Kirche der Wütenden der letzten Tage Merkels bezeichnet hätten. Es sei nach der zweiten Versammlung noch nicht zu entscheiden gewesen, ob sich das Verbot, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, mit Religionsfreiheit und…“

„… habe sich der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland ebenfalls für einen Kirchenbann gegen die Demonstranten ausgesprochen. Es sei dabei nicht zwingend notwendig, dass die Personen dazu im vollen Einverständnis mit Anmeldern und Veranstaltern handelten, ausschlaggebend sei allein der Glaube an die…“

„… werde auch in Dresden künftig eine wöchentliche Messe stattfinden. Die Gründung der Freien Völkischen Gemeinde Sankt PEGIDA durch den ehemaligen Zuhälter und Drogenhändler…“

„… beziehe sich die Querdenkerbewegung auf die Anti-Atom-Gottesdienste, die auch gegen staatlich gesteuerte Versuche, das Volk mit Hilfe amerikanischer Strahlen zu ermorden und die…“

„… drohe ein Aktivist der Polizei mit Strafanzeige, wenn Beamten die Kundgebung betreten wollten. Dies werde von den Demonstranten als Störung der Religionsausübung im Amt angesehen und als Offizialdelikt mit…“

„… dass es innerhalb der Gemeinde zu Missverständnissen gekommen sei. Die Mitglieder hätten sich selbst teils als Vogonen, teils auch als Moronen bezeichnet und damit ihre Unterstützung für den US-amerikanischen…“

„… sei bei der Polizei in München inzwischen der begründete Verdacht entstanden, dass es sich bei der Versammlung auf der Theresienwiese doch um eine weltliche Veranstaltung gehandelt haben könnte. Nähere Erkundigungen könne man aber erst nach Rücksprache mit der Staatskanzlei und den…“

„… das Austeilen veganer Wurst nicht gegen Maßnahmen zum Infektionsschutz verstoße. Es handele sich dabei um ein Abendmahl, das zum Gedächtnis an viele Milliarden Kinder, die die Reptiloidenfürstin Merkel täglich zur Deckung ihres persönlichen Bedarfs an Christenblut unter…“

„… der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die Zahl der Teilnehmenden bei weiteren Messen auf hundert Personen beschränken werde. Jürgen Fliege habe darauf seine Teilnahme an weiteren Demos abgesagt, da er in seiner Selbsthilfegruppe ein größeres Publikum zur…“

„… ein mitgeführter Galgen für die Kanzlerin der guten christlichen Tradition entspreche, alle Riten unter einem Hinrichtungswerkzeug zu begehen. Es könne daher von Seiten der Organisatoren nicht von einer Bedrohung des…“

„… müsse das Bayerische Landeskriminalamt erst durch eine Prüfung nachweisen. Zwar sei dem Erzbischöflichen Ordinariat München eine Lesung aus dem Buch Corona verdächtig vorgekommen, man wolle jedoch zuvor die Kongregation für die Glaubenslehre, gegebenenfalls auch die Päpstliche Bibelkommission um eine Stellungnahme zum…“

„… sei der Dönerimbiss Mustafas Fresstempel auf dem Marienplatz wegen Gotteslästerung von sechzig Beamten geschlossen worden. Eine Abschiebung des Besitzers könne trotz Intervention des Bundesinnenministers nicht durchgeführt werden, da der Besitzer Max Alois Gschwörlpfleiderer in neunzehnter Generation…“

„… würden sich die Initiatoren weigern, die Hygieneauflagen einzuhalten. Nach ihrem Wissen würden in der Heiligen Schrift weder Mundschutz noch Handdesinfektion erwähnt, was für eine Verbindung des Virologen Christian Drosten zu den interstellar-gequantelten Satanisten des…“

„… es sich nur um eine symbolische Beisetzung des Grundgesetzes gehandelt habe. Eine Auferstehung der auf der Theresienwiese vergrabenen Verfassung könne innerhalb von drei Tagen erwartet werden, so dass nicht von einer mutwilligen Bodenverunreinigung im…“

„… die Bezeichnung von Merkel als ‚Judensau‘ und die Forderung, die Bundeskanzlerin ‚ins Gas zu prügeln‘, müssten nach Auskunft des LKA gerade im Zusammenhang mit dem Veranstaltungstermin kultursensibel relativiert werden dürfen. Einen Tag nach dem Reformationsfest dürfe die Tradition eines pogromorientierten Antisemitismus nicht aus der Öffentlichkeit ausgespart werden, um die ganze Bandbreite der deutschen Kirchengeschichte im…“

„… die Sperrung der islamischen Einrichtungen im Freistaat Bayern einschließlich sämtlicher Schneidereien, Taxiunternehmen und Arztpraxen ausreiche, um einer Beleidigung des christlichen Abendlandes durch feindliche Elemente im Keim zu…“





Kleine theologische Besteckkunde

1 11 2020

für Christian Morgenstern

Man weiß genau, dass hunderttausend sitzen
an Engeln auf den vielen Nadelspitzen.

Des Teufels aber sind auch spitze Listen,
so warnte man beim Speisen schon die Christen,

dass sie die Gabel mit den dünnen Zinken
nicht oben hielten: sollte Unheil winken.

Denn alle, die da Leichtsinn walten ließen,
warnt man, sie würden Engel gar aufspießen.

Man äße allgemein die Mahlzeit besser
und frömmer obendrein mit einem Messer.