Das muss mal zur Sprache kommen

4 08 2022

„Montag geht nicht. Montag ist ganz schlecht, da sind wir schon bei Drei gegen alle, Donnerstag wäre Ich habe recht!, und dann ist auch schon so ein Sommerinterview mit irgendeinem Grünen, dem müssen wir ideologisch motivierte Lügen vorhalten. Mittwoch wäre okay. Da kommt ein Spielfilm? Das ist mal wieder typisch für Ihren Staatssender, nichts darf man mehr sagen!

Herr Merz hat als wichtigster und führendster Politiker Deutschlands nun wirklich Besseres zu tun, als sich Ihre Programmvorschau durchzulesen, das ist Ihnen hoffentlich klar? Schließlich sind Sie bloß für die politische Propaganda zuständig, Volksaufklärung, wollte ich sagen, und worüber das Land aufgeklärt werden will, das lassen Sie mal unsere Sorge sein. Sie sollten sich mal lieber Gedanken machen, warum man in diesem Land so gegängelt wird und das Image von Politikern so mies ist. Das hat Herr Merz schon letzte Woche bei Jetzt rede ich gesagt, wenn Sie sich erinnern. Ich weiß, dass das nicht Ihr Sender ist, aber zu einer gesunden Medienvielfalt gehört nun mal, dass die Sender sich einig sind und nicht irgendwelche obskuren Sonderinteressen bedienen. Nehmen Sie sich gefälligst mal ein Beispiel an den anderen Sendern, die sind nämlich noch nicht so gleichgeschaltet wie Ihrer.

Ich möchte Sie nur an die letzte Sendung Das muss mal zur Sprache kommen erinnern, wo Sie ernsthaft behauptet haben, wenn die Mehrheit der deutschen Bevölkerung für ein Tempolimit ist, dann kann das Herr Merz nicht als Einschränkung der Freiheit bezeichnen. Sie sind hier nur der Redakteur, Sie haben die Sendung nicht moderiert, schon klar – um Ausflüchte sind Sie hier in dem kommunistischen Hetzkollektiv ja selten verlegen. Ist ja auch egal, jedenfalls steht es Ihnen einfach nicht an, die Meinung eines so großen deutschen Politikers der CDU, der nämlich fast Bundeskanzler geworden wäre, wenn nicht ein anderer Politiker die Wahl für die Union verloren hätte, als seine persönliche Ansicht zu kritisieren. Haben Sie eventuell mal nachgeschaut, welche Mehrheit sich da für das Tempolimit ausgesprochen hat? waren das möglicherweise Bevölkerungsteile ohne eigenes Auto? Haben da diese linksgrünen Lastenradfetischisten eventuell ein paar Scheinchen liegen lassen, dass Sie sich so rührend um die Abschaffung des Autoverkehrs kümmern? Die Mehrheit der Deutschen kann sogar für ein totales Tempolimit sein, deshalb hat Herr Merz trotzdem recht, weil er immer recht hat, und wer immer recht hat, der hat auch recht, wenn er darin eine Abschaffung der verfassungsmäßig garantierten Freiheiten sieht. Mit Logik haben Sie’s eher nicht so, oder!?

Doch, es ist eine Einschränkung der Meinungsfreiheit, wenn Herr Merz seine Ansichten nicht frei äußern darf! Neulich bei Wirtschaft im Blickpunkt, da war plötzlich das Thema nicht relevant, weil es da nur um Wirtschaft ging. Natürlich geht’s da um Wirtschaft, und zwar um die deutschen Autobauer, oder meinen Sie, die haben keine Absatzprobleme, wenn man hier nur noch mit Tempo 30 über die Autobahnen schleichen darf? Das ist strukturelle Diskriminierung, wenn Sie das mit Ihrem limitierten Intellekt kapieren sollten – man wird nicht gleich ausgeladen, weil man dem linksradikalen Publikum mit der Wahrheit nicht mehr zuzumuten ist, man wird für irrelevant erklärt, und das heißt doch, man wird gleich ganz aus dem Diskurs entfernt. Letztlich bedeutet das doch, dass Herr Merz recht hat, sonst würde man ihn eben nicht rausschmeißen!

Möchten Sie uns an dieser Stelle vielleicht noch ein paar Gedanken zum Thema Gendern mit auf den Weg geben? Kultur heute hatte ja angefragt, ob wir uns dazu äußern würden, aber das war eine Diskussion mit einer Wissenschaftlerin, und die reden ja sowieso Sachen, die man mit normaler deutscher Erziehung und gesundem Menschenverstand gar nicht versteht und auch gar nicht verstehen soll. Jedenfalls lassen wir uns da nicht von so einer woken Extremistin vorführen, die außer schwammigen Begrifflichkeiten aus der Soziologie nichts in der Hand hat und vom Sender bezahlt wird, um die Deutschen umzuerziehen. Da werden Sie halt dann auf die Stimme der Vernunft verzichten müssen, die fällt eben der Zensurkultur zum Opfer, oder kann man bei Ihrem Sender schon sagen: Zensurkult?

Sie hätten mal lieber die Sendung von Thema: Deutschland im Programm lassen sollen, statt die Debatte über Denken und Gesellschaft einfach abzusetzen. Dann wüssten jetzt nämlich Sie und die interessierte Bevölkerung, dass es nur zwei Geschlechter gibt! Das ist wissenschaftlicher Fakt, das wollen Sie nur unterdrücken!

Ich sehe das gerade, nächste Woche kommt Franz Hassberg schon aus der Sommerpause zurück? Vielen Dank, aber Herr Sarrazin hatte angefragt, ob er das übernehmen darf, und da wollen wir nicht dazwischengrätschen. So ein bisschen Meinungsvielfalt tut ja manchmal auch ganz gut.“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXXIV): Die Fluchtwilligen

22 07 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Üblicherweise und selten bestritten zählt die Menschheit zu ihren zivilisatorischen Leistungen, noch die entlegensten Winkel dieses Planeten besiedelt zu haben. Manches zeitigte Folgen, auf die wir besser verzichtet hätten, aber immerhin zog es Volksstämme auf schmalen Booten über den Pazifik, um sich auf winzigen Inseln inmitten der endlosen Weite niederzulassen, bis Generationen und Jahrhunderte später raffsüchtige Europäer auf dickbäuchigen Schiffen angesegelt kamen, um Gold und Sklaven zum Ruhme einer ausgedachten Figur mit weißem Bart zu ihren Königen zu schaffen. So viele Gründe, wie es geben mochte, seine Heimat unfreiwillig zu verlassen, so viele gab es schon, es freiwillig zu tun: um sich beruflich zu verändern, in einer inspirierenden Kultur zu leben, signifikanten Anderen zu folgen, vielleicht auch aus dem billigen Idealismus, das Gras jenseits des eigenen Zauns als grüner empfinden zu können. Letzteres lässt den durchschnittlichen Hohlschwätzer kalt, er droht nur mit der Auswanderung, warum auch immer.

Wenn wir tatsächlich unseren Strom nur noch aus erneuerbaren Energien beziehen, ein Grüner im Bundeskanzleramt sitzt, Tausende von Migranten mit anerkannten Bildungsabschlüssen bürgerliche Berufe ergreifen und eine allgemeine Impfpflicht beschlossen wird, dann greift der Blödföhn zum schärfsten Schwert, das er zur Rettung der Nation findet, und dräut mit mutigem Rückzug. Sicherlich, so sinniert der heroische Querkämmer, wird das ganze Volk greinend zu seinen Füßen liegen und ihn zum Bleiben bewegen – als sei ein sinkender Kahn ohne Ratten nicht mehr manövrierfähig. Was der Weichstapler allerdings in einem fernen Land will, wo er doch nur seine Heizung im Winter um ein, zwei Grad herunterdrehen müsste, um sich nicht als Klappskalli zu outen, das ist noch nicht bekannt.

Was im Frontallappen eines schnellverdeppten Denkschwächlers vor sich geht, wenn er bereits bei der angekündigten Maskenpflicht im Herbst mit Flucht droht, will man gar nicht wissen, nur: wohin, wenn nicht in eine gut organisierte Diktatur, in der die Sicherheitskräfte gerne den Schlagstock zücken, wenn man endlich mal seine Meinung frei äußern will oder ein bisschen verärgert ist, dass man auch da Masken tragen und eine Zwangsimpfung über sich ergehen lassen muss, wenngleich das mit der Heizung nicht so schlimm ist, weil es da eh keine gibt. Im bunt zusammengeschwiemelten Privatkino der intellektuellen Aufstocker scheint es für alle Länder dieser Erde sicher nichts Schöneres zu geben, als Spinner in ihrer Mitte aufzunehmen, die weder die Landessprache beherrschen noch eine nennenswerte Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, aber frohen Mutes sind, dass man sie mit genügend hohen Sozialleistungen durchfüttert und von ihnen keine Integrationsbemühungen verlangt. Dann ist sicher der Fabrikarbeiter aus Bad Gnirbtzschen, der diese böse Coronadiktatur zurücklässt, die die linksextremistischen Mainstreammedien erfunden haben, damit die Umvolkung schneller geht, als Hausmeistergehilfenstellvertreter in Gruslojansk seines Lebens wieder froh.

Wie jede Trotzreaktion fußt diese angedrohte Auswanderung aus Widerstand gegen die Realität auf dem kindischen Beharren, als besäße man ein natürliches Recht, die Mehrheit in Gesellschaft und Staatswesen zu überstimmen, um sich scheinbar in reiner Selbstbehauptung gegen den Rest der Welt stellen zu können und damit auch noch Erfolg zu haben. Es erinnert an den kreischenden Knaben auf dem Boden vor dem Süßigkeitenregal, nur viel unsinniger, denn manche Mutter schmeißt für die Blagen Bonbons in den Einkaufswagen, um ihre Ruhe zu haben und die öffentliche Peinlichkeit zu vermeiden, doch ist bislang kein Fall bekannt, in dem ein verschwörungsgläubiger Knalldepp durch Emigration in eine Bananenrepublik das deutsche Steuersystem beeinflusst hätte. Es entbehrt auch nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet die bewegungsunwilligsten Grützbeutel, die nicht mal über die von ihnen verteidigten Privilegien der meist männlichen, kartoffelweißen Mittelschicht verfügen, eine geradezu darwineske Leistung wie die Aufgabe ihrer gesamten Existenz in einer der sichersten, am reibungslosesten funktionierenden Demokratien mit relativ stabiler Wirtschaft und noch nicht akut lebensbedrohenden Folgen des Klimawandels ankündigen. Als würde es einen verhandlungsfähigen Bürger stören, wenn dieses Gelump sich zum Ableben in den Urwald verzöge.

Deshalb sollte es Konsens sein in unserem Staat, den Fluchtwilligen nicht den Weg zu versperren – den Rückweg durchaus, denn wer kann schon Gutes daran finden, den gescheiterten Parallelexistenzen schon wieder die Einbürgerung in der alten Heimat zu finanzieren, wenn es beim ersten Versuch schon nicht geklappt hat. Denn noch viel teurer, noch viel gefährlicher und unheilvoller für die Gesellschaft wäre es, diese kognitiv Verunfallten in die innere Emigration zu verlieren, wo sie sich mit allerlei Blendwerk in Reichsideologien niederlassen, um mit ihrer passiv-aggressive Persönlichkeitsstörung dem Rest der Bevölkerung auf die Plomben zu gehen. Dann lieber weg. Und tschüß.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCXXIII): Der neoliberale Freiheitsbegriff

15 07 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Einer der ersten muss Nggr gewesen sein, der mit der Abstimmung nicht einverstanden war. Er hatte sich an die Hauptfrauen seines Schwagers herangeschmissen, zweimal im Vollrausch auf das Feuer uriniert, die Speere der beiden besten Jäger mutwillig zerknickt, da sie die beiden besten Jäger waren, und nun wollten sie ihn nicht zum Chef der Sippe wählen, obwohl er der einzige überlebende Sohn seines Vaters war, warum auch immer. Ihm blieb nichts anderes übrig, als eigenmächtig die Regeln zu ändern, nach denen die Wahl auch dann rechtmäßig sei, wenn sie gar nicht stattgefunden habe. Er wurde ein Opfer der eigenen Hybris, mit wenig Prunk in einem Erdloch entsorgt, in dem auch die Abfälle der Gemeinschaft lagen. Nirgends wird heute noch seiner gedacht, erst recht nicht als eines frühen Märtyrers für den Freiheitsbegriff der neoklassischen Ideologie, der sich Begründungen nach Lust und Laune zurechtschwiemelt.

Dabei passen Neoliberalismus und Freiheit so gut zusammen wie der Atheismus zur katholischen Kirche – die Freiheit des Denkens ist bereits eine Zumutung für die Führungselite, wenn sie nicht ihr selbst vorbehalten bleibt, die Freiheit des Handelns ohnehin, weil sie die Gesellschaft und erst recht ihre Voraussetzungen verändern könnten. Für eine echte liberale Bewegung wäre dies die unerlässliche Voraussetzung, nicht aber für eine Marktsekte, die sich ihre Realität aus Schmierkäse schnitzt, um die Einschränkungen ihrer Macht zu verhindern. Das Kernargument sogenannter freiheitlicher Parteien, die Ablehnung ihrer Entscheidungen zu kritisieren, die erst nach dem Einzug in die Verantwortung getroffen werden, wenn das Wahlprogramm obsolet ist, es ist das Gewäsch von den angeblich bei allen auftretenden Positionen, die man als Wähler mit in Kauf nehmen muss, obwohl man sie nie unterstützt hätte. Dass diese Entscheidungen bald den größten Raum ihrer Politik einnehmen und sich gegen die gesamte Gesellschaft richten, ist kein Zufall. Es ist das Märchen von der Tyrannei der Mehrheit: wenn es für alle gut ist – soziale Sicherheit, kostengünstig organisierter ÖPNV, einkommensunabhängige Bildungschancen – muss es für die Elite schlecht sein und damit auch für die Gesamtheit, der man die Freiheit verbietet.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Faschismus, der seinen Machtanspruch wenigstens formal auf die Durchsetzung einer angeblich höherwertigen Gruppe gründet, negiert der Neoliberalismus die Bedeutung von Macht, erst recht ihres Missbrauchs, für die Bevölkerung, die ja nach seinem Modell als Ansammlung von Individuen selbst immer die Möglichkeit besitzt, sich zur Wehr zu setzen. Leider funktioniert ein Gemeinwesen nicht nach den Regeln des Marktes, auf dem alle Teilnehmer mit demselben Einfluss agieren. Weder Abhängigkeit und Sicherheiten spielen dabei eine Rolle noch Informationsvorsprünge oder schlicht das Wissen um die Risiken des eigenen Handelns, das für Konzerne nicht mehr existiert, weil sie sich bei Fehlentscheidungen von dem Staat entschädigen lassen, der laut politischer Theorie gar keine Berechtigung dazu hat, da dies eine Verzerrung des Marktes darstellte. Mit allerlei rhetorischem Tischfeuerwerk winden sich die Ideologen aus der Falle, als hätten sie den Stein erschaffen, den sie nicht heben können, um ihn dann selbstverständlich wegzuschmeißen. Die Quintessenz dessen ist reine Demokratieverachtung, nicht mit dem Endziel eines rein militärischen Führerstaates, sondern mit der Absicht, alle demokratischen Kräfte auszuschalten, die den wirtschaftlich-finanziellen Komplex in seinem Selbstzerstörungswahn hindern könnten. Um die demokratischen Prozesse zu torpedieren, benutzt der Neoliberalismus gewohnheitsmäßig die Rituale des Sparzwangs: für Arme ist kein Geld da, für Autofahrer schon, und wenn irgendein Experte sich mit Fantasiezahlen die Sache zurechtgerechnet hat, wird sie schon vernünftig sein.

Der Homo oeconomicus, die Wahnvorstellung der strikt nach dem Lustprinzip lebenden Schnösel, ist noch nirgends gesichtet worden. Auch dieser Pseudoadel, der größtenteils soziale Akzeptanz und Bindung sucht, nur eben als Mitesser am Arsch der Konzernleiter, er handelt selten rational und meist aus reiner Selbstüberschätzung. Dass das Überleben der Spezies von der sozialen Fairness abhängt, die uns von den Bäumen geholt, Städte ermöglicht und Kulturtechniken entwickelt hat, das streiten diese Aluhütchenspieler tapfer ab, da es ihre Lebenslüge enthüllt: Kooperation ist die Voraussetzung für Kooperation, wer nicht kooperieren will, muss mit dem Ergebnis leben. Und plärrt dann nach dem Helfer, dem er zuvor ins Gesicht gespuckt hatte.

So steht am Ende der Entwicklung eine Kaste asozialer Ichlinge, die längst nicht mehr aus reiner Gier handelt, sondern nur noch andere schädigt, damit sie selbst besser dasteht. Kurzstreckenflüge, Wasserverschwendung und den Infektionsschutz für Arbeitnehmer zusammenstreichen, das sind die Freiheiten, für die man andere ins Verderben schickt. Es gibt keinen Grund, dieses Gesindel mit Samthandschuhen anzufassen. Irgendwo ist immer eine Grube, wo das noch hineinpasst.





Wackelpudding

30 05 2022

„Sagen Sie mal, der Bundeskanzler – der ist doch katholisch, oder?“ „Wer, Scholz!?“ „Einen anderen haben wir ja leider nicht.“ „Wieso sollte der denn plötzlich katholisch sein?“ „Ich dachte, er hat nichts gemacht, und trotzdem sind die anderen schuld.“

„Bei aller Liebe, aber Sie haben wohl komplett vergessen, dass wir als internationaler Partner auch ein paar Verpflichtungen haben.“ „Da würde sich die katholische Kirche als Partner auch anbieten.“ „Wie kommen Sie denn auf diesen Unsinn?“ „Wo doch der Bundeskanzler auf einmal den Pazifismus für sich entdeckt.“ „Glauben Sie das wirklich?“ „Er ist sogar zu einer Diskussion bereit, ob man Gewalt wirklich mit Gewalt bekämpfen darf.“ „Erstens ist das eine durchaus legitime Frage…“ „Ich erinnere mich gut, das wollten sie schon damals wissen, als ich verweigert habe.“ „… und zweitens muss man angesichts eines völkerrechtswidrigen Krieges auch die Zukunft im Auge behalten.“ „Sie meinen die Wiederwahl von Scholz.“ „Entschuldigen Sie mal, was hat das denn damit zu tun?“ „Der Rest von ihm dürfte inzwischen doch Vergangenheit sein.“

„Machen Sie sich mal klar, welche historische Verantwortung wir als Deutsche haben.“ „Ja, Sie haben recht – wenn die Alliierten Hitler seinerzeit nicht mit einer klaren Exit-Strategie dazu gebracht hätten, den Krieg selbstkritisch zu überdenken, wäre Deutschland viel länger von den einseitigen Sanktionsmaßnahmen der zivilisierten Welt in eine schwierige wirtschaftliche Situation gedrängt worden, die am Ende noch viel mehr zivile Opfer gefordert hätte.“ „Abgesehen von Ihrem Zynismus ist das falsch.“ „Ja, da haben Sie recht.“ „Woher plötzlicher dieser Meinungsumschwung?“ „Hitler lieferte kein Öl und hatte andere Pläne für das Gas.“ „Sie sind…“ „Außerdem musste er sich um seine Wiederwahl keine Sorgen machen.“

„Gestatten Sie mir eine Frage: wissen Sie, was der Gewaltbegriff bedeutet?“ „Gegenfrage: wissen Sie, was ein Wackelpudding ist?“ „Das hat doch damit nichts zu tun!“ „Ich sehe, Sie haben es verstanden.“ „Was denn!?“ „Dass der Inhalt irgendwie immer gleich ist, aber die Form ändert sich ständig.“ „Was hat das denn nun wieder mit dem Bundeskanzler zu tun?“ „Das fragen sich nicht nur Sie, abgesehen von Scholz.“ „Also ich weiß immer noch nicht, worauf Sie hinauswollen.“ „Was macht ein Pudding, wenn man ihn anfasst?“ „Meine Güte, wackeln halt – das ist schließlich seine Art.“ „Und wenn er nicht vom Teller fällt, nennt man das einen Standpunkt?“ „Was wollen Sie mir mit dem ganzen Gerede denn sagen?“ „Fragen Sie das doch lieber den Bundeskanzler.“

„Ich möchte mal Sie in dieser Verantwortung sehen.“ „Abgesehen davon, dass ich in dieses Amt nicht gewählt wurde, würde ich gerne sehen, dass der Bundeskanzler da wäre.“ „Bisher haben wir nur eine enorme Preissteigerung an Lebensmitteln zu verzeichnen, das kann aber schlimmer werden.“ „Deshalb auch die Benzinsubventionierungen, die direkt in die Taschen der Ölkonzerne fließen.“ „Das war die FDP.“ „Wenn Scholz nur jemanden in der Bundesregierung kennen würde, der die politische Richtlinienkompetenz hat.“ „Sie können den Kanzler nur für das verantwortlich machen, was er macht.“ „Also macht er vorsichtshalber gar nichts?“

„Als Regierungschef ist es übrigens auch seine Aufgabe, die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr zu erhalten.“ „Das sind die Soldaten, die den Feind so lange an der Grenze aufhalten, bis richtiges Militär kommt?“ „Deutschland kann gerade aus seiner geschichtlichen Verpflichtung heraus nicht einfach an solchen militärischen Operationen teilnehmen.“ „Die Zweifel sind der letzten SPD-Regierung ja nicht so schnell gekommen.“ „Das war historisch eine ganz andere Dimension.“ „Richtig, da wurden wir direkt angegriffen, wenn ich das korrekt in Erinnerung habe.“ „Sollen wir Ihrer Meinung nach auf den Dialog verzichten, nur weil wir den Krieg völkerrechtlich vollkommen ablehnen?“ „Wie viel von diesem Sondervermögen sind eigentlich für Blumenarrangements vorgesehen?“ „Wollen Sie sich über mich lustig machen?“ „Wieso, wer hat denn damit angefangen?“ „Wir können im Rahmen unserer Bündnisverpflichtungen nicht einfach so ausscheren!“ „Wenn Scholz entdeckt, dass wir in der NATO sind und dass es sich dabei um ein Militärbündnis handelt, mit Waffen, Soldaten und dem ganzen Kram, dann sind wir geliefert.“

„Das ist wieder so typisch an rechten Vögeln wie Ihnen: keine konstruktive Kritik, nur Gemoser.“ „Ich bin nicht rechts, sonst hätte ich ihn ja selbst gewählt.“ „Also das ist jetzt ein sehr weites Feld.“ „Angesichts dieser Erinnerungslücken habe ich so meine Zweifel, ob Scholz überhaupt in der Lage ist, dieses Amt auszuüben.“ „Jetzt kommen Sie wieder mit diesen Finanzgeschichten.“ „Mich würde in dem Zusammenhang eher interessieren, ob er die Massaker an der Zivilbevölkerung, an Frauen und Kindern nicht mitbekommen oder nur verdrängt hat.“ „Was hat das mit diesen Finanzgeschichten zu tun.“ „Es würde zumindest erklären, ob Scholz nur ein gewohnheitsmäßig Lügner ist, der seinen Arsch retten will, oder ob wir tatsächlich schon mit den ersten Anzeichen einer Demenz rechnen können.“

„Ich verstehe Sie nicht – wie können wir denn in dieser Situation einen Kriegseintritt von Scholz verlangen?“ „Das heißt, wir sollen jetzt so schnell wie möglich aus der NATO austreten?“ „Was soll denn das bringen?“ „Stellen Sie sich mal vor, Putin überfällt als nächstes Polen und dann uns – da wären wir aber fein raus, wenn wir keine Waffen mehr von den Bündnispartnern bekämen, weil wir doch sonst mit Gewalt…“





Doppelt halb so schlimm

16 05 2022

„Natürlich kam das für uns alle total überraschend. Dass wir Probleme mit der Polizei haben, das war uns ja allen mehr oder weniger klar, nachdem der vorige Bundesinnenminister das trotz gerichtsfester Beweise als linke Hetzpropaganda bezeichnet hatte. Aber dass es jetzt tatsächlich so viel ist, wie seine Kritiker ihm immer vorgeworfen haben, das konnte ja keiner wissen.

Zehnmal mehr rechtsextremistische Polizisten, als wir bisher abgestritten haben, das ist natürlich ein echter Hammer. Und das kommt alles davon, dass der Verfassungsschutz endlich mal die nötige Arbeit bei der Aufklärung geleistet hat. Jetzt haben wir verlässliche Zahlen, mit denen wir nicht nur umgehen können, wir können auch viel schneller gegen potenzielle Straftäter vorgehen, wenn es eine tatsächliche Straftat gegeben haben sollte.

Sie müssen aber auch mal die Relationen sehen. Wissen Sie eigentlich, wie viele Polizisten es in der Bundesrepublik Deutschland gibt? Dann müssen Sie die Anzahl der möglicherweise nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehenden Beamten auch mal an dieser Menge messen, sonst entsteht hier leicht ein vollkommen verzerrtes Bild, und das will ja wohl auch keiner. Natürlich ist die Vorstellung nicht schön, dass man bei einer Kontrolle auf einen Nazi in Uniform trifft, aber wenn Sie beispielsweise in eine S-Bahn einsteigen, wissen Sie da immer, wer welche politische Gesinnung hat? Oder welche Vorstrafen?

Wenn Sie das ins richtige Verhältnis setzen, wird auch schnell klar, dass zum Beispiel diese Riesenmenge an Munition und Kriegswaffen, die von der Bundeswehr gestohlen wurde, auf viel mehr Einzelfälle verteilt werden muss. Das heißt, dass jetzt die Menge an Waffen, die jeder einzelne Soldat entwendet hat, nur noch zehn Prozent der vorherigen Mutmaßung beträgt. Das sind insgesamt neunzig Prozent weniger im Durchschnitt, und das sollten wir im Lichte dieser neuen Aufklärung als sehr gutes Zeichen verstehen.

Und es ist ja kein Anstieg, das muss man auch immer wieder betonen – es handelt sich vielmehr um die konsequente Aufklärung des sogenannten Dunkelfeldes, das heißt, nicht die Kriminalität in Polizei und Armee hat zugenommen, sondern die Arbeit unserer Bundesbehörden hat sich um ein Vielfaches verbessert. Von einem Rechtsruck kann also gar keine Rede sein, weil sich die Faktenlage ja nicht geändert hat. Und wenn das Bundesamt für Verfassungsschutz eine erheblich bessere Arbeit abliefert, dann sollte man das zu schätzen wissen.

Kommen Sie mir jetzt nicht schon wieder mit den üblichen Formulierungen wie ‚auf dem rechten Auge blind‘, davon wird es ja auch nicht besser. Fakt ist, dass die Untersuchungen jetzt ein sehr viel differenzierteres Bild zeigen, und wenn Ihnen nur einfällt, dass der Verfassungsschutz da ja vielleicht auch früher mal hätte herausfinden können, dann frage ich Sie: wie denn? Vielleicht haben wir ja in der letzten Zeit erst die richtigen Methoden für so eine Studie entwickelt, vielleicht trauen sich die Beamten ja auch jetzt erst, über ihre politischen Ansichten zu sprechen, wo allgemein bekannt ist, dass eine nationalsozialistische Ideologie in der Polizei einen nicht automatisch stigmatisiert. Die Polizei und die Bundeswehr sind ja Spiegelbilder der Gesellschaft, also muss man diese Menschen auch ein Stück weit integrieren, meinen Sie nicht?

Und ich möchte darauf hinweisen, dass es sich zum jetzigen Zeitpunkt ja immer noch um reine Verdachtsfälle handelt. Möglicherweise sind das nur Missverständnisse, unter Umständen haben wir auch in den Chatgruppen viele Mitglieder, die nur ab und zu mal mitlesen, wenn andere rassistische Witze machen oder den Holocaust leugnen – man muss eben im Zweifel auch für den Angeklagten sein, auch wenn das gerade Polizisten gar nicht so gerne hören, weil ihre kriminalistische Erfahrung ja gerade das oft nicht hergibt. Am Ende haben wir sehr viel weniger Nazis in der Polizei als AfD-Wähler in der Bevölkerung, dann wäre die Relation sogar umgekehrt proportional, und das wäre echt doppelt halb so schlimm.

Wenn Sie jetzt noch berücksichtigen, dass unter diesen Rechtsextremisten auch solche sind, die als Kontaktpersonen zu einschlägig bekannten Nazis in teilweise terroristisch orientierten Netzwerken enttarnt wurde, dann relativiert sich das nochmals. Diese Neonazis waren uns ja schon bekannt, dass die Netzwerke unterhalten, wusste jeder, und dass sich da keine Demokraten tummeln, das kann man keinem weismachen. Also war das Ausmaß schon bekannt, wir hatten nur nicht genau gewusst, wie viele Polizisten sich unter Extremisten befinden. Da sind jetzt sämtliche Kontakte offengelegt worden, in rechtsextreme Parteien, zu Hooligans, zu anderen Sicherheitsbehörden, zu Reichsideologen – dass die auch zu anderen Sicherheitsbehörden Kontakt haben, das ist doch ein gutes Zeichen, das erwartet man ja von der Polizei. Stellen Sie sich mal vor, im Verfassungsschutz gäbe es keinen, der schon mal einen Nazi gesehen hat. Wie soll man denn dann die rechte Szene beobachten?

In einem hatte der vorige Bundesinnenminister nämlich recht: wir haben kein strukturelles Problem mit Rechtsextremismus in den Sicherheitsbehörden. Es handelt sich möglicherweise um zu viele Nazis, aber die Strukturen sind ja nicht radikal oder gar extremistisch. Und mal ganz ehrlich, Sie und ich, wir sind beide richtige Deutsche, wir sind beide weiß, zumindest ich bin nicht jüdisch versippt oder sonst irgendwie fremdrassig – wovor sollten wir denn bitte Angst haben?“





Arish

27 04 2022

„Haben Sie Ihr Attest dabei? Wir brauchen schon den Nachweis, dass Sie ungeimpft sind, sonst kann es unter Umständen zu Zwischenfällen kommen, das werden Sie sicher verstehen. Ein bisschen muss man auch als Querdenker für seine Sicherheit tun.

Haben Sie denn gut hergefunden? Das freut mich, dass Sie ein Navigationsgerät hatten. Nein, nicht: haben, Sie hatten das. Damit so ein Ding funktioniert, braucht man eine Reihe geostationärer Satelliten, die es ja gemäß Ihrer Überzeugung gar nicht geben kann, weil die Erde eine flache Scheibe ist. Und die Funksignale können Sie nicht mit dem Gerät empfangen, das ist Ihnen ja jetzt auch klar. Aber machen Sie sich keine Sorgen, hier brauchen Sie das gar nicht. Es ist alles gut ausgeschildert, Sie müssen eigentlich nur den einsprachigen Hinweisen folgen. So ein Auto brauchen Sie nur draußen, und da sich unsere Mitglieder überwiegend als stark technikfeindlich bezeichnen, nehmen wir Ihnen das auch ab. Doch, bei uns gilt Mehrheitenschutz. Das ist in Ihren Augen sicher die richtige Interpretation von Basisdemokratie, oder?

Das ist überhaupt nicht ideologisch gemeint, ich bitte Sie – selbstverständlich können Sie hier mit dem Fahrrad verkehren. So eine Kraftübertragung per Tretkurbel ist eigentlich Wissenschaft, aber das wollen wir mal nicht so eng sehen. Außerdem ist das hier eine diktaturfreie Zone, so wie Sie sich das beispielsweise von Russland gewünscht haben. Wir bestimmen, was hier gemacht wird, und wenn wir sagen, das hier ist keine Diktatur, ist das auch keine.

Elektrogeräte? gehen wir doch mal logisch an die Sache heran. Kann man diesen elektrischen Strom sehen? Also ich kann das nicht. Natürlich bewegt sich so ein Elektromotor, aber können wir ausschließen, dass es sich dabei um eine von den Eliten ausgehende Verschwörung handelt? Denken Sie mal nach, wem gehören denn die Fabriken und die Konzerne, in denen die solche Elektromotoren herstellen? Motoren, selbstverständlich – aber ist es wirklich so, dass die sich durch elektrischen Strom bewegen und nicht nur mit elektrischem Strom? Sie müssen das mal ganz genau überlegen, eigentlich ist das doch gar nicht nachweisbar. Wenn Sie ein Kabel in die Hand nehmen, und da fließt dieser elektrische Strom durch, dann können ja nur Sie selbst sagen, dass Sie etwas merken. Meinen Sie nicht, dass das genau so von denen geplant wurde, dass man dieses subjektive Gefühl von elektrischem Strom überhaupt nicht messen kann? Das ist eine nur zu diesem Zweck erfundene Technologie, die eigentlich gar nicht existiert. Und wenn die wirklich existieren würde, dann müssten ja alle sterben, die einmal unter Strom gesetzt wurden, weil man ja mit einfachen wissenschaftlichen Methoden nachweisen kann, dass elektrischer Strom tödlich ist. Deshalb muss der auch für alle verboten werden.

Wieso Unsinn? bei Impfungen ist das doch auch so, oder wollen Sie das etwa bestreiten?

Außerdem können Sie Ihren Fernseher gleich vor dem Tor lassen, den brauchen Sie hier auch nicht. Ja, weil er einen Stecker hat, gut mitgedacht. Aber das ist auch wegen der Lügenmedien, die wir hier nicht wollen. Das hat nichts mit Diktatur zu tun, schließlich wollen wir das ja alle nicht – sind Sie jetzt doch nicht mehr für Mehrheitenschutz? Das ist unsere Definition von Demokratie, wenn Sie sich damit nicht abfinden können, dann haben wir kein Problem damit, dass Sie uns verlassen. Das ist ja eine freie Gemeinschaft hier, deshalb nehmen wir uns auch die Freiheit, jeden rauszuschmeißen, der uns nicht passt.

Sie haben doch sicher auch Verständnis, dass wir Ihre mitgeführten Medikamente gründlich unter die Lupe nehmen. Es mag ja sein, dass Sie von den Kopfschmerztabletten keine bleibenden Schäden haben, aber Sie sollten sich nur einmal diese Liste anschauen. Lauter Nebenwirkungen. Nach einer für uns vernünftigen Logik, die Sie auch erst zu uns in diese Gemeinschaft geführt hat, sollten Sie wissen, dass das Chemikalien eines Industriekonglomerats sind, das weltweit nach denselben Geheimnissen arbeitet und sicher nur eins im Sinn haben kann: mit millionenfachem Leiden und Tod unschuldiger Menschen an diesen sogenannten Nebenwirkungen riesige Summen zu verdienen, und das im vollen Einverständnis mit den diktatorischen Systemen, die Arzneimittel offiziell zulassen und als harmlos deklarieren, um durch Umsatzsteuern daran ihren Anteil abzukriegen. Zusätzlich reglementieren diese Staaten auch die Ärzteausbildung, so dass keiner nach dem millionenfachen Tod von Menschen in Kliniken, Krankenhäusern und Hospitalen tödliche Medikamente wird nachweisen können. Ich möchte Sie nicht beleidigen, aber wenn Sie sowieso schon in Besitz eines Fernsehers sind, liegt es doch nah, dass Sie bisher ausschließlich der Feindpropaganda aufgesessen sind und gar nicht wirklich wissen, wie Sie von der linksfaschistischen Merkeldemokratur in ein dummes Schlafschaf verwandelt wurden?

Sie wollten zu den Arish People, jetzt passen Sie sich hier auch an, sonst können Sie gleich wieder gehen. Dass Sie als rassereine Weiße mit deutscher DNA aufgenommen wurden, sollte Ihnen doch zu denken geben, oder nicht? Hier hält man sich an die Regeln, hinterfragt sie nicht, und es gibt auch keine Diskussionen, warum das so ist. Wenn Sie alles das rückhaltlos unterstützen, was wir für Sie viel besser wissen, als Sie das jemals besser wissen könnten, dann sind Sie hier richtig. Im Lager und in unserer angeschlossenen Kampfgruppe, die uns vor dem Volkstod schützt.

Sagen Sie mal, ist das ein Smartphone? Haben Sie da etwa 5G eingeschleppt!?“





Kammerflimmern

18 04 2022

„… aus seinem Haus entführt hätten. Die aus der rechtsextremistischen Szene in Rheinland-Pfalz Niedersachsen und Brandenburg stammenden Querdenker würden Lauterbach an einem geheimen Ort gefangen halten, da er im Auftrag der Zionistischen Weltregierung das…“

„… zwar im März von Beamten des BKA festgenommen, aber wegen wirrer Aussagen über einen unmittelbar bevorstehenden Bürgerkrieg sofort in eine psychiatrische Klinik verbracht worden seien. Der Generalbundesanwalt rechne mit schweren staatsgefährdenden Straftaten aus der…“

„… eine erste Spur verfolge. Unbekannte hätten bereits in der Nacht mehrere Verkehrsschilder in Pattensen übermalt, um ein Verkehrschaos auf der Bundesstraße 3 zu erzeugen. Da es keinen Hinweis auf die Täter gebe, müsse das LKA Niedersachsen die Sachbeschädigung zunächst als linken Terror werten, da sie nur wenige Wochen vor dem 1. Mai und im Zusammenhang mit Autos in der…“

„… auch vom Bundesinnenministerium geteilt werde. Faeser habe dazu aufgerufen, Anschläge mit Sprengstoff oder kleinen Atombomben auch schon vor der Durchführung der Polizei zu melden, da sich die derzeitige Unterbesetzung der Dienststellen sehr negativ auf die Ermittlungen des…“

„… mit Kammerflimmern in eine Klinik geflogen worden sei. Der in rechtsradikalen Kreisen bekannte Gymnasiallehrer Jens T. habe mit einer Gruppe maskierter Männer eine Befreiungsaktion in einem Transformatorenhäuschen in Mertloch durchführen wollen, sei jedoch wegen mangelnder Schutzkleidung durch einen Lichtbogen von…“

„… werde das Kommando Lutz Bachmann zu gegebener Zeit ein Lebenszeichen von Lauterbach senden. Zuvor wolle der Kommandant eine Zahlung von 500 Milliarden Euro auf seinem Konto bei der Stadtsparkasse Koblenz abwarten, das er für die weitere Führung der Geschäfte der Reichsregierung im…“

„… kritisiere Precht, dass die Regierung den besorgten Bürgern weite Teile ihrer Forderungen nach dem Ende der Pandemie oder die strukturelle Unterdrückung vulnerabler Gruppen erfülle, ihren eigentlichen Wunsch nach einer gewaltsamen Errichtung eines völkischen Staates verweigere. Er halte einen gesellschaftlichen Frieden für möglich, wenn der Staat sich ergebe, da so die Aggression der Institutionen gegen den…“

„… nicht gefährdet sei und sämtliche Aufgaben weiterhin wahrnehmen könne. Ministerien von Bund und Ländern könnten die Abwesenheit des Chefs für gut vier Wochen, vor der Bundestagswahl sogar für bis zu…“

„… habe Reichskanzler Günther B. den Befehl zur standrechtlichen Erschießung von Weidel gegeben, da diese sich nach Bekanntwerden der Absetzung der Regierung zur Reichskanzlerin habe ausrufen lassen. Der Anlagenmechaniker aus Celle betrachte sich als einzig legitimen Nachfolger von Kevin P., der seinerseits Reichskanzler statt des Oberregierungsrates a.D. Adolf K. aus…“

„… für echt halte. Das dem BKA vorliegende Schreiben der Völkischen Bewegung Vechta bezichtige die Bundesregierung, Güter wie Öl und Mehl aus dem Verkehr gezogen zu haben, um die Vorbereitungen zum Umsturz für das deutsche Volk zu erschweren. Über den Inhalt gebe es noch keine Erkenntnisse, da sich der als Drahtzieher der Warenknappheit bezichtigte Minister Lauterbach noch immer nicht im…“

„… schon vor Wochen gewarnt habe, dass es aus der Querdenkerszene zu Anschlägen kommen werde. Da es im Bundesinnenministerium jedoch kein eigenes Referat für diese Gruppierung gebe, könne eine Risikobewertung der aktuellen Lage erst vorgenommen werden, wenn wirklich Personen oder Sachen zu Schaden gekommen seien, da sich auch die juristische Bewertung erst aus dem…“

„… sich der Verdacht nicht erhärtet habe, dass das Berliner Trinkwasser von Rechtsterroristen mit Drogen angereichert worden sei. Die Berliner Wasserbetriebe hätten einen leicht erhöhten Wert bei Kokain und MDMA festgestellt, dieser sei aber noch im Rahmen der üblichen Messwerte in der…“

„… gehe die Bundesanwaltschaft derzeit nicht von einer erhöhten Gefahr für die Mitglieder der Bundesregierung aus. Es seien seit den PEGIDA-Demonstrationen immer wieder Galgen für Politiker gezeigt worden, ohne dass dies zu Straftaten zum Nachteil konkreter Personen geführt habe, so dass es derzeit keine…“

„… fordere Lindner ein Notstromsystem für Tankstellen. Bei einem flächendeckenden Ausfall der Elektrizitätsversorgung könnten unschuldige Autofahrer nicht mehr mit dem subventionierten Kraftstoff versorgt werden, was die Anstrengungen der FDP komplett torpediere. Ein Sondervermögen von sechs Milliarden Euro für diese flankierende Maßnahme sei alternativlos, wenn man nicht die…“

„… werde Buschmann ein handwerklich sehr gut gemachtes Gesetz vorlegen, das Datenschutz für Benutzer von Messengerdiensten und das Aufklärungsinteresse der Ermittlungsbehörden in einer vernünftigen Balance hält, die auch die Freiheit der Menschen in ausreichendem Maße…“

„… in einem Schreibwarenladen in Mitte erkannt habe. Lauterbach sei von zwei Personen im Regierungsviertel angesprochen worden, die ihn auf die Rückbank eines Kraftfahrzeugs genötigt hätten. Er sei an der anderen Seite wieder ausgestiegen, ohne dass dies bemerkt worden sei, und habe in den folgenden Stunden Termine wahrgenommen, ohne dazwischen die Nachrichten im…“





Absatzbewegungen

9 03 2022

„… die Klage der Alternative für Deutschland abgewiesen habe. Damit sei die Beobachtung der Gesamtpartei durch den Verfassungsschutz nun…“

„… von jüdischem Zersetzungsgeist gesteuerte Meute, die das gesunde Volksempfinden wegen Schändung der arischen Rassegemeinschaft im KZ entsorgen werde. Weidel lehne das Urteil ab und…“

„… für die Partei insgesamt sehr überraschend gekommen sei. Chrupalla habe in einem Gespräch mit der deutschen Presse zugegeben, dass er bereits seit mehreren Tagen keine Nachrichten mehr aus dem Kreml bekommen habe, um sich auf diese Entwicklung angemessen vorzubereiten und die…“

„… es ausreichende tatsächliche Anhaltspunkte für verfassungsfeindliche Bestrebungen innerhalb der Partei gebe. Gauland weise die Anschuldigung mit Empörung zurück, es gebe seiner Ansicht nach überhaupt keine Verfassung, weshalb es auch keine verfassungsfeindlichen…“

„… die Existenz des völkischen Flügels nicht mehr nachweisen könne. Höcke verweise darauf, dass dieser innerparteiliche Organisation sich in der Nachfolge der NSDAP befunden habe und folglich nach 1945 gar nicht mehr im…“

„… nun auch zahlreiche Beamte wie Lehrer oder Polizisten nicht mehr offen zu ihrer politischen Gesinnung stehen dürften. Höcke sehe dies als grobe Verletzung der Meinungsfreiheit und werde sich in Karlsruhe mit dem…“

„… die Suche nach einem Schuldigen bereits begonnen habe. Weidel sehe Chrupalla als nicht ganz unschuldig, da er seine Rolle an geistig nicht gesegneter Hampelmann nicht nur überzeugend gespielt, sondern auch aus seiner eigenen…“

„… von einem dunklen Tag für die Demokratie in Deutschland gesprochen habe. Wendt fürchte, dass bald offen nationalsozialistische Polizisten für offen nationalsozialistische Demonstranten keine offen nationalsozialistischen Kundgebungen mehr anmelden und durchführen dürften, was zu einer linksextremistischen Diktatur führen werde, in der niemand mehr für Frieden, Freiheit und…“

„… auch auf positive Resonanz gestoßen sei. Meuthen werde die schriftliche Begründung des Urteils abwarten. Er erwarte keine konstruktiven Beiträge aus den Reihen seiner ehemaligen Partei, da dort keiner mehr in der Lage sei, Schriftsätze von mehr als einer Seite Länge inhaltlich zu…“

„… auch Steinbach sich wieder von der AfD distanziert habe. Wenn es dort keine Millionen für einige ihrer privaten Projekte gebe, dann werde sie sich mittelfristig wieder in die CDU integrieren, die auch einen sehr angenehmen rassistischen und wirtschaftsliberalen Kurs in den…“

„… sich von Storch festgelegt habe, dass die deutsche Siegerjustiz ein von der Reichsregierung nicht anerkanntes Feindstrafrechtsgesetzbuch zur Urteilsfindung vorgelegt bekommen habe, das von den Reichsbürgern nicht anerkannt werden müsse. Sie wolle schnellstmöglich den Angriff der Russen gegen die Alliierten, die auf deutschem Boden die erneute Kapitulation des…“

„… sehe die Parteiführung ein Problem, bei dem die meisten Mitglieder des rechten Teils der AfD nicht mitgehen würden. Da man das Urteil komplett durch alle Instanzen anfechten werde, müsse man damit auch die Zuständigkeit der Gerichte und somit des Staates anerkennen, was bei vielen Volksdeutschen für erhebliches…“

„… verwahre sich Chrupalla strikt gegen die Beschuldigungen. Bei ihm habe das Finanzgebaren von Weidel immer schon den Verdacht genährt, dass diese sich als linksfaschistischer Maulwurf in die Partei der…“

„… es innerhalb der Polizei, aber auch in der Bundeswehr zu unerwarteten Absatzbewegungen kommen könne, die auch durch eine allgemeine Dienstpflicht nicht mehr in den…“

„… offen von einer Volksverhetzung spreche. Gauland mache der deutschen Justiz den Vorwurf, sie wolle die Partei jagen, was eine moralisch total widerwärtige Gesinnung aller…“

„… auch große Hoffnungen hege, dass die AfD vor allem in den ostdeutschen Bundesländern nicht mehr gewählt werde, obwohl sie eine faschistische Partei sei, die den Nationalsozialismus wieder als Doktrin einer Militärdiktatur gewaltsam einführen wolle, sondern weil sie eine faschistische Partei sei, die den Nationalsozialismus wieder als…“

„… keine einheitliche Meinung sehe. Das Urteil lasse die Möglichkeit offen, ob sich bei einem Richtungsstreit innerhalb der Partei letztlich die verfassungsfeindlichen Bestrebungen durchsetzen würden. Nach Chrupallas Ansicht müsse man diese Auseinandersetzung aber erst abwarten. Sei eine Abschaffung des Staates erfolglos, müsse die AfD weiter als rechtsstaatlich betrachtet werden, könne sie aber die BRD GmbH abschaffen, dann sei das Urteil des Kölner Gerichtes eh für die…“

„… die finanzielle Rettung der Partei bedeute. Weidel habe in einem Hintergrundgespräch die Möglichkeit erörtert, dass die Führungsriege der AfD sich geschlossen als V-Leute anwerben lasse, um über eine ausreichendes Einkommen neben den parlamentarischen Ämtern zu verfügen, dabei aber Erkenntnisse dem Verfassungsschutz nur in…“

„… behalte sich die Partei im Gegenzug auch eine Beobachtung des Verfassungsschutzes vor. Es könne aktuell aber nicht geklärt werden, wer für diese Aufgabe geeignet sei und ob das Ziel der AfD, den Staat und seine Organe abzuschaffen, überhaupt vereinbar sei mit diesem doch sehr…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCIV): Die Overton-Spirale

4 03 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Die Kriegsvorbereitungen der antiken Epoche waren dem heutigen Vorgehen nicht unähnlich. In der Propaganda wurden dieselben hohlen Phrasen gedroschen, die Gegner als moralisch minderwertig und schwach, aber immer noch aggressiv genug zur Vernichtung des eigenen Gemeinwesens bezeichnet und mit allerlei Schimpf beschmiert: Langnasen, Schwarzfüße, Stotterer, Weiberknechte, Anbeter der zwar vor einigen Jahrzehnten auch im eigenen Staat verehrten Gottheit, die jetzt aber durch dynastische Verschiebungen nicht mehr statthaft ist. Schritt für Schritt wiegelte man das eigene Volk auf, heizte die Stimmung an, bis der präventive Schlag gegen die verhassten Feinde alternativlos schien. Man kennt diese Maschinerie aus der Fortsetzung der PR mit anderen Mitteln, und wie das Overton-Fenster dient sie zunächst der schleichenden Veränderung des Diskurses. Hat man zunächst das Brudervolk, das als eigene Nation lebte, schlechter Nachbarschaft geziehen, galt es irgendwann als normal, ihnen die Aushöhlung der eigenen staatlichen Souveränität durch pure Existenz vorzuwerfen. Eines Tages wird der Machthaber verkünden, jenseits der Grenze würde die durchschnittliche Bevölkerung Kinder zum Frühstück verspeisen. Die Brüllaffen fühlen sich bestätigt, der Krieg bricht los. Was aber jüngst in vermeintlich diktatorischen Zeiten, fernab von militärischem Vorgehen und Diktatur, in denen nur ein paar billige Dinger vom Aufmerksamkeitsstrich den Bürgerkrieg herbeijodeln wollen, weil sich ihre überflüssige Restexistenz gerade im Selbstmitleid ertränkt hat, die Erkenntnis deformieren soll, ist so subjektiv lächerlich wie objektiv infam.

Die Philosophie des Geistes setzt dummerweise Geist voraus. Das hatte sich in den Niederungen des Kommentariats eh nie herumgesprochen, weshalb die Pyromantiker sich nun am eigenen Feuer die Klöten verkokeln. Kaum noch ein Kolumnist, der in Erwartung des kommenden Rechtsrucks – der aller Paradoxie nach ja im herrschenden linksextremen Mainstream löckt – heiter den Holocaust relativiert, Hakenkreuze als deutsches Volksgut verteidigt oder sich solidarisch mit Hirnschadensympathisanten zeigt, die die Regierung vor den Internationalen Strafgerichtshof zerren wollen, ohne dass einer von den anderen angestachelt die Schraube immer noch weiter dreht, damit noch der letzte Idiot merkt, dass hier der Nachtfrost bleibenden Spuren hinterlassen hat. Natürlich haben sie das alles nicht so gewollt und nicht so gemeint, geben den anderen die Schuld an der notwendigen Selbstviktimisierung, ohne die sie in Stumpfstullenkreisen gar nicht mehr als die Speerspitze der degenerierten Arschgeigen gelten, und nässen sich die Alte-weiße-Männer-Windel ein, ohne die sie ihre tägliche Absonderung nicht für die Nachwelt erhalten würden.

Im Gegensatz zu den hysterischen Knalltüten, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit plärren, dies und das dürfe man ja nicht mehr sagen – was sie dann im Regelfall sagen und dabei sich selbst Lügen strafen – bereitet die Spirale des Schreiens zielgerichtet die Ausweitung der Kampfzone vor, zunächst nur verbal, aber wer die Mentalität rechter Intensivtäter kennt, der weiß, dass das nur eine Art präventiver Feuerschutz ist, sobald die Brandsätze auch real fliegen. Beachtung um jeden Preis ist die Währung, für die diese Blödföhne die zu Wortkotze geronnene Denkschwächelei in Fachperiodika für soziokulturelle Exklusion schwiemeln, damit ihre schenkelklopfenden Schnackbratzen schnell etwas zum Verdauen haben. Wo die Reizüberflutung eh schon die gängigen Einfallstore der Beklopptheit verstopft, müssen die Einschläge härter werden, und schon befinden wir uns in einem Rattenrennen um die absurdeste Stellungnahme zur eigenen Komplettverdeppung. Wir nehmen derlei Schmutz noch ernst, indem wie das Gejammer nach dem Rauswurf aus der Redaktion tatsächlich als Cancel Culture aufwerten, statt den Wunsch nach brauner Nestwärme im Lager der Kackbratzen zu erkennen.

Zur Verteidigung werden Wassersuppenkasper wie die Gewohnheitsskribenten anführen, sie seien ja nur Sprachrohre der Faschisten und würde mit ein paar provokanten Thesen für frischen Wind in der öffentlichen Debatte sorgen. Wonach die Abluft aber stinkt, merkt man schnell, sobald die üblichen Verdächtigen die Verteidigung übernehmen, wenn sich Opfergruppen ohne Erlaubnis des gesunden Volksempfindens angegriffen fühlen. Natürlich, so dröhnt’s aus dem Fußraum traditionsverbundener Blattmachereien, ist es unschön, wenn man diesen Juden immer wieder vorwerfen muss, zu laut gegen den Antisemitismus zu protestieren. Wenn sie jetzt ein bisschen konzilianter sind, hängen wir erst mal nur den Bundeskanzler auf oder die Impfmafia, die Jugendlichen, die die Todesstrafe für Besitz und Fahren eines SUV durchdrücken, und lassen diesen Typen genug Zeit, nach Israel auszuwandern. Bis dahin halten wir Hitler für einen Sozialisten, damit wir alle, die dagegen einschreiten, zu Kommunisten erklären können. Man muss schon ein degoutanter Schmock sein, um sich sein Publikum in diesem Faulschlamm zu erwinseln. Oder ein alternder Alki in der Privatinsolvenz. Natürlich ist das schlimm, aber das wird man ja wohl noch sagen dürfen.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCIII): Die Verschwörung gegen den Staat

25 02 2022
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Der Deppenzug torkelt wieder durchs Land, es geht gerade nicht mehr um die vom Weltjudentum in Auftrag gegebene Zwangsislamisierung der unbesiegbaren deutschen Herrenrasse, sondern um den nur mit dem Holocaust wirklich vergleichbaren Genozid am germanischen Volk durch Masken und Impfstoff. Morgen werden es wieder die Windräder sein, die der reptiloide Kommunistenkanzler in die Landschaft klotzen lässt, auf dass Infraschall das arische Weib unfruchtbar mache. Oder die von der Regierung unrechtmäßig erhobene Umsatzsteuer, die einer der zahlreichen Reichskanzler nach der Medikamentenausgabe wieder abschaffen wird. Sie marschieren, weil sie nicht wissen, warum. Und sie werden weiter marschieren, solange man ihnen nicht verrät, wofür. Ihre Demonstrationen sind kein Ausdruck des Volkswillens, sie sind der Anlass, der Evolution Erfolg zu wünschen bei der Beseitigung der Reste. Sie marschieren für eine Verschwörung gegen einen Staat, den es nicht gibt.

Verschwörungsideologien sind wie Märchen, sie ploppen nicht einfach unmotiviert in die Existenz, sie werden fein säuberlich aus allgemein bekannten Motiven geformt und für einen kommunikativen Bedarf in die Welt entlassen. Gemeinsam ist ihnen eine wirre Realitätsallergie, die sich aus allerlei Esoterik, Halbwissen, zwanghaftem Aberglauben und auf Widerspruchsfreiheit getrimmtem Unfug stricken lassen. Gemeinsam ist ihnen auch diffuse Wut auf irgendeine Klasse, meist mit Juden oder wenigstens fremdartigen Mächten assoziiert, die in ihrer Machtfülle konsequenterweise die ganze Menschheit auslöschen wollen, da sie ja sonst diese Macht nicht haben müssten – die Rückprojektion funktioniert prächtig, und wie bei Reichsbürgern und ähnlichen Geschichtsblinden folgt aus dem Furor der Wunsch, den ganzen Staat zu zerstören.

Nun wäre das nicht neu, nicht einmal in der hiesigen Geschichte, die mehrmals von links bis rechts terroristische Zertrümmerungsambitionen gesehen hat, zuletzt im Deutschen Herbst und seinen Folgen. Doch im Vergleich zu den RAF-Sympathisanten, die mit ideologischem Blick eine antifaschistische, dann antiimperialistische Aktion mit neomarxistischen Versatzstücken aus der Gewaltorgie herauslasen, begnügt sich die Masse nicht mit Solidaritätskundgebungen, wenn sie auch Brandsätze schmeißen kann. Die aufgewiegelte Plebs muss folglich in eine eindeutige Richtung geführt werden, einen konkreten Feind ausmachen und ihn herausfordern können; statt der nebulösen Elite, die unpersonifizierbar in finsteren Kellern hockt, auf internationalen Konferenzen die Strippen zieht und ihre Befehle aus dem Erdinnern oder der übernächsten Galaxie erhält, richtet sich der Hass auf die Diktatur, die wohl für alles verantwortlich ist, was dem Mustermann in die Hose geht. Erst mit einem konkreten Feindbild, so widersinnig dies in einem Verschwörungsmythos aussehen mag, kann der zweite Schritt vollzogen werden: Widerstand, nach Möglichkeit und Wunsch auch bewaffnet, hier konsequent mit dialektischem Maskenspiel einer antinazistischen Stoßrichtung verkleidet.

Es bedient nicht nur Assoziationen an die USA, die unter der alzheimernden Winselwindel fast zur Tyrannis geworden wäre, es mobilisiert auch den Drang, sich wie am Ende des Kalten Kriegs gegen ein marodes Regime in Stellung zu bringen, das von einer Rotte Stumpfstullen schon als sturmreif geschossen betrachtet wird. Was erwartet man auch von einer wundergläubigen Auskenneria, die sich bereitwillig das Gegenteil der Wirklichkeit einreden lässt, ihre eigene Instrumentalisierung nicht merkt und zu einer inhaltlichen Kommunikation sowieso nie in der Lage war. Verheerender ist nur, dass dies Konglomerat in den Hotspots des Geplärrs verfängt und die regionalen Verwaltungen nötigt, vor den Klötenkönigen einzuknicken. Nichts Dümmeres könnten sie tun, denn jede Durchsetzung geltenden Rechts durch lokale Behörden würde die verhetzte Menge zum finalen Beweis ihres Diktaturnarrativs aufblasen. Schon sind wir bei der hermetischen Abschottung der Verschwörungsideologie gegen die Objektivität, die bloß Einflüsterung böser Mächte sein kann. Ein perfekter Teufelskreis.

Wir haben es der zaudernden Politik, auch der dummdreisten Polizei zu verdanken, die die Gefahr kleinredet, wenn sie von Kegelkumpanen ausgeht. Nicht einmal auf brachiale Gewalt reagiert das, die längst die Ebene von gesinnungsmäßigen Protest oder doktrinärer Besserwisserei verlassen hat und auf reale Opfer zielt, im wahren Wortsinn übrigens. Der Mob ist die Materialisierung einer Wahnidee, die sich vielleicht aus mangelnder Wirksamkeit in naher Zukunft zum stochastischen Terror wandelt. Nicht erst, seit Spaziergänger vor den Privathäusern von Politikern pöbeln, merkt man, dass der Protest nur eine vorgeschobene Maskerade ist, die nicht lange nötig ist, da man die Raserei dahinter riechen kann. Sie lassen sich für etwas auf die Barrikaden schicken, weil sie bisher nicht Pulver und Blei in den Bauch kriegen, als Pappkameraden des braunen Gesindels, das sie am Nasenring durch die Gosse zieht: im Osten nichts Neues. Gäbe dieser verhasste Staat nach, sie wären verloren.