Im März

25 03 2012

Es spiegeln Farben sich am übersonnten
und heiterlichten Brunnengrund: Türkis
und Blau und Grün, die sich noch scheiden konnten,
wo leiser Wind das Wasser tanzen ließ.

Inmitten der Fontäne stehn Figuren;
ein Triton trägt die Nymphe, stolz und bloß.
Ihr Schattenwurf verlässt sie ohne Spuren,
beginnt im Flug und sagt sich gänzlich los.

Uns ist die Form, die sich verwandelt, heilig,
da sie unfassbar bleibt im reinen Erz.
In Licht und Jahreslauf vergehen eilig
die Bilder. Jeder Schlag rührt einen Schmerz.





Frühlings Erwachen

6 03 2010

Das Kätzchen blüht. Es schwärmt der Schwärmer.
Der Fink, der schlägt. So auch mein Herz.
Es sagt der Jahreslauf nun: März.
Jetzt wird der Schnee gleich merklich wärmer,
nicht länger friert mir das Gebein.
Das wird, ich denk’s, der Frühling sein.

Ein weißer Tupfer – sieh, die Glöckchen,
sie heilten, sagt man, die Demenz;
man muss nur sorgsam kauen, wenn’s
schon blüht zwischen den Restschneeflöckchen.
Und hilft es nicht, so wird man spei’n –
ach ja, das wird der Frühling sein.

Nun will die Meise fröhlich singen,
sie ist zur Mittagszeit schon blau –
tät ich es so, ich faule Sau,
müsst ich von Loch zu Schlagloch springen.
Da freut sich selbst der Gallenstein!
Gewiss wird das der Frühling sein.

Am Bordstein stehen die Gestalten,
die bauchfrei, bunt und nylonprall
als optisch größter Unglücksfall
mit Turnschuh, Arsch- und Nabelfalten
beleidigen mein Äugelein.
Das muss – erraten! Frühling sein.