Kreislaufkollaps

13 09 2022

„Feucht durchwischen geht? Wie man Schubladen auffüllt, war auch klar? Dann steht Ihren neuen Job als Stationspflegerin ja nichts mehr im Weg. Sie kommen als Hilfskraft vom Jobcenter? Erzählen Sie mir einfach irgendwas, was mich interessiert.

Wir müssen dem Pflegenotstand ja irgendwie begegnen, und das geht am besten, indem wir die Kompetenzen neu regeln. Bisher hatten wir viel zu strikte Dienstanweisungen, was Personalschlüssel anging, jetzt können wir die notwendigen Stellen im Dienstplan mit Füllmaterial aufstocken. Also mit Ihnen. Da stehen dann nicht mehr drei statt sechs Pflegefachkräften, da stehen dann drei Fachkräfte und drei andere. Das kriegen Sie doch irgendwie auf die Reihe, irgendwo herumstehen? Auch mal irgendwas arbeiten, wenn es sich ergeben sollte? Die Politiker, die sich das ausgedacht haben, sind der Ansicht, Sie müssten das irgendwie auf die Reihe kriegen. Die können das ja auch. Also in der Gegend herumstehen.

Sie werden sehen, die Einarbeitungsphase ist ein bisschen hart. Sie werden viele neue Eindrücke aus dem Krankenhausalltag mit nach Hause nehmen, das ist nicht einfach. Also stellen Sie sich nicht vor, dass da täglich einer aus dem Bett kippt oder an der Beatmungsmaschine abnippelt, weil einer nicht die richtigen Knöpfe gedrückt hat – da wird auch mal einer vertrocknen, weil die Infusion leergelaufen ist, oder wir haben interessanten Kreislaufkollaps, wenn jemand die Medikamente vertauscht. Die Auswahl an solchen kleinen Erlebnissen, die den Arbeitsalltag unterhaltsam machen, ist relativ groß. Langweilig wird das jedenfalls nicht.

Wir arbeiten an der minutengenauen Pflege, das heißt, Sie haben es selbst in der Hand, wie Sie das Ihnen übertragene Pensum erfolgreich umsetzen. Herzinfarkt sechs Minuten, Schlaganfall sieben, Krebs-OP fünf, das lernen Sie auch ganz schnell – würde ich Ihnen auch raten, denn die Zeit geht ja von der Pflege ab, und Sie wollen doch nicht gleich am Anfang durch Pflichtverletzungen auffallen, die haftungsrechtliche Konsequenzen für Sie haben, oder? Nehmen Sie sich mal ein Beispiel an den Politikern, die dieses Konzept für Ihre berufliche Zukunft ausgearbeitet haben. Ein Minister, der die Idee federführend begleitet hat, konnte neben der Tätigkeit im Bundeskabinett sogar noch einen Deal mit Maskenherstellern einfädeln, den Deutschen Bundestag unter Eid belügen und Insiderhandel an der Börse betreiben. Nehme Sie sich daran mal ein Beispiel. Der hat nicht den ganzen Tag gejammert, dass er keine Zeit für seinen Job hat.

Außerdem lohnt sich das finanziell für alle Beteiligten. Sie waren ja bisher als Reinigungshilfe im Klinikum beschäftigt, jetzt arbeiten Sie als Fachkraft in der Pflege – das muss sich dann auch in der Bezahlung widerspiegeln. Also jetzt nicht in Ihrer, nicht, dass Sie denken, wir würden Ihnen jetzt plötzlich Geld für irgendwas zahlen, was Sie auf Grund mangelnder Ausbildung gar nicht leisten können. Wir werden nur die Gehälter der anderen Pflegekräfte an Ihre Bezüge als Reinigungshilfe anpassen. So viel Gerechtigkeit muss sein, und Sie werden ja sicher nicht dagegen protestieren, oder wollen Sie Ihren neuen Job schnell wieder los sein?

Selbstverständlich werden Sie eingearbeitet, das ist doch Ehrensache. Wenn Sie das Gefühl haben, Sie sind mit Ihrem Job überfordert, fragen Sie einfach jemanden, der das schon ein paar Tage länger macht. Falls Sie auf Station einen finden, der nicht auch gerade jemanden sucht. Bei manchen Sachen werden Sie sich auch schriftlich äußern müssen. Wenn Ihnen mal ein Patient verstirbt, das heißt: an einer unvorhergesehenen Komplikation, dann füllen Sie ein Formular aus. In Ihren Interesse, sonst haben wir hier wieder Ärger mit Angehörigen oder mit der Ärztekammer, mit dem Staatsanwalt oder dem Aufsichtsrat. Sollte es eine vorhersehbare Komplikation sein, dann natürlich nicht. Das ist nun mal so, alle müssen sterben, die meisten sind dabei im Krankenhaus, und mehr müssen Sie für den Anfang auch gar nicht wissen.

Jetzt fließt ja auch wieder genug Geld in die Kliniken, das heißt: in die Konzerne. Die ermitteln den Bedarf an Pflegekräften, melden dann an, wie viel Geld das kostet, und weil wir ja in einer sehr freien Marktwirtschaft leben, lassen wir den Markt regeln, was davon unten ankommt. Mal ehrlich, es wäre ja ziemlich bescheuert, wenn wir einfach nur die jetzigen Kräfte besser bezahlen würden. Davon kriegen wir die Personallücken auch nicht mehr geschlossen. Da verlassen wir uns lieber auf die üblichen Marktmechanismen, dass von dem Geld schon irgendwann etwas unten ankommt. Sie haben ja auch die Chance, davon zu profitieren. Alles, was Sie tun müssen, ist für ein paar tausend Euro im Monat Anteile an unserem Konzern zu erwerben, dann sind Sie in wenigen Jahrzehnten so weit, dass Sie nie mehr arbeiten müssen. Das hätten es bei einer Verstaatlichung des Gesundheitswesens, wie es diese linken Chaoten ständig fordern, niemals gegeben. Wie man so Idealismus, Stressresistenz und ein bisschen Helfersyndrom züchten soll bei den angehenden Hilfsfachkräften, das möchte ich echt gerne mal wissen.

Kittel sind kostenlos, die werden nach der Schicht in den großen Sack geschmissen, Scheren in den Mülleimer, weil das billiger ist als eine Desinfektion, und wenn Sie sich nicht plötzlich in irgendwelche gewerkschaftlichen Kreise reinziehen lassen, dann haben Sie hier einen verhältnismäßig sicheren Arbeitsplatz. Nur mal theoretisch, könnten Sie sich ab nächsten Monat eine Karriere als Chefärztin vorstellen?“





Ein bisschen schwanger

28 09 2021

„… dürften nicht gegen das Virus geimpfte Arbeitnehmer ab November diesen Jahres im Falle einer Quarantäne nicht mehr mit Entschädigungen rechnen. Eine bundesweite Regelung sei durch die Gesundheitsministerien von Bund und Ländern unter dem Vorsitz des…“

„… nochmals betont habe, dass es mit ihr keine allgemeine Impfpflicht geben werde. Merkel sei auch als geschäftsführende Bundeskanzlerin nicht für eine Zwangsmaßnahme zu gewinnen und setze auf die Eigenverantwortung, mit der sie bereits gute Erfahrungen im vergangenen…“

„… dass die Sprachregelung weiterhin gelte, auch die häusliche Isolation weiter als Quarantäne bezeichnen zu wollen. Altmaier sehe den positiven Effekt darin, dass eine Entlastung der Wirtschaft in mehreren Situationen eintrete, wenn der Begriff für alle möglichen Formen der…“

„… auch andere Formen des Arbeitsausfalls zu sanktionieren, wenn dies die Sozialsysteme entlaste und die Lohnnebenkosten stabil halte. Lindner sehe in der Ausweitung des Krankheitsbegriffs einen Ansatz, der sich arbeitsrechtlich bestimmt auf die pandemischen Erfordernisse des…“

„… zunächst sozialrechtlich bestimmt werden müsse, ob ein krankheitsbedingter Arbeitsausfall auf grob fahrlässiges Verhalten des Versicherten zurückführbar sei. So ließen sich bestimmte Arten von Krebs ursächlich oft auf das Tabakrauchen und den Konsum von…“

„… sehe man die Forderung der Krankenkassen nach mehr Breitensport inzwischen kritisch, da sich Verletzungen durch Extremsportarten wie Klettern oder Gleitschirmfliegen nicht mit einer geregelten Arbeitszeit in Einklang bringen lassen würden. Die Empfehlung der Gesundheitsministerien, derartige Aktivitäten auf das Rentenalter zu beschränken, bedürften einer gesetzlichen Regelung, die im…“

„… reiche nach Ansicht einiger Sozialexperten eine einfache Fahrlässigkeit aus, um sich einer vermeidbaren Erkrankung schuldig zu machen. Schon das Tragen von falschem Schuhwerk könne über viele Jahre negativ auf die Stabilität des…“

„… nicht nur für Lungenkrebs verantwortlich sei. Raucher würden auch öfter und schwerer von einem grippalen Infekt getroffen, erlitten schwere Zahnschäden oder Diabetes. Zur Sicherheit müsse die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall daher für alle Raucher mit sofortiger Wirkung…“

„… auch Fußball oder Wandern zu Unfällen führen würden, die mehrwöchigen Arbeitsausfall zur Folge haben würden. Man dürfe keine Gefahren des Freizeitsports auf die Wirtschaft abwälzen, so der Bundesgesundheitsminister, weshalb man den Fußball künftig genauer im Auge behalten und zur Not durch eine noch genauere Bestimmung mit der FIFA und den Betreibern der nationalen…“

„… den Mutterschutz sehr kritisch sehe. BDI-Präsident Russwurm betrachte die Produktion von Kleinkindern als einen meist vorsätzlichen, in der Regel zumindest grob fahrlässigen Prozess, der von Arbeitnehmern ausschließlich aus privaten Motiven in Gang gesetzt werde und dessen Folgen nicht der Wirtschaft angelastet werden dürften. Es dürfe ab sofort keine Zahlungen mehr für Schwangere geben, die sich freiwillig dem Arbeitsleben entzögen und auf Kosten der Allgemeinheit im…“

„… generell auch drogenbedingte Erkrankungen eine Lohnersatzleistung ausschließen müssten. Es stehe außer Frage, dass neben Tabak und Cannabis vor allem Alkohol schwerste Schäden an der deutschen Volkswirtschaft verursachen würden, die sich nicht mit dem…“

„… Abstufungen in der Schwere der Krankheit zulassen müsse. Lindner schlage ein Stufenmodell vor, das Personen mit einer leichten Erkältung, einem harmlosen Knochenbruch, die ein bisschen schwanger, nur etwas gelähmt oder in einer…“

„… den klassischen Arbeits- oder Wegeunfall auch auf den Prüfstand stellen müsse. Zwar sei hier die gesetzliche Unfallversicherung in der Pflicht, solle aber ermächtigt werden, sich beispielsweise bei Aufstockern, die auf diese Weise der Arbeit entgehen wollten, einen Teil der Kosten wieder…“

„… generell zustimme, wobei Söder Alkohol als Schadensverursacher ausschließe. Der Genuss von Alkoholika sei eine bayerische Tradition, die sich nicht negativ auf die Volkszugehörigkeit auswirken dürfe, wie dies die linksterroristischen Kräfte in der drohenden maoistischen Diktatur von SPD und…“

„… schütze eine Impfung nicht vollständig vor einer Infektion. Dies müsse die künftige Regierung in einer Gesetzesvorlage klären, so Spahn, um auch in diesen Fällen eine Entlastung der Kassen vor zu hohen Lohnersatzleistungen gewährleisten zu…“

„… falls seltene Infektionskrankheiten aus dem Urlaub eingeschleppt würden. Um den Tourismus nicht mehr als nötig zu behindern, werde man im Gesundheitsministerium Diagnosen als wieder auf deutschem Boden gestellt betrachten und damit jede Verbindung zu einem fahrlässigen Aufenthalt im…“

„… den BMI gleich bei der Einstellung zum Ausschlusskriterium einer Lohnfortzahlung machen könne. Spahn sehe auch dies als Anreiz für Dicke, sich solidarisch mit der Volksgemeinschaft zu…“

„… vereinzelte Fälle von Krätze in Sachsen oder Schweinebandwürmern im Zerlegebetrieb in Nordrhein-Westfalen nicht hätten vermieden werden können, ohne die Firmen nachhaltig zu…“

„… wende sich die Bundesregierung gegen eine allgemeine Testpflicht am Arbeitsplatz. Diese würde die Zahl der Infektionen nur künstlich in die Höhe treiben und führe zu vermehrten Fällen von Quarantäne, die zu Lasten der…“





Trinkgeld

12 07 2021

„… oft zu ungeklärten Todesfällen gekommen sei. Die Leitung des Klinikums habe allerdings darauf hingewiesen, dass die verdächtige Pflegerin über finanzielle Schwierigkeiten geklagt habe, die durch ihr geringes Entgelt und die…“

„… nicht im Einzelhandel angekommen sei. Die Gehälter der Beschäftigten in den Supermarkt- und Discounterkonzernen seien nicht gestiegen, es habe allerdings auch noch keine Todesfälle beim Kampf um Trockenhefe oder Toilettenpapier in der…“

„… steige allein in Hessen die Zahl der Fehler im OP-Bereich signifikant an. Der Bundesminister für Gesundheit sehe aber keinen Zusammenhang mit den Verhandlungen über einen Tarif für die Pflegerinnen und Pfleger im…“

„… nicht bekannt sei, obwohl die Belastung für Feuerwehrleute gerade durch die zunehmenden Waldbrände und Überschwemmungen ständig ansteige. Keine Wehr habe bisher mitgeteilt, dass sie aus Überlastung nicht zu Unfällen ausgerückt oder sich absichtlich zu einer schlechten…“

„… dass die zunehmende Unzuverlässigkeit in der Anästhesiepflege sich nicht ausschließlich auf den aktuellen Urlaubsstopp im Kreiskrankenhaus zurückführen lasse. Es habe auch im Bereich der Intensivpflege sowie auf der COVID-Station einige strittige Fälle gegeben, die nicht durch den…“

„… auch für Notfallsanitäter nicht zutreffe. Die mangelnde Aufstiegsmöglichkeit habe noch keine Mitarbeiter dazu gebracht, sich absichtlich mit dem Rettungswagen zu verfahren oder einen Einsatz nicht mit der notwendigen…“

„… berichte die Springer-Presse wie immer sehr unsensibel über eine Reihe von Todesfällen durch verunreinigte Folgemilch. Es dürfe jetzt kein Druck auf die Klinikkonzerne aufgebaut werden, da die angestrebte Rendite keine Entgeltsteigerungen mehr zulasse, die für die Sicherheit im…“

„… Busfahrer bisher nicht vermehrt Unfälle provoziert hätten, da sie mit einem zu geringen Trinkgeld bedacht worden wären. Eine Kausalität zwischen Überschreitung der Lenkzeiten, die zum Teil auch durch die Arbeitgeber unter Androhung einer betriebsbedingten Kündigung verursacht worden sei, und der Neigung zu schweren Unfällen bei einer Geschwindigkeit oberhalb von…“

„… es die Krankenkassen ablehnen würden, die Kliniken noch genauer zu kontrollieren. Eine wie bisher stichprobenartig ausgeführte Nachschau nach schriftlicher Anmeldung mit Terminbestätigung sei ausreichend, um die Qualität der Pflege in den meisten Häusern mit einer durchschnittlichen…“

„… dass Paketboten unter den Bedingungen der Pandemie erhöhte Flexibilität und Ausweitung ihrer Arbeitszeiten hätten zugestehen müssen, dies aber oft aus Liebe zu ihrem Beruf nicht hätten aufgeben wollen, um keine volkswirtschaftlichen Schäden zu…“

„… weniger im öffentlichen Fokus stehen solle. Es würden vermutlich weiterhin Unfälle auf der Station geschehen, die man aber nicht durch die Einstellung zusätzlicher Pfleger oder eine bessere Ausstattung mit…“

„… das Taxigewerbe einer Reglementierung im Hygienebereich unterliege. Man erwarte jedoch keine Bluttaten, sofern die Gäste freiwillig auf der Rückbank Platz nähmen, sich nicht durch kritische Nachfragen oder eine…“

„… warne Spahn vor mafiösen Strukturen im Gesundheitswesen. Er meine damit aber nicht seine eigenen Geschäfte mit Masken, sondern Pfleger, die angeblich Bargeld von Patienten nähmen, um diese nicht mit falschen Medikamenten oder einer…“

„… vielen anderen Personen gar nicht klar sei, dass die meisten Küchenbauer mit ihrem Beruf ohnedies schon intellektuell überfordert seien. Man wolle die hoch qualifizierten Fachkräfte daher nicht auch noch mit Gesichtsmasken oder einem…“

„… die Gehälter kürzen wolle. Der Konzern sei bemüht, die Qualitätsstandards aufrecht zu erhalten, habe sich aber dazu entschlossen, die Bezüge schon vor dem Auftreten der ersten gravierenden Fehler zu verringern, um die Drohung gegenüber dem Pflegepersonal so klar wie möglich zu…“

„… ein hohes Risiko tragen würden, das der Öffentlichkeit so gar nicht bewusst sei. Um auf die psychische Gesundheit von Investmentbankern Rücksicht zu nehmen, seien auch ihre Gehälter in der Diskussion, da viele von ihnen immer noch für ihr Geld arbeiten und Steuern zahlen müssten, was sie bei ihren Kunden in einem schlechten…“

„… dass viele an Corona verstorbene Patienten in Wahrheit pflegerischem Fehlverhalten zum Opfer gefallen sein könnten. Streeck habe noch keinen Beweis, aber dies sei für ihn Beweis genug, da er wisse, dass er recht habe, weil er die…“

„… Erzieher schon deshalb nicht besserstellen könne als andere Berufe, da sie keine akademische Ausbildung erhalten hätten. Es widerstrebe einem Großteil der Bevölkerung, dass Kindergärtnerinnen wie Ärzte oder Rechtsanwälte zu…“

„… Pflegerinnen und Pflegern bei einer nicht geplanten gesundheitlichen Verschlechterung die Mehrkosten grundsätzlich vom Gehalt abgezogen werden müssten. Spahn sehe hier einen starken finanziellen Anreiz, eine bestmögliche Versorgung für alle Patienten in den privaten…“

„… die Abgeordnetendiäten in Deutschen Bundestag regelmäßig zu erhöhen seien. Viele der Parlamentarier seien inzwischen so stark durch ihre Beschäftigung belastet, dass sie für bezahlte Nebentätigkeiten überhaupt keine…“





Störmanöver

10 03 2021

„Das ist ein gastronomischer Betrieb, und die sind momentan leider noch nicht wieder geöffnet. Da würden wir widerrechtlich handeln, wenn wir Ihr Eiscafé dazu benutzen, das geht nicht. Erst dann, wenn die Impfungen so weit vorangeschritten sind, dass wir gastronomische Betriebe öffnen können, sind in Ihrem Eiscafé Impfungen möglich.

Hier ist wirklich was los, kann ich Ihnen sagen – die Stadtverwaltung hat sogar eine Faxnummer für unsere Dienststelle freigeschaltet. Wir haben zwar kein Papier, das Faxgerät ist auch nicht mehr funktionsfähig, aber rein theoretisch sollte man uns auf diesem Weg erreichen. Damit wären wir dann exakt so effektiv wie das Gesundheitsamt, und wir könnten dann montags sofort die Faxe vom Sonntag lesen. Wie gesagt, rein theoretisch. Bis dahin haben wir diese 24-Stunden-Hotline, die drei Tage in der Woche jeweils von acht bis sechzehn Uhr besetzt ist. Also insgesamt 24 Stunden, nicht wahr?

Impfverteilungssicherstellungsamt, was kann ich für Sie tun? Nein, für Schnelltests sind wir nicht zuständig. Also das heißt, für Schnelltests sind wir schon zuständig, aber nur offiziell. In Wirklichkeit hätten wir die Informationen letzte Woche aus dem Bundesgesundheitsministerium bekommen müssen, aber der Bundesgesundheitsminister hatte keine Lust, sich darum zu kümmern. Er kriegt nächste Woche Besuch von ein paar Freunden aus der Finanzindustrie und muss vorher sein Schlafzimmer aufräumen. Ich gebe Ihnen gerne die Durchwahl, dann können Sie sich persönlich anpöbeln lassen.

In den anderen Ländern geht das natürlich viel schneller, aber da können wir in Deutschland nicht mithalten. Neuseeland zum Beispiel ist eine Insel, die haben überhaupt keine Probleme mit Grenzen, und was noch wichtiger ist: die haben überhaupt keine Probleme mit irgendwelchen durchgeknallten Suffköppen, die behaupten, dass wir Probleme mit Grenzen hätten. Oder England, da liegt es daran, dass sie die Störmanöver der EU nicht haben. Klar, wenn man nicht mehr in der EU ist, dann kann man so langsam impfen, wie man will, man landet nie an letzter Stelle. Oder man ist in der EU wie wir, dann muss es eben einen treffen, und es liegt dann ja an der EU und nicht an Deutschland.

Impfverteilungssicherstellungsamt, was kann ich für Sie tun? Sie können gerne für uns tätig werden, aber schätzungsweise erst im August. Bis dahin sollen sämtliche Betriebsärzte die Senioren und die Selbstständigen versorgen, dann werden die restlichen Deutschen unter 65 geimpft, und dann sind Sie als Hausärzte dran. Wobei wir laut unserem Zeitplan bis Ende Juli mit den Impfungen fertig sein wollen, das heißt, wir nehmen Ihre Adresse gerne auf, aber gehen Sie bitte davon aus, dass wir uns erst im Dezember wieder bei Ihnen melden, wenn uns hier die Scheiße bis zum Hals steht.

Sie müssen hier eine pragmatische Einstellung mitbringen, sonst wir das nichts. Beispielsweise die Logistik, die wollen wir möglichst zentral und sehr gründlich organisieren – wenn Sie die Impfdosen an die unterschiedlichen Kommunen liefern, dann geht das zu schnell. Das ist der Deutsche nicht gewohnt, damit kommt er nicht zurecht. Außerdem kriegen wir dann auch mehr Anrufe von irgendwelchen Interessenten, die uns ihre Räumlichkeiten für die dezentrale Impfung vorschlagen wollen, und dann sind wir ja noch überforderter. Wir müssen das ganz gründlich machen, sonst plant diese Eingreiftruppe im Bundesgesundheitsministerium eine neue Welle, und wir sind in der Zwischenzeit schon fertig mit den Impfungen. Das wäre katastrophal.

Außerdem wäre das ein Eingriff in die föderale Struktur, wenn wir als Bundesland einfach besser sind und die anderen überholen. Wir müssen im Prinzip langsamer sein aus Solidarität, damit die in den anderen Bundesländern gar nicht merken, wie beschissen es bei denen läuft. Das ist auch nicht so einfach, aber wir sehen das inzwischen auch als nationale Aufgabe.

Impfverteilungssicherstellungsamt, was kann ich für Sie tun? Ach, Sie sind es. Nein, wir können Sie als freiwillige Impfhelfer nicht beschäftigen, wenn Sie nicht dauerhaft arbeitslos sind. Jetzt sind Ihre Einkünfte ja erst mal weg, da Sie als Künstler keine Ansprüche auf Hilfsgelder haben, das heißt, Sie haben schon Ansprüche auf Hilfsgelder, aber gehen Sie mal davon aus, dass die nicht bewilligt werden oder die Aufforderung zur Rückzahlung mit derselben Post kommt. Wenn wir davon ausgehen könnten, dass Sie nur eine befristete Beschäftigung suchen, dann würden wir Sie einstellen, aber wir können ja vorher noch nicht wissen, wie lange die Impfungen dauern, verstehen Sie? Sie müssten also davon ausgehen, dass die befristete Beschäftigung befristet ist. Wir könnten die verlängern, aber das fällt dann wieder nicht in unsere Zuständigkeit.

Neulich wollte einer mobile Impfteams durch ländliche Regionen schicken. Wir haben uns nicht getraut, das dem Bundesgesundheitsministerium vorzuschlagen. Dass das teuer wird, ist klar, aber das muss ja auch jemand organisieren, und wenn die Bundeskanzlerin das mitkriegt, dann haben wir bald die nächste Eingreiftruppe am Hals. Scheuer organisiert vermutlich zwanzig Kleinwagen und Spahn einen Container für je hunderttausend Dosen zum Hinterherziehen. Auf dem Papier klappt das unter Garantie.

Impfverteilungssicherstellungsamt, was kann ich für Sie tun? Wen wollten Sie sprechen? Das deutsche Gesundheitswesen? Bedaure, das ist im Moment leider schwer erkrankt. Darf ich etwas ausrichten?“





Blindgänger

28 07 2020

„Sonntags durchgängig, aber Sie müssten dann schon in die regionalen Verlautbarungen schauen, ob in Ihrem Bundesland, Regierungsbezirk oder Landkreis eine Sonderregelung installiert wurde. Kann ja gut sein, Sie jubeln da gerade für so ein paar Krankenschwestern im öffentlichen Dienst, und in Wirklichkeit sollten Sie für unsere deutschen Küchenbauer applaudieren, die dann gar nicht mitgemeint sind. Wie ungerecht wäre das denn?

Also wir organisieren hier nur die erste Ebene der Kommunikation. Was wir nicht abwimmeln können, wird an die zweite Ebene durchgestellt, und dann kommt die dritte. Und ab da ist es dann auch schon egal, das interessiert die Öffentlichkeit sowieso nicht mehr. Die Hauptsache ist doch, dass Sie auf dem Balkon stehen, so Sie denn einen haben in Ihrer Wohnung, sonst müssen Sie halt zu den Nachbarn. Ist ja wieder erlaubt. Würde auch der raschen Durchseuchung Vorschub leisten, aber das nur nebenbei. Also der Balkon. Je öfter Sie klatschen, desto besser. Allerdings muss das alles korrekt organisiert werden, und hier kommen wir ins Spiel.

Wir haben das mal ausgedruckt, das ist nicht so einfach. Als Ablaufdiagramm ist das natürlich ein bisschen übersichtlicher, aber auch nur für die jeweiligen Kommunen, sonst passt das wieder nicht auf eine Seite DIN A3. Also hier sehen Sie zum Beispiel Dienstag, 14:00 Uhr und Mittwoch ab halb vier bis spätestens sechs, aber nicht an Feiertagen oder in den Schulferien, wobei die beweglichen Ferientage gehen da ja noch mal extra, aber das ist schon wieder auf Landesebene koordiniert. Also Dienstag von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr. Wer? ach so, da muss ich mal nachsehen. Gelb mit Schraffur ist Brummifahrer. Dienstag und Mittwoch, wenn Sie für die Brummifahrer klatschen wollen. Bis zum Mittag können Sie Erzieherinnen und Erzieher mit Ihrer Geräuschentwicklung erfreuen, dann ist Mittagsruhe. Ab zwölf. Das gilt dann aber wieder nicht für Sonntage, weil da keine Mittagsruhe gilt, da müssen die meisten Bürger nicht zur Arbeit, und da sollte auf Empfehlung der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen auch applaudiert werden. Ist zwar bundeseinheitlich koordiniert, aber einer muss ja sagen, wo es langgeht, nicht wahr?

Verwechseln Sie das nicht mit innerstädtischen Regelungen, die sind dann noch einmal extra. Die kreisfreien Städte beispielsweise können hier aus der geplanten Planung ausbrechen und selbst planen, in Köln beispielweise ist das am Mittwoch für die Autohändler. Da dürfen Sie dann auch bis acht Uhr durchklatschen, aber nicht in den Herbstferien. Da wird das auf Donnerstag verlegt, und am Mittwoch sind die Lehrer dran. Weil die halt zu Hause sind, wir rechnen ja damit, dass in den Herbstferien in der zweiten Welle eh keiner mehr verreist.

Das Problem ist, hier melden sich alle paar Tage Blindgänger. Die verwechseln uns immer mit einer Beschwerdestelle, weil das anscheinend so ist in Deutschland: wenn einer für die Planung zuständig ist, erwartet man auch immer gleich, dass er dafür sorgt, dass der ganze Kram auch klappt. Also ich bin seit dreißig Jahren hier, das wüsste ich dann. Wie gesagt, Blindgänger – neulich hatten wir hier einen Intensivpfleger, der hat sich beschwert wegen der Schokolade. Wir haben es extra so eingerichtet, dass Spahn die nicht selbst übergibt, aber manche müssen anscheinend immer ein Haar in der Suppe finden. Ich möchte es mal so ausdrücken: in der Position sollte man vielleicht dankbarer sein, dass man sich bei überschaubarem Gehalt ausgewogen ernähren kann. Schokolade zählt jedenfalls nicht zu den Lebensmitteln, die man übermäßig zuführen sollte. Aber was verlangt man schon von einem Intensivpfleger.

Montags ab halb zehn können Sie hier, das ist der grüne Bereich mit Sternchen, das ist für den Einzelhandel. Die sind ja immer froh, wenn sie die Kunden zufrieden stellen können, deshalb reicht bei denen überschaubarer Applaus, ab und zu mal ein Pfandbon zum Selbsteinlösen, das wär’s dann aber auch. Nein, ich sehe gerade, das Sternchen ist erst ab 10:00 Uhr. Ist auch irgendwie logisch, so viel muss man da auch nicht klatschen. Das soll ein sehr begehrter Beruf sein, teilweise sind die Leute schon zufrieden, wenn sie da geringfügig beschäftigt sein dürfen. Da muss man der intrinsischen Motivation auch mal ihren Lauf lassen, sonst verwandelt sich das in eine Art emotionales Grundeinkommen. Wenn Sie jeden Tag gelobt werden, dass Sie noch zur Arbeit erscheinen, dann verliert das irgendwann seinen Reiz und Sie kündigen innerlich. Für den Arbeitsmarkt kann das negative Folgen haben, aber die Konsequenzen für die Rendite sind noch viel schlimmer. Das kann doch keiner wollen.

Wir haben hier noch jede Menge Berufe, mit denen Sie sich auseinandersetzen können, immer dann, wenn Sie mal ’ne Ecke Zeit haben, alles gut lesbar aufgelistet. Teilweise haben wir regionale Unterschiede, hier sehen Sie zum Beispiel die Zellstoffindustrie – einer muss das Toilettenpapier ja herstellen, das Sie da so fleißig wegbunkern. Da können Sie freitags gerne klatschen, das ist hellblau mit Schraffur, oder ist das mit Seitenbalken? Naja, Sie können sich das selbst mal abgucken, ich muss mich jetzt wieder um die Koordination der einzelnen Berufsgruppen in den Zulieferbetrieben der Automobilindustrie kümmern. Das macht sich ja nicht von alleine. Wie jetzt, Krankenschwestern? und auch noch im öffentlichen Dienst? Wieso soll man denn da klatschen? Haben die sich ihren Job nicht selbst ausgesucht?“





Seuchenpass

4 05 2020

„… setze die Wissenschaft natürlich auf eine rasche Eindämmung der Infektionen. Um die Wirtschaft leistungsfähig zu erhalten, werde die Gesundheit der Bevölkerung zunächst auf freiwilliger Basis…“

„… werde die Immunitätsbescheinigung von den Gesundheitsämtern ausgestellt, allerdings nur dann, wenn vorher eine eindeutige Diagnose einer COVID-19-Erkrankung vorliege. Um immer ausreichend Testkapazitäten für Fußballspieler vorrätig zu halten, habe man sich entschlossen, nur in wenigen…“

„… könne die Polizei mit den amtlichen Schreiben oft nichts anfangen, außerdem müssten diese auch ständig mitgeführt werden und seien bei Verlust oder Beschädigung nur schwer zu ersetzen. Die bundesweite Vereinheitlichung eines Passes könne dagegen die…“

„… sich Impfgegner gegen die Maßnahme beschwert hätten. Ein Antikörpertest bedeute einen schweren Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und dürfe daher nicht mit dem von Merkel auf linksjüdischen Befehl installierten Grundgesetz…“

„… sehe Laschet in flächendeckenden Tests eine Möglichkeit, sofort zum Normalbetrieb zurückzukehren. Bei einer halben Million Tests pro Woche könne sich die Aktion zwar zeitlich noch etwas ausdehnen, wichtiger sei aber, dass die Küchenbauer in…“

„… nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werde. Es liege nicht in deren Interesse, eine gesunde Bevölkerung oder das Ende der Pandemie in Deutschland zu…“

„… könne sich Söder andererseits vorstellen, die Infizierten im Freistaat Bayern in Lagern zu sammeln, um die Bevölkerung nicht unnötig zu…“

„… gebe es noch keinen Beweis dafür, dass die einmalige Infektion mit COVID-19 eine dauernde Immunität hervorrufe. Wenn es sich dadurch nicht vermeiden lasse, dass die Zertifikate eine Gültigkeit von maximal zwei Wochen besäßen, könne eine Vollausstattung mit dem offiziellen Seuchenpass noch bis zum…“

„… werte Lindner dies nicht als Hindernis. Er gehe davon aus, dass deutsche Forscher früher oder später eine immunisierende App entwickeln würden und fordere bis dahin, dass alle Vorerkrankten in Pflege und Einzelhandel sich auch bei sinkenden Gehältern weiter in den.…“

„… nach dem Prinzip des Immunitätsweitergabe vorgehen wolle. Werde eine Person negativ auf COVID-19 getestet, könne man dadurch alle, die mit dieser Person in Kontakt gekommen seien und keine Symptome gezeigt hätten, automatisch und ohne kostspieliges Testverfahren ebenso als…“

„… Privilegien mit dem Test verbunden seien. Andererseits würden Arbeitgeber negativ getestete Angestellte inzwischen auch gegen deren Willen auf Geschäftsreisen nach Italien oder in die USA schicken, da sie durch ihre erwiesene…“

„… zu ersten Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Der 1. FC Köln bedauere sehr, wenn das Ergebnis der aktuellen Tests dazu geführt habe, dass die Mannschaft mit vier erkrankten Spielern aufgelaufen sei. Man habe aber seitens des Vereins zu keiner Zeit Druck auf das Team ausgeübt, es müsse sich um eine Verwechslung der…“

„… müsste es sich statistisch bei jedem zehnten Test um einen sogenannten False Positive handeln, der in Wirklichkeit keine Infektion hat. Lindner habe von dem Begriff noch nie etwas gehört, wisse aber ganz genau, dass ihn sich die Virologen auf Befehl der Bundeskanzlerin ausgedacht hätten, um die Wirtschaft im Auftrag ausländischer…“

„… als digitales Zertifikat ausgestellt werden könne, das nach Ablauf nur noch verlängert werden müsse. Die Bundesregierung habe dies begrüßt, wolle aber im Gegenzug die Daten aller nicht negativ getesteten Personen an die Polizei melden, um sich zum Selbstschutz bei einem Einsatz gegen die…“

„… einen Test pro Monat durchlaufen müsse. Die meisten Bürger seien allerdings inzwischen bereit, den Preis von bis zu hundert Euro selbst zu bezahlen, wenn ihnen dafür das Tragen einer Maske und das Einhalten des Sicherheitsabstandes im öffentlichen Raum erspart bleibe. Die SPD betone in diesem Zusammenhang nochmals, dass man vom Bürger eine Eigenverantwortung erwarte, die im…“

„… nicht hinnehmbar sei, dass Wissenschaftler Tests ausführten, deren Ergebnis nicht so wie vorher geplant ausfallen würden. Um die Fehler durch False Positives einzudämmen, habe Laschet befohlen, alle Infizierten trotzdem mit einer Immunitätsbescheinigung auszustatten, da sonst die Autohäuser in…“

„… dass Erwerbslose ohnehin als parasitäre Elemente betrachtet werden müssten, denen man durch Quarantäne erworbene Krankheitslosigkeit nicht abnehmen dürfe. Kemmerich werde sich um die Errichtung eines Seuchenlagers kümmern, in dem die Volksschädlinge zur Sicherung der Rasse interniert und in absolutester…“

„… gefälschte Immunitätsbescheinigungen in Nordrhein-Westfalen gefunden worden seien. Da nicht bekannt sei, wie viele dieser Pässe bereits im Umlauf seien, gehe Laschet von einer sehr geringen Zahl aus, da das Gegenteil nicht bewiesen werden könne. Dies sei notwendig, um Pflegekräfte im…“

„… vielfach freigegeben worden sei, ohne dass es überhaupt einen Test habe geben können, da die Kapazitäten bereits durch Selbstzahler und die Fußball-Bundesliga erschöpft seien. Auf der anderen Seite sei nun vorerst der Betrieb der Regelschulen gesichert, falls nicht plötzlich eine…“





Liquidatoren

13 04 2020

„Klatschen reicht doch?“ „Eben, das sind nicht mal Ärzte.“ „Und keine von denen wählt uns.“ „Wieso nicht?“ „Seit wann sind denn Krankenschwestern Beamte?“

„Jedenfalls müssen wir jetzt etwas gegen das Personal…“ „Sie haben die Vorlage nicht gelesen.“ „Wieso, hier steht doch…“ „Personalmangel. Wir sollen etwas gegen den Personalmangel tun.“ „Ist das nicht der Job vom Gesundheitsminister?“ „Wir sind für Arbeit zuständig.“ „Und für Soziales.“ „In dieser Angelegenheit nur für Arbeit.“ „Das trifft sich gut, Soziales kann der Heil ja erst recht nicht.“

„Wir können nicht warten, bis Spahn Pfleger aus Ostasien geholt hat.“ „Außerdem kriegt man die momentan eh nicht über die Grenze.“ „Weil die aus Asien kommen?“ „Ich glaube, Spargel geht erst mal vor.“ „Ach so.“ „Ausbilden ist ja auch nichts.“ „Das dauert ewig.“ „Die Krise aber möglicherweise auch.“ „Und dann ist Corona irgendwann plötzlich vorbei, und wir wissen nicht, was wir mit dem ganzen Pflegepersonal anfangen sollen.“ „Die beantragen dann doch bloß Sozialleistungen.“ „Das kommt uns teuer zu stehen!“ „Sie sehen, das ist der vollkommen falsche Ansatz.“ „Allerdings!“ „Also woher nehmen und nicht stehlen?“ „Wie es die Vorlage vorsieht: längere Arbeitszeiten.“

„Und das hilft jetzt gegen höhere Ausfallquoten wegen der Infektionen?“ „Weil wir dann ja auch proportional mehr Schutzvorrichtungen haben.“ „Wieso mehr Schutz, ich dachte…“ „Proportional, meine ich. Normalerweise muss so ein Mundschutz acht Stunden halten.“ „Vorgesehen war er aber für zwei Stunden.“ „Und dann auch nur, wenn keine neuen Patienten kommen.“ „Wir haben aber keinen neuen.“ „Spahn hatte aber doch welchen bestellt?“ „Darum gibt es ja auch keinen.“ „Verstehe.“ „Und jetzt verlängern wir die Schicht auf zwölf Stunden, dann haben wir proportional mehr Arbeitszeit.“ „Das ist ja deshalb schon betriebswirtschaftlich ratsam, weil die Pfleger dann nicht mehr so oft putzen müssen.“ „Wieso das denn nicht?“ „Bisher haben wir die Pfleger einmal nach der Schicht die Station säubern lassen.“ „Macht das nicht das Reinigungspersonal?“ „Dafür gibt man doch heute kein Geld mehr aus.“ „Und so ein Pfleger kennt die Ecken.“ „Wenn schon putzen, dann doch bitte auch kompetent.“ „Wir reden hier von einer Klinik und nicht von einem Ministerbüro!“ „Ja, ich habe es kapiert!“ „Und das geht ja jetzt alles nicht mehr so von der Arbeitszeit ab.“ „Das heißt aber auch, es wird ein Drittel der Raumpflege nicht mehr…“ „Ja, wir sparen ein Drittel ein.“ „Wir werden ja sehen, ob wir dann auch ein Drittel mehr Tote haben.“ „Und wenn nicht, können wir das den Aktionären als Sparmaßnahme verkaufen.“ „Mehr Netto vom Brutto!“ „Super!“

„Gut, das heißt jetzt allerdings auch, dass wir mehr Infektionen beim Pflegepersonal riskieren.“ „Es wurde doch gerade gesagt, die Sterblichkeit sei geringer als angenommen?“ „Außerdem muss auch nicht jeder gleich tot umfallen.“ „Aber dann haben wir wieder mehr Ausfallquoten.“ „Wenn wir gerade die Arbeitnehmerrechte etwas updaten, wir könnten auch gleich für mehr offene Stellen in der Branche sorgen.“ „Das ist attraktiv für Neueinsteiger.“ „Und es werden mehr eingestellt.“ „Wie das denn?“ „Die Lockerung des Kündigungsschutzes ist nun mal ein hervorragendes Instrument für Arbeitgeber, neue Jobs zu schaffen.“ „Sehr richtig!“ „Wer würde denn die vielen neuen Pfleger in der Krise einstellen, wenn er sie nicht hinterher sofort wieder vor die Tür setzen könnte?“ „Man muss ja auch langfristig denken.“ „Und Personalkosten sind schließlich der entscheidende Faktor für eine vernünftige Rendite im Gesundheitssektor.“

„Wobei auch die geringere Ruhezeit eine sehr schädliche Wirkung auf das Immunsystem ausübt.“ „Also wieder mehr Infektionen.“ „Das ist gut, da es die Empathie mit den Erkrankten fördert.“ „Ich sehe da gewisse Synergieeffekte.“ „Aber es bleibt letztlich die Frage, ob eine verlängerte Schicht nicht zu mehr Fehlern in der Behandlung führt.“ „Das hatte ich auch schon erwogen.“ „Bitte!?“ „Je mehr Patienten versterben, desto schneller werden die beatmeten Plätze auf der Intensivstation wieder frei.“ „Das bedeutet mehr freie Betten.“ „Also alles, was der Gesundheitsminister wollte.“ „Und nicht wusste, wie er das nach dem Bettenabbau wieder auf die Reihe kriegen soll.“ „Und natürlich durch mehr Patienten mehr Fallpauschalen.“ „Also mehr Geld für die Aktionäre.“ „Hervorragend!“ „Damit dürfte unsere Wiederwahl gesichert sein!“ „So weit würde ich noch nicht gehen.“ „Aber auf jeden Fall die Rendite.“ „Da dürften Sie eher recht haben.“

„Das heißt virologisch, dass wir damit auch früher den gewünschten Durchseuchungsgrad für die Herdenimmunität erreicht haben.“ „Ja, das ist ein angenehmer Nebeneffekt.“ „Und wir haben die größten Schwierigkeiten auf dem Arbeits- und auf dem Wohnungsmarkt behoben.“ „Sehr gut!“ „Da wäre jetzt allerdings noch das Problem, dass sich die Pfleger krankschreiben lassen, wenn sie krank sind.“ „Daher der gelockerte Kündigungsschutz als flankierende Maßnahme.“ „Damit die Pfleger…“ „… nicht versehentlich Patienten anstecken.“ „Aber dann bräuchten wir ihnen doch nicht zu kündigen?“ „Es geht um die Fahrlässigkeit.“ „Wenn das mit Absicht okay ist, dann sind wir ja wieder in der Gewinnzone.“ „Großartig!“ „Ich hoffe, dass das Pflegepersonal das auch mitmacht.“ „Aber sicher.“ „Als Helden der Krise!“ „Die werden sich darum reißen, für das Volk da zu sein.“ „Bis zuletzt!“ „Na, etwas gruselig hört sich das ja schon an. Fast so wie die Liquidatoren, die man damals in Tschernobyl in die verstrahlte Scheiße geschickt hat, damit sie die Gefahr beseitigen und dann dabei draufgehen.“ „Das ist die richtige Einstellung!“ „Hurra!“ „Ich wusste es, die brauchen wir!“ „Ja, für später.“ „Wie meinen Sie das denn?“ „Die können doch mit der SPD gleich weitermachen, oder?“





Medizinberufepfuschbeendigungsgesetz

26 03 2020

„… das Gesundheitswesen in der Bundesrepublik vollständig zu reformieren sei. Mit diesem Gesetz werde Merkel auch ohne die Einflussnahme der Ministerien eine Neuordnung der…“

„… nicht zur Rechtsordnung passe. Sämtliche Heilpraktikerverbände hätten darauf hingewiesen, dass nicht einmal die Nationalsozialisten ihren Berufsstand eingeschränkt habe, so dass man im historischen Vergleich durchaus zu der Annahme gelangen könne, die Kanzlerin sei schlimmer als…“

„… sich die Ärztekammer offen gezeigt habe für die Vorschläge der Kommission. Der Entzug von Doktorgrad, Approbation und Kassenzulassung bei der öffentlichen Verbreitung wissenschaftlich nicht haltbarer Einzelmeinungen sei ein wichtiges Instrument in der…“

„… auch weiterhin verkauft werden dürften. Es sei jedoch geregelt, dass Globuli künftig nur noch als Süßwaren beworben würden und nicht mehr in Apotheken, sondern nur noch im…“

„… das Medizinberufepfuschbeendigungsgesetz auch den betriebswirtschaftlichen Teil betreffe, der oft vorsätzlich zum Nachteil von Patienten und Öffentlichkeit handele. Damit seien medizinisch nicht indizierte Operationen sowie zahlreiche kontraproduktive Leistungen des…“

„… wolle man die Kassenzulassung für alle Ärztinnen und Ärzte aufheben, die neben ihrer wissenschaftsbasierten Medizin auch Homöopathie oder andere religionsähnliche Methoden der…“

„… dürften keinen Ausgleich für entgangene Einnahmen beanspruchen. Kernspintomografie sei in zahlreichen Fällen gerechtfertigt, könne aber bei grippalem Infekt, Spreizfuß, Karpaltunnelsyndrom oder Verfolgungswahn keine diagnostischen…“

„… gehöre zur Steigerung von Qualität und Zuverlässigkeit des Gesundheitssystems auch die positive Anpassung der Gehälter für Medizin- und Pflegeberufe. Eine Verstaatlichung wolle die Bundesregierung nur dann nicht durchsetzen, wenn die Bezüge auch in der Wirtschaft unverzüglich und um mindestens…“

„… mit Morddrohungen umgehen könne. Auch vor dem Beschluss, die Beitragsobergrenzen für die private Krankenversicherung zu streichen, habe die Bundeskanzlerin sich mit täglichen Anfeindungen und Gewaltankündigungen seitens ihrer…“

„… dürften die Kassen in Zukunft nicht mehr unter dem Deckmantel des Datenschutzes die Kosten für die erbrachten Leistungen vor den Patienten verbergen. Es sei vielmehr notwendig, die realistische Einschätzung der Verdienste von Kliniken zu…“

„… selbst mitgeteilt habe. Merkel habe vollstes Vertrauen in den Gesundheitsminister, deshalb sei es ihr ein Anliegen gewesen, persönlich die Abschaffung der privaten Krankenversicherung im Fernsehen zu erläutern, damit sich die Versicherten in Deutschland mit einem kompetenten und…“

„… dass Seh- und Hörhilfen wieder von der Krankenversicherung erstattet würden. Kritiker hätten bemängelt, dass dann noch mehr Deutsche die Äußerungen von Politikern wahrnehmen und sich mit ihnen inhaltlich auseinandersetzen könnten, was mittelfristig zu einer ganz anderen Form in der…“

„… die Schließung eines Klinikums nur noch mit einer Übergangsfrist von zehn Jahren betrieben werden dürfe, wenn gleichzeitig geklärt sei, wo die Patienten nach dem Wegfall des…“

„… dass die Tochter der Merkel-Freundin Mohn als Leiterin des gesundheitspolitischen Bereichs der Bertelsmann-Stiftung und zugleich Aktionärin und Aufsichtsrätin der privaten Rhön-Kliniken vorerst keine Enteignung des Medienkonzerns zu erwarten habe. Abgesehen von einer langjährigen Haftstrafe wegen Hinterziehung von Kapitalertrags- sowie Erbschaftssteuer würden lediglich die gesamten Krankenhäuser in volkseigene…“

„… dem Landärztemangel nicht mit einer weiteren Einschränkung der Infrastruktur außerhalb der städtischen Ballungsräume begegnen werde. Die Problematik könne unter anderem durch eine Öffnung des Medizinstudiums für die…“

„… seien Termine in Facharztpraxen ohne Nennung des Versicherungsstatus zu vergeben, so dass gesetzlich Versicherten dadurch kein Nachteil entstehe. Spahn habe sich daher erstmals in den unbefristeten Hungerstreik begeben. Er befinde sich nicht unter ärztlicher Aufsicht, da sich keiner gemeldet habe, um neben seinen täglichen…“

„… in einem Animationsfilm von einer singenden Klobürste verkündet werde. Das mit der Industrie vereinbarte Investitionsvolumen zur schnellen Digitalisierung könne die Telemedizin innerhalb weniger Jahre zur Entlastung für Praxen und Patienten machen. Die Bundeskanzlerin habe beschlossen, dass die Figur Scheuer den Sachverhalt erheblich besser zu kommunizieren verstehe als der…“

„… müsse die Politik den Leistungskatalog an den demografischen Wandel anpassen. Dies erfordere unter anderem, in der stationären Pflege nicht mehr massenhaft ungelernte Kräfte einsetzen zu wollen, wenn geistig eingeschränkten Politikern während einer Wahlkampfveranstaltung gerade nichts Dümmeres durch den…“

„… sich zu einer Neubesetzung vieler Posten im Bundeskabinett entschlossen habe. Merkel wolle dies insbesondere dadurch zum Ausdruck bringen, dass die Ministerinnen und Minister lediglich eine Teilnehmerurkunde für ihren…“





Arztromane

26 02 2020

Siebels sackte kurz nach vorne, fing sich aber und saß dann wieder kerzengerade auf dem Holzbrett, das als Bank an die Stationswand genagelt worden war. „Echtzeit“, murmelte er. „Aber das Konzept ist nun mal gut, und wir ziehen das jetzt auch durch. Gnadenlos.“

Schwester Petra schob den Wagen in Richtung Westflur. Das Kamerateam zog mit, schon mehr aus Gewohnheit als in wirklichem Interesse mit der Tätigkeit der stellvertretenden Stationsleiterin. Ich blickte in meinen Plastikbecher. Dieser lauwarme Automatenkaffee, von dem der große TV-Producer locker einen Liter pro Nacht in sich hineinschütten konnte, wurde und wurde nicht weniger. Aus einem mir nicht erklärlichen Grund kühlte sich das Zeug auch nicht ab. Vielleicht waren wir hier in einem Bereich, in dem die Entropie ausgeschaltet war oder wo die Relativitätstheorie keine Gültigkeit hatte. Ich wusste es nicht und wollte es gar nicht wissen. Ich wollte nur endlich begreifen, warum ich damals zugesagt hatte, mit Siebels beim Dreh einer seiner Serien zuzusehen. „Krankenhaus“, hatte er gesagt. „Wir machen etwas total Neues. Revolutionär auf dem deutschen Fernsehmarkt. Sie werden es nicht für möglich gehalten haben.“

Im Glaskasten gegenüber sah man den Pfleger akribisch Medikamente in eine Liste eintragen. „Das würde natürlich viel schneller gehen, wenn man es nicht handschriftlich erledigen müsste, aber Vorschrift ist nun mal Vorschrift.“ Ich hatte ihm die Tüte mit den Pfefferminzbonbons rübergeschoben, er hatte zufällig den Aktendeckel offen gelassen. „Wenn es der Versuch sein sollte, jemanden an der Schrift zu erkennen, ab drei Zeilen sind Sie ohne jede Chance.“ Zimmer 602 bekam heute jedenfalls eine Thrombosespritze. Bisher war Siebels für die zwölf Staffeln von Klinik in der Südsee und die großen Weihnachts-Specials mit Rudolf Bumsbäumer als Professor Paul Schneckenschmidt in der Kardiologen-Serie Doktor der Herzen verantwortlich gewesen. Dreh stets in den Weihnachtstagen, tropische Kulisse, Luxus und Alkohol inklusive, der geübte Nichttrinker hatte mit den Stars und Sternchen leichtes Spiel. Jetzt also dies. „Achtung“, zischte der Maestro unvermittelt. „Oberarzt auf sechs Uhr!“

Doktor Wilcke sah man die Doppelschicht auch schon auf mehrere Meter an. „Es ist momentan bei uns recht ruhig“, sagte er mit glasigen Augen. „Wir hatten gestern einen Herzstillstand und zwei nicht so richtig erfolgreich verlaufene Thoraxeingriffe, Schwester Olga desinfiziert gerade die Zimmer, und jetzt kam noch eine verpfuschte Schönheits-OP dazwischen. Rückflug aus Bulgarien. Geplatzte Silikonhupen.“ Der Mikrofonmann verzog keine Miene. Doktor Wilcke schloss kurz die Augen. „Es muss ja irgendwie weitergehen, nicht wahr?“

„Gut, haben wir“, murmelte der Kameramann. Siebels nickte. War das etwa ein Anflug von Kichern in seinem Gesicht? „Immerhin“, sagte er maliziös, „immerhin müssen wir uns hier nicht an ein Drehbuch halten.“ Schwester Petra ging auf quietschenden Gummisohlen wieder in den Ostflur zurück. Plötzlich zerriss ein schriller Pfiff in der Glaskanzel die schläfrige Stille. „622“, rief der Pfleger. Wie elektrisiert rannten die Schwester und der Oberarzt zu dem roten Blinklicht am Ende des Korridors. „Lungenentzündung“, erklärte der Pfleger. „Wenigstens war das gestern der letzte differentialdiagnostische Sachstand, wenn ich das entziffern kann, was der Kollege notiert hat.“

Ich hatte den restlichen Kaffee heimlich in den Kübel mit den plastiniert aussehenden Ficusästen entsorgt und suchte nun irgendeine Möglichkeit, auch den Plastikbecher in ein nicht für Bio- oder Krankenhausmüll reserviertes Depot zu schmeißen. „Die Dokumentation ist schon wichtig“, erklärte der Pfleger. „Wir haben nur nie Gewissheit, dass sie auch irgendeiner liest. Stellen Sie sich vor, es käme zu Unregelmäßigkeiten. Der Pneumothorax aus 614 ist letal. Ein Beinbruch überlebt die Nachtschicht nicht. Doktor Wilcke zeichnet den ganzen Scheiß ab, weil er ins Bett muss.“ Mich fröstelte. „Es ist wie Überwachungskameras. Das spart jede Menge Polizistengehälter, verspricht aber nur die schnelle Aufklärung von Verbrechen, die man vorher hätte verhindern können – und auch das ist Selbstbetrug, denn wer gibt hinterher schon durch Ermittlungen zu, dass er vorher jahrelang und aus Gier versagt hat.“ Siebels nickte. „Das ist der Punkt.“ Er zog ein Streichholz aus der Manteltasche und schob es sich zwischen die Zähne. „Genau deshalb stopfen wir den Leuten mit schmalzig verfilmten Arztromanen die Augen zu, damit sie nicht nachdenken über das Gesundheitssystem, in dem Ärzte und Pfleger auf Verschleiß gefahren werden.“ Der Kameramann schwenkte zu Schwester Petra. „Hypovolämischer Schock“, sagte sie knapp. „Herr Doktor Wilcke ist noch an der Dokumentation, bitte warten Sie mit dem nächsten Notfall noch eine Viertelstunde.“

Meine Zunge fühle sich trocken an. Der Pfleger schrieb Nachrichten mit der Kollegin aus der Säuglingsstation. Der Tontechniker schien sich mit einer spontanen Depression anzufreunden. Doktor Wilcke ließ eine Packung filterlose Zigaretten in die Kitteltasche gleiten und nickte in die Runde. „Ja“, grummelte Siebels, „gut. Gut, gut.“ Ich fühlte nach Kleingeld in meiner Hosentasche, als er sich plötzlich zu mir wandte. „Wenn Sie in den nächsten drei Tagen nichts vorhaben, wir drehen in der Mordkommission.“





Multifunktionaler Zugriff

5 11 2019

„… dass sämtliche Gesundheitsdaten künftig an Drittnutzer weitergegeben würden. Spahn erhoffe sich von einer Nutzung durch andere Interessenten eine Transparenz, die zum Wohl der gesamten…“

„… das Ministerium die Entscheidung damit verteidigt habe, dass die pharmazeutische Industrie genauere Daten über den Bedarf an Medikamenten brauche, da sie bisher nur durch Bestellungen und Umsätze ihren…“

„… in pseudonymisierter Form vorlägen. Es müsse eine Rechenleistung aufgewendet werden, die nur 300.000 Versicherte pro Sekunde wieder entschlüsseln könne, was für die Käufer der Daten in manchen Fällen gar nicht…“

„… verstehe Spahn die Aufregung nicht. Da die Bürger sich per E-Mail und in den sozialen Medien viel häufiger über gesundheitliche Beschwerden unterhielten, was er aus dienstlichen Unterredungen mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz wissen, könne man nicht den…“

„… die Daten zwar verkauft würden, die Versicherten daraus allerdings nicht zwangsläufig einen Anspruch auf finanzielle Erstattung ableiten könnten, da es kein rechtlich einwandfreies…“

„… die gesetzlichen Krankenversicherungen im Verkauf der Daten keinen Bruch der europäischen Datenschutzgrundverordnung sehen würden, da es sich nur um eine nationale Sammlung von…“

„… dass das deutsche Gesundheitssystem mehr Planungssicherheit brauche. Die Datenhändler seien technisch wesentlich besser ausgestattet als die nationalen Behörden und könnten daher wesentlich bessere Analysen mit dem…“

„… brauche Spahn keine Zustimmung der Versicherten zur Datenweitergabe. Die Bürger seien im Regelfall nicht freiwillig erkrankt und müssten daher sämtliche Leistungen der Krankenkasse ohne eigenes…“

„… die Forschungsabteilung der Konzerne beruhigen könne. Sollte zum Beispiel der Verlauf einer medikamentösen Therapie nicht klar aus einem Datensatz abzuleiten sei, so helfe das Ministerium natürlich schnell und unbürokratisch mit dem Entschlüsseln der…“

„… habe Spahn den Vorwurf eines Betruges empört zurückgewiesen. Das geplante Vorhaben heiße absichtlich Digitale-Versorgungs-Gesetz, da es die Versorgung der Wirtschaft mit Daten für eine möglichst…“

„… nochmals auf die Transparenz der Daten hingewiesen hätten. Die Krankenkassen würden jeweils am Ende einer mehrjährigen Periode den Versicherten mitteilen, an welche Unternehmen ihre Datensätze verkauft worden seien. Es werde jedoch nicht übermittelt, welcher Gewinn mit den Daten erzielt worden sei, da dies mit der DS-GVO nicht in Einklang zu…“

„… festgeschrieben sei, dass die Daten nur zu Forschungszwecken verwendet werden dürften. Die schließe für das Gesundheitsministerium nicht aus, dass beispielsweise geforscht werde, ob sich bei einer bestimmten Diagnose der Verkauf einer Versicherung oder eines Mobilfunktarifs noch…“

„… sichere der Datenbestand die deutsche Wirtschaft auch generationsübergreifend. So könne man anhand von psychischen Erkrankungen oder Tumorleiden in der Verwandtschaft schon heute die berufliche Zukunft von Kindern sehr viel genauer steuern und durch Verzicht auf unnötige…“

„… und je nach Morbiditätsmuster bessere Berechnungen anstellen könne, welche Leistungen noch sinnvoll seien. Dies könne im Einzelfall zu einer Verkürzung schwerer Leiden beitragen, die Spahn als Christdemokrat ausdrücklich…“

„… dass eine Löschung der Daten nicht vorgesehen sei. Dies sei zwar rechtlich zwingend notwendig, man verleite dadurch aber den Bürger, von seinem Recht Gebrauch zu machen, was sich abschreckend auf die Kunden des…“

„… die Erfassungssoftware weitaus weniger kostspielig als veranschlagt gewesen sei. Die mit der Ausarbeitung des Gesetzesentwurfs beauftragte Kanzlei habe einen Kontakt nach China genutzt, um ein bereits erprobtes Datenbankprodukt an den europäischen Markt anzupassen und durch diverse Schnittstellen für den multifunktionalen Zugriff in eine viel bessere und…“

„… die Zusammenführung von Gesundheits- und Sozialdaten mit anderen Quellen zunächst noch nicht geplant sei. Laut Ministeriumssprecher habe Spahn bisher erst von einem Ressort keine Ahnung und werde dieses Projekt im Laufe der nächsten…“

„… der Bundesdatenschutzbeauftragte nicht mit dem Gesetz befasst worden sei. Das Ministerium habe ihn nicht informiert, da die Industrievertreter bereits in ausreichendem Maße ihre Zufriedenheit mit dem…“

„… die Empfehlung ausgesprochen habe, nur verschlüsselte Datensätze zu speichern. Spahn wolle sich gleich im kommenden Jahr ein Fachbuch besorgen, um auf der geplanten Anhörung mitreden zu können über die…“

„… nur für gesetzlich Versicherte gelte. Die Einführung eines zwar teureren, aber dafür nicht betroffnen Basistarifs mit Abhörschutz in einer Privatversicherung könne beispielsweise durch den Verkauf einer Eigentumswohnung, durch die Verpfändung aktueller und zukünftiger Gehälter, den Verkauf von Organen oder eine problemlose…“