Für’n Dreier

10 12 2017

Nun hat es also auch die Weißblauen erreicht. Bayerische Diesel, sagt die Deutsche Umwelthilfe, fahren die Abgasreinigung bei hoher Drehzahl von selbst herunter. Also da, wo man aus Freude am Bleifuß durch die Landschaft knallt, weshalb man ja eine überteuerte Heizölschleuder angeschafft hat und kein Elektro-Kfz. Die Tatsache selbst ist nicht so amüsant wie die Aussage der BMW-Entwickler. Sie haben, so der Vorstand, schlicht keine Ahnung, wie ihre Wagen funktionieren. Wissen aber, dass die Abschaltung, die es gar nicht gibt, da sie technisch nicht möglich ist, unbedingt zum Schutz des Motors verbaut werden muss. Etwas Hirn hätte da gereicht, bevor es die Birne im Feinstaub wegnebelt. So für’n Dreier. Passt schon. Die anderen Anzeichen, dass Atmen zu Schäden unter der Schädeldecke führen können, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • polizeiführung: Das müssen diese regierenden Sicherheitsbehörden sein, von denen die CSU immer spricht.
  • spd quoten: Eine völlig neue Definition von Minderheitsregierung.
  • terroristische gefahr staat: Nicht generell, das höchste Risiko geht vom Innenminister aus.
  • vollbart salafismus: In diesen Tagen tragen sie außerdem rote Mäntel, aber das täuscht.
  • höcke polen: Zumindest molekulargenetisch ist er ja schon wieder drüben.
  • horst mahler tot: Es tut mir leid.
  • weihnachten blockflöte: Wenn Sie dreißig Sekunden lang keine Blauhelme sehen: schießen Sie.
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Gernulf Olzheimer kommentiert (CCCXCV): Die Schnipselflut

1 12 2017
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Rrt spuckte in die Hände. Das von der Sippe bestellte Fresko stand kurz vor seiner Vollendung, Säbelzahnziege und Wollelefant flohen vor dem Speer des Jägers, der Schwager mit dem fusseligen Bart war am linken Bildrand noch einigermaßen lebendig, was sich mangels Zeitfaktor nicht visuell darstellen ließ. Zur Anfertigung des Werks waren ein paar Klumpen Ocker vonnöten, das Ergebnis sollte unbeschadet bis in die Postmoderne halten, wenngleich dies zum Zeitpunkt der Werkerstellung so nicht vorauszusehen war. Sorgenfrei konnte der prädiluviale Schöpfer seine Umwelt reflektieren und auf die Ostwand der Eigentumshöhle das Ergebnis in mythologischer Überhöhung bannen: die Große Göttin, erkennbar an der Rundform sämtlicher Körperteile, wacht noch Jahrtausende später über der Szenerie. Weiß der Hominide auch nichts von der Ewigkeit, so ahnt er wenigstens den Rahmen seiner transzendentalen Tätigkeit. Das Bild als indexikales Zeichen erreicht trotz allem seinen Empfänger, wird es auch in eine Zukunft geworfen, die nicht zu fassen ist. Heute jedoch, wo diese Zukunft sich bereits manifestiert, gehen die Bilder unter in der Flut, die sie selbst erzeugen. Schnipsel, überall Schnipsel.

Das allfällige digitale Endgerät hat dem Beknackten die Kontrolle aus der Hand gewunden. Überall schwenkt und knipst es, nimmt auf und speichert, schleudert Daten und pflastert die Kulisse mit farbigen Positiven. Nichts oberhalb der Erdkruste bleibt langfristig unaufgenommen, alles wird in traute Viereckform gestopft, Sekunden später mit Unschuldigen geteilt, die sich Fotos von Weihnachtsmärkten antun müssen, Katzen, Kuchen, Modeschmuck, spielende Kinder, kurz: das optisch erfassbare Grauen des Planeten in konzentrierter Form, wie es sich kein Apokalyptiker hätte aus der trüben Hirnrinde hätte wringen können. Seinen Anfang nimmt es im Auge des Betrachters, und da beginnt auch der Prozess der medialen Verbreitung.

Das Selfie, jene von Realitätsallergikern in den allgemeinen Diskurs geprügelte Form der Verblödung, die die Egogesellschaft im wahren Sinn des Wortes spiegelt, spielt auch nach dem Nachlassen der Medikamente nur in der eigenen Birne. Es ist nur Störschall im weißen Rauschen, eine von vielen überflüssigen Facetten, die keinen anderen Menschen je erreichen, Schaumkronen auf der Pixelflut, eine Nullinformation, die sich auf ein nicht existentes Image beziehen, Marketing für eine Blase voller Dünnluft. Abgesehen von der reinen Abbildungsfunktion ist das stetige Aufnehmen und Verteilen der eigenen Front eine unsubtile Form der Kontrolle – die Unterwerfung unter das Diktat der stereotypen Ausbringung von Lebenszeichen macht aus dem Selbstschnipsler einen unfreiwilligen Lieferanten von Füllstoff für die große digitale Deponie, die Netze und Nutzer verstopft, virtueller Plastemüll in Datengestalt, der sich in Strudeln und schwarzen Löchern zusammenschmoddert. Vor dem Hintergrund der reinen Masse wird jede Aussage im Bild quasi unsichtbar – der universale Matsch wird zur Lawine, die alles Denkbare mit sich fortreißt.

Längst haben sich eigene Kulturtechniken aus dem Umgang mit der Materie entwickelt. Minuziös porträtiert der Bekloppte seine Nahrungsaufnahme, stapelt Salatstreifen und Käsebröcken nach dem Goldenen Schnitt, belichtet das Produkt und zieht Filter über die Angelegenheit, um der Mitwelt mit Nachdruck in die Birne zu schwiemeln: ich drücke mir gerade Kalorien hinters Zäpfchen. Normal ist es mittlerweile, Mahlzeiten auf Umgebungstemperatur abkühlen zu lassen, weil das bildgebende Verfahren die komplette Zwischenzeit einnimmt, in der die Entropie auf ein wünschenswertes Maß gelangt ist. Eine ganze Generation inszeniert hartnäckig und liebevoll Haute Cuisine, während sie sich hinter dem Objektiv schnöde Tütensuppe reinpfeift. Auch dies dient als Ablenkungsmanöver, und wieder ist es das Subjekt, das sich einbildet, irgendwer würde sich für seine Schlappschüsse interessieren.

Die Steigerung des Sinnlosen in die Tristesse schließlich ist das Bewegtbild, der Fetzen aus dem Leben, das keinen kümmert. Außerirdische werden eines Tages den Schutt wegfegen, Festmeter von Flashspeichern freilegen, sich äonenweise Filmchen in die lichtempfindlichen Organe quetschen, und sie werden merken: sie dokumentieren nichts, es ist keine Kunst, es steht in keinem inneren, in keinem äußeren Zusammenhang, es hält wenig fest, beweist nichts, prognostiziert nichts, die Aussage geht gegen Null (abgesehen von der Tatsache, dass das Medium die Botschaft ist), es ist die totale Aufzeichnung, das Gedächtnis plus eingebrannte Amnesie, die auf Halde produzierte Redundanz, die die Menschheit in allen Epochen über ihre eigene Beklopptheit gerettet hat. Nicht auszuschließen, dass der Vanitas-Gedanke hier kulminiert, um in einem orgiastischen Mahlstrom das Dasein zu Sperrmüll zu verarbeiten. Vielleicht kriegt die Menschheit das mit der Quote an Katzenvideos irgendwie geregelt. Wer weiß, was der nächste Urknall sonst bringt.





Opferkult

26 11 2017

Die Braunen in Thüringen rufen zum Widerstand auf. Ohne jeden Beweis für seine Anschuldigung plärrt das Reichswaschweib Höcke, dass der linksextremistische Mainstream seine Kinder beobachtet und (schon sehr interessant, wenn ein Soziopath sofort weiß, was man aus denen alles herausbekäme) verhört hat. Sofort fordert der Verein um den Amtsrichter Maier die geistig minderbemittelten Mitläufer Spenden, wissend, dass jeder nicht gerechtfertigte Vorwurf einen greinenden Versager wie Höcke nichts kostete, würde nicht das Strafgericht ihm mit der stumpfen Seite der Axt ein unangenehmes Erlebnis bescheren. Die AfD darf sich gerne treu bleiben, wir wissen es zu schätzen. Mit erstunkenem Opferkult Geld eintreiben gehört ja zum Kerngeschäft. Alle weiteren Anzeichen, dass die Partei die Schande Deutschlands repräsentiert, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • schwarzsehen: Eher sehen die Grünen Rot.
  • jahresendfigur vollmilch: Gilt ernährungstechnisch immer noch nicht als Geflügel.
  • merkel seehofer: Machterhalt schließt sich nicht aus.
  • intelligenztest nazis afd: Die Besetzung dieser Partei erkennt man auch ohne Intelligenztest.




Auf den Hund gekommen

15 11 2017

„Nehmen Sie Hunde“, hatte Herr Breschke gesagt. „Hunde gehen immer!“ So kam der Freitagstexter also auf den Hund. Und damit wäre auch dies abschließend geklärt.

Man ist ja mit dem besten Freund des Menschen hierzulande etwas pusselig. Noch Loriot bekam das zu spüren, als er seinen Cartoon-Klassiker nicht mehr weiterführen durfte. Der nationale Spießer, knapp der Entnazifizierung entwachsen, wollte den aufmüpfigen Zeichner lynchen. Beim Hund versteht der Deutsche bekanntlich keinen Spaß.

Hier also Tess, unterwegs in dienstlicher Mission und daher besonders schützenswert. Macht man sich über ein solches Tier etwa lustig? Darf das Satire? und wenn ja, bei wem kann man sich beschweren? Harmlos, nicht zu sagen hundgerecht ist doch die Herangehensweise, dem Tier aufs, sagen wir mal, Maul zu schauen. Macht Lakritze. Dafür eine Hundemarke in Bronze.

„Grrrrrrrrrrr. Wählscheibe.“

Aber dann. Das Wort. Das, welches man zum Beispiel im deutschen Fernsehen, und es gab ja damals kaum, wir hatten ja nichts, das kann man sich heute gar nicht mehr, meine Damen und Herren, angesichts der Lage, in der wir uns befinden. Ein Leben, als solches betrachtet, wäre auch in diesen Tagen möglich, aber sinnlos. Die silberne Hundepfeife für den Wortmischer.

„$(#€!$$-Warteschleifenmusik! … Ich werd noch zum Mops.“

Wann haben Sie das letzte Mal einen guten Beitrag über den Mops im Allgemeinen gesehen? Ich wüsste jetzt nicht, wer das in den vergangenen Jahren noch zu leisten bereit gewesen wäre. Aus meiner Feder jedenfalls kam da nichts. Nicht mal über den deutschen Schäferhund, und selbst über den Dackel an sich nur selten. Und ich schreibe eh nichts mehr fürs Fernsehen.

Und damit sind wir schon auf der Zielgeraden. Der Gebrauchshund, nicht nur dem Menschen ein Gefährte, sondern auch sein dienstbarer Geist (und für manche das einzige, das überhaupt Geist hat), die älteren unter den Lesern werden sich erinnern, ist ein kongenialer Partner des Inspektors, mitunter überholt er ihn gar in der Rangordnung. Nicht nur in der üblichen Taxonomie. Das wäre es dann auch, folglich geht das goldene Halsband an den kulturflaneur für die hier sicherlich artgerecht erlassene Vorschrift zur Benutzung von Fernsprechgeräten.

– Kommissar Rex?
– Ja, am Apparat.
– Bitte, holen Sie mich raus hier!

Herzlichen Glückwunsch! Am Freitag, den 17. November wird der Freitagstexter dann wieder einmal beim kulturflaneur gastieren. Bringen Sie Hundekuchen mit. Oder wenigstens ein Gummihuhn.





Heldengedenktage

12 11 2017

Immerhin ist dieser Versager der einzige Nazi, der von einem faschistischen Staat als unerwünschter Ausländer rausgekegelt wurde. Horst Mahler, die Discountversion von Rudolf Heß, hockt im Knast, leugnet bei jeder sich bietenden Gelegenheit den Holocaust und stilisiert sich zum Staatsfeind hoch. Wie es die anderen Berufsopfer vom braunen Rand auch machen, mit einer Ausnahme: Mahler, das winselnde Würstchen aus Brandenburg, ist längst nicht mehr in der Lage zu einer Existenz außerhalb der JVA. Alle weiteren Anzeichen, dass die Braunen nichts anderes wollen und können, als sich vom verhassten System durchfüttern zu lassen, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • keine wurstreste verkaufen: Sie verkaufen dann nur den Anfang.
  • ausländerfeindliche partei: Es ist alles eine Frage der Dosis.
  • kampfansage gegen hartz iv: Macht die SPD spätestens im nächsten Wahlkampf wieder.
  • scheues reh: Das einzige, das Menschen überfährt.




Lucky Number

10 11 2017

Freitagstexter

Was die nach Eratosthenes gesiebten Nummern, die aber nicht an der Stelle ihrer vielfachen Vielfachen, falls sie nicht… Zu kompliziert. Wir sind verhältnismäßig schnell bei 43. Eine der von Gauß vermuteten Heegner-Zahlen. Der Freitagstexter setzt einmal mehr auf sinnfreies Nischenwissen, trotzdem: Herzlich willkommen!

Anders nämlich als beim Wortmischer, wo es in weltpolitischer Sicht vor allem um die Geschäftsordnung ging. Das saß. Und wir widmen uns nun im traditionellen Blogkreisel einmal mehr den naheliegenden Dingen.

Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Und was will uns der Dichter damit sagen? Schwierige Fragen, zumal an einem Freitag. Nicht spräche dagegen, sie mit kritischen Gegenfragen zu beantworten oder mit einer ungereimten Ode auf die Vermutungsfähigkeit einer Bildinterpretation. Die Regeln geben da bekanntermaßen erfreulich wenig her. Alles geht.

Dienstag, der 14. November 2017 um 23:59 Uhr. Dann aber wird hier feierlich das Bild unter Anwesenheit zweier Sportzeugen (einer davon mit Blockflöte) verhüllt, nach kurzem Absingen von Kinderliedern westfälischer Provenienz knirscht der Schlüssel im Türschloss, und in Ermangelung von weißem Rauch wird dann die Entscheidung der Jury am Folgetag bekannt gegeben. So ist der Plan.

Ein Schnappschuss aus der State Library of New South Wales wird uns für diesmal erheitern. Klick macht, Sie wissen’s schon, groß.





80 Millionen

29 10 2017

So hoch ist die Summe, die Albrecht Glaser, die erst beim der Bundespräsidenten-, dann bei der Bundestagspräsidentenwahl eingereichte Urinprobe der Nationalsozialisten die Stadt Frankfurt an Main gekostet hat. Vielleicht sehen wir ihn ja bald als Miss Germany oder Galopper des Jahres. Da wird er dann aber auch nicht gewählt, weil die Bilderberger ihrem Islamisierungsauftrag ja sonst nicht nachkommen würden. Wer profitiert davon? 80 Millionen. Alle weiteren Anzeichen dafür, dass die Weisen aus Zion alles im Griff haben, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • auswanderungsgesetz: Mir würde da ein AfD-Parteibuch zur Qualifikation reichen.
  • obergrenze iq: Gut, CSU reicht auch.
  • reichsburger metternich: Der Kongress tanzt.
  • österreich anschlussfähig: Sammelt Sellner deutsche Pissoirgutscheine?