Public Shaming

24 08 2017

„… wolle die Regierung Hassbotschaften im Internet nicht weiter hinnehmen. Es sei angedacht, die Verfasser durch eine spezielle Datenbank, die auf Anfrage auch von Medien und privaten…“

„… in der Bundesrepublik umsetzbar seien, wenn die Justiz Warnschussarrest und Prügelstrafe nicht als einzige Möglichkeiten einer…“

„… nicht wüssten, wie ihre Nachbarn hießen, ob sie einen Migrationshintergrund besäßen oder wie viele Personen sich dauerhaft in ihrem Haushalt aufhielten. Das Bedürfnis der Bürger nach mehr Information über ihre angrenzenden Bewohner sei also gar nicht hoch genug zu…“

„… eine genaue Grenze ziehen müsse zwischen justiziabler Beleidigung und Meinungsäußerung, welche zwar als solche auch dem Ermessen eines Seitenbetreibers unterliege, strafrechtlich aber nur unter ganz bestimmten…“

„… nicht die Schule schwänzten, würden sie rechtzeitig durch einen amtlichen Aushang beim kommunalen Blockbevollmächtigten von den Folgen ihres widerrechtlichen Tuns in Kenntnis gesetzt. So bleibe den Behörden nur die…“

„… den Kompromissvorschlag einiger Internet-Konzerne unter der Führung von Facebook sehr genau prüfen wolle. So sei noch nicht hinreichend geklärt, ob die Auszeichnung mit einem roten Punkt die eindeutig kontroverse Äußerung im Sinne des verfassungsrechtlichen…“

„… Betrug nicht als veröffentlichungswürdiges Delikt gewertet werde, es sei denn, es halte sich um Verdachtsfälle, die im Rahmen einer Sozialleistung in den…“

„… im Gegensatz dazu die rechtskräftige Verurteilung wegen eines Vermögensdeliktes nur auf Antrag bekannt gegeben werden dürfe. Da Ermittlungen oder ein laufendes Verfahren gegen Mitglieder von Parteien, die in Bund, Ländern und Gemeinden in den…“

„… die juristische Bewertung der Kommentare nicht der Mehrheitsmeinung überlassen wolle. Facebook habe vielmehr beabsichtigt, Anwälte aus Neuseeland, Tansania, Saudi-Arabien und der Demokratischen Volksrepublik…“

„… auch Steuerhinterziehung nur dann der Öffentlichkeit publik gemacht werden dürfe, wenn eine dreistellige Millionensumme im…“

„… könne man die Einstufung auch durch ein Ampelsystem mit Punkten ermitteln. Es sei daher erforderlich, die jeweils relevanten Werte für eine Beleidigung, Verleumdung oder Volksverhetzung in einen Algorithmus zu…“

„… die gesamte bayerische Landesregierung Verfassungsbeschwerde eingelegt habe. Noch sei zwar kein Strafverfahren gegen…“

„… die einer Bundes- oder Landesregierung angehört hätten. So sei die straflose Beschäftigung im …“

„… gelte auch für Holocaustleugner. So wolle Facebook nach einer rechtskräftigen Verurteilung wie bei allen anderen potenziellen Straftätern die Persönlichkeitsrechte, zu denen natürlich auch die theoretische Unschuldsvermutung…“

„… die üblichen Forderungen nach drastischen Erhöhungen der Freiheitsstrafen diesmal ausbleiben würden. Der Innenminister habe die Polizei darauf eingestimmt, die öffentliche Zurschaustellung der mutmaßlichen Verdächtigen eigenhändig in den…“

„… das Einhalten von Normen nicht nur von Demonstranten bei der Inanspruchnahme von verfassungsmäßig garantierten Rechten fordere. Die Polizei sei jedoch größtenteils intellektuell zu sehr von den Erfordernissen eines regierungsseitig…“

„… auf vielen Seiten. Daher werde ab sofort bei einer berechtigten Meldung, die zu einer Sperrung der betreffenden Seite sowie zur Weiterleitung der Daten an die Staatsanwaltschaft führe, auch der meldende Account wegen vorsätzlichem…“

„… könne Public Shaming im großstädtischen Bereich durchaus zu einem sozial akzeptierten Event werden, das die…“

„… sich ein starkes Gemeinschaftsgefühl unter den Rechtsradikalen entwickle, wenn Verfahren gegen Hasskommentare zwar angestrebt würden, aber regelmäßig ins Leere liefen. Facebook halte dies allerdings für eine gute Entwicklung, da es zu einer Entwicklung von starkem…“

„… nicht gutheiße. Andererseits sei der sich entwickelnde Volksfestcharakter der Anprangerung ein gerade im Osten erfreulicherweise als…“

„… nicht offenlegen wolle. Ein Algorithmus, der zielgruppenspezifische Werbeanzeigen für rechtsradikale Straftäter steuere, sei ein für die strategische Planung des Unternehmens derart wichtiges Projekt, dass strafrechtliche Ermittlungen nur mit Einwilligung des…“

„… private Daten im Internet nicht veröffentlicht werden dürften. Das Justizministerium sei sich sicher, dass durch den Datenschutz die meisten Straftaten bereits im Keim…“

„… eine Folge der personellen Unterbesetzung sei. Aus arbeitsökonomischen Gründen müsse man vereinzelte Offenlegungen von privaten Daten rechtsradikaler Straftäter schnellstmöglich aus dem Internet entfernen, während die Publikationen der Nationaldemokraten und entsprechender Verbände schon auf Grund ihres Listencharakters keine…“

„… die sozialen Medien gewohnte Standards umsetzen wollten. So dürfe man rechtsradikale Straftäter erst dann melden, wenn sie mehrmals auf Bildern identifiziert worden seien, die aus stark unterschiedlichen Perspektiven oder zumindest…“

„… alle Mitglieder der CSU sowieso ihre Familien, Freunde und Bekannte dritten Grades unter gesetzliche Immunität stellen müsse, da sonst das öffentliche Leben in Bayern sofort…“





Umgangsformen

20 08 2017

Das Geschäft des Kommentators, besonders in den unergiebigen Phasen des Sommers, besteht ja darin, unter den Absonderungen der Politiker die selbst für routinierte Heißluftverursacher bemerkenswert bekloppte Materie auszumachen, die sonst schnell im Dunkel verschwände. Nicht so der Meister des größten Kleinstkaros: Bundesleitplankenminister Dobrindt, der sicher schon als Kleinkind an einer Datenautobahnraststätte ausgesetzt wurde, empfahl in einem Bierzelt – müßig zu fragen, wo die CSU sich sonst aufhielte, ist dies doch das natürliche Habitat ihrer Mitglieder und Wähler – den Umgang mit seinen Nachbarn einstellen, vorausgesetzt, diese würden in Erwägung ziehen, SPD zu wählen. Die Umgangsformen der geistigen Wanderbaustelle befinden sich gerade auf der Umgehungsstraße. Der Fußball spielenden Neger war schon zweimal dabei und darf nicht wiedergewählt werden. Aber man sollte die Absicht des bajuwarischen Bübchens nicht gering schätzen. Er will halt nicht, dass verfassungstreue Bürger mehr als nötig mit seiner Partei konfrontiert werden. Alle weiteren Anzeichen für gefährliche biochemische Prozesse in den Tiefen des Sommerlochs wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • im auge des betrachters: Die meisten Splitter zieht man sich beim Einrichten in der Schublade ein.
  • afd kunst: Immerhin werden sie ihrem Image als Verbotspartei gerecht.
  • sanifair ratzinger: Vermutlich werden die Dinger jetzt schon beim Abendmahl ausgegeben.
  • weidel arbeitsscheu: Asozial, das Wort heißt: asozial.




Ein Quantum Sanctus

6 08 2017

Die Römisch-katholische Kirche hat die Regeln ihrer regelmäßigen Imbissveranstaltungen noch einmal präzisiert: kein Pardon für Allergiker. Die geweihte Semmel, jenes gebügelte Plätzchen, das nur aus reinem Weizenmehl bestehen darf, ist nicht in der glutenfreien Variante erhältlich. Sie wäre sonst ungültige Materie – ein interessantes Konzept für Priester, die an Personen glauben, die aus rein göttlicher Gnade und ohne Quanteneffekte an zwei Orten gleichzeitig existieren können. Als Ausgleich erfand der umbrische Pfarrer Gianfranco Formenton die Treuepunkte für den beim Picknick üblichen Messwein. Wer stets in San Martino in Trignano bei Spoleto die Eucharistie empfängt, wird mit einem Gläschen Prosecco belohnt. Offenbar ist etwas dran an der Weisheit, der Mensch lebe nicht von Brot allein. Alle weiteren Anzeichen, dass der Vatikan weiß, wie man Prioritäten setzt, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • pofalla toupet: Es blieb versehentlich im Gepäcknetz liegen.
  • knie entspannen: Öfter mal gezielt zutreten, wenn es sich lohnt.
  • pudding selber machen: Es gibt eine Welt jenseits dieser bunten Tütchen?
  • zölibat urlaub: Manche können das schon gar nicht mehr trennen.




La Paloma

2 08 2017

Einmal muss es vorbei sein. Der weiße Wal kommt heute nicht mehr. Joe DiMaggio hat keine Lust zum Angeln. Nur die beiden Landstreicher stehen noch immer da unten und trauen sich nicht auf die Leiter. Irgendwie hat wohl auch dieser Freitagstexter nasse Füße bekommen. Und guckt.

Vermutlich ist Herr Karlsson längst erwachsen geworden und hockt vor der Tür, während innen Fräulein Bock den Staub von der Decke holt. Das Klapppodest könnte wieder einmal unter der Dachschräge hervorgeholt werden, aber Hildegard schüttelt den Kopf. Ferienzeit. Der Handwerker hat ohnehin viel Schmutz hinterlassen, im Gegensatz zur Küche regnet es draußen gerade, die Tage werden wieder kürzer, mit anderen Worten: der zwischendurch leicht angewachsene Wettbewerb gleitet in eine sanfte Sommerruhe ab.

Es bleibt uns nichts anderes übrig, als zur Tat zu schreiten. Wir sind skeptisch. Käpt’n Iglo nagt noch mal trübselig an der Vierkantforelle. Hat da einer versehentlich am Tidenhubschrauber gespielt? Wir wissen es nicht. Nicht mal derChristoph.

Warten auf die Flut.

Habemus principem! Jedenfalls geht der Pokal, der umgedreht einer Schiffsglocke gleicht, mit schaurigen acht Glasen (Döng-Döng! Döng-Döng! Döng-Döng! Döng… Döng!) zu Beginn der dritten Tagwache für diesmal an denChristoph. Herzlichen Glückwunsch! Hildegard fächelt sich und den Gästen Luft zu, verteilt Zitrone – der Tee ist halt saisonal angepasst – und fragt bei Molloy nach, ob er das noch mal schreiben möchte. Er meint, das wäre schwer auszudrücken. Am 4. August 2017 geht es weiter. Ich fantasiere vielleicht ein wenig, ich schmücke vielleicht etwas aus, aber im Ganzen gesehen war es so. Ahoi!





Pfirsich

28 07 2017

Freitagstexter

Nein, es war gar keiner. Zucchini sind als Gartenkürbisse recht weit entfernte Verwandte der Rosenartigen zwar irgendwo auch in der Nähe der Steinobstgewächse, aber das war es dann auch. Der aktuelle Freitagstexter ist demnach mal wieder ganz anders, trotzdem: Herzlich willkommen!

Beim SchafPiraten jedenfalls ging es um nachwachsende Rohstoffe, genauer: Bären. Rein landwirtschaftlich muss man dabei zwischen Erd- und Braunbären unterscheiden, da erstere bei unsachgemäßer Handhabung hartnäckige Flecken hinterlassen, letztere für die Aufbewahrung im Kühlschrank meist nicht zu begeistern sind. Kleinere Exemplare sind gutmütig, leise, schnarchen nicht und sind ausgesprochen reiselustig. In Neckarnähe leben vereinzelt wilde Heidelbären. Und damit wären wir auch schon fast bei den Blaubären angelangt.

Das so bekannte wie auslegungsfreudige Regelwerk des Wortmischers erlaubt es nun, bis Dienstag, den 1. August 2017 um 23:59 Uhr sich Gedanken zu machen über die merkwürdige Gegend, in der ich lebe. Milchläden gibt’s keine mehr, dafür werden Verkehrsschilder umhäkelt, ab und an stehen Plakate von Politikern ohne (!) aufgemalte Schnurrbärte in der Gegend herum – kurios. Ich bin manchmal erstaunt über meine eigene Geduld. Und damit bin ich nicht alleine, wie dieser Schnappschuss wohl zeigt. Klick macht, wie immer, groß.





Befleckung

23 07 2017

Er ist kein Nazi, aber. Der schleswig-holsteinische AfD-Landtagsabgeordnete Volker Schnurrbusch, dessen Hauptbeschäftigung darin besteht, sich von Identitären und Hitlerverherrlichern zu distanzieren, bekam gerade seine Immunität unter dem Hintern weggezogen. Eine polizeiliche Durchsuchung seiner Büroräume im Kieler Landeshaus fand dann auch die vermuteten SA-Devotionalien – der im Privatleben bisher nur wegen Körperverletzung zum Nachteil von rivalisierenden Parteikollegen aufgefallene Kriegsschuldleugner hatte sein neues Uniformzubehör sicher nur griffbereit gelagert, falls er nach der Machtergreifung den Dönitz geben sollte. Alternativ für Deutschland könnte man auch annehmen, dass sein rechtes Personal gerne mal mit den geeigneten Gegenständen seine Pausen im Sanitärbereich verbringt. Alle weiteren Anzeichen, dass die blauen Flecken langsame braun werden, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • kontrollwahn im ministerium: Was meinen Sie, wenn da einer zu denken anfinge.
  • außerirdische karnevalskonstüme: Wem sagen Sie das, ich muss mich auch jeden Tag in diese Menschenhaut reinzwängen.
  • hervortretendes auge hamster: Nehmen Sie dem Tier die Bilder von Trumps Frise weg, es regt ihn zu sehr auf.
  • schwert fisch: Die in Walform waren schon aus.




Aliens

12 07 2017

„Diese Dinger kann man doch verbieten?“ „Wie soll das denn gehen?“ „Wenn der Minister gegen die vorgehen will, werden wir das auch genau so umsetzen. Wir sind ein SPD-geführtes Ministerium, wir wissen, was wir tun. Algorithmen sind unser Feind.“

„Sie wissen auch genau, was Sie da tun?“ „Bis jetzt hat uns noch keiner gesagt, dass das nicht mit der Verfassung zu vereinbaren ist, deshalb haben wir uns mit den Fragen inhaltlich noch nicht befasst.“ „Und wenn Ihnen einer gesagt hätte, dass das verfassungswidrig ist?“ „Dann hätten wir es erst recht nicht getan. Wir hätten dem Minister beibringen müssen, was eine Verfassung ist.“ „Hätte Sie das überfordert?“ „Nein, aber ihn.“

„Also weiß er nicht, was Algorithmen sind?“ „Irgendwas Digitales, nehme ich an.“ „Nehmen Sie an?“ „Wir nehmen an, dass er das annimmt.“ „Er nimmt das also an?“ „Er nimmt bis auf Vernunft alles an.“ „Und wenn jetzt jemand ein Gesetz…“ „Das muss dann aber digital sein.“ „Weil er weiß, was Gesetze sind?“ „Er nimmt an, nein: wir nehmen an, dass er annimmt, dass er weiß, was digital ist.“ „Daher hält er Algorithmen für digital?“ „Oder für eine Art Gesetze.“ „Und wir sollen dann annehmen, dass wir damit zurechtkommen?“ „Das nehme ich an.“

„Hat dem Minister überhaupt schon mal jemand erklärt, was Algorithmen sind?“ „Nehme ich an.“ „Das ist doch…“ „Ich nehme aber auch an, dass er es nicht kapiert hat.“ „Weil er mit seiner digitalen Antidiskriminierung nicht kapiert hat, was digital ist?“ „Er hat nicht kapiert, was Diskriminierung ist. Deshalb muss er nun digital dagegen sein.“ „Diese Antidiskriminierung funktioniert doch bisher auch nicht.“ „Deshalb braucht er ein Gesetz, das in diesem Interwebnetz auch cybermäßig nicht klappt, dann kann er Online-Surfen auf der Datenautobahn auch… nee, ich komm noch mal rein.“

„Egal, bisher kann jeder Finanzdienstleister mit einem Algorithmus ausrechnen, wem er einen Kredit gibt und wem nicht.“ „Das ist ja auch ganz im Sinne der Wirtschaft, sagt die SPD – geht es der Finanzwirtschaft gut, dann geht es den Konzernen gut, und wenn die nicht zu viele Leute entlassen, dann können wir den Superreichen neue Geschenke machen, und dann geht es der SPD gut, und wenn bis dahin kein Krieg ausbricht, ist alles gut.“ „Ja, aber: Algorithmen sind nicht illegal.“ „Aber dieses Interonline, das ist nicht in den Griff zu kriegen. Wir haben es mit den Zugangssperren probiert, aber die Steuern, die Facebook hinterzieht – verstehen Sie mich nicht falsch, aber wenn der Minister morgens aufwacht und tot ist, dann waren es nicht die Aliens. Das waren die Algorithmen.“ „Wir müssen wirklich Angst haben vor denen.“ „Wem sagen Sie das!“

„Wenn Sie so viel Angst vor den…“ „Ach was, das sind nur ein paar Zahlen, davor hat man doch keine Angst.“ „Ich meine, Sie müssen doch Angst haben vor den Anwendern. Die Bürger, die die Sachen ins Netz reinschreiben.“ „Das haben Sie nicht richtig verstanden. Wir wollen doch die Bürger gerade schützen vor denen, die… also ich meine…“ „Sie wollen sich schützen, dass Bürger ins Netz reinschreiben, was an den Algorithmen vorbeiläuft?“ „Nein, aber wir müssen das besser koordinieren.“ „Was?“ „Dass die Algorithmen auch das ausfiltern, was wir nicht haben wollen.“ „Also geht es um Zensur?“ „Das ist Ihre Meinung!“ „Die habe ich, weil wir noch keine Zensur haben.“ „Aber Zensur wäre, wenn wir Algorithmen verbieten würden, etwas zu zeigen, was wir als Minister, nein: der Minister als Regierung, die Teil einer Bundesregierung, die der Wirtschaft…“ „Hä?“ „… die Teil der Bundesregierung…“ „Was genau wollen Sie mir gerade sagen?“ „Jedenfalls würden wir als Regierung nicht etwas zeigen wollen, was wir als Regierung… nee, auch nicht…“ „Sie verlangen als Ministerium, dass die Algorithmen das nicht zeigen, was Ihrer Ansicht nicht gezeigt werden sollte.“ „Ich will dem nicht widersprechen, würde aus juristischen Gründen auch nicht sofort zustimmen.“ „Schon klar.“ „Man weiß nicht genau, ob diese Aussagen nicht schon durch die digitale Antidiskriminierung verboten sind.“ „Dann darf man online nicht dasselbe behaupten wie im Internet?“ „Ich weiß nicht, aber wenn Sie offline irgendwas sagen, beispielsweise in Hamburg, ich weiß nicht, ob das momentan überhaupt noch so sinnvoll ist.“ „Dann müsste man also den Algorithmen beibringen, dass sie bestimmte diskriminierende Aussagen nicht treffen.“ „Geht das denn?“ „Die sind im Gegensatz zum Minister vermutlich lernfähig.“ „Das ist gut, aber da müssen Sie sich keine Sorgen machen. Wenn Sie sich nicht abweichend verhalten, sollten Sie keine Nachteile fürchten.“ „Müsste sich dann nicht der Minister auch Sorgen machen?“ „Weil er sich abweichend verhält?“ „Auch das. Ich meine aber eher, weil er so gar nicht lernfähig ist.“ „Das heißt, er wäre eine Art Sicherheitslücke?“ „Er ist ja für die Algorithmen nicht berechenbar.“ „Das ist in der Tat schwierig. Wir müssten als SPD-geführtes Ministerium den Minister auswechseln, weil wir immer alles das verbieten, was wir nicht verstehen.“ „Und das würden Sie mit welcher Lücke begründen?“ „Innere Sicherheit. Der Mann ist dümmer, als die Polizei erlaubt.“