Hinreichender Tatverdacht

23 01 2022

Es gibt revolutionäre Maßnahmen, die sich auch bis nach der Revolution halten, beispielsweise diese Gewaltenteilung, von der so viele sprechen, wenn es um die Definition des Rechtsstaates geht. Rechts ist der Freistaat Sachsen auf jeden Fall, und wenn es der Staatsgewalt Polizei in den Kram passt, dann beschlagnahmen sie auch schon mal Fahrräder. Nicht wegen mutmaßlicher Ordnungswidrigkeiten, weil ein Fahrrad auf dem Fahrradparkplatz einem falsch parkenden Kraftfahrzeug im Weg stehen würde, sondern für amtlich legitimierte Straftaten wie Diebstahl und Hehlerei. Amtlich legitimiert, da die Ermittler bei den Leipziger Beamten, die durch erdrückende Beweise belastet wurden und zum Teil geständig waren, keinen hinreichenden Tatverdacht sahen. Gut 50 Verfahren wurden eingestellt. Kein hinreichender Tatverdacht. Zufällig bei eigenen Ermittlungen. Die katholische Kirche ist nur noch ganz knapp davon entfernt, der Polizei zu zeigen, wie man das richtig macht. Manche Schweine sind offenbar gleicher als andere. Vielleicht tun sie sich zusammen und spezialisieren sich auf Kinderräder. Synergien wären vorhanden. Alle weiteren Anzeichen, dass Staatsversagen inzwischen zum Leitbild öffentlicher Organisationen gehört, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • querdenker nazis: Nicht alle Nazis sind gleich Querdenker.
  • folie grillen: Zu oft mit dem Kopf in der Mikrowelle übernachtet?
  • fdp wähler: Die AfD braucht eine Vorfeldorganisation.
  • ard abschaffen: Bei der deutschen Bürokratie ist die CDU vermutlich dreißig Jahre vorher weg vom Fenster.
  • omikron ungefährlich: Sie dürfen sich den Sargschmuck selbst aussuchen.
  • pizza ananas: Die internationalen Konflikte häufen sich eh gerade.
  • schule projekt: Die Kultusminister nehmen das mit der Bevölkerungsreduktion offenbar ernst.
  • vegane strümpfe: Sie können stattdessen natürlich auch in zwei Brathähnchen laufen.
  • ddr kittelschürze: Modell Wagenknecht?
  • nebenwirkungen lack: Der Zwang zum Spaziergang ist ja kein Zufall.
  • matrix ddr: Da gab’s nur rote Pillen.




Beruhigende Nachrichten

9 01 2022

So viele Dinge ändern sich mit dem Jahreswechsel, die uns als Gesellschaft voranbringen. Benzin und Heizöl werden teurer, das Briefporto steigt an, die Deutsche Bahn AG stellt das Nachlösen von Tickets an Bord der Züge ein. Dafür sinkt natürlich auch die EEG-Umlage, was logischerweise zu einem erheblichen Preisanstieg bei der Elektromobilität führen wird, zum Abbau von Stromzapfsäulen und zur Konzentration auf wenige Energiekonzerne. Die Digitalisierung wird uns alle beglücken, vor allem die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und das elektronische Rezept, für die es leider keine funktionsfähige App gibt, nur wenige teilnehmende Apotheken oder Unternehmen, zum Ausgleich aber auch keine dafür geeignete digitale Infrastruktur. Wir kennen das von der Gesundheitskarte, die die letzte Regierung auch schon durch Dummschwätzer auf allen zuständigen Ministerposten zur Totgeburt des Digitalzeitalters hat werden lassen. Eines aber bleibt, wächst und bildet eine schöne Konstante in unserem Leben. Fast 600 Rechtsextremisten werden in Deutschland inzwischen mit offenem Haftbefehl gesucht, 140 davon wegen politisch motivierter Straftaten, etliche mit mehr als einem Haftbefehl. Die Zahl der Gewalttaten stieg stetig an. Da ist es doch beruhigend, wenn die Innenminister uns vor der drohenden linksradikalen Unterwanderung des Staates beschützen und unsere Polizei nur bei den Gegendemonstrationen zu ansonsten harmlosen Spaziergängen mit Hakenkreuzfahnen zum Einsatz von Schlagstock und Reizgas anhalten. Es wird ein schönes Jahr. Wir geben unser Bestes. Alle weiteren Anzeichen, dass wir der Langeweile gerade noch einmal entronnen sind, wie immer in den Suchmaschinentreffern, weihnachtspausenbedingt diesmal in denen der vergangenen 28 Tage.

  • spahn depp: Seitdem er weg ist, sieht man ihn in viel milderem Licht.
  • querdenker terror: wir warten erst ein Attentat auf hochrangige Politiker ab, bevor wir eine Untersuchungskommission für Hufeisen einberufen.
  • weihnachten 2022: Haben Sie den Termin noch nicht im Kalender eingetragen?
  • ferien nrw: Ungefähr dreimal so groß wie das Saarland und zwei Fußballplätze.
  • laschet cdu: Die erledigt jetzt Merz.
  • akw grün: Meinetwegen können Sie das Ding auch rosa anstreichen.
  • neonazis demo sachsen: In den Parlamentsferien hat die AfD eben mehr Zeit dafür.
  • wendler crack: Den Hirnschaden hatte die Hupfdohle schon vorher.
  • bild zeitung reißen: Vom Stürmer wird auch jeder Arsch rot.
  • österreich urlaub: Auch ein Virus braucht mal Tapetenwechsel.
  • plastik tüte kaufen: Bares für Rares.
  • spaziergang sachsen: Vielleicht verdient sich die AfD ja im Freizeitsektor etwas dazu.
  • umwelt lack: Die meisten haben bei dem Thema offensichtlich schon mal einen tiefen Zug aus der Buddel genommen.
  • katholische witze: Ich glaube, sie sind nicht komisch.
  • karl der große laschet: Wahrscheinlich einer der katholischen Witze.
  • lauterbach fliege: Am Jahresanfang müssen wir alle etwas abnehmen.




Deutsche Geschichte, schwere Geschichte

12 12 2021

Elxleben an der Gera – nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Ortschaft im Ilm-Kreis – sorgt sich. Nun sind besorgte Bürger in der Gemeinde durchaus nichts Neues, hier aber denken sie an die Kinder, und zwar an die eigenen. Weil die Kita Anne Frank heißt und die Geschichte des jüdischen Mädchen für die unschuldigen Kinder sicher traumatisierend wirken könnte. Oder, wie in schöner Offenheit von AfD-nahen Eltern gesagt, der von den Feinden Deutschlands instrumentalisierte Schuldkult, der die dauerhafte Zerstörung eines Nationalbewusstseins sicherstellen soll. Was die braunen Arschgeigen in Thüringen halt hochkotzen, wenn man ihnen nicht das Maul stopft. Für den Kindergarten hatten die Bildungsversager auch eine Alternative parat: Elchzwerge. Der Elch, als größter lebender Hirsch in den polaren Nadelwäldern unterwegs, seit der Steinzeit in den Niederungen der Unstrut zu finden und vertraut aus dem Erfurter Stadtbild, wer hätte nicht zuerst an ihn gedacht. Hauptsache, man überfordert die Kleinen nicht. Dumm werden sie noch früh genug. Dafür haben sie schon diese Erziehungsberechtigten. Alle weiteren Anzeichen dafür, dass man die 180-Grad-Wende in der Erinnerungskultur auch mit dem Schlagring beseitigen könnte, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • goethe alkohol: Sie brauchen den Geist, der stets verneint.
  • weidel lügt: Wasser soll ja nass sein.
  • helmut scholz: Hamburg hat nun mal die besten CDU-Kanzlerinnen.
  • holz mangelware: Warum wollen Sie Holz auch unbedingt mangeln.
  • querdenker weihnachten: Das ist natürlich alles nur eine Erfindung der Lichterkettenindustrie.
  • lauterbach mittelalter: Dabei war doch Spahn für die Kinderkreuzzüge zuständig.
  • corona einladung: Das kommt auch ohne.
  • brexit eu folgen: Vermutlich zahlen sie die restlichen Schulden in Marmite.
  • laschet weihnachten: Endlich Zeit für den Brückenlockdown.
  • höcke positiv: Kommt immer auf das Virus an.
  • wendler koks amerika: Sollte man keinem Alkoholiker empfehlen.
  • nylon schlipse: Ich trage ja immer nur einen zur Zeit.
  • dackel mit nüssen: In Thüringen hat man nicht so Angst vor unbekannten Viren.
  • papst weihnachten: In manchen Berufen hat man trotz Mindestlohn auch an Sonn- und Feiertagen Schichtdienst.




High Five

2 12 2021

„Gleich geht es los!“ Herr Breschke rieb sich die Hände. Zwei Teller mit Gebäck und Nüssen balancierend erklomm er die Treppe zum ersten Stock, schob sich durch die Tür im kleinen Lesezimmer, im dem er ein Tischchen mit zwei Sesseln aufgebaut hatte. „Nehmen Sie doch Platz, es ist bestimmt gleich so weit!“

Nachdem ich es mir auf dem linken Sessel bequem gemacht hatte, setzte auch er sich. Alles war an seinem Platz, das Notebook war mit allem ausgerüstet, was man brauchte – mein Neffe Kester, der auf einen Sprung zwischen zwei physikalischen Expertentreffen bei mir vorbeigeschaut hatte, war so freundlich gewesen, die notwendige Technik ins Haus des pensionierten Finanzbeamten zu schaffen. „Ein großartiger Junge“, bestätigte der Hausherr, „er hat handwerkliches Talent, das sollte er zum Beruf machen.“ Er klickte ein bisschen auf dem Bildschirm herum, ich knabberte ein paar Nüsschen und sah ihm zu. In diesen Zeiten muss man den Advent eben modern feiern.

Und schon öffneten sich die Fenster. Mit einem sonoren „Guten Abend, die Herrschaften!“ ließ sich Staatsanwalt Husenkirchen vernehmen, offenbar im Kaminzimmer sitzend. Doktor Klengel, der alte Hausarzt der Familie, hatte leichte Schwierigkeiten, den dünnen Kopfhörer auf den Ohren zu halten, und sprach anfangs etwas abgehackt. „Was für ein Tag“, stöhnte es. Bruno Bückler, weithin als Fürst Bückler bekannt, Inhaber und Küchenchef des legendären Landgasthofs, saß auf dem Stuhl im hinteren Gastraum, während leise Glas und Teller klirrten. „Dann sind wir ja vollzählig“, stellte ich fest, doch Herr Breschke schüttelte den Kopf. „Ich würde doch die Runde niemals ohne Ihre…“ „Ich kann Sie hören“, zwitscherte es hell, bevor sich das Fenster öffnete. Anne war also auch da.

„Ich muss doch den Flaschenöffner irgendwo haben“, sinnierte der Hausherr. Das Werkzeug lag sicher im Korb, der wie eine gut sortierte Hausbar aussah, und ich wunderte mich schon, suchte aber lieber. „Mein lieber Herr Breschke“, hub da Herr Husenkirchen an, „angesichts dieser schrecklichen Nachrichten bin ich doch erleichtert, Sie so gesund zu sehen.“ Dazu hob er sein Glas, prostete in die Kamera und nahm einen großen Schluck. „Da neben dem Regal“, flüsterte Breschke mir zu. Offenbar hatte er mit allem gerechnet und sich eine Auswahl an Gläsern bereitgestellt, so dass er nun seinem alten Bekannten zutrinken konnte. „Hätte etwas kälter sein können“, flüsterte er. Dem Etikett nach musste Breschkes Tochter die Flasche besorgt haben, jedenfalls handelte es sich um einen original Bordeaux Frères aus Frankenreich, und das sind ja bekanntlich die besten.

Während Doktor Klengel von der Leidenschaft des Fotografierens erzählte, schlürfte er genüsslich einen Grog von Rum nach altem Hausrezept, das sicher von einem Wasserscheuen erfunden wurde. Heißes Wasser war auf die Schnelle nicht zu haben, also goss Breschke ein bisschen Sprudel ins Glas, das er großzügig mit der Spirituose auffüllte. „Zum Wohle“, rief er, „Zucker muss ja nicht!“ Bruno seinerseits tat sich am Wodka gütlich, was leichte Verlegenheit hervorrief. Ich runzelte die Stirn. „Das scheint mir hier ein regelrechtes Besäufnis zu werden“, tadelte ich den Alten. „Sie können doch nicht alles durcheinander zu sich nehmen.“ Er aber winkte entschiednen ab. „Erstens ist nur einmal im Jahr Weihnachten, und zweitens gehört es sich doch nicht, dass man hier einer Herrenrunde…“ „Ich kann Sie hören“, ließ sich Anne vernehmen. Mehr als eine Bierflasche hatte sie nicht auf dem Tisch, aber das war sicher der Tatsache geschuldet, dass sie spät abends noch in der Kanzlei saß.

Irgendwie musste es Breschke versehentlich gelungen sein, alle Fenster zugleich vom Monitor verschwinden zu lassen, jedenfalls teilte er mir die Regeln dieser Festlichkeit mit zaudernder Zunge mit. „Ich kann doch nicht alle einladen und dann etwas anderes trinken“, bekräftigte er. „Stellen Sie sich mal vor, ich würde jetzt mit Tee…“ „Ist ja auch erst der dritte“, krähte es fröhlich. Doktor Klengel poppte auf, Bruno Bückler schüttete sich aus vor Lachen. Vor Schreck setze Horst Breschke den Wein an. „Das musste ja so kommen!“ Staatsanwalt Husenkirchen guckte schon glasig aus dem Fenster. „Dass wir hier alle noch einmal so gemund und sunter hier alle zusammen…“ Es musste ein guter Tropfen gewesen sein.

Das Gebäck erwies sich als gute Ablenkung, schnell wechselte Bruno das Thema aufs Backen, von Anne tatkräftig unterstützt. „Merken Sie sich’s schon mal fürs nächste Jahr“, flüsterte ich, „dann bietet sich eine virtuelle Kaffeetafel an.“ Bruno schimpfte ein wenig auf Hansi, den Bruder und Chef des Service, bevor er sich kräftig nachgoss. Doktor Klengel war drauf und dran, zweideutige Anekdoten aus der Geschichte seiner Praxis zu erzählen. Nur Herr Breschke guckte ängstlich auf den Bildschirm. „Sie wollen doch Ihre Gäste jetzt nicht alleine lassen“, fragte ich, „was macht das für einen Eindruck?“ Er griff zu den Plätzchen. „Sie hätten auch eher etwas nehmen sollen wie…“ Ich schaltete vorsichtshalber alle Gäste stumm, das heißt: ich versuchte es. „Ich kann Dich hören.“ Anne hielt ihre Flasche in die Linse. „Ja, es ist alkoholfrei, und nein, es ist nicht freiwillig.“

Staatsanwalt Husenkirchen äußerte noch einmal seine Freude, wie jung alle zusammengekommen seien, Doktor Klengel bekam Schluckauf. Ich schloss die Konferenz und Herr Breschke atmete sichtlich auf. „Das Gute an der Technik“, kicherte er, „das Gute ist doch, dass man danach nicht mehr nach Hause muss.“





Alkoholfreies Christfest

28 11 2021

Schon weihnachtet es, im Vereinigten Königreich wie auf dem Kontinent. Was aber werden sie auf der Insel der national Befreiten zum Fest der Liebe essen? Britischen Parmaschinken, hatte der blonde Wirrkopf getönt, und bayerisches Bier aus England. Wie immer, wenn man Boris Johnson beim Lügen erwischt, entschuldigt er das mit einer Lüge – er habe ja nicht gewusst, dass nach dem Brexit alle 3.000 geografischen Herkunftsbezeichnungen der EU erhalten blieben, mit denen er nun nicht wie vorgesehen werben darf. Thüringer Rostbratwurst und Feta, Tiroler Speck und Lübecker Marzipan kommen weiterhin aus der Europäischen Union. Die wenigen englischen und teilweise schottischen Produkte allerdings, mit denen die Briten bisher für sich warben, werden in Kontinentaleuropa nicht mehr als geschützt angesehen, wie es die Brexit-Verträge vorsahen. Sie würden es mit Wein, Whisky und dem Zeug herunterspülen, das man dort für Bier hält, wenn es das gäbe. Dummerweise steht ein alkoholfreies Christfest ins Haus. Was man sich zum Fest der Feste sonst immer gönnt, Importware nämlich, steht bis auf Weiteres auf dem Festland. Nicht die schlechteste Option. Wenn man sich nicht ständig im Vollrausch befindet, bemerkt man früher oder später, dass man eine Herde Hampelmänner als Regierung hat, die einem das größte Desaster seit dem Braunauer Bettnässer eingebrockt hat. Auch wenn die EU hier nicht auf ein Urheberrecht bestehen dürfte. Alle weiteren Anzeichen dafür, dass Nüchternheit bisweilen ein guter Ratgeber ist, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • spahn terrorismus: Er hat sich Biowaffen zum Erreichen seiner finanziellen Ziele sicher komplizierter vorgestellt.
  • weihnachten lockdown: Wir kaufen schnell noch mal ein, sonst hätten wir beides nicht.
  • ampel koalitionsvertrag: Grimms Märchen waren realistischer.
  • corona ziele: Gemach, die ersten 100.000 haben wir ja schon.
  • impfpflicht querdenker: Wenn man der Polizei erklärt, diese Deppen seien alle linksradikal, wären wir nach ein paar Millionen Kugeln, die sich zufällig aus der Dienstwaffe lösen, mit dem Thema durch.
  • drogen fdp: Sobald das legal wird, was diese Partei konsumiert, können wir den Laden hier dichtmachen.
  • merz kandidatur: Um 05:59 war noch alles in Ordnung.
  • karneval infektion: Der Name sagt’s, es ist Abschied von allem irdischen Fleisch.
  • höcke corona: Wir hoffen, das Virus muss nicht lange leiden.




Neues aus Schlumpfhausen

14 11 2021

Dass intellektuell andersartig Begabte mit Bleiche und Milchzucker experimentieren, um Viren aus dem Körper auszuleiten, ist bekannt. Dass sie auch im Krankenhaus nach Klangschalen und Ingwer verlangen, um Corona loszuwerden, wurde ebenso berichtet. Neu ist aber, was im schweizerischen Delsberg, Hauptort des Kantons Jura, als Medizin herhalten musste. In Milch verdünntes kolloidales Silber schluckte ein Esoteriker, um vor Infektionen geschützt zu sein. Derlei Präparate sind nicht ohne Grund verboten, auch wenn man sie online leicht bestellen kann. Der Hobbyinfektiologe wurde mit akutem Abdomen und Tachykardie in die Klinik gekarrt, wo die Ärzte Nieren- und Hirnschäden nicht verhindern konnten. Als Souvenir wird er für den Rest seines Lebens Argyrie haben. Seine Haut ist graublau verfärbt. Vielleicht bekommt er einen Job als Silberdiener. Oder als Flötenschlumpf. An Talent mangelt es ja nicht. Alle weiteren Anzeichen, dass Dummheit den Status einer Grunderkrankung haben sollte, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • lockdown berlin: Bitte auch den Schlüssel wegschmeißen.
  • merz kopfschmerzen: Bei ihm ist das nur Nachhall.
  • flugtaxi fdp: Mit Bodenhaftung haben sie es nicht so.
  • lindner ministerium: Für die Bilanz ist es egal, wo er versagt.
  • impfungen kosten steuern: Deshalb brauchen wir ja Steuersenkungen.
  • zuverdienst bürgergeld: Gäbe es das eine, bräuchten wir das andere nicht mehr.
  • scholz rücktritt: Mal sehen, wer da sein Knie im Weg hat.
  • cannabis steuer: Die Freiheit wird am Afghanen verteidigt.
  • klima verbote: Wenn man zu viel Sonne abgekriegt hat.
  • cdu abschaffen: Die haben schon so viel geschafft, die schaffen das.




Zeitzünder

31 10 2021

Heute ist es wieder so weit: die Zeit in der EU wird auf die Mitteleuropäische Normalzeit umgestellt. Nachgewiesen sind statt Energieeinsparungen ein enormer Mehrverbrauch, gesundheitliche Schäden bei Menschen, Nachteile für Nutztiere und damit verbundene Probleme für die Landwirtschaft wie auch für andere Wirtschaftszweige. 2018 hatte Jean-Claude Juncker, seinerzeit Kommissionschef, die Abschaffung der Sommerzeit erklärt, passiert ist seither: nichts. Die einzig gute Nachricht ist, dass seitdem auch niemand in der Europäischen Union sich für das Thema interessiert hat, denn so wurden uns viele sinnlose Diskussionen erspart. Erst jetzt, mit Zeitzünder, erinnert Litauens Verkehrsminister Marius Skuodis daran, dass der Staatenclub eine gewisse Funktion hat, die er neben dem Verteilen von Funktionärsgehältern ausüben könnte. Zum Beispiel, sich endlich auf eine Zeitzone in der MEZ zu einigen. Erstmal wollen die Länder noch fünf Jahre hin und her wechseln, bevor die Sache auf Eis gelegt wird. Für unbestimmte Zeit. Alle weiteren Anzeichen, dass wir diese EU nur brauchen, damit sich die europäischen Regierungen gegenseitig auf den Zeiger gehen können, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • ampel ende: Einmal falsch abgebogen, schon Geisterfahrer.
  • fdp legalisierung: Dabei dürfte die Gesundheitsschädlichkeit außer Frage stehen.
  • corona wellen: Deutscher Exportschlager: die Dauerwelle.
  • reichelt hiv: Das wäre das einzig Positive an ihm.
  • querdenker töten: Aktiv? Passiv?
  • bundeswehr sozialistisch: Eher nationalsozialistisch.
  • klimaschutz cdu: Eins geht nur.
  • suv tempolimit: Man könnte die Dinger am Boden festnieten.
  • digitale politik: Demnächst auf Diskette erhältlich.
  • zynaesthesie passwort: Schon wieder Sie, Herr Laschet?




Handbuch der freien Marktwirtschaft

17 10 2021

Wie haben wir auf diesen Moment gewartet. Der Markt tut das, was er nach neoliberaler Sicht der Dinge tun soll, nämlich regeln, und das neoliberale Springerpressengesindel weimert sich wund. Der Benzinpreis steigt. Verantwortlich ist neben dem teureren Rohöl auch die hektische Reisetätigkeit der Deutschen in der nachlassenden Pandemie – zwei Dinge, die der designierte Kommunistenkanzler der Stalinistenterrorpartei SPD sicher schon lange vor der Wahl zum Diktator eingefädelt hat, damit er den Kapitalismus auf deutschem Boden ausradieren kann. Das Hetzblatt mit dem Satzbau für geistige Kurzstreckenläufer fordert denn auch das, was für diesen Fall im Handbuch der freien Marktwirtschaft vorgesehen ist: die staatliche Preisbremse. Was ist an diesem Gewinsel nur so gar nicht überraschend, wenn man weiß, dass sich die Kapitalisten in regelmäßigem Abstand, nämlich immer dann, wenn sie Staat und Wirtschaft an den Rand des Ruins gebracht haben, von den Linken raushauen lassen, und zwar mit sozialistischen Methoden, für die sie selbst abgestraft und aus der Regierung gejagt würden? Die verhassten Roten, vor denen man im Wahlkampf gewarnt hat wie vor nordkoreanischen Klingelgangstern, sollen es jetzt richten. Mal sehen, welches Getöse die Opposition und ihre Clowns im Altpapier jetzt anstimmen. Vielleicht sind ihnen Investitionen bereits suspekt, weil von denen nicht nur die obersten zehn Prozent profitieren. Alle weiteren Anzeichen, dass der Sozialismus einfach die falschen Fans hat, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • spahn korrupt: Man darf das nicht der CDU anlasten, es hat nur zu seiner Mitgliedschaft geführt.
  • polizei im faschismus: Heute ist das umgekehrt.
  • inflation benzinpreis: Deshalb fahren ja so viele Diesel.
  • laschet radfahrer: Er hat sogar schon eine Rücktrittbremse.
  • ökologische wandfarbe: Nach der Kollision mit der CDU dringend nötig.
  • merkel geht: Vorher fährt sie mit dem Parteirest aber noch mal Schlitten.
  • veganer brokkoli: Man kann ihn vermutlich sogar rauchen.
  • rücktritt meuthen: Auf dem sinkenden Schiff ist jetzt noch mehr Platz für die Ratten.
  • ziemiak propaganda: Dafür fehlen dem Männchen mehr Eier, als er hatte.
  • cdu opposition: Rechtes Grundrauschen.




Schmutzwäsche

3 10 2021

Die hübsch inszenierte Razzia in der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen, von denen Laschet so überrascht war, dass er ganz vergessen hat zu erzählen, wie er sie vor Monaten in Auftrag gegeben hatte, steht in keinem Verhältnis zu den Machenschaften, mit denen diese Regierung seit Jahren völlig offen Recht beugt und bricht. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat insgesamt 324 Geldinstitute von jeglicher Aufsicht in Hinblick auf Verstöße gegen das Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten, kurz: Geldwäschegesetz, befreit. Weil sie es kann. Dass es sich um kleine Unternehmen handelt, z.B. die Abrechnungssysteme, die typischerweise in den Betrieben der Mafia die Geldflüsse der Firmen organisiert, verstößt gegen das GwG sowie die EU-Geldwäscherichtlinie. Untersuchungen finden nicht statt, die BaFin belässt es bei regelmäßigen Briefen, in denen um Einhaltung gesetzlicher Vorschriften gebeten wird – mit ausreichender Freundlichkeit, wie wir doch wohl annehmen dürfen. Da kann man schon mal vergessen, dass die Bundesanstalt auch nicht prüft, ob ausreichende Sicherungssysteme gegen strafbare Handlungen im Sinne des Gesetzes über das Kreditwesen vorhanden sind. Das würde ja die Wirtschaft stören. Und so waschen sie weiter, vollkommen ungestört, sie möchten nur halt nicht, dass ein Kanzler von der anderen Partei ihnen dabei auf die Finger schaut. Warum auch. Was die Finanzkriminalität angeht, mit der kennt sich Schäuble eh besser aus. Alle weiteren Anzeichen, dass dieser Staat gut in die internationale Wirtschaft integriert zu sein scheint, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • laschet wasserstoff: Als Leichtmatrose kennt er sich damit aus.
  • merz schweiz: Sollte das der Beginn der Auswanderungswelle sein?
  • laschet wahlkampf: Die Kasperplakate sind schon entsorgt worden.
  • vegetarische partei: Gegessen.
  • briefwahl betrug: Stimmt, mir wurde das Ergebnis nicht per Brief mitgeteilt.
  • laschet trump: Einer ist Antialkoholiker.
  • sozialismus fdp: Für Geld vom Staat machen die alles.
  • führerschein app: Geschickter Scheuer-Schachzug: wenn keiner mehr fahren darf, sind sofort alle Staus weg.
  • linksrutsch deutschland: Bestimmt gleich nach der nächsten Wahl.




Schnitzelsubventionen

19 09 2021

Die Legislatur geht zu Ende, alle schieben in der goldenen Abendsonne noch einmal Geld in die Konzerne, die ihnen trotz erwiesener Inkompetenz in Zukunft lukrative Posten als Abnicker oder Frühstücksdirektor organisieren werden. So auch Julia Klöckner, Werbegesicht für Fett und Zucker, im Nebenberuf Nestléhäkchen des Bundeskabinetts, die Schweinezüchtern wegen der Umsatzrückgänge Finanzhilfen verspricht – Schnitzelsubventionen für, wir erinnern uns, eine Branche, die über ein ministeriell halbwegs ehrlich verordnetes Tierwohl leise kichert, in Massenproduktion gezüchtetes Vieh nach China verkauft, wenn es nicht gerade vor der selbst verschuldeten Schweinepest einknickt, und die EU-Güllegrenzwerte locker reißt, weil der Preis für Schweinefleisch sich im freien Fall befindet und immer größere Gulags verlangt. Staatshilfen bei wegbrechender Nachfrage und Überproduktion, so viel Aktivismus hätte man sich in der Pandemie bei manch anderen Steuerzahlern gewünscht. Hat eben nicht jeder Schwein gehabt. Oder halt Flugzeuge. Wenn diese Partei schon auslaufenden Geschäftsmodellen ordentlich Kohle jenseits der Verwendbarkeit zahlt, dann zeigt sie damit ja nur, dass sie beim Geschäftsmodell einer Staatspartei, die sich aus Bundesmitteln bevorzugt bedient, nicht viel zu befürchten hat, wenn sie bedeutungslos geworden sein wird. Alle weiteren Anzeichen, dass der Markt mal wieder nichts geregelt bekommt, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • laschet barschel: Die Wanne ist voll.
  • spd ampel: Ein Ampelmännchen für Hampelmännchen.
  • cdu afd koalition: Bisher waren sie auch ohne Trauschein glücklich.
  • kompetenzteam laschet: Sie können’s nicht ohne, mit wird es nicht besser.
  • archäologie berlin: Es sollen Reste von Demokratie in der CDU gefunden worden sein.
  • bundestag sitze kleiner: Viele haben ja nicht mal mehr einen Gürtel, den sie enger schnallen könnten.
  • zukunftsteam cdu: Die Lächerlichkeit hat viele Namen.
  • merkel koalition spd: Der Witz wird vom Einlagern nicht besser.
  • steuersenkung cdu: Es reicht ja, wenn sie es versprechen.
  • söder ersatz: Das stimmt, aber wofür?