Das verdreckte Dutzend

20 01 2019

Selbstverständlich sind es nur Einzelfälle, und dass sie sich alle untereinander kennen, ist auch nur einer dieser vielen Zufälle, die grundlos gehäuft auftreten. Inzwischen besteht diese Frankfurter Terrorzelle aus zwölf Nationalsozialisten in Polizeiuniform. Ein verdrecktes Dutzend Holocaustleugner, Waffen- und Munitionshamsterer
sowie, höchst logisch, ein Reichsideologe, der die Existenz der Bundesrepublik Deutschland leugnet, sich von ihr aber bezahlen lässt, um sie in seiner Dienstzeit zu bekämpfen. Dass dieses Geschmeiß Daten abgreift, um die Anwältin Seda Başay-Yıldız und ihre Familie mit dem Tode zu bedrohen, hat wenig Konsequenzen: die Polizei, mutmaßliche Komplizen des braunen Bodensatzes in Hessen, rät der Juristin, sich zu bewaffnen. Und im Falle eines Mordanschlags einfach den Notruf zu wählen. Der unterliegt immerhin, anders als persönliche Daten, noch nicht der Geheimhaltung. Alle weiteren Anzeichen, dass der Untergrund in diesem Land an die Oberfläche gespült wird, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • büttenrede hausarzt: Spahn hatte offensichtlich mal wieder Clown gefrühstückt.
  • mond islamisierung: Daher hat Deutschland ja auch nur noch einen Halbmond.
  • kantholz afd: Wenn man Stress mit konkurrierenden Zuhältern hat, ist das sicher linksradikal.
  • poggenburg vernichtungskrieg: Fragt sich, wer gegen wen.
  • spd ende sozialismus: In welcher Reihenfolge?
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Lehrmaterial für den Nachwuchs

6 01 2019

Man fragt sich, wie die linke Lügenpresse es immer schafft, rechtzeitig zum Redaktionsschluss ihre Blättchen voll zu kriegen. Dabei ist alles längst bekannt. Dass die beiden Nationalsozialisten Sebastian Thom (NPD) und Tilo Paulenz (AfD) über die Parteigrenzen hinweg Demokraten ausforschten und Feindeslisten anlegten, war nichts Neues. Hinlänglich bekannt auch, dass sie bereits vor einem Jahr Wohnungen und Autos späterer Opfer ausforschten; dass die Sicherheitsbehörden sie bereits in diesem Stadium der Tatvorbereitung beobachteten, war ohnehin aktenkundig. Ebenso, dass sie die Wohnanschriften ihrer Feinde durch völkisch denkende Beamte in Erfahrung brachten. Nichts ist seit dem Brandanschlag geschehen. Der Verfassungsschutz hat vermutlich die Taten nur protokolliert, um Lehrmaterial für den Nachwuchs zu bekommen. Eine Anklage gab es nicht. Der Nationalsozialist Paulenz trat unter anderem beim Aufmarsch des rassistischen Dreckrands dieser Republik in Chemnitz als Grobmotoriker mit Impulskontrollstörung im rechten Arm auf und wurde in den Bezirksvorstand der AfD Berlin-Neukölln gewählt. Alles ohne Nachrichtenwert. Alle weiteren Anzeichen, dass wir die nächste Entnazifizierung nicht als Stuhlkreis veranstalten sollten, wie immer in den Suchmaschinentreffern, diesmal jahreswechselbedingt die der vergangenen 28 Tage.

  • großraumsarg pigmentsurrealismus: Sie scheinen eine anders gelagerte Störung zu haben, ich würde Ihnen aber eh zur Einzelverklappung raten.
  • ist silicat sondermüll: Nur, wenn Sie es richtig schreiben.
  • kalle bratfolie im test: Wir haben Kalle gefragt, er sitzt lieber in der Pfanne.
  • missionarsstellung kirche: Katholische Praktikanten bekommen eh zu selten Aufstiegsförderung.
  • mross silbereisen ist homosexuell: Christina Bergfischer auch.
  • stabsstelle bundesbehörde: Überall da, wo es irrelevant ist, die Klappe aufreißen und Unsinn reden im beruhigenden Bewusstsein, dass es eh keinen zurechnungsfähigen Menschen interessiert und keinerlei Konsequenzen nach sich ziehen wird – im Fachhandel auch als CSU erhältlich.
  • nacktradeln im wald: Wenn Sie das im Keller machen, stört’s auch keinen.
  • reibungswärme im flugverkehr: Deshalb sollten Sie auch nie versuchen, die Hand aus dem Fenster zu halten.




Fummel

9 12 2018

Was haben wir uns alle gefreut, dass zur Abwechslung mal ein Mann Papst geworden ist – einer, der gerne Kinder schlägt und Frauen für Haustiere hält. Dass nach Ansicht dieses Bischofs Homosexualität eine Modeerscheinung ist, wissen wir jetzt immerhin. Vielleicht hat jemand ihm nicht mitgeteilt, dass auch in der Antike schon eine gesellschaftliche Meinung dazu bestand, und dass sie mit seiner nicht unbedingt übereinstimmte. Oder dass seine Neigung, sich als Mann in der Öffentlichkeit im Fummel zu zeigen, auf mehreren ästhetisch-funktionalen Missinterpretationen der Geschichte besteht. Vielleicht ist es aber auch nur eine vorübergehende Erscheinung. Wie zum Beispiel das Christentum. Alle weiteren Anzeichen, warum Männer in Frauenkleidern nicht automatisch für eine gute Komödie sorgen, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • faule grete aus plastikkanister bauen: Der Deutsche Orden sollte die Konstruktionszeichnungen noch irgendwo liegen haben.
  • elektroherd mit messingstange: Unter Starkstrom.
  • ubersitz 2010 williger: Du lässest Deinen Knecht fahren dahin.
  • notleidende bank in europa unter 50 mitarbeiter: Wollen Sie Ihr ganzes Weihnachtsgeld investieren?
  • suv viagra: In der Reihenfolge.
  • gelbe westen: Man muss dann wenigsten nicht immer fragen, ob man einen Vollidioten vor sich hat.




Gernulf Olzheimer kommentiert (CDXLIII): Der Inseratenteil

7 12 2018
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Was der durchschnittliche Renaissancemensch getan hätte, sähe er sich in der regionalpolitischen Beratung mit Brechreiz erregend billiger Reklame für Lupen oder Haarwuchsmittel konfrontiert gesehen, kann man heute nur mutmaßen. Vielleicht hätte eins der venezianischen Edelmännchen bei der Anfrage, ob er nicht zwischen zwei zünftigen Intrigen schnell den Palazzo verscheuern wolle, mit einer hübschen kleinen Bootspartie geantwortet und kanaltaugliches Schuhwerk aus Fertigbeton in die Gondel verlastet. Im Hintergrund posaunt eine dreichörige Sinfonie von den Rängen, zur Linken massakriert das Faktotum gerade die Dummdüse, die eine neue Kollektion Satteltaschen mit in die Kirche geschleppt hat zum informellen Verkaufsgespräch unter Freunden – am Gesäß, Kunde als wäre nichts geschehen? Nur wir müssen uns von derlei aus den Ritzen der Information quellendem Lärm den Tag versauen lassen, weil wir in der Gegenwart vegetieren und es für zumutbar halten. Es ist aber nur der lnseratenteil.

Früher, als das wichtigste Massenmedium noch aus totem Holz geschwiemelt wurde, hätte man den Schmalz en bloc auf den Boden schütteln können, wie alle Beteiligten an diesem Gesellschaftsspiel es eigentlich als konstituierend annahmen: der Kaufmann druckt billige Reklame im arttypischen Umfeld, der potenzielle Kunde ignoriert es aus Selbsterhaltungstrieb. Der gehobene Bedarf vom Möbel aufwärts wucherte vorsichtig in redaktionell eingehegte Bezirke, gab sich zunächst behutsam und stilvoll, bevor auch er in den allgemeinen Brüllmüll der absatzwirtschaftlichen Chöre einfiel. Der Großteil der Bedarfslenkung allerdings machte aus seinem Getrommel keinen Hehl, pappte sich die Bezichtigung, dass tatsächlich Propagandistenwerk zuhanden war, wie einen Warnhinweis obenan: cave, hier plärren die Sirenen, stopft Euch aus, was Euch ausstopft. Aber der Holzschliffjournalismus ging den Weg des Allzuirdischen, wir holen uns das Gebröckel der unteren Lustigkeitsliga auf dem Schirm nach Hause und lesen in den Aggregatoren von bescheuerten Präsidenten, bekloppten Eliten und der Gleitsichtbrille, ohne die kein Feuilleton überlebensfähig wäre. Willkommen in der Hölle.

Deutschlands schönste Insekten, das Fernsehen als amoralische Lehranstalt, die Spritpreise tauchen alles in eine milde Weltuntergangsstimmung. Dazwischen popelt der Newsflash jene Sehhilfe in die Netzhaut, als müsste aus dem Werbeblättchen plötzlich ein seriöses Journal geworden sein, nur, weil drei Viertel der atmenden Freifläche von Agentursülze ausgegossen sind. So fühlt es sich an, als hätte man eine Freifahrt auf der Waschmaschine vom Balkon gewonnen: man kommt irgendwo an, aber was man mit sich in die Tiefe nimmt, braucht’s in diesem Moment sicher nicht.

Alternativ greint der Treppenlift, das Viagra der Zehnerjahre, den angesilberten Kundenstamm in die Hirnembolie; Hörgerät und Lebensversicherung stehen dem freiwilligen Kunden auf dem Vorderfuß und demonstrieren noch einmal eindrucksvoll: wo der Krempel nichts kostet, ist der Verbraucher die Ware. Längst haben die Optimierer es aufgegeben, zielgruppengerecht Vieh vor die Flinte zu treiben, per Schrotschuss rülpsen die Marketingflacharbeiter den ökonomischen Klamauk in die Zwischenräume, die der Sinn noch sein lässt, und längst haben auch die nicht ganz verhaltensauffälligen Nutzer kapiert, dass das Netzwerk unser Gebaren analysiert, aber eben nicht sinnvoll, sondern mit maximal bescheuertem Ergebnis, damit sich die wehrlosen Menschen am anderen Ende der Leitung auch wahrhaftig unter Dumm-Dumm-Beschuss fühlen können. Der Begriff der Marktpenetration bekommt dabei gleich eine ganz neue Bedeutung.

Was kostet ein SUV in Bad Gnirbtzschen wirklich? Es interessiert keinen, der dieses verbale Granulat zwischen den Fingern verrinnen lässt, es hinterlässt nur den nachhaltigen Eindruck, in den Werbeabteilung der Trollkonzerne habe sich eine endgültige Realitätsallergie festgesetzt, die buntes Gewese an die Wände tapeziert, sich um dessen Wirkung aber einen Fisch interessiert, was immer er auch kosten möge. Wir sollten inzwischen lauter schreien, um der drohenden Nullinformation zu entgleiten, die uns den Cortex verseift und die Straße zur Grenzdebilität aufschottert. Es sollte einklagbares Recht werden, wie man die Zeitung auf dem Parkett selektierte, den online gebotenen Tinneff vom weißen Rauschen zu befreien, damit sich die Synapsen nicht irreversibel verkleben.

Spätestens im übernächsten Jahr wird es wieder Sandwichmänner geben, die mit Pappe vor dem Hintern und einem Brett vor dem Kopf durch die fußläufigen Bereiche der Städte diffundieren, und diesmal werden sie die Konsumenten hinterrücks anfallen, in die Waden beißen und ihnen einen Pfund Fleisch ausrupfen, wenn ihnen keiner beim Singsang zuhört. Wir aber werden nach ihnen schlagen und treten, und wenn sie schon einmal auf dem Boden liegen, massieren wir sie gleich ins Geröll ein. Niemand braucht diese Distraktoren. Wir müssen bloß noch wissen, wie viel uns der Spaß kostet.





Sozial benachteiligende Marktwirtschaft

25 11 2018

Dass wir qua Verfassung in einer sozialen Marktwirtschaft leben, hat sich inzwischen so weit herumgesprochen, dass es als Folklore abgehakt werden kann. In Bezug auf die stationäre Jugendhilfe hat sich wenigstens die Marktwirtschaft durchgesetzt: absolvieren Pflegekinder, mithin Kinder, die vor Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch geschützt werden müssen, eine Berufsausbildung, so sind sie nach §94 (6) SGB VIII verpflichtet, 75 Prozent ihrer Einkünfte an die Behörde zurückzuzahlen, insbesondere bei einer Erwerbstätigkeit. Dass eine Berufsausbildung nicht zum Zwecke der Erwerbstätigkeit dient und dafür kein Gehalt gezahlt wird, sondern eine Vergütung, kümmert den Gesetzgeber wenig. Hauptsache, man kann sich von sozial benachteiligten Kindern die Kohle zurückholen. Es gibt schließlich Millionäre, die sind so arm, dass sie nicht einmal Hartz IV bekommen, um ihr Kindergeld davon abzuziehen. Systemtheoretisch ist das durchaus sinnvoll; wer gerne auf sozial benachteiligten Bürgern herumhackt, muss ja irgendwie sicherstellen, dass es immer genug sozial benachteiligte Kinder gibt. Alle weiteren Anzeichen, dass für diese Regierung dringend ein Amtsvormund bestellt gehört, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • hochzeitsterror: Man kann ja als Reichsbürger schon nirgends mehr in die Luft schießen, ohne gleich als Islamist verhaftet zu werden.
  • atzventzkrantz: Kratzt.
  • grüsse vom murmeli: Unterm Eis.
  • adac: Vielleicht testen die bald mal Autobahnen auf Stautauglichkeit.
  • kramp karrenbauer: Klingt immer noch nach einer neurologischen Notlage.
  • ritterkeuz: Hat bestimmt auch ein Schweizer gestiftet.




Von der Fußgängerseite

11 11 2018

Das passiert einem schon mal: man kriegt richtig was ab, meistens am Kopf, und dann bleibt das so. Manche lassen sich freiwillig einweisen, manche bleiben ein bisschen verwirrt, nur wenige schaffen es bis in die CSU. Wie unser Kamerad Scheuer, der als Bundesverkehrsminister die Gefahren des Automobileinsatzes mal von der Fußgängerseite aus beurteilt. Die greise Generation, größtenteils die Wähler der CSU, ist überproportional von Unfällen betroffen, die beim Überqueren von Straßen an Lichtzeichenanlagen stattfinden. Vielleicht hat er einfach etwas gegen Grün an sich. Ansonsten rät der Jurist, der zu dumm war, sich einen Doktorgrad im Internet zu kaufen, zu Leibesertüchtigung. Wer fit bleibt, kommt schneller über die Fahrbahn. Alle anderen machen halt eine Wohnung für junge Leistungsträger frei. Vermutlich hat Scheuer zu viel mit seinen Jungs von der Automobilindustrie abgehangen. Wer immer unter den Tisch kriecht, kriegt nun mal früher oder später was am Kopf ab. Alle weiteren Anzeichen, dass die CSU ein eigenes Kapitel im Unfallverhütungsbericht verdienen, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • schwellenlohn: Vorsicht, beim Anheben sinkt die Rendite der Aktionäre!
  • atomaustieg: In Fahrtrichtung links.
  • schokolade afd: Der tiefere Braunton gilt als besonderes Qualitätsmerkmal.
  • spd linksradikal: Da möchte man auch nicht Amtsarzt sein.
  • politische korrektheit: Hieß mal Anstand und wurde von Rechtskonservativen bei jeder sich bietenden Gelegenheit gefordert.
  • höcke männlichkeit: Auf den virilen Vollbart wäre Schopenhauer neidisch gewesen.




Mäßiges Verhältnis

28 10 2018

Das war sicher zu erwarten, wenn man die Hörigkeit der deutschen Politik zu der kriminellen Vereinigung betrachtet, die nebenbei Autos baut. Die Grenzwerte, so Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, ihres Zeichens Physikerin, kann man bei der Stickoxidbelastung der Innenstädte schon mal ignorieren, aber nur, wenn man sie nur ein bisschen ignoriert. Also quasi bis zu einem Grenzwert, der über den gesetzlich festgelegten Grenzwerten liegt, und zwar immer nur, wenn ein daraus resultierendes Fahrverbot nicht verhältnismäßig wäre. Das ist im Umkehrschluss ein durchaus mäßiges Verhältnis zum Rechtsstaat, wie wir es auch sonst von dieser Politik kennen, die der Industrie die marktkonforme Demokratie zurecht geschnitzt hat. Dumm nur, dass viele Bürger sich ihrerseits für die demokratiefreie Variante entscheiden. Bis sie sich dann unterhalb des Grenzwertes findet. Alle weiteren Anzeichen, dass der Rechtsstaat sich gerade selbst die Luft abschnürt, wie immer in den Suchmaschinentreffern der vergangenen 14 Tage.

  • datenschutz probleme: Trotz oder wegen, das ist die Frage.
  • seehofer weg: Das Weg ist das Ziel.
  • sächsische landesregierung: Neben den Reichsbürgern eine der attraktivssten kriminellen Vereinigungen für Rechtsextremisten.
  • steuerbetrug: Auch so eine Frage der Grenzwerte.
  • handgranate maaßen: Nein, der lässt arbeiten.