Amt und Würden

17 06 2021

„Alter, habt Ihr eigentlich noch alle Rillen auf der Erbse!? Wir reden uns seit Jahren Fransen ins Gesicht, dass Ihr Deutschen Euren Laden langsam mal wieder in den Griff kriegt, rein disziplinarisch gesehen, und dann kommt Ihr mit dieser Knalltüte angekrochen? Ob Ihr uns verarschen wollt, hatte ich gefragt!?

Meine Güte, die Kollegen sind gerade erst mit der Erzdiözese Köln fertig geworden, und die sind richtig durch. Wenn ich mir vorstelle, was die sich für Schmutz ansehen mussten, ich würde hinterher unter Waschzwang leiden. Keine Ahnung, seit wann sich der ganze Krempel da aufstapelt, aber es ist mittlerweile bis Rom zu riechen. Und kaum haben wir hier einmal halbwegs Geschlossenheit und Handlungsfähigkeit gezeigt, fallt Ihr Flitzpiepen uns mit Anlauf in den Rücken. Was habt Ihr Euch eigentlich bei dem Theater gedacht? Nein, anders: was habt Ihr Euch überhaupt gedacht? Und womit?

Ihr habt doch nun wirklich ein paar halbwegs vernünftiger Leute, auch wenn Eure Parteispitze zum größten Teil aus Vollidioten besteht. Ich will nicht ungerecht sein, die haben wir auch, vor allem in der Chefetage haben die Typen bei uns auch alle einen mittelschweren Schatten. Aber wie kommt Ihr auf das schmale Brett, dieses komplett verstrahlte Funkenmariechen erst zum Vorsitzenden zu machen und dann auch noch zum Kanzlerkandidaten? Ballert Ihr Euch jetzt den Messwein schon vor dem Frühstück in die Birne? Oder seid Ihr alle einfach nur bescheuert? Der Mann hat doch das Charisma von einer Rolle Müllbeuteln, merkt Ihr denn gar nichts mehr?

Die Peinlichkeit ist doch, es hat sechzehn Jahre lang wunderbar funktioniert, was sage ich: es war die perfekte Symbiose aus Ethik und Verantwortung für den Staat, und wer hat den ganzen Zauber auf die Reihe gekriegt? Ein Frau! Eine Frau, und die ist auch noch Protestantin! Pastorentochter, das ist wie feindliche Übernahme der Konkurrenz! Gegen die Beliebtheitswerte und das internationale Renommee hat ja sogar Ratzinger massiv abgestunken! Unsere treuen bayerischen Bazis haben sich die Taschen vollgestopft und die Verfassung demoliert, wie man das von diesem Egozentrikerverein erwartet hatte, und sie, das preußische Moralengelchen, die Angela hat nicht einmal die Hand aufgehalten, wenn man ihr ein paar Millionen angeboten hat oder einen Sitz im Aufsichtsrat. Die hat sogar allen ernstes an die christliche Empathie als bürgerliche Tugend der Deutschen appelliert, und das größte Wunder ist, dass sie es auch fast geschafft hätte, wenn Ihr degenerierten Deppen im Osten diese Nazibrut mit hochgepäppelt hättet, weil Ihr feigen Arschgeigen dachtet, damit kriegt man kirchenfern sozialisierte Massen dauerhaft unter Kontrolle. Weil Ihr zu doof seid zum Denken, deshalb! Und jetzt kommt Ihr mit diesem Rumpelclown? Was man mit Weihrauch nicht machen sollte, habt Ihr Hilfsministranten aber schon gelernt?

Was rede ich hier eigentlich, über moralische Untragbarkeit hat hier jedenfalls noch niemand ein Wort verloren. Der fälscht mal eben Klausurnoten und kehrt das dann unter den Teppich, und dann hat diese geistige Abrissbirne noch nicht mal den Arsch in der Hose, sich öffentlich dafür zu entschuldigen? Ich dachte, der ist katholisch und weiß halbwegs, wie das mit Beichte und Absolution funktioniert? Jedenfalls nicht so, dass man fröhlich sündigt und dann dem Pfarrer einen vom Pferd erzählt und seine zehn Vaterunser wegbetet und dann fröhlich weiter sündigt. Das mit den Geschäften vom eigenen Sohn und den Buchhonoraren – das war jedenfalls kein Weihnachtsgeld von der Partei – und dann die Auflösung der Stabsstelle Umweltkriminalität, das geht offensichtlich klar? Kamel, Nadelöhr, sonst ist hier alles okay?

Nehmt Euch gefälligst ein Beispiel an Kardinal Marx! Der hat es gar nicht nötig gehabt, seinen Rücktritt anzubieten. Schuld auf sich zu nehmen, wenn man in einer verantwortungsvollen Position ist und für die Verfehlungen an Schutzbefohlenen geradesteht, weil man sein Wort gegeben hat, das man nicht nach Gutdünken einfach mal bricht – schon mal gehört? Ja, das hatte ich erwartet. Mir hätte es gereicht, das als Leitbild demokratisch gewählter Regierungschefs zu verstehen, aber man kann nicht alles haben. Vielleicht kommt Ihr jetzt noch mit der üblichen Predigt, wenn man den Karren schon in die Scheiße gefahren hat, dann darf man auf keinen Fall zurücktreten, weil das ja nicht verantwortungsvoll genug wäre. Also bleibt Ihr alle hübsch in Amt und Bezahlung. Von Würde möchte ich in Eurem Fall lieber gar nicht erst anfangen.

Das mit dem Splitter im fremden Auge, das will ich in Zukunft auch nicht mehr hören. Wenn man als Anbieter für ein ethisches Fundament derart in der allgemeinen Kritik steht, und dann sind an allem immer nur die anderen schuld, vor allem für den ganzen Scheiß, den man nachgewiesenermaßen jahrelang selbst verursacht und sogar noch unter den Teppich gekehrt hat: das ist der beste Weg, um noch mehr Menschen endgültig für seine Sache zu verlieren. Bei uns ging das gut, dann reagierte der Markt, wir hatten millionenfach Anbieterwechsel, und jetzt stellen die Menschen fest, dass man auch ohne uns an irgendwas glauben kann, aber nichts glauben muss. Und dann muss man sich überlegen, ob man das alles immer so weiter machen will, ob man noch jeden Idioten in seinem Namen weiter mit durchfüttern will, wie ein Großkonzern, dem es wurst ist, wofür er seine Lizenzen hergibt. Also kurz und gut: das C ist ab sofort endgültig weg. Die Messe ist gelesen.“





Blitzableiter

20 01 2020

„Das ist eine organisatorische Frage. Der Papst ist für die ganzen fundamentaltheologischen Sachen da und für die Priesteraufgaben und für die Besuche im Ausland, und der Ratzinger labert halt Scheiße. Also quasi den heiligen Stuhl.

Klar, der Vatikan polarisiert. Deshalb ist es in dieser Zeit gerade so gut, dass wir nicht nur einen äußerst kontroversen Papst haben, sondern auch noch diesen ausgedienten Bayern im Schuppen. Das wirkt erst mal sehr merkwürdig, weil das im ganzen Reformprozess, der sich seit langer Zeit, also quasi seit der Gründung angestaut hat, weil das jetzt eben so enorm kontraproduktiv wirkt. Das ist nicht ganz ungefährlich, vor allem in Situationen, wo man in der Öffentlichkeit zeigen muss, dass man sich mit den Forderungen seiner zahlenden Kunden auseinandersetzt. Oder sie überhaupt erst mal zur Kenntnis genommen und dann auch kapiert hat. Und gerade dann ist da dieser eine Typ, dieser Hemmschuh, der im Grunde alles verhindert, was nach Modernisierung und Nachhaltigkeit aussieht. Siemens ist doch immer noch Konzern von Weltruf, trotzdem beschäftigen die Joe Kaeser. Oder hier, die SPD – Olaf Scholz.

In der Hinsicht sind wir wie die Industrie, die sich gegen den Klimawandel wehrt. Erst wehren wir uns gegen die, die nachweisen, dass wir Mist gebaut haben und weiter Mist bauen, dann leugnen wir, dass wir überhaupt Mist bauen können, dann bezeichnen wir alle als Lügner, die behaupten, dass Mist überhaupt existiert, und dann geben wir den Opfern die Schuld. Das kann man beliebig lange so weitermachen, uns kommt nur unangenehmerweise dieses metaphysische Zeugs dazwischen, das die Leute glauben, weil es in der Bibel steht. Man muss da schon eine sehr straffe Unternehmensführung haben, sonst kann man sich die Rendite in die Haare schmieren. Wir können nicht ewig warten mit der Reform des Pflichtzölibats, die Frauen, die wir uns als Arbeitstiere halten, wachsen leider auch nicht so schnell nach, wir müssen uns überlegen, wie wir das langfristig geregelt kriegen. Deshalb leisten wir uns für die Kundenbindung der rechten Kräfte auch einen zusätzlichen Aufsichtsrat. Für die unangenehmen Zwischenfälle. Wenn Sie sich auf den Glauben verlassen, sind Sie verloren. Deshalb ist auf jeder Kirche ja auch ein Blitzableiter.

Wir haben das jetzt auch in unsere offizielle Kommunikationsstrategie aufgenommen, damit die beiden ihre Erklärungen abwechselnd an die Presse schicken. Gute Bulle, böse Bulle. Dass Ratzinger da jetzt plötzlich einen Fallrückzieher macht, das war so nicht geplant, aber letztlich ist es für das Profil ganz gut, wenn sich der Papst jetzt von dieser Seite angegriffen sieht. Das erspart uns, dass wir nach fünfhundert Jahren die nächste Spaltung riskieren, und das wäre nicht nur marketingtechnisch eine Katastrophe. Diversifikation ist zwar praktisch, um möglichst den kompletten Markt abzudecken, aber bei unserem Produkt wird das kompliziert. Es wäre schon eine Herausforderung, sich einen neuen Markennamen auszudenken. Altkatholiken gibt’s schon, und die sind auch noch viel progressiver als der Marktführer.

Im Normalfall macht man interne Kritiker ja schnell mundtot. Oder man schiebt sie irgendwo in eine eigene Sparte ab, wo sie nicht mehr viel zu melden haben. Als Großinquisitor hat der Alte einen ganz guten Job gemacht, das muss man ihm lassen. Immerhin hat das mittlere Management vor ihm immer noch Angst. Aber ich sehe es noch nicht, dass wir eine feindliche Übernahme zu befürchten haben. Dazu fehlen ihm dann doch die Mittel. Der Laden ist ihm über den Kopf gewachsen.

Möglicherweise ist der Ratzinger auch schon dementer, als es vorher den Anschein hatte. Die Vorgänger waren ja auch nicht mehr alle ganz dicht – was erwarten Sie auch bei einem Berufsbild, in dem man Anweisungen von einem unsichtbaren Mann bekommt, den man erst nach seinem Tod kennen lernt. Natürlich gibt es da auch einige, die den Ratzinger als ein ausgekochtes Schlitzohr sehen und meinen, dem sei es völlig egal, wer unter ihm Papst ist. Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo in der Mitte. Gegenpäpste hat es ja schon immer gegeben, und wenn Franziskus ihn jetzt als Ketzer an die frische Luft setzt, dann denken Sie daran, dass auch schon genügend Päpste plötzlich Visite beim Chef hatten.

Für dieses Jahr werden wir noch einen bis zwei Durchgänge erwarten können, ich tippe man auf das Thema Frauenordination. Da wird der Ratzinger irgendeinen antifeministischen Scheißdreck vom Stapel lassen, dann gibt es einen Aufschrei, die Deutsche Bischofskonferenz wird sich von dem alten Sack distanzieren, und der Papst lenkt mit viel harmoniesüchtigem Gelaber vom Konflikt ab. Falls seiner Heiligkeit nicht plötzlich der Hals platzt, er hat ja gesagt, wer seine Mutter beleidigt, kriegt aufs Maul. Dann wird er halt lernen müssen, wie wir das mit den Führungsaufgaben schon seit unserer Gründung gelöst haben. Es kann nur einen geben.“





Maria 2.0

18 06 2019

„… bewusst nur Männer als Apostel berufen habe. Voderholzer sehe den Heiland daher als wichtigsten Zeugen im Kampf gegen Ansprüche von Frauen im kirchlichen…“

„… vehement entgegentrete. Zunächst seien es Jünger gewesen, der Regensburger Bischof stehe damit in krassem Widerspruch zur fundamentalen Lehre des Katholizismus. Darüber hinaus sei aber auch eine…“

„… abgemildert habe. Das Bistum habe damit nicht die konkrete weibliche Person gemeint, die sich zumindest in Zeiten der Demokratie immer noch auf weltliches Recht berufen dürfe. Es gehe dem Bischof um eine generelle Einstufung von Frauen als…“

„… durchaus verstehe. Kramp-Karrenbauer sehe die Kirche im Recht, da hier eine Mehrheit einzelner Frauen eine nicht mehr hinnehmbare Meinungsmache gegen den…“

„… viele Frauen ihre Ehrenämter in der römisch-katholischen Kirche ruhen ließen. Lindner habe dies als ‚scheißfeministische Feministenscheiße‘ bezeichnet, da der Protest am Sonntag und nicht, wie man es von leistungsbereiten Staatsbürgern erwarten könne, innerhalb der Arbeitswoche zu einem weniger wichtigen…“

„… würden Frauen, die kirchliche Ämter bekleideten, auch zu Inzest neigen, da sie genau wie ihre männlichen Kollegen Probleme mit der zölibatären…“

„… dürfe man nämlich alle Frauen als feminismusstalinistische Stalinistenfeministinnen bezeichnen, da sie keine Männer seien. Lindner habe angekündigt, wenn er demnächst in der Schlange vor dem Abendmahl auf eine Frau treffe, von der er annehmen müsse, dass sie sich illegal in der…“

„… habe der Protestantismus seinen Namen erhalten. Kramp-Karrenbauer warne eindringlich vor einem Abfall von der römisch-katholischen Lehre, da nämlich alles andere ein ideologischer…“

„… das grundsätzliche Infragestellen der Zweiheit von Mann und Frau nicht von Gott gewollt sein könne, da es sich nicht durch eine konkrete Bibelstelle belegen lasse. Voderholzer könne durch seine profunden Schriftkenntnisse den genderbezogenen Terrorismus gegen die göttliche Wahrheit mit ganz einfachen…“

„… sei es nicht ausgeschlossen, dass Frauen die Erderwärmung ausgelöst hätten. Weidel bestehe jedoch darauf, dass dies durch linke Hexen, Jüdinnen, schwarze Migrantinnen aus islamischen Kulturen und…“

„… betone die Deutsche Bischofskonferenz noch einmal, dass ihnen die Frauen sehr am Herzen lägen. Es gebe keine billigeren Arbeitskräfte, mit denen man die karitativen Aufgabe der Kirche, die zur Mehrung ihrer steuerfreien…“

„… seien Frauen viel zu emotional, impulsiv, rachsüchtig und im Durchschnitt viel dümmer als Männer. Kramp-Karrenbauer wisse aus eigener…“

„… gebe es für jedes Wesen im Reich Gottes einen Platz, an dem dieses ein gefälliges Leben führen dürfe. Die Kirchenprovinz München und Freising habe dies auch in angeschlossenen weltlichen Dienstleistungsbetrieben wie der CSU stets für alle Frauen im Sinne des…“

„… an die im Altertum verbreitete Prostitution in den Tempeln erinnere. Voderholzer könne daher keine Religion akzeptieren, in der Frauen nicht als untergeordnete…“

„… könne die Werteunion nicht ausschließen, dass jede Frau, die ein Priesteramt anstrebe und daher automatisch als transsexuelle Befürworterin von Inzest und Kindesmissbrauch gelten müsse, alle paar Tage ihr Geschlecht wechseln wolle, was in der Entgeltabrechnung der Kirchenämter schon steuerlich viel zu…“

„… vor modernistischen Irrwegen wie der Altkatholischen Kirche warne. Die Junge Union stehe für eine ungebrochene Tradition, wie sie in Deutschland bereits seit dem dreizehnten…“

„… sei die Genderideologie ein Quell von Hass und Intoleranz, da sie die moralischen Prinzipien der katholischen Kirche in keinster Weise…“

„… erhebliche anthropologische Folgen habe. Die CDU könne nicht ein Grundsatzprogramm verabschieden, in dem klar zum Ausdruck komme, dass der Mann aus einer Rippe der Frau entstanden sei, sondern müsse dies in Rücksicht auf die …“

„… zu einer Diskussion gekommen sei. Obwohl die Mehrheit der Abgeordneten derzeit keinen rechtlich durchsetzbaren Weg zur Abschaffung der Verfassung sehe, wolle Söder durch ein Gesetz, dass in jedem Raum jeden Hauses im Freistaat ein Kruzifix hängen müsse, die Staatsgewalt der kirchlichen…“

„… drei Viertel aller Messen ausgefallen seien. Die Deutsche Bischofskonferenz sehe es als nicht hinnehmbaren Affront, dass alle Haushälterinnen in einer konzertierten Aktion keine liturgischen Gewänder mehr rechtzeitig zum…“

„… sich aus der Tatsache ableite, dass Gott selbst ein Mann sei. Voderholzer wolle sich auf weitere Fake News linker Atheisten nicht weiter einlassen und fordere staatliche Unterstützung bei der…“

„… sich geehrt fühle, das Wort zum Sonntag zu sprechen. Es sei ihr Anliegen, eine von Drogen, Homosexualität und Klimahysterie verstörte Jugend wieder auf den Pfad der Wahrheit zu führen. Sobald Kramp-Karrenbauer eine Sendezeit im Internet beantragt habe, werde sie sofort die…“





In nomine Patris

2 03 2015

„… offenbar missverständlich ausgedrückt hätte. Die Kurie habe bei ihrer Befürwortung der körperlichen Züchtigung im Dienstrecht weniger an die Gemeindemitglieder gedacht als vielmehr an die Amtsträger, deren zahlreiche Verfehlungen zuletzt den Vatikan in sehr schwere…“

„… wolle sich das UN-Menschenrechtskomitee nicht weiter in die Anordnungen der Kirche einmischen, da deren übriges Arbeits- und Sozialrecht auch keine anderen moralischen…“

„… keine bleibenden Schäden hinterlassen solle. Um eine sichtbare Verletzung der Würde zu vermeiden, empfehle die Glaubenskongregation, nur an den Stellen, die von der geistlichen Amtstracht bedeckt würden, mit der flachen Hand oder einem…“

„… von den dresdner Demonstranten klar verteidigt worden sei. Bachmann habe auf der Montagskundgebung gefordert, das Privileg, die freie Religionsausübung zu missbrauchen, sei nicht nur auf muslimische…“

„… zwar in Deutschland verboten sei, da sie die verfassungsmäßig garantierte Würde des Menschen verletze, doch gehöre es nach Meinung von Seehofer zur Kernkompetenz des Katholizismus und seiner weltlichen Institutionen, sich nicht um langweilige juristische…“

„… keinen Strafenkatalog veröffentlichen wolle. Vielmehr rufe die Kurie aus Gerechtigkeitsgründen dazu auf, körperliche Züchtigungen nach freiem Ermessen zu…“

„… eine böswillige Unterstellung nenne. Die Deutsche Bischofskonferenz betone vielmehr, dass das Kirchenpersonal auf Weisung des Vatikans mit der körperlichen Züchtigung wieder mehr in der Nachfolge Christi…“

„… sich noch nicht von einem schweren Schädel-Hirn-Trauma erholt habe. Der Pontifex selbst habe angeordnet, Tebartz-van Elst richtig in die…“

„… dass es der Kurie keinesfalls um körperliche Gewalt gehe, sondern nur um die Notwendigkeit der väterlichen Dominanz in der Erziehung. Deshalb müsse der Betroffene die Bestrafung stets in nomine Patris…“

„… den Papst als außerordentlich kompetent in Erziehungsfragen gewürdigt. Einem Priester, der sich so offensichtlich als Freund seiner Schutzbefohlenen zeige, könne Joachim Kardinal Meisner nach interner Kenntnis der römisch-katholischen Kirche keinerlei strafwürdiges…“

„… sich mehrere Menschenrechtsorganisationen über den Papst beschwert hätten. Beobachter seien der Meinung, dies Verhalten liege an Erfahrungen, die er bereits als junger Theologe in…“

„… es in einigen Fällen gerechtfertigt sei. So habe sich der genannte Generalvikar nicht nur der Scheckfälschung schuldig gemacht, er sei auch noch auf frischer Tat dabei ertappt worden, was sicherlich einen Tritt in den…“

„… nicht für den Gemeindedienst geeignet seien, da sie sich geweigert hätten, auf Weisung ihres Vorgesetzten einem Kollegen mit dem Gürtel auf den nackten…“

„… nochmals klargestellt habe, dass er die Prügelstrafe für Geistliche keinesfalls fördere. Die Kirche gebe lediglich klar zu verstehen, dass der deutsche Staat weder das Recht noch die Mittel besitze, eine Kontrolle über die tatsächliche…“

„… trete de Maizière der Kirche entschieden entgegen, da das Gewaltmonopol beim Staat und seinen Institutionen liege. Er könne der körperlichen Züchtigung nur zustimmen, wenn diese künftig auch gegen Asylbewerber und andere mutmaßlich verdächtige Personen…“

„… die Züchtigung von Nonnen nur durch den Beichtvater geschehen könne, um nicht unmoralischen Vorgehensweisen Vorschub zu…“

„… sei im Erzbistum Paderborn innerhalb weniger Tage der Titel Fifty Shades of Grey vergriffen gewesen, was auf ein verstärktes Interesse an Weiterbildung…“

„… in vielen Fällen im Kindesalter selbst Schläge und Missbrauch erduldet hätten. Die Deutsche Bischofskonferenz werte in ihrem Gutachten den päpstlichen Erlass als durchaus tauglich, die Regeneration der Kirche auf einem breiten Fundament von…“

„… es zu einer Debatte komme, ob die körperliche Züchtigung zusätzlich zu den säkularen Verfahren der ordentlichen Gerichtsbarkeit anzuwenden sei oder diese ersetze, wenn es sich um eine kirchenrechtlich eindeutige…“

„… nicht so abwegig, wie es von außen dargestellt werde, und auch nicht auf den Katholizismus beschränkt, sondern auch in anderem Kontext anwendbar. Von der Leyen überlege, im…“

„… sei der Passauer Diakon Schmierwimpferl vor dem Landesarbeitsgericht unterlegen, da er nicht habe nachweisen können, dass er nicht ohnehin aus psychisch schwer nachvollziehbaren Gründen in den Dienst der römisch-katholischen Kirche…“

„… so zu verfahren, wie es auch bei anderen strafwürdigen Verfehlungen geistlicher Würdenträger bisher geschehen sei: in sehr schweren Fällen, die nicht durch die deutschen Ermittlungsbehörden untersucht würden, nehme man die Bestrafung ausschließlich symbolisch vor und versetze die Täter in andere…“





Schussecht

5 08 2014

„… die Verleihung einer Schützenkönigswürde mit dem muslimischen Glauben nicht vereinbar. Der Bezirksschützenverein dürfe den wegen seiner türkischen Herkunft nicht zugelassenen…“

„… eine klare Verbindung gebe. So sei der Gebrauch von Schusswaffen nur mit einem christlichen Segen denkbar, was gerade in diesen Tagen eine historische wie auch aktuelle…“

„… man dem türkischstämmigen Schützen die Konversion zum Katholizismus angeboten habe, was jedoch nach Ansicht des Dachverbandes nicht ausreiche, um die Zugehörigkeit zu einer echt deutschen…“

„… eine Persönlichkeits- und Gemeinschaftsförderung durch die Pflege des Fahnenschwenkens leiste. Damit sei der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften erheblich wichtiger als Bundesregierung, Vereinte Nationen und…“

„… überhaupt nicht vergleichbar. Ob der ehemalige Schützenkönig praktizierender Buddhist gewesen sei, müsse man als Privatsache behandeln, da dieser als gebürtiger Oberschlesier nie versucht habe, sich die deutsche Staatsbürgerschaft zu…“

„… habe Lucke betont, er pflege keinerlei Vorurteile gegenüber Muslimen, doch dieser sei nicht christlich, weshalb es für ihn keine…“

„… seinerseits mit einer Abmahnung gedroht hätten, wenn katholische Fleischproduzenten in Nordrhein-Westfalen ihre Erzeugnisse als Döner in die…“

„… den gemeinsamen Alkoholkonsum, der zwar während des Schießens durch weltliche Gesetze verboten sei, aus Gründen der Tradition allerdings praktiziert werde. Man müsse bei einem Muslim immer davon ausgehen, dass er den Genuss von Bier und Schnaps ablehne, was ihn als nicht vollwertiges Mitglied der Volksgemeinschaft…“

„… es gemeinsame Spielregeln geben müsse, ohne die eine liberale Gesellschaft nicht funktionieren könne. So sei auch die Mitgliedschaft in der FDP zwingend erforderlich, um als Makler…“

„… die nordrhein-westfälischen Schützenbrüder nur durch einen weiteren bedauerlichen Fehler in der Dienstanweisung noch nicht vom Landesamt für Verfassungsschutz…“

„… als Teil der westlichen Kultur zu betrachten. So sei es etwa in den Vereinigten Staaten von Amerika seit jeher Konsens, den Gebrauch von Schusswaffen ohne Notwendigkeit nur für weiße, christliche…“

„… hätte ein Protestant nie so eine unwürdige Gegenwehr gezeigt, wenn man seine Religion angegriffen hätte. Dies, so der stellvertretende Chefredakteur, sei der deutlichste Beweis, dass der Islam das größte Hindernis bei der…“

„… den gemeinsamen Alkoholkonsum, der zwar während des Schießens durch weltliche Gesetze verboten sei, aus Gründen der Tradition allerdings praktiziert werde. Man müsse bei einem Muslim immer davon ausgehen, dass er den Genuss von Bier und Schnaps nicht ablehne, was ihn generell unglaubwürdig mache und seine Integrationsleistung daher zu einem reinen Lippenbekenntnis…“

„… im Koran beispielsweise nirgends der Begriff ‚Kleinkalibergewehr‘ zu lesen sei, was eine ganz klare Vorschrift für den…“

„… argumentiere der gegnerische Anwalt, der türkischstämmige Bürger sei durch langjährige Mitgliedschaft in einem Verein, der sowohl mit seinem Landesverband als auch mit dem eigenen Vorstand vollkommen zerstritten sei, längst derart integriert, dass er nicht mehr als ausländisches…“

„… die Gründung eines muslimischen Schützenvereins auch dann, wenn er Mitglieder anderer Religionen aufnehme, als islamistische Organisation sofort zu verbieten. Friedrich habe auf der Jahreshauptversammlung verkündet, islamische Schützenvereine gehörten historisch nicht zu Deutschland, weshalb auch die rechtliche Situation eindeutig…“

„… von christlichen Werten und Integration gepredigt worden sei. Der Sprecher der Diözese habe mitgeteilt, dass es sich um ein Missverständnis gehandelt habe, da es der Kirchenleitung ausschließlich im die Integration christlicher Werte in den…“

„… in einem Gutachten als widernatürlich bezeichne. Schon die typische Gebetshaltung der Muslime sei mit dem Führen einer Schusswaffe nicht vereinbar und könne zu erheblicher Gefahr für andere…“

„… warne der bayerische Innenminister Herrmann (CSU) vor einem erstarkenden Islamismus aus dem Freistaat. Wenn nun auch noch Muslime ihre Terrorausbildung in katholischen Schützenvereinen absolvierten, sei es höchste Zeit, eine verdachtsunabhängige Internierung sämtlicher.…“

„… kein Islamfeind. Der Gastarbeiter jedoch habe stellvertretend für alle anderen den anständigen Deutschen nicht nur einen Job und eine Frau weggenommen, er wolle sogar das Amt eines Schützenkönigs…“

„… ungefähr 258% aller schwersten Straftaten wie beispielsweise das Zünden minarettförmiger Neutronenbomben in deutschen Krieger- und Vertriebenendenkmälern von islamistischen Schützenkönigen begangen würden, die vor der Ausführung ihrer Verbrechen meist literweise Blut geschächteter Christenknaben söffen. Sarrazin selbst habe die Statistik während eines…“

„… moderne und aufgeklärte Menschen seien. Eine jüdische Großmutter sei heutzutage längst kein Grund mehr, von einem deutschen Schützenverein nicht…“





Junge, komm bald wieder

11 03 2014

„… auch nach seiner Emeritierung nicht in den Ruhestand gehen wolle. Joachim Kardinal Meisner plane auch in den kommenden Jahren noch zahlreiche…“

„… wolle der ehemalige Bischof von Köln sich der multireligiösen Verständigung zuwenden. Diese könne seines Erachtens nach nur dann funktionieren, wenn zuvor alle Beteiligten zum Katholizismus…“

„… sich als falsch herausgestellt habe. Nicht die NPD wolle in die Römisch-Katholische Kirche eintreten, Meisner habe beschlossen, die Kirche solle vollständig in…“

„… irgendwas mit Medien zu machen. Er habe noch keine Ahnung von diesem Internet, wolle aber als erstes Projekt die Fortführung von kreuz.net im…“

„… als Berater für die Bundesregierung zu fungieren. Sein Anliegen, die Ökumenische Bewegung auch gesetzlich zu…“

„… einen standesgemäßes Alterssitz zu bauen. Reiner Zufall sei allerdings, dass Meisner dazu die Originalpläne des Limburger…“

„… müsse die Ausbildung der islamischen Geistlichen in Deutschland stärker reglementiert werden, um einheitliche Standards zu schaffen und ein gemeinsames Bezugssystem auf Werte zu erarbeiten. Er wolle gerne seine Erfahrungen im Praxisseminar für angehende Hassprediger…“

„… auch eine Karriere als Schlagerstar denkbar. Meisner habe bereit erste Gesangsproben mit kölschem…“

„… für einen Job als Dachdecker qualifiziert. Der ehemalige Bischof von Berlin freue sich schon darauf, auf möglichst viele Menschen herabblicken zu…“

„… kein Gehör bei der Bundeskanzlerin finde, die nichtkatholische Religionsausübung in Deutschland unter strenge Strafe zu…“

„… die Ratgebersendung des WDR zu boykottieren. Meisner lehne es kategorisch ab, sich mit Laien auseinanderzusetzen, die weder…“

„… zu einem jähen Rückschlag gekommen. Die musikalische Karriere des Altbischofs könne nicht wie geplant starten, da die Namensrechte an Unheilig bereits…“

„… nichts mit Meisner zu tun haben wolle. PI-News habe betont, einen derart intoleranten, rabulistischen Kommentator unter keinen Umständen auf den…“

„… einen Werbevertrag zur Gebissreiniger nicht annehmen könne, da er noch Originalzähne…“

„… ernsthafte Verhandlungen. Ob Meisner und Lewitscharoff neben dem geplanten Buch auch eine Talkshow…“

„… kaum eine Chance auf dem Kochbuchmarkt haben dürfte, zumal die Beschränkung auf Brot und Wein wenig Entfaltungsmöglichkeiten…“

„… zu Kommunikationsschwierigkeiten gekommen sei. Lewitscharoff habe nochmals betont, es gehe in ihrem gemeinsamen Projekt nicht um eine Auseinandersetzung mit dem deutschen Ungeist, sondern mit dem undeutschen Geist, was zu Schwierigkeiten mit den Sponsoren…“

„… sei es bei einer Berufsberatung völlig normal, dass Meisner empfohlen worden sei, als selbstständiger Nageldesigner zu arbeiten. Die Bundesagentur für Arbeit führe stets passgenaue…“

„… statt der Talkshow lieber eine Kultursendung zu moderieren, die Meisner gemeinsam mit Matussek in der…“

„… Verhütungsmittel generell zu verbieten, stattdessen jedoch muslimische Familien medizinisch zu…“

„… seine Beratertätigkeit auch in Moskau auszuüben. Er teile zahlreiche Interessen, unter anderem Homophobie und Gas, mit dem russischen Präsidenten und könne daher…“

„… als eigene Marke auf den Markt zu bringen. Das als Meisner Porzellan bekannte Geschirr sei besonders für Elefanten eine hervorragende…“

„… könne noch nicht sagen, ob er Papst werden wolle anstelle des…“

„… habe stets Freude an der Auseinandersetzung gezeigt. Der Deutsche Boxsport-Verband rate jedoch angesichts des geringen Körpergewichts von einer Teilnahme an Wettkämpfen eher…“

„… werde die Talkshow vom Road-Format Durch Köln mit… ersetzt, das auf einer Doppelmoderation mit Henryk M. Broder…“

„… die Schlageraufnahmen neu zu produzieren. Bushido habe sich dafür einen…“

„… habe sich Eva Herman gegen eine Kooperation entschieden. Die ehemalige NDR-Mitarbeiterin halte Meisners Frauenbild für unerträglich antiquiert und nahezu…“

„… nicht zu einer Zusammenarbeit bereit. Der Kinderschutzbund habe Meisners Angebot vehement…“

„… sei an Guido Maria Kretschmers Kollektion durchaus interessiert, da er unter der Soutane schon immer gerne Damenunterwäsche…“





Protz und Wasser

14 10 2013

„Behalten Sie die Schuhe ruhig an, wir haben Filzpantoffeln. Das ist bei durchgängig Marmor einfach praktischer, als jeden zweiten Tag feucht durchzuwischen. Vor allem, weil die Kehrmaschine immer so einen Höllenlärm veranstaltet, das hört man ja bis in die Bibliothek.

Hübsch, nicht wahr? Das war für uns auch eine echte Herausforderung. Also nicht wegen des Exposés, so zwei bis fünf Aktenordner kriegt man ja auch schnell mal voll, aber bis Sie einen richtigen Immobilienkaufmann dazu bringen, dass er in der Anzeige lauter Untertreibungen schreibt – mein lieber Mann, ich sage Ihnen! Aber wenn wir hier gleich alles reingeschrieben hätten, würde sich bestimmt kein Interessent melden. Zumal dieser Kasten ja auch ganz nette Unterhaltungskosten hat.

Nehmen Sie ruhig den Treppenlift, der ist in weniger als fünf Minuten oben. Für schwerere Sachen haben wir hinter der Empore natürlich noch den Lastenaufzug. Sonst hätte der Adventskranz nie ins Obergeschoss gekonnt. Vorsicht mit den Gobelins, die sind echt. Wir haben hier links die Einhörner, im rechten Aufgang die vier Evangelien als Synopse. Es wirkt etwas unübersichtlich, aber das ist wie mit manchen Filmen: am Ende ist das Buch immer noch besser.

Sie können übrigens von hier aus alles steuern: Heizung, Licht, Beamer, Zugbrücke, und wenn Sie Ihr mobiles Endgerät mit der Hausanlage vernetzt haben, temperieren Sie die Badewanne schon, noch bevor Sie das Grundstück betreten haben. Da hinten ist das Ankleidezimmer, aber das ist eher schlicht gehalten. Ein paar hundert Meter Kleiderstange, die Rolltore natürlich elektrisch, die Spiegel drehen sich automatisch mit. Die getragenen Stücke werfen Sie gleich in den Schacht, dann landen sie unten in der Waschküche. Das ist praktischer, als für jedes Käppchen immer gleich in den unteren Keller zu latschen.

Das wäre dann hier die Küche. Wir haben sie recht einfach gehalten, der Herd ist freistehend, Hochbackofen, Kühlschrank mit begehbarem Drei-Sterne-Fach und Eiswürfelspender, Oblateneisen, und diesen byzantinischen Ambo haben wir als Kochbuchständer umgebaut. Hübsches Ensemble, und für die Beleuchtung haben wir diesen kleinen Kronleuchter an die Decke gehängt. Als Leselicht. Schauen Sie mal, Zicklein in Milch. Und Donnerstag gab’s Lamm für dreizehn Personen. Nein, als Getränkeautomaten würde ich das hier nicht bezeichnen. Wir haben uns das bei diesem Versandhaus abgeschaut. Der Ausgabeschrank ist durch eine App steuerbar und hat über ein automatisches Kommissionierfahrzeug Zugriff auf den Messweinkeller. Bei der jetzigen Bestückung sollte der Bestand bis zum Jahr 2048 reichen. Die Bistümer Trier und Paderborn natürlich inbegriffen.

Hier bitte einmal aufpassen, die Tür öffnet sehr leicht beim Gegenlehnen, und dann führt die Treppe bis ins Untergeschoss oberhalb des Kellers, der oberhalb des oberen Kellers liegt. Also eine Art unteres Zwischengeschoss. Das ist Terrakotta, richtig, und es ist eine Armee. Aber nicht, was Sie jetzt erwartet hatten. Das sind die himmlischen Heerscharen. In Lebensgröße. Nennen Sie es halt Kunst am Bau. Ich finde es auch etwas komisch.

Ja, das ist das Bad. Wirklich beeindruckend, was man aus einem derart großen Raum ohne Außenfenster alles machen kann. Wir waren sehr ergriffen, als wir dies hier das erste Mal gesehen hatten. Manche haben regelrecht geweint. Protz und Wasser. Das wäre hier die Badewanne, und der Waschtisch drüben war früher mal der Hochaltar von Sankt Bonifatius. Die Geschmeide an den Wasserhähnen sind natürlich abnehmbar, man muss das Objekt ja auch vernünftig putzen können. Deshalb ist die Keramik auch nicht aus Keramik. Sie wollen ja ein bisschen Freude an der Nasszelle haben, schließlich verbringen Sie hier die ersten Augenblicke eines langen, arbeitsamen Tages. Der Deckel wird hydraulisch bewegt, und dann kann man die Unterwasserbeleuchtung hier regeln. Den zweiten Hebel von links ziehen. Wieso Whirlpool? Das ist das Gästetaufbecken.

Es ist weitläufig, da haben Sie recht. Aber wenn Sie sich erst einmal an die Rolltreppen in den Verbindungsfluren gewöhnt haben werden, dann fühlen Sie sich ganz schnell zu Hause. Das ist der Durchgang zum Kölner Dom, falls Sie mal den Metropoliten sprechen müssen. Irgendwie vermisse ich auch den Herrn Kraußwinkel, der hat sich offenbar beim letzten Termin verlaufen. Steckt wohl im Funkloch, der Gute. Nein, das ist noch nicht so lange. Morgen werden es erst sechs Wochen.

Das ist jetzt natürlich unser ganzer Stolz. Wenn Sie mal schauen möchten, dies ist die Hauskapelle. Also unsere Sixtinische Hauskapelle. Doch, im Maßstab 1:1. Wir wollten es auch nicht unnötig verkleinern, sonst hätte es eine gewisse Unwucht mit der Statik im Kellergeschoss gegeben. Das ist unsere Sängerschule. Das Kyrie aus der Missa Papae Marcelli, wenn mich nicht alles täuscht. Wir wollten sowieso mal einen neuen Ton für die Türklingel.

Das wäre jetzt so der erste Eindruck, ich hoffe, es sagt Ihnen schon ein wenig zu? Natürlich feinste Tropenhölzer, die sind einfach haltbarer, und wir müssen da ja nicht so auf den Preis schauen. Sie sind zufrieden? Das freut mich. Dann würde ich vorschlagen, wir sehen uns jetzt das Hauptgebäude an.“





Wer’s glaubt

3 04 2013

„Weil Sie der richtige Ansprechpartner sind, Herr Kardinal, und da haben wir uns gedacht, sprechen wir doch mal Herrn Kardinal an, was Herr Kardinal dazu sagen. Also Sie jetzt. Man muss als Vertreter der säkularen Klassen ja auch mit der Kirche in gutem Einvernehmen stehen, wenn es um gewisse weltanschauliche Frage geht. Glaubensfragen eben.

Wir hatten uns das so gedacht, Euer Durchlaucht – Sie haben doch da jetzt diesen neuen Papst, diesen Franziskus, und der tut doch so auf moralisch, richtig? Eben. Und da haben wir uns gedacht, wir sollten an demselben Strang ziehen. Nur halt von verschiedenen Seiten. Sie machen das mit der Moral, und wir machen das, naja, das andere halt eben. Das ist eine klassische Win-Win-Situation. Sie gewinnen, weil man Ihnen endlich mal abkauft, dass Sie jetzt die Guten sind, und wir gewinnen sowieso immer. Das ist ein großartiger PR-Sieg für beide Seiten, Höchstwürden, und das Tolle ist, diesmal muss man Ihnen das einfach mal abkaufen.

Das mit den Kindern, Sie verstehen? Muss ich noch deutlicher werden? Ihr pädophiles Personal, Euer Durchzecht. Das würde man nicht unbedingt sofort mit Recht und Ordnung in Verbindung bringen. Sie haben sich zwar sehr bemüht, den Skandal aufzuklären. Fast so sehr, wie Sie sich bemüht haben, den Skandal zu vertuschen. Und jetzt haben Sie hier die einzigartige Gelegenheit, das alles völlig aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit zu entfernen. Also quasi den umgekehrten Fall. Das ist doch gut? Na eben. Und deshalb würde ich sagen, Sie lassen sich das mal durch den Kopf gehen und – Abtreibung? Könnten wir eventuell später mal darüber reden? Wir wollen und nicht mit so kleinkarierten Details beschäftigen, bevor Gras über die Sache gewachsen ist.

Sicher, Eminenz, sicher. Wir sind uns da im Klaren. Natürlich kann die Kirche tun und lassen, was sie will. Schließlich bezahlen wir sie ja aus Steuermitteln dafür, dass sie uns mitregiert. Aber man kann doch wenigstens ein bisschen so tun, als sei einer von uns moralisch. Irgendwie moralisch. Wenigstens einer. Manchmal.

Schauen Sie mal, der Papst ruft zur Solidarität mit den Armen auf. Ist das nicht goldig? Also ich finde das zu goldig. Da müssen wir dann nicht immer die Ursula von der Goebbels von der Leine lassen. Von der kriegen wir immer Magenbluten, wissen Sie, das macht Ihr Papst viel hübscher. Hört sich nicht so ekelhaft selbstgerecht an, wenn er die Globalisierungsverlierer segnet. Und bei Ihnen hat das viel mehr Stil. Na, denken Sie mal an, die Schröder würde im Tuckenbrokat im Bundestag ans Rednerpult stöckeln, mit qualmender Handtasche, und dann sagt sie: Kommet her zu mir, die Ihr mühselig und irgendwie auch ein Stück weit beladen seid, ich will Euch Kita-Plätze versprechen, die Ihr zwar im Leben nicht zu Gesicht bekommt, aber dafür blase ich ein paar Spitzenverdienern die Kohle doppelt und dreifach in den Arsch. Klingt nicht wirklich christlich, oder?

Das ist meiner Ansicht nach schon eine wichtige Glaubensfrage, Euer Effizienz. Ich glaube nämlich, so leicht kommen wir beide aus dieser Nummer nie wieder raus. Oder meinen Sie, dass auch nur einer in diesem Zusammenhang fragen würde, warum die Kirche nicht ein paar Milliarden springen lässt und ihre Steuern bezahlt und ihre Priestergehälter? Wer’s glaubt, wird selig, die anderen müssen halt daran glauben.

Und dabei kommt Ihre Firma verhältnismäßig locker aus der ganzen Sache raus. Sie beten, Ihre Schäfchen spenden für die Armut. Oder dagegen, wenn Sie so wollen. Sie machen so eine schöne Roadshow, Euer Seligkeit, das hat doch bei dem Wojtyła auch so toll geklappt, und dann sammeln Sie ein paar Scheinchen ein. Wir werden uns auch bemühen, extra korrupt zu sein und uns ordentlich die Taschen vollzustopfen. Dann können Sie aus dem Brustton der Überzeugung sagen, dass Geben seliger ist denn Nehmen, und wir verkrümeln uns mit dem ergaunerten Geld, moralisch geschlagen und verurteilt und verdammt.

Aber Sie müssen schon irgendwann auch wieder Verzeihung üben, Euer Emergenz. Wie in Canossa. Entweder Sie sind wirklich christlich und vergeben und vergessen all unsere Schuld, dann müssen Sie bei der nächsten Wahl wieder ganz klar Stellung beziehen und empfehlen, für eine christliche Partei zu stimmen. Natürlich für uns, was dachten Sie denn? Bibeltreue Christen? haben Sie noch alle Tassen im Schrank, Sie Schweinepriester!? Also wie gesagt, Euer Barmherzigkeit, Sie müssen uns alle Sünden vergeben. Sonst kippt das auf. Ist halt in Ihrem eigenen Interesse.

Sie können ja bei Gelegenheit mal eine kleines Strategiepapier formulieren, und das reichen Sie dann über die CSU rein. Da fällt das nicht ganz so auf, wenn die Hälfte aus Attacken gegen das Grundgesetz besteht. Machen wir so, Euer Allerwertesten? Machen wir.

Ach, noch was. Wir hatten da letztens so eine Sache mit einem Bahnhof. Planen Sie in nächster Zeit größere Sakralbauten?“





Nur aus Nächstenliebe

21 05 2012

„Sie müssen das ins richtige Verhältnis setzen. Kirche geht uns alle an. Deshalb sollen auch alle dafür zahlen. Auch dann, wenn Sie überhaupt nicht Mitglied in unserer Kirche sind. Erst recht, wenn Sie nicht Mitglied in unserer Kirche sind. Wir können da sehr empfindlich werden.

Ja, wir haben das verstanden. Im Grundgesetz steht, dass Sie Glaubensfreiheit genießen. Das war so gedacht. Aber da steht nichts davon, dass die auch kostenlos ist. Und da steht auch nicht, dass wir nicht trotzdem Steuern auf alles erheben können. Jetzt ist das eben mal eine Steuer für alle, die nicht römisch-katholisch sind. Haben Sie ein Problem mit Katholiken? Dürfen Sie nicht. Steht so im Grundgesetz drin. Da sind alle Menschen gleich.

Aber selbstverständlich haben Sie etwas davon – denken Sie an die vielen schönen Prozessionen, wenn die Bischöfe ihre prunkvollen Gewänder spazieren führen, oder denken Sie an den Papst, der aus lauter Gottvertrauen hinter drei Zentimetern Panzerglas durch seine Gläubigen rollt. Das ist ein lieb gewonnenes Brauchtum, das will gepflegt sein. Nein, nicht so gepflegt! Obwohl einige der Leute schon eine höhere Pflegestufe gebrauchen könnten.

Rabatte? Aha, ich verstehe. Sie denken, wir Grünen sind inzwischen wie die FDP? Ich müsste mal nachfragen. Wenn Sie sich ein Parteibuch besorgen, können Sie eventuell die Clubbeiträge – Kirchensteuer, wollte ich sagen, Kirchensteuer, können Sie dann verrechnen. Das müsste gehen. Immer vorausgesetzt, dass Ihr Einkommen auch hoch genug ist. Wir als Volkspartei nehmen ja nicht mehr jeden.

Und ich verstehe jetzt auch gar nicht, wie Sie sich aufregen können. Wir machen das sowieso schon. Wir lassen unsere kirchlichen Kindergärten aus Steuern finanzieren, und das Arbeitsrecht haben wir gar nicht nötig. Sie wollen doch Ihre Kinder nicht etwa von einer Frau aufziehen lassen, die sich scheiden lässt?

Ob es das für Muslime gibt? Um Himmels willen, wir leben doch hier nicht im Gottesstaat!

Sie glauben an gar nichts? Im Vertrauen, wir auch nicht. Deshalb handelt es sich schließlich auch nicht um eine kirchliche Initiative, sondern um Kulturrettung. Kennen Sie? So rechtsdrehende Sachen? Das haben wir von diesen Piraten gelernt, es geht nicht um Inhalte, es geht um das Modell.

Sie bezahlen dann auch einen ermäßigten Satz, wenn Sie kein Auto haben. Ja, dasselbe Modell – Sie sind kein Autofahrer, also können Sie sich gerne solidarisch an der Kultur unseres automobilen Fortschritts beteiligen. Das ist ein Stück unserer nationalen Identität, wissen Sie, da muss man doch erwarten können, dass die Bürger hier etwas mehr Bereitwilligkeit zeigen. Da kommt ja auch einiges zusammen. Die Gebühren für die entgangene Mineralölsteuer, Ersatzsteuer für Versicherungen und Autobahnnichtnutzungsgebühr, der Straßenbau will schließlich auch leben – da gucken Sie, was? So betrügen Sie den Staat, mein Lieber, so zocken Sie heimlich die Allgemeinheit ab und füttern Ihr privates Portemonnaie!

Hören Sie mal, so eine Krankenkasse wird auch nicht nur von den Kranken getragen! Christliche Nächstenliebe, klar!? Wissen Sie eigentlich noch, was das ist? Solidarität? Solidarisches Verhalten, das ist, wenn Sie meinen Ferrari bezahlen dürfen, auch Sie nicht darin fahren. Sind Sie eigentlich immer so ein kaltherziger Egoist?

Jetzt hören Sie doch mit dieser Kirchensache auf! Das ist doch nur ein Aufhänger, der in den Medien sinnlos hochgejazzt wird! Haben Sie Kinder? Oha, das wird teuer. Das wird Sie jetzt aber ganz schön teuer zu stehen kommen, dass Sie sich der Nachwuchsproduktion für den Arbeitsmarkt so einfach mal entziehen. Sie können sich keine Kinder leisten? Ist das etwa mein Problem?

Hund haben Sie auch keinen? Ich frage wegen der negativen Hundesteuer. Wenn Sie einen todsicheren Tipp wollen: Rennpferde. Kaufen Sie sich Rennpferde. Ermäßigter Mehrwertsteuersatz. Können Sie steuerlich als Hotelfrühstück absetzen.

Denken Sie doch mal an die Kinder! Sie müssen sich mal klarmachen, was wir hier für Verhältnisse hätten, wenn die Kinder nicht eine sorgfältige Einführung in die –

Wir machen das wie mit dem Kosovokrieg und den Hartz-Gesetzen. Öffentlich predigen wir dagegen, bis Ihnen die Ohren bluten. Und dann sorgen wir dafür, dass das Gegenteil passiert und wir daran hübsch verdienen. Wir dürfen das. Und das wissen Sie.

Ich sehe gerade, Sie sind kein Parteimitglied? Dann bekommen Sie demnächst Post von uns. Wir müssen ja der schleichenden Entdemokratisierung entgegenwirken. Wären Sie mal früher den Grünen beigetreten, dann hätten Sie die Scherereien jetzt nicht. Ihre Kulturpauschale ist jetzt höher als die Mitgliedsbeiträge, weil wir per Beweislastumkehr schlussfolgern müssen, seit wann Sie schon nicht mehr Parteimitglied hätten sein können. Sie kennen das Verfahren von der GEZ. Die kennen sich damit aus. Also mit Staatsverträgen. Nicht mit Kultur.

Gut, das wär’s dann gewesen. Vorerst. Dass Sie keine Aktien haben, hatten Sie ja schon erwähnt, aber das ist nicht unser Problem. Das Geld für die Investmentbanken holt sich die Regierung noch selbst. Ach, eine Frage hätte ich das noch. Rauchen Sie?“





Der heilige Schein

5 05 2010

„Das finde ich jetzt aber schon ein gutes Angebot. Wenn Sie bedenken, dass Sie fast zehn Sekunden lang eine faire Chance haben, das Grabtuch zu sehen, dann sind fünfzehnhundert Euro gar nicht so viel Geld. Und Sie wissen, dass wir inzwischen zu den Bedürftigen gehören, wir sind quasi verarmt. Wenn das alles so weitergeht, müssen wir den Petersdom vermieten. So ein Vatikan ist teuer, das glauben Sie ja gar nicht – was meinen Sie, was da so an Kosten zusammenkommt!

Natürlich die Schmerzensgeldzahlungen, aber das Leben ist auch so schon kostspielig geworden. Sie machen sich keine Vorstellung. Vor fünfzehn Jahren, da haben Sie einen Richter oder einen Staatsanwalt noch für vierzigtausend Mark gekriegt und einen Minister für eine halbe Million. Höchstens. Aber schauen Sie sich heute einmal die Preise an. Inflationär, sage ich Ihnen. Unmoralisch. Aus allem will dieses Pack Kapital schlagen.

Ach, hören Sie bloß auf – Schneeberger Kropp Lützebleich hat dann die Corporate Communication Germany übernommen. Wenn ich’s Ihnen doch sage! Ja. Die haben uns natürlich erst einmal eine neue Strategie für das Personality Management in die Agenda gepackt, also Firmung als crazy Event und Themen-Taufe und individuelle Funeral Party, und was machen diese Deppen? Erstkommunion mit Mixa als Stargast, ich bitte Sie! Die Eltern, wenn die das erfahren, die treten doch gleich mit aus der Kirche aus! Katastrophal! Jetzt sind wir mit der Diözese zu Schnittbrodt & Söhne gegangen, die sind zwar Protestanten, aber darauf kommt’s mittlerweile auch nicht mehr an.

Mal ernsthaft, es ist doch mit Olympia dasselbe. Oder mit der Fußball-WM. Da geht’s doch auch nicht mehr um den Sport, oder? Sehen Sie, und da muss die Kirche sich ruhig mal an der Wirklichkeit orientieren. Wenn schon nicht in den anderen Dingen, hier kann man es ja mal probieren. Ja, wir lassen uns da ganz gerne sponsern. Jetzt lassen wir uns gerade einen umweltfreundlichen Kleinwagen zum Papamobil umbauen. Gut, oder? Und dass wir jetzt das Original-Papst-Shirt mit Schirmmütze und Halstuch im Set anbieten, das ist doch auch gleich ganz jugendlich, nicht wahr? Da machen Sie sich mal keine Sorgen wegen der Produktionskosten, in Bangladesch sind die Leute doch froh, wenn sie für einen Euro am Tag arbeiten können.

Wir können gewisse Dinge nicht mehr mit unserem favorisierten Branding auf den Markt bringen. Markenüberdehnung, verstehen Sie? Das ist wie alle zwei Wochen Weihnachten. Nach dem dritten Mal hinge Ihnen das zum Hals raus. Aber kreuzweise. Da haben wir das Benedikt-Brot und den Benedikt-Klingelton und jetzt diese T-Shirts, von denen ich Ihnen erzählt hatte – die kriegen Sie übrigens nur im Devotion-Wear-Point, verstehen Sie? Aber jetzt den Immobilienfonds und das neue Herztonikum und die Rheumadecken, das kriegen wir nicht mehr in die Marke integriert. Der Papst ist nicht groß genug für seine eigene Markenwelt, das ist das Problem. Es ist ein Kreuz, ja.

Also ja, in gewisser Weise haben Sie Recht: der Schein heiligt die Mittel. Unsereins muss ja auch sehen, dass er seinen Grundbesitz nicht ohne guten Gewinn verwaltet. Man tut’s nicht für Gotteslohn.

Das Herztonikum, das geben wir dem Meisner in den Marketing-Mix. Nutzenversprechen? Naja, eigentlich ist das Zeug ja unnütz. Aber vielleicht passt es deshalb so gut zum Meisner?

Man kann das mit den Souvenirs natürlich auch übertreiben, ja. Dieser Piranesi-Bildband, da hätte man den Mixa sicher nicht als Werbefigur nehmen müssen, das war schon grenzwertig. Aber dass sie den Williamson im Campingbedarf mit Gasflaschen – nein, ich will das gar nicht mehr kommentieren, das geht mir einfach zu weit!

Kaffeefahrten? Um Gottes Willen, da werden wir nicht einmal unsere Mutter-Maria-Heizdecken los. Das können Sie aber völlig in die Tonne treten. Nein, das müssen Sie als touristisches Angebot ins Auge fassen, vierzehn Tage Club-Urlaub an der Adriaküste, Frühmesse, Angelus, Abendmahls-Büfett, all inclusive, Animationsprogramm macht Opus Dei, nach zwei Wochen haben wir die alle derart weich in der Birne, dass die Rentner uns ihr Vermögen an Ort und Stelle überschreiben. Das nenne ich Marktpenetration. Davon können diese Anfänger von Scientology nur träumen.

Klar, Lourdes haben wir noch im Programm. So als Healing-Festival. Wir hatten da evangelikale Schützenhilfe, ist jetzt sehr charismatisch. Ja, die Organisation ist jetzt auch straff, leichte Trübungen der Dogmatik ließen sich bedauerlicherweise nicht vermeiden, will sagen: wenn Sie am vorletzten Tag nicht geheilt sind, fliegen Sie raus, damit die Stimmung bei den anderen nicht in den Arsch geht. Chronisch Kranke und Miesmacher brauchen wir nicht. Außerdem versaut uns das die Bilanz.

Warten Sie mal, bis die Saint Outlets in Betrieb sind. Ja, Reliquien. Was meinen Sie, warum der Polenpapst wie blöde heiliggesprochen hat – die sind jetzt alle gut durch, werden ausgebuddelt, hier mal ein Zahn, da mal eine Kniescheibe, das gibt Kohle! Und wenn Sie da fünfhundert Finger von der Heidi von Dingenskirchen verscheuern, denken Sie, dass das einer merkt? Na?

Und dann kann immer noch das Finanzamt kommen. Wir haben die Finanzministerien zwar schon ganz gut im Griff, aber Gott, man ist ja nicht überall. Krise? Das halte ich für übertrieben. Wenn es wirklich haarig wird, haben wir noch ein Eisen im Feuer. Und ich bin der Meinung, diesmal kriegen wir das mit den Ablassbriefen besser hin.“